Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Nummer
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Tel.og, 259, 289 un 1261.

Tonate vrstag, den 27. Maiĩ

geitun geliste o⸗
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25. Zaͤhrgang.

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Mit Veilagen: „Relletristische Wochenschrift“‘ und
FAustige Blältter“.

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Allgemeiner Kuzeiger für den Zürgermeistere
Pudweiler.

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Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn
und Feiertage.
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— EE

Musische Nrmeereform.
Mit groer Spannung, der viel Ziertiismus Heige⸗
nischt ist, sieht man in Petersburg den Naßregeln ent—
egen, die der neue Kriegsminister General Suchomlinow
ur Resorm der Armee „au Haupt und Gliedern vorbe⸗
itet. Wird er mehr Grück haben als sein Vorgänger
zeneral Redizer, der so viele Hossneingen erweckt und so
benige erfüllt hat? Wahzrend der vier Jahre der Amits⸗
ührung Rodigers hat es immer gehe ßen, daß große
tefornien im Gange seien und die russische Armee nach
en Erfahrungen des letzten Kerieges von Grund auf reor—
antsiert werden solle. In jeder seiner Dumareden ver—
— Aricasminister, daß die Dinge gut ste⸗
eun. Er äußerte sich sehr vorsichtig über die Reformen
ind fügte jedesmal hinzu, daß die Reorganisation der
rmee „sehr behutsam und ohne scharfen Bruch“ vorge—
lommen werden müsse. Dieses „Behntsam“ bildet die
zignatur der Rödigerschen Reformperiode, an welche ganz
stußland unendlich viele Erwartungen getnupft hatte. Vei⸗
er aber schloß sie mit dem traurigen Fazit, daß im
herlauf der vier kostbaren Jahre, wenn man von einigen
ein äußeren Reformen absieht, nichts geleistet worden ist.
dieses trübselige Resultat trat auf der Sitzung des Kabi—
ietts am 19. März in Zarstoe⸗Sselo zutage, dem schwar⸗
en Freitag, an dem sich der Ministerrat nach einer recht
angen Pause zu einer historischen Sitzung über die ge—
amte internationale Lage zusammenfand. Bei dieser Ge—
egenheit erkannte General von Rödiger, daß der kägliche
zustand der russischen Armee nicht mehr länger zu ver⸗
jseimlichen sei, — weil mit ihr als Faltor zur Unterstützing
 der Jnateressen Rußlands gerechnet werden sollte!
Auf dem Papier freilich hat General von Rödiger
vährend sesner Amtszeit manches geleistet; in Wirklichkeit
nichts. Im ersten Jahre seiner Tätigkeit, 1906, galt X
Signatur „Faul“. Im Jahre 19607 änderte sich dann un—
ier dem Einfluß einer Propaganda, die von militerischer
Seite in der Presse und in Fuugschristen betrieben wurde,
der Eindruck, und alles ward plößßlich als „ausgezeichnet“
h'ngestelst. Die Organisation, so iog man, war gut, die
Disziplin war gut, der Krieg wurde durch einen Zufall
yerloren, weil gute Führer fehtsten. Daraufhin erging
zenn auch das berühmte Rezept des Kriegsministers Rö—
diger und seines großen Inspirators, des einst sonderba—
erweise sür ein „militärisches Genie“ gehaltenen Groß—
fürsten Nekolai Nikolajewitsch. Die Order lautete dahin,
nichts zu ändern, sondern alles beim alten zu lassen,
denn der historische Kriegsruhm der russischen Armee habe
ich doch auf der bestehenden Organisation aufgebaut.
Nun kam aber das Jahr 1908, das für die russische
Armee durch die bekannte Rede A. J. Gutschkows, des
Führers der Okttoberfraktion, eingeleitet wurde. Er hielt
in der Reichsduma seine Aufsehen erregende Philipptka
über den Verfall der russischen Armee und ihre Ursachen,
die „Großfürftenwirtschaft“. Diese Rede schlug gleich ei—
ner Bombe, ein und der Großfürst Nilolai Nitolajewitsch
nahm seinen Abschied als Präsident des „Rates der Ver—
eidigung des Reiches“, der während seines dreijährigen
bestehens dem Fiskus nur Ausgaben, der Armee und der
Zache der Reichsverteidigung gar keinen Nutzen gebracht
jatte. Gleichzeitig gab nun General von Rödiger die
Parole für das Jahr 1908 aus, daß refsormiert werden.
iber alles „behutsam“ vorgenommen werden soll.
Den Grundstein aller Reformen der Amtsperiode Rö—
»igers bildete die Neuschaffung einer einheitlichen und ver—
intwortlichen obersten Misitärbehörde. Parlament und
ßresse hatten so oft auf die vielköpfige Hydra der russi—
chen Armeeverwaltung hingewiesen, daß sich General Rö—
diger nach zehnmonatlichem Sögern endlich entschloß, der
⸗— — T

