Abg LDr. Fafbvender (Zentr.)!: Wir werden
A ablehnen, weil wir fürch—
ten, daß das Ansetzen der Reichsbank leiden könnte, wenn
der Aurag Annahme findet.
Hierauf wird die Tiskussion geschlossen.
Nächste Togesordnung: Fortseßung der Diskussion über
»en Antrag Raab und namentliche Abstimmung
Schluß 60iubr
— —
Vreußisches Abgeordnetenhaus.
Das Abgeordnetenhaus beriet den Etat des Ministe—
iums des Inunern in dritter Lesung und nahm dabei ei—
ien Kommifsionsantrag auf Etnuschränkung der Animier—
neipen au, nachdem der Minisier mitgeleilt hatte, daß
die Regterung beim Reich eine entsprechende Aenderung
der Gewerbeordnung beantragt habe Tann begann die
ritte Lesung des Eisenbaknesats, die in der nachslen Sitz⸗
ing fortgesetet wird.
—— —
Vostbeamten-Ausstand in Frankreich.
Die frauzssische Regierung scheint durch ihre um as⸗
senden, wenn auch für den Ernsifall nicht in voliem Maße
ausreihenden Vorkehrungen, wie nicht minder durch ihre
— Haltung diesmal
den Siez über die revolutienären Elenente uͤnter ihrer
Postbeamtenschaft davonzutragen. Die Zahl der ausstän—
dischen Beamten gegenüber den Diensttuenden ist ver—
chwindend gering, sodaß der Post- und Telegraphendienst
ehne Störnng abgewickelt werden kann
Aus aller Welt.
*GEine VBatermörderin. In einem Dorfe umiveit
Scolnok, hat die Grundbesitzersfrau Zug auf Ansiiften ih⸗
es Mannes ihren eigenen Vater ermordet, um schneller
n den Besin ihnes Erbteils zu gelangen
Zum Sängertwettstreit in Frankfurt.
Zur Belebung der deutschen Gesangsfreudigkeit ha—
ner Kaiser bekauntlich vor laugen Jahren einen Wander—
preis gestiftet. der stets dem Gesangverein zufällt, der bei
dem Gesangwettstreit am besten abschneidet. Nun ist wie—
erum ein Jahr vergangen und in der zweiten Hälste des
Mai soll entschieden werden, welcher Verein im neuen
Fahr das Palladium deutscher Sängerlunst hinen soll.
us allen Gauen Deutschlands werden in der großen
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Das Brustslũck des E hrenpreises des Lsser
να für den SönSer wentstreit. —
Fraͤnlsurter Festhalle sich wiederum die Gesandvereine zu⸗
animenfinden, um ihre KHunst an dem Preislied zu ver—⸗
suchen. Der Kaiserpreis selbst lehnt sich in feiner Form
an die alten Ehren- und Ordensketten an. Die Ketie be—
teht aus drei verschiedenen Gliedern, auf denen der deut⸗
sche Adler, die Namen von Dichtern und Komponisten
und der Spruch „Im Liede stark, deutsch bis ins Mark⸗
angebracht sind. Unten an der Kette ist die Widmung
des Kaisers mit der Unterschrift ‚„Wilhelm 2. Rex Impe—
rator“ befestict
Spiel und Sporr.
(y) Flugmaschine Weight G. m. b. H Unter Mit
wirkung der Allgemeinen Elektrizitälsgesellschaft der Fried—
rich Krupp A.“G., der Firma Hugo Stinnes⸗Mäülheim an
der Ruhr und einer Anzahl andecer industriellen Gesell—
schaften und des Bankhauses Delbrück, Leo u. Co. wurde
in Berlin die „Ilugmaschinen Wright G. m. b. H.“ mit
einent Stammkapital von 500 000 Nark gegründet. Zweck
der Gesellschaft ist die Herstellung, der Vericieb und die
Verwendung von Flugmaschinen, nameuntlich Wrigherden
Systems. Die Herren Wright überweisen alle sich auf
hre Flugmaichinen erstreckenden Ersindungen und Rechte
ür die nächsten 159 Jahre an diese Geseluschaft. Das Be
triebsgebiet der Gesellschaft ist Deutschland und die deut—
schen Kolonien Schweden, Norwegen, Dänemark, Luxem—
hurg und die Türkei.
— —
Vermischtes.
