Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales.
ssenräuber. Die Herren van der Dyk, im gewöhn⸗
* an Klein genannt, und Friseur Wilhelm sind am
Freitag abend in Untersuchungshaft zu Saarbrücken einge—
sjefert worden. Da Klein die Unterschlagung in seiner Eigen⸗
chaft als Beamter vollführt hat, wird die Sache wohl' in
er nächsten Schwurgerichtsperiode zur Verhandlung kommen.
Gegen das Borgunw'sen richtet sich ein Artikel der „Sudd.
Virtschaftskorresp.“, gegen jenen Keebsschaden in unserem
eutschen Wirtschaftsleben, der für den Produzenten wie die
donsumenten gleich lästig und verderblich ist. Innerhalb des
Zewerbelebens, zwischen Geschäft und Geschäft, zwischen Her⸗
teller und Händler, hat wweifellos der Keedit sein gutes
Kecht, und sehr verständige Besttebungen gehen dahin, ihm
este Formen zu verleihen und ihn in ein einheitliches System
u bringen, damit die Spannungen des Geld⸗ und Waren⸗
narktes gemildert, und unvermeidliche Unterschiede in den
umsätzen der einzelnen Geschäftszweige ausgeglichen werden
snnen. Anders aber steht es mit dem Keedit, den Gewerbe
und Handel dem Verbraucher gibt. Diesem fehls in der
Mehrzahl der Fälle jede vernünftige wirtschaftliche Getund—
age. Das Abzahlungegeschäft, durch das man einstens den
Zparfinn und die Erwerbslust der Volksschichten mit geriug⸗
rem Einkommen anregen zu können meinte, hat diese gule
Neinung eingebüßt, seitdem man sich darüber klar geworden
st, daß im Abzahlungsgeschäft bedeutend teurer gekauft wird
ile im Bargeschäft. Kredite können eben nicht umsonß ge⸗
oten werden. Eine ganze Gruppe einsichtiger Kaufl⸗ute
st sich dessen wohl bewußt. Sie hat unter Benutzung der
kegistrierkassen angefangen, bei Barzahlung zwei von Hundert
Skonto zu gewähren, zum kleinen Teil sofort bei der Bar—
ahlung, zum größern Teil erst, wenn für 100 M. Quittungs
heine aufgelaufen sind. Das ist ein guter Anfang, dessen
gedanke noch viel nachdrücklicher verwirklicht werden müßte.
luch der Käufer muß das nit der Zeit enfsehen, daß er
illiger lebt, wenn er bar bezahlt, und daß ex manche günftige
daufgelegenheit ausmützen kann, wenn ihm auch einmal bars
Beld zur Verfügung sieht, das ihm ja stets fehlt, wenn er
im Vierteljahre oder Monatsersten seine ganze Barschaft zur
Bezahlung seiner Schulden aufwenden muß. In Luxemburg,
vo die Borgwirtschaft namentlich der laudfremden Lohnar⸗
zeiter ins Ungeheuerliche entwickelt ist, hat sich jetzt die Re⸗
ierung veranlaßt gesehen, ein besonderes Gesetz gegen das
zorgunwesen einzubringen. Kaufleute und Handwerker sollen
anach ermächtigt werden, von ihren Schuldforderungen, die
ich auf den Einzelverkauf und auf Arbeitslieferungen beziehen,
) Prozent Zinsen zu fordern, und zwar nach Ablauf des
ritten Mur as nach eifolgter Llieferung. Allerdings ist der
zinsfuß nur dann berechrigt, wenn der Kaufmann oder
handwerker seinem Schuloner im Monat der Lieferung eine
jenaue Rechnung zugeschickt und den Empfang derselben be⸗
taͤtigt erhalten hat. Gleichzeitig muß die Rechnung die Text⸗
viedergabe der betreffenden Bestimmung des Gesetzes enthel⸗
zen. Es ist klar, daß die Forderung einer Empfangsbeftätigung
