Full text : Dudweiler Zeitung

z s ist uberaus nubpnch. sich ein solches Beisviel stets vor
lugen zu halten.
Der „Radical“ schreibt: Niemand wird sich dar—
iber beklagen, daß diese Schiedsrichter keinerlei Reklama—
ion zulassen, und daß der Fall damit endgültig begraben
st. Im Gegenteil, alle werden das Schiedsgericht dazu
eglückwünschen und sich gleichzeitig dankbar des Prinzips
»es Schiedsgerichts erinnern, welches die Regelung selosi
er heikelsten Zwistigkeiten zur allgemeinen Befriedigung
end zum größten Heile für den Weltfrieden ermöglicht hat.
Das „Journal“' schreibt: Die schiedsgerichtliche
ẽntscheidung hat mehr den Charakter eines Kompromisses
ils eines Urteils und bildet eine Ehrenretiung für die sa
erschrieene Dipsomafi

Zum Schiedsgerichtsspruch.
Ein hervorragender Völkerrechtslehrer, Mitglied des
ermanenten Schiedsgerichtes, bemerkte einem Korrespon—
enten zur Streitfrage: Zum ersten Male ist es geschehen,
»aß das Haager Schiedsgericht einen Fall zu entscheiden
atte, der während einer gewissen Periode die Meinun—
en in den beiden beteiligten Staaten aufs stärkste erregt
jatte. Wenn auch inzwischen der Streitfall an Bedeutung
zerloren hat, so muß man sich doch vor Augen halten,
zaß das Friedensgericht diesmal berufen war, eine höchs
mangenehme und häßliche Angelegenheit für immer aus
zer Welt zu schaffsen. Das Urteil selbst und die Molipe
um Urteil sind außerordennich geschickt abgefaßt, und tu
Virklichkeit gibt es weder Sieger noch Besiegte in diesen
Falle. Der Sekretär des deutschen Konsulates erhält eine
scharfe Rüge, dagegen wird der Konsul selbst von jeder
Zchuld frei erklärt. Auch erhält Deutschland die
Benugtuung, daß anerkannt wird, Frankreich hätte die
drei Deserteure bis zur Entscheidung darüber, welche In—
risdiktion zu gelten habe, an das deutsche Konsulat zu—
rückgeben müssen. Auch d'e Anwendung von Gewalt ei—
lens der französischen Angestellten erfährt eine Zurück—
weisung. Die Motive zum Ueteil lassen die Stellung
Deutschlands noch günstiger erfcheinen, als das Urteil
elbst. Da jedoch Frankreich in der Haupt'ache recht be
jält, nämlich in der Ruffassung bezüglich der Jurisdiktion
über das Otkupationskorps, und Frankreich zudem die
drei Fremdenlegionäre nicht auszulicfern braucht, so kanp
tuch dieses Land mit dem Urteil zufrieden sein—
—tnth— —— ——
—7 —M 0 7 *
Zum Kaiserpreis-Wettstreit.
Der Dank des Kaisers.
Der Kaiser versammelte zum Schluß noch einmal
vie Preisrichter um sich und sprach ihnen seinen
Dank für ihre Mühewaltung dshin aus, daß in Zukuns
venigerschwere Chöre gewählt werden follten
Zugleich machte er die Mitteilung, daß in einer Kabi
nettsordre allgemeine Grundsätze aufgestellt werden
sollten, um die hervorgetretenen Schwieriakeiten zu bö
eitigen.
Der Kaiser richtete aus Ansaß des dritien Deut
chen Männergesangvereins-Wettstreites folgenden Erlaß
in den Oberpräsidenten der Provinz Hessen—
Nassau: Am Schlusse der erhebenden Festtage in
Frankfurt und Wiesbaden ist es mir ein Bedürfnis, den
Finwohnern dieser schönen Städte für den herzlichen und
zlänzenden Empfang zu danken, der der Kaiserin und
mir von allen Seiten der Bevölkerung entgegengebracht
vorden ist. Die Beweise freundlicher Gesinnung, die uns
iberall, und nicht zum wenigsten aus den Reihen der Ju
jend, entgegenklangen, haben unsern Herzen wohlgetan
uind die Bande gegenseitiger Zunetgung, die uns mit die—
em schönen Landesteile und dessen Bewohnern seit lan
zen Jahren verknüpfen, noch fester geschlungen. Mit be—
onderer Anerkennung gedenke ich der musterhaften Ord—
rung, die bei dem Zusammenströmen großer Menschen—
nengen überall herrschte, und freue mich, auch den poli—
zeilichen Organen für die umsichtige Handhabung ihrern
chweren Aufgabe meinen Dank aussprechen zu können
Ich ersuche Sie, diesen Erlaß zur allgemeinen Kenninis
u bringen. Frankfurt a. M., Festhalle. 22. Mai 1909
Vilhelm R.M

