Full text : Dudweiler Zeitung

Asummer 110

Tel.oq, 259, 269 un 1261.

Dienstag, den 25. Mai 1909

Zeitungs liste 501

23. Jahrgang.

1
4.

—2
D

Mit Beilagen: „Ressetritfis Ie Rochenscarist· und
Iustige lätter“.
272 28

AFgemeiner Anzeiger für den BZürgermeister
Pudwmeilser.

Rßonnementspreis
monatlich 70 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der Po—
«estellt M. 2,25 viertelijährlich.

Anzeigen
osten 10 Pfa. dir spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
Nedakrion, Druck und Verlag von J. Un“7211er
in Dudweiler.

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ne „Dudweiler Zeitung“ erscheint iäglich wit Ausnabme der Sonn⸗
und Feaertan

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α ääXα.—

ö— —— —

Nararantsltäsbintung.
Die österren gerrtiche öotaeihee wird wieder
on einer doppetietigen parsamentarischen Lähnmmung be—
allen, die auf einen eser tiegenden organischen Mangel
inwveist. Glanz ernst ist die ungarische Krise geworden,
vo die Enpittungcalien attf den bangast vorauszusehen—
—
ientẽnasorttt gegen die Krone als Vertreterin der In—
eressen der Geamtbevölterung des Reiches. Nach zuver—⸗
ä sigen Bubdapester St mmungsberichten ist der Moment
iner friedlichen Lösung der Rrise schon verpaft und
Franz Kosuih hat sich, wie immer, den Radikalen seiner
— V—
winl regieren undehindert durch die 67er, und da sie sich
weigert, zuvor ihr Progtamm abzuschwören, kann sich der
Faiser nicht eitschließen, ihr die Erckutive auszuliefern.
58 werden also die außerparlamenarischen Exrperimente
rwogen, für die entweder Lodiskaus Lutacs oder Graf
dhuen-Hedervary in Betracht kommen. Viel Gutes er—
vartet niemand von diesen Experimenten. Das flache Land,
»as die Mazorität der Abgeordneten liefert, ist noch nicht
teif für die Abschüttelung des Koalitionsregimes. Viel—
eicht aber murß erst wieder die Heimsuchung einer außer—
arlamentarischen Regierung über das Parlament kom—
nen, bevor sich die Parteien zu einer Majorirät mit
ossiblem Programm zusammenschließen. Vorläufig gönut
einer noch dem andern den Bissen im Munde.
In Oesterreich ist die verkappte Obstruktton schon ein—
getreien. Die „slavische Untion“ geht darauf aus, das Ka—
»inett Bienerth durch Verhinderung des Budgets zu stür—
zen. Die Tschechen wollen beweisen, daß eine parlamen—
arische Regierung ohne und gegen sie unmöglich ist. Man
ann es ihnen nicht verargen. Da aber, so schreibt man
der F. Z., auch die Zustände unter der Kealition mit
hrer Preisgebung der Vorwalmung an „nationale“ Mini—
terien auf die Dauer unmögtich werden, kanun man es
uuch der Krone nicht verargen, wenn sie auf die Erneue—
rung des Kogtitionsregimes alten Stils nicht mehr ein—
jehen will. Zuvor müßlen die Nationen untereinender
ich verstuündigsen. Noch wichtiger aber wäre eine Nender—
ing in den Ministerien selbst. Das System, einer Nation
der Partei ein Ressort auszuliesern, und sie damit zu be—
riedigen, hat sich nicht bewährt. Es muß die Exent've
traffer und einheitlicher organisiert, die Interessen der Ge
amtheit und die Verwaltung müssen dem Parteienkampi
intrüctt werden. Dann ist es möglich, daß auch die Par⸗
eien sich nach oben „ausleben“ und ihre Führer in das
Pinisterium entsenden. Die Formel gilt für Ungarn wie
ür Oesterreich. Ein Minister muß ebenso aufhören, Par—
ximann zu sein wie der Präsident des Hauses. Bei der
omplizierten Struktur der österreichisch ungarischen Mo—
iarchie ist der reine Parsamentarismus mit seiner Verge—
valtigung der Minoritäten ausgeschlossen. — Vor der
Jichler Resse des Monarchen wird eine politische Entschei—
ung schwerlich mehr gefällt werden, und so wird sich die
⸗olitische Stockunag wahrscheinlich bis in den Herbst hin—
iehen