Verdi war ein äußerst produktiver Opernkomponist
und ein großer Teil von Opernpartituren, die der Mei—
ter spater als einer Aufführung nicht würdig bezeichnete,
ist vernichtet worden. Man hat nun aber, wie qus Mai—
and berichtet wird, in einer Kiste in der Villa Verdis
u Santa Agata eine Oper entdedt, die aus der ersten
Schaffensperiode des Meisters stammt und die der Kom—
vonist wohl vergessen hat, weil sie sich zwischen belang—
osen Papieren besand. Das lostbare Wanuskript, das
weifellos füt die Musilwelt inleressant sein dürfte, selbst
wenn es mit den späteren Werken Verdis nicht auf eine
gleiche Stufe gestellt werden könnte, wird jetzt durchgese—
hen. Das Werk soll im Laufe der nächsten Spielzeit in
Mailand zur Uraufsführung gelangen
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Loknales.
Schlafgelegenheit für Nachtreisende anj den
bahnhöfen. Von der Handelskammer zu Kassel ist vor
urzem beitn Ministerium der öfsentichen Arbeiten die
zinführung einer Schlasgelegenheit für Nachtreisende au
en Bahnhösen angeregt worden. Zur Begründung der
Inregung hat die Kammer solgendes geltend gemacht: Auf
en meisten Bahnhofen sehlt es zurzeit an jeder Gelegen—
seit für die Reujcaden, cinige Stunden des Nachts unge—
tört zu schlafen. Dicser Mangel wird den großstädtischen
seisenden zwar weniger fühlbar werden, da sie bessere
ind durchgehende Nachtrerbindungen zur Verfuügung ha—
»en Außerordentlich empfindlich ist er aber für Nei—
ende aus der Provinz, die bei Nacht resen und oft
iundenlang auf Zwischenstationen den Anschluß abwarten
nüssen. Der Aufsenthalt in den Wartesälen ist höchst un—
equem, der sortwahrende Verkehr stört, üherdies wird
ie Reinigung der Wärtesale meistens in den frühester
Norzenstunden vorgenommen. Die in dem Warteraum be
indlichen Polsterbante sind nicht zum Schlafen bestimmt;
Anutzt der Reisende sie dazu, so ist er dabei auf das
Wohlwollen der Kellner angewiesen. Dabei besteht für
en einmal in Schlas versuntenen Reisenden stets die Ge—
ahr, den Anschlußzug zu versäumen. Alle diese großen
Anbequenilichkeiten würden sich sehr leicht vermeiden las—
en, wenn eintge geeigncte Raumlichkeiten, zu deren Ein
ichtung sich wohl auf den meisten VBahnhöfen der erfor
erliche Platz sinden wuürde, den Nachtreisenden gegen
ine entsprechende Gebühr zum Schlafen zur Verfuügung
jestellt werden konnten Der Raum braucht nur Polster—
»ank und Decke zu enthalten; ein Bahnbeamter müßte
ie Reisenden zur bezeichneten Zeit wecken. Die Kasseler
dandelskammer erblickt in einer solchen Einrichiung eine
jroße Wohltat für Nachtreisende; sie glaubt überdies, daß
zie Einrichtung auch tagsüber zumal von Damen Benutz
ing sinden und fur die Bahnverwaltung sicher rentabel
ein werde. Die Hanmmer erwartet daher, daß der Eisen—
aAbnminiiter ihrer Anrecuna Folge geben wird
Gemeindebad. Daß mit der Einrichtuug des Bades einem
oirklichen Bedüfnis entsprochen wurde, beweist die außeror—
entliche Frequenz. Bis heute, Samstag, haben 1700 Schul—⸗
inder Knaben und Mädchen) Bäder genommen! Das ist
ine außerordentlich hohe Zahl, die fuͤr sich selbst spricht.
Uer auch von Privatpersonen werden die Bäder sehr viel
enutzt. Von Montag bis heute benutzten 60 Personen die
Wannebäder und 5 die Einzelbrausen. Auch ist dies für
den Anfang der Errichtung schon ein sehr günstiges Resultat!
Theater. Die Direktion ersucht uns, nochmals auf die
morgen Sonntag, den 16. Mal, abends Seinha'b Uhr statt⸗
findende Etöffnungsvorstellung „Der Pariser Taugenichts“
Lustspiel in 4 Akten von G. Töpfer hinzuweisenr. Die Di—
rektion war bei Zusammenstellung des Personals bemüht, ein
zutes Easemble zu schaffen und wird es ihr eifrigstes Be⸗
treben sein, stets nur gut einstudierte Vorstellungen zu bieten.
