Braf bittet schuelich, eine Untersuchung einletten zu ranen.
im Schluß des Telegramms heißt es: Ich hosie, in sechs
Woöchen mit dem bherzesiellten Lufitichiff mich bei Curer
Niascstät melden zu onnen.“
Hriebeibshasen, 1. Jumni. Dor ne Pon I woe
in 2“ ist auf einen Febler des Stkuermennes e
ührea. Graf Depren walne sceon in Stinunt lan—
—BD—
»raf Jepperin eatbot sich heute narh üpuen.
Paris, 1. Zuni. Die gsannue Barijer Fre'se bunet
sftinliche Berichte über die et des „een 2.
Die Dtter bewundern die Lentsigkeit des Vij.es.
„Figato“ schreiat: Das ung chiche Ende ver Lusteee wird
den Streit zwischen den Anhüngern aad den Gegnern
des starren Systems von Reuem beteben. Äber die Geg—
ner des Grafen Zeppelin kennten die von dem Ballen
polsbrachte wendercare Leistung niht verleugnen. Sie
übertriist alles, was bisher cuf dem Gebiete der Luf—
chiflahrt geleistet worden sei.
— — —
Er 44 252 * z 7 ———
28 — —
Denre ces eich.
*Der Kaiser eineflug den tärtischen Botshaster
discsaneh ascha burtrrethang seines nenuen Be—
tlaubigungeiecus.
* Das Bolinden des Fürsteischafss Kardinal v. 55323
st dauernd jegr bealenn serrezend. Tie latarrzanjen
erscheinungen jand jalt ganzlich verschwemden; die Herz—
chwache dauert aber rnindert an. Ter Kaiser
at zum heitigen KSinaiese netierdings seiner anbauern—
den Teilnahme burch die Urbersenbung einer wundervolß—
en Blumenspende und dem Wunseche sür Besserung des
zohen Patienten Ausdrutt gegeben.
* Der Reichssskauzler wird nach offiziöser Au—
ündigung bei nächster Gelegenheit im dieichstage
eine Steillung zur Reichsienanzresorim vor dem Lande
larlegen.
*Rin den Kaisermanlvern in Württemberg nehmen
ünf bayerische Divisionen teil. Der Rrinz-Regent wird
ich durch den Prinzen Ludwig voertreten lanen
*Im groden Saale des Beortiner Gewerüschaftshauses
wurde der 89. internatidrele Bergarbeiter-Kongreiß
erösnet. Das Ausland ist durch Ternattonen aus Eng—
land, Fraukreich, Oesterreich und Selglen vertreten. Ame
rika ist diesmal nicht vertreien. Die Tagesordnung des
diesjährigen Kongrehes wird mit Rücksicht auf das Nad—
od⸗lUinglück vorlstaändig behertscht von den beiden ersten
Punkten: Größere Sicherheit in den Gruben und Arbei—
er⸗—S0ntrotleur
Italien.
wIn Rom hielt der Verein der Veltiner ein Festmahl
ib, wobei der Kammerprästbent Marcora in patrio—
ischer Begeisterung die Notwendigkeit von Rüstungen
petonce. Dabei sonl er, wie schon früher, eine Wendung
gesraucht haben, die in Wien verschnugfen könnte. Ho—
enttich nimmt man die in Festesssnimung gesprochenen
Worte ebensoweng in Wien übet, wie in Rom einst ei—
gen Aussprach Luegers bei einer ähnlichen Geiegentheit.
Leider daärften berussmäßige Heser versüchen. den“ Vor—
as amnizubanichen
Armerika.
»Die New-York Times“ weist in einem Artikel ener—
zisch die Zumtung zurücht, daß die Amerikaner gemein—
same Sache unt England machen sollten gegen die
ingebli hen Plane Deutschlands zur Eroberung der
Secherrschaft. Deutschland habe gewiß keinerlei Absichten
gegen LAmerika, auch nicht gegen Brasilien, entmu—
ige sogar die Auswanderung. Ueberdies sei eine aggref—
ive Politit unmöglich ohne Zusttumung des deutschen
VBolkes, und dieses sei keineswegs abenteuerlich gestimmt..
