Uummer 117
Tel.o9, 259, 208 un 1261.
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Agemeilner Hnzeiger für den Rürgerrelßere
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Samstag, den 22. Maĩ 1909. Zeuungeliste 501
253. Jahrgang.
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o:. Beilaaen: „Vessetriffishe Wochenschrifte“* und
Aruniage Reätter“.
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Abßsnnemen⸗—ri
monatlich z20 Pfg. frei ie a gebracht; bere
bestellt M. 2235 viertelahrlich.
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Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint äglich mit Ausnahme der Sonn
und Felerrage.
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hoerzuiche Gruße ausgetauscht. Zur Stahilität gehorten
die Stützpvunkte. Italien brauchte den Dreibund wie ein
Hund das fünfte Bein gebrauchen würde, aber Deutsch—
and und Oesterreich seien Italiens bedürftig. Oesterreich
ei des isolierten Deutschlands Waffenträger, Jtalien sein
ßage. Man sieht, daß man in Rußland irgendenen
Lorwand vorzuschützen sucht, um die eigene Schwäche zu
erbergen. Die Diplomatie ist halt wieder schuld.
In der Türkei ist das neue Negime des jungtürki—
hen Komitees an der Arbeit, im Lande Ordnung zu
chaffen. Leider müssen dabei viele Opfer der politischen
lmwülzung ihr Leben lassen. Die Jungtürken dehen ri—
zoros vor. Fast alle inden Massenhanrichtungen
tatt. Durch diese Gewalipotetik glaubt man die Aufwieg—
ler am besten zähmen zu können. Die Jungtürken mi
gen darin recht haben, aber ob dadurch das Massenmor—
den auch gerechtfertiet zin btiht eine Frage für sich.
8 S *
Noanen⸗Rundsehau.
Was lange vbhtt, wird endlichz gut! Es ist doch
Frühltlug worden b Das Frohgefsahl üher die J
datur wallt mächtig in uns auf. Um uns herum lachen
hie schönen Fluren, die Begel singen und die Blumen
zuften. Jetzt hinaus ins Freie, überall herrscht sommet;
iches Treiben! Die Vosboten haben auch die ie s⸗
zauptstadt verlassen, um daheim bei den Lieben die
pfingstserien zu verbringen. Infolge der Streitigleiten in
ierhalb des Blocks um die Reichsfinanzreform ist die
Ferienzeit länger als gewöhnlich festgefedt worden, aber
afür müssen die Aageordiieten am 15. Juni wieder nach
Berlin, um voraussichdich bis in den späten Sommer hin—
eiin an den Beratungen des Reichstages teilzunehmen.
die neuen Steservorlagen für die Reichsfinanzreform, die
in der Finanzkonmission schon stürmische Debatten her—
rufbeschworen haben, sollen dem Plenum in den ersten
Tagen des Wiederzusammentritts vorgelegt werden, wenn
n der Kommislsion nicht zuguterletzt noch unüberwindliche
Zchwierigkeiten sich herausstellen, die eine WVertagung des
seichstages bis zum Herbst nötig machen. Hinter den
aulissen wird ja in der Ueberredekunst unglaubliches ge—
cistet, und Fürst Bülow, der Meister in diesem Fache,
reist selbst wirtsamm mit ein. Ein Resultat ist steilich
ioch nicht erzielt worden, aber die Ruhe der lehten Tage
n den führenden Blättern der Blockparteien lassen er—
ennen, daß den Block-Einigungsverhandlungen ein Er—
olg von vornherein nicht abgesprochen wird. Der Kanzler
yat in Wiesbaden einige Stunden über die polttische Lage
dem Kaiser Vortrag gehalten. Wie der Kaiser über die
verzwickte Lage des großen nationalen Werkes dentt,
weiß man vorläufig nicht, jedenfalls hat Fürst Bürow
sein Vertrauen noch und der inzwischen schon wieder
aach Berlin zurüchgekeyrte Kanzler wird wohl jetzt mit
ieuem Mut seinen Block-Regisseurposten ausfüllen. Einen
iebevollen Blick nach rechts und einen ebenolchen nach
inks, so wird Bülow seine Rolle hinter den Kulissen
vohl spielen. Fürst Bülow ist ein guter Mimiker und
dazu weiß er durch allerhand Versprechungen Schwierig—
eiten zu beseitigen. Früher wußte er es wenigstens, ob
»ie Methode auch jetzt noch zieht, ist mehr wie zweifel—
jaft, denn die Linke hat in den letzten Tagen, als sie
ich von Bülow verlassen glaubte, Saiten angeschlagen, die
zeutlich erkennen lassen, daß es dieses Mal mit leeren
Versprechungen nicht gemacht ist, daß man Garantien
ür die Zukunst haben will. Ob der Kanzler diefem
Verlangen nachkonimen kann oder wird, und ob er fer—
ner Mittel und Wege findet, den Widerstand der Konser—
pativen zu brechen, werden wir ja in den nächsten zivei
Monaten zu sehen bekommen, falls nicht die Reform bis
zum Herbst vertagt werden wird, was gar nicht so
uusgeschlossen erscheint. Denn ehe Fürst Bülow sich selbst
und den Block preisgeben wird, wird er schon lieber trotz
es Unwillens im Volke, eine Vertagung durchsetzen, um
zeit zu gewinnen. Sollsen aber die Steuervortagen die—
en Sommer noch beraten werden, dann können sich un—
ere Abgeordneten darauf gefaßt machen, daß es zu der
mmerlichen Hite noch heife Sefechte geben wird.