ie Wirkung der Maßnahmen vereiteln muß. VDen Empfang
iner Rechnung bestätigt man eben nicht. Noch wentger wird
nan das in Luxemburg künftig tun. An Stelle der Em—
fangsbestät igung müßte daher der Nachweis des Empfar gs
reten. Die „Deutsche Verlehrskorrespondenz“ schreibt zu dem
Blan: „Der Erfolg des Catwurfes ist, falts er Gesetz werden
ollte, wesentlich bedingt durch das Verhalten der Kaufleute
iad Handwerker. Er gibt letzteren nur das Mittel an die
Hand; von ihnen hangt es ab, inwieweit sie Gebrauch davon
nachen wollen. Das Gesetz bedarf daher in hohem Maße
zet Mitwirkung der Detaillisten- und Hand wer kervereinig
ungen, die ihre Angehörigen fortgesetzt auf die Vorteile das
Zesetzes aufmerksam machen mussen. So kommt man denn
ruch hier bei den Erörterungen über die Borgwirtschaft in
Deutschland zu dem Resultat, daß ohne eine talkräftige und
ystematisch organisierte Selbsihilfe au eine erfolgreiche Be⸗
ampfung des Uebels nicht zu denken ist, da dieser der Haupt⸗
eil der Arbeit zufallen muß. Auffällig ist übrigens der
zeringe Zinsfuß. Deuischen Verhältnissen würden 2 Prozent
edenfalls nicht entsprechen. Bei uns haben angesichts der
normen Zinshöhe von zeitweilig 8 bis 10 Prozent während
er lezten Jahre die Handwenler schon mit Recht über den
Zinssatz von 4 Prozent, den sie in Anrechnung bringen dür⸗
sen, als zu niedrig lebhafte Klage geführt.“
Witternng. Endlich ist der so sehnlichst erwarlete Regen
ingetroffen. Vergangene nacht setzte ein recht zarter Mairegen
rin. nachden wir geñfern einen richtigen Malentag zu ver—
zeichnen hatten: herrlicher, warmer Frühlingsodem durchwehte
dain und Flur. Heute früh if es wieder kühler, doch
nimmt man dies gerne in Kauf, in doch die beste Auasicht
orhanden, daß das so segenspendende Naß den lechzenden
Fluren, Wiesen und Gärten welter gefpendet wird.
Arbeiterwohnungen. Die Grub enverwaltung Friedricha⸗
hdal läßt in der Nähe der neuen Ostschachtanlage, deren
Inbetriebnahme in den nächsten Tagen erfolgen wird, 30 Ar—
zelterwo nungen errichten. Die Fundamentierungsarbeiten
zierzu sind schon in Angriff gen ommen.
Grubenunglück. Freitag nachmittag wurde auf Grube
Dechen durch aus dem Hangenden niedergehendes Ge—
tein der verheiraratete Bergmann Regitz aus Wiebelskirchen
A

Aus Naßh und Fern.
Saarbrücken, 17. Mai. Ein Knecht der Weingroßhand⸗
ung Hauck kehrte in der Nacht zum Sonntag von einer
nõößeren Tour zurück. Er fuͤhne, während seine Frau ihm
ꝛei der Arbeit mit einer Laierne leuchtete, die Pferde in den
Stall und bückte sich um das Strohlager der Pferde aufzu⸗
chütteln. In diefen Augenblick schlug ein Pferd aus und
raf den Mann so ungiluglich mit dem Huf gegen den Kopf,
aß der Knecht mit Ferirümmerter Schadeldecke sofort tot
msant. Der Veirungluckte hinseriaht sech unversorgte Kinder.
2Essen, 17. Mal. Heute fand eine Versammlung der
ommunglen Vereinigung für den Bau einer rbeinisch⸗west⸗
ãlischen Slädtebahn stau, zu welcher auch die Interessenten
es nördlichen Industriebezirks hinzugezogen waren, und in
delcher über die Linien ührung der geplanten r heinisch · wesi⸗
ülischen Stadtebabn ve handele wurdee Es wurd, beschlossen.
