Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Bhysiker Steutt berichtet in der Natura, daß er das Alter,
er Etde geradzu von gewissen Pineralogien ablösen könne,
amlich von solchen, die radidaktive Stoffe enthalten Er hai
ndeckt, daß das Thorianit 9 Kubikzentimeler Hetium auf
in Graum Mineral enthält. Verarschlagt er die Zeit, die
ur Hervorbringuug dieser Heliummenge aus den raditaktiven
ztoffen nötig ist, so folgt sür ihn daraus, daß die in dem
Thorranit vorhandenen Mengen Hellium zu ihter Beldung
venigstens 240 Millionen Jahre gebraucht haben. Strott
oird diese Untersuchungen und Berechnungen fottsetzen. Vor
0 Jahren hätte wohl noch kein Mensch geglaubt, daß irgend
in Mineral sein eigenes Alter verraten könne.
Diebstahlsversuch. Wie wir in auswärtigen Bläitern
esen, machte in Neunkirchen dei der letzten Lohnauszablung
in Bergmann den Versuch eine Rolle Gold (55 00 Mark]
dom Zahltische verschwinden zu lassen. Dabei wurde er er—
vischt und verhaftet.
Ordensverleihung. Dem früheren Fahrsteiger Niko—
aus Gerber zu Obervölklingen wurde der Könial. Kronen—
den 4. Klasse veriiehen.

Aus Nah und ZFern.

Saarbrücken 8. Juni. Vor der hiesigen Strafkam⸗
ner hatten sich die beiden Kassendiebe Klein und Wilhelm,
zeide aus Sulzbach, zu verantworten. Urber den Fall ist
einerzeit so viel berichtet worden, daß wir für die Leser nur
die in der Verhandlung hervorgetretenen neuen Momente
jervorheben wollen. KHlein hatte, wie er unter vielem Weinen
ingesteht, den Gedanken schon früher gefaßt, sich aus seinen
leinlichen Verhältnissen und weil er seiner Mutter n'cht
aoch Jahre lang auf der Tasche liegen wollie, herauszuar⸗
veiten. Dafür bot ihm nun der Besitz der beiden Schlüfsel
zu den Löhnungsgeldern die ihm richtig dünkende Gelegenheit.
Miltwochz mittags vor zwei Uhr eignete er sich das Geld,
nur Papiergeld, bestedend in 10-, 202 und 50-Markscheinen,
wr. Er erhielt dann mittags 4 Uhr Urlaub, um angeblich
eine verheiratete Schhwester am Bahnhofe abzuholen. Mit
dem Friseur Wilhelm hatte er mittags 12 Uhr vereinbart, sie
vollten sich auf Bahnhof Saarbrücken treffen. Dies war
Wilhelm jedoch nicht möglich, da er bis 9 Uhr sein Geschäft
uushalten wollte. Klein fuhr nun allein mittags 4 Uhr mit
der Straßenbahn nach St. Johann und kehrte dort in die
Weinwirtschaft Wack in der Tudweiler Sttaße ein. Dort⸗
elbst knespte Klein Wein und Sekt in reichlichem Maße, ließ
ich auch mit den Kellnerinnen ein. Abends 9 Uhr trafen
ich die beiden Freunde Klein und Wilhelm auf dem Bahn—
sofe Saarbrücken. Dort teilte Klein seinem Freunde mit,
aß er das viele Geld habe. NAuf dem Wege wurde das
Beld geteilt: Wilhelm erhielt über 19 000 Martk von dem
staube, Nun ging es zuerst nach Straßburg, von dorten
sach Munchen, wo man sich neu equipierte, goldene Uhren usw.
