Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

taaten einer schwantenden ziweideutigen Politik abgeneigt
eien — Der „Corriere d'Italia“ spricht ähnlich und pol⸗e—
misiert dann gegen Frankreich, das nur schöne Worte habe,
die italienischen Untertanen in Tunis aber vedrücke. Das
Gioruale d'Italia“ bringt keinen Kommentar, dafür ei—
ien Verliner Brief, der zwar die Entrevue und den
dreibund feierr, aber darauf hinweist, daß Deutschlands
Borgehen gegen die italienischen Weine' und Einwanderer
zie Popularität des Vündnisses nicht erhehe. Schließlich
ordert der Korrespondent seine Lands!teute zu Repressa—
ien auf, wenn Deutschland seine Haltung in dieser Be—
iehung nicht ändere.

Deutscher Reichstag.
Präsident Graf Stolberg übermittelte dem Hause den
dank des Kronprinzen für die Glückwünsche zu seinem
Beburtstag.
Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Be—
catung des Autrags Speck (SBtr.) auf Einführung einer
Dühlenumsaizsteuer.
Abg. Molkenbuhr Goz.): Die kleinen Betriebe
können mit den Großbetrieben nicht konkurrieren, weil
letztere vor den ersteren mancherlei Vorteile, namentlich
beim Einkauf von Getreide voraushaben. Wenn der deut—
iche Getreiderrust in einer schlechten Lage ist, so ist die
Landwirtschaft mit ihrer Zollpolitik daran schuld. Die er—
ee Steuern müßten so hoch sein, daß von einem
eiterbestand der Großmühlen nicht die Rede sein kann
rkbensogut könnten im Interesse des Gewerbes alle Groß—
etriebe geinchelt werden. Eine Besteuerung der Groß—
niühsenn würde das Mehl im allgemeinen verteuern.
Abg. Gothein (FIrs. Vp.): Die Antragsteller such—
en eine RNotlage der kleinen und mittleren Betriebe durch
»en Rüclgang der Arleiterzahl zu beweisen. Die zu
vrunde gelegten Statistiken declen sich aber nicht. Für den
üelgaug der kleinen Mühlenbetriebe gibt es viele na—
ürliche Ursachen, sjo daß man den Großmühlen keine in—
ernal schen Absichten zu unterstellen braucht.
Ein Autrag aui Schluß der Debatte wirs angenom—
ten.
Abg. Speck (Ztr.) polemisiert in seiner Schlußrede
egen den Abg. Gothein und eipsfiehlt nochmals die Au—
ahme sernes Antrags, sowie des Antrags des Abg. Rö—
cke. Von ciner Absicht, durch die Mühlenumsahsteuer die
zreise in die Höhe zu treiben, kaun absolut keine Rede
ein. Wir versolgen mit der Einführung der Mühlenum—
atzsteuer dieselbe Absicht, welche mit der Einführung der
mdwirischastlichen Schutzzöälle, daß wir namentlich un—
ere inländüchen Produzenten auf dem inländischen Markt
rhalten wollen. Ich bitte Sie, nehmen Sie unseren
lutrag an, Sie werden damit die wirtschaftlich Schwä—
yeren schußen. (Lebhaster Beifall im Zentrum.)
Albg. Tr. Roesicke bittet um Annahme seines
sntrages, der sich inhaltlich mit dem Antrage Speck deckt.
Beide Anträge werden angenommen. Dagegen stim—
nen die Freisinnigen, die Sozialdemokraten und der grö—
zere Teil der Nationalliberalen.
ßächste Tageserdnung: Kleine Vorlagen. Erste Les—
uing des Muünzgesetzes. 2. Lesung des Bankgesetzes. ——
Sch uß 74br

