Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales.
ffrischung welker Blumen. Gar zu rasch wei—
en usesne g man in der Hand trägt. Ein Wiit—
ei, um sie wieder aufzufrischen, ist folgendes, das wen'g
ciannt sein dürte: Man taucht das Ende des Stieles
sochendes Wasser, und zwar so, daß etwa ein Dritrel
es Stieles in dem Wassor ist. Ehe man nun die Blu⸗
ich in kaltes Wasser stellt, schneidet man den Teil, der
Hhein kochendem Wasser besunden hat, ab. In dos lalle
Vasser der Vase gießt man dn wenig Seifenwasser. Für
te Rosen ist es vorteilhaft, dem Wasser Salz benzu.
nengen. Die Vlumen erholen sich sehr rasch; und man
zat die Freude, sie noch mindestens 8 Tage frisch zu er⸗
zallen, menu man das Wasser in seiner Mischung täglich
rneuert. Nament.ich für Fiichbsumen empfichtt üich dies
Verfabren. —
Grubenunglück. Der Berg mann Nik Hexg aus Bosen,
27 Jahe alt, 2 Monate verhetratet, verunglückte auf Grube
Dudweilet durch niedergehende Gesteinsmassen. Esr wurde
busfiandig verschüttet wobei die Brust eingedrück! wurcde.
Ins Lazarett verbracht, ftarb er alsbald uach der Aufnahme.
Postbau. Bei der gestrigen Submission blieb Herr
Anteinehmer Ftitz Hild Mindestsordernder.
Von der Bergschule. Wie verlautet, soll der Oꝛer—
ursus oen der Kal, Vergschale zu Saarbrücken, dessen Be—
inn wegen Mangels elner Lehrerstelle verschoben wurde, am
14. Otober beginnen.
Dreißiger-Dentmal in Saarlouis. Die Errichturg
des 30er⸗Denkmals in Saarlouis im Jahre 1910 ist gesichert.
gIn »r vergangenen Woche fand in Völklingen eint
Zitzung des Denkmals-Ausschusses statt, in welchet das Re.
Jiltat der disherigen Sammlungen festgestellt wurde. E—
reunlicherweise stehen filr das Denkmal jetzt schon annähernd
3000 Matk zar Verfügung. Dabei ist sicher zu erwarten,
daß die im Gange befindlichen Sammlungen dem Denkmals⸗
onds einen weiteren erheblicthen Betrag zuführen werden.
An alle ehemaligin Dreißizer und Freunde des schönen
Kegiments richtet der Denkmalsausschuß nochmals die herzlich
giile, mit erneutem Esfer jetzt, wo die Ecrichtunz des Denk—
nals in so naher Aussicht stehl, die Sammlungen wieder
uufzunehmen. In deiselben Sitzung hat man bereits im
ßrinziv beschlossen, einen Obelisk zu errichen. Eine größere
Anzahl von Känstlern soll aufgefordert werden, Eatwüe
ind Kostenanschläge einzureichen. Die Eatscheidung wird der
Denkmals-Ausschuß treffin, der zu dieier Sitzung den Ooerst
»es Regiments, Heern von Freyhold, und den Bürgermeistec
»er Stadt Saarlouis, Herrn Dr. Kohlen, einladen wird.
kin Mitglied des Ausschusses wurde bereits da ust beauf—
ragt, die Vorarbeiten zu besorgen. — Bekanntlich hat die
Stadt Saarleuis den Platz für das Denkmal unentaelllich
zur Verfügung geftellt.