Deutschland und Bulgarien.
Der deutsche Gesandte Freiherr von Romberg über—
eichte den König Ferdinand sein Beglaubigungsschreiben.
In seiner Ansprache an den Könia jührte Fruür. v. Rom—
berg aus:
„Die Sendung, mit der ich beehrt wurde, verschafft
mir das Glück, Eure Majestät in einem Augenblick hoher
Aistorischer Bedeutung den Ausdruck der Gesühle aufrich—
ger Freundschaft zu ernenern, welche Seine Rajestät den
Kaiser und König Eurer Majestät gegenüber bescelt, mit
der ihn enge verwandtischaftlichen Bande verknüpfen. Mit
lebhaster Sympathie hat Deuischland die glückliche und
rasche Entwicklung Bulgariens verfolgt und ist heute Zeuge
der glorreichen Krönung des Werkes, welches Eure Maje—
itbt diesem Lande gewidmet haben. Ich mache mich aus
zanzem Herzen zum Dolmetsch der warmen Wünsche, die
mein Souverän und das deutsche Volk für die Regierung
Surer Majestät und Ihrer Dynastie, sowie für das Ge—
deihen des neuen Königreiches Buldarien und seiner wak—
seren Bevölkerung haben.
König Ferdimnand antwortete: Die Gesühle, die
Sie mir seitens Seiner Majestät übermitteln und des
sinweggenommen, gerade als ich iyn am norwendigsten
zatte, und da Gott alles am besten weiß, so kann ich nur
mnehmen, daß es sein Wille war, daß ich hier allein zu—
ückblieb. Aber es wird mir sehr schwer, und manchmal
jabe ich das Gefühl, als sollte ich meine Bürde von mir
verfen, als ob ich einen Weg ausfindig machen müßte,
»as Geld abzuschütteln, das die Gedanken eines jeden um
nich herum zu rergiften scheint.“
Etwas in ihrem Tone rührte Hastings tief. Nein,“
agte er sanft, „ich wundere mich nicht, daß Sie so em—
pfinden. Aber fallen Sie nicht manchmal in denselben
Fehler wie Ihre Umgebung? Legen Sie nicht manchmal
Ihrem Reichtum eine Wichtigkeit bei, die er nicht ver—
dient? Für manche Menschen existiert in der Welt nichts
anderes als Geld. Aber wir wissen, was wir von diesen
Menschen zu halten haben: wir wissen, daß sie andere nach
den eigenen Empfindungen beurteilen —“
„Nicht immer,“ unterbrach sie. „Manchmal können ge—
ade jene, die am wenigsten nach dem Gelde streben, ver—
ucht werden, Dinge zu sagen, die ihrer unwürdig sind —“
Sie hielt inne, aber Hastings verstand, was sie sagen
wollte; er wußte, daß sie an Norbert dachte, daß sie Nor—
zert entschuldigen wollte. Er machte eine Bewegung der
Angeduld; denn an den Künstler hatte er mit keinem Ge—
anken gedacht, trotzdem er wußte, daß Irma ihn gespro—
hen hatte daß er sie kurz vor seinem Kommen verlassen
jatte, und daß wahrscheinlich etwas, was er gesagt hatte,
die Ursache ihrer Tränen war. Was das war, erschien
Zastings von Unwichtigkeit. Er konnte sich wohl denken,
vas ein eifersüchtiger Liebhaber in solchem Falle saat und
x lächelte geringschätzig darüber.
„Lassen Sie uns von anderem sprechen,“ sagte er
dann. „Selbst ein abgehärleter Mann von Welt,“ — er
ächelte ein wenig — „muß selbstlos und edel wie ein Ro—
manheld werden, wenn er Sie kennen und lieben lernt.