Hauptlinie Essen-⸗Vochum nicht im Zuge der bergisch⸗
närkischen 859n, sondern über Gelsenkirchen zu führen. In
des P.ojekt soll eine weite Linie über Herne, Castrop und
dortmund einbezogen werden. Seitens der am Projekt in⸗
eressierten Aommunalverbaͤnde werden Beiträge zu den Kosten
er Vorarbeiten in Aussicht gestellt.
Deidesheim, 16. Mai. In den Gemarkungen von Duͤrk—
eim, Mußbach Diederfeld, deidesheim erfroren letzte Woche
usgedehn:e Rebanlagen. Viele Winzer reißen die Rebstöcke
us vnd pflanzen Dikruüben

* Düfseldorf, 15. Mai. Au sstellung für di
ristlhiche und profane Kunst.) Die Ausstell
ing für christliche und profane Kunst wurde heute um 11
ihr durch einen Festalt in der mit Palmen und Blumer
eschmückten Kuppelhalle des Ausstelunzsgebäudes au
dhein eröffnet. Akademieprofessor Dr. Board brachte als
zorsitzender des Ausschusses für die christliche Kunstaus.
tellung das Hoch auf den Kaiser aus; er betonte die in
erkonfessionelle Objektivität, mit der die Werke, alte w
ieue, zusammengestelt seien und sprach den Wunsch aus
»aß dadurch die moderne realistische Malerei wieder a
ßedankentiese gewinnen, die religiösse Kunst die neuge
vonnenen Techniken und Formen benutzen möge. Darau
vrach Frhr. von Rheinbaben als Vertreter des
dronprinzen. Er betonte die Notwendigkeit des Zusam—
nenwirtens der kirchlichen Kunst, die seit Jahrzehnten ihr
zoeal nicht erreicht, nicht einmal erstrebt habe, mit de—
rofanen Kunst; die Vereinigung beider möge, wie bhier
äumlich, so aich innerlich werden. Der Redner wünschte,
aß von der Ausstellung reicher Segen ausgehe. Rhein
aben erklärte darauf die Ausstellung für eröffnet. Prof,
). Hermanns schllderte als Vereinsvorsitzender die histo—
ische Entvickkuung des „Vereins zur Veranstaltung von
— Hieran schloß sich ein Rundgang
»urch die Ausstellung, von der die internationale religiöf—
dunst, retrospektive wie moderne, die weitaus größere
zälfte einnimmt. Die Düsseldorfer stellen 170, die ande
en Deutschen auf Einladung etwa 100 Werke aus, di
iber nicht nach Ausstellergruppen geordnet, sondern nac
sthetischen Gesichtspunkten alle durcheinander gehängt sind
zämtiiche Räume sind mit sehr beträchtlichen Kosten um
ebaut worden; aus der langen Flucht hoher Säale
ine große Mannigfaltigkeit an intimen Raͤumen, Kosen
abinetten in allen möglichen Formen geschaffen worden
die Generalidee hierzu lieferte H. Hermanns, dem da
rchitekt Benirschke dabei zur Seite stand.
*Bingen, 15. Mai. (Fahrraddieb.) Ein etwa
;ähriger fremder Bursche vertauschte, während ein Gasi—
virt aus Sarmsheim in einem hiesigen Geschäfte einen
rinkauf machte, sein ganz altes Fahrrad mii dem vor
»em Laden stehenden neuen „Pantherrade“ des Sarms—
seimers und fuhr davon. Die Spur des Durchgängers
veist nach Mainz-Wiesbaden.
*Mainz, 15. Mai. EGin trauriger Fall.)
