Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Nummer ii.

Tel.oy, 269, 208 un 1261.

Freitag, den 14. Mai 1909. Zeitungeliste 501

23. Jahrgang.

—

Mit Beilagen: „Velletristische Wochenschrift““ und
—Anstige Blätter“.

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Allgemeiner Anzeiger für den Bürgermeistereibezit
Dudmo⸗iser.

tspreis
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vierteljährlich.
Die „Dudweiler Zeirung“ erscheint täglich mit Ausnabme der Sonm
und Feiertage.

1205 ⁊en
; bei mehrmaligen Inserationen
vender Rabatt.
Verlag von J. Unterkeller
n Dudweiler.

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Redaktion, Drué

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;

—
—8

Die Reichsfinanzreform.
Es scheint jetzt fesitzufstehen, daß in der Frage der
Reichsfinanzreferm und was damit zusammenhaͤngt, ein
ntscheidender Schritt in den nächsien Wochen nech nicht
zu erwarten ist; er wird erst ersolgen, wenn das Ple—
um des Reichstages in zweiter Lesung über die einzel—
sen Sieuerge'ehe veschlossen hat. Bis dahin geht alles
den durch die Geschäsis ordnung vorgeschriebenen und durch
die Pariei- und Wehrheitsverhältnisse bedingten langsa—
men Weg. Die Finanzkommission berät weiter ausdauernd
und mir geringem Erfolge die einzelnen Steuervorlagen
das Plenum des dieichstages wird sich voraussichtlich,
za es wichtiges nicht zu tun hat, bald vertagen, das
eißt, seine Pimgstferien beginnen. Die Finanzkommisston
Jewinnt dadurch Zeit und wird weiter arbeiten. In ei—
ugen Tagen kann sie mit der ersten Lesung der Steuer—
zorlagen fertig sein. Sie tritt dann in die zweite Les—
ing deiselben Vorlagen ein. Diese wird aller Wahr⸗
cheinlichteit nach ꝛecht langwierig werden, nicht nur der
udirekten Steucrn wegen, über die bisher eine als ge—
jügend anzusehende Versiändigung noch nicht erzielt ist,
ondern auch, weil bei der Veratung der direlten Steuern
er Versuch gemacht werden muß, die Erbschaftssteuer durch
nträge zur Entscherdung zu bringen, und weil in dieser
weiten Konmissionslesung endlich auch von den Ersatz⸗
teuern gesprochen werden muß.
Wie nebenbei bemerkt die sozialdemokratische Fraltion
ich in der Kommission und im Plenum zur Erbschafts⸗
teuer verhalten wird, steht durchaus noch nicht so fsest,
vie das auf Grund einer Auslassung des „Vorwärts“ ange⸗
tommen wurde. Es wind von der Gestaltung dieser
Steuer abhängen, ob nicht die Sozialdemokraten doch trotz
hrer ablehneunden Halunz zu den anderen Steuerprojek⸗
en für sie ssimmen und dadurch eine Mehrheit für sie
serbeiführen; jedenfalls wird die Kommission vor Pfing—
ten nicht fertig, und das Plenum wird ihr auch nach
Pfingsten noch Zeit lassen, ihre Arbeiten abzuschließen.
sHann also erst, d. h. frühesitens Mitte Juni, wird das
Blenum sich mit der Finanzkommission beschäftigen kön—
ien und dann werden die Enischeidungen fallen, die nicht
uir für diese Resorm, sondern für die weitere Entwiclel—
ing unferer polit:ichen Verhältnisse von größter Bedeut—
ing ünd

