Lokales.
Ausstellung. Die Ausstellung des Sing⸗, Zier⸗ und
‚elichutz Vereins ist 8 Tage verlängert worden. Wer die
ellung noch nicht besucht, versäune dies nicht, denn sie
et des Interessanten und Sehenswerten so viel. daß die
e Mühe reichlich belohnt wird.
Lufte und Sonnenbäder. Das Luftbab in seiner
nigen Gestalt ist eine Kurform aus neuerer Zeit obwohl
die heilsamen Wirkangen des Luftbades schon von
sher kannte. Die Anregung, das Sonnenlicht und die
jphärische Luft zu gesundheitlichen Zvecken zu verwenden,
Hufeland. Heißt es doch ia seiner Makrobiotik: „Hoch
daz Wasser, höher die Luft, am höchsten das Lecht.“
der kürzlich in sehr hohem Alter verstorbene österreichische
arzt Arnold Rikli war es, der in den 60er Jahren
erste eigentliche Lichtluftbad errichtete. Waͤhrend aufangs
Tun Rillis ungläubig beurteilt, ja sogar belächelt wurde,
r Wert des Lichlufcbades nach und nach voll gewürdigt
auch wissenschaftlich onerkannt worden. Es hat sich ge⸗
t, daß die Einwirkung von Licht und Luft direkt auf die
3* von außerordentlich günstigem Einfluß ist. Masere
it hat Milltonen Porea, das sind dem Auge fast unsicht—
„kleine Oeffaungen, in weiche die Schweißdrusen ein⸗
iden. In diese dringen Licht und Luft und bewicken
chfalls eine Reinigung der Haut von den in ihr aufge⸗
elten Gas- und dunstförmigen Stoffwechselrücknänden.
olge der Massagewirkang und des milen Kältereizes der
auf die Hautnerven finden intensive Ausscheidungen
. Hierdurch wird der zur Ecrhaltung des Lebens so wich⸗
Stoffwechsel, der bei den meisten Kulturmenschen da—
derliegt, unzemein beschleunigt. Weiter übt das Luftbad
in statken Einfluß auf die Blutverteilung aus. Während
normalem Zustande etwa ein Drittel des mers hlichen
ites sich in der Haut befindet, staut sich bei vielen Men—⸗
adas Blut in inneren Organen und schafft dadurch die
pposizion füt Eckrankungen. In solchen Fällen wirkt
Luftbad ausgltichend auf die Blutverteilung. Der milde
tereiz reg: vorher die Haut zur Zusammenziehung an,
) daruf folgt die Realtlon. Das Blut wird erst nach
en gedrängt und stiömt dann in erhöhtem Maße wieder
»ie Hautgefäße. Die Haut wird kräftig durchflutet. Die
näder, bei welchen der Körper nicht erheblich erhitzt wird,
das beste Beruhigunas und Abhärtungsmittel für nerven⸗
ache Personen.
ODie Anwendung des Luftbades besteht, wie schon der
ae sagt, darin, daß man den entblößten Körper der Luft
Freien aussetzt. Verweichlichte und empfindliche Per⸗
n fangen mit dem Luftbaden bei warmem Wetter an,
cend daran Gewöhnte auch an sonnenarmen Tagen ihr
ibad nehmen können. Die Furcht vor dem Frieten in
Luftbade ist unberechtitt. Es ist wissenschaftlich festge—
daß im Luftbade die Körpertemperatur sich nicht ernied⸗
sondern etwas erhöht.
In den letzten Jahren stad in zahlreichen Städten
itschlands Lichtluftbäder errichtet worden. Es bestehen
erdem etwa 300 aus Vereinsmitteln errichtete und erhal-Lichtluftbäder;
ihre Zahl nimmt von Jahr zu Jahr zu,
Beweis, daß die Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit dieser
richtungen immer mehr anerkannt wird.
die alte Geschichte. In Saarbrücken wollte eine Frau
erlöschende Herdfeuer mit Petroleum zum Brennen brin⸗
Dabei verbrannte die Frau sich so schwer, daß an
»m Aufkommen nolll
Aus Nah und Fern.
