Full text : Dudweiler Zeitung

auernden Weariedens cronarmt vagnen, und baß das
LAhristenium mit der Verkündigung des „Friedens auf Er—
en“ in die Welt trat. Wenn das alles „Gequasse“ war,
vie soli man dann das Gerede des Generalmasors von
deimlina nennen? ..

— — —
Zeppelin bei Göppingen.
Unser heutiges Bild stellt eine photographische Wie—
ergabe des Kampses dar, den der riesige Bezwingzer der
rüfte mit dem Birnbaum zu bestehen hatte, und bei dem
as Luftschiff fast ein Drittel seiner Länge einbüßte. Aber
lücklicherweise hat ja die Revaraturarheit wahre Wun—

*
*

—*
19
»er der Sicherheit und Schnelligkeit gezeitigt und der
Riese hat sich wieder in die Lüfte erheben können, ein
Erfolg des starren Systems, das dessen Verwendbarkeit
turmhoch über alle anderen Systeme stellt
Vermischtes.
Wie süddeutsche Fürsten reisen! Aus Breslau
vird dem Berliner VBörsen-ourier folgender amüsante
Korfall berichtet. Der König von Württemberg sollte von
Iberschlesien kommend in der schlesischen Hauptstadt ein—
treffen. Der Bahnhofsvorstand hatte auf dem Haupthahnhof
 im Fürstensaale einen würdigen Empfang vor—
zereitet. Doch der König spielte ihm einen Streich. Nach
einer Ankunft entstieg er gemächlich seinem Salonwagen,
chritt unerkannt durch das Menschengewühle hindurch nach
dem Droschkenhalteplatz, setzte sich dort in eine Droschke
zweiter Güte und unternahm eine Spazierfahrt durch die
ZStadt, während inzwischen der Bahnhofsvorstand sehn—
tichst auf den König wartete. Als dieser nach einer reich—
ächen halben Stunde zurücktehrte, zog er es vor, auf die
Veranda in der Verkehrshalle des Hauptbahnhoses zu
etzen und dort einen Schoppen Bier zu trinken — zum
Erstaunen der Norddeutschen, die so etwas noch nie ge—
sehen batten. Dann reiste der Könia weiter“

Aus aller Welt.
* Einbrecher entwendeten aus der Blonsenfabrik von
Jakobowitz und Birnbaum in Berlin für fast 10 000 M.
schwarze und farbige glatte Seidenstoffe. Die Spitzbuben
vohrten sich einen Zugang aus der zurzeit leer stehenden
dritten Etage in die in der zweiten Etage liegende Fabrik.
* Eingeäscherte Kirche. Die Dorftirche in Ihlenfeld
hei Neustrelitz geriet durch Blitzstrahl in Brand und wurde
ringeäschert.
*Grubenerplosion. Im Kohlenbecken von Reschitza in
Budapest fand eine Gasexplosion statt, wobei vier Arbci—
ter den Tod fanden und einer lebensgefährlich verletzt
wurde. Die übrigen Arbeiter konnten sich rechtzeitig in
Sicherheit bringen.
*Brandkatastrophe. In Rollantschel bei Prag sind
hei heftgem Winde 29 Gebäude abgebrannt, darunter 21
Wohnauser. Hundert Personen sind obdachlos.
*Verunglückte Touristen. Aus Mailand wird berich⸗
et: Eine Gesellschaft von vier französischen und zwei ita⸗
lienischen Touristen hatte mit zwei Führern den Grant
Dent in den Seealpen bestiegen; beim Abstieg riß das
Seil und alle stürzten in den Abgrund. Die vier Fran—
zosen sind tot, die anderen verwundet, teilweie schwer.
*Die vereitelle Millionenheirat. Das Washingto—
ner Staatsdepartement hat hilfreiche Hand dazu bieten
nüssen, um die Heirat einer der reschsten amerikanischen
EEñrbinnen mit einem adligen europäischen Mitgiftjäger zu
derhindern. Die Verwandren der jungen Dame sahen sich
genötigt, eine Geheimbotschaft nach London zu senden
ind dant ihrer einflußreichen Verbindungen gelang es ih—
ien, das Staaesdepartement zu bewegen, ein Kabeltele—
gzramm an den amerikanischen Botschafter in London in
hiffrierter Sprache zu senden, um ihn zum Einschreiten zu
hewegen. Ueber den Namen der betreffenden Familie
vird strengstens Stillschweigen beobachtet.
* Castros Heimkehr. Expräsident Castro kehrt in⸗
olge Niederschlagung seines Prozesses von Madrid nach
Venezuela zurück. Castro hat bei der Atlantie⸗Schiffahrts⸗
gesellschaft Santander“ für 15. Juni 5 Schiffsplaͤtze be—
aen sassen. Der Dampier aeht nach Caracas