Bleichzeitig bittet hiermit die Dtreküon, sie in ihrem Be—
treben durch recht fleißigen Besuch der Theatervorftellungen
mteiflützen zu wollen. Zum Schluß sei noch darauf dinge—
viesen, dast das Rauchen im Theater verboten ist.
Wasserbohrungen in der Gemeinde Dudweiler. Die
Bohrungen im Walde zwischen Scheidtereck und Stuhlsatzen—
zaus werven eifrig fortgesetzt. Bis jetzt sind schon Frecht
günstige Resultate erziell worden, sodaß die beste Aussicht
vorhanden ist, daß dortselbft genügend Wasser gewonnin
verden kann.
— Bauunternehmer. Mit der Reinigung desStandes der
Bauunternehmer von ungeeigneteu Elementen befaßt sich ein
jüngst ergangener Erlaß der preußischen Ressortminister, in
dem auf die Handhaben hingewiesen wird, die in dieser Be—
ziehung das Reichsgesetz vom 7. Ja. uar 1907 bietes. Im
Interesse der Sicherheit des Publikums und namentlich auch
)es Schutzes der euf den Bauten beschäftigten Arbeiter ist
»en beteiligteu Behörden zur besonderen Pflicht gemacht
vorden, in allen dazu geeigneten Fällen auf Gruad jenes
Besetzes gegen unzuverlässize Unkernehmer und Bauleiter
inzuschreiten.
Poftansweiskarteu. Fur den inneren deuischen Verkehr
»esteht die Einrichtung der Poftausweiskarten, die dazu be⸗
timmt ist, beim Empfange voa Postsendungen Weiterungen
u vermeiden, und auf den wir bei Beginn der Reisezeit be⸗
onders aufmerksam machen möchten. Die Karten dienen als
zollgültiger Augweis an den Postschaltern wie auch gegen⸗
iben dem Postbestellpersor al. Bei der Abtragung von Post⸗
inweisungen sowie von Wert⸗- und Einschreibesendungen an
inen dem bestellenden Beamten unbe annten Empfänger, der sich
urch Vorlegung einer Postausweiskarte ausweisen kann,
jedarf es daher der sonst vorgeschriebenen Bücgschaftslelstung
ucch den Gastwirt oder eine andere bekannte Person nicht.
die Postausweiskarten haben eine Photographie, eine kurze
zersonalbeschreibung und eine eigenhändige Untersshrift des
Inhabers zu enthalten. Für ihre Ausstellung ist ein Schreib⸗
jebühr von 50 Pf. zu entrichten. Anträge auf Auästellung
ind an ein Postamt persönlich unter Vorlegung einer unauf⸗
zezogenen, nicht zu dunklen Photographie in Visitformat zu
ichten. Dem Postamt unbekannte Personen haben sich durch
ine andere belannte Person oder in fonst zuderläßiger Art
us zuweisen. Postausweiskarten find ein Jahr, vom Tag
»er Ausstellung .ab gerechnei, gültig. Postausweiskarten,
vährend deren Gültigkeitsdauer im Ausfehen des Inhabers
olche Aenderungen eintreten, daß die Photographie oder die
bersonalbeschreibung nicht mehr zutreffen, müssen schon vor
Ablauf der Frist erneuert werden. Die in Deutschland aus⸗
estellten Postausweiskarten werden auch im Schutzgebiete
deutsch⸗-Südwestafrika, in Desterreich, Belgien, Dänemark,
ruremburg, Norwegen, Schweden und in der Schweiz bei
er Anshändigung von Postsendungen als vollgültige Aus⸗
veispapiere angesehen.
