Rede gewesen zu sein, und das sordert die eachtung yer—
wmus. Zwar ist dem deutschen Reich durch den Frankjfur—
ier Frieden die Meistbegünstigung zugesichert, doch die ge⸗
lissentliche Spezialisierung im neuen französischen Tarif
nacht es fast zur Gewißheit, daß man die Einfuhr aus
enen Ländern zu schonen, die deutsche aber umsomehr zu
reffen wissen wird, obwohl Deutschland in seinem neuen
Weingesetz handelspolitische Rückicht auch auf Frankreich
genommen hatf
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Oer Antrag von Bülow-Homburg auf Erlaß eines
Zesetzes betr. die Schulversäumnisse im vormaligen Her—
zogtum Nassau und der vormaligen Landgrafschaft Hessen—
domburg wird in dritter Lesung ohne Debatte angenom—
men. — Hierauf wird die zweite Beratung der Berg⸗
zesetznovelle fortgesetzt. Nach einem Antrag des
Abg. Brust (Zentrum) sollen sämtliche Ausschußmitglie—
der von den Arbeitern gewählt werden. Ferner soll die
Zahl 500 durch die Zahl 300 ersetzt werden. Es liegen
aoch weitere Abänderungsanträge vor, die schließlich mit
dem Antrag Brust abgelehnt werden. Schließlich wird
»as ganze Gesetz unter Ablehnung sämtlicher Abänderungs—
mträge in der Kommissionsfassung angenommen. Arutkel
1 mit dem n a, oura, oen die Bildung einer
Bergbaudeputatis den Umfang der Monarchie, die
ich gutachtlich über Sergbaufragen zu äudern hat. vorge—
ehen ist, wird ohne Devatte angenommen. — Es folgt die
Beratung eines Antrags des Abg. Gyßling (Freis. Vp.)
betreffend gesetzliche Neuordnung des Privatschulwesens,
ventuell des privaten höheren Mädchenschülwesens. Der
Antrag geht an die Unterrichtskommission. Darauf ver—
agt sich das Haus. — Nächste Tagesordnung: 2. Lesung
der Stempelstenergesetznopeile
Hof und Gesellschaft.
ss Gerüchtweise verlautet, de Herzogregent von
Bra r nuschweiag werde sich demnächst wieder ver—
waählen
—
Das Frankfurter Kaisersingen.
Frankfurt a. M., 22. Mai.
Am gestrigen Nachmittag wurde der Kampf um den
kaiserpreis fortgesettt. Die Konkordiacssen,
sicherte sich einen außerordentlichen Erfolg und wird wohi
auch in den engeren Wettbewerb kommen. Der Preischor
und die selbstgewählten Lieder „Verlassen“ und „Frideri⸗
dus rex“ wurden mit vielem Beifall aufzenommen. E'ner
der sehr wenigen Vereine, die den Preischor nahezu ganz
rein herausgebracht haben, war der zum ersten Mal ge—
hörte Boch umer Verein „Schlägel und Eisen“.
Schuberis „Sehnsucht“ stand dagegen bezüglich der Into—
nation etwas zurück, obschon bei den zarten Stellen das
Voetische zu ihrem vollen Rechte kam. Die S ä nge r⸗
Vereinigung Krefeld sang das Preislied, so—
vie die „Warnung vor dem Rhein“. Das durch Phania—
ie, Formreife und prächtige Steigerung sich empfehlende
Stück rief eine wahrhaft zündende Wirkung hervor. Viel—
lescht war es nur der Abstand der Kompositionen, daß
enmittelbar nach dem deutschamerikanischen Preischor, der
reffliche Duisburger Sängerbund mit dem
Othegravenschen Preischor nicht mehr als einen Durch—
ichnists-Erfolg erzielte. Prachwolles Stimmaterial konn—⸗
ien die beiden Vereine,BRiedertafel“ aus M.Glad—
bach und der „GCrefelder Sängerbunde im
Preischor, den sie aber nicht ohne große Intonationschwankungen
herausbrachten, sowie fserner in ihren eige—
nen Liedern entfalten. Der Borbecker ‚Grego—
Zorius“ sang „Anklänge an den Holländer“, der aber
den Schwierigkeiten sich noch nicht gewachsen zeigte. Auch
hden allgemeinen Chor führte er im allgemeinen nur mä—
zig aus. Wiederum konferierte der Kaiser während
des ganzen Konzerts eingehend mit den Preisrichtern.