(y) Internationale Luftschiffahrt-Musstellung in
Fraukfurt a. M. Die Rheinische Metallwaren⸗ und Ma—
chinenfabrik Duffeldorf (Erhardt) wird eine sehr interesß
ante Zusammenstellung von Bolson Geschützen und Ge—
choß⸗Malerial zur Ausstellung ringen. Es befinden sich
arunter unter anderem ein Panzer⸗Automobil mit Bal⸗
onWGeschutz, Schrapnell⸗Patronen für 8 Ztm.⸗Ballon⸗Ge⸗
chutze, Schrapnell⸗günder für, * Ztm.⸗Vallonschrapnell,
Ererzierpatronen für 5 Zim. Ballon⸗Geschütze, Streugra⸗
Apatronen für 5 ZtmBallon⸗Geschütze, vernickelte We⸗
Astoffflaschen, Musterbrett mit verschiedenen, dünnwand
en Rohren von verschiedenem Querschnitt für Luftschiffe,
Hsten init Wertzeugstahl mit Bruch-, Biege- und Zer⸗
ceißproben. — Vom 1. Juni ab ist das Zentralbureau
der Ila“ in die Festhalle verlegt worden

LRotales.
Was der Landmann vom Juni sagt. (Nach einer
uten VBaueruregel.) Steltt der Juni mild sich ein, wird
S auch der Dezember sein. — Regen am Siebenschläfertag
27.), bringt Regen sieben Wochen darnach. — Wenn lait
ind naß der Juni war, verdirdt er meist das ganze Jahr.
— Juni troden mehr a!s naß, füllt mit gutem Wein das
Faß. — Regen am St. Vinistag (15.), die Gerste nicht
rtragen mag. — Vor Johannis (24.), bitt' unmr Regen,
rachher lommt er ungelegen. Ein Feuer und Wasierkessel
drauf, ist des Brachmonds bester Lauf. — Was bis Sep—
ember soll geraten, das muß schon im Juni braten. —
Auf den Juni kommt es an, ob die Ernte soll bestah'n.
— Ist es Corporis Christi (24.), klar, bringt es uns ein
zutes Jahr. — Wenn der Kuckuck noch lang nach Johan—
nis schreit, rust er Mißwachs und teure Zeit. — Am Me—
dardus es nicht regnen mag, es regnet sonst wohl vier—
zig Tag'. — Bläst der Junt ins Donnerhorn, bläst er ins
Land das liebe Korn. — Medardus (8.), gibt keinen Frost
mehr her, der dem Weinstock gefährlich wär'. — Wie's Wet—
ter ist am Medardustag, bleibt es sechs Wochen lang
darnach. — Regnet's am St. Barnabas (11.), schwimmen
die Trauben bis ins Faß. — Juni feucht, aber warm
maht den Bauer auch nicht arm. — Nordwind im Jimi
gesandt, weht Korn ins ganze Land — O helliger Vei