Auch im Zeitungs⸗gewerbe wäscht eine Hand die
uindere! schreibt die „Anhaltische Elbezeilung“. „Es gibt
cecht viele naive Leute, die vom Zeitungsverleger — angeb⸗—
ich im Interesse seiner Leser — viel verla igen ohne Gegen⸗
eistung. Da gibt es Komitees von Hundeagusstellungen, die
zringen schon 4—26 Wochen vor den Ausstelluggen füc die
wuswärtigen Zeitungen Reklamen zum Gratisab ruck. Das
Inserieren für Geld vergessen sie aber, Gartenbauausstellungen,
2lempner⸗-Kongresse, Sängerfeste usw. wünschen alle ihre Ver—
unstaltungen bekannt gegeben zu sehen — aber nicht für Geld
m Inseratenteile. Da wird ferner zu Kompanie Appells
zurch Gratisnotizen eingeladen. Wenn eine Maschinenfabrik
in Patent auf irgend einen Maschinenteil erworben hat,
lugs soll es die Zeitung — im Interesse ihrer Leser —
nitteilen — umsonst. Aber nicht nur Privatleute, auch Be—
jörden verlangen vieles umsonst: Post⸗, Eisenbahn⸗, Milltär—⸗
ind andere Behörden. — Es ist ja das Los der Zeitung,
im Bedarfsfalle umschm.ichelt, sonst mißachtet zu werden.
Braucht man den Zeitungsmann, dann ist er ein komman—
diereader Genetral der siebenten Gtoßmacht, wird er aber
manchen Personen u bequem, weil er ihr Tun und Nichtrun
— im Interesse seiner Leser — kennzeichnet, dann schilt
man ihn einen Tintenkuli, Preßpiraten oder Saudengel
Roeren: Reichstag) oder man erklärt sein Blatt in Acht
und Bann — mitunter ofi nicht im Jateresse der Leser.
Eine unabhängige Zeitung schert sich aber den Kackuck
im solche kleine Machenschaften, denn sie wird Fragen, die
das allgemeine Interesse berühren. ihren Leseru unterbreiten;
db das einzelne Personen paßt oder aicht, danach hat die
Prꝛesse als Vertreterin der öflentlichen Meinung nicht zu
ragen.“
Sonderbare Grabinschrift. In Piajel an der Mosel
st auf einem Grabstein folgende Inschrift zu lesen:
Hier liege ich und muß verwesen,
Was Ihr seid, bin ich gewesen,
Was ich nun bin das werdet Ihr,
Geht nicht vorüber und betet wmer.
Telegrammftil. Ein Viehhändler aus der Umgegend
on Koblenz telegraphierte seinem Geschäftafreunde: Morgeu
ind alle Schweine auf der Station. Ich erwarte auch Sie.
Ich karn erst übermorgen kommen, weil der Personenzuz
eine Ochsen aufnimmt. Viehpreise gestiegen. Versorgen Sie
ich. Wenn Sie Ochsen brauchen, denken Sie an mich.
Sicht in der Mordaffäre Pirrung? Am 185. Okbober
 1908 ist bekanntlich die 13iährige Schülerin Martha
Pirrung im Kohlwalde ganz in der Nähe des gleichnamigen
Schachtes überfallen und ermordet worden. Bis jetzt ist es
der Behörde noch nicht gelungen, den Mörder ausfindig
su machen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf die Ecmitte⸗
lung des Täters eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt.
Jetzt scheint neues Licht in die Sache gekommen zu sein, denn
dorgestern fand während des ganzen Tages im Forsthaus
Kohlwald vor dem Untersuchunzerichter aus Saarbrücken
ein Verhör der sämtlichen Zeugen stait. Auch wurde eine
teue Ortsbesichtiguug vorgenommen. Ob die neue Under⸗
suchung neue Anhalispunkie für die Ermittelung des Taters
exgeben hat, ist noch nicht bekannt. [Die kleine Martha
Lirrung hatte bekannilich ihrem Bruder in der Nähe des
Forsthau es Kohlwald das Mittagessen gebracht und sich
dann wieder auf den Heimweg begeben. Als sie einen vom
Wege abführenden Waldpfad einsoͤlug wurde sie überfallen
ind ermordet. Man fand die Leiche mit einer Schlinge um
en Hals und mit mehteren Verletzungen durch Messerstiche].

Aus Rahb und Fern.