Denn Sie kennen lernen bedeutet lieben — wenigstens ha—
he ich das empfunden. Als ich Sie zuerst sah, hatte ich
uicht im Entferntesten daran gedacht, mich in Sie zu ver⸗
ijeben. Liebe selbst erschien mir wie ein längst vergessenes
ο ,ατ να vel dieem seterGLtben Lviniajsse,
inh rief und ien bwe Sie, mishh bei Sriner
tüt zunt Dolmneifsch niemer glescheu Gecthie geenader jei—
er ernarenen Verson zu machen, mit der niizh obare
ermandtscaatliche Vande und qauiricdtige —
enden. Ich bin auch seyr danuber fur die Wüunsene.
veante Seine Majestät und das deugsche Velt für meine
Negierung und meine Dynastie, sowie für das Gedeihen
s Landes hegen, delsten Semtgungen und Korisritt sie
it Syncathie versogen. Ich werde seis ut Bofriedig⸗
ngJ aruf die Aufrechteryaftung und die Entwicelung der
eztehriingen und des auten Siuvernehinens 3WBanuen 6—
rwn Eitgaten feten“
Sie russische Ministertritis.
Die Meldiung, daß Herr Iswolsa derabschledet sei
und au seiner Sielle der eyeneige Minseeeribene Gepo—
enytin zum VRtinister des Scaßeren eräüntt mworoen
begr sich bis zeht noch miagt. Doh tos des ossi—
icsen Tentenis niuß nan verinren, das bie Feage ver
— — gewor⸗
An ist. Tor rusesche inisice des Aderen ist nach ach
üigem Ausemttalt in Luzern bpisclich nah Pelecsburg
Zereist, und gleichzeitig merdet die — —
remtin in der russischen Haurtstadt eintreszen soll. Die
Times“ nmeint, — wWas niegt farsch zu fein braucht —,
»aß man von greisen Staassmann zum zweitania einen
Aten diat üger die Kabinetscildung erhoͤsse. Denn Herr
remhean ist cs gewesen, der seiner eit dem Zaren
Ztolyrin als Rinssierprasidenten entpfoynren hat. Sollte
ich eine solche geeignete Persfönlichleit nicht gleich ausfin—
ig machen lassen, fso wäre es schun möglich, daß Go—
emytin selost das Amt eines Beinifterptaͤndenten provi—
orisch übernehmen wird, sobald die russische WMinifterkri—
is endaültla zu ungunsten Stolypins erledigt ist.
— —— —
*8 21
Hof und Gesellschaft.
** Die Prinzessin Rupprecht von Bayer
vurde von einem ZDhne alücklich 6—3
—â—ñ— — —
* * 4—
Oesterreich urd Indan.
Vor einigen Wochen war in einer Unterredung, die
ine angesehene Wiener Zeitung verstentlichte, zuerst von
inem japanischeösterreichischen Sündnisse oder BNilitärab—
ommen die Rede; Prinz XXuni von Japan sollte dasselbe
nit dem Raiser Franz Josef verabredet haben. Tie Nach—
icht ist natärlich prompt dementiert worden. Zwar wurde
ugestanden, daß der japanmsche Prinz ungewöhnüch lie—
enswürdig in Wien empfangen sei, und daß er unver—
zültnismähig viele und eingehende politische Unterredun—
gen in der österreichischen Haupistadt gehabt habe, aber
hesondere Ziele feien dabei doch nicht verfolgt worden.
Es ist nicht unverständlich, daßz diese Ableugnung in
Petersburg noch ldange nicht alles Riißtrauen beseitigte.