ʒeute früh gegen 7 Uhr legte eine schwarz gekleidete, et—
va 26 Jahre alte Frau, sauber, aber abgehärmt, in der
dähe des Rheinufers auf der Ingelheimer Au ein in
in Tuch eingehülltes Kind auf das Gras nieder und steckte
in Brieschen in die Umhüllung des Kindes. Darauf lie
ie dem Rhein zu, offenbar in der Absicht, sich zu er⸗
ränken. Beobachtet wurde sie von einem Arbeiter und
inem Schutzmann, der Steuerzettel in der Gegend aus
rug. Der Schutzmann verhinderte die Frau an der Aus
ührung threr Absicht und brachte sie mit dem Kind auf
en 6. Polizeibezirk, wo der Armen zunächst etwas Es—
en gereicht wurde. Die Frau erzählle, der Mann seéei
chon längere Zeit arbeitslos, sie stehe völlig mittellos
und ohne Nadrung für sich und ihr Kind daͤ und habe—
deshalb den Tod gesucht.
* Darmstadt, 15. Mai. (Wegen Meineid ver—
aftet.), Hier wurde der Gastwirt Fiedler wegen Mein
eids verhaftet. Er hatte bei der Ableistung des Offen
»arungseides vor dem hiesigen Amtsgerichte verschwiegen,
daß er in einer Sparkasse eine größere Summe hinderleg
zat, was jetzt zur Kenntnis der Behörde gelangte.
* Kusel (bayr. Rheinpf.), 15. Mai. (Sie besdra.
na.) Der 32 Jahre alte Müllerbursche August Reiße
erschoß die 47jährige Müllerin Bardens, weil sie ihr Hei
atsversprechen nicht halten wollte. Reiße beging hieraui
Zelostmord.
* Straubing, 15. Mai. Gundetollwut in
Niederbayern.) Die Hundetollwut grassiert ir
derschiedenen niederbayerischen Bezirken. Von 16 wollwͤ
igen oder der Krankheit verdächtigen Hunden sind in kur—
er Zeit fünf Menschen und 40 Hunde gebissen worden.
die Regierung hat umfassende Maßregeln zur Bekämpf
ing der Seuche angeordnet.
*Ein Riesenprojekt. Aus Antwerpen wird gemel—
det: Die Behörden und die parlamentarischen Vertreter
ind mit der Regierung übereingekommen, die Stadt Ant⸗
verpen mit dem linken User der Schelde durch eine Un—
erführung zu verbinden.
*Großfeuer. In Brüssel, in der Nähe des Nord⸗
ahnhofes, ist ein großes Lumpenmagazin niedergebrannt.
der Schaden ist beträchtlich.
*Brandkatastrophe. Die im Böhmerwalde belegene
Sommerfrische Radfchin ist völlig niedergebrannt. Nur
das Schulhaus blieb von den Flammen verschont.

— — —— —
Gerichtszeitung.
8 Sprachenkämpfe. Die Strafkammer in Flens⸗
purg verurteilte den Generalagenten Petersen in Gra—
ꝛenstein, der in einer Norburger Wirtschaft die Nichte des
dortigen Amisvorstehers mit den Worten „verfluchtes deut⸗
sches Weib“ beschimpft hatte, zu 500 Mark Geldstrafe.
der Staatsanwalt hatte sechs Monate Gefängnis und so—
ortige Verhaftung beantragt.

—— ———
Humoristische Ecke.
*Schwerer Beruf. Heiratsvermittler: „Mein Be—
cuf ist ein schrecklich schwerer. Bediene ich meine Kunden
schlecht, dann kommen sie nicht wieder, und bediene ich
ie gut, dann kommen sie erst recht nicht wieder.