Haus, Hof und Garten.
Wie schützt man Velze und Wintersachen vor
Motten? Sobald die wärmeren Tage ins Land gezo—
gen kommen, dann veginne auch unfehlbar der erbitterte
Kampf der Hausfrauen mir den gefräßigen Plagegeistern,
den Motten. DZunächst gilt es dann die wertvollen Pelz—
sachen, aber auch die Winseröberzieher und Winterkleider,
bor den Verwünungen der Ninen, unersättlichen Tiere zu
schützen. In großen Städten hilft man sich vielfach da—
mit, daß man die werwolien Pelzsachen während des
Sommers zum Aufbewahrer. zum Kürschner gibt. Da ist
man ja allerdings ganz sicher, daß die Sachen keinen Scha—
den nehmen. In LCehbien Orten, wo kein Kürschner zu er—
reichen ist, da muß die Hausfrau den Krieg gegen die
Motten allein aufnehmen. Einen vollständig sichern Schut
gegen diese bietet einziz und allein luftdicht geschlossenen
Bebälter. Es ist ein runder aus starkem Blech herdestors

5 AIch werde mit Vergnügen kommen,“ erwiderte sie.
— müssen es mich sofort wissen lassen, wenn alles in
dnung ist.“
⸗Wenn Sie ein wirkliches Debut machen wollen,“
Jagte Camilla, „so sollten Sie Ihr Atelier mit einei
Echmaufse eröffnen. Laden Sie aällle dazu ein, die Sie ken—
nen, und Irma und ich werden für Sie den Tee ein—
schenken.“
„Wollen Sie?“ fragte Norbert, Irma mit strahlenden
klugen anblidend.
„Natürlich will ich,“ entgegnete sie schnell. „Das heißt
— ein plõtzlicher Gedanle schien sie stocten zu machen —
ves ist kein Grund vorhanden, weshalb ich es nicht sollte,
r bin noch ziemlich unwissend in gesellschaftlichen
egeln.“
Sie blidte Hastings fragend an!, worauf er ziemlich
ernst erwiderte:
„Es ist kein Grund vorhanden — wenn Mrs. Tre—
gerne Sie begleitet.“
Ich glaube bestimmt, daß Mrs. Treherne das will,“
agte Irma vertrauensvoll. ZSie ist sehr zuvorkommend;
Wer Sie müssen Sie lennen lernen,“ fuhr sie, sich zu Nor—
bert wendend, fort, „und da sie augenblick;lich nicht zu
Hause ist, wird es am besten sein, wenn Sie heute Abend
mit uns speisen.“
Norbert nahm die Einladung dankend an, während
dastings etwas amüsiert lächelte. Nicht nur, weil er selbst
noch nie solcher Einladung gewürdigt wortden war, son⸗
ern Irmas ganzes Benehmen diesem jungen Mann ge—
enüber zeigte ihm, daß derselbe in ihrem früheren Leben
ine sehr familiäre Stellung eingenommen haben mußte.
Zum ersten Male erinnerte er sich des Geredes, das er
amals gehört hatte, über den Künstler, der sie liebte.
Bährend diese Gedanken durch seinen Kepf gingen, waren
ramillas Augen auf ihn gehestet, und er suhr auf, als
e plötzlich sagte:
‚Bevor Sie herein kamen, Mr. Hastings, sagte uns
rma dakß Sie ein Freund von MeDafracote vewesen