Preissteigerung am englschen, Ermäßignug am belgischen
dohlenmarkt. Körzlich machte die Meldung, daß an den
hZauptzentren des englischen Kohlenhandels in Cardiff und in
stew Casile eine nicht unerhebliche Steigerung der Kohlen—
zreise eingetreten war, Aufsehen, und als Folge davon ge—
ieten auch die Kohlenaktien an der Berliner Börse in eine
ehr starke Aufwärtsbewegung. Die Preiserhöhungen kamen
Awas unvermittelt; die allgemeine Geschäftslage schien doch
rnoch keine derartige Wendung zum Besseren genommen zu
aben, daß Preizavancen in solch respektabler Höhe gerecht⸗
ertigt gewesen wären. War auch nicht zu übersehen, daß
zie Kohlenpreise in Großbritannien auf ein sehr niedriges
Riveau angelangt waren und daß gerade in der den Preis—
erhöhuugen unmittelbar vorangegangenen Zeit noch neuer—
liche P eisrückgänge zu verzeichnen waren, so wareun doch ohne
Zweifel die plötzlichen Preissteigerungen auch Sondergründe
otrantwortlich. Wir brachten schon damals die Preisaoaucen
nit dem reichlichen Angebot sehr billigen Schiffsraumes in
Broßbritannien in Zusammenhaug, also mit vermehrten Er
»orten. Daß diese aber füt die kontinentalen Kohlenmärkte
icht besonders erfreulich sein würden und daß sich alle—
cher als eine Kurssteigung auch der heimischen Kohlenaktien
rehtfertigten, lag auf der Hand und es wuide auch damals
yon uns besonders betont, daß eine vermehrte Exporttätigkeit
Zroßbritanniens für die kontinentalen Kohlenzechen nur von
Nachteil sein könnte. Heute liegt uns eine Beftätigung
dieser Ansicht vor. Die Zechenvrreinigung des Kohlenrevters
von Mons ermäßigte ihre Kohlenpreise zur besseren Bekämp—
jung der enzlischen Konkurrenz um 12 und 2einhalb Fres
oro Tonne titut für Rordbelgien ein. Die Hausse am eng⸗
lichen Kohlenmarkt hat also eine Baisse am belgischen Kohlen⸗
narkt zur Folge gehabt. Die Baisse trägt zwar keinen
enerellen Charakter, sie scheint sich nur auf das sogenannte
Bafsin de Mons zu erstrecken und nicht auch auf das andere
zroße belgische Kohlenbecken von Charleroi. Auch ist das
Absatz ebiet, in dem sie Geltung haben soller, in drei ver—
chiedene Zonen geteitt. Für die belgischen Küstenstreiche, die
der englischen Konkarrenz am ftätksten ausgesetzt sind, ist die
zrößte Preisredultion dekretiert worden, mährend das dem
Kodlenrevler von Mans zunächftliegende Flandern offenbar
nur eine Etmäßigung um einen Frank pro Tonne erhalten
hat. De Preisermäßigung wird sich dem Charakler der
Absatzneblete entsprechend insbesondere wohl auf Hausbrand—
orten beziehen,
* Herrensohr, 12. Mai. Am nächsten Sonntag, den 16.
Mai, nachmittags 4 Uhr, findet hierselbst beim Gastwirt
Franz Kirchberg eine große öffentl'che Bürgerversammlung
)es Interessenvereins Herrensohr statt.
Aus Nah und Fern.
Saarbrücken, 165. Mai. Die Essenbahndirektion St.
Johann⸗Saarbrücken hat infolge dee Vereinigung der Städte
Saarbrücken, St. Johann, und Malstat-Burhach zu einer
Stadtgemeinde mit den Gesamtnamen Saarb ücken die Be—
zeichnung Kgl. Eisenbahn Dirktton Saarbrücken erhalten.
Gersweiler, 12. Ma', Gestern uachmittag wurde in dem
Gersweiler Tannenwalde zwischen Schönecken und Krughütte
von einem Manne die Leiche eines anscheinend in den mitt—
leren Jahren stehenden NRannes gefunden. Derselbe war
gut gekleidet, trug einen Halbzylinder und hatte einen Geld⸗
heltrag von 2.590 Mark noch in der Tasche. Auch fand man
bei ihm eine Rechnung eines Schpeiders von Völklingen.
Die Papiere, welche bei der Leiche gesunden wurden, lassen
leinen Zweifel darüber, daß der Lebensmüde sich an einer
Fichte mittelst seiner Hosenträger erhängt haf. Eiu Teil
des Hosenträgers hing noch über dem Körpec an einer Fichte.
Seine Papiere hatte er in seinen Hut, einen Ha bzylinder
zelegt, wo sie sich gut erhalten hatten. Auf einem Papiere
egte er seine Absicht klar und schloß: Bis auf Wiedersehen!
Heute Nachmittag war das Gericht an Ort und Stelle, um
den Tatbestand aufzunehmen. Nachdem sich die Gerichtsbe—
unten entfernt hatten, wurde die Leiche auf dem Gersweiler
irchhofe an der Stelle für Selbstmörder beerdigt.
Sbr. Volksztg.
Trier, 13. Mai. Der Gemeindeförstet A. aus Schwirz⸗
heim wurde beim Wildern ertappt und seines Amtes enlt—
sjoben.
