Haus, Hof und Garten.
Wann wird Btilch saner? Diese wegen der Be—
entenander ilch cls menschiches Rahrungésmittel prafß—
eor wiehige Frage ist eingehend geprüft worden,
io man gelangie dabei zu dem sicher interessanten Resal
in, daz die Milch immer sauer ist. Auch in der norma—
n, risch ermoltenen Milch ist stets ein bestimmter Re—
rag von Säute vorhanden, und wenn diese nermale
Zaute sehlt, dann ist die Miich nicht richtig nahrhast ung
etömmitich. Was man im gewöhnlichen Leben unter saue:
ewordener Milch versteht, ist freilich eiwas ganz anderes,
ils die normal saure Milch. Bei der sauer gewordenen
prisch ist nämlich ein Teil des in ihr enthaltenen Zuckers
zer gerade für ihre Nahrhaftigkeit von der wesenklichsten
Bedentung ist, in Milchsaure umgewandelt; es liegt qau:
»or Hand, daß eine Milch, die ihres werwollsten Nähr-»estandteiles
zum großen Teil beraubt ist, viel weniger
uutzen und nähren kann, als diejenige, die wir als süße
Milch zu bezeichnen pflegen; natürlich ist sie um so wen—
ger wert, je mehr Milchzucker durch Gärungsvorgänge in
Milchsäure übergeführt ist. Dagegen ist der Zuckergehalt
»er Milch von der normalen Säure, die in der gucen,
rischen Milch vorkommen muß, völlig unabhängig.
Wie kann man Pferde im Freien festbinden?
58 ist unzwweckmäßig und nicht selten auch gefährlich, nicht
anz zuverlässige Reit- oder Einspännerpferde im Freien
n einem Zaune, Baume oder an einem Pflocke sestzubin—
en und ohne Aufsicht längere Zeit stehen zu lassen. Die
zierde gehen häufeg rückwärts und reißen dann die
niemen oder Stricke ab, wobei sie auf das Fincerteil fal—
en und sich oft schwer im Rückgrat, Becken oder an den
zücdmaßen beschädigen können. Will man Einspänner
uuf der Straße stehen lassen, so ist es zweckmäßig,, wenn
nen den Zugstrang auf einer Seite loslöst und die Wa—
senbremse anziehtt. Tie Pferde bleiben dann gewöhnlich
zanz rnuhig stebhen Sie können wenisgstens sich nieht in
Ztränge verwicdeln oder dieselven abteißen. Es schadet
nich nichts, wenn die Pfserde den lecren Wagen eitwas
ückwäürts oder vorwärts schieben. — In Städten ist das
ieinsteberlafssen von Fuhrwerken gewöhnlich verboten
— —
Lokfates.
»Der Kampf gegen die Fliegen. Die sommerliche
Wärine bangt in den Zimmern der Wohnung wieder die
—DD
ind die wohl ebenso lästigen Fliegen zu bekämpfen. Man
zat z. B. Lorbeeröl als wirksam empfohlen; doch ist des—
en Wirkung nicht allzugroß. Einige französische Gelehrte
aben letzttän jsestgestelltt, daß das Formol besonders ge—
uignet ist, die Fliegen zu bekämpfen. Man siellt zu die—
em Zwecke ein Gemisch von Formo! mit etwas verdünn—
er Milch her; die Milch lockt die Fliegen an, und wenn
ie von dem Gist getrunken haben, sterben sie sicher. Als
zeeignete Rischung werden 15 Prozent Formol, wie es
m Handel zu haben ist, 20 Prozent Misch und 65 Pro—
ent Wasser empfohlen. Da die getöteten Fliegen in der
giftflüssigkeit und in der Nähe herumliegen, kann man auch
ucht behaupten, ob dieses Verfahren ästhetischer ist, als
»ie Fliegenfallen oder Fliegenpapier. Es ist aber jeden—
alls wirksamer. Handelt es sich darum, Pferdeställe von
zliegen zu befreien, so besprengt man am zweckmäßiasten
ven Boden mit verdünnter Formolmilch
Ein Gaunertrick, der in letzter Zeit in verschiedenen
Städten ausgeübt wurde, sei zur Warnung der Geschäfts—
mhaber hier wiedergegeben. Bei dem Inhaber eines La—
dens erschien ein Kind mit einem Zettel, wonach er sofort
an das Telephon eines Nachbars kommen sollte. Der La—
denbesitzer eilte weg, mußte dann aber feststellen, daß er
bergeblich gegangen war und der Zettel eine falsche Nach—
icht enthielst. Als er danach sofort heimeilte. war die
radenkasse schon geplündert.
