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Allgemeiner Anzeiger für den Zürgermeistereiß
Dudweiler.
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Abonnementspreis
monatlich 70 Pfg. frei ins Haus gebracht; beu
bestellt M. 2.25 vierteljahrlich.
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Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn—
und Feieriage
Saraüsrang, sen 29. Aai 1909.
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2. ayrgang.
—15444 14464.
Mit Veilagen: „Belletristische Wochenscoͤrift“ und
„Lustiae Blätter“.
Anzeigen
kosten 10 Pfg. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Nabatt.
öů————————— — — — — — —
Redaktion, Druck und Verlag von J. Untertkeller
in Dudweiler.
——
Pfingsten.
Nachdruct nern
deise, immer stärker werdend
Fegt der Südwind Wald und Fluren
Und des Frühlings grüne Maien
z„chmücken Wiese und Kulturen
Heil dir Lenz, dein Blumenzauber,
deines Mantels bunte Farben,
Spenden Stunden reinsten Glückes,
duftend weiße Blütengarben.
And es ziehet all die Menschheit
Weit hinaus in Flur und Heide,
Zu genießen Gottes Allmacht
In Natur und Lenzesfreude.
pfingsten, heil dir, Fest der Maien,
dochzeitsfest zwei schöner Seelen,
Wo in jugendlicher Anmut
Lenz und Sommer sich vermählen.
J. v. Qusl 2
URUAAAkGój,U˖UEFRBWWsBWXx)w)æseSIææZIIEIZEETD
Desyaro offneten sich um Camillas Winen wieder die
Tore von Argyle dem gesellschaftlichen Leben, und ob—
leich die Geselligkeit, die nun solgte, ruhig und begrenzt
jenug war, so erschten es doch Irma, als ob sie sich in
in Leben vroll von Vergnügungen und Abwechselung ge—
türzt habe.
Wie zu erwarten war, erwachte unter diesen Umstän⸗
hen die Tugend, die Kraft sich zu amüsieren, und die
Fröhlichkeit wieder in ihr, die stets ein ausgesprochener
Zug ihres Charalters gewesen war. Die Gesellschaft war
uthusiasmiert von dem Reiz der jungen Herrin von Ar—
ayle, aber nur Camilla und Norbert erkannten das Mäd—
hen wieder, dessen Fröhlichkeit einst das alte Haus in
passy erhellt hatte, wo Gilbert Darracote gearbeitet, phi—
osophiett und seine Freunde empfangen hatte. Sie war
ür sie teine Fremde, sondern die Irma der alten Tage,
odie vollständig unverändert und unberührt geblieben war
don dem großzen Wechsel in ihrer gesellschaftlichen Stel—⸗
ung.
Norbert sowohl als Camilla wunderten sich hierüber;
senn der beste Beweis für unser Hängen an weltlichen Gü—
ern ist die Verwunderung, die wir empfinden, wenn wir
emanden finden, der denselben keinen Wert betzulegen
cheint. Norbert, mit all' der Verachtung eines Kuͤnstlers
und Idealisten, würde für sich selbst jegliche Liebe zum
Belde weit von sich gewiesen haben, und doch wunderte
er sich, daß eine so große Erbschaft Irma nicht im gering⸗
iten aufregte.
Daß dieselbe ihn selbst um so mehr erregte, war viel—
leicht natütlich. Der arme Mann, der eine reiche
Frau liebt, muß, wenn er uneigennützig liebt, die
SZchranke anerkennen, die ihr Reichtum zwischen ih—
nen aufrichtet, und auf den Argwohn gefaßt sein,
der unvermeidlich auf ihn fallen wird. Aber Nor—
bert hatte einen Ausweg gefunden. Wenn er alle seine
ehrgeizigen Plane beiseite warf, und die Gelegenheit, die
ich ihm jetzt bot, ergrifs, um einen bedeutenden Ruf als
hortratmaler zu erringen, so war ohne Zweifel sein ein⸗
iaer Antrieb hierzu der Gedanke. einst ein annehmbarer
Irma
„Das glaube ich gern,“ erwiderte die andere. Weeine
romantischen Tendenzen haben keinen Raum in der Welt,
n der ich lebe. Aber Irma Darracote gehört einer an⸗
ern Welt an. Das ist wohl zu bedenken⸗
Jemand andres hatte in diesem Moment denselben Ge⸗
nanken, — Mrs. Lawton, die ebenfalls Irma beobachtet
jatte, als sie mit Norbert durch das Zimmer schritt. Sie
vandte sich dann zu Hastings, der neben ihr stand.