reitopsgen Hydra ein Paupt abpzuschlagen. Mit dieser! gewisse Kritit der Eltern herausfordern. Und vor allem
esorm war aber gar nichts getan, da es vollständig der Nachmittagsunterricht und schließech noch die vieler—
leichzultig sein konnte, ob die russische Militärverwaltung oͤrterte Frage der Schularbeiten, die nur zu sehr
tatt in zwölf in elf autonome Körper zerfällt. Eine ver zusammengehsren, da durch die Beanspruchung fast aller
intwortliche Person muß an der Spitze der Armee⸗Ver— Rachmittage für Turnen, Singen und etwaige falultative
vpaltung stehen, das aber war durch die „Refornn“ des ünterrichtsstunden wie Englifsch, Hebraͤisch u. dal die Zeu
russischen Generalstabes und seine Unterstellung unter die für die hauslichen Arbeiten sehr beschränktt wird, zumal
Komvetenz des Kriegsministers nicht erreicht. wenn ein läugerer Schulweg zurückgelegt werden muß,
ODer Reformeifer wandte sich dann den nicht in der was in Breslau vielfach der Fall ist. Mit Ruücksicht hier—
Front stehenden Offizieren zu. Tausende von Ossfizieren uuf laßt sich auch die Klage über die Ueberbürdung der
tragen den bunten Rock und füllen die Listen der Ar— Schüler mit häuslichen Arbeiten, besonders in den Ober—
nee, während gleichzeitig inn Frontdienst ein ungeheurer lassen und in einzelnen Fächern. nicht aanz von der
»on Jahr zu Jahr in sehr empfindlicher Weise zunehmen— dand weisen.“
er Mangel an Offtzieren Herrscht. Seit den Hriege iß * Handelsminister Delbrück gab, wie aus Berlin ge—
ie Flucht der Offignere aus dem Frontdienst eine staͤn. meldet wird, gegenüber einer NReuterung des Abg. Lei—
ige rfchernung geworden Zien“tich durch alle von ert (Sozhh meicher meinte, er würde waheschanuch bas
heneran Rodiger etroseen Paltigtipmittel, wie eine sei In einer anderen' Stelle als in Handelsaminislertune un
Vaar oud erwirttichte Gehaltszulage. micht aufhal. die Serlte des Arbeiters mmplen müssen, in seiner Erwi
en Jassen ie runde des, Jebels liegen viel tieser als dernug die Sr arung ab daßeer d h bane n
n den Gageverhältnissen, nämlich in dem gänzlichen Ver— sern'emjehigen Poflen um die Seele des Arbeitere
all des Armeeorganismus und in dem Schwinden der u koͤmpfen dedenke
Achturig vor dem Heere. Aber was tat man zur Besser— õ Var 9J. *
ing der Zustände? Man hat den Offizieren die Verwalt— Der „Borstand des D zut den detagen
ing der Regimentslazarette genommen und auf diese trat Verlin 88 dem Vorsitze des Oberbürgermeiners
Veise von einigen zehntausend Offizieren einige hundert Lon Vorscht-München zusammen um zu der Frage der