ssaß die Frndazresorm irogz aller Schwierigketten
on allen Tartcien in großzügiger Weise, als eine natio—
iale Sache durchgeführt wird, damit die erforderlichen
Nittel beschafft werden können, um auch unsere Wehrkraft
ruf die Höhe zu bringen und auf der Höhe zu erhalten,
ne unsere Machtstellang in der Welt ersordert. Hierdurch
vürde auch der Floitendverern der in Danzig gefaßten die—
olution gerecht, über allen Parteien zu wirsen, in „na—
ionasnosfitiichem“ Sinne, und das Nationalgefühl zu heben.

und ihn demzusorge wieder zuruckgehen lasse, so gescney
es aus der staatsrechteichen Erwäzung, daß die Rieichs
einnahmen von der Allgemeinheit auf Grund einer durch
Gesetz zu begründenden Verpflichtung aufgebracht werder
sotlen.“ — (Das kängt sehr gemessen und feierlich Di
RNedaksomn

Eine Würdigung der Presse.
Staatsanwwalt Dr. Erich Wulffen in Dresden äu
zert sich in einem Artikel „Ueber die Mitarbeit der Oef,
entlichkett und der Presse bei der Strafversolgung“ in de—
etzten Nummer des „Zettungs-Verlaasss“. über des Fal
des Chefredalteurs Herzog.
Die Presse darf nicht nur für die Belastung, sonderr
auch für die Entlastung eines Angeklagten oder Verurteil
ten Beweise sammeln. Es ist mehr als einmal geschehen
daß ein Wiederausnahmeverfahren, das zur Freisprechunt
führte, dirch Preßstimmen in die Wege geleitet worder
st. Unter diesem Gesichtswinkel müssen auch die sonst we
nig erfreulichen Preßberichte, die eine Zeitlang zugunster
Darl Hau's die Spalten füllten, eine mildere Beurteilung
erfahren. Auch der Fall des Chefredalteurs Herzog ir
Larlsruhe erscheint mir, nachdem ich mit Herzog hierüber
zelegentlich eine persönliche Aussprache gehabt habe, ir
auderm Lichte. Die Entlastung Hau's brachte die Belast
ung von Olga Molitor mit sich. Ich persönlich habve q
dau ß Schuid nie gezweifelt. Aber wer ist allwissendt
ver ein nie versagender Kriminalpsychologe? Wenn heute
Hau's Nichtschuld erwiesen werden könnte, welche Ver
dienste hätte die badische Presse um den deutschen Straf
rozeß!

7 * — 8* WA
Volitische undschanu.
Deutiches NReich.
»Der Bundesrat hat dem Entwursf eines Gesetzes, be—
refsend Aenderungen des Gerichtsverfassungsgesetzes, der
zivilprozeßorduung usw., auch dem Eutwurf eines Ge—
ebes betresfend Aenderuig des Bankgesetzes, in
er vom Reichstage beschloössenen Fassung zugestmmt. Anu—
enommen wurden fserner der Entwurf eines Gesetzes be—
tessend die Verrechnung, Prüsung und Kontrolle der in
en Rechnungsjahren 1903 bis 1907 aus Anlaß des Ein—
eborenenaufstandes im südwestafrikanischen Schutzgebiete
eleisteten Ausgaben, und die Vorlage wegen Erlsveiter—
ug der Vestimmungen zur Herstellung einer Kriminalsta—
jseik für das deutsche Heer und die kaiserliche Marine.
* Dem „VBerl. Tagebl.“ zufolge, fand am Monlag im
deichsschatzamte eine Konferenz über die Reichs—
nanzreform statt, zu der mehrere Banldirektoren, Nit—
lieder der Hochfinanz und Vertreser der Großindustrie
ingeladen waren