*Die Frau befiehlt... . Frau Schultze: „Mein
Mann hat das Trinken jetzt ganz eingestellt“ — Frau
Müller: „Dazu gehört aber ein sehr starler Wille.“ —
Frau Schultze: „O, den hab' ich!“
*Schwer ausführbar— „Die alte Dame dort
an der Tafel lacht aber auch über alles und jedes,“ —
„Das ist zu verzeien, sie hat ja keine Zähne mehr, um
sich das Lachen verbeißen zu können.“
*Gutausgedrückt. Freund: „Was für Ge—
chenle erhieltest Tu denn von Deiner Braut?“ — Bräu—
igam: „Zum Geburtstage stridte sie mir ein Paar Puls—
värmer, zum Namen?! age ein Paar Strlnmpfe und zu
Veihnachten eine Weste.“ — Freund: „Du Glücllicher, ist
ine Braut da von bestrichkender Liebenswürdig
eit.
*In der Instrukt?nsstunde. Unteroffizier:
Kerls, werdet Hhr Euch denn v3 nie merlen? Die
erchte Hand, das ist die, wo der Taͤumen links ist und
zie linle ist die, wo der Taumen rechts ist!“
*?Ein Freimütiger. Wirt: „Nun, für was hal
ten Sie diese Sorte Wein?“ — Gast: „Rosinensauce ..
Glyzerin ... Fuchsin. Wins (ganz entjetzty: „Ja,
wieso?“ — Gast: „Ja, wissen Sie. ich pantsch' auch!“
*Gefährlich. Arzt der Lebensversicherung: „Ha⸗
»en Sie irgend ein Unternehmen vor, wobei Sie großes
versönliches Risiko oder Gefahr laufen?“ — „Versicherungsustiger:
 „Ja, ich habe die Absicht, unserer Köchin heute
ibend zu kündigen.“
*Ein bequemer Menscch. Kellnerin: „Der
derr Hauptmann schickt's Bier zurück, weil a Fliege drin
chwimmtl!“ — Wirt (fischt die Fliege heraus und gibt das
slas zurüch): „No, no, der härtt' sich auch nit die Finge—
ortühlt wena or au— Atzaezhygen 644

Jubiläum des Adlerkönigs Dorn.
Der in ganz Bayern wohl bekannte Oberjäger des
Prinz⸗Regenten Luitpold von Bayern, der jetzt 80 Jahre
zählende Leo Dorn, begeht dieser Tage sein fünfzigjähri—
ges Dienstjubiläum, sein fünfzigjähriges Jubiläum als
Mitalied der Hindelanger Shußenaeielüchaft. swie

Jubelfest als Wlerschütze. Hat er doch jetzt seinen 75.
Adler erlegt. Begangen werden diese Jubiläen durch ein
Iroßes Preisschießen, das der Jiblar selbst veranstaltet,
das drei Tage dauern soll und zu dem der Jubilar 150
Preise, darunter 100 Geweihe von ihm erlegter Hirsche
und Rehe, gestiftet bo—

Telegramme.
Hattingen, (Ruhr), 168. Maß. Unbekannte Personen
uͤberfielen den Bergschuͤler Ringelsiep und stürzten ihn in
rinen Stelnbruch. Er blieb tot.
Kusel, 15. Mai. Die Witwe Bargens und der Muller
Reiff, die heute Hochzeit machen wollten, sind heute früh er—
schossen auigefunden worden.
Laufenburg, 12. Mai. Der Bau des Kraftwerkes hat
zestern zwei Menschenleben gefordert. Beim Eintreiben von
Stutzpfaͤhlen in das Rheinbett schlug der den Hammer fuhr—
ende Italiener seinem Nebenmanne auf den Kopf, sodaß der
Zetroffene rücklings in die Fluten flürzte. Vor Schsecken
iber den Sturz seines Kameraden fiel auch der unglückliche
Schläger in die Fluten. Trotz der sofort angestellten Rettungs⸗
versuche wurden die Verungluckten nicht gerettet.