Wenn Jaßan mit Oesterreich-Ungarn politisch-mititürische
Abkommen tresffen will oder getroöfsen hat, so konnte der
unmiuelbar Geschüädihte dabei ja nur Rußland sein, und
da, etwa abgesehen ven dem deuischen Reiche der Opu—
mismus nirzgends a!s die labenswerteste und wichrigste
Sigenschast leitender Staatsmänner gilt, so fühlte sich das
Auswaärtge Aut in Petersburg sogleich verpflichtet, dem
GBerüchte über derarcige Abmachungen nachzugehen und
die demselben nahestehende russische Bresse, über eine sol—
he Allianz Alarm zu schlagen. Der Wiener Erktärung, ein
zsterrei hisch japanisches Ablommen gäbe es nicht, steht aso
or!äufig die Gegenäaußerung des Zaren gegenüber, daß
man die Botschaft wohl böre allein. daß der Glaube ou
sie noch sehle
Man wird indessen doch annehmen dürfen, daß Fre—
herr »on Aehrenthal wirklich in der Lage war, die Al—
ianzmeldungen zu dementieren. In der Hinsicht ist das
Pißtrauen in Petersburg wahrscheinlich übertrieben. Auf
der anderen Seite aber ist die Beunruhigung der Russen
dennoch ertlärlich und auch kaum undegründet. Eine ja—
namschzöserreichische Allianz oder Militärkonvention be—
steht nicht, abver wenn es im Frühjahr zwischen Osster—
teichUngarn und Rußland zum Kriege gesommen wäre,
oder wenn das in absehbarer Zukunft geschehen sollte, so
dürften die japanischen Gewehre und Kanonen im fernen
Isten, wie man zu sagen pflegt, von selbst losgehen. Und
darüber mag Prinz Kuni den Kaiser Franz Josef, so—
vie den Freiherrn von Aehrenthal unterrichtet haben, die
zatürlich beide von der Festitellung nur angenehm herüne
ecin lonnte
Es gehört ja die ganze Harmloligkeit dazu, welche in
offizüösen VBlättern zuweilen an den Tag gelegt wird, um
ich zu dem Glauben zu belennen, daß die japanischrus⸗
ischen Differenzen in Ostasien durch den Frieden von
Portsmouth endgültig beigelegt seien. So lange Ruß—
and Wladiwostok besitzt, an der Grenze der Mandschurei
und Korkeasgroße Truppenmassen stehen hat und den
Bau der strategischen Eisenbahnen vom europäischen Ge—
biet her so foreiert, wie dies jetzt geschieht, ist und bleibt
es eine Gofahr für Japan. Kommt daher für dieses ein
ament, in veschem sein Minare α α
Ding aus meiner Knavenzeit. Ich interesstserte mich fur
Sie und bemühte mich ehrlich, Ihr Freund zu werden.
Aber lieben — ich hätte es nicht mehr für möglich gehel—
en. Und doch, das Unmögliche geschah. Ich fing an,
Zie mit einer Leidenschaft zu lieben, die sich von Tag zu
dag steigerte, und das größte Glück, das ich rerträume,
st, daß Sie meine Liebe dulden und ich dadurch die
ztütze für Ihr Leben und der Ruheplatz für Ihr
zerz werde. von dessen Mangel Sie Lorhin so trauriqg
vrachen.“
Die ruhige, deutliche Stimme schwieg, aber Irma ant—⸗
vortete nicht. Es war, wie er auf einen Blick sah, die
deaktion der Bewegung, die sie sprachlos machte. In den
johen, geschnitzten Sessel zurückgelehnt, sah sie aus wie
ine Statue: bleich, schweigend, ihre dunklen Wimpern ge—
enkt, ihre Hände im Schoß gefaltet. Sie schien *qum
zu atmen, als Hastings fortfuhr:
„Sie sehen, ich bin nicht im geringsten ängstlich, daß
Zie mich vielleicht falsch beurteilen. Ich würde nicht ein—
nal auf so“etwas anspielen, wenn nicht so etwas vorher—
egangen wäre. Natürlich verstehe ich, daß ich der Ziel—
unkt aller Anschuldigungen war, die Ihnen gemacht wur—
en, aber ich kenne Sie zu gut, um zu wissen, daß Sie
ieselben zurückwiesen —“
Die dunklen Augen blickten ihn jetzt mit einem zu—
aileich stolzen und süßen Ausdruck an.
„Ich habe keinen Moment an ihre Wahrheit geglaubt.“
agdte Irma.
Sein Blick dankte ihr beredt.
„Ich war dessen ganz gewiß. Und ich weiß, daß,
gleichgültig, ob Sie das annehmen, was ich biete, oder
ucht, Sie doch keinen Moment an meiner Aufrichtigkeit
zweifeln. Und deshalb soll Ihr Glauben an eine unei—
gennützige Liebe wieder erweckt werden durch die Liebe,
die ich Ihnen biete. Ich bin glücklich, wenn ich wenig—
stens dies für Sie tun dari — wenn ich nicht mehr tun
ann.“
Die letzten Worte sagte er in sinnendem Tone, wäh—
end sein Blick unverwandt auf ihr ruhte. Aber eine Fra—
erwitdeit wird, so werden die riugen und ereino
chlagenen, wie energiichen Ttaalsmäsmer des itado iun
gewiß nicot ungenteht lassen, sendern Rufsand in Siact
Ar rnen uen.
