Full text : Dudweiler Zeitung

Fokalcs.
Tötlicher Unglücksfall. Gestern abend geriet ein Zijäh—
iges Kind des Beramanns Schramberger, Provinzialstcaßze
n der Mühle, unter einen Lastwagen und wurde überfahren
Tas Kind erlitt debei so schwere Verletzungen daß es nach
Stunden verstatb. Weder den Fuhrmann noch die Mater
zes Kindes soll eine Schuld treffen, da das Kind in einem
inbewachten Momente direkt unter die Fuhre lief.
8 Uhr-Ladenschluß. Laut Schceiben des Regierungs
räsidenten vom 9. Mai wird für den Bezirk der Gemeinde
Zzu zbach ab 1. Juli der 8 Uhr⸗Ladenschluß angeorduet.
soich! von dir neuen Verordnung betroffen werden die Le⸗
)ensmittel⸗ Bäcker⸗s, Conditor⸗, Metzger⸗, Drogen⸗, Zigacren;,
Friseur. und die gemisshten Warengeschäfte.
Der Christl. Särgerbund deutscher Zunge hält Himmel—⸗
ahrts!ag vachmitsag halb 8 Uhr im Saalbau Saarbrücken
ein Kreissängerfest ab, an dem gemischte und Mäanerchör?
uus Plrmasens, Zweibrücken, Kalserslautern, Neunkirchen,
Eloersebern und Saarbrücktn sowie einige Posaunenchöre mit⸗
ditken werden. Am Vormittag 10 Uht wird iai Ehreathal
in Feldgottesdienst stattfinden, zu dem Jedermann Zutritt hat.
Das Projekt einer Straßenbahn Saarbrück n⸗Saa⸗
zemünd soll neuerdings wieder aufgewvommen worden sein.
Diesbezügliche Verhandlungen sind mit den beteiligten Ge⸗
meinden im Gange.
Esgentumsrecht der Flaschen! Ueber das Elgentumsrecht
in Flaschen bestehen unter dem Publikum oft ganz falsche
Ansichten. Folgen es diene da er zur gefl. Aufklätung.
Jedet Empfänger von Flaschenbier, Wasser oder Brausen
ete. ist verpflichset, die in seinem Besitz sich befindlichen
Flaschen zurückzugeben, einerlet ob dafür ein Flaschen-Pfand
rezahlt ist oder nicht. Die Flaschen sind also mit und ohne
Hinterlegung von Pfandgeld nur eine geliehene Ware
aind können niemals als gekauft betrachtet werden. Die
Pfandsumme ist ja auch bedeutend niedriger als
zie Kaufsumme. Jede mißbräuchliche Verwendung zu ge⸗
verblichen oder häusilchen Zwecken kann als Unterschlagung
zeahndet werden, auch wenn Pfandgeld bezahlt ist. Der
knlleiher der Flaschen haftet für jede Fahrlässigkeit bei den
Bebrauche derselben. Laut festgesetzten Beftimmungen im
B. G. B. muß deirjenige, der Flaschen im Besitz hat, sie
»em Eigentümer zurück geben und ist auf jeden Fall
lrafbar, wenn er nicht nachweisen kann, daß er die Fliaschen
um vollen Preise kaͤuflich erworben hat. Gerichtliche Ert—
cheidungen bestätigen dies.
Abge ehen von dem Vergehen gegen die Gesetzgebung
sollte doch jeder darauf bedacht sein, alle Flaschen, die doch
remdes Eigentum sind und einen Wert haben, dem Händler
zurück zu geben, denn allzuoft werden gerade dadurch ganze
Fristenzen direkt ruiniert. Meistens siehen die Flaschen voll⸗
tändig wertlos herum und werden auf diese Weise einfach
zeischlagen und zum Schutt geworfen. Der Verdienst an
iner Flasche Bier ist durchschnittlich uut 4 Pfg. und weniger; ca
20 Pig. müssen dafür bezahlt werden. Es kann sich somit
eder leicht ausrechnen, was dann schon sehr gedrückten
händen für ein Schoden erwächft. Verseze man üich selbst
n die Lage.