* —
Das betrogene Oesterreich.
Defterreich ist um einen neuen Skandal reicher. Die
taatsrechtliche Stellung der angegliederten Provinzen Bos—
sien und Herzegowing ist noch nicht klargestellt — es be—
tehen die Pläne vöolliger Gleichstellung mit Cis und
rans als Reichsland, sowie des Anschlusses an Ungarn
der an die österreichischen Kronländer — und schon be—
zinnen die unlautersien Machenschaften, das Neuland der
nagyarischen Schacherpoliuk auszuliefern und den Ein—
luß der österreichischen Reichshalste völlig auszuschließen.
In Bosnieu⸗Herzegowrna herrscht eine Art Leibeigenschaft.
Die bäuerliche Bevöllerung, die Kmeten, sind dem Adel,
den Begs, untertan, denen sie von den Vodenerzeugnissen
in Trittel bis zu einem Funftel in natura abzunefern
jaben. Es darf als sehr sonderbar bezeichnet werden.
aß die österreichischrungarische Regierung nicht schon waäh
end der dreißig Jahre der Otlupation Zeit gefunden hat,
die Grundablösung der beiden Länder zu vollziehen; abet
ils noch sfonderbarer wird es empfunden, daß die Regie
ung diese Grundablösung nicht etwa wie nach 1848 im
tten Kaischlaat selbst in die Hand nimmt, soudern die
lbfindung der Begs durch die Kmeten in aller Stille ei.
jer rasch gegründeten Bosnischen Agrarbank, einem nur
on Magharen vetriebenen Privatunternehmen, übertragen
ai und mit der harmlosesten Vliene vom öͤsterreichischen
hgeurdnetenhause die Genehmigung hierzu erbittet. Da
iau auf österreichischer Seite mit Recht eine heillose wu
herische Ausplünderung des zukunstigen Reichslandes durch
»ie Wagyaren besürchtet, herrscht im Abgeordnetenhause
tiirmische Entrüstung, die nach einer gewuͤndenen Ertar
ing des Ministerprasidenten in einer Erklaͤrung der
chärfsten Misßtbilligung für den als verantwortlich erklär⸗
en Finanzminisler hren Ausdruck fand. Tie deuischen
zanteien beginnen überhaupt allgemach einzusehen, daß
Desterreich von Ungarn in der ganzen bosnischen Frage
nit Hilfe gefügiger gemeinsamer Minister cinfach über?
ZR!hr gehauen werden soll

Grenze. Ein allgemeines Bedürsnis danach erkennt Je—
doch die Regierung nicht an. Sie lehnt daher dessen Ein—
führung in den Elementarschuten des deutschen Sprachge—
bietes hestimnit ah.“ — Darauss wurden die Anträge einer
Speztalkommisiion uüberwiesen.
* Den Morgenblatternn zusolsge dauern die Verhand—
lungen zwischen den Regierungssieilen und den Konserva—
tiven darüber nech sort, an Stelle der Erbschaftssteuer eine
andere ausreihende Wesitzsteuer zu finden. Die Konser—
vativen und das Zentrum interessieren sich für eine Bann—
kenumsatzstener. Eine Vertagung des Reichsta—
ges noch vor Pfingsten bis September wird dislkutiert.
In dem Staatssekretat Sydow nahestehenden Kreisen
wird zugegeben, er werde sich freuen, von seinem undanf
baren Posten bald enthoben zu worden.
Oesterreich⸗Ungarn.
* In Wien hielt Maximilian Harden im voilständig
gefüllten Musikvereinssgal einen zweistündigen Bortrag
uüͤber Oesteerreich Ungarn und Deutschland.
Er führte aus, daß die Haltung Deuischlands in der An—
nexionsfrage sür Deutschland eine Frage der Ehre und
des Anschens sei. Der verstorbene Geheimrat Holstein
zabe sofort nach der Annexion Bülow in einem langen
Briese beschworen, keinen Augenblick zu schwanken. Is—
volski sei weder in Buchlau noch in Wien, sondern in
London dupiert worden. Oesterreich-Ungarn und Teutsch—
and seien heute nicht nur unbesiegbar, sondern auch un—⸗
ingreifbar. Redner fand großen Beifall bis auf verein—
zelte Zwischenrufe, besonderen Beifall, als er auf die
Interperlation Bietohlawels anspielend, sich einen Jä st i—
ren Ausländer nannte.
Serbien.
* Aufsehen erregt die Entlassung des Konimandeurs des
sKavalletie-Regimeuts, der es unterlassen hatte, den ihm
auf der Straße begegnenden Prinzen Georg zu grü—
ßen. Es lausen m Velgtad Gerüchte um, Prinz Ge—
orgs Verzichtieisiung auf den Thron iolle rückgängia
Jemacht werden.
Die Monarchen⸗-Entrevue.
Briudisi, 13. Mai.
Die Zusammenkunft des deutschen Kaiserpaares mi
dem italienischen Kontgspaar hat nur wenige Stunden
zedauert. Es wurden die üblichen Trintsprüche gewech—
elt, auf das Wohl odes Treibundes getrunken und dann
erabschiedeten sich die Majestäten. Das deutsche Kaiser—
aar befindet sich auf der Fahrt nach Pola, um von dort
zus die Reise nach der schönen Wienersiadt anzutreten,
die beim Empfang unseres Katiers wohl schöner denn e
ein wird. Die Entrevue in Wien wird wohl nicht so
ang⸗e und klanglos verlausen wie dieienige auf der Reed—
don Brindisi

