Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales.
uebersall. Vergangene Woche wurde im Fischbacher
Walde auf dem Wege eine Frau von einem Kerl überfallen,
ger sie zu Boden waif und zu vergewaltigen versuchte. Die
Fran wehrte sich kräftig und schrie laut um Hülft. Das
Zerbeieilen von Leuten verscheuchte den Strolch, der sich
inerkannt seitwärts in die Busche schlug. Frauen und
Madchen sollten es möglichst vermeiden, allein die Wege im
Walde zu passieren.
Ausstellung. Bei der am 23. de. Mis begonnen Aus⸗
zellung des Sing⸗, Zier⸗ und Vogelschutz Vereins erhielten
olgende Mitglieder Preise:
Ehrenpreis für Vögel Johann Becker
.Preis, * Albert Becker
.. Matthias Lacsch
Ehrenpreis in eree Leistung)
jon besetzten und bepflanzten Aquaren)
peelsur duchihe A. Rosenkränzer
Ehrenpreis für prachtvolle Ausstattung)
Ekhrenpreis für gesamte Leistung und
1 Preis fulr Zuchtfische Poilipp
1. Preis sfür Aquarien Franz Hell 1.
z F.anz Heli 2.
Fohann Schneider
darl Am mon
Fritz Hoffmann
dudwig Neeser
Babriel Brödel
Jakob Hell 2.
WVilhelm Wiulet
Peter Batti«
Peter Nayer
Johaun Wunn
Johann Huber
383. Franz Hell J.
Vobende Anerkennung: Gabriel Brödel, Philipp Vomm
und Peter Hoffmann 1.
Schmelterliugsammlung:
Preis Frit Sesterhenn
Personalnachrichten. Nachbenannte Bergschülen sind vom
. Mai d. J. ab bei den in Klammern beigefügten Berg⸗
werken zu Hilfssteigern ernannt worden: Karl Maurer, Karl
Weingard (Kronorinz); Karl Weber (Dudweiler); Friedrich
Antes (Sulzbach); Karl Dahlheimer, Jakob John, J.kob
Srenner (Reden); Christian Latz, Karl Gioß (Heinitz);
Friedrich Hock (Friedrichsthal; Ignaz Jahn, Phil. Eberle,
Ph. Tiefensee, Jakob Eifler (Göttelborn); Matthias Lesnert
Camphausen) und Ludwig Maurer (Fuͤrstenhausen).
Bergmsfrd.
Spiele nicht mit Schietzgewehren In Herrensohr
hat ein 14jäahriger Junge auf en 12jähriges Mädchen,
Maria Schmitt, aus einem kleineu Revolver geschossen. Da⸗
bei wurde das Mädchen so unglücklich getroffen, daß ihm die
Zugel in die Gedärme drang. Eine Operation ist nötig, um
die Kugel zu entfernen. Durch deu Leichtsinn des Jungen
zat das arme Mädchen jetzt schweres Leid zu ernagen.
Steigerung der Setreidepreise. Der ungünstige
Saateunstandsbericht für Preußen, der insbesondere ein ßarkes
Jurlickbleiber. der Vegetation und Umpflügungen in großem
Maßnabe festgestellt, regt die Fruchtmärkte an. Aus allen
Städten wird Steigerung der Peeise für Roggen und Weizen
zemeldeꝛ. Auch aus Amerika und Ungarn kommen un⸗
zünstige Berichte. Aus Deutschland und Rußland kommen
neue Klagen über Trockenheii und Durre. Hafer war loko
and füe Lieferungen etwas fester im Anschluß an Vrotge⸗
rreide. Mais war wenig verändert. Fuͤr Rüböl zeigt sich
wenig Interesse.