er Behaͤlter, in dessen Innern Vorrichtungen zum us,
zängen der Pelze, Mäntel ꝛc. angebracht sind. Nr. 3 ha
Haken, Nr. 4 hat 8, und Nr. 5 hat 10 Kleiderhaken.
In der Mitte ist Platz für eine Anzähl Kleiderbügel. Den
Lerschluß bildet ein Deckel; zwischen diesem und dem
Bebülter liegt ein Gummirinz. Durch einfache Hebel⸗
Archlüsse wird der Deckel so sest auf den Behäcter ge⸗
ogen, daß mittels des Gummiringes ein vollkommen luft⸗
dichter Verschluß hergesteltt wird, der das Eindringen der
Motten in den Behälter unmöglich macht. Hierin liegl
ben der wirksame Schutz gegen Mot enfraß. Sobald die
Ltöglichkeit, daß die Motten an die Pelzsachen gelangen
önnen, beseitigt ist, wie das durch den lufdichten Ver—
chluß der Moöttentapseln geschiebt, ist man gegen alle Be—
chädigungen durch Motten vollkommen gesichert. Vor der
Uufbewahrung werden Pelze, Kleidungsftücke usw. tüchtig
geklopft; auch kann man in den Behäster irgendeine sar
ciechende Substanz, wie Kampfer, Moschuß oder derglei⸗
hen tun, die die eiwa mit den Kleidungsftücken in den
Behaster gelangten Motten sehr schnel, bevor sie Scha—
den anrichten, tötet. Die Mottenlapseln sind so solide
nergestellt, daß sie Geuerafionen ülerdanuein. Da die Ko—
en sür Ausbewahrung beim Kürschner wegialten, und je—
der Schaden durch Mottenfraß an den oft sebhr werwollen
— D
ich die Anschaffungskosten bald bezablt.
„Handwerler-Zeitung“.
Gegen Fliegen: 1. Zuglufe durch gegenüber geöff
tiete Fenster oder Türen; 2. Ausräuchern mit Essigdampf
ermittelst eines auf einer Eisenschaufel liegenden heißer
Zztrines; 3. Aussprihen bezw. Ausstäuben überall dori
vo die Fliegen zum Vorschein kommen, vornehmtich ar
den Fenstern und Wänden, vermittelst hesten dalmatini—
chen Insektenpulvers oder besser mit Inse!tenpulvert'nk—⸗
ur. Während des Ausstäubens oder Ruaͤucherns muß man
küren und Fensier schließen, dann alle toten Fliegen zu
ammenkehren und verbrennen und die hetreffenden dim
vor quift lüften

DTer WVerkauf des Heine-Denkmals.
Das Henrich Heine-Denkmal im kaiserlichen Achitleior
nuf Korfu ist auf käuflichen Wege in den Besitz des Ham—
urger Veriagsbuchhändlers Julius Canipe übergegan—
zjen. Der Kaufpreis ist auf 10 000 Mark sestgesetzt wor—
dsen. Herr Camye, der ein Sohn des Watenkindes vop

—

zeine ist, beabsichtigt, dieses Denkmal vem Hamburgischen
Zenat zur Aufstellung anzubieten. Sollte das Anerbieter
bgelehnt werden, so gelangt das schöne Monument in
Lampes Besitzung in Blankenese zur Ausstellung.

Landwirtschaftliches.
Zur Ausrottung der Disteln sind im Laufe ver
etzten zwei Jahre auf einen dringenden Wunsch vielen
zandwirte in einer südenglischen Versuchsanstalt verschie
»ene Mittel erprobt worden. Es wurden dabei haupt
ächlich solche Verfahren benutzt, die schon früher in klei
ierem Maßstabe und ohne genügende wissenschaftliche Auf
ierksamkeit versucht worden sind. Die gewöhnliche me
zanische Behandlung besteht darin, daß die Disteln drei
nal hintereinander abgeschnitten werden. Zuweilen ge
rügt auch das hloke Abhauen der Köpfie vor der Mai⸗

varen; desyalb konnen Sie sich denten, wie JIhre Erschei⸗
uung mich überraschte“
„Wirklich,“ entgegnete Hastings. Und darf ich fragen
pas in meiner Erscheinung Ihnen solchen Anlaß zu die—
er Verwunderung gab?“
Camilla blickte wieder auf das Bild an der Wand.
Nun, ich dachte natürlich, daß sein Freund,“ sagte sie,
iuf das Bild deutend, ein alter Herr wäre, wie er
elbjt.“
„Aber es eristiert kein Gesetz, das den Leuten verbie—
et, jüngere Freunde zu haben,“ erwiderte Hastings. „Ich
ersichere Ihnen, ich bin kein Betrüger. Jeder, der uns
ennt, wird beweisen, daß Mr. Darracote und ich, trotz
mseres Altersunterschitedes, große Freunde waren. Ich
bill noch hinzufügen, daß unsere Freundschaft eine ererbt⸗
bar: mein Vater war sein intimster Freund.“
„Ach! Das erklärt alles. Und diese erbliche Freund⸗
haft wird jetzt zwischen Irma und Ihnen fortgesetzt.“
„Ich glaube, es ist so. Wenigstens ich bin ein Freund
on Miß Darracote, und ich hofse die Ehre zu haben, sie
uch als meine Freundin betrachten zu dürfen.“
„Ueber etwas können Sie beruhigt sein,“ sagte Ca—⸗
nilla. „Irma ist die treueste Seele der Weli. Wenn sie
hnen einmal ihre Freundschaft geschenkt hat, können Sie
ets auf dieselbe zählen.“
Unwillkürlich blickte Hastings auf Norbert, mit dem
rma sich mit einer Lebhaftigkeit unterhielt, die er nie
orher an ihr gesehen hatte.“
So scheint es,“ sagte er.
„O, wir sind lebende Beweise dafür — Mr. Norbert
nd ich!“ rief Camilla. Wir waren beide so eng mit
Irem früheren Leben verknüpft und wenn Sie Irma nur
metwa kennen, müssen Sie wissen, wie ihr Herz an die⸗
»m Leben hängt.“
Und ohne Zweifel an jedem, der mit demselben ver⸗
üpft ist,“ sagte er mit mehr Anauglichtett, als er ei⸗
entlich beabsichtigte.
RBn — -