*Rückgang der Kindersterblichkeit. Die Kindersterb⸗
iichkeit zeigt seit 18936 in den Städten einen ständigen
stückgang, während sie auf dem Lande eine Zunahme auf—
weist. Am größten ist diese Zunahme in den Regier—
ungsbezirken Münster, Stralsund und Stettin. Als Ursache
'ann nur der Rückgang des Stillens und ein mangelnder
ẽrsatz der an Mollereien und Großstädte abgegebenen
Milch angesehen werden. Die bedeutenden Vervesserungen
in der künstlichen Ernährung sind bisher nur den Städten
zugute gekommen. Es ist Zeit, diese Verbesserungen auch
iuf dem Lande einzuführen, außerdem auch dafür zu sor—
zen, daß sich die Frauen wieder mehr dem Stillen au—⸗
venden.
Diebstahl. Am Freitag abend wurde in der Auskellung
s Sing, Ziere und Vogelschutzvereins ein wertvoller Fisch,
oo. jopanischer Serdenschwanz, geftohler. Der Verdacht
enke sich auf zwei Besucher; in dem Aquarium des einen
durde der Fisch dann auch ermittelt und wieder an Ort und
Sielle verbracht.
Strafkammer Saarbrücken. Die beiden Dekraudan—
en Klein und Wilhelm, welche die Grubenkosse Dudweiler
eraubten, werden sich morgen, Dienstag, vor der Strafkam⸗
ler in Saarbrücken zu verantworten haben.
Eisenbahnlehrlinge. Solche sollen jetzt bei der Bahn
nngeftellt werden, die neben den anderen Unterweisungen
a in eren Bahnhofs Abfertigungs- und Bureaudienst, so⸗
ie in der Handhabung des Telegraphen- und des Fahr—⸗
irtendienstes auch in fremden Sprachen Unterweisung er⸗
ilten. Der Min'sfter der öffentlichen Arbeilen hat verügt
iz die zur Einstellung gelangenden. Lehrlinge des
i. Lebensehr zurückgelegt haben müssen, da sie daun schon
e wörige Reife für die Sprachstadien haben dürften. Die
ehrlinge mussen einen Monat lang unentgelilich Probedienst
solvieren, bevor sie endgiltig übe:nommen weiden. Im
»elten Monat erbalten üe einen Anfanalobn von 80 Vig.
ulic,
Das Telephon im Dienste der Fischerei. Uebet
ie eigenartige Verwendung des Telefons betm Fischsang
nichtet der Cxsmos aus Rorwegen. Der hierbei benutzte
ppatat besteht aus einer wasserdichten Stahlkapsel eingeschlos⸗
und durch Leitungsdrähte ständig mit einem telesonischen
mpfanger an Bord des Fangschiffes verbunden in. Mit
lfe diesez Apparates wird der Fischer sofort von dem
unkommen der Fische in Kenntnis gesetzt. Die Ankunft
n Heringen z. Böverrät sich durch eine Art Pfeifen, wäh⸗
d die Dorsche ihr Nahen durch eine Art Grunzen anzei—⸗
Andere Fische lassen sich an äonlichen charakteristischen
räuschen erkennen. Die verschiedenen Töne weiden, wie
heint, durch die Bewegaungen hervorgerufen, welche die
sen und Kiemen dem Wasser erieilen.
Vom Weinvau. Insolge des heißen Wetters treibt
Weinbau gut aus, sjedoch sieht man viele Stöcke obne
es Gitte. Die vorhandenen Gescheine sind gut entwickelt.
on hait schon allgemein mit dem Schwefeln der Weinberge
ren, obschon Krankhenen sich bis ietzt noch nicht gezeigt
en.