Saarbrücken, 24. Mai. Das hl. Sakrament der
Firmung wird am Dienstage nach Pfingnen vormittags 9
Ahr den Firmlingen der Großstadt Saarbrücken in der Pfarr⸗
ürche Saartbrücken durch den hochw. Heirn Bischof Dr. Korum
zespendet. Woltksz.)
Bolklingen, 23. Mal. Gestern verunglückten auf hie⸗
jger Gruse durch einen zu fruh losg gangenen Schuß zwei
bergleute schwer.
*Neunkirchen, 28. Mal. Ein großes Weisenhaus für
nholische Kinder witd jett auf der Schelb gebaut. das weit

iber 100 000 Mark kostet. Die zweite katholische Kirche
vird auch bald in Aagriff genommen. Das Gotteshaus
ommt au die Blies in die Nähe des Bachschkulhauses zu
tehen.
* Ottweiler, 21. Mai. Gestern mittag gezen 1 Uhbr
at sich die Ezefrau des sfrüheren Bergmannes, jetzigea Tag—
öhners Parul Schr. in dem Hause ihrer Eltern an der Lar⸗
veilerstraß? auf dem Heuboden erhängt. Sie hinterläßt drei
inveriorgie Kinder im Alter von 2 bis 7 Jahreu. Das
Moͤtio der unseligen Tat ist in ehelichen Zvistigkeiten zu
chen

*Trier, 24. Mai. (Wom römischen Amphi—
heater.) Durch die Bereitstellung geringfügiger Mit—
el sind im letzten Jahre in der Arenag des römischen
Amphitheaters Ausgrabungen gemacht worden, die zu
»edeut amen Aufklärungen über die Einrichtungen und
»en Bau dieses wichtigen altrömilchen Bau-Denkmals führ—
en. Da aber, wie der Landeskonservator Lutsch im Ab—
ordnetenhaufe bedauernd erklärte, die Mittel sehlten, um
ie Ausgrabungen vorerst weiterzuführen, und man sich
uch anderseits nicht entschießen kann, die Aunsgrabungen
nit ihren offengelegten unterirdischen Gängen und Ein—
icht ingen für maschinelle Versentungen einfach wieder zu—
uwerfen, so bietet die Arena dieses vielbesuchten und
ewunderten Römerbaues durch die ausgegrabenen und
iegen gebliebenen Erdhaufen und die entstandenen Was—
ertümpel einen durchaus unwürdigen Anblick. Die Stadt
erordaneten haben deshalb den Oberbürgermeister von
ZBZruchhausen als Herrenhausmitglied eriucht, bei sei
jer nächsten Anwesenheit im Herrenhaus die Aufmerksam—
eit der Staatsregierung auf diesen Zustand hinzulenken,
ind um die ersforderlichen Mittel zur Fertigstellung der
ALusgrabungen und einer würdigen Instandseßung der
ufgewühlten Arena zu ersuchen. Es würde ch um etwa
'oo00 M. Kosten handeln. Der größere Teil des Amphi—
heaters ist im Privatbesttz, und zwar handelt es sich ge⸗
ade um die inieressan esten und besterhaltesten imterirdi⸗
chen Teile. Man betrachtet es hier als eine Ehrenpflicht
es Staates, des jetigen Eigentimers der Arena, auch
nese Teile des Amphitheaters zu erwerben. Die Kosien
vürden etwa 50 000 M. beitragen. Auch für diese Forde—
ung wird Oberbürgermeister v. Bruchhansen eintreten.
*Trier, 24. Mai. (Bom Wucherprozeß.) In
dem Trier Wucherprozeß wurden die Plaidovyers beendet,
as Urteit wird Mittwoch. den 26. Mai gesprochen. Der
Ztaatsanwalt hat für Kaufmann ein Jahr Gefängnis und
900 M. Geldstrafe, für Löwenstein 200 M. Geddstrasfe
ind für Kempe Freisprechung beantragt.
* Zell a. d M., 24. Mai. (BGom Bliszgetötet.
