Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Nummer 120.

7 ot. 26
Tel.oo, 268, 263 un 1561.

Mittwoch, sden 26. Mai 1909. Z tunelute 501
—

25. Zahrgang.

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I

Mit Reilagen: »essetrifische Bochenschrifte‘ und
ustige ütter“.

Tagemeiner Anzeiger fär den Rürgermoeitlereit
———

Aßennementspreis
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hestellt M. 2,25 vierieljöhrlich.
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Redaktion. Druck und Verlag von J. Anterkeller
in Dudweiler.

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uizibrruseli, An zuntn uirage Richtyßen Steuung 3
lehmen.

Wird Ttolurin bleibeu?
Der Zar rüstet sich zu seiner Somuerreise ins Aus—
and, und bald wird es von dem nolituhen Rantpfspiel
ill werden, das seit Monnaten wieder ununiterbrochen in
en Mauern des Kalsersosses von Zarstoje⸗-Sselo getobi
Jat, und von dem die Anbenstehenden so woenig Sicheres
rfahren. Einstweilen ist der Prenterminister Stolupin,
jegen den diesmal hinter den Kulsen des Hofes get
ämpft wurde, der Sieger geblieben. Das Ende der Krise
st aber wahrscheinlich noch micht da, urd heute steht nun
est, daß Stolypins Stern im Sutten ist. Es fehlt Rieht
In Stulpuntten, an denen seine Gegner mit Ersolg von
scuem den Hebel werden ansetzen können. Die Ensscheid—
ing ist nur hinausgeschoben, wird aber wohl tommen,
vein die weißen Nächte, vor denen die russische „Geserb
chat“ flieht, vorübergegangen sind. Jedenalis ist der
Zaerige Verlauf dieses Kampfes um die Macht, der un
in Haar zum Sturze des ganzen Kabeinetts gefahrt Hhot⸗
e, suͤr die heutigen Instunde am konsututioneelen Zacen
jofe so ungemein charatteristisch, daß es sich vertohn:, au
—
ganzen Falles etwas eingehender zu beleuchten.
Die ganze Krisis war von der errtremen Rechten der
Reichsduniag angezettelt worden, die eut chlossen war, Sto—
ypin während seines Urlaubes zu Fall zu bringen. D
Anlaß dazu bot der Umstand, daß, wie bekannt, Stoltz
zin den Etat des Marinegesieralstabes der Reichsnun.
ind dem Reichsrat zur Beratung vorgelegt hatte, wäh
tend die selbständige Erledigung derartiger Etats zu der
brurogative des Zaren als obersten Kriegsherrn gehört
Diesen Fehler wolite Stolypin nicht eingestehen, obgleick
hn gewiegte Staatsmänner wie Graf Witte, der eine
ang;jährige Erfahrung im Staatsdienst hinter sich har
ind dem früheren Gouverneur von Saratow als politi—
cher Kopf ohne Zweifel überlegen ist, eindringlich warn
en. Anfangs wurde diese Warnung in Zarskoje-Sselt
ils eine Anmaßung des Grafen Witte aufge'aßt, dant
iber gab der Einsiedler von Zarsfoje-Sselo eines Tages
»em Drängen der Rechten nach und war bereit, Stolypit
allen zu lassen. Man muß die Art kennen, wie der Zar
Sesetze bestätigt. Er hat sonst nie gegen ihre Unterzeich
iung etwas einzuwenden, sondern erklärt sich steis bereit,
zie ihm vorgelegten Entwürfe der einzelnen Minister zr
estäcigen. Sein Vater handelte darin messt anders und
ieß so manchen Minister oft wochenlang warten, bis er
inen wichtigen Entwurf unterschrieb. Er war ein Manr
nit einem eigenen sehr starlen Witlen. Der aber fehl—
»em „glücklichen Oberst“, wie die höheren Beamten der
Zaren unter sich zu nennen pflegen. Daher lag für jeder
zie Intrige der Rechten sofort auf der Hand, als sick
ines Tages das Gerücht verbreitete, der vie genannt
Entwurf werde in Zarstoje-Sselo nicht bestätigt werden
Ausgeführt wurde dieser Enischluß allerdings viel später
och setzte der Zar zum ersten Mal in seinem Leben ab
veichend von seiner Gewohnheit die verhängnisvoller
Worte unter den Entwurf: „Ich bestätige ihn nicht.“ Dag
satten mit ihren gehesmnisvollen Audienzen reakttionär
Abgeordnete bewirkt, die seit Tagen die Köpfe in der
seichsdunma sehr geheimnisvoll zusammensteckten und Sto—
ypin bereiis zum alten Eisen warsfsen. Und Stolypir
väre der Intrige ohne jeden 3weisel zum Opfer ge'allen
venn nicht die Oktobristen, die überzeugt sind, daß ih—
Zchicksal und das Schicksal der dritten Duma sich ar
Ztot ypins Bleiben knüpft, ihn rechtzeitig von allem un
errichret und gewarnt hätten.
Als Stolypin persönlich in Zarsfoje-Sselo erschien
uim seinen Abschied einzureichen und zu gesen, da er sid
lugerweise sagte, daß er viel mehr, als er errcicht, nich
mehr erreichen könne, wurde er wider Erwarien freur
— α—DD.