em Frontdienst wiedergegeben. Ein gleiches Schicksai Reichswertzuwachssteuer Stellung zu ehnen Der
at der Neformplan erlebi, der Armee für die attiven Vorstand beschloß, eine Eingabe an den Bundesrat zu
zestände die Offiziersburschen und überhaupt alles das vrichten, worin nachdrü⸗klich gegen die Reichswertzuwachs.
viederzugeben, was im letzten Kriege durch Organisa— tener und die Umsatzsteuer Einspruch erhoben wird. Die
ionsfeler den „Rücken der Axmee“ gusmachte und sie aus Landesstadte sollen bei ihren Landesregierungen in alei—
ie Hälfte ihres numerischen Sollstandes rednzierte. Der Vver Weise Vorstellungen erheben.
Lersuch, die Offiziersburschen abzuschafssen, scheiterte voll— Dänemark.
tändig; in der Offiziersburschenfrage hat General v. Rö— * Aus allen Teilen des Landes laufen Berichte ein,
iger ein glänzendes Fiasko erlitten, denn auch noch heute aus denen hervorgeht, daß die Siimmung fiur vie Ver—
jat jeder Kompaniekommandeur mindestens drei Bur— teidigungsvorlage der Regierung im Wachstum
ch en st,Aut des ihm aesetzlich zukommenden Si, hegristen ist. In Kreisen, die'der Regierung — nahesehen,
nein Dieners. ist man der Meinung, eine neue Auflösung der Zweiten
Ohne Zweifel ist der neue Kriegsminister General Kammer werde sofort erfolgen, wenn die Mitle Juni zu—
Zuchomlinow eine markantere und talentvollere Persöͤn- ammentretende neue Zweite Kammer die Regierungsvor—
ichkeit als sein Vorgänger. Trotzdem dürfte die ihm tage ablehut.
jestellte Aufgabe, die russische Armee von Grund auf zu * Die Affäre Alberti ist in eine neue Phase getreten,
eorganisieren, wiederum von Aeußerlichteiten abgesehen, indem närmlich der Arrestant sich kurzer Hand geweigert
eine Kräfte übersteigen. Dieser Aufgabe dürfte selbst hat, die Fragen des Untersuchungsrichters zu beantworten
in Miljutin oder ein Woltke schwer gewachsen sein, denn und nunmehr felbst verlangt, vor das Reichsgericht ge—
»ie. Ausrottung der Schäden, welche die russische Armee ellt zu werden. Er hat indes hinzugefügt, daß er aud
dem Tschin und der Großfürstenwirtschaft verdankt, er— dann nur unter der Bedingung die an ihn gerichreten Fra—
ordern eine eiserne Hand. gen beantworten werde, wenn man ihm gestatte, in ei—
ier Zeile zu schlafen, in der keine elektrische Lampe wäh
tend der Nacht brennt. „Das Licht stört meinen Schlaf“
behauptet er, „wodurch meine geistigen Fähigkeiten abge—
schwächt werden: ich kann mich somit nicht verteidigen, so
wie ich es wünsche, und würde demzufolge vorziehen,
jede Verteidigung zu unterlassen und leine Frage zu be
aAntworten

