Full text : Dudweiler Zeitung

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NUgemeiner Anzeiger für den Rürgermeister
Dusmo⸗iscor.

Mit Veilagen: „Bessetristishe Bochenschrifte‘ und
„Lustige Bsätter“.

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Abannemen“
monatlich 720 Pfg. frei ins Haus 5 cucht;
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Die „Dudweiler Zenung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn⸗
und Feiertage.

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322 3 de ubeinde datuse wurden dem Grasen zugesandt, die vom
Zepprelius Pfingstreise. An tchiff freunduch erwidert wurben. n d üm 30 in.
Graf Zeprelin war mit dem neuen Luttschiff „Ersatz mtschwand das Vutschiff in der Richtung nach Bitterfeld.
zehterdingen 3. 2“ während der Pfingstjeiertage 37 Berlin, 8. Vii. Der Na seer Die Priuen
n d'en ün der VLünft, ohne Zwischenlandung. Te varen in das Ofttziers?alino des Alexander⸗Regiments auf
hiß cine grandiose Lessungi Am Sanistag Abend ge— dem Tempelhoferfeld gefahren, um de nn Zeppelins
en 10 Uhr verüeß „Z. 2“ die Manzeller Halle und er⸗ m erwarten. Berlin ist in freudiger Aufreguna
ob sich stolz in die Höhe, um die große Fernfahrt, die
ich unter Umstaͤnden bis nach Norddeutichland ausdehnen
ollte, anzutreten. Mit welcher Geschwindigkeit das Schiff
uhr, zeigt die Tatsache, daß es in der ersten Stunde 40
dilometer zurücklegte. Dann setzte wieder Gezgenwind ein,
‚er die Schnet zleit verminderte und einen größeren Ver—
zrauch an Verriebsmitteln brachte. Nuürnberg wurde in
er Frühe kurz nach 8 Uhr passiert, Leipzig kurz nach 5,
zalle gegen 7 Uhr. In Bitterfeld (110 Kilometer von
zerlin) beschloß Graf Zeppelin, ohne Landung 1mnzukeh⸗—
en. In diesem Augenblick war das Fahrzeug schon bei—
jahe 22 Stunden in den Lüften und hatte einen Leg
on rund 500 Kilometern zurückgelegt. Der Entschluß, die
zeimreise anzutrelen, brachte den Berlinern, die durch ein
on Leipzig an das Luftschiffer-Bataillon gerichtetes Tele—
rramm, das sich inzwischen als eine Mystisikation heraus—
jestellt hat, in den Glauben versetzt worden waren, Zep—
elin werde mit seinem Fahrzeug nach der Reichshauptstadt
ommen, eine arge Enttäuschung. Das war aber, wie aus
zriedrichshafen berichtet wird. aar nicht im Proaramme
orgesehen.
Die Rückreise, die am Sonntag Abend kurz nach 7
Ihr begann, verlief bis Göppingen au's beste. Würzburg
vurde 5 Uhr früh überflogen, Stuttgart kurz nach 9 Uhr.
da, bei Göppingen, erlitt das Luftschiff eine Havarie, die
8 zum Landen, und wie die Telegramme melden, zu län—⸗
jserem Voerweilen gezwungen hat. Es ist schmerzlich, daß
as Fahrzeug nicht glatt wieder die Heimat erreicht hat,
iber das ändert nichts an dem beispiellosen Erfolg, den
siese Fahrt hedeutes