Desterreich Ungarn.
*Gegenüber von slawischen Kreisen ausgesprengren
drisengerüchten wird von führender deutsch freihettlschen
eite in der „Deutschnationalen Korrespondenz“ dargelegt:
Wie die Verhältnisse liegen, kann in Oesterreich kein an—
erer politscher Kurs eingehalten werden, als der, den
as Ministerium Bienerth eingeschlagen hat. Die ge—
enwärtige Politik verfolgt keinen anderen Zweck, als
urch Wiederherstellung der staatlichen Autoritat, durch Be—
itigung aller Separationsgelüste geordnete wirtschaftliche
nd finanzielle Zustände herbeizusühren. Eine auf die—
n Zweck gerichtete Politik muß und wird bei den deut
hen Varteien Unterstützung finden.“
Amerika.
*Aus San Domingo wird gemeldet: Die Revolutio—
äüre nahmen Guapubin ein. Die Unruhen breiten üch
uscheinend aue

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Hof und Gesellschaft.
** In dem Befinden des Kardinal-Fürstbischofs Dr
Ron Kopp ist eine ernstliche Berschlimmerun—⸗
eingetrezen.
* „Petit Parisien“ bringt folgendes Telegramm: Die
daiserin-Mutter von Rußland, welche in Be—
leitung der Königin Alexandra von England ir
Lenedig weilte, hat, angeblich auf Grund wichtiger Tele
zramme aus Petersburg und Rom unter fluchtähnlichen
Imständen die Abreise angetreten. Eine bedeutende Po—
izeiabteilung besetzte die Zugänge zum Bahnhof. Be
erschiedenen verdäch igen Personen fanden Haussuchunger
tast. Als die KNaiserin im Bahnhof zu Venedig erschien
rscholl aus der Menge Pfeifen und Johlen. Beflügelter
Zchrittes stieg die Kaiserin die Bahnhofstreppe hinau
ind bestieg eiliast ihren Wagen. Die eigentliche Ursach—
u dieser eigenartigen Abfahrt ist noch nicht bhekannt.
Das Urteil des Schiedsgerichts in der
Casablanca⸗Affäre.
Franzöfische Preßstimmen.
In den französischen Blätterstimmen über den Haager
zchiedsspruch tritt mehrfach die Genugtuung darüber zu
dage, daß durch denselben im wesentlichen die französische
techtsauffassung anerkannt werde. Gleichzeitig aber wird
llgemein in lebhaften Worten der Freude Ausdruck ge—
eben, daß der einst so bedrohliche Zwist friedlich und für
eide Völker gleich ehrenvoll beigelegt werden konnte.
Der „Figaro“ schließt sich der Aeußerung der
Kölnischen Zeitung“ „es gibt in dieser Sache weder
zieger noch Besiegte“ an und sagt, es bleibt nur ein
zeispiel von zwei großen Völkern, die einen Beweis vor
egenseitigem guten Willen gegeben haben, um einen seh⸗
Anlichen Zwischenfall 3u8 vonshar heiter Weise au redeln
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egenheit zu yaben, Sie meiner Kousine Viß Vincent vor—
iellen zu können, von der ich Ihnen schon erzählte, und
welche als Mademoiselle Vincenzo weit und breit bekannt
ijt.“
„Es ist mir eine große Ehre, Miß Vincenzo kennen zu
ernen.“
„Und hier,“ sagte Irma, „ist ein anderer alter Freund
— Mr. Norbert, der Maler, von dem Sie vielleicht auch
chon gehört haben.“
„Von Mr. Norbert, dem Künstler, habe ich natürlich
schon gehört,“ entgegnete Hastings. „Ich habe bis jetzt
noch nicht das Vergnügen gehabt, Ihre Gemälde zu sehen,“
ruhr er fort, sich an den jungen Mann wendend. „Aber
ich habe viel von Ihnen gehört durch meine Freunde.“
„Und stellen Sie sich vor,“ sagte Irma, „daß ich bis
setzt noch nicht wußte, daß er Bilder hier hat, noch, daß
er berühmt geworden ist, seitdem wir in Paris von ein⸗
inder schieden.“
„Berühmtheit ist ein großes Wort,“ meinte Norbert.
Vorläufig mache ich nur Anspruch auf meinen Ruf als
ünstler.“
„Nach dem, was ich von Ihren Werken gehört habe,“
intgegnete Hastings, glaube ich, daß Ihr Ruhm schon be—
zründet ist, denn Ihre Bilder müssen außergewöhnlich an⸗
iehend sein.“
Norbert zudte gleichgültig die Achseln. Was lag ihm
in Hastings Meinung, dessen Erscheinung ihn ebenso
ibertesHt hatte wie Camilla und ihn zugleich mit einer
jeftigen Eifersucht erfüllte. Er wäre ja eifersüchtig auf
eden Menschen gewesen, der sich Irma nahte; aber dieser
Mann, jung, hübsch und aristokratisch, war ganz besonders
zeeignet, dieses Gefühl in ihm zu weden.
Diejenigen, welche von der ungewöhnlichen Anzie—⸗
zungskraft meiner Bilder sprechen, sind unglückicherweise
zerade solche, die am meisten von Kunst verstehen,“ ent⸗
jegnete er, etwas unhöflich. Dann wandte er sich zu Ir⸗
na. „Aber da Sie bis jetzt die Bilder nech nicht gesehen
aben, wollen Sie nicht kommen und selbst urteilen? Ich
abe ein Atelier gemietet. und in einigen Taoen werde