„Ich schnitt es gern in alle R'unden ein ...“ Neben
der Poesie sieht aber die krasse Prosa in Gestalt des Ge—
etzes, da durch die weitverbreitete Unsitte des Einschneidens
don Buchstaben in Baäume die letzteren arg beschädtgt wer⸗
nen und auch ganz eingehen. Die Missetäter können des⸗
jalb wegen Sachbeschädigung zur Verantwortung gezogen
verden.
Grubenbtamte und Berggesetzuovelle. Im „Vereins«⸗
Jaus“ zu Essen tagte eine vom Slteigerverbande einberufene
ffentliche Versammlung von Grubenbeamten zwecks Stellung⸗
ahme zur Berggesetznovell⸗. Der Vorsitzende Werner⸗Essen
erklärie, daß die Grubenbeamten ebensowenig wie die Berg⸗
arbeiter mit dem Etgebnis der bisherigen parlamentarischen
Verhandlungen über die Berggesetznodelle zufrieden sein könn⸗
ey. Sie seien besonders ungehalten darüber, daß der könig⸗
iche Revierbeamte nach wie vor das Recht haben solle, die
Befähigung der Steiger an⸗ oder abzuertennen. Die Forder⸗
ing det Grubenbeamten laute: Das Bergschulzeugnis fin
ie Anerkennung, ein ordentliches Gerichtsverfahren bei der
Aberkennung.“ Mantel⸗Essen, Redakteur des technischen Gruben⸗
deamten“, referierte sodann über „Was erwarten die Gru⸗
benbeamten von der Berggesetzrefotm?“ Nach eingehender
Hesprechung der Novelle und Darlegung der Forderungen
)er Grubenbeamten legte der Vortragende folgende Entschlie—
zung vor, die aufgenommen wurde: „Die am 16. Mai in
kssen tagende öffentliche Grubenbeamtenversammluag spricht
hr Bedauern darüber aus, daß bei der nunmehr abgeschlosse⸗
ien Beratung der Berggesetznovelle in der Kommission des
Abgeordnetenhauses die berechtigten Wünsche der unteren und
nittleren Grubenbeamten so wepig berüucksichtigt worden ist.
Sie erwartet vom Plenum des Hauses, daß es die Beschlusse
der Kommission entsprechend den in der Eingabe des Steiger⸗
derbandes vom 2. März 1609 niedergelegten Wunschen ab⸗
indert. Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß das
Zeugnis einer staatlichen anerkannten Bergschule zur Aner⸗
ennung der Befähigung genügt, und daß den Revierbeamten
)as Recht genommen wird, die Befähigung ohne weitleres
u entzieheu. Rach der privatrechtlichen Seite hin wunscht
die Versammung das Verbot des Prämiensystems, die Em—
etzung eines Normalarbeitstages, sowie die Ausdehnung der
Sestimmungen über die Sonntagsruhe der Arbeiter auch auf
die Grubenbeamten.“ Ueber das gegen den Verbandsvor⸗
itzenden Werner eingeleitete Zeugniszwangsverfahren in der
Radbodaffäre teilte der Redner min, daß e unbedingt erfor⸗
derlich sei, die von Werner bezeichneten Beamten zu ver⸗
ntehmen, wenn Klarheit über das Unglück geschaffen werden
olle. Bevor jedoch vom Minister nicht die Eikläͤrung abge⸗
deben sei, daß den Beamten im Falie ihrer Maßregelung
Schutz gewahrt werden solle, sei Werner nicht in der Lage,
die Beomten zu nennen
Aus Nah und Fern.
*Saarbrücken, 18. Mai. Herr Oberburgermeister Schmook
ist zum Regierungsrat ernannt und an die Kgl. Regierung
u Marienwerder berufen worden.
Ludweiler, 19. Mai. Der Gemeinde⸗Baumeister von
dandaweiler, Herr Pitz, ein geborener Dudweiler, wurde zum
Baumeister der Vuͤrgermeisterei Ludweiler gewählt (eine
Saarbrücker Zeitung verwechselte die Bürgermeistereien Lud⸗
veiler und Dudweiler.)
* Trier, 18. Mai. In einem Acker der Gemarknug
dangweiler bei Grunbach wurde ein Etzlager gefunden.
