Nummer 110.
Tel.od, 259, 208 un 1261.. Donnerstag, den 13. Maĩ 1909. Zeitunge liste 500
23. Jahrgong.
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Mit Veilagen: „Besletristische Wochenschrift““ und
EAustige Blätter“.
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Agemeiner Anzeiger für den Bürgermeistereis
—Ayh oα
enispreis
monatlich 70 Haus gehbracht; bei der Po
heftellt A. 2,25 vierteliährlich.
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Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnabme der Sonn—
und Feiertage.
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kosten 10 Pfg. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
Redaktion, Druck und Verlag von J. Untereller
in Dudweiler.
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Steuer pur die nachnen zzahre mehr als 20 Milltonen Wi.
usbringen werde.
Uedber die in den letzten Tagen wieder aufgenomme—
ien Besprechungen zwischen den Fuhrern der Blockparceien
chreibt der „Berl LA.“: „Die Verhandlungen zwischen
en einzelnen Parteien und ihren Führern foörderten kei—
ierlei greifbare Refsultate zu Tage, aus denen mit Ge—
vißheit zu entnehmen wäre daß wir in absehbarer Zeit
iner Lösung eutgeßgengehen. Die diegierung sieht sich
iuf der einen Seite der Erllärung der Konservativen ge—
zenüber, die neben 400 Rill. indireter Steuer auch 100
Villionen direklte Steuern, wenn auch nicht in der Form
der Erbschaftssiseuer, bewüsligen wollen, während auf der
anderen Seite nicht zu erkennen ist, wie die Liberalen
ihre theoretische Vereitschasft zur Vewilligung von 400
Millienen indirelten Steuern in die Tat unsetzen wollen.
Wenn diese Sachlage sich nicht seyr bald von Grund aus
ändern sollte, wird die Regierung ihre weiteren Maß—
nahmen entprechend einrichten mussen“
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England.
* Anfang Juni wird in Erwiderung des vorjährigen
Besuches deuticher Passoren in England eine Anzahl bri—
tischer Geistlicher nach Deutschland kommen. Bisher ha—
hen ungefahr 120 englische Geistliche, darunter mehrere
Vertreter der britischen Kirchen, die Einladung angenom—
men. Unter diesen befinden sich die Bischösfe von South—
wark, Ripon, Rochester, Sallsbury, Heresord, Southwell,
Sodor an Man, und die Bischofe von Welldon und Bay—
nes. Tie römisch-katholische Kirche wird durch Monsignor
Howlett, Canun Moyes, Rev. Sir David Hunter Blai—
ind Dr. Bernard Windle vertreten werden.
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Danunk vom Hausfe Lesterreich.
Auf der Hore von Veindistunß har König Victor
Emanuel in Bundessreundschast unserem Kalser die noch
zon King Edwards Shale hands warme Rechte zur WBe—
zrüßung enigegengestreckt. Wenige Stunden nach dieser
olitisch bedeutungslosen Zusammenkunftenahm die „H—
senzollern“, eingehelt vom österreichtsch-ungarischen Ge—
chroader, ihren Kurs hinauf ins Adriausche Meer gegen
Pola. Unterdessen dereitet sich die Reichs- Haupt- und Re—
idenzstadt Wien zum prunlodolien Empiange des deutichen
dreibundsgenessen vor. Haus für Haus im langen Stra—
zenzug in waliendem Flaggenschmuck, VBlumen-Girlanden
n leuchtender Frühlingspracht von Kaudelaber zu Nan—
elaber gespannt, unendiiche Spaltiere bunt unisormierter
Mannschaften, dahinter eine ungezählte leicht begeisterte
hochrufende Menge: das wird das berauschende Bild sein,
zas Kaiser Wilhelms 2. empfängliche Seele bei seinem
estlichen Einzug in Wien in Lohengrin⸗-Stimmung auf—
ntehnten wird. Und noch mehr an össentlichen glanzvollen
beranstaltungen plant Wiens eifriger Bürgermeister Dr.
on Lueger zu Ehren des kaiserlichen Gastes. Durch ei—
ien imposanten Festakt im Prachtsaale des Rachauses,
zurch die beabsichtigte Errichtung eines Tenknmials zum
Bedächtnis an die deutsche Bundestreue und durch die
auernde VBenennung einer Haupistraße inmn Stadtinnern
iach dem Namen unseres Monaichen sollen die Wiener
Festtage in Tankbarkeit und in Erinnerung an den deut—
chen Beisiand in der Entwirrung der Schwierigkeiten auf
em Balkan über höfische Förmlichleiten hinausgehoben
verden zu augensällitzer politischer Bedeutung.