Salat. Bei der Salatbereitung ist folgendes zu beachten:
Die zu Salat benlltzten Gemuse müssen jung zart und frisch
ein. Dabei ist zu beachten, daß Salat niemals im Wasser
tehen b leiben darf und es Überhaupt nicht gat ist, denselben
anstig mit Wasser in Berllhrung zu bringen. Er verliert
dadurch an Naährwert, weil die in ihm enthaltenen Nährsalze
ausgelaugt weirden. Am besten ist der giüne Salat frisch
aas dem Erdreich geholt und möglichst unmit!elbar vor dem
kfen angemacht. Die inneren Herzchen des Kopfsalats sollen
aie gewaschen, sondern gleich beim Putzen trocken zurückgelegt
wverden. Es ist falsch, den Salat zuerst zu salzen und dann
erft Essi, und Del daran zu geben, sondern man gibt zuerst
das Del dazu, mischt ihn gut und gibt danu erst die übrigen
Jutaten. Der Essig kann dann nicht so sehr in den Salat
Andringen, derselbe wird milder und zarter und bekommt
ꝛin schoͤneres und glänzenderes Aussehen. Au manchen
Otten belommt der Salat noch einen Zusatz von harige⸗
kochtem Ei und franzöfischem Senf. Guten Salat liefern
bekanntlich auch Brunnenkresse, junge Lowenzabnherichen,
Feldsalat (Rapu chen).
Rene GCisenbahnbauten im Saar⸗Bezirk. Fur die
Derftellung des schienenfreien Zugangs zu dear Zwischensteig
nif Bahnbof Suljbach weiden weitere 100 000 Rt. bewilligi
xachdem daflr bereits im vorigen Jahte 80 000 Mtk. veraus.
dabt worden sind. — Zum Ausbau her Strecke Dudweiler⸗
Friedrichethal, sind 300 000 Mark ausgeworfen zu den bereits
jn früheren bewilligten 2 Midlionen. — Ferner ifst die
Heistellung eines schienenfreien Juganges zusdem Zwischeni ahn
deig auf Bahnhof dee mit 4283 000 Mk. vorgesehen,
wodon jett ale 1. Rate 100 000 Mk. bewilligt worden sind.
Die Erbauung des Dienstgebäudes fuͤr die Eisenbahninspek⸗
tonen und des Dienstwohnbäudes zu St. Wendel sol mit
50 000 Mk. fortgefuhrt werden.
Vreußens neufier Gebieiszuwachs. Zwischen der
preuszischen und belgischen Regleiung schweben augenblicklich
Berhandlungen betreffs der Teilung von Reutral Moresnet.
Rach dem der belgischen Regierung vorliegenden Staatavertrage
soll das neutrale Landchen, das eiwa die Größe des Dober⸗
der Truppenlibungsplatzes hat, dergestalt geteilt werden, daß
das Dorf Reutral ⸗Worednet mit sinen Feldern an Preußen
das Bergwerk Altenberg mit seinen Läudereien au Belgien
jallt. Der groͤßte Teil der Einwohrer scommt
dadurch an Peeußen, die kinwohner unterhalten sch ou jetzt die
meisten Verbindungen zu Preußen, besonders zu Aachen. Der
Zrenischt Anteil des Landchens wird dem pre ßischen Kreife
kuben zuschlagen werden, der prenßische Gebleiszuwache be⸗
ägt eiwa 400 Hektar,
Kohlen in Eubbeutschland Die Signatur des
artles war darchaus matn. Von keiner Seite aue wat
der Begehr auch aur einigermaßen befriedigend, von allen
—A Konlurrenz ist au⸗
haltend auf dem Plavy. Stie bittet nicht allein hinfichtlich
der Preise vorteilhaft au, sondern gewahrte auch sonß Zuge⸗
dandnifse, die fie bei den Abnehmern bellebt nadVon
aalischen KQoblen vurden ndie Vartien —

zreise liegen nicht sehr fest, veil jeder verlaufen will, um die
engeschlossenen Mengen abnehmen zu koͤnnen.!
Aus VRah und Fern.