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Getstingen, 34. Mai. Graf Zeppelin suhr mit sei—
nem Direkltor und Referenten im Automobil von Göppin
gen nach Friedrichshaäfen. Die Ucberführung des Luft—
chifsfes an den See werden sein Neife und die Sngenieur⸗
ersuchen.
Die NReparatur des „Zeppelin 2.“
Göppingen, 3. Juni. Eegenwärtig ist man damit
heschäftigt, provisorisch den aufgerissenen Leib des Luft
icheffes zu schließen. Die zerrrümmerte Spitze ist volistün—
diz abgenommen. Aus drei mit Stricken zusammenge—
nüpften, mehr als armstarken Holzmasten, die sich an
das Gerippe aufstützen, hat man eine Spitze gebildet und
zieht darüber das Ballontuch. Es herrscht wolkenvpses
Wetter und es geht ein leichter Wind.
Göppingen, 1. Juni. Die Spitze des Luftschiffes ist
tast völlig geschlossen. Wie Oberingenieur Dürr mitteilt
hofft er noch heute die Fahrt nach Friedrichshafen antre
en zu können. Ein bestimmter Zeitpunkt ist noch nicht
estgesetzt. Die Entscheidung darüber ist von dem Ausfal!
»er VProbeaufstiege abhängig.
Eine Mystifikation.
Geislingen, 31. Mai. Die aus Leipzig an das
vustschiffbataillon gerichtete Depesche, die ganz Berlin ent—
äuschte und alarmierte, und Veranlassung gab, daß der
daiser und die Prinzen stundenlang auf das Luitschiff ge—
wartet haben, ist nach einer Erksärung des Grafen Zeppe—
sin eine Mystifikation.
Das enttänschte Berlin.
Berlin, 34. Mai. Als am Piingstsonntag nachmit⸗
tags durch Extrablätter bekannt wurde, daß Graf Zeppe—
lin sich Berlin nähere, entwickelte sich, obwohl der größte
Teil der Bevölkerung sich auf Pfingstausflügen besand,
zoch eine gewaltige Wanderung nach dem Tempelhofser
Felde und von 5 Uhr an umsfäumten stetig anwaächsende
Massen eines aus allen Ständen zusammengesetzten Publi—
ums die östliche Hälfte des großen Paradeplatzes der
Varde, der im weiten Umkreise von Mannschaften der
Eisenbahnregimenter abgesperrt war. In froher, erwart—
ungsvpoller Stimmung harrte die Menge der Ankunft Zep—
zelins, lagerte sich zum Teil im Grase und allmählich
ammelte sich eine Automobil- und Wagenburg an, die in
fünfs- bis zehnfacher Reihe die mehrere Kilometer betra—
gende Strecke zur Seite der das Feld durchschneidenden
haussee besett hielt. Berilttene Schutzleute, Dragoner und
Kürassiere hielten die Ordnung aufrecht und zwar miit
eichter Mühe, denn die Menge war sehr geduldig und
begnügte sich mit dem Anblick der Kürassier-Abteilungen
und Fußtruppen, die das Feld besetzt hielten, der Militär—
Automobile, die mit Meldungen kamen, der Adlutanten,
die hin und her sprengten. In der am Südstrande des
Feldes gelegenen Kaserne des Augusta-Regiments erwar—
teten seit später Nachmittagsstunde der Kaiser, die Kaise—
rin, die Prinzen, der Hofsstaat, Generale, einzelne Mini—
stter und Staatssekretäre das Luftschiff des Grafen Zeppe
tin, das von Südosten, von Leipzig her, kommen sollte.
Erst als gegen 10 Uhr bekannt wurde, daß der Ersehnte
nicht kam, entfernte sich der Hof, und die Volksmenge trat,
enttäuscht zwar, aber doch in der Stimmung, wie si—
tonst ein Pfingstpheranügen hervorruft, den Rückweg an.