Inzwischen haben die Konservaliven einen Wertzuwachs⸗
teuerantrag cingebracht, der den Freisinnigen ebensowenig
Jefallen will wie der erste. Dr. Wiemer erklärte in der
Kommission, daß die Linke an der Erbschaftsfteuer fest⸗
nb Also wieder stehen die Berammagen auf dem taen
unft
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Wolitide undsetan.
Deutsiches Reich.
*Es ist jetzt viel von Fürst Bülows „Taktik“ die
dede. Sie soll zum Ziele haben, daß zunächst eine Ver—
ändigung über die indirekten Steuern erzielt werde.
Venn man auf diese Weie 400 Mittionen indirekter
zteuern betilligen würde, dann würde man an die Be—
astung des Besitzes herantreten. Dieser Plan stößt aber
ei der lberalen Presse aller Schattierungen auf Wider—
pruch. Sie verlangen ein Mantelgesetz für die gesamte
Finanzreform, die ihnen eventuell schließlich die Ablehn—
ing ermögliche.
*Es taucht wieder das Gerücht auf, daß der Han—
»elsminister Delbrück Kaltusminister werden soll. Der
Posten ist ihm schon einmal nach dem Rücktritt Studts
ingeboten worden. Damals hat er ihn ausgeschlagen.
dem „Berl. Tagebl.“ zufolge hat Minister Delbrück heute
rklärt: „Ich kann Ihnen nur sagen, daß auch ich von
»en Gerüchten gehört habe, wonach ich vom 1. Juni das
dultusministeruum übernehmen soll, während als mein
Nachfolger der Unterstaatssekretär im Reichsamt des In
iern Wermuth in Aussicht genommen sein soll. Ich muß
iber erklären, daß ich bisher nicht gefragt worden bin
b ich den Posten als Kultusminister annehmen will
luch habe ich meine Ernennung um utn ermilkter bisser
noch nicht erhalten.
Die Finanzkommission setzte am Freitag ihre Berat.
ingen fort. Nach längerer Debatte wurde Artikel 2 des
onservativen Antrages über die Besteuerung der
Vertpapiere nahezu unverändert mit 17 gegen 11Stim
nen angenommen Dafür stimmten Konservative, Zent
um, Polen, Freikonservatine und Wirtichafttiche Merei—
rnaung
FEugland.
* Das sechste Schlachtschifsf von dem Dread
ionght-Typ, das den geschichtlichen Namen „Temeraire
ühren wird, ist am letzten Samstag in Tieust gestell
vorden, als Ersatz des „Implacable“ von der ersten Di—
„ision der Heiniflotte. „Temeraire“ ist ein Schwesterschis
»es „Beslerophon“ und gehört der verbesserten Dread—
oughttlasse an. Er, ist auf den Docks von Devonport ge—
‚aut worden In seinen Dimensionen größer, als der
irsprüngliche „Dreadnougot“ ist er ihm doch an Ken
truktion, Bewaffnung und Heizvorrichtungen fast in ailen
Ztücken ähnlich. Seine Arliklerie ist auf zwei Katego—
ien beschränkt: schwere Geschütze und Torpedos. Die zehn
O, ʒ zentimetrigen Kanonen sind vom jüngsten Typus. Die
Maschinen des „Temeraire“ gehören dem Turbinentypus
in, und als Heizungsmaterial dienen sowohl Kohle, wie
zuch Oel. Bei den Probefahrten hat das Schiff über 22
knoten in der Stunde zurückgelegt,
Serbien.