*Saarbrücken, 22. Mai. Am Mittwoch abend nach
fintritt der Dankelheit überfielen in der Nähe der Schanzen⸗
zerger Ziegeiei 5 Burschen einen ruhig des Weges gehenden
Ar eiter, der, von Gereweiler kommend, sich in Saarbrücken
Ztellung suchen wollte. Die Burschen schlugen mittelst dkcken
dnüppeln den Wehrlosen nieder und ranbten seine aus 24
MNark bestehende Barschaft, sowie den Handkoffer nebst Inhalt
ind Papiere Die Diebe sind unerkannt entlommen.
*St. Ingbert, 21. Mai. Ein tragzisches Geschick be⸗
raf die Familie des Schlossermeist is Sailer in der Garten⸗
traße. Die Frau Sailer weille mit ihrem 15 Monate alten
dinde in der Küche. Als sie sich auf rinen Augenblick ent⸗
ernte, um sofort wieder zurückzukehren, fand sie das Kleine
ot vor. Es hatte den Kopf in einen kaum mit 10 Zenli⸗
neter Wasser gefullten Topf gesenkt und war ertrunken.
Dauendorf i. Lothrt, 18. Mai. Gestern morgen
rhängte sich hier die Tochter unseres Bürgermeisters, offen⸗
harZweil eine von ihr geplante Heirat mit einem Briefträ
zer die Zunimmung der Eltern nicht fand. Sie hinterließ
Biiefe an ihre Eltern und an den Geliebten.
* Metz, 22 Mal. In der dicht mit Gästen gefüllten
Wirischaft „Zum lustigen Rheinländer“ hat sich gestern abend
jsegen 11 Uhr der Metzger Rauscher erschossen. Traurige
Familienverhältnisse sollen die Ursache der Tat sein; ein
Bruder von Rauscher hat vor einem Jahre auf gleiche Weise
zeendet.
v seotu, 2. Mai. (Feueran der Dombrük—
3 in be v ige ren ae
ntstand anscheinend durch Funken einer vorübersahrenden
zokomotive oder eines Dampfers, ein Brand des Bo—
enbelags der Straßenbrücke. Eamtliche Feuerwehren der
biadt waren gu der Brandstätte tätig; nach 14 siündiger
mgestrengter Täugkeit war jede weitere Gesahr beseitigt.
*Aachen, 22. Mai. A Ein Wald⸗
rand vernichtete etwa 50 Morgen Wald der Gemeinden
kripsrath und Uetterath. Auch dicht am Aachener Walde,
uif belgischem Gebiete, entstand ein Waldbrand, der in—
»es leine große Ausdehnung nahm.
* Viersen, 22. Mai. (Fe uer.) Im Macteriallager
der Maschinenmontierhalle der Firma Gebr. Heine brach
zeuer aus, zerstörte den Dachstuhl und einen Teil der
Nateri albestände, wurde aber durch die eigene Schlauch—
eitung und durch die später anrückende Feuerwehr auf
einen Herd beschränlt. Der Betrieb der Maschinensabrik
vird dirch Zuhilsenahme anderer Gebäude vollständig
ufrecht erhalten. Der Schaden ist durch Versicherung bei
en Gesellschaften Aachen und Gotha hinreichend gedeckt.
*Essen, 22. Mai. GGrubenunfall.) Auf der
eche Porsdam wurden durch eine vorzeitige Schußexplo—
on zwei Arbeiter getöter, sechs verletzt.
* Hamm, 22. Mai. (Meineidige Radbod⸗
Vitwe.) Eine der sechs Radbod-Witwen wurde unter
em Verdachte, einen Meineid bei Ableistung eines Os—
endarungseides abgelegt zu haben, verhaitet.
* Kobleuz, 22. Mai. Gestrandetes Schiff.)
)as mit Eisen beladene Lastschiff „Heinrch“, das hier
eichtern wolete, ist am Rheinufer bei Pfaffendorf gestran—
et und geborsten. Menschen sind nicht verunglücki.
* Kreuzuach, 22. Mai. Abgestürzit.) Der 15jäh—
ige Buchdruckerleyrsing Ruß, der bei einem Ausfluge von
em 300 Meter hohen Rothenfels in eine unzagäng iche
SIchlucht abstürzte, liegt im Krankenhause an einem schwe—
en Schädelbruch hofsnungslos darnieder.