Ein Unfall.
Friedrichshafen, 34. Mai. Wie von der Luftschiff—
zesellschaft bekannt gegeben wird, erlitt das Luftschiff auf
»er Rückkehr von seiner 1000-8ilometerfahrt in Göppin—
gen einen Unfall beim Landen, indem die Ballonpitze
 gegen einen Baum anfuhr und be4
chädigt wurde.
Göppingen, 31. Mai. Es ist ein tief beklagenswer—
er Unfall, von dem das Zeppelinsche Schiff nach einer be—
eutenden Leistung hart am Ziele betroffen wurde. Letz—
en Endes ist er wohl verursacht durch die Uebermüdung,
zie die braven Steuerer des Fahrzeuges nach fast vierzig—
ündiger Fahrt und Arbeit ergriffen hatte. Man wollte
inden, um etwas Benzin einzunehmen, da ein durchfri—⸗
hender Ostwind die Fahrt noch länger als gedacht war,
Anzuztehen schien. Glatt ging man auf einer freten Kupp«
sieder, sah aber nicht, daß ein Birnbaum in Lee ein we—
lig unterhalb am Hange stand. Der Wind schob das
zahrzeug gegen denselben und die Wucht des Anpralles
erstörte die Spitze und beschädigte auch die dahinter lie—
ende Kammer. Es wird nicht leicht sein, das Schiff an
en See zurückzubringen; dazu gehört vor allen Dingen
uhiges Wetter oder günstig wehender Wind. Selbstver—
tändlich kann dieser Unfall den Wert der vorhergehenden
zroßtat, der das halbe Deutschland zuschauen durfte, nicht
m geringsten beeinträchtigen. Der Fall liegt ähnlich
o, als wenn ungeschickterweise ein Seeschiff gegen eine
daimauer anrennt und zum Sinken kommt. Die Repara—
urarbeiten werden nach Aussage des Oberingenieurs Dürr
twa fünf Tage dauern. Auch die Vordergondel wird ab—
nontiert, damit man das Luftschiff in eine tiefere Lage
ringen kann, da es mit dem Vorderteil noch in die
döhe ragt. — Verletzt wurde niemand. Riesige Menschen—
nengen umstehen die Uniallstelle, doch herrscht sehr adut⸗
858—

Die Einzelheiten der Fahrt.
Friedrichsshafen, 30. Mai. Bei ruhigem aufklären—
»em Wetter und in guter Verfassung suhr das Luistschiff
zestern Abend um 10 Uhr hier ab. Eine Stunde später
vurde es aus dem reichlich vierzig Kilometer entfernten
lulsendorf gemeldet. Von da ab giyg es langsamer vor—
värts, da ein frischer Nordwestwind mit Regen einfetzte,
ind so erreichte man erst nach 8 Uhr morgens Nürnberg,
Areuchtlingen, 30. Mai. Gegen 7 Uhr früh flog
»er Zeppelin-Ballon über Treuchtlingen in der Richtung
iach Nirnberg. Ein hier aus dem Ballon geworfenes
Lelegramm des Grafen Zeppelin lautet: „Südlich von
creuchtlingen. Herrlicher Morgen. Alles wohl. Nachts
tarker Gegenwind und Regen. Zeppe in.“
Nürnberg, 30. Mai. Um 8 Uhr morgens erschien
üdöstlich von der Stadt das Zeppelin-Luftschiff und über—
suerte die Stadt in raschem Fluge in nordwestlicher Rich—
ung. Aus dem Lusftschiff wurde solgende Mitteilung her—
ibgeworsen: „Der Wind hat nachgelassen. Wollte Wasser
chöpfen am Dutzendteich. Landung wegen der vielen
zoote unmöglich. Großer Benzinverlust.“
Plauen (Vogtland), 30. Mai. „Zeppelin 2“, der von
dürnberg aus um 104 Uhr über Bayern um 124 Uhr
iber Hos weitergefahren war, erschien um 1 Uhr von Hof
iber Plauen, wo er verschiedene Manöver ausführte. Er
uhr in der Richtung nach Reichenbach-Zwickau weiter.
Leipzig, 30. Mai. Das Luftschiff des Grafen Zep—
jelin hatte nach 2? Uhr Zwickau, um 3 Uhr 20 Min.
ßera passiert, kam hier 5 Minuten nach 5 Uhr in Sicht
ind zog in herrlichem Fluge über das Häusermeer der
ztadt. Alle Straßen und Plätze waren dicht besetzt. und