(15.), o regne nicht, daß es uns nicht an Gerste gebricht
— Mlenichen und Janiwind ändern sich geschwind. — Wenn
im Juni Nordwind weht, kommt Gewitter ojt recht spät.
— Nicht zu naß und nicht zu kühl, nicht zu trocken, nich!
zu schwül, warm und naß und kühl und trocken, dann
gibt der Brachmond in die Mi'sch zu brocken. — Vor dem
Johannistag keine Gerste man loben mag. — Vier Tage
hor und nach der Sonnenwende zeigen die Winde his
Zommers Ende.
Winke für KSinder. Ein zeitgemäßes Mittel zur
Regelung des Automobilverkehrs hat der rheinisch-westfä—
sische Automobil lub in Düsseldorf ersonnen, indem er au—
ßer 60 000 Stück „Grundsätze für Kraftwagen und Fuhr—
werke“ folgende beachtenswerten Winke für Kinder in
500 000 Exemplaren verbreitet: „Wer sich in Gefsahr be—
gibt, komnit darin um. Darum sollst du 1. nach Mög—
lichkeit die Straße me'den und stets den Bürgersteig be—
nutzen, besonders im Winter, wenn die Straßen glatt
ind. 2. du sollst auf verkehrsreichen Straßen nicht Schlit—
tensahren oder Schlittschuhlausen. 3. wenn du eine Straße
kreuzen mußt, so sieh erst genau nach rechts und links
und üherzeuge dich, ob kein Wagen oder Auto in der
Nähe ist 4. du sollst nie vor einem herannahenden Au—
tomobil über die Straße laufen. Bedenke, daß du plötz—
ich ausgleiten, den Fuß verstauchen oder auf eine andere
WVeife zu Fall kommen kannst. 5. öffne Augen und Oh—
en, wenn du um eine Straßenecke biegst. 6. betrachte die
ztraße nicht als Spielplatz, sie ist für den Fuhrwerksver
ehr bestimmt, wer aber spielt, kann nicht darauf achten,
vas um ihn her geschieht. 7. wirf nicht mit Steinen oder
Schneebällen auf einen Wagen oder Auto. Ein Wurf in
das Auge eines Wagenführers z. B. kann das größte
Unglück zur Folge haben. 8. necke den Führer auch nicht
urch plötzliches Beiseitespringen nach rechts oder links,
»amit er weiß, wohin er auszuweichen hat. 9. hänge
dich nicht an ein langsam fahrendes Automobil oder an
in Fuhrwerk, wenn es schneller fährt, wirst du nicht
ibspringen können, ohne Schaden zu nehmen 10. wenn
zu auf einem Hofe spielst, der am Wege liegt, renne nicht
ruf die Stcaße. da gerade ein Automohil heransausen
naun