Steue rzuschläge. Nach 8 8 des Gesetzes; betreffnd
Bereitsteuung pon Mitteln zu Dienstieinkommensverdesser—
qen, sind vom 1. Anil 1908 ab von allen Einkommen—
fl cheigen mit Einkommen non mehr als 1200 Mark
rallen Ereänzungesteatcpitrioen Senerrzvickläte
zerbeber, welche betragen: J. Bei der Einkommensteuer: a)
ür die physichen Personen, sowie diejenigen eingetragenen
ßenessenschaften, deren Gesäf'sbetrieb über den Kreis ihrer
Mit lieder hinaus zeht, und die Vereine, einschtießlich einge—
ragener Genossenschaften, zum gemeinsamen Einkaufe von
rebens⸗ und hauswirtschaftlichen Bedürtsnissen, in zroßem
ind Ablaß im kleinen, auch wenn ihr Geschältsbetrieb nicht
über den Kreis ibrer Mitglieder hinauszeht, in den Einkom—
mensteuerstuien von mehr als 1250 bis 3000 Mark 5 Pro—⸗
ent, 3000 bis 10 53059 Mark 10 Peozent, 10500 bis
20 500 Martft 15 Prozent, 20 500 bis 305000 Mark 20
Prozent, 30 500 Mark 25 Prozent, b) für Gesellschafteu mit
eschtränkter Hafrung in den Einkommensteuerstusen von mehr
As 1290 bis 3000 Mark 7,5 Piozent, 3000 bis 10 300
Mark 15 Veozent, 10 500 bis 20 600 22,5 Prozent, 20 600
bis 30 5300 Mark 30 Prozent, 30500 Mark 40 Pro⸗ent,
)R für Alktiengesellschaflen, Kommanditgesellschaften acf Aktien
uind Becggewerkschaften in den Einkommenstenerstusen von
mehr als 1200 bis 3000 Mork 10 Prozent, 3000 bis
10 500 Mark 15 Prozent 10 500 bis 20500 Matk 30
Prozeut, 29 5600 bis 30500 Mark 40 Plrozent, 30500
MNark 50 Prozen‘. 2. Bei der Ecçänzungesteuer: 25 Pro—
ent ber zu entrichteen Steuer. Bei Bemessung der nach
em Maßstabe der Einkommensteuer an kommunale odec andere
ffentliche Verbande zu entrichtenden Abgaben bleiben die
Steuerzuschläge außer Betracht. Die Erhedung der Steuer⸗
uschläge ersorgt gleichzeitig mit den veranlagten Einkommen;
tcuer⸗ und Eiganzungssteuecbeträgen.
Dreißig Lehrer und Studierende des Bergfaches
us Eng!and werden unter Führung des Herin Henry
Davies verschiedene Königlich Preutzische Saar ⸗Steinkohlen⸗
ergwerke, verschiedene lorhringische Prwwatgruben und größtre
hüttenwerke im Saarrevier in der Zeit vom 12. bes 21.
zuli besichtsgen
Nus Nah und Jern.
Saarbrücken, 6. Juni. Ertrunken ist gestern abend
der Hjährige Sohn der Eheleute Käämer von hier. Der
Knabe spielte mit mehreren Kindern an der Saar in der
Nahe der Fähre an der Uferstraße, wobei er in die Saar
iel. Sofort wurden Ret ungsbersuche von dem Fährmann
ind mehreten Schiffsleuten uuternommen. Leider wurden
iese Versuche dadurch erschwert, daß das Kind unter
in Schiff geriet. So schnell wie möznlich drückte man es
som Ufer weg und holte den verunglückten Knaben aus
dem Wasser. Aerzte und ein Sanisätssergeant waren sofort
ur Stellc, die Wiederbelehungs versuche hatten aber keinen
ẽrfole. (Sbr. Zig)
* Friedrichsthal, 6. Inni. Der Gemeinderat hat be—
chlossen, eine Gemeinde Badeanstalt zu errichten.
* Diedenhofen, 4. Juni. Einige Husaren badeten an
er oberen Schleuse in der Mosel. Der Gefreite Friedrich
WViese versank plötzlich vor den Augen seiner Kameraden, die
In nicht wieder erzreifen konnten. Rls jetzt ist die Leiche
noch nicht gefunden worder.