Brasilien.
* Der Vertreterkonvent aller Staaten autzer Sao Pauls
ellte als offizielle Kandidaten für das Bundesräsidium
 Hermes Fonseca und Wenceslau Braa
en derzeitigen Ministerpräsidenten. cuf

Zur Reichsfinanzreform.
Bekanntlich hatie ein Kamenzer Lehrer dem Reichs—
chatziekretär z Mark gesandt, die zur Lösung der
Keichsfinanzreform mit verwendet werden sollten. Der
keichsschatzsekretär hat das Geld jetzt mit fol—
sendem Begleitschreiben zurückgesandt: „ECuer Hochwohlge—
oren haben durch Einsendung eines Geldbetrages, den
Zie als Ihren Anteil an den neu aufzubringenden Reichs—
euern berechnet haben, zu erkennen gegeben, wie sehr
zhnen die Beseitigung der Mängel unseres Reichsfinanz,
besens am Herzen liegt. Eine solche Gesinnung verdient
n hohem Mahße Anerkennung, und ich spreche Ihnen für
zhre Absicht meinen verbindlichsten Dank aus. Wenn ich
roßdem geglaubt habe, von der Ueberweisung des Be
nes an die Reichshauptkasse Aßstand nehnen 20 sollor

Vom Deutschen Flotten-Verein.
In Anwesenheit des Ehrenvorsißenden des Deutschen
Flottenvereins, Großadmiral von K'öster, nahm der in
Drier tagende Verbandstag der Flottenvereine
des Rheinlandes einssimmig nachstehende Reso—
ution an:
Die Vertreter des deutschen Flottenvereins, Rheinpro—
binz, erilären wiederholt ihre Bereitwilligkeit, das Prãsi⸗
dium energisch bei Verfolgung seiner Ziele zu unter—
tützen. Sie erblicken es gleich ihm als die nächstliegende
Aufaabe des deutschen Flottenvereins, dafür einzu⸗e“
— — — — —— —