Berlin, 1. Juni. Der Kaiser soll an den Grafen
Zeppelin ein Telegramm gesandt haben, in dem er
einen Unmut über die Umkehr bei Bitterfeld Ausdruck
gibt. Graf Zeppelin antwortete, daß eine Landung in
Berlin und überhaupt eine Fahrt nach dort nicht beab—
sichtigt gewesen sei und es sich bei dem Telegramm an
a ufrichiftierhataissan um eino Fälichuna handelt. Der
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tig. Aber dieselde war nicht notig gewesen; schon seine
hloße Gegenwart war für Irma eine Linderung und Be—
cuhigung. Wie oder weshalb dies war, hätte sie nicht sa—
gen können; sie wußte nur, daß die Tatsache, daß er ne—
ben ihr stand und mit einem Ausdruck von Zärtlichkeit
auf sie niedersah, sie mit einem Gefühl des Wohlseins, des
Vertrauens erfüllte, sodaß ihr Kummer von vorhin ihr
heinahe phantastisch und übertrieben erschien.
„Ich bin sehr töricht gewesen,“ sagte sie. „Glauben
Sie mir, ich bin nicht oft so töricht wie heute.“
„Dessen bin ich sicher,“ entgegnete er; „aber solch' ein
Schmerz — rerzeihen Sie — muß einen tieferen Grund
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iagten.“
„Aber gibt es denn etwas Törichteres, als sich durch
Behauptungen, Einflüsterungen beleidigt und verletzt zu
fühlen, für die man nicht den geringsten Beweis hat? Und
bei mir war dies soeben der Fall.“
„Aber was hat mehr Macht zu verletzen und zu krän⸗
len, als gerade diese Dinge, — Behauptungen, Vermutungen,
 Worte ohne Beweise?“ fragte er. Als er sprach,
setzte er sich in den Stuhl ihr gegenüber, in dem Norbert
gesessen hatte. Manchmal,“ sagte er, „ist es ein Trost,
von dem zu sprechen, was einen betrübt haf. Wenn es
ür Ste ein Trost ist, von Ihrem Kummer zu reden, dann
dedenken Sie, daß wir Freunde sind, durch ein feierliches
Lersprechen und daß Sie auf meine Verschwiegenheit und
Zuneigung vertrauen können.“
„Ich habe unser Versprechen nicht vergessen,“ antwor⸗
tete sie; „und ich zweifle auch nicht an Ihrer Sympathie
und Verschwiegenheit. Aber weshalb sollte ich Sie mit
etwas beunruhigen, das der Beachtung nicht wert ilt?
Manche Dinge erscheinen als ein Nichts. wenn man ver—
suchen will, Ste zu beschretben. Bie xujrt um mich yer«
um ist mit Argwohn und Mißtrauen erfüllt, das mich
aängstigt und das ich hasse. Und ich habe niemanden, dem
ich fest vertrauen kLann. Wenn mein Vater noch lebte,
väre alles anders geworden. Seine Güte und seine Weiss
eit wären eine Stütze für mich gewesen —“ Ihre Stim⸗
ne brach und sie stokte einen Augenblick. Aber er wurde

Irma

Hand, die RNordert getußt yYatte, vallte fsich krampfhaft.
Sin leidenschaftlicher Zorn schüttelte ihren ganzen Körper.
Wie konnte er es wagen!“ wiederholte sie wieder und wie—
der. Wie konnte er wagen, einen andern solcher Dinge zu
zeschuldigen? Wie konnte er wagen, hierhin zu kom—
nen und zu versuchen, ihr den Glauben an einen Freund
u nehmen, dessen Freundschaft so viel für sie geworden
var, und die von Tag zu Tag tiefer in ihr Leben ein—
rriff