Preußisches Abgeordnetenhaus.
Daos Abgcorduetenhaus beriet die vom Herrenhaus zu—
rückgekonmmenen Besoldungsgesetze und nahm zunächst das
Lehrerbesosldungsgesetz und dann die allgemeine Besold—
ungsorenung, das Wohnungsgeldzuschußgesetz, die Steuer—
gesetze und das Mantelgesetz nach den zwischen den Par—
eien vereiuberten Beschlüssen an, wodurch also u. a.
zie rückwirkende Kraft des Wohnungsgeldzuschusses bis 1.
April 1908 wiederhergestellt wird — Nächste Tagesord—
nunz: Etat.
ιι-..
— * 4 5* o 2 *80
Sturmszenen in der Finanzkommission.
Berlin, 13. Mai.
In der Finanzkommission des Reichsstages kam es
sente bei der Beratung der Tabaksieuer zu einem
drach, der den Vorsitzenden zur Niederlegung des Am—
ses bestimmte und die Nationalliberalen und Freisinnigen
deransaßte, zu erklären, daß sie sich an der Weiterberat—
ung dieier Steuer nicht mehr beteiligen würden.
Tie Banderoienstener siand zur Verhandlung. Vom
Zenerum wurde ein aus Tabaksabrikantenkreisen angereg—
es Projekt vorgeschlagen, die Inlandsteuer und den Zoll
—
er Vorschlag sei erwagenswert, da er die Qualität der
Fabrikate nicht beernträchtige, und doch Geld bringe. Die
Kegierung erklärte, dieser Weg sei gangbar, es komme
nuir darauf an. wieviel er einbringe. Von freisinniger
Zeite wurde dieser Verschlag bekämpft. Aus den Kreisen
ꝛer Reichspartei wurde vorgeschlagen, einen Fonds für
entschädigung einzusetzen. Der Abg. Wie mer wandte
ich lebhait gegen den Vorschlaa des Zentrums. Man

ner gluclicher Zeiten. Toch es war ja dahin, für immer
dahin. Mur die Psyche war ihr geblieben; aber sie war
in eine fremde Welt versetzt worden, wie sie selbst, und
den kalten, kritisierenden Augen Fremder preisgege—
ben. —
Ein Schatten der Trauer lagerte sich bei diesen Ge—
anken über ihr Antlitz, als sie plötzlich neben sich eine
reundliche Stimme hörte:
„Ich fürchte, Mrs. Trehernes Ueberraschung erweckt
raurige Gedanken in Ihnen?“
Sich umwendend, gewahrte sie eine kleine, in den
mittleren Jahren stehende Dame, einfach aber doch dezent
gekleidet, mit silbetgrauem Haar, das gliatt gescheitelt un⸗
ter einem zierlichen Häubschen hervortkam und ein kluges
Besicht umrahmte. Sie hatte sie als Mrs. Smiih an—⸗
reden und als unbestrittene Herrscherin und Führerin der
Gesellschaft nennen hören.
„Ja“, erwiderte Irma, „die Statue erwedt sehr trau—
rige Gedanken in mir; denn sie war das letzte Werk mei—
nes Vaters. Ich freue mich, daß sie gefällt hier, wo
niemand das Genie meines Vaters kennt; aber sie ruft mir
auch zugleich jene glücllichen Tage meines Zusammenle⸗
bens mit ihm ins Gedächtnis zurück. die jetzt für immer
dahin sind.“
Mrs. Smith galt überall als zynisch Dank ihres Ta—
lentes, Schwächen zu entdecken und ihrer ungewöhnlich
charfen Zunge. Die traurigen Worte Irmas srafen je—
doch ihr Herz und sie meinte freundlich: „Ich begreife,
daß diese Zeit eine sehr glückliche für Sie gewesen sein
muß und da ihr Vater die Geselligkeit liebte, mußte die—
ses Zusammenleben geradezu entzückend sein. Ich kannte
Ihren Vater sehr ait“

„Ja, es war der reizendste aller Männer, ein selte—
nes Genie, aber ohne die geringste Anulage, ich boruhmt
ind populär zu machen. Glücklicher- oder auch unglüch
icherweise machte er sich ja auch nichts daraus.“
„Unglücklicherweise“, sage ich, „wenn sein Talent wirk—
ich so groß war“, bemerkte Hastings. „Doch ich vermute
ir ssollen äine tafera hetrachton narr der Mi Darraco“