auste. Auch legte sich jeder einen Koffer zu, in welchem
jas Geld untergebracht wurde. Von München ging die Reise
rach Prag, von dort nach Berlin, wo längerer Aufeuthalt
jenommen und „Berlin bei Nacht“ gründlich ansgekostet
vurde. Von Berlin ging dann die Rise nach Diesden,
jach Posen, dann nach Danzig, dann nach Zoppot. Von
zier aus machten sie einen Abstecher nach Putzig, einem kleinen
Badestädtchen. Dortselbst lebten sie wie Millionäre und ga—
zen an einem Mittag für ein Wein- und Sektgelage über
00 Marxk aus. Dadurch hatten sie sich auffällig gemacht;
nan vermutete hinter den Burschen keine Millionäre, sondern
as richtige: Spitzbuben. Wilhelm wurde zuerft, dann auch
dlein verhaftet. Beide hatten sich auch eine Krankheit zuge⸗
ogen. Bei ihrer Verhaftung wurde dann in den Koffern
as gestohlene Geld bis auf etwas mehr wie 7000 Mark
orgefunden. Diese 7000 Mark hatten de Burschen in 5
Vochen durchgebracht. Auf das an die Angeklagten seitens
»es Herrn Vorsitzenden gerichtete „Wie“? schwiegen sich die
Jurschen aus. Als Zeuge wurde Herr Rechnungsrat Alt⸗
eter vernommen, der über die Einrichtung betreffs Lohn—
ahlung und Auszahlung der Gelder an die Herren Schicht⸗
neister, sowie Aufbewahrnug der Gelder Auskunft gab. Auf
ie Vernehmung des Herin Schichtmeister Dubilscher als
»euge wurde verzichtet. Verteidigt wurde der Angeklagte
lein durch Herin Rechtsanwalt August 2, Wilhelm durch
herrn Rechtsanwalt Niedner. Herr Rechtsanwalt August 2.
el,te seinen Klienten als den durch Wilhelm Verführten hin,
er den bösen Einflüsteruugen desselben nicht widerstehen konnte.
jerr Rechtsanwalt Niedner erklärte dagegen seinen Kllenten
ls den unschuidigen Jüngling, der durch den älteren und an
gzildung bebeutend höher steheyden Klein, der doch von der
Schule wit dem Einjaäͤhrigenzeugnis abgegangen. Eist wie
dilheln das viele Geld vbei seinem Freunde Klein
esehen habe, sei er der Versuchuug erlegen. Die Staats⸗
awalischaft hatte für Klein 2 Jahre und fiür Wildelm 18
Nonate Gefängnis beantrat. Auf die Frage des Vorsitz⸗
nden, ob die Angellagten noch eiwas zu erwidern hätten,
einten diese, die Untersuchungshaft sollte ihnen bei Be—
essung der Strafe in Anrechnung gebracht werden. Des
tteil lautete: Klein wegen Amtsunlerschlagung und Dieb⸗
ihls 2 Jahre, Wilhelm wegen Beihilfe zu obigen Straf⸗
ten 1 Jahr Gefängznis und beide zu den Kosten des Ver⸗
rens. Der Wunsch nach Anrechnung der Untersuchungs⸗
it wurde versagt. Auf die Aufroge, ob die Angetlagien
Strafe annehmen, antworteten beide mit Ja.
Zaarbrücken, 8. Juni. Gestern stahl ein beschäftigungs-HOausbursche
 namens Diel in dem Staditeil Alt⸗Saar⸗
icken einem Fuhrunternehmer an der Moltkestraße ein 5
hre altes Pserd im Werte von eiwa 1000 Mark aus dem
alle. Das Tier verkaufte er an einen Liebhaber für einen
haltnismatzig geringenen Preis unter der Vedingung, daß
3. Tier safort geschiachtet werden müsse. Als man dem
ebstohl auf die Spur kam, war das Pferd im Schlachthofe
St. Johann schon geschlachtet. Der Pferdedieb hatte mit
n Erlös das Weite gesucht. Saarbr. Voltszt.
Saarbrücken, 8. Juni. Das Infantetleregiment
70 wure in drei Sonderzügen vom Bahnhof Burbach
2 nach dem Truppenubungsplatz Elsenborn iransportiert.
ie Züge jahren dis Jünkerath, von wo aus nach deim 36
lometer entfernten Uebungeplatz marschiert wird.— Zu
ider Zeit ruckte auch das Infanterieregiment „Graf
e Nr. 30 inSaarinuia nach dem Nehungsplatz Elsen⸗
mab.