Der Kaiser und Kaiserin trafen mit der
Prinzessin Vikltoria Luise und Prinz Oskar Sonnabend
vormittag gegen 10 Uhr hier ein. In der Festhalle isi
die kaiserliche Familie von Prinz und Prinzessin Fried—
tich Karl von Hessen, die sich schon früher dort eingefun—
den hatten, und dem Oberbürgermeister Dr. Adickes be⸗
gzrüßt und unter dem Schmetiern der Fanfaren und ei—
nem spontanen dreimalizen Hurra des Publikums in die
Hofloge geleitet worden. Sodann begann das Wett—
füngen der fünften und letzten Gruͤppe.
Mit dem fünften Wettsigen nähert sich die ganze
große, überw'egend aus einem gewissen sporimäßigen Geifte
eraus geborene Musikveranstaliung allmählich ihrem Ende
u. Nur der engere Wettbewerb folgt dann noch und die
Breisvertelung. Ist auch das vorüber, dann ziehen die
Zänger⸗Gäste wieder heim und zwar, je nachdem ihnen
ein Preis oder kein Preis zugesfallen ist, beglückt oder
zerstimmt. Die Konkordia⸗Aachen machte nun
den Anfang. Sie hielt den Preischor, eine seltene Aus⸗
nahme in diesen Tagen, nahezu fest im Ton. Ein ande—
ser Verein aus Aachen. die hier noch nicht adebörte
ανα4 11. F
eWann, der einen Augenblid später mit da
—
nng vberjaieden von dem Norbert, von dem Irma ir
—, war Doamals hatte er mit Vorliebe ir
seinem Wesen und eevenn ganaen Aeußern den ünsile
erausgedehrt, wohrend er jebt in seder Beziehung korrekt
ud mauffällig aussah. Außerdem hatten ihm seine er⸗
ungenen Erfolge mehr ⸗Sicherheit und Selbstbewußtsein
oerliehen, so daß er Irma fremb und unverändert veor⸗
¶n. Sie kam ihm mit großer Herzlichkeit ergegen. Beim
kintritt in das halbdunkle Wohnzemmer kennte Norbert
m ersten Augenblick die Gestalten der Anwesenden nur un⸗
ꝛeutlich erkennen und war deshalb nicht wenig überrascht,
ziis zwei weiße Hände sich ihm entgegenstredten und eine
süße, wohlbekannte Stimme vief:
HO, wie freue ich mich, Sie zu sehen! Wie nett von
Ihnen, gleich zu kemmen! Wir sprachen gerade von Ih—
zen, Camilla und ich; denn hier ist Camilla auch, wie
Ste sehen und nun sind wir ja wieder zusammen — wir
— drei — wie in den alten, lieben, glücklichen Tagenl“
Ueberwaltigt ven ihrer Liebenswurdigkeit brachte
Korbert nur einige unverständliche Worte hervor, als Ir⸗
ma ihn zu Camilla führte, und dann von einem zum an⸗
zern blickte. —
Jaoa, da smd wir!“ entgegnete Camilla. Und ich mutß
Iynen sagen, Mer. Norbert, es ist sehr qut, daß Sie
jerade in diesem Moment gekommen sind, denn ich ver⸗
ceumdete Sie getade, indem ich enzäblte. daßz Sie nicht
ommen wollten.