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Toli ische Bundschau.
Deutsches Reich
*Im Kultusministerium sand uner dem Vorsitze des
ierstaatssekretärs eine Konferenz über die Angelegenheit
Aressend das Gymnasium in Essen siatt. Der von
nern Inspetnonercise aus Essen zuruckgekehrte Geheinte
berregierungsrat Dr. Reinhard erstatteie dabei über das
zrgehnis seiner Untersuchuns Bericht Nei der dritiß
Lesung des Qulnishaushalts duene dem Abgeordn
ause über die Augelegenheit vom Arnistertische MAuf
ting gegeben werden.
*In parlamentarischen Kreisen wird wieder mit We
nuünitheit behauptet, daß zwischen dem Fürsten Bühon
ud den Konservativen sneue Verhandlungen in
zange eien, die aller Vorauesicht nach zu einer“ Ver
ändigung über die Finanzresorm führen würden. An—
as Oprfer, das Bülow für dies neue Kompromiß 31
ringen bereit sei, mird Ri en tietär S'yed o weve
cichnen, der schon in nüciter et e uem Nachiolger Pla
chen soll.
Bei der Berateumng der Antrage über die Ernführung
es obligator: hen Unterrichts der französischen Sprache
wallen Voltsschulen Eisaß-VLothringens in Landes-Aus
husse erklärte der Siaa ssetretär Zorn von Bulach na—
lens der Regierung: „Es liegt der Regterung sern, dem
anzösischen Unterr'cht priuzipiell Schwierigkeien zu be—
iten. Sie erfcunt dessen Notwendiateit an, in den Volts.
ilen aentihtibrachiger Gebtete und umnttelvar an var

*
Der konservative Reichstagzsabgeordnete Pauly in
toisdam vernffenthicht cine längere Erklärung, die mit
olgenden Sätzen schließt: Ich kann die Verantwortung
ind das Odium nicht auf mich laden, durch ablehnende
daliung gegenüver der Erbschaftssteuer mit dazu beige—
ragen zu hahen, daß die Finanzreform zu Fall kommt.
Ich werde daher fur die Erhschaftssteuer stimmen. Die
ße sahr ist greß. Tas deutsche Volk wartet auf eine er—
ösende Tat. Möge man an maßgebenden konservativen
Stellen bald cinseben, daß es hier bald weniger auf
Prinzivnien ankomuit, sondern daß höhere Ziele in Fraze
ommen. — Die entruüstete „Kreuzzeitung“ schreibt zu die—
er Erkläruug Pauys: Wenn die konservative Reichstags—
raktion in Sachen dieser Steuer keinerlei Zwang auf ihre
heitglieder ausgeült babe und auch ferner nicht aus—
iben werde, so dürse sie doch wohl verlangen, daß die
muis nur wenizen Mitgliedern bestehende Winderheit sih
der öffentlichen Angriffe auf die Partei selber enthält,
vie andererseis die Fraltion und die zu ihr stehende
Presse auch die dissentierenden Abgeordneten nicht ange—
zrifsen habe. Wie sich die Fraktion zu der Veröffentlich—
ing Paulys siellt, ist ihre Sache. Wir aber koͤnnen den
Artikel nur als ein in der PVaärtei ohne Beispiel daste—
sendes VRorkommnis bedauern.