Friedrichshafen, 5 Juni.“ Das preußische Kriegsmi⸗
ꝛertum hat Befehl erteilt, daß das Reichsluftfchiff „Z. 1“
m 20. Juni slugbereit zu halten ist. Bls spätestens Ende
rt wird „Z. 179 nach Meß übergeführt werden, wo das
utschiff danernd statidnirt wird.
Kiel, 8. Juni. Der Kaiser, der heute morgen hier ein⸗
n hat sih an Bord der Deutschland zur Beobachtung von
cbießkühungen nach der äußeren Kieler Bucht begeber.

*5t oAin, 8. Juni. (Jubiläumsfeier.) Heute
Bocimnt.tag sand im Dom eine Feier zum fünfzigiährigen
esehen der Rheinisch-westsälischen Malteser-Genofsenschafit
at, zu der auch der Hetrenmeiiter des Johanniterordens,
brinz Eitel Friedrich, um 9 Uhr eingetroffen war. Dieser
vurde in den Dom geleitet und wohnte dem die Jubel⸗
eler einlettenden, vom Kardinal Fischer gehaltenen Hoch⸗
imt, bei. Dann fand im Hotel Disch ein Festmahl statt.
NRachmiltags machte der Prinz eine Rheinsahrt und trat
aends die Rückreise an.
*Aachen, 8. Juni. (TSagung des Verkehrs—
vereins,) In der heutigen, von 33 Vereinen und von
Lertretern der Regierung, der Eisenbahndirektion, der
dandelslammer ec. besuchten Generalversammlung des Rhei—
lischen Vertehrsvereins wurde beschlossen, an maßgeben—
»er Stelle dahin zu wirten, daß für den Automobilver—
ehr der Auslünder in Deutschland Erleichterungen ge⸗
chaffen werden. Als Ort der Taquna 1910 wurde Gö—
igswinter bestimmt
* Efssen, 8. Juni. GGordonBennetKenne n.)
Bon den 13 Batlons, die an dem Ausscheidungsreunen
eilnahmen, sind 5 gelandet. „Riedinger“ ging in Rup⸗
ershofen wegen Gewitters nieder; „Otto von Gericke“
n Limburg; „Segler“ in Breithart; „Zähringen“ bei Lim—
mura und der Ballon „Krefeld“ in Frankfurt a. M.
* Damumn, d. Funi. Dg von Voten.) Bei
»en Eutwasserungsarheiten auf Zeche Radbod, die aus
Anlaß der Katastrophe unter Wasser gesetzt worden war,
st man jetzt auf weitere Tote gestoßen, nachdem mehrere
)pfer bereits vor einiger Zeit geborgen werden konnten.
Vie aus Hamm gemeldet wird, wurden auf der Zeche
stadbod weitere zwei Tote zutage gefördert.
* Trier, 8. Jun. Mordprozeß Breuer.) Der
dauerfahrer Peter Josef Breuer wird sich in der ersten
zuliwoche erneut wegen Ermordung des Großkaufmanns
Rathonet aus St. Vith vor den Geschworenen zu ver—
ntworten haben. Die Verhandlung schloß bekanntlich mit
iner Ortsbesichtigung am Tatorte unfern des Eifeldorfes
zerolstein. Die Or svesichtigung war hauptsächlich er—
olgt auf Antrag der Verteidigung. Der Eröffnungsbe—
chluß lautete zunächst auf Totschlag. Nach der Orisbe—
chtigung erhob der erste Staatsanwalt Schulte Anklage
oegen Mordes. Da die Verteidigung nicht sofort Stell—
ing zu dem Antrag auf Erweiterung der Anklage neh—
ien konnte, wurde die Sache auf die nächste Schwurge—
ichtsperiode verlegt. Verteidiger sind die Herren Dr
verthauer-Berlin und Dr. Frank-Trier.
*Bingen, 8. Juni. Teilweise Sperrung.)
)as Bingerloch ist gegenwärtig nachts, von 10 Uhr
bends bis fünf Uhr morgens, für den Schiffahrtsverkehr
esperrt, d. h. das alte Fahrwasser darf während dieser
zeit nicht passiert werden, da an den Lochbänken eine
aucherglocke mit der Sprengung von Felsen beschäftägt ist.