Wir empfinden es mit Genugtunng, daß in Oesterreich
Lolk und Regierung wetteifern, dem Deutschen Reich in
einent höchsten Vertreter die Anerkennung für die gelei—
teten diplomatischen Tieuste zum Ausdruck zu bringen
daß dieser schwer verdiente Tank in so vielen Aeußerlich—
eiten und in solcher Ueberschwaänglichteit abgestattet wer—
»en soll, will uns freilich nicht recht gefallen. Shakespeare
äßt seinen König Johunn sagen, daß der Könige Iluch
ti, von Stlaven bedient zu sein, die allzusehr nach Be—
riedigung ihrer Lauuen trachten. Und so scheinen uns
zuch diese sarbenfrohen Wiener Byzantinissinen mehr auf
zie Eigenheitzen des Kaisers berechnet zu sein, als daß
ie die vorläufsigen Bürgschaften von Taten sein sollen,
nit denen sich Oesterreich-Ungarn einst für unsere Nibe—
ungen-Treue erlennilich erweisen will. Wenn nicht gar
chon in Wien Pläne geschmiedet werden, den Kaiser durch
»iese Aeußerlichleilsen für weitreichende noch dunkle Zu—
unftsabsichten der geschmeidigen Regierung am Ballplatz
mpfänglich und verbindlich zu machen
Die Tabaksteuer angenommen
Berlin, 12. Mai. Bei der Spezialberatung der
Tabaksieuervorlage in der Finanzkommission war das Er—
jgebnis der Aostimmung zum Paragrapeen 1 (Gewichts—
'oll), daß die bisherigen Gewichtszollsäbe, die ungefähr
dasselbe bringen, wie die Sähe der Subkommission be—
tehen bleiben. Bei Veratung des Paragraphen 10a (Wert—
zellzuschiag“ wurde die Vorlage der Subkommission, die
30 Prozent vorsieyt, angenommen. Die Ronservativen
hatten 70 Prozent, die Reichspartei 50 Prozent beantragt.
Politische Rundschau.
Deutsiches Reich.
*Nach einer Pariscr Meldung beabsichtigt der Kaiser
pvon Rußland, im August nach Frankreich zu kom—
nen, nachdem zuvor eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm
tatigesunden habe. Wie die „NRational-Zeitung“ erfährt,
st bis jetzt an den Stellen, die daruüber unterrichtet sein
müßten, von einer solchen Ablsicht der beiden Monarchen
nichts bektaunt. Kaiser Wilheim wird auch in diesem
Jahre wie alljaͤhrlich seine Rordlandsreise un—
ernehmen und von ihr Ende Jult oder Anfang Augusi
urückkehren. Sollte der Zar gerade um diefse Zeit seine
zahrt nach Frankreich unternehmen, wober er voraus—
ichtlich den Kaiser Wilhelm-Kanal passieren würde, so
iegt eiue Begegnung der beiden Monarchen allerdings im
Bereiche der Moͤglichteit.