ich empsangen. Vas jr die seitsane Art des Zaren,
r will es nach keiner Seite hin verderben. Der Rechten
jatte er ebenso lächelnd versichertt, er würde den Etat
icht bestärigen und Stolyrpin müsse gehen, während er
Ztolypin in aller Freundlichteit erklärte, er solle das
aiserliche Reskript, durch das der Konslikt beigelegt
vurde, selbst abfassen. Allerdings lag die Sache
nsofern für Stolypin nicht ganz angenehm, als bereits
ene Befehle an den Kriegs- und Marineminister abge—
aßt und an ihre Adresse gelangt waren, die der Sache
ine ganz bestinmte Wendung gaben. Immerhin gab der
Zar Stolypin im letzten Augenölick die Möglichkeit, sich
u retten, und dieser hat keinen Augenblick gezögert, es
»u tun. Sein Prestige ist fretlich ziemlich vernichtet und
ürfte durch den Lopuchin-Brozeß noch mehr verblassen.
sur die Duma hält Stolypin noch, denn die dritte Dumo
teht und fäüllt mit ihm

Italien.
* Die kretiseßse Fratze beschäftigt die hiesigen Politi—
ker wieder. Ein vbekamter Reiseschriftsteler behaupeete
kürzlich in der „Nazione“, daß die Zentralmüchte Ita—
hien eine Falle seilten, indein sie es ermutigten, die
Frage der Annerion Kretas an Griechenland in Fuuß zu
oringen, denn so wurde Zialien bei den Zungtürken miß—
liebig. Andere Poritiker machen darauf aufmerksam, daß
Im Juli beim Räückzug der internationalen Truppen aus
reta Kämpie zwischen den annerionslustigen Christen
und den Muselmanen erfoigen könnten; die öjisfsentliche
Meinung Griechenlands sei aber so auf die Annexion
persessen, daß, wenn sie nicht erfolge, König Georgs Thron
gefährdet sei. Deutschland und Oesterreich könnten also,
nit NRückstezt auf die Kronprinzessin, die Schwester Kai—
er Wilhelms, nicht neutral bleiben wie 1897, sondern
vürden mit Rußland und Frantreich die jetzt von Italien
ind Eugland begonnene Altton in Konstantinopel stärken.
Die Schwierigkeiten wüchsen noch, da die trürkische Mili—
ärpartei, die keine neue Verminderung des Territoriums
volle, entschlossen sei, die Annexion durch einen Einmarsch
n Griechenland zu hindern. Die maßgebenden römischen
Blätter beschäftigen sich noch nicht mit der Initiative, die
London und Rom bald in der kretischen Frage erareifen
werden.