„Ich glaube, Mr. Norbert zählt sehr auf die Tatsache,
aß er mit unserer Psyche zusammen in Bohemia lebte,
ꝛevor sie eine Erbin wurde.“ Sie hielt inne und verfoldte
Irma mit ihren Blicden, die sich auf ein Sofa auf der
mderen Seite des Zimmers niederließ, und ihr Kleid zu—
ammenraffte, um Norbert Platz zu machen.
Nun, das hat ganz den Anschein, eines klleinen Ro—⸗
nanes — der riele enttäuschen wird,“ fuhr Mrs. Lawton
iachdenklich fort. „Und doch bin ich ganz sicher, daß es
ucht das ist, was es scheint, und ebenso überzeugt bin
ch, daß es ein großer Mißgriff fein würde, wenn es so
väre. Das klind, sehr mertwürdig. aber vielleicht verite
hen Ste mich?“
Hastings lächelte.
„Ich verstehe Sie vollkommen,“ sagte er, ‚und kann
zur sagen, daß ich völlig mit Ihnen übereinstimme. Miß
Darracote ist für ein besseres geschaffen als für ein Atelier
m Bohemia — oder auch wo anders“
14.
Es war zu erwarten, »aß nach all diesem ein großer
Wechsel in Irmas Leben eintrat. Die beinahe klösierliche
Zurückgezogenheit, in der sie seit ihrer Ankunft in Amerika
jelebt hatte, wurde durch Lamillas Einzug in Arghle un—
nöglich. Nicht nur, daß dieselbe einen frischen Zug von
)er anderen Welt mit sich brachte, sondern Irma sah auch
in, wie unmöglich es war, Camilla zu demselben zurüd—
zezogenen Leben zu verurteilen, wie sie selbit es führte.
Spiel und Sport.
(9) Internatis nale Luftschiffahrt-Ausstellung in
Fdraukfurt a. WMit. Die Polhtechnische Gesellschaft Frank
urt a. M. stiftere einen Preis von M. 5000, der als
weiter Preis für den Höhensticuerungs-Wettbewerb fü—
Flugmaschinen verwendet wird. Der erste Preis in Höh—
von M. 10 000 ist bekanntilich von Freiherr Krupp vor
Bohlen und Halbdach gestiftet. — Die Stadt Homburg v
d. H. hat einen Preis im Betrage von M. 3000 gesttftet
welcher demjenigen lenkbaren Lust'chiff zufallen soll, das
während der ganzen Dauer der Ausstellung die häufig
ten Fahrten über Homburg gemacht hat. Jede Land
uing auf Homburger Gebiet gilt als doppeltes Ueberfah—
en von Homburg. — Das Bad Soden hat für denzeni
en Ballonführer eines Freiballons, der auf der Ila auf
estiegen und am nächsten dem bebauten Rande von Bad
Zoden südwestlich der Bahnlinie Rulzbach-Soden und nich
veiter als 1,5 Kilometer vom Bahnhof Soden landet ei
nen Preis gestistet und zwar in Höhe von M. 300 für
eine endgültige Landung, und M. 200, wenn die Fahr
vieder fortgesetzt wird. — Von Frankfurter Bürgern if
ils Bürgerspende der Ila ein Betrag von 8000 M. zur
Verfügung gestellt. — Ein fsehr wertvoller Ehrenpreis is
der „Jla“ von Herrn Freiherrn von Königswarter gestif
et. Oberstleutnant Mödebeck-Berlin meldete für die hi
torische Abte lung seine hervorragende Kolleltlon von Luft
schissermedaillen und Plaketten an. Diese Sammlung dürfte
die vollständigste sein, die überhaupt existiert. Der An
meldeschluß für Zuwendungen für die historische Abteilung
ist auf den 15. Juni festgesetzt worden. Bücher und Flug—
olatter, soweit dieselben vor 1900 erschienen sind, bitten
man bei der Senckenbergischen Bibliothek, Franksurt a. M.