* Wies baden, 22. Mai. (Eine Bittschrift an
»en Kaiser.) Als der Kaiser heute früh von einem
3pazierritt ins Schloß zurückkehrte, wurde ihm im Nero—
al vom Zahnarzt Rehn im Auftrage der hiesigen aus—
lellenden Handwerler eine Bittschrist überreicht, die den
Nonarchen zum Besuch der Ausstellung veranlassen soll,
er infolge des Vortrags des Reichskanzlers am Diens—
ag unterblieben war. In der Bittschrist wird ausge⸗
ührt, daß es eine Diskreditierung der Ausftellung und
inen gewissen Schaden in vollswictschaftlicher Beziehung
edeuten würde, wenn der Kaiser beim Aufenthalt in der
ztadt die Ausstellung meiden würde.
* Metz, 22. Mai. (SZwei Explosionen.) Auf
em Landübungsplatz des 16. Pionierbataillons erplo⸗
ierte eine Sprenzkapfel, die ursprünglich versagt haͤtte,
vobei ein Feldwebel schwer und ein Pionier leicht ver⸗
etzt wurden. — Gelegentlich einer in der Mosel vorge⸗
ommenen gemeinsamen Uebung der Pionierbataillone 16
d 20, sollte eine von einem Hauptmann des 16. Ba—
aillons erfundene schwimmende Mine zum Brückenspren⸗
en ausprobiert werden. Das Geschoß versagte. Als auf
Zefsehl eines Offiziers vier Soldaten sich demselben naͤ—
erten, erfolgte die Explosion, bei welcher zwei Mann
hywer und zwei weniger schwer verletzt wurden.
Aus aller Welt.
Schuell kommt der Tod... Auf der Fahrt zur
esthalle des Sängerfestes in Franlfurt a. M. erlitt ein
Ritglied des Berliner Lehrergesangvereins, Wilhelm Hahn,
aeiner Droschle einen Schlaganfall, der alsbalb
en Tod herbeiführte. Nach einer anderen Mitteilung er⸗
jauete sich der traurige Vorfall auf dem Festplatz, als
ahn mit eineinn Koliegen durz vor dem BWetifingen sei—
es Vereins spazieren ging.
sFamilie ndrama. Der Bürgerschullehrer Höra in
Uauen gab auf seine Frau und seine Schwiegermutter
iehrere Revolverschüsse ab; er richtete dann die Waffe
ogen sich selbst und verlezie sich schwer. Frau Hora ist
benfalls schwer verlett; die Schwiegermutter ist tot. Als
rund der Tat wird nervöse Ueberreizung angegeben.
Ein aunstiges Borrommuis erzahlt man sich, wit
er „Berner Bund“ berichtet, in Basel: Ein unlauteres
zudividnum hatte bemerkt, daß der Weinhändler S. sein
jahrrad stets nur in den Hausgang vor seinem Bureau
ellte, wo es jedermann erreichen konnte. Es entschloß sich
aher, bei Gelegenheit das Rad zu siehlen. Dieser Tage
hien ihm die Gelegenheit dazu gekommen zu sein. Der
dieb schlich sich in den Hausgang, nahm das Rad und
vollte damit verschwinden. Im gleichen Moment aber
rat der Weinhändler und Eigentümer des Rades zur
haustüre herein und sah den Unbekannten, ohne jedoch
u ahnen, daß das Rad in dessen Händen sein eigeneä
par. Der Dieb verlor die Geiftesgegenwart nicht eine
zetunde, sondern trat sofort bein Anblick des Weiuhänd
ers vor ihn hin mit den Worten: Ich bringe einen Auf
rag von Architelt P...“ Gut“, sagte der Weinhaändler
mmen Sie ins Bureau“. Der Dieb folgte dieset Ein
iduug. bestellie süür den Architekten P.. ein Quanmm
bein, nahm den Danl des Weinhändlers in Empfaug
ud verabschiedete sich Der Weinhängler begleitete ihn
is zur Türe und rie ihm noch zu: ee Sie das
ab michte, welcher Einladung der Dieb sosort Folge lei—
ice. Erst. als er mit dem Velo schon in allet Fernc
ar, sneß dem Weinhändler etwas auf: er sad nach sei⸗
em dahrrad, ohne es zu finden, dann telephoniertee
w — 44

tellung mihis wissen. RAun fiel es iym wie Schuppen von
den Augen, aber leider zu spät. Der andere waͤrd nicht
neur geiehen.