Das brauctht niemand in Lien schriftlich zu geben,
denn es lenctet auch bei mnmelichem Veetrage bhne wei—
cres ein, und genugend war daber, wenn ein VSeraens,
uann der anistehen Segiermig erdrre, man jei sin in
— gegere en⸗
Aed Die dem teguizzenn zu zirten. Das ere Jar
ndre ae seie s ntenen, Gin sor e cꝛcqh.
annich noth aut ahre zlchen Sugtand ued Japan
er Me e an e vnd. dand c8 Rech Iim Eniaed uct
emahren ürae, mel bie Sleressen rer beiben Ge
ticzt Arur so sjetzr die gtichen Ind, wie zur Zeit de⸗ Ab
cenees en der enenennze deg Veaoages a
uαιαινναν ααιÆ. u en n e
r r ele en r .re —ä DD ——
αα ede, ließt bagengen behr ürtt ——
ie, Und Lan bang datzer aenl sagen, daß ein apn feh
dn drrel ed eed ear en Rig
ul tiegofalle ach anes sfo geftrten würde, as wenn
ꝛs bestande. Tas maß in PRerrsburg und in Lodon
recht schnterzlich cupftinen werden, arer maun wird ku
gerwelre dachh damit rechnen mussen, daß dem so ist, aus
veiin dem zeßt vom Stapel gelassenen Tementi von Wie
s ein solches aus Totto demnächst folden iollie.
c 382329 — 270 —R
— nngreroritt.
Die von der neuen WMehrheit unter Ausschaliung der
Nationalliberalen, Freisinnigen und Sozialdemokraten und
unter Mitzvirlung des Zenlrums angenommenen Steuen
vorlagen siellen fich folgendermaßen zusammen:
Biersteuer 100 Biill. M., Branatweinstener 86
Reill, M., Tabal- und Zigarettensteuer 45* Mill
Wiark, Schaumweinsteuer 5 Will. M., Steuer au
Parfümerlen 8 Mill. M., Steuer auf Zůnd höl
zer 25 Rilt. M., Steuer auf Glützkörper Ro Mill
Mark, Katee- und Teczoli 35 Mall. N., WMuüh⸗
lenumsazstener 8 Mill. Vic., Kohlenausfahrzoll 20
ll. Di., die Beibeyaltung der Faurtarienteus
20 Mitl. NM.,
ufsammen also 8366 Willionen Mark indirekter und Ver—
ehrssteuern. Das sind mininale Zahlen. Auch von dem
Reichsschahamt und seinem Vertreler ist es als Minmnu
anerkannt worden.
Dazu kommt noch der Antrag Richtho fen, die
Kotierungssteuer, über deren Ertrag die Meinungen al
lerdings etwas auseinandergehen. Die Kommisstonzmehr—
heit schätzt ihr Errägnis auf 80 Millionen, Schatzsekretä
Sydow hat 60 Miltlionen genannt. Die Besitz⸗· und Um
atzsteuer bezw. Reichswertzuwachssteuer ist mit 60 Ful
tlonen Minimum veranschlagt worden.
Im ganzen sollen auf diese Weise 366 plus 14
Millionen Steuern dem Reiche gebracht werden. Dazi
kommen noch die um 25 Millionen erhöhten Matrikular
umlagen, welche die Einzelstaaten zu tkagen sich berei
erklärt haben.
Die Iteichsfinanzkommission hat sich vorläufig ver—
tagt und die Sitzung für die Berichtsverlefsung auf der
2. JInuni festaeseset
—
— 4 532
Aus aller LWelt.