Und angenommen, es wäre keine Verleumdung?“
agie Norbert, indem er Irma halb beschämt, halb bittend
msah. Angenommen, ich hätte wirklich gezoͤgert. Wenn
ich nämlich an die große Veränderung dachte, die seit
mserm letzten Zusammenfein eingetreten in — füUrchtete
ich, dreist zu erscheinen!“
Ich kann das gar nicht verssehen, entgegnete Irmo
. — aso .. α
Rarmonia, vegann das wreistied etwas vedachtig
im dann allmählich einen wärmeren Ton anzuschlagen
Auch dieser Chor besitzt hervorragendes Material Nun
erschien der Berliner Lehrergesangverein,
dessen Vorsitzender den Kaiser-Wanderpreis trug. Die
Wiedergabe des Preisliedes war breit angelegt und wurde
m übrigen in allerfeinster Ausführung geboten. Doch ab—
jesehen von dem glänzenden Stimmaterial der Kolner
chien doch auch der Ausdruck bei den rheinischen Gästen
»elebter und im ganzen hinreißender gewesen zu sein.
zn vornehm künstlerischer Ausführung, namentlich in Be—
ug auf die Kantilene brachten die Berliner Lehrer Schu—
erts „Ruhe, schönstes Glück der Erde“ zu Gehör. In
Lützows Jagd“ trat das Musikalische gegenüber dem
kemperamentvollen etwas zurück. Das Debüt des kleine—
en Berliner Sängervereins siel ehrenvoll
jenug für ihn aus. Den Preischor sang er bis auf ein
leines Mißgeschick bei einem Einsatz frisch. Ein ganz
hänomenales Material, namentlich in den profunden
Zässen führte der zum ersten Mal erscheinende und aus
256 Mitgliedern bestehende Dortmunder Maän“
rnergesaugverein. Das Robuste, Großzügige liegt
ihm besonders gut; das rat sowohl im Preislied wie
hei Kalliwodas „Deutsches Lied“ und „Vineta“ von Abl
n charakteristischer Weise hervor. Der vorzüglich geschulte
berein ersang sich e nen großen Ersolg. Tüchtiges in Be—
ug auf Phrasierung und abgetönten Vortrag leifiete der
Dortmunder Lehrergesangverein, der je
doch beim Preislied bedenklich in die Höhe ging und bei
dem Faßbänderschen „Deutsches Lied“ auch mehrsach deto⸗
niecte. Das Kaiserpaar wohnte dem lesbten Grup⸗
pensingen von Anfang bis au Ende hei. Der Saal war
überfiult
In den engeren Wettbewerb um den
nwiserpreis und die anderen gestifteten Preise
mmen nachstehende Gesangvereine: 1. Karlsruher Lie—
»erhalle; 2. Bonner Liedertafel; 3. Berliner Saͤngerver⸗
In; 4. Coblenzer M.G.⸗V. Rheinland; 5. Wiesbadener
t. GieV.; 6. Essener Konkord'a; 7. Barmer Sängerchor;
3. Berliner Lehrergesangverein; 9. Dortmunder Ma
8.; 10. Aachener Konkordia; 11. Krefelder Sängerver—
inigung; 12. Kölner M.G-V. Die Vereine werden nicht
iach Punlten, sondern nach dem Los bestimmt. Die Preis
ichter bestimmten als Stundenchor „Jung Volker“, nach
inem Gedicht von Möricke. komponiert von Jul. Roöntgen.
Die Aufregung der Sänger erreichte heute Mittag
hren Höhepunkt, als die Ramen der in den engern Wett⸗
ewerb gelangenden Vereine öffentlich bekannt gegeben
vurden. Etwas später, gegen 42 Uhr, verteilten die
Dbmänner den ¶—.