*ᷣ,Samouprava“, das Organ der altradikalen Par
ei und Sprachrohr des Ministers des Aeußern besprich
ie fieberhaften Rüstungen der Großmächte, welche au
ie Möglichkelit des Ausbruches eines europäischen Krie—
jes deuteten. Das Blatt meint, die Balkanstaaten hät—
en die Pflicht, sich für jeden Fall bereit zu halten. Die
este Garautle für die Aufrechterhaltung der Unabhängig—
eit und Selbstbestimmung der Balkanländer biete eben
er feste Zusammenschluß in eine Balkanföderation. Tie
zroßen Gefahren sollten die Balkanvölker bestimmen, klein—
iche Rivalitäten und nebelhafte Ambitionen bei Seste
assend. sich gegenseitig zu unterstützen.
Amerika.
* Der deutsche Botschaster Graf von Bernstorff nahm
in dem New-Yorker Jahresessen des nationalen Fabri—
antenverbandes als Ehrengast teil. Der Botschafter führte
ei dieser Gelegenheit in seiner An'sprache aus, daß der
eutsche Zolltarif keineswegs prohibitiv wirke.
Falls, wie er aufrichtig hosse, der Abschluß des neuen
eutsch amerikanischen Handelsablommens im Winter mög—
ich sein sollte, so bleibe Deutschlands Markt den Ameri—
anern offen. Graf Bernstorff hob die Möglichkeit einer
edeutenden Erweiterung des gegenseitigen Handels be—
onders hervor. In Beantwortung dieser Rede erklärte
as Wiitglied des Kongresses Fowler, es wäre wichtiger,
aß die Amerikaner auf ihren 25 Milliarden betragenden
zinnenhandel blickten, der die Vorteile des Schußzolles
enieße, als auf die 10 Milliarden Außenhandel, an de
en die ganze Welt beteiligt sei. — Die Bankettrede des
eutschen Botschasters für Förderung der kommetziellen
zeziehungen zwischen Deut'chland und Amerika findet all—
emeine Beachtung. Doch ist auch beachtenswert, daß ihm
depräsentant Fowler sofort antwortete, wichtiger als der
lußenhandel sei der Heimatmarkt, was gerade Deutsch—
ands vrotektionistische Politik zeige
In Frankfurt tagt der dritte Wettstreit deutscher Män⸗
iergesangvereine im friedlichen Streite um den Kaiser—⸗
»reis. Dem Kölner Männergesangverein und dem Ber—
iner Lehrerverein, die Sieger der ersten zwei Weitsin—
jen, sind ernsthafte Konkurrenten entstanden, und so ist es
raglich, wer aus dem Kampfe um das beste deutsche
Lied als Sieger hervorgehen, wer die nächsten fünf
Fahre Hüter des kostbaren Geschenkes Kaiser Wilhelms sein
vird. Es ist ersreulich, daß das deutsche Volkslied, das
vei den früheren Singen fast gar nicht vertreten war,
nehr Berücksichtigung gefunden hat. Tas Kaiserpaar mit
dem Prinzen Oskar und der Prinzessin Viltoria wohnen
dem größten Teil der Gesänge beit?
Die Zusammenkunst des deutschen Kaisers mit dem
daiser Franz Josef von Oesterreich-Ungarn in Wien
dat doch einen politischen Hintergrund. Die Unterredun—
zen berührten vorzüglich die Türkei, deren ungeklärte Ver—
zältnisse zu manchen Sorgen Anlaß geben. Wohlwollen—
des Abwarten heißt da die Direklive. Die Erwähnung
Italiens in den Trinksprüchen ist eine Liebenswürdigkeit
auf Vorschuß. Es läßt sich noch nicht behaupten, daß
ule Schwankungen der italienischen Politik der letzten
Monate schon vergessen sind. Aber sie sollen nicht das
Bündnisverhältais fiören, das auch in aclien wieder
jöher bewertet wird.