nit plötzlicher Unterwürfigkeit. „Ich liebe Sie von gan⸗
em Herzen und von ganzer Seele, aber das verleiht ja
ein Recht. Für mich selbst habe ich keine Hoffnung. Ich
ehe ein, daß ich ebenso weit davon entfernt bin, Ihr
derz zu gewinnen, als wie damals in Paris. Aber ich
vürde alles tun, was in meinen Kräften steht, um Sie
or diesem Manne zu retten, der nur an Ihr Vermögen
»enkt, und der nicht eine einzige hohe und edle Eigen—
chaft besiht.“
Irma fsank in ihrem Stuhl azurück. Sie war jetzt
olendlaß.
„Ich denke,“ sagte sie, Ach habe jetzt genug gehört!
Vollen Sie jeßt gehen? Ueber folche Dinge zu streiten,
st unmöglich, und ich will versuchen, zu vergessen —“
„Neinl“ sagte Norbert mit plößlicher Hestigkeit. Er
eugte sich vor, und, bevor sie ihn daran hindern konnte,
rfaßte er die Hand, die auf der Lehne ihres Sessels lag
md preßte sie mit seinen beiden Händen. „Nein,“ wieder
jolte er, „versuchen Sie nicht, dies zu vergessen. Im Ge—
jenteil, behalten Sie alles, was ich Ihnen gesagt habe;
ind bedenkin Sie, daß alles nur geschah, um Ste davor
u bewahren, Ihr Herz und Ihre Seele einem solchen
Nanne zu schenken, wie der, von dem wir eben sprachen.
Und glauben Sie, daß ich keinen andern Grund ber allem
satte, was ich sagte, als den einen, Sie zu warnen und
zu retten. Für mich selbst, wiederhole ich nochmals, habe
ich keine Hoffnung; und alles was ich wünsche, ist nur,
Lie vor den Plänen jenes Mannes zu retten.“
Er brach plötzlich ab, küßte die Hand, die er leiden—
chaftlich preßte, beinahe rauh, und verließ das Zimmer.
16.
Alles was ich winsche, ist, Sie vor den Plänen die—
es Mannes zu retten. Diese Worte klangen Irma noch
n den Ohren, nachdem Norbert sie verlassen hatte und
viederum Schweigen in dem weiten Gemach herrfchte. Ihr
Buls schlug beftig, ihr Atem ging schnell und kurz die

Jede Faser ihrer Natur bäumte sich gegen das auf,
vas sie gehört. Ein heftiger Zorn gegen den, der ihr
»as angetan, erfaßte sie. „Er war niedrigl!“ sagte sie mit
ebenden Lippen. Und dann traten plötzlich Zorn und
lerger in den Hintergrund, vor dem Bewußtsein, eine
iefe Wunde empfangen zu haben, doppelt tief, da sie von
zreundeshand geschlagen war. Sie erkannte, wie wenig
zreundschaft und Zuneigung sie empfing, auf die sie hätte
est vertrauen können, und sie legte ihr Haupt auf das
„ffene Pult vor ihr und brach in leidenschaftliche Tränen
us.
Bei dem Schluchzen, das ihren ganzen Körper er—
chütterte, überhörte sie das Oeffnen der Tür. Hastings,
der unangemeldet wie sonst das Zimmer betreten hatte,
lieb bet Irmas Anblick betroffen an der Tür stehen. Ei—
nen Augenblick schien er unschlüssig, dann schritt er schnell
durch das Zunmer und legte sanft die Hand auf ihr ge—
beugtes Haupt.
„Verzeihen Sie,“ sagte er, als Irma emporschrak,
aber darf ich nicht wissen, was Sie so sehr betrübt?“
Sie hob ihr tränenüberströmtes Geficht empor und
tragte: „Wie kommen Eie hierher?“
„Auf die denkbar einfachste Art,“ entgegnete er. „Ich
'am herein in dem festen Glauben, die gewöhnliche Gesell—
chaft hier versammelt zu sinden, und statt dessen finde ich
Sie hier allein in großer Betrübnis. Vielleicht hätte ich
vieder fortgehen sollen, ohne Sie gehört zu haben. Aber
vie konnte ich? Es war mir unmöglich, Sie so in sol—
hem Kummer zu sehen, ohne zu fragen, ob ich Ihnen
elfen könnte.“ Seine Entschuldigung klang sehr aufrich—
            
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