Jestern Nachmittag wurden in Löffelscheid bei Blanken—
ath auf deim Hunsrück bei einem Gewitter zehn Perso—
ien vom Blitz getroffen. Ein vierzehnähriger Junge war
ot, sein Bruder wurde schwer, zwei andere Personen
eichter verletzt. Die übrigen erholten sich bald.
* Bonn, 24. Mai. (Frauenversammlung.,)
Die elfte Haupversammlung des Vereins Frauenbildung—
Frauenstudium hat Osnabrück als Ort der nächstkährigen
Tagung gewählt.
* Wies baden, 24. Mai. Kevisioneines zum
Tdode Verurteilten.) Der Stationsvorsteher Burk—
sardt hat gegen das vom Schwurgericht ausgesprochene
Todesurteil Revision angemedet.
* Buehl i. B., 24. Mai. (Denkmal Großher—
zog Friedrichs) In Gegenwart des Großherzogs
und der Großherzog'n, sowie des Staatsministers und
»es Ministers des Innern fand die feierliche Einweihung
des ersten Dentmals für den verewigten Großherzog
Friedrich 1. statt. Dabei hielt der Großherzog in Erwi—
erung auf die Festrede des Bürgermeisters eine Anspra—
he, in der er der Verdienste das Dahingeschiedenen um
»as Vaterland gedachte und d'ie heranwachsende Genera—
ion ermahnte, das Andenken des Verstorbenen wach zu
rhalten. Das Denkmal ist ein monumentaler Halbrund—
»au; dieser trägt die überlebensgroße Büste Friedrichs 1.
n Bronze. Der Denkmalsbau ist ein Werk des Profes—
ors Hoffacker-Karlsruhe, die Büste von dem Karlsruher
Bildhauer Fiest modelliert.
*Neustadt a. d. H., 24. Mai. (JZimmerbrand.,)
In Grethen kamen beim einem Zimmerbrand 2z Kinder
yon 2 und 4 Jahren um.
* Landau, 24. Mai. (Durch einen Schuß sich
schwer verletzt) In selbstmörderischer Absicht ver—
etzte sich ein Einjährig-Freiwilliger durch einen Schuß
n die Lunge schwer.
* Friedrichshafen, 24. Mai. GBZWeppelin 2.) Die
Füllung des „Zeppelin 2“ soll am Mittwoch oder Don—
ierstag erfolgen und dann eine Probefsahrt unternommen
verden. Am 10. Juni treffen die Kommissionen des
steichsmarineamtes und des preußischen Kriegsministe—
iums zur Abnahme des „Zeppelin 2“ hier ein.
— — —
Aus aller Welt.
* Großfeuer. In Billwärder bei Hamburg brach in
inem hinter der Roten Beücke gelegenen Hause Feuer
rs, das durch Flugfeuer weiter um sich griff, so daß
echs Häuser sast vollständig eingeäschert wurden. Drei
züge der Hamburger Feuerwehr, sowie die Feuerwehren
der umliegenden Ortschaften konnten den Brand in ihre
Zewalt bekommen. Eine Person wurde schwer verletzt
u das Krankenhaus geschafft. Die Ursache des Brandes
oll entsallene glimmende Zigarrenasche gewesen sein.
* Feuersbrunst. In Le Puy (Frankreich) wurde eine
zäckerei und ein Gasthof durch eine Feuersbrunst zerstört.
Zechs Personen kamen hierbei ums Leben.
*Schlimme Karambolage. In Wien fuhr ein Mo—
orwagen der sitädtischen Straßenbahn in einen anderen
ziraßenbahnwagen hinein, wodurch 17 Personen teils
chwer, teils leicht, verletzt wurden.
* Explosion. Bei Sappey wurden in einem Stein—
ruche durch eine Pulverexplosion vier Menschen getötet
ind vier verwundet.
* Frauzösisches Pech. In Brest sollte das Panzer⸗
chiff ‚Danton“ von Stapel gehen. Hierzu hatte sich eine
roße Menschenmenge versammelt, um dem Stapellauf des
45 Meier langen Schiffes beizuwohnen; aber das Pan—
erschiff glitt nur 44 Meter abwärts, dann blieb es stehen,
za die Neigung zu gering war. Neue Veriuche, das Schiff
»on Stapel zu lassen, werden erfit in einigaen Tagen un
ernommen.