In Rußland will man die Verd'enste des deutschen
steiches an der Beilegung des österreichisch-serbischen Zwi—
tes nicht anerkennen. Tie rufsische Presse — voran die
Nowoe Wremja“ — äußert sich resigniert voller Feind—
eliglkeit gegen Oesterreich und Deutschland. Sie sagt, Kai—
er Franz Josef hätte hinzufügen müssen, daß er seine
Erfolge eher Rußlands Aeugstlichkeit als der Treue sei—
ies deutschen Bundesgenossen verdanke. „Die russische
diplomatie konnte freilich nicht wissen“, sagt das Blatt
zöhnisch, „daß im Falle eines Krieges Boßnien und die
derzegowing sich erhoben hätten, ebenso, daß Wirren in
illen slawischen Gebieten Oesterreichs eutstanden wären,
»enn die russische Diplomatie sah und hörte nichts und
vollte nichts sehen. Oesterreich hätte den Kopf ristiert,
dußland aber nur die Haare.“ Kaifer Wilhelm wie Kai⸗
er Franz Josef hätten, so fährt das Blati fort, entre
»eurre et fromage noch mit dem König von Italien
Eine Lücke im Weltpostvertrag.
Der Verlag der „Kölnischen Vollszeitung“ hatte im
zommer 1907 eine Honorarsendung an einen New-Yor—
er Mitarbeiter der Zeitung abgesandt. Als der Brief
ua New-York dem Adressaten ausgehändigt worden, stellte
ieser ioöfort vor a2wei einwandfreisen Zeugen fest. daß de—
Anzeigen
waltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
tedakrion, Druch⸗ Verlag vor Anterkeller
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in Koln einzelegte Hundertmarkschein seynlte. Won der
durch die Kaiserliche Oberpofstdirektion eingeleiteten Unter
uchung erhielt der Verlag unterm 3. Mai 1909 Bescheid
und zwar durch folgende Mitteilung:
Die Oberpostdirektion ist erst jetzt in die Lage ver—
etzt, Ihnen auf Ihre Mitteilung vom 25. Juni 1907,
»ie die augenscheinlich während der Postbeförderung be—
virkte Beraubung eines am 31. Mai 1907 an N. BR. in
ew-York von Ihnen hier abgesandten eingeschriebenen
Briefes um 100 Mark Wertinhalt betraf, einen endgül—
stigen Bescheid zukommen zu lassen. Die Untersuchung war
damals auf deutschem Gebiet sofort aufgenommen und bis
Anfang Juli 1907 auch durchgeführt worden. Nach ihrem
Ergebnis war es als ausgeschlossen zu erachten, daß sich
der Dieb unter dem an der Behandlung des Briefes be—
eiligt gewesenen deutschen Personal befand. Auch wies
zie Beschafsenheit des Briefumschlages, insbesondere die
richt richtig g ĩ ostantimfhtempels von
New-PYork, darzus , z ecna Oeftnen und Wiederver,
chleßen der Sendung erst nach ihrer Abstempelung in
Rew-NYork stattgefunden haben konnte. Die Postverwaltung
der Vereinigten Staalten von Amerika, der die Angelegen
heit dann Aufangs Juli 1907 zur weiteren Behandlim—
übermittelt, und die seit dem wiederholt an die Erledig
ung erinnert wurde, teilt jetzt mit, daß ungeachtet eine;
eingehenden von einem Postinspektor geführten Untersuch
ung sich der Beweis für eine auf amerikanischem Gebiel
taitgehabte Veraubung des Briefes nicht habe erbringen
assen. Unter diesen Umständen bedauert die Oberpossdi
roltion, weitere Schritte in der Sache nicht tun zu kön
nen, da nach den Bestimmungen des Weltpostvertrages
nur für den Verlust von Einschreibsendungen, nicht aber
im Falle ihrer Berauhung, Ersatz geleistet wird.
Die „Köln. Volksztg.“ bemerit dazu: Diese Mitteil—
ung hat ein erhebliches Interesse für die gesamte mit den
Vereinigten Staaten verlehrende deutsche Geschäftsweclt,
aicht minder fitr alle Privatleute, die nach Amerika Gelt
n eingeschriebenen Briesen zu senden pflegen. Es dürste
daher wohl die Forderung berechtigt sein, die deutsche
Reichsregierung möge bei demnächstiger Ergänzung des
Velmostvertrages darauf hinwirken, daß bei zweifellos
estgeste lter Beraubung von Briefen während der Post
heförderung ebenso Ersatz zu leisten ist, wie beim Verluft
Z——
Hof und Gesellschaft.