* Jugendlicher Entführer. In hililosem Zustand is
der sechsjägrige Knabe Erich Hebestreit aus Lichtenberg,
welcher vor acht Tagen von dem zwölfjäührigen Schüer
Brunner, ebenfalls aus Lichtenberg, entführt wurde, in
„Der Forst“ bei Eberswalde aufgefunden. Der Kleine war
von seinem älteren Kameraden geschlagen worden, wei'!
er nicht mehr weiter laufen wollte, und wurde dann im
Walde seinem Schicksal überlassen Er war dem Ver
hungern nahe.
* Vier Poersonen ertrunken. In dem Ausflugsor
Podejuch bei Stetlin kenterte in der Nähe der Badeanstab
rein mit neun Personen besetzies Boot. Sämtliche Insas
sen stürzsten in das Wasser; fünf derselben konnten ge
rettet worden. Eine Frau und drei Kinder sind ertrunken
* Unfälle. Am Pfingstsonntag stürzte bei Amstetter
ein Automobil um, das vom Wiener Vertreter der Zuß
werke, Török, gelenkt wurde. Der Chauffeur Isermann ist
tot, der Buchhändler Dr. Perles aus Wien schwer ver—
etzt, drei andere nen blieben unverletzt. — Im Rax
gebict ereigneten sich seben Aostürze, die aber sämtiich sehr
glimpf ich verlausen sind. Der Tourist Flesch aus Wien
stürzte vom Kahlmäuergrat ab, wurde jiedoch unter den
arößten Schwierigteiten gevorgen.
*Beulenpest. In wetersburg sind drei Fälle von
stbirischer Beulenpest und zwei von Aussatz vorgekommen;
hin und wieder sind auch Cholerafälle zu verzeichnen. —
In mehreren Or,en Südchinas ist die Beulenpest aufge—
treten, besonders bösartig in der Nähe von Amoyz; jeden
dag faleen etws 50 Versonen der Vest zum Opfer
PsPCGOOlaD ,ò à àò ο ôR ) σσσôαααä
ge war kaum notwendig. Venn der Ausdruck, der in Zr
mas Antlitz kam, sagte genug. Durch eine plötzliche Ver—
inderung war jede Spur ihres Kummers geschwunden
ihre Lippen lächelten, ihre Augen leuchteten. Träume
Befürchtungen, Zweifel waren vorüber. Psyche erwachte
uim das Erbe der Freude anzutreten, unbekümmert un
»as Leid, das eng damit verknüpft ist. Hastings ver
vandte keinen Blick von dem reizenden Gesicht, das sid
etzt mit strahlendem Ausdruck zu ihm beugte.
„Aber Sie können mehr tun, — viel mehr!l“ flüstert⸗
e.
Buch 4. Psyche's Erwachen.
4.
„Oh Irma, ich könnte, ich würde es nicht glauben
venn Du es mir nicht selber sagtest!“
Camilsla sagte diese Worte in einem solchen Ton de
Bestürzung und Enttäuschung, daß Irma beinahe einer
hysischen Schmerz zu rerspüren glaubte. Der Gedanke,
»aß sie in ihrem neuen Glück nicht auf Camillas Beifall
echnen dürste, war ihr nie gekommen. Camilla, mit der
e nicht nur durch eine alte Freundschaft, sondern auch
urch VBande des Blutes verbunden war. Aber Camillas
'on und Worte waren nicht mißzuverstehen, und Irme
rkannte im Augenblick, daß auch selbst hier ihr Eympathi
»erweigert wurde.
Das strahlende Lächenn verschwand von ihrem Gesich
»ei Camillas Worten, dann sagte sie ruhig: „Und warur
vürdest Du es nicht glauben?“
Camilla machte eine heftige, leidenschaftliche Bewe
zung. „Warum?“ wiederholte sie. „Weil ich nie im Ent
erntesten daran gedacht habe, daß Du einen Mann hei
raten würdest, der so kalt wie ein Eisberg ist, und d—
aichts anderes will, als Dein Geld“
Irma wurde flammend rot. .
„Wie kannst Du wagen, so etwas zu sagen?“ fragt
ie leidenschaftlich. Was weißt Du von Mr. Hastings
daß Du annimmst, er will nichts anderes als mein Geld?
Camilla trat einen Schritt zurück. Sie konnte kaur
glauben, daß das dieselbe Irma sei. die jetzt mit blitzer
— — 34 R —*