*Der Engländer Heimkehr. Die Rückfahrt der De—
hntation der Magistrate von Manchester und Salford
rfolgte mit dem Sonderzug der HamburgAmerika⸗Linie
rach Curhaven, von wo die Weiterreise nach Southamp⸗
wn angetreten wurde. Vor ihrer Abreise beauftragten die
englischen Gäfte den kaiserlichen Konsul in Mauchefier
Schlagintweit, solgendes Telegramm an den Kaiser abzu
enden: „Eurer Mtajestät bin ich vom Loadmayor von
Nanchestet und vom Mayor von Salford beauftragt, nach
ntzückender Rundfahrt durch Hamburg ehrjfurchtsvolkue
zrüße zu entbieten. Im Begriffe, mit dem Dampfer
Praͤsident Lincoln“ der Hamburg⸗Amerila⸗VLinie nach Eng
and zurückzulehren, bekennt die Deputation, daß ihr die
er Besuch in Stammesgemeinschaft mit den deutschen
zettern zum Bewußtsein gebracht hat: Bluz ist dicker
Is Wasser!“

*,Unerydori. Vienstmadchen: „Gnädige Frau, da
ist der Gerichtsvollzieher, der pfänden will!?“ — Madame
lempört): „Haben Sie dem Mann denn nicht gesagt, daß
wir in Trauer sind?“
*Ein Untauglicher. In einem Dörfschen des
Odenwaldes wurde die Gemeinderatsergänzungswahl voll—
zogen. Das bisherige Gemeinderatsmitglied Bauer M.
wurde von der Kandidatenliste gestrichen. Verwundert
ragte ein Freund einen älteren Gemeinderat, ob sich denn
N. als Gemeindevorstandsmitglied nicht bewährt habe?
„Durchaus nicht“, — lautete prompt die Antwort — „der
at bei den Gemeinderatssitzungen regelmäßig so ge—
schnarcht, daß der Bürgermecister aufgewacht ist.“
*Die Liebe kommtnach. NKommerzienratstoch,
ter (zu ihrem Mann): „Edgar, welch' namenloses Un—
glück! Denkle Dir, Vapa hat Konkurs anmelden müssen.“
— Edgar: „Was, Dein Papa pleite? Na, das is 'ne
schöne Geschichte. Da hade ich ia 'ne Liebesheirat ge—
macht!“
*Aus der guten alfen Zeit. (Hauptmann
zum General): „Du, Huber, i' moinet, mer tuͤe jetzt die
Sch.acht abbreche, es fängt schon zu tröpfle a'l!“
Telegramme.
Gießen, 23. Mai. Die Lihrerin Emma Wetzel wurde
vom Gießenuer Leheervein tinstiwwig in dessen Vorstand ge⸗
wählt, in Hessen der erste derartige Fall.
Dortmund, 24. Mai. Zu Herne erschoß der Pollzei—
tergeant Börding aus Eifersucht seine frühere Geliebte und
tötete sich dann selbst durch eine Kagel in den Kopf.
Essen, 23. Mai. Auf Ziche Hannover wurden zwei
Bergleute verschutet und gesötet.
Karlsruhe, 25. Wöiai. Die durch verschiedene Blät—
ter gehende Nachricht, das Geseuntninisterium habe die
Vorschläge des Finanzmin sters auf Aufhebung von
Mittelstellben, d. h. der Behörden, die als In—
tanz zwischen den Ministerien und den örtlichen Verwal—
ungsorganen stehen, abgelehnt, ist unrichtig. Das Ge—
amtmemisterium wird sich voraussichtlich erst in einigen
Wochen über die Frage schlüssig machen.
Wien, 25. Mai. Die hiesige griechische Gesandtschaft
ist der vollssien Ueberzeugung, daß die Insel Kreta
Iim Einvernehmen mit den Großmächten gegen eine an
die Türkei zu zahlende Entschädigung von Griechenland
erworben wird. Es heißt, daß die griechische Regierung
die Zustimmung der Mächte bereits erworben hat.