Trier. 17. Mai. Der Weingroßhändler Freimuth im
Moselweinorte Ellenz hatte bei seiner jüngsten Verurteilung
vegen Weinfälschung einen Zeugen zum Meineid verleitet.
veshalb er gestern verhaftet wurde. Unterwegs versetzte er
)em Polizisten, der ihn festgenommen hatte, einen Stoß und
rang in die Mosel. wo er ertranf

Reden, 17. Mai. Injolge der umfangreichen Bahnhof—
rweiterungen werden gegenwärtig die bahnfiskalischen Be⸗
imtenwnhnungen gegenüder den Grubenschächten niedergelegt
Schon ist der neue Seitenschuppen erstellt, die Aktiengefell—
chaft für Brückenbau in Nuuwied hat mit de Montierungs
irbeilken an der 70 Meier langen Ueberführungsbrücke begnnjen.
 Diese schließt an die Grubenschächte an und soll der
zeförderung des Gesteins nach der Bergehalde dienen. Auf
zem Bahnhofe wird zwecks größerer Sicherheit eine Uater—
ührung zu den Bahnsteigen gebaut
*Bonn, 18. Mai. (Delegiertentag der Rhei—
rischen Handwerker.) Der Rheinische Handwer—
erbund hielt hier unter dem Vorsitze des Herrn Figge
Köln) einen aus allen Teilen der Provinz beschickten
delegiertentag ab. In der Hauptsache beschäftigte sich der—
elbe mit der Vorbereitung des 25. Rheinischen andwer—
ertages, welcher am 11. und 12. Julin d. Jain Mayen
tattfindet. Gemäß dem Berichte der dortigen Delegierien
erspricht die Tagung, mit welcher eine Handwerks-Anus
tellung verbunden sein wird, des Bundessubiläums wür—
»ig zu werden. Der Delegiectentag setzte die Tagesord—
zung für die Hauptversammlung am 114. Inli wie folgt
est: 1. 25 Jahre Handwerkerbewegung, Rücktblick und
lusblick, Reserent: Reichs- und Landtagsabgeordneter Eu
er (Bensberg); 2. Steilungnahme zur Neuordnung des
eichsversicherungswesens, Referent Schlossermeister Krie
ers (Düsseldorf), Korreserent: Genosseuschastslelter Esser
Euskirchen)) 3. Die Wünsche des Handwerks zur Re—
orm der rheinischen Landgemeindeordnung, Ref.:: Dach
eckermeister Greiß (B.Gladbach), Korteferent: Glaser
neister Ktumm (Weiden-Broich bei Aachen.) Am zweiten
dage soll noch eine ganze Reihe von wichtigen, das Hand
verk berührenden Fragen besprochen werden, u. a. die
deufestsetzung der Gehaltspfändbarkeitsgrenze, die Schä—
ziigung des selbständigen Handwerks durch Ausführung
»on Privatarbeiten seitens der in Reichs- und Staatsbe—
rieben beschäftigten Handwerker usp. Im Verlause der
zerhandlungen gab ein Redner dem lebhasten Unwillen
»es gewerblichen Mittelstandes über die Verschleppung der
degelung der Beamtenbesoldung, durch die auch Handwerk
ind Gewerbe ungünstig beeinflußt werden, Ausdruck. Zum
Schlusse beschöestigte man sich mit der Nenorganisierung
»es Bundes, als deren Endziel die Schaffung einer rhei
nuischen Zentrale zur Vertretung der wirischaftlichen und
virtschastspolitischen Interessen des Handwerks bezeichne
vurde. Die Mayener Tagung soll über diesbezügliche
Jorschläge Beschluß fassen. Vorläufig wird der kreisweise
Zusammenschluß der Handwertet und Anschluß dieser
dreisverbände an den Rheinischen Handwerkerbund nach
dem Muster von Euskirchen. Reinbach und Bergheim em—
ofohlen.
*Neufz, 18. Mai (Fabrikbrand.) Hier ist
ein großer Fabrikbrand ausgebrochen. Das Lagerhaus
der Firma Müller und Inhoffen und die Oelmühle vor
Taspar Thywissen sind vollständig niedergebrannt.