* Berlin, 18. Mai. Heute früh wurder in der Villa
Burggrafenstraße 6, in Zehlenddif, ein Kinderfräulein und
wei Dienstmadchen in ihrem gemeinsamen Schaszimmer tot
zufgefunden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Ein
Bummischlauch hatte sich von der Gasleitung gelöst und die
drei Mädchen hatten den Tod durch Einatmen des ausst
nenden Gases gefunden.
Berlin, 17. Mai. Ueber die längeren Konferenzen, die
Fürst Bulow am Samstag und gesteen mit den Fuͤhrern
der Blockparteien gehabt hat, briagt das Berliner —XXX
jeute früh von beieiligter Seite folgeade Notiz: Die Be⸗—
prechungen Bulows mit den Fühlern aller Blockparieien
haben nicht gemeinsam stattgefunden. Der Reichslkanzler
konferierte mit jeder Partei gelrennt. Dabei gab er wieder⸗
holt die Ecklärung ab, daß er niemals mit den Konservativen
und dem Zentrum wegen der Finanzreform verhandelt habe
er halte am Block fest und sei der Ueberzeugung, daß sich
der Block aus nationalen Gründen wieder zusammenfinden
müsse. Die Regierung bestehe auch heute nod darauf, daß
die Finanzrefoim im Laufe des Sommers vom Reichsta,e
uledigt werden müsse, schon, um die Beamtenbesoldungsge⸗
setze endlich in Kraft treten lassen ju können. Die Finaz⸗
'ommission müsse sich mit ihrer Arbeit mehr beeilen, damit
die Regierung zu den Beschlüssen der Kommission rechtzeit ig
Ztellung nehmen kann und sich über die notwendigen Ersatz
deuern einige. Der Hauptzweck der letzten Konferenzen war
ffenbar, sich mit dem über eventuelle Konzessionen zu ver⸗
laändigen, die die Linke zu machen hat auf dem Gebiete der
adirekten Steuern und die Konservauiven auf dem der direk.
en. In den nächsten Tagen wird in der oficisösen Nordzeutschen⸗
 Allgemeinen Ztg. eine Eiklärung der Regierung er⸗
jolgen, die vollständtge Klarheit über die Ansichlen derselben
ribngen wird.
Wilhelmshaven, 14. Mai. Bei Schießübungen der Ar⸗
tillerie wurde hente nachmittag der einjaͤhrige Matrosen⸗
artillerift Stuhr durch zu frühes Losgehen eines Schufsses
zetötet, der Einjährige Achilles schwer und vier andere Per⸗
onen leicht verletzl.
LZüdinghausen, 16. Mai. Bei der Ersatzwahl zum
Reichstage anstelle des Zentrumsabgeordneten Wattendorf
wurde der Herzog von Arenberg mit 13 600 Stimmen ge
wählt.
Graz, 17. Mai. In Marienbad wird Ksnig Eduard
mit Clemencenn eee e en 78
Be⸗ des Kaisers i aaßse?retẽ
—R deee Auch Baron von Aehrenthcu
wird dort eintrehen —
Rom, 17. Mai. Der Popst hat geftern eine datholische
Abordnung von Vertretern deutscher Geweikschaften empfaugen.
Monsignore Wertmann hielt eine Ansprache, worauf der
Papst anwortete, daß die deutschen Katholiken nicht nur den
opeen sondern auch große Opferfreudigkeit bezeugen
vüurden.
Rom, 17. Mai. Die Kammer hat eiuen Beschluß gefaßt,
wonach es ODifizieren gestatten ist, Frauen ohne Geldmittel zu
Jeiraten
— — — —— —
Der Kern zur Gesundheit und Kraft muß schon
im zartesten Kindesalter im Menschen gepflanzt werden, des
halb einähre man schon die Kleinsien min Rehsles Kindermehl
und der Erfolg wird sich in kürz⸗ster Zeit zeigen und von
rachhaltigfter Wirkung sein. Versuchebosen kostenfrei due
AAα Gindermohl c3 9,134
            
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