önne doch nicht jede Anregung zur Grundlage einer neuen
Leratung niachen. Der Vorsißende OEc Paasche sagie
3 sei richtig, zunßchst die prinzipielle Frage zu erledigen
Zis zur zweiten Lesung könne man die Anregung de—
zentrums formgerecht ausbanen. Dem widersprachen die
ronservativen und sie beantragten daher, die Abssimmun
über den grundlegenden 8 2 der Regierungsvorlage (Ban
verole) auszusetzen und die Vorlage in Anlehnung an der
ieuen Antrag des Zentrums weiter zu beraten. Ter Abg
Paasche erklaärte, das sei geschäftsordnungswidriz und
schlug vor, über den gestern ausgeseten Artikel 4 de—
Eenttvnrfes der Sublommission beir. das Inkrafttreten des
gestern im übrigen angenommenen Entwurfes abzustim
nen, damit man endlich einmal zu Ende komme. Ti—
donserrat ven verlangten demgegenüber Abstimmung üben
ie Regterungsvorlage und beantragten, die Beschlußsas
ung üder Artikel 4 der Subtkommifssion auszusetzen. Di
Rehrheit der Kommissien nahm aber den konservaätiver
Antrag gegen die Stimmen der Natonalliberalen, Fre
innigen und Syzicldemokraten an. Im Anschtuß darar
ntwickelie sich eine Geschäftsordnungsdebaste, in deren
Lerlanf Dr Paasche den Vorsitz an den stellvertretender
Ubg. Spahn abgab und die Nationalliberalen und Frei
innigen mit der Erkiärung, daß sie an der Weiterberat
ung dieser Vorlage sich nicht beteiligen würden, den Saa
nerliefen. Tas verursachte große Erregung. Der Abg
Pröber stellt einen Vertagungsantrag, welcher angenom
nen wurde. Morgen soll das Fmanzgesetz und die Fahr
artensteuer beraten werden. Inzwischen hat Abg. Paa
che offlziell den Vorsitz der Finanzlommission niedergelegt
—r — —
Vostbeamten-Ausstand in Fraukreich.
Paris, 13. Mai.
Allem Auscheine nach scheint die Aussisandsbewegung
ns Wasser zu fallen, denn es streitken nicht ein Zehntel
der Postbeamten und Unterbeamten. Der Betrieb ist fast
iberall ohne Störung weiter geführt worden, und bies
etzt hat sich die Streilbewegung kaum fühlbar gemacht.
In der Provinz, speziell Marseille, Lyon und Bordeaux
vickelt sich der Verlehr in normaler Weise ab. Nichis de
toweniger erllärt das Streil-Komitee mit dem biszerigen
desultat zufrieden zu sein und kündigt innerhalb der näch—
ten 48 Stunden vollsjtändige Lahmlegung des ganzen
betriebes an. Das Nomitee rechnet hesonders auf die
brovinz.
In einer neuen Versammlung der Ausständigen wurde
olgende Tagesordnung angenommen: Die I Posi⸗
heamten sind entschlossen, den offenen Kanpf für Mein—
ingsfreiheit, die ihnen ovbgesprochen wird, zu erlangen
ind ihre gerechten Forderungen durchzusetzen. Sie ver—
flichteien sich, alles au tun. um die Ausstandsbewegung
uU fecrdern

Vermisates.
Die Dame aus Holland. In Traben Trarbeach er—
ignete sich, wie wir der Euslircher Zeiung entnetzuien,
eAgendes wahre Geschichtchen: Eine dortige Dame, Frau
zmert-Kool, eine geborene Holländerin, ließ aus Anlaß
es sreudigen Ereignisses im Haag 600 Bretzel an die
zchuljugend verteilen. An einem der nächsten Tage fragte
er Lehrer beim Geschichtsunterricht, nachdenn eben das
zeitalier des Großen KAurfürsten durchgenonnien worden
har: „Welche Dame aus Holland soll jeder gute Deutsche
ennen?“ (Ec spielle auf die Gemahlindes Kurfürsten an.)
Alle Hände fahren in die Luft, und beinahe einstemmig
uschallt die Antwort: „Frau Emert!“
Ein Gesetz gegen die großen Hüte. Dem gesetz—
sebenden Körper des Staates Illindis ist ein Geset-An—
rag gegen die greßen Hüte zugegangen. Und dics ist um
o bemerkenswerter, als die Abgeordneten, die dem ge—
etzgebenden Körper des Staates Zilenois angehören. sich
neder vergangenen Woche dem „schwachen“ Geschlechte ge
enüber, das in ihre heiigen Hallen eindrang und das
Frauenwahlrecht energisch forderte, sehr gasant benommen
satten. Gerade diese letztere „Invasion“ durch die Suf'
azettes scheint den Anlaß zur Entstehung des nun vor
iegenden Gesetzantrages gegeben zu haben. Waäͤhrend näm
ich die Abgeordneten das Feld vor den einziehenden
zuffragettes räumten und sich bescheiden und höflich auj
ie Gaͤlerien zurückzogen, erlitten viele von ihnen durch
ie ungeheuren Ränder der Tamenhüte — Wagenräder
hüte genauut — und durch die weitvorstehenden Hutna
eln sehr schmerzende Verletzungen! Ein Abgeordneter,
Ner Henton, der die neue Bill eingebracht hat, erklärte,
aß er drei Tage lang in großer Gefahr geschwebt habe.
ich eine Bluwergistung zuzuziehen; er hatte nänilich au
em Tage der Imasion eine tiese Wunde, die von einer
ehn Zoll über den Kopf der Trägerin hervorstehenden
zutnadel verursacht worden war, davongetragen. In de
senen Bill gegen die großen Hüte sind nun Geldstrafer
on 200 bis 400 Wiart fuür alle diejenigen vorgesehen
»ie Hüte von nmehr als 18 Zell Turchmesser oder mit er
ier Feder, einem Flügel oder einer Nadel, die mehr al
Zoll über dem Rande hervorstehen, ausstellen, verkau
r franen ro Mormendiine aungnteanfiter Möñael osↄ