*m Mit erfreulicher Schnelligkeit hat das preußische Kul—
usministerium eine Umtersuchung über die im Ab—
zeordnetenhause zur Sprache gebrachten Zustände des A.⸗—
and B.eSystems beim Essener Gymnassuum einge—
eitet. Bereits in der vorigen Woche wurde Herr Di—
ektor Biese nach Berlin berusen und dort eingehend im
duliusministerium über die Vorwürfe vernommen, die ge—
zen ihn erhoben worden sind. Seit Montag weilt der
zekannte Schulreformer Geheimrat Dr. Reinhard in Essen
ur weiteren Untersuchung der Angelegenheit. Er hat be—
eis mehrere Prosessoren der Ansialt vernommen und
chon in erfreulichster Weise einem alten verdienten Pro—
essor Genugtuung verschafft, sür eine schwere Kränkung,
die dietem zugesuat worden war. Auch audere Zwistig—
eiten zwischen Direltor und Lehrerschaft scheinen eine be—
riedigende Eriediqung zu finden.
Oesterreich Ungarn.
* In der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses wird
Abg. Bielehlawek an den Minister des Innern
ine Anfrage stellen, in der es u. a. heißt: „Der aus
Zerlin koumende Broschürenschreiber Maximilian Har—
zen hat in Wien einen Vortrag angekündigt. Er gedenkt
iber die politiichen Zussände in Deutschland zu sprechen.
da es nicht angeht, dak bei den glänzenden Beziehungen
wischen Oesterreich und Deutschland und knapp vor der
Ankunft des deutschen Kaisers der Vortrag etwa in ir
endeiner Weise verstimmend wirkt und es nicht ausge—
chlossen erscheiut, daß es in der Versammlung zu De—
nonstrationen kommen kann, wird an den Minister die
Insrage gerichtet, ob er nicht geneigt sei, den zugereisten
zarden als bästigen Austbänder ueu—
veisen.
αν—⏑ Gtisia plaudernd miit Margherita am Feuer
aß, schritt Mrs. Treherne dem Hause zu ein Lä—
heln auf den Lippen, als ob ihre Gedanken bei etwas
echt Angenehmen weilten. Plötzlich erstarb dasselbe Auf
em breiten Fahrwege tauchte eine Gestalt auf, die dem
hause zuschritt. Es war ein kleines zusammengeschrumpi—
es, unansehnliches Männchen. das ihr so seltsam betann
otam.
Unwillkürlich hemmte sie den Schritt; ihr Atem flog.
Wenn —!“ kam es erschredt über ihre Lppen. Dann
- als sei ihr ein plötzlicher Gedanke gekommen — eilte
ie hastig weiter, sie wollte die Freitreppe vor ihm erret
hen. Tief aufatmend blieb sie, oben angelangt, stehen
Iind wieder sah Peter Wilkens — denn er war es —
ene Frau vor sich, die ihm in jener Nacht als Mi Dar
acote in den leßten Zügen lag, in der Halle von Argyl,
egenübertrat. Wieder wurde er, wie damals, von ihret
zchönheit und imponierenden Erscheinung eingeschüchitert,
md verlegen und wortlos zog er den Hut.
„Ah“, versetzte ste, scheinbar überrascht; „ich glaube ich
zabe Sie schon einmal gesehen. Sind Sie nicht Mr. —
Nr. Watkins?“
„Mein Name ist Wilkens — Peter Wilkens“, antwor⸗
ete der alte Mann „a, ich begegnete Ihnen schon ein⸗
nal in diesem Hause; es war in der Nacht, als Mr. Dar—
acote starb.“
„Ich erinnere mich“, sagte Mrs. Treherne, die sich
atsächlich genau an alles erinnerte. Sie kamen herunter
us seinem Zimmer, ein paar Minuten vor seinem Tode
Ihne Zweifel hat die Aufregung, die Ihr Besuch bei ihm
erursachte, sein Ende beschleunigt.“
Wilkens sah sie bestürzt an Sie beobachtete ihn
icharf. Ich fürchte es auch“, sagte er, „aber was sollte
ch tun? Ich mußte ihn sehen — ich hätte es mir nie
erzeihen koͤnnen, wenn es nicht geschehen wäre! Und doch
zarb er, ohne vorher etwas zu ändern!“ schloß er traurig
„Er hatte keine Zeit mehr“, erwiderte Mrs Treherné
vorwurfsvoll. Nachdem Sie fort waren, bat er mich, ihr
in wenig aufzurichten. Gleich darauf starb er in meine
rmen Wenn er vielleicht am Lehen gehlieben märe
Heer und Jlotte.