Stundenchor,
zer wohlverwahrt in versiegelten Paketen ruhte. Es ist
eine zwei Oktavseiten füllende Komposition von Julius
stöntgen, betitelt Jung-Volker. Der Text von Mörike, be⸗
zjinnt: Jung-Volker ist unser Räuberhauptmann. Der
Zomponist ist hier anwesend. Je zwei Obmänner des
Nusikausschusses geleiten die Saͤnger in die Uebungslo⸗
ale. Dort überreichen die Obmänner den Dirigenten zu—
rächst die Partitur; erft später wurden die Stimmen aus⸗
zegeben. Nach der Uebungsfrist, die eine Stunde nicht
iberschreiten darf, werden Partituren und Stimmen wie⸗
der eingesammelt und versiegelt. Die Vereine gingen dar—
* nach den ihnen in der Sängerhalle angewiesenen
ñumen
Der engere Weitbewerb:
Um 34 Uhr begann der „Engere Wettstreite
der 12 besten Vereine. Es dauerte lange, bis die Preis⸗
ichter nach der Beratung wieder erschienen. Fansaren⸗
länge zeigten an, daß nun die Siegerlifte verkündet wer⸗
»en sollte. Mächtig setzte vorher der über 2000 Mann
tarke Sängerchor der Frankfurter Vereine zu dem Hul⸗
igungsgesang: HHymne“ von W. A. Mozart (Aus der
Zanberflöte) mit Musikbegleitung ein. Ein Herold ver—
ündete feierlich „Auf Besehl Sr. Majestät des Kaisers
und Königs“ den Spruch der Preisrichter:
Die Kaiserkette
errang der
Kölner Männergesang⸗Verein.
Er hat den kostbaren Preis zum zweiten Male er—
tritten, und man darf die Kölner Sänger damit wohl
As den besten deutschen Männergesangverein klassifizie⸗
ten. Donnernder Jubel der vielen Tausende hallte vom
hohen Gewölbe wieder. In feierlicher Zeremonie wur—⸗
den der Präsident und der verdienstvolle Leiter des Ver—⸗
ins, Professor Schwarz, in die Kaiserloge geleitet, wo
riterem die Kaiserin unter herzlichen Glückwünschen den
ziegespreis, die kostbare Ketie, umhing. Außer der Kai—
erkette wurden folgende Ehrenpreise an die preisgekrön—
en Vereine verteilt:
Ehrenpreis,
esiftet vo. hceyei dem Landgra—
avon Hefssen:
e2in. Berlin.
hewiß, ich erbte ewwas, oder wir wouen auch sagen, eine
rcetze Menge Geld. Aber was hat das mit meiner Per—
on zu tun? Ich kann mir nicht denken, daß jemand da—
urch anders wird.“ B
Oder vielmehr, daß jemand dadurch nicht anders
hird,“ meinte Camilla trocken. Bei den meisten von uns
zürde eine gewaltige Veränderung stattfinden, fürchte ich.
)och wir wollen gern anerkennen, daß dies bet Dir nicht
er Fall ist und bin überzeugt, daß Mr. Norbert bereit ist.
n aller Demut um Verzeihung zu bitten, daß er je diesen
ermessenen Gedanken gehegt hat.“
Und wirklich sah Nerbert aus, als ob er zu jeder Art
on Verdemütigung beretit wäre. —*
Ich scllte es besser gewußt haben,“ sagte er, Irma
nit flehendem Blic ansehend. Aber wenn man in der
Velt lebt und soviel über den Wert des Geldes hört.
ann vergißt man, daß es auch Leute gibt, die sich nichts
araus machen. Ich wußte wohl, daß Mr. Darracote zu
iesen Leuten zählte —2 —
„Und doch dachten Sie, seine Techter könne verändert
zegen ihte Freunde sein, nachdem sie etwas Geld geerbt
jatte!“ unterbrach ihn Irma vorwurfsvoll. Doch wir
vcilen jetzt nicht mehr daven reden. Zu meiner großen
Freude habe ich gehört, daß Sie Etfolg haben mit Ihren
hemälden·“·“·“·· 3.
„Ein wenig — ja. Ich fing letztes Jahr in Paris
amtt an, kurz nachdem Sie fortgegangen waren.“
Erzählen Sie mir davon.“ saate Irma. in einen
znihl sinkend.