„Ja, und hier ist sie!“
Sie blieben stehen, überrascht und entzückt von dem
Bild, das sich ihren Blicken bot. Hastings hatie bis jetzt
nit ziemlicher Ungläubigkeit alses. was über Mr. Darra—
otes Genie gesagt worden war, angehört. in der stillen
leberzeugung, daß das, was unbekannt geblieben, wahr—
cheinlich doch minderwertig oder dach zu eigenartig ge—
vesen sei. Nun sah er den Beweis für Darracotes Genie
zor Augen, und zwar einen Beweis, den zeder, der auch
iur den leisesten Kunstverstend besaß, anerkennen mußte
„Es ist geradezu wunderbar!“ rief er begeistert.
„Ja, es ist göttlich schön!“ stimmte seine Begleiterin
ein, und Trönen schimmerten in ihren Augen. „So, ge—
ade so habe ich es von ihm erwartet. Gerade das Geisti⸗
e wußte er beiser auszudriicken wie irgend ein anderer.
zehen Sie nur, es ist nicht nur eine Nymphe, es ist Psy—
he — die Verkörrerung der Seele!“ —
„Die eine bewunderungswürdige Aehnlichkeit mit Miß
darracote bat“, seizte Hostings hinzu.
„So ist es“, stimmte Mrs. Smith bei. — „Es liegt
och etwas rührendes darin“, fuhr sie nach einer Weile
ort, „daß er sie, kurz bever das Schicssal sie in diesen
kreis brachte, als Psuche modellierte Finden Sie nicht
uch?“
„Nach Ihrem Ton zu urteilen“, sagte Hastings,
könnte man annehmen, Sie wären der Meinung, daß in
uinseren Kreisen nicht viel Raum für die Seele wäre.“
„Und ist es denn nicht so?“ fragte sie, sich zu ihm
vendend. „Sie und ich, wir haben unser ganzes Leben
darin zugebracht. Nicht wahr: Wir wissen, wie wenig
blatz hier für die Seele bleibt. Und wenn man dann
n jenes schöne, poetische Geschöpf denkt“ — sie zeigte auf
die weiße, blendende Figur — „das in diesen Kreis ver—⸗
schlagen ward, liegt da nicht die Befürchtung nahe, daß
die alte griechische Mythe eine neue und vielleicht bemit—
eidenswerte Wiederholung finden wird?“
„Aber weshalb etwas so Tragisches annehmen? Kann
onn unsere PNivyche iich nicht ebensec aut über allßs die's—

vie überhaupt die Anbringung aller „Zutaten“s, die 40
ezinem Saummelplate von Kranlkheitskeimen dienen könm
en, wird mit geeich hohen Geldstrafen belegt. Eines ,
sicher: wenn die Frauen jetzt schon das Stimmrecht haͤ
en. würde dieic Bill nmie und nimmer Geseß werden