* Düsfeldorf, 5. Juni. MMordversuch.) Der Ar—
beiter Schwed im benachbarten Ratingen drang in die
wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehesrau ein.
ach kurzem Wortwechsel brachte er der Frau mit einem
Zrotmesser mehrere lebensgefährliche Stiche bei, so daß
ie im bewußtlosen Znstande ins Krankenhaus gebracht
verden mußte. Alsdann schnitt sich der Täter selbst den
Zals bis zum Wirbelknochen durch Er in aleichfalls
ichwer verletzt.
*Duisburg, 5. Juni. (Kecht hofsfnungs—
ollhe“ Burschen.) Einen mutwilligen Streich ver—
ibten am 22. März d. J. in Bruckhausen mehrere zum
Teil noch schulpflichtige junge Burschen. Sie übersielen
»en Arveitsburschen Podwalsti, knebelten ihn, banden ihn
in einen Baum, schleppten Laub herbei und zündeten die
es an. Glücklicherweise brannten alsbald die Stricke, wo—
nit der Junge an den Beinen gefesselt war, durch, so—
aß er sich befreien konnte. Schuhwerk und Strümpfe
varen bereits angesengt, auch hatte er selbst Brandwun—
»en erlitien. Der Vater des Jungen siellte Strafantrag
gegen die Uebeltäter, von denen der Schlosserlehrling W.
Schreiner und der Schüler Eugen Böge aus Bruckhausen
zon der hiesigen Strafkammer zu je 3 Wochen, die Schü—
er Hugo Kastenbach und Franz Michaelski aus Bruckhau—
sen zu je 5 Tagen Gefängnis verurteilt wurden.
* Duisburg, 5. Juni. (Ein schauerliches Vor—
kommnis.) Auf der Zeche „Neumühl“ hatte der 18
Jahre alte Pferdesunge Georg Gleißner, der erst seit 6
Vochen in der Grube arbeitete und mit den technischen
Finrichtungen noch nicht genügend vertraut war, auf Ge—
jeißf mehrerer älterer Hauer den Förderkorb im Brems—
chacht auf⸗ und niedergelassen. Am 22. Dezember v. J.
ieß er einen Förderkorb, auf dem sich vorschriftswidrig 5
Bergleute? befanden, weiter hoch gehen. Durch das anzie—
jende Hängeseil wurde einer der Insassen, der Hauer
Joh. Jagminatz, gegen die Wand geschleudert und durch
»en hochgehenden Förderkorb zu Tode gequetscht. Seine
rollegen verheimlichten den Unglücksfall. Andern Tages
vurde jedoch die Leiche in der Schachtzimmerung festge—
lemmt gefunden. Das Gericht bestrafte jetzt den Pferde—
ungen unter Berücksichtgung des Umstandes, daß er un—
er dem Drucke der älteren Beraleute agehandelt habe, au
einer Woche Gefängnis.
* Vonn, 5. Juni. GGefährliche Wegelage—
wer.) In der Nähe von Hersel wurden zwei Radfahrer,
in junger Kölner Kaufmann und ein 65jähriger Be—
riebsinspektor, die in Abständen von zehn Minuten die
Fhaussee passierten, von mehreren Wegelagerern überfal—
en und ihres Geldes beraubt. Die Altentäter knebelten
hre Opfer und banden sie an Chausseebäumen fest. Sie
lüchteten dann auf den gestohlenen Rädern. Als sie von
»en Dorfbewohnern verfolgt wurden. aaben sie Revolver—
hüsse ab.
Vovienz, d. Jum. (Breerrrunkene Rette—
rin.) Ein zum Besuche weilender zehnjähriger Knabe
und das achtjährige Töchterchen des Kaufmannes
Bertram spielten am Rhein. Plötzlich fiel der Knabe in
den Strom. Das Mädchen sprang turz entschlossen nach.
Der Knabe wurde gerettet, während die heldenmü—
rige Gespielinertrant.
* Wiesbaden, 5. Juni. Abgewiesen.) Die Kla
des Heldentenors Henser gegen den Intendanten der Kö—
niglichen Schauspiele wurde vom Landaericht koitenfällia
abgewiesen.
* Frankfurt, 5. Juni. (Mord und Selbst—
wordversuch.) In der kleinen Eschenheimerstraße
—DDV
ren beiden Kindern im Alter von 14 und 3 Jahren durch
dohlengas zu vergiften. Sie hatte zu diesem Zwecke den
Dien mit Holz vollgefüllt und das Rohr verstopft. Durch
zen Rauch wurden die Mitbewohner aufmerksam, holten
zie Polizei herbei, welche die Tür aufbrach und die drei
Personen bewußtlos vorfand. Es dürfte gelingen, allc
zrei Versonen am Leben zu erhalten.