*Essen, 18. Mai. (Kandung anuf französi—
chem Boden.) Um den Unansehmtlichkeiten aus dem
Vege zu gehen, welche die Landung deutscher Ballons
in Frankreich veranlaßt, hat der „Niederrheinische Verein
ür Lufischissahrt“ seinen Führern derartige Landungen
»erboten. Zuwiderhandelnde trifft die strengste Strafe,
»ie Führer treffen kann, nämlich die Entziehung der Füh—
erqualifikation bis auf weiteres, wenigstens aber anf
echs Monate; sodann hat der betressende Führer die
»adurch entstehenden Kosten selbst zu tragen.
* Lüdenscheid, 18. Mai. (Frost im Wonnenwond.)
 In den letzten Nächten hat es hier im Sauer—
ande sehr stark gefroren. In den Flußtälern zeigten die
Zewässer eine dünne Eiskruste. Die gesamten Obstblüten
ind vernichtet.
* Ibbenbüren, 18. Mai. MMor dr) Erstochen auf—
zefunden wurde in Osterledde ein Bergmann aus Laggen
beck. Die Leiche wies einen Stich in der linken Brust—
eite auf. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist noch
richt festgestellt worden. Am Tatorte wurde ein blutbe—
lecktes Messer gefunden.
* Herten i. W., 18. Mai. (BGergiftung durch
Naiglöckchen!) Ein sechssähriges Mädchen hatte im
Valde Maiglöckchen gesucht und die Blumen zwischen di
zippen genommen. Dabei muß von dem Maiglückchengift
twas in eine wunde Stelte geraten sein, denn nach ür
jer Zeit schwoll das Gesicht des Kindes an. Der Arz;
onstatierte eine schwere Blutvergiftung.
*Colmar, 18. Wat. (ßZum Eisenbahn-Un—
zhück) Nach einer hier umlaufenden Meldung, für die
iber keine Bestätigung zu erlangen ist, hat der zuständige
Amisrichter der bei dem Herlisheimer Eisenbahnunglück
erunglückten Lokomotivführer des Güterzugs noch ver—
tommen. Der Verunglückte foll bekundet haben, daß
eichlich Wasser im Kessel gewesen sei. Trifft dies zu, so
ehlt vor der Hand jede Aufklärung, wie sich das Un—
ück ereignet hat.
* Mainz, 18. Mai. (Panik im Zirkus.) In dem
sier spielenden Zirkus Corty-Althof wurde bei der letzten
Rummer der Vorführung von dressierten Seelöwen ein
dier wild und biß die vorführende Dame, welche in Ohn—
nacht fiel. Drei von den Seelöwen drangen darauf ins
bublikum und verursachten eine Panik. Weiteres Unglück
vurde jedoch durch das Hinzuspringen der Angestellten und
Bediensteten des Zirlus verhindert. Der Kirkus leerte sich
odann ohne Zwischenfälle.
* Mannheim, 18. Mai. ,(Vot aufgefunden.d)
Im Hause Kleinfeldstraße 35 fand man den 35jährigen
erheirateten Schlosser Wilhelm Pfeilsticker tot in seinem
Bette liegen. Eine Stecknadel-war ihm in die rechte
Schläfe gedrückt. Ob Selbstmord oder Verbrechen vorliegt,
st noch nicht festgestellt.
* Heilbronn, 18. Mai. Spirituserplosion)
znfolge Erplosion eines Spritkolbens in einem Keller der
Atstraße erlitt der Schreinermeister Schäfer entfetzliche
Brandverletzungen, denen er sofort erlag. Die Leiche
onnte nur mit Mühe geborgen werden.
* Baden⸗Baden, 18. Mai. (Suftschiffsta⸗—
ion.) Graf Zeppelin, der am Freitag längere Zeit
sier war, konferierte eingehend mit Oberbürgermeister Fie⸗
er und besichtigte das Gelände beim Tennisplatz und
päter dasjenige von Oosscheuern. Hier wird ernstlich
ehauptet, daß Baden⸗Baden evenmell für eine Luftschiff.
sation in Betracht komme. Da die maßgebenden Werso—
ien in der Angelegenheit Schweigen bewahren, läßt sick
obie Richtigkeit der Angaben nicht kontrollieren.