—1144

.— e

ung der Samen. Andere Mittel sind das Besprengen mi
zewöhnklichem Kochsalz oder mit einer Lösung von Kup
ervitriol, doch haben sich diese als wertlos herausgesiellt
Am wirksamsten soll es noch sein, die Disteln sehr frül
ibzuschneiden, weil dadurch nicht nur ihre Zahl vermin
dert, sondern auch die Kraft der überlebenden Pflanzer
zerabgesetzt wird. Durch einfaches Köpfen der Distelr
ann nur eine mäßige Milderung der Pest erreicht wer
den. Die Arbeiten der englischen Anstalt scheinen danach
nichts wesentlich Neues und Besseres erreicht zu haben
als die Landwirte schon wußten.
— — —
Vermischtes.
Warum ist der Schaum weiß — das ist eine
rechte sinderfrage. Das Weer ist grün und doch ist der
Schaum weiß; oder das Bier ist braun, ader sein Schaum
ist weiß. Auch Tinte, sie sei schwarz oder rot oder von
rgend einer anderen Farbe, giot einen weißen Schaum,
venn man sie in geeigneter Weise quält. Die phyjiali—
che Erllärung dieser allbekannten Erscheinung liegt darin,
daß jeder Körper, der alles einfallende Licht zurückwirft,
mimer weiß aussieht. Aus demselben Grunde sind ale
Begenstände weiß, wenn sie in ein ganz seines Pulver
verwandelt werden, zum Beispiel auch schwarzer Marmor.
Schaum ist eben nichts anderes als gewissermaßen vuiß
verisiertes Wasser.
Ein heiterer Lebenslauf. Wir lesen in den „Ham—
burger Nachr.“ Aus dem Bewerbungsbriese eines ,Ver—
reters auswärtiger Häuser“: „Nach beendeter Lehrzeit
legte ich mich zunächst auf Stacheldraht und verzintte
zK⁊ramwaren, dann reiste ich einige Zeit in Damenkleidern
und Tritots, arbeitete mehrere Monate in Kinderklridchen
und vertrat drei Jahre lang Filzpantoffeln. Nachdem ich
darauf ein Jaur teils in Betten gemacht, teils Grabdent.
maäler umgesetzt und mich vorübergehend auch auf Glas
und Porzellan geworsen hatte, machie ich mich schließlich
in Fliegenleim seßbhaft, dem ich bis ießt Anbangüchteß
»cwahrt habe.“
Wahres Geschichtchen. Der neuernannte Ministe⸗
rialjetretär Joseph Wuchinger, aus einsacher Familie
stammend, verbringt seinen Urlaub in der Heimat und
macht mit seinen Angehörigen einen Ausfsiug ins nahe
Gebirge. Im schön gelegenen Schutzhause des Touristen⸗
Auihs wird Mittagsrast gehalten. Zum Schlusse läßt sich
die ganze Partie das Fremdenbuch geben. Nach ihrem
Abzuge findet ein anwesender Tourist folgende Ein—
tragung:
„Josef Wuchinger,
kank. Ministeriaiselretär aus Wien;
Anna Wuchinger,
Mutter des k. k. Ministerialsekretärs;
Josef Wuchinger sen.,
Vater des k. k. Ministerialsekretärs;
Georg Wuchinger,
Bruder des k. k. Ministerialsekretärs
Marie Wuchinger,
Tante des kak. Ministerialsekretärs.“
Nachdem er lächelnd die Zeilen gelesen hatte, setzte er va—
inter;