—* Die Nachricht, daß die Ausbesserung der
Maunschaftslöhnung um 8Psfg. pro Tag und
ebernahme der Kosten für Puzzeug und Reinigungsma—
lerial auf die Reichskasse vertagt seien, trifft nach der
„Nenen pol. Korrespondenz“ nicht zu. Die Vorlage ist
bielmehr aus dem Kriegsministerium an das gteichsschatzanit
gegangen und geht von dort an den Bundesrat,
Die Monarchen-Entrevne.
Brindisi, 12. Mai.
Die Jacht „Hohenzollern“, mit dem deutschen Kaiser—
paar an Bord traf heute vormittag gegen 106 Uhr mit
den Begleetschissen „Stertin“ und „Sleipner“ und einer
Eskorte von italienischen Torpedobootszerstörern hier ein.
Kurze Zeit darauf traf auch das Panzerschiff „Vittorio
Emanuele“ vwviit dem italienischen Königspaar an Bord
auf der Höͤhe von Brindisi ein und ging dort vor Anker.
Gegen 11 Uhr fand die Begrüßung zwischen den Monar—
chen siatt, die sich zu einer äußerst herzlichen gestaltete.
Der Kaiser unterhielt sich mit dem Könige mehrere Stun—-den.
An dieser Unterredung naym auch Tittoni, der ita—
lienische Minister des Aeußern, teil Ob es sich um eine
politische Unterredung handelt, ist unbelannt. Wahrschein—
lich werden die neuesten Ereignisse in der Türtei einge—
hend be prochen worden sein. Auch die Erneuerung des
Dreibund-Vertrages wird wohl nicht unerörtert geblieben
sein. — Wie verlautet, beabsichtigt Kaiser Wilhelm einen
urzen Ausflug nach einem der vielen Hohenstauffenschlös⸗
ser in Apulien zu unternehmen, um dann in Begleitung
des osterreichisch-ungarischen Geichwaders die Reise nad
Rolq anzutrelcen
Noch immer keine Lösung
Die Aussichten der Reichsfinanzreform sind nach wie
sor unbestinmi. Im könservativen Lager erregt es, wie
ms einer Aeußerung der „Kreuzzeitung“ hervorgeht, Un—
willen, daßz einige Abgeordneten der Fraktien in der kri—
ischen Lage, als au die Regierung nochmals der feste
Zeharrungswille zum Ausdruck kommen sollte, abschwenk—
en und die überraschte Oefsentlichkeit mit gegenteiligen
Ansichten beschenkten. Dagegen trut die „Kreuzzig.“ als
Hahnerin aus. Im Reichsschatzamt ist mittlerweile auch
toch kein Halm gediehen. Immerhin hat dort am Mon—
ag eine lange Sitzung stattgefunden, der einige Bundes—
atsbevollmächtigte und Maͤnner der Praxis beigewohnt
saben sollen, und die sich in der Hauptsache mit der
steichs wertzuwachssteuer auf Immobilien beschäftigte. Das
krgebnis bietet keinen Aulaß zur Freude. Man erkannte
ie vraktrichen Schwierigkeiten und »—e !!α Sietα
— Ôn n — —
Vreußischer Landtag.
Abgeordnetenhaus.
Auf der Tagesordnung sieht die dritte Lesung des
daushaltsetats. Bein Eiat der auswartigen
Angelegenheiten fuhrt Abg. DT. Hackenberg Maillb.)
Klage über die Runände in Neutralzævorognet. Noc eines
„Wenn er am vVeben gebltebeit ware, wurre er gerecht
gehandelt haben“, sagte der alte Sekretär feierlich. „Er
agte mir nämlich, daß er es tun wollte, und er brach
ne sein Wort. Es ist ein Jammer, daß er nicht noch
ine Stunde leben konnte — eine einzige Stunde nur!