Schweine im Postbureau. In Irland wird die
zchweinezucht en gros betrieben. Auch verreist der Ir—
änder sehr selten und dann nur in Begleitung eines der
runzenden Tiere, das er nach der nächsten Siadt zum
hartt bringt. Wenn er auf der Post etwas zu besorgen
hat, zögert er nicht einen Augenblick, das Schwein mit
n die Räume des Postamts mitzunehmen, weorei sich der
bierfüßler oft nicht sehr anständig benimmt. Daß hier⸗
zurch Hygiene und Sauberkeit leiden, versteht sich von
elbst. Die irländischen Postbeamten sind dieses Miß—
tandes müde und haben sich beschwerdeführend an ihre
orgesetzte Behörde gewandt. Diese hat nun in ganz ori—
inelle Weise die Wünsche der Postbeamten berüͤcksichtigt
ind ist gleichzeitig auch den Besitzern der Schweine ge⸗
echt geworden, die sich von diesen nun einmai nicht tren⸗
en können Sie läßt nämlich bei jedem Postamt einen
Ichweinestall bauen, in welchem die Vierfüßler so lange
interzubringen sind, bis der Bauer seine Geschäfte im
Postbhureau erledigt hat. Man muß sich zu helfen wissen.
Interessante Steckbriefe. Noch im Jahre 1848 er
ieß die französische Republik einen Steckbrief gegen Na—
‚oleon 3. Nach der Registratur des Präfelten von Nancy
autet derselbe wörtlich:
Franzöfische Republik. Paris, 13. Juni 1848
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!
Bürger, Präfekt! J
Ich habe d'e Ehre, das Signalement von Charles⸗
Ldonis Napoleon Bonaparte an Sie zu adressieren, das
Zie gefälligst an alle Agenten übermitteln wollen, welche
on Ihnen zur Arretierung dieser Veriönlichkeit Befehl
erhalten haben.

Gruß und Brüderlichkeit
Poretse.
Signalement von Charles-Louis RNapoleon: Geboren
u Paris, 40 Jahre alt, Größe 1,66 Meter, Haar und
Augen braun, Stirn mittel, Nase groß, Mund gewöhn—
ich, Bart braun, Kinn spitz, Gesicht oval, Gesichtsfarbe
»laß. Besondere Kennzeichen: Kopf zwischen die Schul—
ern gesenkt, Lippen dich, einige graue Haare. — In
erselben, Präfeltur lagen außerdem Steckbriefe Louis Phi—
iipps auf die Herzogin von Barry (1832), der Repubiik
nuf den Prinzen von Joinville, des zweiten Kaiserreiches
auf den Dichter Viktor Hugo, Mazzini, Viktor Floquet
uind andere Hñunter der republikanischen Vartei.

Tilegramme.
* Berlin, 24. Mal. Wie das Berliner Tageblatt meldet,
vird heute im Reichsschatzamt eine Konferenz abgehalten, die
ich mit der Reichsfinanzreform, insbesondere aber mit dem
zurch Herrn von Richthofen empfohlenem Projekt der Konser⸗
zativen und des Zentrums beschäftigen sol. Zu dieser Be⸗
prechung haben mehrere Bankdirektoren, Mitglieder der Ber⸗
iner Hochfinanz und der deutschen Großindustrie Einladungen er⸗
jalten. Es wird erwartrt, daß der Reichsschatzsekretär von Sydow
ziesen Herren die Verwirklichung des Reichhofenchen Projektes als
ine Eventualität hinstellen wird, mit der ernstlich gerechnet werden
nußte. Sydow werde sodann die Herren der Hochfinanz und
Broßindustrie ersuchen, ihr Bedenken geitend zu machen und
an einer gangbaren Gestaltung dieser in Aussicht stehenden
Zteuersetze mitzuarbeiten.