Florian Schreiber,
Zeitgenosse des k. k. Ministerialse'?retärs.
Die höchste Zeit. Nachstehend eine kleine Episode,
dte sich Ende der. neunziger Jahre in Metz zugetragen hat.
Ein General, der überall dort plöhtzlich auftauchte, wo er
am wenigsten vermutet wurde, trifft in der Gartenstraße
etwas nach 12 Uhr mitternachts einen eilig daherkommen—
den Unteroffizier. Mit den Worten: „Bis wann haben
Zie Urlaub? Zeigen Sie mal Ihre Üürlaubslarie!“ hai
er den Unterofsizier an. „Bis 12 Uhr, Erzellenz“, ant—
wortet der Angeredete und übergibt die Urlaubskarie. „Es
ist doch aber schon 10 Minuten nach zwötf!“ füͤhrt Er—
zellenz fort und sieht dabei nach seiner Uhr. „Oh, dann
ist es aber die höchste Zeit Exzellenz!“ ruft unfer Unter—⸗
offizier. Bei diesen Worten hat er mit raschem Griff seine
Urlaubskarte, die der General noch nicht nachgesehen hat.
erfaßt und rernt im Galopp davon
Hurnoristische Ecke.
*Seine Auffassung. Mifflins: „Ich habe im
mer gefunden, daß rechthaberische Menschen blaue Augen
haben!“ — Bifftins: „Sicher! Wenn nicht vorher. dann
nachher!“
*Sehr richtig. Schneidermeister: „Heute gehe ich
nicht von der Sielle, Sie müssen mir mein Geld' geben!“
— Student: „Es tut mir leid, Meister, ich kanu Ihnen
nicht helfen, ich habe kein Geld!“ — Schneidermeister: „J
wenn Sie kein Geld haben, dann solsten Sie auch nicht
studieren!“ — Student: „Ja, wer saat Ihnen denn,
daß ich studiere?“
*E,in Vortel: Schwerhöriger: „. So, nun wis—
sen Sie, was Sie sind! ... Wiederschimpfen hat keinen
Zweck — ohne Hörrohr hör' ich nichts!“
*Daie Modenärrin. Frau (ein Modejournal
vom vorigen Monat durchblätternd): „Ach, sieh mal, Mx—
thur was men damals für komische Hüte trua!l“
— — r— 5 —EBEBIDEIEIZ—ll_-noliccend.
 Aber Ver. Hastings, der keine Lust hatte, sich
usforschen zu lassen, wechselte das Thema.
„Ich hoffe, daß ich Ihnen zu den Erfolgen gratulieren
arf, die Sie errungen haben, sagte er, und daß wir das
zergnügen haben werden, Sie hier in Amerika singen zu
ören.“
„Das ist noch zweifelhaft,“ erwiderte sie. Ich kam
ur herüber, um mich auszuruhen und Irma zu sehen.
s sind mirt schon verschiedene Änerbietungen gemacht wor—
en, ader ich glaube nicht, daß ich öffentuich uͤngen werde—
RNlange ich hier bin.“
„Aber sie wird im kleinen Kreise singen,“ sagte Irma,
ch schnell umwendend, als sie die letzten Worie hörte.
Benn Sie uns ebenfalls das Vergnügen machen wollten,
sit uns heute Abend zu speisen, werden Sie sie hören.“
„Ich werde mit dem größten Vergnügen Ihrer Einka⸗—
ung Folge leisten, sagte Haftings erfreut.
„Unsere Erbin hat sich wirklich merkwürdig veränr⸗
ert,“ sagte Mrs. Treherne zu Hastings.
Sie sahen nach dem Essen zusammen im Wohnzim⸗
ner, als Mrs. Treherne diesen Ausspruch tat. Und da
dastings nicht gleich antwortete, fuhr sie fort:
Ich bin selten so erstaunt gewesen, als wie ich hörte,
aß sie Mr. Norbert und Sie auf so ungewöhnliche Weise
u Tisch einlud. Ich kann nicht begreifen, wie sie darauf
am, gerade Sie beiden zusammen einzuladen“
Das ist höchst einfach,“ erwiderte Hastings. „Zufällig
nachte ich ihr meinen Besuch zur selben Zeit wie Mr.
sorbert; und nachdem sie ihn zu Tische geladen hatte,
in Ihre Bekauntschaft machen zu können, war sie so lie⸗
enswürdig, mich in die Einladung einzuschließen, damit
ch Miß Vincent singen hören könnte.“
„Ach, also deshalb,“ sagte Mis. Treherne etwas gering⸗
hähig. Hotfentlich ist Niß Vincent's Gesang besser, aiẽ
zre Manieren,“ fuhr sie mit einiger Schärfe fort. JIch
abe selten ein junges Mädchen gesehen, das solch' steie
ünftlermanieren hat, wie Miß Vincent. Es ist ein Un⸗
luc für Irma, daß sie hergekommen ist. Und diesen
inge Maler und glühende Verehrer — ich fürchte sei⸗
J ⏑ — H——. 2*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.