* Söchst, 5. Juni. Geendeter Streik. dDi
den Arbeiter der Möbelfabrek K. Rötger u. 5—
*trilteajt wieder hedinoungastoe—
* Colmar, 5. Junk. (Zum Herrisyeimer Ei—
—enbahnunglück.,, Die Spuren des Herlisheimer
senbvahnunglücks sind immer noch nicht vollständig be—
eitiat. Augenblicklich wird die Lokomotive des Schnell—
zuges, die bekanntlich in den neben dem Bahndamm sich
inziehenden Teich gestürzt ist, gehoben. Zu dicsem Zwech
sst, wie der „Kourier“ meldet, der Teich trocen gelew
vorden. Die Maschine ist, um sie aufrichten zu könn
‚Aait Stützen festgelegt und wird soweit untergraben, daf
ie nach Wegnahme der Verstrebungen auf die Räder zu
rehen kommt. Die Stelle, an der sie liegt, wird dann
durch Schienen mit dem Hauptstrang verbunden, und die
Raschine auf diese Weise weggeschafft. Die Reparaturen
in der Maschine sollen auf eima 20 000 Mark veran—
chlagt sein
Telegramme.
Saarbrücken, 7. Juni. Der 18. Verbandstag der
Feuerwehren Rheinlands tagte am Samstag und Sonntag
hier unter großer Beteilizung aus der ganzen Ptovinz. Au
den Veratußgen am Samstag nahmen 800 Deiegierte teil.
Anweserd war auch der Regierunzspräfident von Trier Dr.
Baltz, der Landrat von Miquel und Geheimrat von Vorster,
der Vorsitzender der Rheinische Provinzial⸗Feuersocietät. Es
vurde ein Huldiguugstelegramm an den Kaiser und ein
Begrüßungstelegramm an den Oberpiösidenten der Rhein⸗
Rrovinz, Freiherr von Schorlemer abgesandt, der wegen
jeiner Verdienste um die Feuerwehrsache zum Edrenmitgled
des Verbandes ernannt wurde. Aus dem Geschastebericht
bleibt zu erwähneu, daß der Verband 717 Wehren umfaßt
mit 35 506 Mitgliedern. Die Unfallkasse zahlte im ver—⸗
zangenen Jahre 58 000 Mark aus als Entschädigungen,
Renien. Abfindung usp. Von der Prooinzial⸗Feuersocietät
zrhielt die Kasse einen Zuschuß in Höhe von 30 000 Mark
nach der Stisftung eines Staatlichen Feuerwedrauszeichnung
nach einer 25 jährigen Dienstze.t soll die bisherige Medaille
in Wegfall kommen, doch wind die hiermit verbundene Ver—
»andsehrenurkunde weiter verliehen werden. Der bisherige
Korsitzende Dietzler · Düren wurde einstimmig bis zum Jahr
1912 wiedergemählt. Am Samstag abend wurde im Saal—
au ein Feftkommers abgehalten, an dem etwa 2000 Per—
onen teilnahmen. Am Sonntag Vormittag fand zunaäͤchst
die Vorführung einer neuen Uebungsordnung katt, die im
vesentlichen von Kreisbrandmeister Knipper bearbeitet worden
sst. An dem Festzuge beteiligten sich 3300 Wehrleute. Am
Nachmittag wurde im Ehrental eine Gedächtnisfeier abge—
aum die leider durch anhaltende Regenausse beeinträchtigt
vurde.
Berlin, 5. Juni. Die Prämie von 300000 Mark der
ateußischen Klassen⸗-Loterie fiel in der heutigen Nachmittags⸗
Schlußziehung zusammen mil einem Gewinne von 3000 M.
auf die Nummer 124,681.
Echternach, 5. Juni. Die eigenartige Echternacher Spring⸗
orozession lockt alljährlich eine außerordentliche Menschenmer ge
nach dem schönen Sauerstädtchen. In diesem Jahre war die
Beteiligung eine außergewöhnlich zahlreiche. In dem Zuge
chritten der Bisckof von Luxemburg, 116 Greistliche, 18
Fahnenträge,, 3582 Sänger, 11362 Springer, 025
Beter und 392 Musikanten, insgesamt 18506 Personen.
ber noch größer war die Zahl der Zuschauer, die die
Straßen einfaßten, durch welche sich die Prozession bewegte.