—KERBXEXEX
Volitische Rundschau.
Deutsches Reich.
* In Anknüpsung an die Vorkommnisse im Essener
zymnasium und an den schlesischen Phitologentag unter
immt die „Schles. Ztg.“, ein konservatives Blatt, eint
eritik einiger Schulfragen. Die Ueberlastung der Schü—
er tritt schon äußerlich auffallend hervor: „Die Miasse
»er Schulbücher, die für einen einzigen Vormittag er or—
erlich sind, ist oft so groß, daß sie für jüngere und fün—
hwächere Kinder ein ganz ungebührliches Gewicht dar
ellt. So einem kleinen Kerl von 10 Jahren, der mi
iner 9 bis 10 Pfund schweren Büchertasche morgens si—
btrollt, sieht nicht bloß das Mutterauge, sondern auch
as Vaterauge mitleidig und bedauernd nach. Erst nder
— DV
»lbst ab, teils kann sie sich der ältere Schüler durch
zelbsthilfe, deren Berechtigung nicht immer ganz ein
vandfrei sein mag, herabmindern. In Bezug auf d
dlassenlektüre stellt die Schule mitunter An—
vrücscche an den Geldbeutel, die unisreelich ein
— —— — — ——— — — ——
„Ich glaube, Sie kannten Wer. Darracote,“ sagte er
Ich denke gerade daran, wie sehr er jeden Erfolg haßte
doen ein Künstler durch andere Mittel, als durch ehrlich
Arbeit errang.“
„Ja,“ erwiderte Mrs. Royal Smith. „Ich kannte Mr
Darracote, seine Ideale und Theorten sehr genau. Si
varen vornehm und hoch — keiner weiß das besser als⸗
ich. Aber die Folge davon war, daß er als armer, unbe—
lannter Mann lebte und starb. Möchten Sie, daß es Ihr
nen ebenso ergeht?“
„Ich gestehe offen, nein,“ entgegnete er, mehr und
nehr sich wundernd über die kleine weißhaarige Dame mit
dem klugen Gesicht und der schneidenden Sprache. „Ich
besitze viel mehr Ehrgeiz, als Mr. Darracote Weltkluüg
geit.“
Mrs. Royal Smith nickte zustimmend.
„Um so besser,“ sagte sie. „Wahrscheinlich werden Sie
nich für eine ganz weltliche alte Frau halten, aber ick
jalte es eben für ein Unglück, zu wenig Weltklugheit zu
esitzen. Wir sind überzeugt, daß das für Mr. Darracote
in Unglück war; und hier sehen Sie dieses reizende Ge—
höpf, seine Tochter“ — sie beobachtete ihren Zuhörer
ierbei genau —, „die, wie ich fürchte, auf dem besten
Vege ist, denselben Fehler zu begehen, da lie dieselbe
ẽharakteranlage hat, wie er.“
Norbert sah erstaunt auf.
„Ich weiß, daßz Miß Darracote ebensowenig weltklug
st, wie ihr Vater; aber welche Fehler befürchten Sie von
hr?“ fraate er.
„Verschiedene Arten von Fehlern sind möglich,“ sagt
Mrs. Royal Smith ausweichend. Dann suchte sie ihre
Brille auf und machte eine Bemerkung über das Bild, vor
dem sie standen.
Sie hatte jetzt Gewißheit erlangt von dem, was sie
jerne wissen wollte. Es war klar, Norbert war in Irma
erliebt, und es war charalteristisch für Mrs. Royal
Zmith, daß sie beschloß, all' ihren Einfluß zu Gunsier
on Norbert aufzubieten. Denn, obgleich sie sich selbs
ne weltliche alte Frau nannte. war sle im Grunde nichte