Berlin, 22. Mai. Das Herrenhaus beriet heute die
Besoldungs⸗Vorlage. soweit sie vom Abgeorduetenhause ab⸗
zeändert war und zvar zunächst das Lehrerbesolduagsgesetz
das nach längerr Debatte en bloc angenommen wurde, eben⸗
o das Gesetz über die Beamtenbesoldung. Auch die Vorlage
zetreffend die Aenderung der Einkommeasteuer wird ohne
Debatte in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen.
erner die Gesetzentwürfe Uber den Wohnungsgeldzuschuß der
Beamten und die Pfarrerbesoldungsgesetze. Das Mantelzeseß
vird mid jämtlichen Besoldungs⸗Vorlagen en bloc einstim mig
angenommen. Damit find die Beamten ⸗Besoldungsgesetze
no den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses endaultig er⸗
edigt.
*WWurzburg, 24. Mai. An den diesjährigen Kaiser⸗
manövern werden auch die deutschen Bundesfür—
tein teilnehmen. Prinz Ludwig von Bayern, als Ver—⸗
reter des Prinz⸗Regenten, und der König von Sachsen
verden bei dieser Gelegenheit einige Tage in der hiesigen
Residenz wohnen.
*Wien, 24. Mai. staiser Wil helUm wird sich wäh⸗
end der Mansver auf drei Tage in das Haupiquartier
her österreschischen Manöver nach Mähren begeben.
* Konstantinopel 24. Mai. Das Blutbad im Wila—
et Adana hat bei den Armeniern von Zeitun (am Meer—
usen von Landa) und Umgebung, welche sich durch be⸗
onders kriegerischen Sinn auszeichnen, eine nachhaltige
Bewegung verursacht. Die Nachrichten, welche einigen hie⸗
igen Botschaften von dort zugingen, drücken die Be—
ürchtung aus, daß die Armenier Zeituns eine Rache⸗
ampagne aufnehmen. Die ohnedies komplizierte Lage
müßte sich dadurch noch komplizierier gestalten. I
Rom, 24. Mai. Entdeckungen oon großem kunstlerischem
ind historischem Werke wurden in Pompeji gemacht. Man
egte eine prachtvolle Villa frei, die sich in vorz üglichem Zu⸗
tande befand. 7 wunderbare Wandgemälde fanden sich vor.
Der Keller ist voller Waren. In einem größeren Zimmer
war ein Tisch fur 30 Personen gedeckt.
Benedig, 24. Mal. Die Kaiser?n⸗Mutter von Rußland
die hier Aufenihalt genommen hat, verließ fluchtähnlich ihre
Vla. Telegramme mahnten zur Vorsicht gegen anarchistische
Anschlaäge. Polizei besetzte die Hauptplatze. Als die Kalserin
den Bahnhof betrat, wurde sie von einer Gcuppe Versouen
mit Joblen und Kischen empfangen.
s σααααα ä8ᷣα àαααäα
Nachtrag.
Sudweiler, 24. Mai. Vergangene nacht kam es auf
jiesigem Bahnhofe zu Streitigkeiten, die in Tätlichkeiten aus—
irteten. Vor der Wirischaft Detemple gerieten die sampf⸗
ähne no dmals aneinander. Hierbei erhiel: ein Metzger⸗
ursche einen Stich in die Seite. 8x wmurde in das Kloster

—

* —0
Duu
drangestern 3*
Blauftern 48 224
Violet stern
Brüůnstern da wollen!
Braunstern a
—3 and
— in Bahrenfeld
— —

T
—
            
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