Reden, 1. Juni. Hier ist man mit deu Abbruch der
iskalischen Beamtenwohnungen gegenüser den Gruben⸗
oten heschäftiaf
»Essen (Atuhr), 2. Juni. (Das große Loos.)
große Loos der preußischen Lottéerie fiel nach hier
acht Teile. Beteiligt daran sind ein Kaufmann. ein
jenieur und sechs Arbeiter.
Essen, 2.Juni. Ausländisches Gefsindel)
benachbarten Borbeck kam es zu einem schweren Zu—
imenstoß zwischen ausländischen Arbeitern. Einer von
en wurde erschossen, drei lebensgefährlich verleßt.
*Mülheim a. d. Ruhr, 2. Juni. (Un glück in ei—
m Stahlwerk.) Durch Auseinanderfliegen eines
hlblockes auf dem Thyssenwerk wurde ein Arbeiter ge—
Drei Arbeiter wurden hoffnungslos verbrannt.
doriten, 2. Juni. (SZwei Kinder ertrun—
Beim Spielen fielen die beiden drei und sechs
alten Mädchen des Gymnasiallehrers Schleiper in
ippe und ertranken. Die Leichen konnten geborgen
OUt.
Soest, 2. Juni. (Kilebenswürdige Kneip—
Apane.) Im benachbarten Dorfe Schwefe wurde
beim Landwirt Schulze-Drees bedienstete 32 Jahre
e ledige Knecht Karl Schmolski mit zwei Kopfpverletz—
jen tot vor der Schule, liegend, aufgefunden. Er hatte
inds zuvor mit Freunden gezecht, war mit diesen in
eit geraten und wurde beim Nachhausegehen von ih—
über'allen und hierbei durch Steinschläge auf den
of getötet.
Ddortmund, 2. Juni. (Tödlicher Unglücks—
J. Dem 23 Jahre alten Hüttenarbeiter Franz Sca—
uschlug auf dem Eisen- und Siahlwerk Hoesch beim
lzen ein Rundeisenstab so schwer gegen den Kopf, daß
uf den eisernen Plattenbelag stürzte und eine Gehirn—
hütterung erlitt, an deren Folgen er siarb.
Cleve, 2. Juͤni. Gerschobener Kaiserbe—
9.) Der Kaiser verschob seine Reise zur 300-Jahr—
tWegen anderweiter Reisedispositionen, äußerte jedoch
RKücksicht auf die Bedeutung der Feier den Wunsch,
veizuwohnen und zwar in der Zeit von 1. bis 13.
tDer nähere Zeitpunkt soll später angegeben wer—
Aus diesem Grunde wird die Feier nicht am 18.
sondern an einem Tage der genannten Zeit statt—
ue
vonn, 2. Juni. (Unter die Räuber gera—
Im benachbarten Hersep wurden nachts zwei Her—
velche auf einem Fahrrade in der Richtung nach
n fuhren, von zwei Unbekannten überfallen und zu
den geschlagen. Den Ueberfallenen wurden ihre Uhren
RXxortemonnaies, sowie die Räder gestohlen, worauf
Straßenräuber sich schleunigst entfernten. Sie konnten
jer nicht verhaftet werden.
Koblenz 2. Juni. (WFom Zugeüberfahren.)
Gepacknäger wurde am hiefigen Hauptbahnhof von
von Trier herkommenden Personenzug 408 erfaßt
ihm ein Bein abgefahren. Der Verletzte ftarb bei
Anlieferung ins Krankenhaus.
Kaisersesch, 2 Jumi Spfer des Berufes.)
Samstag, ben 29. Mai, wurden hier drei Stein—
Vatbeiler von niedergehendem Gestein erschlagen.
Vom Rhein, 2. Juni. CunnelUntersuch⸗
88wagend) Fur vie zahlreichen Tunnels am Rhein,
Jahn und im Saargebiet ist ein neuer Lleltrischet
tersuchumas wagen eingestellt worden, der mil aablrei⸗
hen elektrischen Beleuytungskörpern ausgestattet ist, so—
»aß das Innere des Tunnels taghell erleuchtet wird.
tund 90 Glihlampen ermöglichen eine eingehende Be—
cht; gung des Tunnelsscheitels und der Seitenwände. Ge—
jen die bisherigen Untersuchungen bedeutet der neue elek—
rische Wagen einen sehr wesentlichen Fortschritt.
