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Am Sonntag den 28. ds. Mts.,
nachmittags 3 Uhr findet im Lokale
Raner eine
General⸗Versammlung
nit folgender Tagesordnung statt:
. Bericht der Revisoren,
2. Einladungen,
—Mitteilungen.
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Am Sonntag den 23. Mai d. Is. findet im Lokale
ritz Reiter (saisersaal) unsere diesjährige theatra—
ische Abendunterhaltung mit darauffolgendem Tanz statt.
Zur Aufführung g.langt:
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Lumpazi Vagabun dus
oder:
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Posse mit Gesang in 5 Alten.
Alle unsere Freunde und Gönner nebst ihren Ange—
Jzörigen sind freundlichst eingeladen. Gintritt frei
Der Norstoand
Der Vorstond.
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den 23. ds. Monats sein
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önnte.“
„Sie sind sehr freundlich,“ erwiderte Irma kalt, „aber
da Sie nun Ihrer Pflicht, die Ihnen so wichtig erscheint,
genügt haben und ich Ihnen versichert habe, daß mir an
der Meinung der Gesellschaft nicht das geringste liegt, so
wollen wir das Thema fallen lassen.“
„„Wie Sie wollen,“ entgegnete Mrs. Treherne.
XDamit war die Unterredung beendet. Mrs. Treherne
aber hatte die Ueberzeugung gewonnen, daß Irma trotz
ihrer Liebenswürdigkeit und Sanftmut einen festen Wil—⸗
len besitze, den zu beugen schwer sein würde.
Als Camilla später ankam, wurde sie von Mrs. Tre—
herne äußerlich mit großer Liebenswürdigkeit begrüßt.
Doch Camilla, überrascht und überwältigt von Irmas
Reichtum, hatte kaum Zeit, sich darüber zu verwundern.
Es ist ja erruch hier!“ rief sie aus. „Ganz wie in
einem Märde ahnte nicht, daß Du eine solch vor—
nehme Daun Irma mia.“
Bin rnehme Dame?“ entgegnete Irma.
Dch fühle mich durchaus nicht so. Aber ich gebe zu, datz
nir alles wie ein Märchen vorkommt: und Dein Schichsal
tbenfalls.“
»Acch, mein Schicsal war vorauszusehen!“ sagte Camilla
mit großem Selbswertrauen. Ich wußte, daß ich Erfolg
haben würde. Ich habe nie im geringsten daran gezwei⸗
selt. Aber Du, die dazu erzogen wurde, das Geld zu
rerachten, wie wunderbar muß es Dir vorkommen, plötzlich
die Herrin dieses herrlichen Besitztums und eines sc
zroßen Vermögens zu sein!“
„Du irrst Dich,“ antwortete Irma schnell. Ich wurde
nicht dazu erzegen, das Geld zu verachten, sendern nur
die Liebe zum Gelde, und das ist ganz etwas anderes.
Mein Vater hat mir immer gesagt, daß das Geld eine
grotze Macht habe, die wenigsten Leute wüßten jedoch
diese Macht gut auszunutzen, die meisten würden dadurch
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lich undamvar, nut diesem großartigen Vermöogen nicht
zlücklich zu sein.“
„Kann Geld überhaupt glücklich machen?“ fragte Ir—⸗
ma. „Mir hat es nicht gebracht, was ich schätze. Ich bin
einsam, Camilla — sehr einsam.“
„Carissima! Ich weiß, daß Du das bist,“ entgegnete
Camilla mitleidig. „Wer sollte das auch nicht sein, mit
Nrs Treherne als einzige Gesellschaft!“
Wenn ich Dich haben könnte,“ fuhr Irma fort; „wenn
Du Deinen Beruf aufgeben würdest, um mit mir hier zu
eben, ich glaube, wir beide würden sehr glücklich sein.