Vanprämien. Zur Ertichtung von Wohnhäuser wur⸗—
zen in diesem Jahre im Saarrevier an Bergleute 146 Bau—⸗
nämien und unverziensliche Vorschüsse mit ins gesamt 428000
Mark gewäsrt. Die meisten Prämien entfielen mit 29
87 000) auf die Berginspektionen Luisenthal, die wenigsten
nit 9000 Mark auf die Inspiktion Sulzbach.
Ertrunken. Gestern abend gegen 8 Uhr fiel ein neun⸗
ähriger Junge unterhalb des Baldes'schen Garten in Saar⸗
nücken beim Spielen in die Saar und irtrank. Rettungs⸗
ersuche waren vergeblich, da der Junge unter ein dort la⸗
jerndes Schiff geriet.
Drittelsführer. Durch Versügung und Bekanntgabelist be—
timmt, daß in allen Fällen, wo der Drittelsührer einer
dameradschaft nicht zur Arbeit erscheint, der nachälteste Hauer
er Kameradschaft dessen Rechte und Pflichten übernimmt,
zuch dann, wenn er nicht vorher von seinem Abteilungssteiger
esonders dazu bestimmt wird; es sei denn, daß ausdrücklich
ine andere Person ordnungsmäßig dazu bestimmt würde.
Gewerbliche Verweudung von Gold. Die seitens
es Retchsamtes des Innern vorgenommenen Erhebungen über
Aie Gewerbliche Verwendung von Gold in den Jahren 1806
ind 1907 sind nahezu abgeschlossen. Die Fragebogen sind
von fast sämtlichen Betrieben eingegangen, die fuͤr den Gold⸗
herbrauch iu Betracht kommen. Der Goldverbrauch der we ig⸗
n noch ausstehenden Betriebe, durch die die Zahlen der Er⸗
ebung übrigens keine nennenswerte Aenderung erfahren
urften, wird zurzeit von Sachverständigen eiugeschötzt. Aus
den Zusammenstellungen geht hervor, daß der Verbrauch
„on Gold zu gewerblichen Zwecken in den Jahren 1006 und
1907 doppelt so hoch ist wie in den Jahren 1896 und 1897
vo er auf rund 40 Millionen Mark festgesetzt worden war.
Deutschlands Kohlenförderung und Außenhandel.
die nachnehenden Produktionszahien der ersten vier Monate
8. J. veranschaulichen neuerdings die verschlechterte Lage des
dohlenmark es. Zwar ist die Steinkohlenförderung eiwas
estiegen, dagegen hat man sich genötigt gesehen, die Koks⸗
owie die Braunkohlenprodultion den gegebenen Verhält nissen
nisprechend weiter einzuschränken. Der Kohlen⸗Außen handel
eigt gleichzeitig das andauernde Bestreben, die Eiafuhr aus⸗
andischer Kohle zurückzudrängen und die mangelnde Auf⸗
ahmesähigkeit des heimischen Marktes durch Vermehrung des
xxports sowelt wie möglich auszugleichen. Hieraüs ergibt
ich übrigens von neuem, wie schädlich die Beschließung des
son der Finanzkommission befürworteten Kohlen ausfuhr⸗Zolles
ur die Kohlenindustaie. namentlich in Zeiten des jeßt be⸗
jehenden Äbsatzmangels im Inlande wirken wüurde. Die
Ausfuhr⸗Gelegenheit würde sich dann zweifellos verringern;
ie dadurch verschärften Absatzschwierigkeiten würden aber eine
rchöhie Einschränkung der Förderung nötig machen und da⸗
nit auch eine weitere Verringerung der Arbeilerzahl zur
Folge haber.
In den ersten vier Monaten des Jahees 1908 stellte sich
ie Produktion an Steinkchlen auf 48 181694 gegen
19 283 630 Tonnen in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres
An Braunkohlen wurden in den ersten vier Monaten
842 382 (21 661840) Tonnen gesördert, während die
colsberstellung 6 946 642 (7178 306] Tonnen betrug.
Zreßkohlen aus Steinkohle wurden produziert 1230368
1 328 038) Tonnen, aus Braunkohleg4 698 797 (4526 688
ronnen. vie Steinkohleneinfuhr betrug gleichzeit'g 2992 131
im Vorjahre 3 360 489) Tennen. Die Ausfuhr 6934991
6357 242) Tonnen. Die Brounkohleneinfuhr betrug in
en ersten dier Monaten 2583 140 Tonnen (2877 990
Re Brourkoblenausfuhr fällt wegen ihrer Geringfügiaker