— 6 J 6 * *
Die Tiroler Freiheitskämpfer.
Tirol feiert heuer sein großes Gedenkzjahr. Nicht in
rauschenden Feuen, wie sie die Sucht nach Vergnügungen
zebietet, sondern in einsten, vaterlandischen Feiern, die
der Zugehörigleit zu Teutsch-Oesterreich und dem deut
schen Gesamtorlk newidmeir sind, vbegeht man die Erinne—
RAung an dem heldenmutigen Freiheitstampi, der vor 100
Jahren auf den Vergen, wo der rote Adler horstet, und
in den Felienklüften und Engpässen geschlagen wurde. Die
rrinnetrunaga an ein Ringen um des Lebens idealster Gi

—

—

— —⸗ — —
ser, das zwar für den Augenblick vergeblich war und in
einent Meec ven Vlut und Tränen ersäust wurde, in All
Deutschland aber eincn so lauten Widerhall sand, da!
der Sang von Andreas Hoser. der an der Spitze diese
Voltkserhebung stand und sein mutiges Beginnen auf der
Wällen von Mantinua mit dem Tode bezahlte, noch heus
uicht versuummt iit Und mit Hofser leben noch heute sein
Kameraden Speckbacher, der rothaarige Kapuziner Haspin
zer. Maver Schent und Rietmüller von Vorarlberg
Volke

Spiel und Sport.
Was behommen wir sür ein Hasenjahr? Do—
allgerieine Urteil Sachlundiger geht dahin, daß wir die
ses Jahr mit leinem Ueberstuß an Hasen zu rechnen ha
»DIn werden. Daran Schuld ist das sehr wechselvolle Wet
—t des Aprils gewesen, welches dem jungen Nachwuch—
sehr viel Schuden zugefügt hat. Aus den verschieden⸗
Forstrevieren liegen denn auch Nachrichten vor, die bes
gen, daß zahlreiche Junghässchen tot ausgefunden wurden
Die ungewöhnliche Kalte, der rasche Wechsel zwischen Re
gen, Froͤst und Trockenheit hat unter dem Nachwuchs be
deutend gelichtet. Auf jeden Fall ist damit zu rechnen
daß die Saison 1909 — 1910 lange nicht so ertragreich sei,
wird, als die lebte war.

Vinge emporheven, natt sich von ihnen heraoziehen zu
lassen?“
‚Wohl schwerlich, denn sie ist jung, allein und — ein
Weib. Sie wissen doch, welche Macht Psyche überwöltigtund
 an seinen Wagen spannte.“
„Ich hoffe, daß ich meine Klassiker noch, genugsam
kenne, um zu wissen, daß es die Liebe war. Aber noch—
mals, weshalb sollte Eros sie zermalmen und unterjochen?
Weshalb sollte nicht Piyche — und solch' eine Plychel —
ihn zu sich in höheren Regionen emporziehen?“
Das scheint so leicht, nicht wahr?“ fragte die Frau
der Welt mit sarkastischem Lächeln.
Num, ich sehe so klar, was das unvermeidliche Resultat
 sein wird, daß, wenn ich an meinen alten Freund und
seine Ideale denke und dann das Kind betrachte, das er
droßgezogen, ich von ganzem Herzen wünsche, Richard
Zarracote hätte einen anderen Erben gefunden. Es wäre
giel besser gewesen sein, wenn er Ihnen sein Vermögen
hinterlassen hätte.
In welchem Falle man keine Pläne damit vorhaben
könnte⸗, entgegnete Hastings sarkastisch. Ich verstehe Ihre
Befürchtungon sehr wohl, meine liebe Mrs. Smith, und
obgleich ich nicht so anmaßend bin, zu sagen, daß eine
Versicherung meinerseits Sie beruhigen kann, so fühle
sch mich doch verpflichtet, Ihnen mitzuteilen, daß durch
meine Schuld die Psyche, deren Reiz wir beide anerken⸗
ien, nie erniedrigt, zermalmt oder unterjocht werden wird,
wie Sie befürchten.“ ι.
Mrs. Smith sah ihn scharf an, dann zuckte sie die
Achseln.
„Was sein wird, wird sein“, sagte sie. „Weder Sie
noch ich können das ändern. Ich glaube, daß Sie es
aufrichtig meinen, aber Sie können weder etwas verhin—
dern, was doch sein wird, noch sich selbst oder Psyche
indern.“
„Wenn Sie klug und verständig wären — aber
wer ist verständig?“
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.