** Ein Berliner Blatt verbreitete die Nachricht über
eine bevorstehende VBerlobung der Prinzessin Victo
ria Luise, der Tochter unseres Kaiserpaares, mit dem öster⸗
reichischen Erzherzog Karl Franz Josef. Die Meldung
wird jetzt halbamtlich als erfsunden bezeichnet.
** Das Befinden des Fürstbischois Kopp qdi—
zu keinen Bedenken Anlaß.
22 d 2 8*
Das Frankfurter Kaifersingen.
Frankfurt a. M., 21. Mai.
Der dritte Wettstreit deutscher Männergesang-Verein
im den Kaiserpreis wurde am Mittwoch Abend durch ein
donzert eröffnet, das in der Festhalle der Frankfurten
Zängerbund und die Franfurter Sängervereinigung un
er Mitwirkung des verstärklen Opernhaus-Orchesters zur
Begrüßung der fremden Gäste veranstalteten. Es wuchs
abgesehen von dem besonderen Zweck, zu einem in der
Heschichte Frankfurts auch deshalb bedeutsamem Ereignis
empor, weil bei dieser Gelegenheit die neue Festhalle,
die beim vorjährigen Turnfest nur erst im Rohbau aus
zeführt war, nun zum ersten Mal in ihrer Vollendung
ich präsentieren konnte, und zwar so, wie sie von ihrem
eẽrbauer F, von Thiersch von allem Anfang an erdacht
war. Wenige Minuten nach 8 Uhr, dem festgesetzten Be—
ginn des Konzerts, erschien unter Führung des Ober—
dürgermeisters Dr. Adickes das Kai serpaar mi Ge—
folge in der Hofloge, von den 2100 einheimischen Sän—
gern mit der Nationalhymne und vom Publikum mil ei—
tem spontanen Hoch begrüßt. Wirkungsvolle Gesänge der
Vereine, Einzeldarbietungen und Vorträge der unter Di—
rektion von Prof. M. Fleisch stehenden Kapelle, wechsel
ten einander ab. Zum Schluß brachte Oberbürgermeister
Adickes auf das Kaiserpaar ein dreifaches Hoch aus um
damit hatte der Eröffnungsakt sein Ende erreicht.
Das Wetitsingen.
Am Christi Himmelfahrtstage begann das eigentliche
Weltsingen. Wer die Vorträge mit denen des lebzten
Vettstreits im Jahre 1993 ver leicht, dem wird bei den
elbstgewählten Vortrogstücken die Rucktehr zum Einsa
heren, zu dem den WMenscheniti Ivla urgemäßerem auf
zallen. Das deutsche Volkslied mehr Berücksichtig
ung. Aber doch ist eine wohlt ipee. e miitlere Linie
in dieser Vortrazsfolge noch niht er« cht Noch stehen
sich technisch äußerst schvwierige Chorkfompositsienen und
vollstümliche Gejänge im gegenwärtigen VBrogrammbuch
zum Teil noch schroff gegenüber. Den Reigen eröffnete
der OberBarmer Sängzerhain', der bei dem
»on August von Othegraven lomponierten Preeschor:
Rheinsage“, Dichtung von E. Geibel ein feingesch eifsenes
Stimmaterial zeigte und guten Vortrag, wenngleich ecu
ritischen Stellen kleinen Schwant aen bezüglich der To—
nalität unterworsen war. Dann g der Oberharmes
Verein das Lied, die „Al'macht“ n W. Lachner und
zwar ebenfalls ganz ansprechend. ugeich weniger fsagte
uns dagegen der „Quaritett-Verein“ us Düsse!dorf zu, der
beim Preischor zu seyr in detalllietren Nüancierungeü
gefiel und ihn etwas schleppie. Tra dem war tüchtiges
ind auch geschultes Material nicht zu erkennen. Mit der
Wahl von Hegars „Weihe des Liedes er er mient
zlücilich. Der Pforzheimer Verein „Fre. atu“ wi
»or allem auf eine stärkere Stimmenbesetzung sehen Niu
en, wenn er in der Festhalle mit dem Preislied und der
orgsam abgetönten „Märzluft“ von Angerer einen bemer
enswerteren Erfolg erzielen will. Mit vielem Temperamen,
tattete der Verein „Philomele“ aus Düsseldorf sene Dar—
iietungen qus mennnseich auch er hei dem Preischor—