* Von der Ahr, 2. Juni. (Submissionsblä
e.) Einen schönen Beitrag zum Rapitel der Submissions—
lüte lieferte die Vergebung der Arbeiten für den zwei—
leisigen Ausbau der Strecke Dernau bis Altenahr. Für
ie Erd-, Fels- und Böschungsarbeiten betrug unter den
ingelaufsenen Angeboten das billigste 390 672 Mark, das
öchste 688, 466 Mark. Für die drei zu errichtenden Ahr—
»rücken war das billigste Angebot 137392, das höchste
374 650 Mark. Auf die Ausführung der Tunnels submit—
ierten vier Firmen, von denen die billiaste 791 550, die
euerste 1,307, 150 Markt forderte.
* Mainz, 2.Juni. (Ungenügende Rettungs—
»inrichtungen.) Zu dem Bootsunglück bei Geisen
)eim am Rhein wird von enem Angenzeugen, einem Pas—
agier der „Elsa“, mitgeteilt: Die „Elsa“ fuhr rückwärts
iach der Unfallstelle und wollte ein Rettungsboot aus—
etzen, doch es verschwand in den Wellen und so schweb—
en die beiden Ueberlebenden in höchster Gefsahr, unter
vachsender Aufregung der Schiffspassagiere. Die „Elsa“
var anscheinend außer Staude, noch irgend welche Hilfe
u bringen, wohl ader die in ziemlicher Entsernung fol—
zjende „Wilhelma“ der Niederländischen Dampischifss-Ree—
zerei, deren Rettungsboot die beiden aus ihrer Gefahr
zarg und nach der „Wilhelma“ verbrachee. Damit hatte
»as aufregende Vorklommnis zunächst ein Ende erreicht,
ticht aber die Beurteilung des Falles selbst und die Fra—
ze, ob die Rettungseinrichtungen auf den Personendamp—
ern der Köln-Düsseldorfer Gesellschaft als ausreichend er—
annt werden können. Eine Eintragung ins Beschwerde—
zuch der „Etsa“ bringt zum Ausdruck, daß dies nicht der
Fall sei, da einmal die Zeit von der eingetretenen Ge—
ahr bis zu dem Veginn der Hilfeleistung, durch Rück—
värtsfahren und Niederlassen des Rettungsbootes ent—
chieden zu lang war, und dann aber, daß die Rettung
iberhaupt völlig mißlang. Es werden ganz enischieden
nerbesserte Rettungseinrichtungen für die Rheindampfer
erlangt, ebenso eine Aufklärung des Falles. Für die
nolle Zahl von 1800 Passagieren scheint ein Rettungsboet
»as noch obendrein nicht ganz tanglich gewesen sei und
uch unrichäg abgelassen worden sein soll. doch nicht zu
‚enügen.
* Biebrich, 2. Juni. (Kettun g) Beim Spielen
iel der etwa 13jährige Knabe Albert Schuld in den Rhein
ind verschwand unter den Wellen. Der Kohlenhändler
Vogel eitte auf das Hilfegeschrei der Kinder herbei und
⸗s gelang ihm noch rech zeitig, den Verunglückten zu retien.
* Straßzburg, 2. Juni. (Internationale Bal—
honaufstiege. Am Donnerstag, den 3. Juni fin—
den inernationale wissenschaftliche BallonAusstiege statt.
8 steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballons
n den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder
ines jeden unbemannten Baltons erhält eine Belohßnung,
venn er der jedem Ballon beigegebenen Instruktion ge—
näß den Ballon und die Initrumente sorgfältig birgt und
in die angegebene Adresse sofort telegraphische Nachricht
endet.