* Hauau, 8. Juni. (Gerunglückt?) In der Nähe
er bayerischen Grenze ist ein Radfahrer, der Landwirt
dey aus Albstadt, tot aufgesunden worden. Auf welche
Veise der Mann zu Tote gekommen ist, ist noch nich
stgestellt. Die Leiche wurde nach Alzenau übergeführt.
* Offen bach a. M., 8. Juni. Tollwutge—
a her.) Hier — wie an anderen Orten Hessens — sind
charse Maßnahmen wegen der Tollwutgefahr getroffen
vorden. Jeder freiumherlausende Hund kann sofort getö—
et werden.
*Wiesbaden, 8. Juni. (Das alte Lied.) Als
zeute Vormittag die Blücherstraße 5 hier wohnende Ehe—
rau Lina Spinner aus einer Flasche Spiritus auf einen
ereits in Brand befindlichen Spirituskocher aufgoß, um
Rilch für ihr jüngstens Kind zu erwärmen, schlug die
jzlamme in die Flasche, diese explodierte und die Kleider
er Frau gerieten in Brand. Ihr Mann suchte alsbald
ie Flammen zu ersticken; das gelang aber erst, als alle
eide schwere Brandwunden davongetragen hatten. Der
zustand der Frau ist ziemlich hoffnungslos. Beide Ver—
tzten wurden durch die Sanitätswache in das ä
rautenhaus verbracht.
*Vom Main, 8. Juni. (Fremdsprachige
zchaffner.) Die vom Eisenbahnministerium vor meh⸗
eren Jahren angeordnete Unterweisung des preußischen
isenbahn-Fahrpersonals in der englischen, französischen
nd — zum kleinen Teil — auch russischen Sprache hat in
vischen eine ziemlich große Ausdehnung erfahren. Im
zanzen kommen 6 bis 7 große Linien mit über zwei⸗
undert Fahrbeamten in Beiracht. Von den Schlafwa—
enschaffnern wurde bereits seit Jahren verlangt, daß sie
eidlich der englischen und franzoͤsischen Sprache mächtig
eien. Auf den ptlinien an der russischen Grenze muß
en die Schaffner ber D-Züge, der Schlafwagen ꝛc. we—
igstens das Notwendigste der russischen Sprache verste
en. Frankreich und Rußland verlangen dagegen, daß
hre Fahrbeamten jetzt soviel deutsch lernen, um sich in
ieser Sprache verständlich machen zu können.
* Fraukfurt, 8. Juni. (Sum Raubanfall im
sisenbahncoupee.) Dder vor einigen Wochen auf
ine Architeltenfrau zwischen Kastel und Hochheim verübie
Raudanfall ist bis jetzt noch nicht geklärt. Die Unter
uchung des Blutes und der Fingerabdrücke hat keine An
zaltspunkte ergeben, die Schlüsse auf den Täler zuzulas
en. Es wurde »sitgestellt, daß die in dem Coupee zwei—
er Klasse und e in dem Bremserhäuschen entdedten
Blutspuren von frischem Blut herrührten, denn sie waren
iicht von Staubkörperchen bedeckt. Die von der Krimi—
ialpolizei beschlagnahmte Branntweinflasche zeigte ver—
hiedene Fingerabdrücke. Die Flasche war leider zu —
eschlagnahmt worden. Das geschah erst, als sie du
vio Hüände mehreror Roamten aegangen war
Mannheim, 8. Juni. GGegen die Tabak—
teunererhöhung. Zur Tabaksteuererhöhung wen—
det sich die „Suüddeutsche Tabakzeitung“ an die Angehöri⸗
zen des deutschen Tabakgewerbes in einem Aufruse, in
em sie darauf hinweist, daß die Konkurrenzfähigkeit der
eineren und mittleren Fabrikationsbetriebe durch das
ertzuschlagssystem derartig geschwächt werde, daß die
döglichleit ihres Fortbestehens ernstlich zu bezweiseln sei.