Es war in gewisser Weise ein Zufall,“ begann Nor—
ert, ihrem Belspiele folgend. Unter den vielen Ameri⸗
anern in Paris war zufällig ein Millionär. mit viel
runstjinn. Er war bald in den Ateliers bekannt, und ei—
en Tages kam er auch zu mir. Etwas in meiner Arbei
eftel ihm; und nahdem er ein oder zwei Bilder getauft
at er mich. ihn zu MEockraitieren. Jah lehnte den UAufttag
ejt ab; da er aber ein interessantet Kopf war und auf
Doee Fall i mie ala A cae
Ehrenpreis,
gestiftet von der Stadt Frankfurt:
Liedertafel, Bonn.
Ehrenpreis,
gestiftet von Freiftau Wilhelmvon Rothschi
Männergesang-Verein Rheinland, Coblenz.
Ehrenpreis,
gestiftet von Frau En ma von Mumm—
Konkordia, Essen.
Ehrenpreis,
gesteftet von Herrn Carlvon Weinberqg:
Männergesang-Verein, Wiesbaden.
Ehrenpreis,
gestiftet von Herrn Albrecht Pagenstecher
NewYorhk:
Sängerverein, Berlin.
Ehrenpreis,
gestiftet von Herrn Kommerzienrat Hugo Bock
Berlin:
Liederhalle, Karlsruhe.
Ehrenpreis,
gestiftet von den Sängerbund und Sänge
vereinigung in Frankfurt a. M.
Zängerchor, Barmen.
Ehrenpreis,
gestiftet von den Frankfurter Renn-Klul
Männergesang-Verein, Dortmund.
Ehrenpreis,
gestiftet von der Frankfurter Turnerschaf
Konkordia, Aachen.
Ehrenpreis,
gestifte vom Frantfurter Schützenverei
Sängervereinigung, Krefeld.
— — ——
Spiel und Sport.
Luftschiffverkehr Europa⸗Amerika. In den les
en Wochen ist wiederholt das Projeklt aufgetaucht, zwi
chen Europa und Amerika eine regelmäßige Lufischiff
erbindung einzurichten. Die von einem ameritkanischer
Journalisten ausgehende Idee wurde von den einen mi
dohngelächter, von den anderen mit wahrem Enthusias
nus begrüßt. Nun hat einer der berühmtesten anieriko—
nischen Gelehrten, der Meteorologe Henry Clayton, offi
iell bestätigt, daß ein Ueberfliegen des Ozeans nicht nu
nöglich, sondern durch ein atmosphärisches Phänomer
zeradezu ein Kinderspiel sei. In den höheren Luftschich
en besteht eine beständige Windströmung, deren Richtum
Isten, also Europa, ist. Ungefähr ein Luft-Golfstrom. E
ballon, der an einem belebigen Punlte der Union Sta
es of America aufsteigt, wird also vor allem, was nid
chwer fallen kann, diese Strömung, die sich in etwa 3000
eter Höhe befindet, aufsuchen müssen. Von diesem Luf
chiffftrom getragen, wird das Fahrzeug bereits nach vie
Tagen in Europa landen. Leider hat der Plan, der
zanz schön klingt, eine schwache Seite. In Europa ap
zekommen, steht dem Luftschiff kein entgegengesetzter Luft
trom zur Rückfahrt zur Verfügung. Der Passagier müßi
also notgedrungen aus jenen dichten Höhen herabsteige
und sich zur Heimreise der Dampfer bedienen.
Vermischtes.