Trier, 14. Mai. Die Maschinengewehrabteilung Nr
wird am 1. Oktober von Bitsch nach Trier verleg.
Aachen, 12. Moi. Wegen grundlosen Bruches eines
Verlöbnisses wurde ein hiesiger Handlungsreisender von der
Zioilklammer zur Leistung eines Schadenersatzes an seine
frühere Braut verurteilt Der Veiurteilte erbot sich 300 M.
nu zahlen, die Kläzerin verlangte aber 1000 Mark. Falls
keine Einigung zwischen den Parteien zustande kommt, wird
»ie Höhe des Schadenersatzes durch ein richterliches Erkenntnis
festgesetzt.
Coimar, 16. Maß. Die Bergungsarbeiten auf dem
Schauplatz der Katastrophe bei Herlishe'm gehen nur lang⸗
sam voa statten. Die Trümmer brennen immer noch, da
man wegen des schwierigen Geländes mit Feuerspritzen nicht
an die Trümmer herankommen kann, sondern zur Unter⸗
drückung des Brandes sich mit dem Wassergießen aus herbei⸗
zeschleppien Löscheimern begnülgen muß. Die G leise sind
noch gesperrt, es fragt sich, ob es sich bis heute mittag mög—
ich sein wird, sie freizulegen. Der in einem Colmarer
krankenhause liegende schwer verletzt Beamter des Güter⸗
zuges erklärte, daß die Entgleisung des Güterzuges vor dem
Zusammenstoße mit dem Schnellzuge erfolgt sei.
*Straubing, 14. Mai. In Schwarzbrunn spielte der
Sjahrige Schuhmacherlehiling Markosch mit einem geladenen
Kevoloer und zul.e im Scherz auf einen 14jährigen Kame⸗
raden. Die Waffe ging los und der Knabe fiel tot zu
Boden. In der Verzweiflung über seinen Streich richtete
Markosch die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich so
schwer. daß er nach wenigen Stunden starb.
* Soolnok, 14. In einem Nachbardorse hat die Grund⸗
besitzersstau Zug auf Anstiften ihres Mannes ihren eigenen
Vater ermordet um schneller in dea Besitz hres Erbes zu ge⸗
langen.
* Dusseldorf, 14. Mai. (Wie gewonnen, o
zerronnen. Der Damenschneider Lohoff erschwin—
delte und verlaufte in den letzten Monaten Waren im
Werte von 450 000 Mark und verspielte diese Summe
in Monte Carlo. Er ist jetzt flüchtig.
* Bingen, 14. Mai. (zJZwei Arbeiter verun
glhücckht.) In einem Steinbruch in Heidesheim, in dem
Lehm für die Erbauung eines Pulvermagazins gegraben
vurde, wurden zwei Arbeiter von herabfallendem Lehm
aoerschüttet und getötet.
* Oldenburg, 14. Mai. Feuersbrunst.) In
Jade sind durch Großseuer steben Wohnhäuser mit Ne—
bengebäuden abgebrannt.
mStraßburg, 14. Mai. EisenbahnUnglück.)
Heute Nacht 10.30 Uhr engleiste der Schnellzug 161 Ba—
sel-Köln bei der Sitation Herlisheim in Ober-Elsaß e— in⸗
olge Zusammenstoßes mit einem entgegenkommenden Gü—
erzug. Der Postwagen und der erste Schlafwagen brann—
en sofort. Ein Postbeauter und ein oder zwei Passa—
ziere sind verbrannt. Die Passagiere des dichtbesetzten 2.
Zchlafwagens konnten sich durch die Fenster retten. Nach—
ser verbrannte der ganze Zug. — Nach den bisherigen
Feststellungen ist der Hergang bei dem Eisenbahn-Unglüch
olgender: Zunächst explodierte auf freier Strecke aus un—
»ekannter Ursache der Kessel der Lokomotive des Gü—
erzuges 6940. Tarauf cntsleisten die vorderen Wagen
des Güterzuges. Im selben Augenblicke kam im Neben—
zleis der Schnellzug 161 heran, der auf die entgleisten
Küterwagen suhr. Beide Züge gerieten in Brand. Bei
dem Nordwind braute der Schnellzug vollständig aus;
»on dem Güterzug verbrannte der fünfie Teil. Der Lo—
omotivführer und der Heizer des Schnellzuges, ein Post—
eamter und der Heizer des Güterzuges kamen um, vier
Reisende sind mittelschwer, vier andere Reisende leicht
cerlebt. — Ueber die Ursache des Unglücks verlautet fol—