ie Folge eines Wertzuschlagszolles fei die allmaä hliche
btötung aller Fabrikationsbetriebe, welche mit bisher
eicheichem Kapital arbeiteten. Die Herstellung von Tabak—
abrikaten würde auf wenige kapitalistische Großbetriebe
nzentriert. Außerdem würde durch dieses System der
nreiz zur Steuerdefraudation gegeben und damit der
semoralisation der breiteste Eingang in das deutsche Ta—
alsgewerbe geschaffen. Das sozial gerecht sein wollende
dertzollprinzip erweise sich schließlich als eine so ziale
teuerschrauve ohne Ende. Das Blatt schließt seinen Auf⸗
uf mit einem Appell an alle Angehörigen des deutschen
abalgewerbes, ungesäumt in örtlichen Versammlungen
egen die Vorschläge der Finanzkommission im ganzen
eutschen Reiche vor der breitellen Oeffentlichkeit schärfsten
Brotest zu erheben. *
*Weinheim, 8. Juni. (Gerschwunden,) Seit
reitag abend ist der 34' Jahre alte Briefträger Schröder
on hier verschwunden. Seine Briestasche, die noch eine
nzahl unbestellter Briese aus der ganzen Woche ent⸗
ielt, fand man in einer Scheuer. Schröder, ein biswei—
nn dem Trunke ergebener Mann, war früher Geldbrief⸗
raer. Man vermutet, daß or Selbstnord nerühne k

*Ossenburg, 8. Funt ivenersbrunsi.) Die
st heute früh gegen 4 Uhr die Spinnerei Offenbuͤrg volt
tändig niedergeöranat. Taßs Feuer war 434 Uhr in dem
reistehenden Spinnereigebsude ausgebrochen und verbrei
ete sich schnel. durch die sünctichen Fabrikräume, sodaß
ei Eintrefssen der Feuerwehr das ganze Gebäude in Flam⸗
nen stand. Das Spinnereißebaude ist bis auf die Um—
fassungsmauern to'a!l ausgeprannt, sänitliche Spinnercima
schinen sind unbrauchbar geworden. Der Gesamtschaden
vird auf 679 000 Mark augegeben. Um 53 Uhr war das
Feuer gelöscht Der Beteieb wird aufrecht erhalten. di—
Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt.
*Freiburg, 8. Jum. (Tödlicher Abstur z.s
Beim Aufhängen von Wäsche fiel die 57 Jahre alte Ehe—
frau des Maurers Wilhelm Schwarz über das Treppen—
geländer in den Vorplatz des 2. Stockwerkes und zog sich
inen Schädelbruch zu. der ihren sofsortieen Tod a4ur
zolge hatte.
darisruhe, 8. Juni. (Jzum Waffenmiß—
»rauch.) Tas Rencontre zwischen einem Fuhrmann und
nem Offizier des-Telegraphen-Bataillons scheint ein ge—
ichtliches Nachspiel bekommen zu sollen. Der an dem
Zusammenstoß beteiligte Fuhrmann ist von der Staatsan—
waltschaft einvernommen worden. Ob noch weitere Ver—
nehmungen stattfinden, ist nicht bekannt.
* Bayreuth, 8. Juni. (FReppelins Dank.) Ober—
zürgermeister Dr. Casselmann empfing heute folgendes Te—
egramm vom Grafen Zeppelin: Euer Hochwohlgeboren
ind dem Stadtmagistrat danke ich herzlichst für die mir
erwiesene hohe Ehrung, eine Straße Bayreuths nach mir
zu benennen und an einem Hause derselben eine Gedenk—
uel anringen zu wollen. In dieser Auszeichnung er—
enne ich den Ausdruck der Freude, welche auch die Ein—
wohner Bayreuths darüber empfinden, daß die Beherrsch—
ung des Lustmeeres, sich endlich erfüllt hat, und daß
Gott einen Deutschen begnadet hat, den Vortritt bei der
Schaffuna des Werkes zu nehmen.
— —

Tesegramme.
Berlin, 8. Juni. Ueber das von der rheinisch⸗ weft⸗
älischen Motor-Lufischiff ˖ Gesellschaft in Elberfeld unter Lei—
ung des bekannten Luftschiffers Oskar Eberlöh erbaute
Lusischiff verlautet jezt näheres. Dernach ist der Molor—
Ballon 3000 Ebm. groß und wird nach dem unstarren
System konstruiert. Er hat einen Benz Motor von 125
Lferdekräften und eine Tragfähigkeit von 20 Personen.