* Karlsruhe, 18. Mai. Genickstarre in der
daserne.) Ein Fall von Genickstarre wurde im hie
igen Telegraphenbataillon festgestellt. Es wurden sofor
ie schärfsten Vorsichtsmaßregeln getroffen. Die Räume
n denen der Erkrankte, sowie dessen Kompanie geweil—
atten, wurden desinfiziert der Erkrankte selbst in ein«
esonderen Abteilung untergebracht, und der betressende
dompanie eine 21tägige Jiolierund auferlent.

Tilegrammo.
Bo'chen. 17. Mai. In etwa 700 Meier Tiefe ist die
niernationale Bohrgesellschaft auf einen abdau vürdigen
dohlenflötz gestoßen. Die Adnahme gad, wie Üblich, zu einer
leinen Feier sür die Arbeiter An'aß.
*Kreuzwald (Kanton Busender)), 17. Mai. Der 32.
Jahre alte Bergarbeiter Albrecht auf der Geube „La Houwe“
zeriet unter einen Förderwagen, unter dem er nur als Leiche
hervorgezogen werden konnte.
Bückelburg, 19. Mai. In der Nacht zum Dienstag ver—
libten 2 Männer einen Ueberfall auf einen Posten des 17.
Jägerbattailons und verletzten hinterrückks den Jäzger, um
wie man annimmt, sich seines Gewehrs zu bemächtigen. Es
gelang aber dem Ueberfallenen noch, einen Schuß abzufeuern
auf den hin Kameraden dem Bedrängten zu Hülfe eilten.
Sie faaden ihn durch eine tiefe Stichwunde schwer veilletzt.
Die Täte sind noch nicht gesaßt, ihre Spur meist nach
Pinden.
Mainz, 18. Mas. In dem hier auftretenden Ziekus
Torty Alithoff wurde gestern bei der letzten Nummer, der
Vorsührung von dressierten Seelöwen tein Tier wild und biß
ie vorführen'e Dame, welche ohnwächtig zusammenbrach.
Drei Seelöwen dranzen darauf ins Publikum und verur—⸗
sachien eine Panik. Weiteres Unglück wurde jedoch durch das
Hinzusptingen der Wärter verhütet.
Bozen, 17. Maf. Im benachbarten Giies enistand beim
Fesischteßen zur Jahrhundertftier des Tiroler Aufstandes
eme Exolosion eines Böllerrohres. Zwei in der Nähe stehende
Männer wurden getötet, einige andere veiletzt.
Rouen, 19. Maß. Em Großfeuer entstand gestern da—
durch, daß ein 4000 Liter haltender Petroleumkessel explo⸗
dierte. Der Depot-Aufscher verbrannte total. Die Feuer⸗
vehr wandte sich zuerst an den großen Schuppen, der alsbald
einstürzte und 15 Feuerwehrleute uuter seinen Trümmern
hezrub. Drei davon woren tot die übrigen zwölf sind
chwer verlttzt.
Berlin, 18. Mai. Der neue Antrag Rich hofen zur
—DD
S tzung der Finanzkommission steht, umfaßt eine Wertpapier—
Wertzuwachs- und Umatzstempelsteuer.
Berlin, 18. Mai. Inileressant war, was Präͤsident Graf
Stolberg im Senioren-Konvent des Reichstages über die
ẽrsatzsteutrn sagte. Er meinte: Bis 8. Jani wilide ja die
Regierung die Ersatzsteuern bereits einbeingen können, die ja
chon bekannt siad. Wir wissen doch Alle, daß es sich um
eme Streichholzsteuer und einen erhöhten Kaffeezo! han deln
roll. Bis 15. Juni werden auch wohl die Eisatzsteuern, die
die Rigierung vorschlagen will, fertig gestellt sein.
Berlin, 19. Mai. In der Budgetkommission des
Reichstages erklärte der Schatzsekretär, daß die Regierung
zu den Beschlüssen der Kommission über die Beamtenbe—
oldungen erst Stellung nehmen könne, wenn das Ergeb⸗
nis der Beratung der Finanzkommission vorliege. Darauf—
hin wurde die zweite Lesuna der Vorlage bis zum 16
Juni vertagt.