nicht ins Gewicht. Die Aussuhr an Stinkohlenkoks betrug
1099 336 gegeun 1195 696 Tonnen, die Einfubr 207 537
gegen 168 742 Tonnen.
Wie schwer darf und muß ein normales nund
gefundes Kind sein? Die Frage wird gewiß alle Müi—
ser interessieren. Es ist festgestellt, daß ein ljähriges Kind
9,3 Kilogramm wiegen muß, ein 2jäbhriges ein weniges über
12 Ko, ein Z3jahriges rund 14 Ko., ein 4jähriges 15.5 Ko.,
ein 5jähriges 18.6 Ko., ein 6jähriges 205 Ko. ein 7jähriges
22,5 sRo., cin 8Sjähriges 245 Ko. ein 9jähriges 27,2 Ko.,
ein 10jähriges 30 Ko., gleichviel ob Knabe oder Mädchen.
Ein Mehrbetiag deutet auf überflüssige Fettabtragerung hin,
ein Mindergewicht bewtist, daß die Errährung ungenügend
oder unricheg ist. Jedes Kind, das sich in genanrter Weise
normal entweckelt, wird auy g sund sein und mit sicherer
Aussi ht ein kräffirer gefunder Monn oder etne gefunde Frau
verden. Man sollte deshalb öfter im Jahre stine Kinder
wiegen und nach dem Reiultaät die Er äzrung ei richtlen,
wobei ober ausichließlich auf die Onglität. nicht auf die
Quantität zu sehen ist.
Bernfung. Herr Schu'amtabewerber Münckuin als
Lehrer an die katholtde Voltsschule in Dudweiler berusen
vordern.
Petroleum. Tie vor einigen Tagen beim Frueran—
ünden mit Perrolzum schwer verhrannte Fecu Ryxscker aus
S. Johann ist as idren Verletzu aen vernorhen
NRus Nah und Ziern.
* Sulzbach, 4. Juni. Der auf Erube Götrelborn be—
schäötigte, aus Lummeischied gebürtigte, 18 Jabre alte Berg⸗
mann Josef Peuth wurde gestern Abend 10 Uhr als Leiche
ins hiesige Lazarett verbracht. Beim Laden der Wagen (am
Schacht) brach beim Aufsetzen der Platte eine Axe am Seil,
wodurch der Wagen stüczte und den Unglücklichen zerschmetterte.
Altenwald, 3. Juni. Das Bundesfest des Sänger—
zundes des Sulzbachtales fiandet am 8. August in Neuweiler
datt. Bis zum 15. Juni müssen die Vereine die Lieder ein⸗
jenden. Em Preissingen findet am 10. Oktober im Lokale
Zläser in Altenwald siatt.
*Ensdorf, 4. Juni. Das Baden in der Saar ver—
aichtete gestein abend ein junges Menschenleben. Der 21
Jahre alte Steinhauer Johann Kiefer aus Eimersdorf, der
zurzelt hier arbeltete, ertrank gegen 9 Uhr in der Nähe der
knsdorfer Schleuse. Die sofort angeftellten Rettungsver—
suche blieben leider ohne Erfolg und gelang es erst heuté
mogen, die Leiche des Unglücklichen za landen. (Sbr. Zig.)
* Trier, 4. Jani. In Wasserbillig an der luxem—
burgischen Grenze wurde ein 12jährigr Junge von einem
Auiomobil UÜbersahren und getötet. Die Luxemburger Gen⸗
darmerie verhaflete den über die Grenze geflüchteten Chauffeur.
* Trier, 4. Juni. Mit dem Bau einer Maschinenge⸗
wehrabteilung ist begonnen worden. Dieselbe kommt auf ein
bieher als Exerzierplatz benutztes Gelände binter der Horn—
kaserne zu steher.
Trier, 3. Juni. Hexabsturzende Felsmassen sperrten
das Gleis der Strecke Trier-Luxemburg zwischen Wasserbillig
und Iztl. Der Verkehr aurde bis beute abend ducrch um—
teigen aufrecht erbalten.
*Saargemuünd. 3. Juni: Auf dem Neuban an der
dothringet Straße fiel der 19jährige Maurer Dincher durch
zinen Fehitritt in die Tiefe. Arbeiter hoben den Verun⸗
zlückten auf und sorgten für die Anlegung eines Notverban⸗
des. Nach der erstin Hilfe im Lazarett wurde Dircher in
das städtische Holpital verbracht