Türkei.
* Erx-⸗Sultan Abdul Hamid hat sich von Salonik aus
in eigenhändigen Briefen an die verschiedenen Konstan—
inopeler und auswärtigen Bankinstitute gewandt
nit dem Ersuchen, ihm seine Guthaben nach Salonik zu
iberweisen. Eine Bank in Konstantinopel holte die Au—
icht einer kompetenten Stelle ein und erhielt die Aus—
unft, daß gegen eine Ueberweisung nichts vorliege. Es
cheint jetzt ein vollständiges Einverständnis zwischen dem
rüheren Sultan und der Regierung wegen der Heraus—
zabe des Vermögens zu bestehen. Unter Vermeidung al—
er juristischer Komplikationen ist der sichere Weg einer
zirekten Ueberweisunag an Abdul Hamid gewählt warden

— EAYüAEIEEDOSÆtEXAÆMW

Irma

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weniger als welttlug, abgesehen von thren gesellschaftlicher
Talenten und der leitenden Stellung, die sie in der Ge⸗—
ellschaft einnahm. Vom ersten Moment an hatte Hastings
ils Freier der jungen Erbin ihr Mißfallen erregt; und es
chien ihr, als ob Norbert gerade zur rechten Zeit erschie
ien wäre, um eine unglückliche Ehe zwischen der Tochten
ines Idealisten und diesem Weltmenschen zu verhindern.
Wie viel passender und wie viel romantischer wäre es,
venn das Mädchen einen Künstler, wie ihr Vater, heira—
ete, der sie ohne Zweifel schon geliebt hatte, bevor der
joldene Glanz sie umgab, anstatt einen Menschen, den nun
ihr großer Reichtum anloctte! All' dieses ging Mrs' Ro—
hal Smith durch den Kopf, als sie vor den Bildern miit
Norbert plauderte.
Am anderen Ende des Ateliers saate unterdessen Mrs
Lawton zu Irma:
„Es ist kein Wunder, wenn ich dachte, das Bild hler
leiche Irma auffallend;“ — sie standen vor einem reizen
den gemalten Kopf — „SEie erinnern sich, daß ich Ihnen
chon davon erzählte, bevor ich wußte, daß Sie mit Mr.
Norbert bekannt wären. Jetzt sieht man, daß es mehr
der weniger ein Porträt tsi.“
„Es ist nur eine Studie meines Kopfes, aus dem Ge—
düchtnis gezeichnet,“ erwiderte Irma. „Ich habe nie da—
zu gesessen.“
Mrs. Lawton blickte überrascht guf.
„Wenn Sie nie dazu gesessen haben,“ sagte sie, „dann
muß der Maler Ihr Gesicht mit wunderbarer Genauigkeit
im Gedächtnis — oder im Herzen haben.“
Bei den letzten Worten errötete Irma und warf der
Sprecherin einen vorwurfsvollen Blick zu.
„Wissen Sie nicht,“ sagte sie, „daß ein Künstler Dinge
jeht und behält, für die andere Menschen blind sind? Und
in meinem früheren Leben hatte Mr. Norbert oft Gelegen⸗
heit, mich zu sehen; denn er gehörte zu unseren intimsten
Jreunden“

„Es ist nichts als Neugierde von mir,“ versicherte sie
hm. „ch möchte mich selbst einmal durch Ihre Augen
ehen, und die scheinen mir sehr scharf zu sein. Die Art
ind Weise, wie Sie es rerstanden haben, die charakteristi—
chen Züge dieser Gesichter — sie deutete auf einige seiner
ßerträts — festzuhalten, ist bewunderungswert. Denken
zie, daß Ihnen dasselbe bei mir gelingen wird?“
Ich hoffe, ich werde es noch besser machen können,“
ntwortete der junge Mann, indem er sie mit Künjstler⸗
licken betrachtete. „Ihr Gesicht ist interessanter, als alle
nderen. Ein Künstler kann nicht Charakter in ein Ge—
icht legen, wenn er nicht in Wirklichkeit vorhanden ist;
md je mehr Charakter ein Mensch hat, um so besser für
en Künstler.“
„Gut, sehen Sie, was aus mir zu machen ist,“ sagte
ie lachend. „Ich verspreche Ihnen, daß, wenn Sie Erfolg
aben werden, woran ich nicht zweifle — es einfach Mode
erden wird, sich von Ihnen malen zu lassen. Nur ver—⸗
eihen Sie, wenn ich Ihnen einen Rat gebe. Stellen Sie
ohe Preise, die Welt von heutzutage schätzt eines Künst—
ers Werk danach, wie er selbst den Wert desselben durch
en Preis angibt. Ein zu niederer Vreis wäre alĩio age—
adezu ein Fehlgriff.“
„Sie sind mehr wie liebenswürdig,“ erwiderte Norbert
iberrascht. IIch werde Ihren Rat beherzigen, obgleich ich
ürchtg, daß es etwas anmaßend aussehen wird, wenn ich
eselben Preise fordere, wie berühmte Künstler.“
„Das ist der Weg, um selbst berühmt zu werden,“
agte sie. „L'audace, l'audace toujours l'audacel“ „Glau⸗
en Sie mir, das ist ein gutes Motto für einen An—
aänger.“
Unwillkürlich wandten sich Nerberts Blicke zu Irma,
wek Mers. Lawton am anderen Ende des Zimmers
and.
            
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