Friedrichshafen, 19. Mai. Die erste Fahrt des
„Zeppelin 2* dürfte schon in den nächsten Wochen, also
chon vor dem Pfiagstfeste, beginnen. Die Reichsstagsmit—
zlieder werden der Einladung des Grafen Zeppelin fol—
gen, einer Fahrt mit dem Luftschiff beizuwobhnen,. nach—
dem es erprobt ist.
* Paris, 19. Mai. Das gegen den Bischof von Ba—
honne, Monsignore Gieure, wegen eines gegen die neue
Schulgesetzvorlage gerichteten Hirtenbriefes eingeeitete
 strafrechtliche Verfahren ist eingestel1t
 worden. Die Staatsanwaltschaft hat jedoch
gegen diesen Beschluß Einspruch erhoben.
London, 19. Mai. Das deutsche Kaisferpaar
wird im Okliober dem englischen Königspaare einen Be—
such abstatten, und zwar im Schlosse Windsor, doch kei—
nesweas London berühren.
Paris, 19. Mai. Die Generalföderasion der Arbeiter
hielt gestetn eine Konferenz ab, um zu dem Kampf der Post⸗
bcamten Stellung zu nehmen. Fast alle Vertreier neigten
von vornherein dazu, den Postbeamten zu Hülfe zu kommen
durch einen Generalausstand der organisierten Arbeiter. Die
Aussprache währte daher auch nicht lange, die Abstimmung
ergab 86 Stimmeun für und 6 Stimmen gegen den General⸗
treit. Es wurde sodann noch beschlossen, daß dieser heute
Mittag beginnen solle. Hier glaubt Niemand darar, daß
zieser Streil von langer Dauec sein werde, oder daß er
das Schicksal des Postbeamtenausstands wenden könnte.
Die Meisten Blätter sind der Ansicht, daß de Zahl der
Arbeiter, die dem Streikbeschluße folaen werden 5—10 (6(00
zetragen werde.
Mersina, 19. Mai. Im hiesigen Hafen liegen von fast
allen Großmächten Kriegsschiffe. Die deutische Flagge ist
pertreten durch die „Lübeck“; in kurzen Abständen erblickt
man außerdem 2 englische Panzer, einen franzöfischen, einen
amerikanischen und einen österreichischen Kreuzer. Letzterer
unternahm Rekognoschyxrungen nach Alexandrette, Antiochia
und einigen anderen Städren und fand jetzt die Lage ruhig,
sodaß weitere Armenier⸗Metzeleien nicht zu befürchten sind.
ẽs hat sich aber herausgestrllt, daß in der Stadt Adana
illein 4000 Christen ermordet worden sind. Im Villajet
Adana beträet die Zahl der Niedergemetzelten nicht unter
20 000 christliche Armenler. Von deutshen Handelshäusern
Jaben durch die letzten Unruhen große Verlusie erlitten die
deuische Baumwellgesedschaft und eine Firma Christmann.
Rom, 16. Mai. Der Papst erwarb zwei Fiat⸗Automo⸗
hbile von 40 Pferdtkräften zum Transport von Barackenholz
In Reggio in Calabrien ist schon Holzmaterial fur sechzig
Zirchen und sechzig Varacken eingetroffen, das aus London
tawmmt. Die Kirchen sind von verschiedener Dimension; sie
assen von 400 bis 5000 Personen. Von 86 in der Diözese
keggio existierenden Kirchen sind nur zwei aufrecht geblieben,
die aber vlilleicht auch demoliert werden müsser. In Reggio
—
haus, die vom Valikan errichtet wurden.
Budapest, 18. Mai. In der Nähe des Gutes Miresch
wurde eine Fähre, in der 14 Arbeiter uber die Donau ge⸗
etzt werden sollter, in der Mitte des Stromes Leck und ging
anter. 12 Arbeiter fanden dabei ihren Tod in den Wellen,
der Fährmann und zwei Arbe'ter konnten gerettet werden.
Paris, 18. Mai. Das Komitee des Verbandes der Ar⸗
ʒciterkorporation hat gestern beschlossen, alle Pariser Korpo⸗
cationen aufzufordern, den Ausstand vorzubereiten. Heute
aachmirtag wird das Komitee nochmals zusammentreten, um
alle für die Bewegung notwendgen Entscheidungen zu trehb
en.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.