PBuerto Plata, 25. Mai. General Gomacha, der
ine neue Revolbution bervorriesf. nahm die Stadt
Bugd y Uvun an oer worenze von Hain ern. xXvie dDiet
Regierung berichtet, ist die Revolution unbedeutend.
* Paris, 25. Mai. Der von der russischen Regierung
bei den Brüdern Lebaudy bestellte Lentballon
sst nahezu fertiggestellt und wird voraussichtlich Ende des
Monats die ersten Flugversuche unternehmen.
Konustantinopel, 25. Mai. Der bulgarische Minister
Ljaptschew, der wiederholt mit seiner Abreise we—
gen des schleppenden Ganges der Berhandlungen
iber die Orientbahnen gedroht hatte, verliefß
donstantinopel. Der letzte türkische Ministerrat ist trotz
der bestimmt in Aussicht gestellten Entscheidung zu kei—
nerlei Beschluß gelangt. Ljaptschew überreichte dem Mi—
tister Rifaat Pascha eine Note, worin er seine ver—
zeblichen Bemühungen darlegt. Liaptschew bedauert, ver—
flichtet zu sein, der Pforte bekannt zu geben, daß die
»ulgarische Regierung sich vorbehalte, zur Wahrung ihrer
Interessen die notwendigen Maßregeln zu ergreifen, wor—
iber die Pforte direkt von Sofia aus unterrichtet wer—
den wird.
* New-York, 25. Mai. Insolge des Streikes der
veißen Lokomotivführer, der gegen die Anstell⸗
uing von Negern als Heizer sich richtet, ist der Betrieb der
Beorgia Railroad auf 800 Kilometer Streckenlänge lahm—
zgelegt. Das Publikum sympathisiert mit den Streikenden,
weswegen der Gouverneur die Aufbietung von Truppen
zum Schutze des Babhneigentums verweigaerte.
Brüssel, 24. Mai. Dem klerikalrn Patriot zufolge hat
Zönig Leopold von Londoner Sachverständigen das Silber⸗
zeug der Königlichen Schlösser von Brüssel abtaxieren lassen.
ks befinden sich datunter Stücke von großem Wert, u. a.
Geschenke der Herzogin von Kent an den ersten König der
Belgier. Man glaubt, daß der König beabsichtigt, auch dieses
Silber zu veräußern.
Rom, 265. Mai. Der Marineminister überaschte gestern
die Kammer ducch die unerwartete Summenfordetung von
140 Millionen Lire zum weiteren Ausbau der Flotte. Es
sollen 4 größere und eine Anzabl kleinere Kriegsschiffe erbaut
werden.
Genua, 24. Mal. Nach hier aus Buenos Alres einge⸗
troffenen Meldungen haben in Peru, Chili und Bolivia hef⸗
tige E dstöße statsgefrnden. Mehrere Ortschaften besonders
in Peru wurden von der furchtbaren Bewegung verwüstet
die in manchen Städten eine Dauer von mehr als 20 Se⸗
unden hatte. Man befürchtet, daß zahlreiche Verluste an
Men chenleben zu beklagen sind, doch fehlea autentische Nach⸗
tichten.
Newyort, 24. Mai. Auf Haiti herrscht Revolution.
Die Revolutionäre besetzten die Städte Gayubin und
Daneboe

Bekanntmachung.
Das Verzeichnis des in der Gemeinde Dudweller vor⸗
handenen abgabepflichtigen Pferde und Rindviehbestandes liegt
zom 26. Mai cer. ad während 14 Tagen auf dem Burger⸗
meisteramte zur Einsicht offen.
Die Abgabe beträgt für die Zeit vom 1. April 1909
bis Ende März 1910.
für Pferde pro Stück 30 Pfg.
sür Rindvieh pro Stück 25 Vig.
Dudweiler, den 26 Mai 1909.
Der Burgermeister J o 8

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