Dies ist seit langer Zeit mein innigster Wunsch, und ich
zabe nur auf Dein Koñmen gewartet. um ibhn Dir mit—
zuteilen.“
„Meinen Beruf aufgeben!“ rief Camilla aus. Dieser
Bedanke war ihr wie ein Schlag. Sie ließ Irma lcs
ind blickte sie beinahe mitleidig an. „Ich fange erst an
zu leben,“ sagte sie. „Und ich sehe Ruhm, Reichtum und
Ehre vor mir. Denke daran, wie ich studiert, gewartet und
Jehofft habe, und nun — alles aufgeben! Irma, verlange
illes, was Du willst, nur das nicht!“
„Aber ich will Dir all' das Geld, das Du verdienen
vürdest, hier anbieten,“ sagte Irma eifrig; „denn ich kann
as, weil ich sehr reich bin, würdest Du es denn nicht lie—
er von mirt nehmen, als weiter vcr dem Publikum au
ingen, mit Impresarios zu verhandeln?“
„Aber der Ruhm!“ rief Camilla. „Eine einzige Stunde
es Triumphes entschädige fu: alies. Ich tauschte mit kei—
ier Königin. Aber Du versiehst nichts hiervon, sonst
önntest Du nicht ein solches Lerlangen stellen!“
Irma empfand ein großes Gefühl der Enttäuschung.
Zie hatte ein Luftschloß gebaut, in welchem sie Camilla
und sich als die Herrinnen sah, glücklich und sorgenlos,
Camilla der Notwendigkeit enthoben, Geld zu verdienen
und sie selder nicht mehr einsam, sondern geliebt wie ven
einer Schwester. Ach! es war nur ein Traum gewesen,
den sie mit Wonne geträumt, ohne im geringsten an sei—
ier Verwirklichung zu zweifeln. In diesem Augenbltcke
Atte sie erkannt daß er sich niemals verwirflien wiirtä
„Und Du, wo Vu jeyt so reich bist, bist auch Du
'elbstsüchtig, eitel und vergnügungssüchtig geworden?“
„Du weißt, daß man die Veränderungen an sich selbst
ucht eher bemerkt, bis ein anderer uns auf dieselben auf⸗
nerksam macht. Vielleicht wächst die Liebe zum Luxus
schon in mir heran, ich weiß es nur nicht.“
Nein, nein!“ rief Camilla lachend. „Du bist genau,
vie Du warst — voll von Idealen, die viel zu hoch für
iese prosaische Welt sind. Ich habe überhaupt keine Ide—
ile mehr. Ich bin praktisch eitel und geldgierig. Frage
»ie Impresarios, ob das nicht wahr ist. Und ich sage
dir, je berühmter ich werde, um so teurer werde ich sein,
»as habe ich mir veorgenommen.“
Irma lachte auf.
Ich weiß,“ sagte sie, „aß Du Dich mit Vorliebe
chlechter machst, als Du bist; aber wir wissen stets, was
oir davon zu halten haben — Papa und ich. Sie hat
in goldenes Herz, die kleine Camilla,“ pflegte er zu sa—
sen; „und er irrie sich nie.“
„Ausgenommen in seinem zu milden Urteil,“ sagte
Familla, abwehrend den Kopf schüttelnd — Es war am
Tage nach Camillas Ankunft, als die beiden jungen Mäd—
hen, von einem Spaziergange zurückgekehrt, zusammen
m Wohnzimmer saßen. Camilla nachlässig in einem Ses—
el liegend, ließ ihre Blicke lebhaft im Zinmmer umher—
chweifen, bis sie plötzlich in einer Nische die weiße Ge—
talt der Psyche erblickte. „Ach!“ rief sie aufspringend.
Hier ist etwas“ Bekanntes — ein Stücdk des alten Lebens.
O, wie schön und wie ähnlich!“
Irma, die ihr gefelgt war, und nun in ihrem
schwarzen Gewande neben der Statue stand, blickte trau—
iig vor sich hin.
„Schön, ja,“ sagte sie. „Aber ähnlich — ich kann nicht
degreifen, wie Du das finden kannst. Diese hier ist die
Lerkörperung der Freude, während ich —“
„Bald auch eine Verkörperung der Freude sein wirst
ind zwar recht bald, hosfe ich!“ rief Canutla aus, ihren
rin um Irma schlingend. „Ten es ist wirklich schreck