VBiktoria⸗Allee 9, Bilder, Pläne, Plaketten, Medaillen bei
Dr. Liebmann, Frankfurt a. M., Taunusstraße 1 anzu
melden. An beiden Stellen werden Anmeldungs-Formu⸗
are ausgegeben. Es wird noch ausdrücklich darauf hin—
gewiesen, daß durch Versicherung und besondere Bewach
ung den freundlich zur Verfügung gestellten Objeklen der
erforderliche Schutz zu teil wird, und daß alle Kosten von
der „Ila“ übernommen werden. Für die historische Ab
teilung wird ein besonderes Ausstellungs-Verzeichnis er
cheinen. Es sind zur Ausstellung bereits über 100 Mo
delle von Flugmaschinen und Luftschiffen angemeldet. In
folge großen Andrangs ist der Termin zur Anmeloum
von Dauerkarten auf 10. Juni verlängert worden. Ti
lusgabe der Eintrittskartenhefte (Tickeis) findet durch J
Schottenfels u. Co. und deren Unterverkaufsstellen siatt
Der Preis für ein Heft (12 Doppelkarten ie M. 1.) be
trägagt im Vorverkauf M. 10.
Humoriftische Ecke.
*zAu! „Warum gehst Du denn immer mit Deiner
Frau gerade nach der Wiese spazieren?“ „Weil ich hof—
je, daß sie sich dann ärgert.“ — ,Wiefo deun das?“ “
„Na, ich bringe sie doch zum Rasen!“
*Ein Skeptiker. Gei der Erklärung von Schi!
lers „Taucher“.) Erster Schüler (erzählty; „Der Knappe
tauchte mit großer Toillkühnheit in das Meer, um den
Zecher zu holen....“ — Lehrer: „Warum waͤr das eine
Tolikühnheit?“ — Der kleine Max: „Weil er doch nid—
Jewußt hat. ob der Becher echt mari“
*Wie die Alten sungen... Lehrer: „Ange—
ommen, Du willst Dir ein Geschäft gründen, wozu Du
m ganzen zwanzigtausend Mark brauchst; Du seldst hast
aber nur fünftausend Mark. Was jehlt Dir dann noche“
— Schüler: „Eine reiche Frau.“
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Freier fur das wiädchen, das der Bufall so yoch durch den
Wert des Geldes über ihn gestellt hatte, werden zu kön⸗
nen. Er war deshalb enttäuscht gewesen, als er heraus⸗
fand, daß Irmas Vermögen viel größer war, als er ge⸗
ihnt hatte, — so groß, daß selbst der berühmteste Künstler
une hoffen dürfte, durch seine Kunst finanzielle Gleichheit
wischen ihnen zu erlangen. — Vielleicht hätte er, als
hm dies alles zum Bewußtsein kam, jeden Gedanken an
Erfüllung seiner Hoffnungen aufgegeben, wenn seine Lei—
enschaft nicht durch das mächtigste aller Mittel — das
Erscheinen eines Rivalen — von neuem entflammt wor—⸗
den wäre.
Die Antipathie, die Norbert für Hastings bei ihrem
ersten Zusammentreffen enpfunden hatte, hatte auch in
ihrem späteren Verkehr keine Aenderung erfahren. Im Ge—
gjenteil, sie hatte sich noch verschärst, als er zu glauben
»egann, daß Hastings nur eigennützige Gründe leiteten,
im Irma zu werben. Die Erneuerung seiner eigenen
Werbung erschien ihm deshalb geradezu als Pflicht, denn
var es nicht seine Pflicht, Irma vor dem zu retten, der
ie nur um ihres Geldes willen zu erringen suchte. Es
var charakteristisch für Norbert, daß er, was den letzten
Punkt anbetraf, nicht den geringsten Zweifel hegte, und
daß er für keinen Moment die Möglichkeit einer Uneigen—
iützigkeit Hastings ins Auge faßte.
In dieser Hinsicht, und auch in seinen eigenen Vor—⸗
irteilen wurde er auf das Wärmste von Camilla unter—⸗
tützt. Letztere hatte die Situation sofort erfaßt, und sich
benfalls sofort auf Norberts Seite gestellt. Sie tat dies
nicht nur aus freundschaftlicher Zuneigung gegen einen,
der, wie sie sagte, zu ihrer eigenen Welt gehörte, sondern
ie sah auch ein, daß eine Heirat mit ihm Irma mehr ihren
ilten Freunden erhalten würde, wo hingegen eine solche
nit Hastings sie, ohne Zweifel ihnen sehr entfremden wür—
»e. Und, abgesehen von allen persönlichen Gefühlen,
vünschte Camilla auch nicht, jemanden, der im Stande
var, so viel für ihre Freunde zu tun, zu verlieren. Au⸗
genblicklich stand sie ja sehr gut mit den Impressarios
ind dem Publikum: aber es könnte doch auch der Tall