Die italienische Presse
st über die Zusanmmenkunft in Brindisi sehr verschiedener
Meinung. Die Triubuna?“ sagt in einem längeren
Artilel ü. a.: „Wichtig sei, daß die Begegnung kurz vor
er Reise des Kaisers nach Wien stattsinde. wo Deutsch—
and beitragen könne, die zwischen Rom und Wien be—
tehenden Meinungsverschiedenheiten zum Verschwinden zu
ingen. Die Begegnung sei ferner der beste Beweis der
zauernden und eungen Freundschaft Italiens und Deutsch—
ands und der Tatsache, daß Europas Hauptinteresse, näm
ich der Frieden, im Dreibuunde seine beste Garantie finde.
Alle italienischen Staatsmänner, die jehigen und künftig
nöglichen Weinster sind in diesem Sinne dreibundfreund—
ich. Darauga sei der Schluß erlaubt, daß alle Dreibund—

Irma
Der Gegeñstand ihrer Begeisterung war Gilbert VDar⸗
racotes letztes Werk, die Psyche.
In Marmor ausgeführt, schien diese herrliche Schöp—
ung noch gewonnen zu haben. Wie der Inbegriff jung—
räulicher Grazie und strahlender Freude hob sie sich von
dem grünlichen Sammetvorhange, vor dem man lie auf⸗
gestellt hatte, ab.
Man könnte sie für eine Psyche direlt aus Hellas hal—
en“, meinte Bapier, als sich der erste Sturm der Begei—
terung gelegt hatte — er sprach nie, ohne gewiß zu sein,
zaß seine Bemerkungen auch gehört wurden — ,wenn man
ucht deutlich sähe, daß der Bildhauer eine moderne Auf⸗
rassung hatte.“
„Ja, das ist wahr! Man sieht, es ist Miß Darracot
elbst!“ rief eine junge Dame begeistert aus. Oh, wie
vie reizend, so verewigt zu werden! Ich würde vor Ent⸗
züden außer mir sein, wenn ich an ihrer Stelle wäre!“
„Miß Darracote!“ — „Ja, es ist Miß Darracotel“
‚Welch' bewunderungswürdige Aehnlichkeit!“ —
„Wie reizend, wie interessant!“ riefen alle durchein⸗
mder.
„Wurde nicht neulich von einem Künstler erzählt, der
Niß Darracote verehrte?“ übertönte plötzlich eine Stimme
die andern. Vielleicht ist dieses sein Werk — weiß keiner
Awas datüber? Hat Mrs. Treherne nichts davon er⸗
zählt? Wie romantisch, wenn es der Fall wäre!“
Dder Bildhauer war Miß Darracotes Vater“, sagte
Mrs. Lawton ruhig zu dem Sprecher gewandt „Er starb
alötzlich, nachdem er eben die Arbeit vollendet hatte. Weich'
tolze, aber auch welch' traurige Erinnerungen wird daher
iese Psyche für Miß Darraccte in sich schließen! Ohne
Frage ist sie sein Modell gewesen; jeder muß dte Aehyn—
ichkeit erkennen; denn sie ist fast gar nicht idealifiert wor—
en.“ —
„Es würde auch schwer sein, sie zu idealisteren“, warj
in anderer ein. „Sie ist so eigenartig, malerisch schen —
o recht ein Typus, wie ihn die Künitler bewimtenn