Das Kriegsministerium hat in Anerkennung der Beftrebugen
)er Gefellschaft einen Zuschuß von 16 000 Mark für das
erste Jahr und einen weiteren Zuschuß silr die nächsten vier
Jahre bewilligt.
Konstantinopel, 6. Juni. In einem Irade des Sultans
rwmächtigt diefer die Gerichtsbehörde von Adana, die Hin—
richtung von 16 zum Tode Verurteilten vorzunehmen.
Brest, 8. Juni. Auf der Höhe von Quessant scheiterte
in Fischerboot aus Dowarnenez. wobei 9 Mann, meist Fa—
milienväter, etranken.
* Paris, 9. Juni. Bei der Schlußfeier zu Ehren der
Jeanne d'Arc erklärte der Bischof von Montauban, Msgr.
Marty, es sei der ausdrückliche Wille des Papstes,
daß die Einigung der französischen Katholiken sich
wischt auf politischem Gebiete und unter keiner Partei⸗
ahne, sei es rechts oder links, vollziehe, sondern aus—
chließlich auf reltgiösem Gebiete unter der
Fahne Gottes zur Verteidigung des katholischen Glau—
ens. Darum se keine Schwenkung mehr moͤglich. Der
veise Wille des Papstes werde von allen, die noch die
—
verden.
*London, 9. Juni. Im Unterhause wird die Frage
gestellt werden, ob der bevorstehende Bessusch des 3 4—
ren beimgönig als offiziell zu gelten habe, oder
ein simpler Verwandtschaftsbefuch sei. Wenn Letzteres,
vwie erklärt werden dürfte, der Fall ist, wird auf radika—
ler Seite keine Notiz davon genommen werden, waͤhrend
man anderenfalls versuchen wird, eine parlamentarische
Debatte herbeizusühren. Nach der „Daily News“ hat der
Plan bestanden, den Zaren in der Londoner City zu ve—
villkommnen, doch sei die Absicht aus Furcht vor feind—
eligen Demonstrationen aufgegeben worden

Eingesandi.
Auf die verzweiselten, jeder Sachlichkeit enlbehrenden
AMusfäle des Eingesandt in Nr. 126 dieser Zeitung einzu—
jehen wird verzichiet. Was zur Sache sebst zu äußern ifi,
agt die Sprechsaalnotiz in Nte. 149. der Saarbrücker Ztg.
vin persönlicher Interessent kommt hier nicht in Frage.
Um Mißversländnsse auszuschließen, sei noch festgestellt,
»aß die Rüge sich nicht auf den Geldausfwand. sondern auf
Zen weit über die Notwendigkeit hinaus ausgedehnten Zeits
rufwaud bezog. Solchen Uebelständen und den damit ver⸗
undenen unnötigen Belästigungen der Anwohner abzuhelfen,
st Sache der Gemeindebebörde, für Ortsstraßen jeglicher
4 —Qandwehr.
Bekanntmachung.
Die Steuerhebung pro J. Quartal 1909.
findet statt: ——α
in Fischbach Freitag den 11. ds. Mis. vorm.
von 8i1 r.
Hemeindekasse: Rniebes.

Lasset die Kindlein zu mir kommen
und wehret ihnen nicht, ——
denn ihnen ist das Himmelreich.
J —
Todes⸗Anzeige
Dem lieben Gott hat es gefaslen, imser inninstaeliebtee
FaiAchterchen

Herminen
im zarten Alter von 8 Jahren 11 Monaten zu lich
in die Schar seiner Engel aufzunehmen. n—
Un stilles Beileid viten. Sitt
— N 44 229*
— die tiefbetrübten Elten
e e ed e ect
Reöberk Halcura u. Frau.
Dudweiler, den 8. Juni 19000
Die Beerdigung findet morgen, nachmittags halb 6 Uhrn
von der Smdstr. 29 aus statt 8
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.