ö—
VPolitische Rundsecau.
Dentsches Reich.
*An der Konferenz im Reichsschatzamt über die
etzten Beschlüsse der Flnanzkommission des
stteichstags haben als Vertreter der Regierung der
Schatzsekretär Sydow, Finanzminister von Rheinbaben,
Reichsbankpräsident Havenstein und mehrere Kommissarien
eilgenommen, aus der Bankwelt Franz von VWiendelssohn,
geh. Rat Rießer, die Direktoren Manktewicz, Ludwig
Deibrück, Nathan und Salomonsohn. Von der Industrie
var eine große Elektrizitätsgesellschaft vertreten. Sämt
iche Herren waren darin einig, daß die von der Finanz—
ommission des Reichsstags angenommenen Richthofenscher
Anträge un durchführbar und unannehmboar seien.
Derselben Ansicht schienen auch die Vertreter der Regier—
ing zu sein, namentlich auch der vreußische Finanzmini—
ter von Rheinbaben. In der Besprechung, die vier
Stunden dauerte, scheint man dann den Bertretern der
Bankwelt nahegelegt zu haben, sich über eventuelle andere
Vorschläge auszusprechen, die aus einer Besteuerung des—
en, was man das mobile Kapital nennt, einen erheodli—
hen Beitrag zur Ergänzung der Erbschaftssteuer liefern
olle, an der die Regierung festzuhalten entschlossen iit.
58s soll noch eine weitere Besprechung stattfinden.
* Die „Nordd. Allg. Zig.“ schreibt: Mitteilungen aus
zpanien zufolge wird bei den aus dem Auslande nach
Zzpanien kommenden eingeschriebenen Postsendun-—
en, die verdächtig sind, zollpflichtige Waren zu enthal—
n, der Adressat aufzefordert, die Annahme zu verwei—
ern oder die einschlagige Zollstrafe zu zahlen. Findet
ei der im ersten Falle vorzunehmenden Untersuchung der
zerdacht seine Bestätiguna. so werden die Waren öiffent—
ich versteigert.
*Ein Entwurf betreffend die Bewilligung weiterer
Staatsmittel zur Berbesserung der Wohn-—
ungsverhältnisse von Arbeitern, welche in
aatlichen Betrieben beschäfagt sind, und von gering be—
oldeten Staatsbeamten ist dem preußischen Abgeordneten—
ause zugegangen. Der Entwurf wirft zu dem gedachten
3weck 16 Mitlionen Mark aus.
* Das Bureau der Handelskammer in Berlin teilt mit:
Angesichts der durch die neuerlichen Beschlüsse
»es Finanzausschusses nicht nur deutschen Börsen, son—
»ern auch den am Börsenhandell interessierten wei—
en gewerblichen Kreisen drohenden schweren Gefahren, hat
zie Handelskammer in Berlin sämtliche deutsche Handels
ammern, unter deren Aufsicht die Börsen stehen, zu ei
jer Konferenz auf den 2. Juni nach Berlin berufen. —
Vie die „Frkf. Ztg.“ meldet, gedenkt der Zentralverband
deä Anrnnorhes auf Anfang Juni einen Banfieeto
— — —
eine Folge ihrer allen zyreunoschart. wie Sie es zu nen—
nen belieben.“
„Zweifellos; aber wir müssen bedenken, daß andere es
nicht dafür halten werden. Wenn nun bekannt wird, daß
Niß Darracote zu Ehren dieses unbekannten Künstlers zum
eisften Male in die Gesellschaft getreten ist, was für
Schlüsse wird man daraus ziehen? Und da wir wissen,
daß diese Schlüsse falsch sein werden, so ist es unsere
Pflicht, sie davor zu bewahren.“
„Mr. Norbert's Atelier ist wahrhaftig nicht der Ort,
vo Miß Darracote ihr Debut in der Gesellschaft feiern
ann,“ stimmte Mrs. Treherne zu. „Wenn Sie sich schon
rorher gezeigt hätte, wäre das etwas anderes. Aber bis
etzt hat sie sich stets geweigert, es zu tun.“
„Und Sie wissen gewiß auch, daß schon ein Gerücht
von einem Künstler, der sie liebt, von Paris hierhin ge—
rungen ist. Und selbstverständlich wird jeder Mr. Nor—
dert für den betreffenden Liebhaber halten.“
„Es ist komisch, wie solche Dinge sich verbreiten,“ sagte
Nrs. Treherne nachdenklich. „Sie hat ihn seit meiner
Ankunft in Paris nicht mehr gesehen, und doch ist aus
rgend eine Weise das Gerücht von seiner Existenz hier⸗
sin gedrungen. Ich glaube kaum, daß es mir Mühe ma—
hen wird, sie von ihrem Plan, im Altelier die Wir—
in zu machen, abzubringen; aber ihr Erscheinen dort al—⸗
ein als Gast wird schon zu Redercien Veramnagssung
geben.“
„Das kann nicht vermieden werden; denn sie ist ent⸗
ichlossen, ihn mit allen Mitteln, die in ihrer Macht ste—
jen, zu helfen, und wir müssen zugeben, daß ihr Erfschei—
nen seinen Ruf nur verbreiten wird.“
„Sie will ihm auch zu ihrem Bilde sitzen — haben
Sie gehört? Ach,“ — lachte sie und ein boshafter Zug
ag um ihren Mund — „ich fürchte, mon ami, Sie sind,
vas diesen Künstler anbelangt, zu harmlos. Mademoiselle
Irma weiß genau, was sie tut, sage ich. Und meiner
Neinung nach ist in dem Gerücht aus Paris mehr Wahr—
weit. als wir aloubten. Es wird allerdinas etwas ent