Doch des Herrn Wille geschehel — Da es ihm nun nich
nehr vergönnt war“, fügte er hinzu, Mrs. Treherne ernst
inblicend, „bin ich hergekommen, um mit der jungen
dame zu reden, die alles geerbt hat“
Mrs. Trehernes Herz schlug schneller.
„Ich glaube kaum, daß Miß Darracote Sie empfan—
zen wird“, sagte sie schnell. „Sie wird so oft um Almo—
jen ersucht —“
„Almosen!“ unterbrach sie Wilkens und ein verächt⸗
acher Blick traf Mrs. Treherne „Ich komme nicht, um
Almosen zu bitten, ich verlange Gerechtigkeit.“
Ich fürchte“, sagte Mrs. Trebeine mit einem höhni—
schen Lächeln, „daß Ste eher Almosen gibt, alsGerechtig⸗
eit widerfahren läßt. Und zudem, ijt es denn überhaupi
Diß Dartacotes Aufsgabe, Ihnen Gerechtigleit widersahren
zu lassen? Wenn Sie meinen, irgend welche Anspruche
auf Mr Darracotes Vermögen zu haben, weshalb wen
den Sie sich denn nicht an WerKirbyd?“
Mrs. Treherne sah ihn streng an während sie dies
sagte und Peter Wilkens hatte keine Ahnung, wie sehr er
durch seine ofsene Antwott ihre Neugierde befriedtgen
vurde
„Ich habe Mr. Kirby gesprochen; ich ging gleich nach
Der. Darracotes Tode zu ihm Aber“ — er schüttelte
raurig den Kopf — „es hat nichts genützt. Er ist nicht
imnstande, mir zu helfen; es ließe sich gegen WrDarra—
Ctes Anordnungen nichts un Wenn jemand Ansprüche
muj das Vermögen zu haben glaube, müsse er sich an das
Bericht wenden Aber das will ich nicht — wenn es sich
irgendwie vermeiden läßt.“
„Ich glaube auch“, sagte Mrs Treherne, „daß dies
nit großen Kosten verknüpft lein wurde“
Irma
Mich belästigt sie aüch nicht im geringsten;
——
raß sie alle Verantwortlichkeit übernommen hat, denn was
veiß ich von der Führung eines solch großen Haushaltes.
Die Zeiten, we wir beide zusammen in Paris auf den
Markt gingen und einkauften, sind eben vorüber. Doch
zun, laß uns von etwas anderem reden. Ich habe näm—
ich eine gute Nachricht erhalten. Es wird jemand hier—
er kommen — jemand, der zu unserem alten Leben ge—
sörte. Rate einmal, wer es ist!“
Signor Norbert vielleicht?“ entgegnete Margherita chne
Zögern — war sie doch in jenen Tagen nicht blind ge—
desen.
Irma errötete.
Nein“, sagte sie, nicht Monsieur Norbert. Wie
ommst du auch nur auf ihn? Es ist die Signorina Ca—
milla. Sie hat ihr Debüt in Mailand gefeiert, daß die
Impresarics ihr überall Engagements anboten. Sie hat
ich für London entschlossen und wird im nächsten Jahre
rorthin gehen. Vorher kommt sie aber hier nach Amerila,
am mich zu besuchen. Ist der Gedantke nicht herrlich, köst⸗
ich? Camilla hier zu haben?“
Auch Margherita fand es herrlich, entzückend; denn
nach Irma nahm Camilla den ersten Platz in ihrem Her—
zen ein. Ihr ganzes Interesse wandte sich jetzt den Trium—
phen zu, die Camilla errungen hatte. Sie wollte alles
haarklein wissen. Ganz unwillig schaute sie deshalb auf,
als plötzlich eine zierliche Gestalt in der Tür erschien und
eine Stimme in fließendem Französisch fragte:
„Ist Mademoöiselle breit, Totlette zu machen? Es
st nir noch eine halbe Stunde bis zum Essen.“.
Es war Susanne, die Verhaßte.
Irma warf Margherita einen bittenden Blid zu, als
e sich erhob. Dann sagte sie freundlich:
„Ja, Susanne, ich bin bereit. Ich wußte nicht, daß
3 schon so spät war“ —