* Mtannheim, 2. Juni. (Die Arbeiten bei
Rheinau.) Die bemerkenswerten Userverschiebungsar—
»cien bei Rheinau und bei Altrip nöhern sich ihrem Ende.
luf eine Strecke von etwa 4 KRilometern wurde das baye—
ische Ufer bei Alsrrip zurückverlegt und gleichzeitig auf
der badischen Seite ein über 33 Hektar großer bisher
ticht ausgenützter Rheinaulandstreifen vor den drei Ha—
enbecken des Rheinauhafens aufgefüllt. Die schwierigen
ind nicht ungefährlichen Arbeiten wurden im Auftrag der
denen Rheinau-Aktiengesel schaft von der Firma Ph. Holz—
nann u. Co. in Frantfurt a. M. im Frühjahr 1908 be—
zonnen. Zwei Jahre waren als Bauzei, vereinbart, doch
st es der Unternehmung, die zeitweise 500 Arbeiter und
Ungestellte beschaäftigte, geungen, die Arbeiten in bedeu—
end kürzerer Zeit zu bewältigen. Die Vollendung des
zrohen und kostspieligen Unternehmens ist sehr bedeut
ingsvoll für die Entwicklung des Rheinauhafens.
* Darmstadt, 2. Juni. (Eine scheußliche Bluf
at) Eine scheußliche Bluttat ereignete sich heute früh
O Uhr hier. Im Hinterhause des Metzgermeistens Peter
Vassner wohnt ein arbeitsscheuer Mensch namens Karl
drog, 30 Jahre alt, Tapezierer, unehelich mit einer ge—
vissen Kammacher zusammen und dieses Verhältnis er—
egt bei den Mitbewohnern des Hauses wie auch bei
indern Leuten Aergernis. Gestern gab es nun deshalb
ine Auseinandersetzung zwischen Trog und der Frau
VLagner, die ihrem Mieter Vorwürfe wegen seines Ver—
zältnisses machte, wegen dessen sich die andern Hausbe—
vohner beschwert hätten. Heute morgen kam nun Trog
n aufgeregtem Zustande in den Wagnerschen Metzgerla—
en, zog einen Revolver heraus und schoß Herrn Wag—
ier ohne weiteres nieder. Einige Leute eilten herbei,
jielten den wütenden Mörder fest und schlugen ihn der
naßen, daß er schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht
verden mußte. Der Fall verursacht beareiflicher Weife
zroßes Aussehen.
* Kassel, 2. Juni. Grennende Schwellen.)
Infolge Brandes aufgestapelter Schwellen in Sollstedt,
nußten die Nachmittagszüge Ber in— Leipzig — Halle — Kas—
el und umgekehrt umgeleitet werden. Infolgedessen tra—
en vielstündige Verspätungen ein.
* Verunglückter Schütze. Bei dem Bundesschießen des
ßusterthaler Schützenbundes in Welsberg bei Innsbruck
volste der Schützenmeister Told das Korn seines Geweh—
es mit einer Zange richten. Dabei entlud sich der Schuß.
die Kugel drang dem Schützenmeister Told in den Schä—
del und tötete ihn sofort.
* Kellnerstreik. Im Weinrestaurant des Zoologischen
Bartens in Berlin legten die Kellner wegen Benachteilig—
ing durch die Oberkellner bei Verteilung von Trinkgel—
dern die Arbeit nieder. Da der Andrang des Publikums
zei dem schönen Wetter ein sehr großer war, war die Be—
riebsstörunz eine recht empfindliche. Erst nach einiger
zeit wurde durch Herbeiholen von Kellnern aus dem
Ztadtinnern die Störung behoben.
* Räuberischer Ueberfall. Die Station Rovenzki der
Jekaterinenbahn wurde von einem Trupp bewaffneter
däuber überfallen. Der Stationschef wurde getötet, des⸗
en. Frau verwundet. Aus der Stationskasse wurden tau—⸗
end Rubel geraubt. Die Räuber entflohen.
*, Fuchs“ Eulenburg. Der in Gasiein zur Kur wei—
ende Fürst Eulenburg hat die Absicht ausge prochen, sich
m Salzkammergut ankaufen zu wollen.
* Erwischt. Ein wegen Diebstahls steckbrieflich ver—
olgter Angestellter der Holzsirma Haring u. Strache in
halle a. d. Saale wurde in Wien verhaftet.