Trotz der großen Hike ereianeite sich kein nennenswerter
Unfall.
Innsbruck, 7. Juni. Zwischen Triesen und Vaduz
ftürzte der Postwagen infolge Scheuens der Pferde einen
Felsabhang hinab. Der Postillon und sämtliche In assen
erlitien mehr oder minder schwere Verletzungen.
Rom, 5. Juni. In Gagliano ist jüngst von einer ar—
nen Mutter ein außereheliches Kind meistbietend versteigert
vorden. Die Angebote begannen mit einer Lire und stiegen
his zehn Lire. Den Zulchlag erhlelt ein Octsfremder. Ge—⸗
jer die Mutter wurde später Anzeige wegen Vergehens gegen
das Zivilstandsgesetz erhoden.
Rom, 4. Juni. Eine Gesellschaft von 2 Italienern und
bFranzosen hatten mit 2 Führern die Besteigung des Grand
Deut unternommen. An einer besonders gefährlichen Stele
riß das Seil und alle stürzten ab. Die Franzosen wurden
zerschmettert und die beiden Italiener sterbend aufgefunden.
Die beiden Führer sind gerettet.
Paris, 7. Juni. Eine 27 Jahre alte Frau Bouchec
hat gesteru ihren um zehn Jahre älteren Mann erschossen,
well er zu schön war. Eine rasende Eifersucht hatte sich der
Frau bemächtigt, weil ihr Mann eine Schönheit besaß, die
die Aufmerksamkeit vteler Frauen auf sich lenkte. Nach der
Tat stellte sich die Frau der Pollizei.
Paris, 7. Juni. Heute ist unter dem Vorsitze des
Marine-Ministers der Marine-⸗Ausschuß zusammengetreten, um
über das neue Flottenprogramm zu unterhandeln. Es wurde
beschlossen, bis zum Jahre 1919 45 Panzerschiffe zu bauen.
Der Kostenauswand wird drei Milliarden Mark betragen.
Petersburg, 56. Juni. Die Stadt Moskau ist von
einer gewaltigen Brandkatastrophe heimgesucht worden. Seit
gestern nachmittag brennt der Güter⸗Bahnhof, die Waren⸗
Niederlagen der Moskau⸗Kasen⸗Bahn, 20 große Speicher,
diele Lokomotiven und 6 Güterzüge sind von dem Feuer er⸗
saßt. Die gesamte Feuerwehr Moskaus arbeitete bisder er⸗
folglos am Löschen des Btandes. Die Verluste betragen
diele Millionen.
London, 5. Juni. Der Korrespondent der „Dayly,
Mail“ in Peru telegraphiert, daß das dortige Kabinett zu
cückgetreten sei. Bei der Revolution wurden 60 Persanen
getötet und über 200 verwundet.
Saetander, 5. Juni. Eine Wasserhose überschwemmte
die untere Stadt und richtete bedeutenden Schaden an.
Das Wasser war bis zu den eisten Stockwerken gestiegen.
Paris, 7. Juni. Wie verlautet, schließt das Budget
ür 1910 mit einem Difizil von 100 Millionen ab.
Krakau, 7. Juni. Ein Blitzstrahlg traf den hiesigen
roßen Puloerturm, der trotz seiner gewaltigen Mauern voll⸗
tändig m. die Luft gesprengt wurde. Die Ecschütteruug
var so gewaitig, daß alle Einwohner aus den Häusern auf
die Plätze eilten, well man an ein Erdbeben glaubte. Amt⸗
ich wird bekannt gegeben. daß 15 000 Kilogramm Pulver
uerst txplodierten. Es folgte dann in Zwischenräumen von
ehn zu zehn Minuten die Erplosion der Bestände an Schrappnells,
Granaten und anderer Munition. Der Mateiialschaden
zeträgt etwa eine Million Kronen. Die Zahl jener Ver—
vundeten, die man in die Hospitälern transportiert hat, be—⸗
rägt über 500, alle Krankenhäuser sind stark in Anspruch
zenommen.