Das“, sagte Bapier, ist gerade das Ueberraschendste
aß ein solch' geldgieriger, wenn auch guter und ehrlichen
Zonderling, wie es unser verehrter Freund Mr. Darracct«
var, mit einem solch' auffallenden Geschöpf, wie die Piy
he es ist, verwandt ist. Man vegegnet solchen Piychen
m gewöhnlichen Leben doch höchft selten. Haben winr
voch alle kaum etwas halb so Entzüdendes erwartet, als
vir wirklich gefunden haben.“
„Ich für meine Person gestehe ehrlich, daß ich gerade⸗
u überrascht bin“, rief eine junge Dame, ‚Die neue Erbm
at tatsächlich etwas ganz eigenartiges an sich.“
Und so bildete denn Miß Darracote den Mittelpunkt
»es Gespräches jener auserlesenen Gesellschaft, die am
ersten Tage, wo Mrs. Treherne wieder für ihre Freunde
u sprechen war, sich in Argule versammelt hatte. Und
s war in der Tat eine Gesellschaft, die ebenso stolz auf
zre Formen wie auf ihre geitstige Bildung war. Mii
hrneichelhafter Eile war man der Einladung Mrs. Tre
erne gefoigt, jedoch nichr so sehr aus besonderer Hoch
chtung für sie, sondern hauptsächlich aus Reugierde, die
krbin kennen zu lernen, die vermöge ihres Geldes und
danges den ersten Plaß in der Gesellschaft beanspruchen
nnte.
„Gewiß. Miß Darracote wird erscheinen“, hatte Mrs
kreherne aufj dus zahltreichen Fragen geantwortet. „Sie hat
nir versprochen, meine Freunde auch kennen lernen zr
ocllen. Aber das sol noch durchaus keine Einfühcung ir
ie Gesellichaft sein. Da sie in tiefer Trauer ist, wird si—
iesen Winter noch nicht ausgehen.“
Wenn wie sie nur überhaupt sehen können, werden
vir schon zufrieden sein“, hatte eine junge Frau lachend
arauf erwidert, und alle, die an diesem Tage den Wec
ach Argoele einschkugen hegten denselben sehnlichen Wunsch.
Nit weichen Undequemnichkeiten diese Gunst verknüpit war,
as kummerie sie nicht im geringsten. Was sie egentlick
twarteten, wußte niemand bestimmt zu jagen, aber allt
zürbden mirt Bapier übereingestimmt haben, der „nicht et.
as halb se Entzücendes“ erwaäartet hatte, als dieses an

mutige Vadchen ant enem Köpschen, das einem alten
talienqchen Gemälde entnommen zu sein schien.
Nachdem Mes. Treherne die schöne Erbin der Gesell⸗
schaft vorgestellt hatte und das Entzücken über Irmas Er—
scheinung sich etwas gelegt hatte, meinte sie lächelnd zu
dem um ihren Teetisch versammelten Kreis: „Ich habe
seute einen glüchhichen Tag; denn ich hatte nicht nur das
Lergnügen, Mitßz Darracote der Gesellschaft vorzustellen,
ondern ich habe auch ihre Erlaubnis, Ihnen etwas sehr
Schönes zeigen zu dursen das gerade aus Europa ange—
ommen ijst.“
„Ueberichütien Ste uns nicht mit Freuden!“ rief
Bapter, der zu idren Fuüßen saß „Sie haben uns ja schon
etwas auzedordentiich Schönes gezeigt, das aus Europo
angekonimen ite, sebte er leiver hinzu.
„Abert zetzt rotun id; Ihnen etwas anderes zeigen, oder
vielmeht dasselbe in anderer Form“, erwiderte sie, lä—⸗
chelnd umherblidend Raten Sie, wenn Ste können, was
ꝛs sein mag; oder ommen Sie lieber und sehen
Sie!“ —
Sie erhob sich mit einer leichten einladenden Bewe—
gung und schrit: durch das Zimnier auf eine altcvenartige
Nische zu, die sich am entgegengesetzten Ende des Raumes
defand. Fast die ganze Gesellschaft war ihr gefelgt, um
Aötzlich wie gebannt stehen zu bleiben, als sie, wie ein⸗
unerwartete Vision, die Psyche vor sich sahen.
Irma, die ihren Plat nicht verlassen halte hörte das
Bemurmel der Bewunderung. So sehr es sie freute, ihres
Vaters Genius anertannt zu sehen, so war dech diese
Freude von gar bitietem Schmerze begleitet. Vergangene
schöne Tage traten vor thre Seele Sie gedachte der
shönen Stunden, da sie noch leichten Herzens vor ihrem
zeliebten Vater gestanden und unter seiner Hand die Na—
ur hatte werden sehen Das Atelter ersiand vor threm
gzeistigen Auge; sie sah ihres Vaters Lacheln, hörte seine
iefe, melodische Stimme, wie er scherzte, erzahlte oder
Dante zitierte. Es kam ihr vor, als brauche sie nur die
zand nach ihm auszuttreden, nach dirsem Bild vergange
            
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