* Aufsehen erregende Verhaftung. Auf die An—
chuldigung des in Paris weilenden Gerichtsassessors Mar—
in Levy aus Charlottenburg verhaftete die Polizei eine
ekannte Pariser Schneiderin, Frau Maker, wegen Dieb—
tahls. Die Frau erklärte, daß ein Mißverständnis ihrer
zerhastung zugrunde liegen mußte. Die Festnahme in—
nitten eines Rennplatzes erregte großes Aufsehen. Die
Norgenblätter beschäftigen sich mit der Angelegenheit und
rheben Einspruch gegen die Verhaftung, die man unter
olchen Umständen und auf unkontrollierbare Verdächtia
naen eines Fremden hin vorgenommen habe.
*Bluttat eints Baynsinntgen. Ein furchtbares
Blutbad setzte die Bewohner der Provinz Bilbao (Spa—
nen) in Aufregung. Ein Mann wurde in dem Dorfe Ar—
ufa von Wahnsinn befatlen und üäberfiel, mit einem Beile
»ewaffnet, die Passanten. Zwei alte Männer und drei
Frauen tötete er. Erst nach ungeheurer Anstrengung ge—
ang es der Gendarmerie, sich seiner zu bemächtigen und
ihn unschädlich zu machen.
* Vernichtender Sturm. Durch einen Tornado wur—
den in verschiedenen Teilen des Staates Oklahoma City
22 Personen getötet und 50 verletzt. — In der Stadt Ze—
phyr in Texas wurden durch einen Zyllon über 30 Per—
sonen getötet. Eine Feuersbrunst vollendete das Zeritör—
unaswert
Telegramme.
Trier, 1. Juni. Das Todesurteil gegen den Bauiech⸗
niker Maagh ist rechtskräftig geworden.
Muͤnchen, 1. Juni. Der Priuzregent hat gestern mit—
sag den Krigsminister, General der Infanterie Fehrn. von
Horn, zum Vortrag empfangen.
Berlin 2. Juni. Ein Liebesdrama hat sich heute nacht
im Hause Schlüterstraße 70 in Charlottenburg obgespielt.
Dort verübte der 22 Jahre alte ungarische Student der
Lhemie Jouel Dime und die 18jährige Geliebte Klara
Wolter, die in einem Warenhause Verkäuferin war, Selbst⸗
nord, indem sie sich mit Cyankali vergifteten. Das Moliv
der Tat ist darin zu suchen, daß einer ehelichen Verbindung
zroße Schwierigkeiten entgegenstanden.
Berlin, 31. Mai. Im großen Saale des Berliner
Bewerkschaftshauses wurde heute der 20. Jaternationale
Bergarbeiter-Kongreß eröffaet. Es sind Delegationen aus
Deutschland. Eagland, Frankreich, Oesterreiih und Belgien
inwesend. Amerika ist diesmol nicht vertreten. Die deuische
Delegation, die sich aus 44 Personen zusammensetzt, besteht
uus 37 Miitgliedern des Alten Vecbandes, 7 Mitglieder der
Lolnischen Berufsvereinigung und einem Mitgliede des
dirsch-Dunckerschen Gewerkvereins. Noch stärker als Deutsch⸗
and ist England vertreten. Es hat nicht weniger als 60
Abgesandte geschickte Die Tagesordnung des diesjährigen
kongresses wird mit Rücksicht auf das Radbod⸗Unglück voll⸗
nändig btherrscht von den beiden ersten Punkten: größere
Sicherheit in den Gruben und Arbeiterkontrolleure. Nach—
dem sich der Kongreß konstitaiert hatte — füc Deutschland
vurde Sachse in den Vortand gewählt — veitaate er sich
auf Dienstag.
* Berlin, 3. Juni. Der Kaiser begab sich gestern
Nachmistag nach Alt-Madlitz zur Pürsche, und von da
abends nach Vosen. wo die Ankunit heute Vormittag er
olgte.
* Swinemünde, 3. Juni. Der Schnelldampfer „Ge—
orge Washington“ mit dem ame? tanischen Botschäfter Hill,
sowie dem Vorstand und den Stettiner Aufsichtsratsmit,
gliedern des Norddeutschen Lloyd und des Stettiner Vul—
an an Bord ist gestern friih 7 Uhr nach Bremen in
See gegangen.