Serbien.
* Die Regierung hat eine Organisation entdeckt, die
den Sturz der Dynastie in Serbien anstrebte. Die
Vorschwörung erstreckte sich bis nach Genf und Lyon
Die Redgierung wird ein Mnarchistengngeseß Pporbereiften

Türkei.
*Aus guter Quelle verlautet, daß der russische Bot—
schafter Sinso wjew aus Petersurg telegraphisch seine
Abbernfang erhielt. Als Nachto'ger von Sinow ew is
Tscharyköw, der bisherige Ministergehilse des Aeußeren,
designiert Sinowjew soll schon Anfang Juni seinen
Konstantinodeler Posten, den er zwölf Jahre innegehab—
hat, verlassen. Diese zeitlich mit der Abberufung des
ranzüsischen Botschafters Constans zusammenfallende Nen
»csetzung erjährt in den diplomatischen Kreisen lebhaftest
dommentare. Sie wird damit begründet, daß die eng—
ischfranzösisch-russische Entente in Constans und Sinow
ew nicht immer den Ausdruck hier fand, der ihren Zie
en und Interessen entsprochen hätte. Beide Diplomaͤten
eten Repräsentanten der alten Schule gewesen, die vor—
iehmlich in England selten einen Verbündeten erblickt hat
Meit Bompard und Tscharykow dürfte ein anderer Zug ir
die Konitankinoveler diplomatische Atmosphäre gelangen