Irma

„Daran zweifle ich nicht im geringsten,“ fiel Camilla
jeiter ein; „aber mein Standpunkt ist der richtige. Wenn
Zie das Vergnügen haben möchten, uns beide zu malen,
o müssen Sie ein Geschäft daraus zu machen suchen. Was
aben Sie davon, abgeschmadt zu sein und die Gelegen—
eit vorübergehen zu lassen, we Sie zeigen können, was
SZie aus zwei solchen Modellen wie Miß Darracote, die
zroße Erbin, und Mademoiselle Vincenzo, die berübmte
Primadonna, machen können?“
„Mademoiselle Vincenzo wird sich wahrscheinlich nie
olche Abgeschmackttheiten zu Schulden kommen lassen,“ ent⸗
Jegnete er.
„Sie sagen-das aus Sarkasmus, aber es ist wahr,“
iagte Camilla. „Mademoiselle Vincenzo ist prattisch in
illen Dingen. Aber hier kommt Dein imponierender Ma⸗
ior Domus wieder, Irma, mit einer anderen Karte!“
Irma wandte sich zu Ellis, der geräuschlos an ihre
Zeite kam, mit einer Karte auf üilherner Platte seiner
dertin nahte.
„Mr. Hastings läßt fragen, ob Miß Darracote ihn
empfangen will,“ sagte er in leisem Tone.
Einen Augenblick herrschte Schweigen, während Irma
uuf die Karte blidte und Norbert und Camilla auf Irma
ahen. Dann sagte sie: „Führen Sie Mr. Hastings her⸗
in. Ich werde mich freuen, ihn zu sehen, besonders, weil
Zie beide ihn kennen lernen werden,“ fügte sie, sich zu
Lamilla und Norbert wendend hinzu. „Er war ein intimer
Freund ven meinem Onkel Mr. Darracote und üt auch
mein Freund geworden.“
„Ein Hreund Mr. Darracotes',“ wiederholte Camilla,
vährend ihre Blicke sich einem an der Wand hängenden
Bilde eines gesetzten Herrn mittleren Alters zuwandte.
VLeshalb konnte Irma sich nicht für einen Herrn dieser
let entschuldigen lassen? dachte sie mit leichter Ungeduld,
ffnete aber weit ihre Augen, als gleich darauf Hastings
»as Zimmer betvat.
Ich hoffe, daß ich Ste in keiner Wetse störe,“ meinte
r. rmas Hand in ehrerbietigster Weite schüttelnd.
Im Gegentejl“ mntwortet⸗ sie Ich ircue mich, Ga—

„Es wurde auch nicht für ein Porträt gehalten. uno
venn es der Fall gewesen wäre, was hätte das geschadet?
Veshalb sollte ich Ihnen nicht erlauben, mein Gesicht zu
nalen?“
„Ste würden es zugeben?“ fragte er eifrig. „Dies ist
a mein höchster Wunsch seit langer Zeit, aber ich wagte
nicht darum zu bitten. Bedenken Stie nur, welcher Anfang
ür mich, wenn mein erstes Porträt das Mik Darracotes
it!“
„Wird es vorteilhaft für Sie sein?“ fragte sie ganz
Legeisterung und Interesse. „Dann gebe ich Ihnen sofort
inen Auftrag — nein, zwei Aufträge, denn ich möchte
wuch ein Bild von Camilla haben. Und bedenken Sie,
datß Sie Ihren böchsten Vreis fiürr heide fordern müs—
en.“

„Verlangen Sie das nicht. Die Tatsache allein, Sie
nalen zu dürfen, ist Belohnung genug.“
Nein, nein!“ rief sie. „Davon will ich nichts hören.
Zie müssen bei mir dieselben Bedingungen stellen, wie be,i
edem anderen, oder ich sitze Ihnen überhaupt nicht. Be⸗
denken Sie doch, wieviel Geld ich habe! Weshalb wollten
Sie mir das Vergnügen verderben, auf diese Weise etwas
)avon auszugeben? Ich habe nicht viele Freunde, und
er Gedanke, einem decselben mit meinem Gelde behülflich
ein zu können, ist für mich eine so große Freude, daßß Sia
ieselbe mir gerne bereiten sollten.“
Ja,“ sagte Camilla, einstimmend, „Sie müssen das
un; und wenn Sie wüßten, wie besorgt sie ist, jemanden
uu finden, mit dem sie das Geld, das ihr so viel Sorge
nacht, teilen könnte, würden Sie es doppelt gern tun.
Ich habe keine Gewissensbisse über die Summe, die sie
ür mein Porträt bezahlen will, und Sie sollten sich eben—
alls keine machen, über das Geld, das Sie bekommen
verden.“
Norbert sah Camilla beinahe grollend an.
Ich glaube,“ sagte er, „daß wir die Sache von goma
iedenem C —
            
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