*Bukarest, 3. Juni. In Giurgewo kam es nach ei—
nem Streit zwischen einem Offizier und einem Advokaten
zu einem Zusammenstoß zwischen Militär und Publikum,
wobei der Advokat den Offizier erschoß.
* Belgrad, 3. Juni. Der Minister des Aeußern Dr.
Milowanowitsch hält den Zweck seiner Reise nach Vene—
dig geheim, erklärte aber, er sei mit deren Resultaten voll—
auf zufrieden. Die Blätter verzeichnen mit Bestimmtheit,
daß er mit den Delegierten eines Finanzsyndikates aus
Paris eine Zusammenkunft hatte, und daß die neue An—
leihe als gesichert zu betrachten ist.
Innsbruck, 2. Juni. Auf dem Bundessch'eßen des
Pustertaler Schützenbundes in Welsberg wollte ein Schützen⸗
meister das Korn des Gewehrs mit der Zange richten. Da⸗
zei entlud sich das Gewehr und die Kugel drang dem
—A
Neapel, 2. Juni. Einen wichtigen Fang machte am
ersten Pfingsifelertage die neapoliianische Polizei. Es gelang
hr, in einem Vororthause eine Versammlung der Cimorra
u überrumpeln. 45 Personen, unter ihnen einflußreiche
Führer der Camorta, wurden vechaftei.
—A
die beideu schwedischen Ingenieure Egner und Helstreen nach
nehrjähriger Arbeit ein Mikrophon konstruiett, das so em⸗
ofindlich sein soll, daß die jetzigelgroße Telephonierungsdistanz
derdoppelt werden kann. Gestern führten die beiden Erfinder
bon Berlin aus ein Gespräch mit dem Telegraphendirektor
n Stockholm, wobei sich zeigte, daß der Apparat auf dieser
Strecke dieselbe Lautstärke hatte, wie die gegenwärtige Linie
Malmoe⸗Stockholm.
Paris, 2. Juni. Der Matin meldet: Ein mit drei
deutschen Offizieren bemannter Ballon ging gestern Abend bei
der Ortschaft Penouie im Departement Haute Garonne nie⸗
der. Der Vallon wurde von Gendarmen beschlagnahmt, die
Insassen einem Verhör unterzogep.
Petersburg, 2. Juni. Die Polizei veranstaltet längs
der Eisenbahnstrecke Petersoburg-Poltawa, wohin der Zar am
27. Juni reist, strenge Untersuchungen. Es wurden viele
Verhaftungen vorgenomme“. Ziemlich bestimmt auftreteade
Gerüchie über die Entdeckung eines Komplotts sind im Um—
lauf. Die Trtuppen werden die ganze Sirecke bis Poltawa
besetzen.
Belgrad, 3. Juni. Vor einigen Tagen hatte sich der
zhemalige Kronprinz Georg, als er den von einer Audienz
zurückkehrenden Major Okanowitsch im Konak traf, eine Reihe
don Ungezogenheiten gegen den Offizier zu Schulden kommen
lessen, so daß das Zusammentreffeu in eine Prügelei ausgeartet
wäre, wenn nicht Hofbeamte den Pceinzen Georg bei
Seite genommen häiten. Okanowitsch machte seinem Regi«
mente Anzeige, worauf er gestern den Prinzeu zwci Zeugen
mit einer Herausforderung zum Zweilampf sandte. Der
Prinz Georg ließ durch seine bereitstehenden Diener die
beiden Offiziere aus dem Palast hinauswerfen und ihnen
dor der Türe mitteilen, er würde niemals dulden, daß von
der Verschwörerbande die den König Alexander ermordet
atten, auch nur einer seinen Palast betreten dürfe. Zu
iesen Verschwörern gehött Oldanowitsch und einer als Kartell⸗
träger erschienene Offizier.
Briefkasten.
Eingesandt „Mehrere Anwohner der Kronenbergerstraße“.
Ihr Eingesandt enthält schwere Vorwürfe, die uns bei Ver⸗
zffentlichung durch die Zeitung eine Beleidigungsklage zu⸗
siehen würden. Wir mussen die Anfnahme deshalb ab⸗
ehnen! Red.