Die Berliner Gemeindevertreter zu England.
Die zum Besuch in England weilende Deputation der
Berliner Stadtverwaltung wurde von der
Londoner Cith mit einem Bankett in der Guildhall
»ewirtet. Das Fest war mit dem bei den Veranstaltun—
zen der City herkömmlichen altertümlichen Prunke insze—
niert und verlief unter dem Präsidium des Lordmayors
Sir Geotge Truscott durchaus befriedigend und in
den liebenswürdigsten Formen. Nachdem der Lordmayor
nit Betonung der beide Länder verknüpfenden Freund
chaft auf die Souveräne und dann auf die Gäste getog⸗
tet hatte, sprach Oberbürgermeiste Kirschner“—und
zab ebenfalls der freundschaftlichen Gesinnung Ausdruck,
die nicht nur beide Städte, sondern beide Nationen ver—
inde. Auch Herr Cassel, der stellvertretende Vor—
itzende der Stadtverordnetenversammlung wies in engli—
cher Rede auf die beide Länder verbindende Momente
quschend, aber ebenso amusant sein, wenn dieser junge
Unbekannte alle unsere Pläne über den Haufen wirft
— Ihre, meine und die vom armen Onkel Darracote
— und im Triumph mit der Erbin und dem Vermö—
zen abzieht.“
Sie hatte nicht oft die Genugtuung, in dem Antlitz
tes Mannes vor ihr eine Bewegung zu bemerken, aber
etzt sah sie ein plötzliches Blitzen in seinen Augen, als
r serwiderte:
„Wir müssen eben abwarten, ob wir dieses Vergnügen
aben werden — oder nicht“
,Ja, das liegt alles im Zulunftsscheß verborgen und
—*8 von der Laune eines Weibes ab. Aber“ — fie
engte sich jeßt mit ernsiem Gesicht zn ihm vor — ‚wenn
ch Ihnen einen Rat geben kaun, so sind es dieselben
Vorie, die man oft auf dem Rennplatz hört: Gehen Sie
nit Jewoit vor. Es gibt Zeiten. wo man nur damit et⸗
z erreicht.“. —
vas Der 8* thres Gesichtes, als sie die lebten Worte
agle dos veinahe einen Schimmer von Ausrichtiatert
cidle, aͤberroschte Hastings, aufs höchste; und wieder, w
hon einmal bei anderer Gelegenheit, fragte er fich, wa⸗
ar Bewegarunde haben könnte, ihm diesen Rat zu ge⸗
n Wolue sie ihn dazu bringen, sich einen Korb zu ho—
nn Da er Mrs. Treherne zu genau lannte, war e
dwer, biesen Lrgwohn zu unterdtügen, und doch schien
wos in ihrem Venehmen, ihrem Gesichtsausdrud ihm das
ʒegenteil eeen 7 Feederne selbit las diele Ge⸗
danten von seinem Gesichte ab.
a Sie 38 — mir nicht,“ sagte sie, wie sie schon ein⸗
nal desagt hatie, und das ist ebenso töricht wie —
ar. *Sie fragen sich, welches Interelse ich an dieser
genheit hade. Nim, das ist eine Sache für fich. E⸗
enügt, daß ich auf Ihren Erfolg bedacht bin, und daß
Ihnen Rotfchläge gebe, wie Sie am leichtesten etwas
eichen. Die Erscheinung dieses Künstlers hat die Si⸗
naucn mehr geändert, als Sie glauben. Zu ——
ehruch in sie verliebt. Das spricht schon sehr zu lei—
422 GGa

Irma
Hafungs vlictte sie Iachelnd an.
„Es ist sehr nett von Ihnen,“ sagte er, „sich meinet⸗
vegen Sorge zu machen; aber ich glaube nicht, daß Mr.
dorbert's Gegenwart mir in irgend einer Weise nachteilig
ein wird.“
Mrs. Treherne blickte auf die Gruppe, die Irma Ca⸗
nilla und Norbert am andern Ende des Zimmers bilde⸗
en. Sie saßen plaudernd zusammen, wie rur alte Be—
annte tun können.
„Wenn sein Hiersein Sie nicht im Geringsten berührt,
ykann es eben nur sein, weil Sie überhaupt nicht mit
hm in Konlkurrenz treten wollen,“ entgegnete sie. Denn
eine Absichten sind nicht mißzuverstehen, und nach der
Art zu urteilen, wie er behandelt wird, sollte man ihn
ür einen gefährlichen Rivalen halten.“
„Selbstverständlich ist Ihre Ansicht in dieser Sgche am
vertvollsten für mich,“ sagle er: ‚umd doch wage ich, Ih—
jen zu widersprechen. Ich finde, daß in Miß Datracote's
Art und Weise gegen Mr. Norbert wenig liegt, was einen
diebhaber ermutigen könnte. Ihre Freundlichkeit ist zu
infach und offen, als daß man sie für etwas anderes als
derzliche Freundschaft halten könnte. Er ist so eng mit
hrem früheren Leben vertnüpft, und deshalb bewillkomm—
net sie ihn so warm.“
„Diese alte Freundschaft kann leicht zu Weiterem
ühren.“
„Ich glaube kaum, aber auf solche Dinge kann man
ich nicht immer verlassen. Sie sind sehr oft — Schichal
vill ich sagen. Aber über eine Sache möchte ich mit Ih—
ien sprechen. Ich hoffe, daß Sie genug Einfluß über
Mißß Darracote besitzen, um Sie davon zurückzuhalten, auj
einem Atelier die Wirlin zu spielen.“
MArs. Treherne lachte
„Ich gestehe, ich fand die Idee auch etwas merkwür—
a“ fagte sie .Aber nach allem ist dieser Plan ja nur
            
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