Wie man mogeln lernt. Der Kunsiwart zitiert fol
Jenden interessandzen Buchtitel: „Die Imitationen. Ein
Anleitung zur Nachahmung von Natur⸗ und Kunstproduk
en, wie: Elfenbein, Schildpatt, Perlen und Perlmutter
dorallen, Bernstein, Horn, Hirschhorn, Fischbein, Alaba
ter, Marmor, Malachit, Avanturin, Lapislazuli, Onyr
Neerschaum, Schiefer, edlen Hölzern, sowie zur Anfertig
uing von RKunststeinmassen, Nachbildungen von Holzschnitze
eien, Bildhauerarbeiten, Mosaiken, Intarsien, Leder
Zeide usw. für Gewerbetreibende und Künsiler.“ Da
Zuch, das diesen Titel führt, ist soeben in dritter Auf
age erschienen. Woraus zu ersehen, daß deutsche Hand
werkabi⸗derleit noch nicht ausstirbt.
* Selbstmord eines Offiziers. In Zarskoje Sfel.
»rschoß sich der Leutnant Tschernawin vom 2. Leibgarde
Schũtzen⸗Bataillon. Er war der Sohn des Kommandeura
»es 4. Leibgarde-Schützen⸗Bataillons der kaiserlichen Fa—
nilie. Der Fall erregt in den aristokratischen Kreisen de
hanptstadt ungeheures Aufsehen. Das Motiv soll ro
nantischer Natur sein.
* Gefährdeter Ballon. Aus Brüssel wird gemeldet
der Direktor des Observatoriums Uccle erhielt aus Born
die Nachricht, daß der deutsche Ballon „Düsseldorf“ aden
Anscheine nach, nach der Nordsee verschlagen wurde. Det
belgische Minister Felleputte hat sofort Nachforschusigen
angeordnet und auch den Postdampfern mittels drahtioset
Telegraphie diesbezügliche Instruktionen erteilt.
sExplosion. Bei Remiremont wurden in elnen
Tunnel der im Bau begriffenen Eisenbahn von Thille
Vogesendepartement) nach Lure (Departement Haut Sas
ned durch eine Dynamit⸗Explosion drei Arbeiter gelöteß
ich endiich an. Wieueicx weil ich in diesem Sinne marre,
vurde das Porträt besonders gut, und er war entzückt da
don. Er erzählte all seinen Bekannten von meinem Ta—
lent. So ward ich plötzlich berihmt und wurde mit Auf
trägen überflutet.“
„Und was dachte man in den Aleliers davon?“
Man lachte, zuckte die Achseln. grutulierte mir, un
iet mir, möglichst viel Vorteil qus meinem Ruf als Per⸗
rãtmaler zu ziehen. Nur Mr. Dufresne halte ein freund⸗
iches und ernstes Wort für mich. Sie tun nichts Un⸗
echtes, mein lieber Freund,“ sagte er. Ste besitzen ein
esondere Fähigleit, etwas in einem Gesicht zu finden und
estzuhalten, was den gewöhnlichen Porträtmmalern nicht
zelingt. Ich wundere mich daher nicht, daß die Leuͤle da⸗
icn entzückt sind. Zögern Sie deshalb nicht voranzuschrel⸗
en und die Früchte Ihrer Popularität einzuheimsen Abet
dergessen Ste bei Ihrem klingenden Erfolge nicht die ern
ten, hohen Ziele eine Künstlers
Das tlingt ganz nach Mans. Dufresnel“ sagte Imne
.Er war immer so ernst und doch auch freundlich.“
Ich folgte seinem Rate,“ fuhr Norbert fort; und a
meine ameritanischen Veschützer mit versicherten, daß
nur hierhin zu kommoen brauchte, ein Ateller eröffnen un
sowohl Geld als KRuhm wäre mein, da überlegte ich mi
die Sache — und kam. Einige von meinen Bildern sin.
hier auf etner Auaitellung gewesen; vielleicht haben Sl
dieselben gesehon oder davon gehört?“
Mein,“ entgegnete Irma — aber eine plotzliche Er
nnerung uchte in ihr auf — ‚doch jale rief seCa
wiissen Ihre Bilder gewesen soein. von denen eine Freun⸗
An mir erzählte Es wurde zwar kein Name gerane
ch ahrue auch nichta und doch hätte ich es mir denke
vbinen, denn sie sagte, daßz ein Gesicht under ihnen
An