* Köln, 4. Juni. (Im rechten Augenblick
derhaftet.) Die Posizei verhaftete einen internario—
zalen Spitzbuben, der auf der Fahrt zwischen Bonn und
Jönn in einem D-Zuge einem Engländer die vollgefüllte
Zrieftasche aus der Tasche herausholen wollte. Der schla⸗
ende Enzlünder erwachte, als der Gauner über ihm lag,
der wahrscheinlich vordem sein Gegenüber eingeschläfert
hatte. Es handelt sich um einen Russen. Der Spitzbube
vurde in das hie ige Gefäuenis eingeliefert.
*Esfsen, 4. Juni. (BeroAceche nt) Aus Anlaß des
eichenfundes in der Berne wurde der Polize ihund Ro⸗
and aus Hagen nach hier geschickt. Der Hund verfolgte
ne Spur bis nach Altenessen. Nähere Nachricht bierübe
var noch nicht zu erhalten.
* Waidbroel, 4. Juni. Messerhelde.) Im na
es Hochwald gerieten einzge Burschen nach einem Zech
gerage in Streit, der zur Folge hatte, daß einer der Be—
eiligten auf dem Nachhaufewege von zwei Maurern ver—
solgt und niedergestochen wurde. Bei dem Getöteten sind
iele Stichwunden an Kopf und Brust festgestellt worden.
Die Täter wurden verhaftet.
* Bacharach, 4. Juni. (SVeichenlandung.) Bei
Rheindiebach wurde die Leiche des Stukkateurs Jos. Schepp
aus Rüdesheim im Rhein gelandet.
* Bingen, 4. Juni. Grennendes Schiff.) Ge—
zen 8 Uhr gestern aodend ist der zwischen Aßmannshausen,
Bingen und Rüdesheim fahrende Personendampfer „Ger—
mania“ in Brand geraten. Der Dampfer sollte repariert
werden, wobei sich an Bord befindliches Benzin ent—
zündete. Das Schiff ist zum großen Teil verbrannt. Ein
Mann erlitt schwere Verletzunzgen.
* Frankfurt, 4. Juni. (Schwerer Unfall.) Ge—
stern abend kurz vor 8 Uhr ereignete sich zwischen der
Oberschweinstiege und Isenburg ein schwerer Unfall. Der
5 Ljährige Gasarbeiter Anton Stroh aus Sprendlingen
wollie mit seinem Rade über die Schienen der Waldbahn
ahren, als ein heranbrausender Zug ihn erfaßte und auf
die Seite schleuderte. Er wurde schwer verletzt in das
tädtische Krankenhaus eingeliefert. wo er boifnungslos
darniederliegt.
* Frankfurt, 4. Juni. (En glischer Besuch
Heute vormittag fand im Kurfürstenzimmee des Römer
die Begrüßung der Führer der Labour Party im Na—
men der Stadt Frankfurt statt. An Stelle des verhinder—
ten Oberbürgermeisters Adickes hielt Stadtrat Flech die
Begrüßungsansprache. Nachdem einer der englischen Gäste
surz erwidert hatte, hielt Stadtrat Flinsch eine Rede in
englischer Sprache. Hieran schloß sich eine Besichtigung der
Alistadt und eines Teiles von Sachsenhausen. Um 1 Ußr
iand ein Frühstück im Pasmengarten statt.
2Heidelberg, 4. Juni. Herzog begnadigt.
der wegen Beleidigung des Fräulein Olga Molitor zu ei
iem Jahr verurteilte Chefredakteur der „Badischen Presse“
Albert Herzog, wird einer Privatnachricht zusfolge am 9.
Juli aus Anlaß des Geburtstages des Großherzogs vor
Baden begnadigt werden.
* Nürnuberg, 4. Juni. (Jeppelind) Graf Zeppelin
ist heute nacht hier eingetroffen. Er unternimmt heute
Automobilausflüge in die Umgebung zur Besichtigung des
GBeländes. Graf Zeppelin hat dem Vorstand der Dresde
ier Liedertafel mitgeteilt, daß er beabsichtige, demnäch?
eine Fernfahrt nach Dresden zu unternehmen
            
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