Full text : Dudweiler Zeitung

Voffn es.
Entweriung der Poftwerizeichen. Seit einiger
jeit werden bei einer Anzahl von Kosiamtern, namentlich
Berun die Bricse, Rostiarten usiv. auf maschinellem
wege dadmch abgesteinpelt. daß über die ganze Laͤnge
oes oberen wahlecdeten Rondes ein System von mehreren
Aeichtauftaden Strichen ausgedrückt wird, die mit dem
dammtemnhet abroechselu. Ter Papiertüdusteie Verein hat
as Reichebestamt unter Ueberreichung einer großeren Am
zahl ven aegestempelten Umischtügen und Poflkarten dar—
uif citmertsam gemacht, daß diese Euntwertungs-Methode
ine Reitze von erheblichen Uebelftänden im Gefolge hat.
der int geschaftlichen Verkehr übliche Firmenanforuck auf
)en Briezdecken wird seyr hanfig unfenntlich gemacht, die
ang gejognen Stiche des Stempels machen nicht selten
oie Adree oder bei Pestkarten den Inhalt der Karte un—
eserlich: Briessendungen geraten verkchriin die Stempel⸗
migschine, so daß der Vestimmungsort unzeferlich gemacht
vird; die Stenwpelnaschene bringt den Aufdruck so kräf—
ig bervor, daß auch der Jithalt der Briefdecken, 3. B.
Vunschlarten, Buder und deralt. sämiliche Striche und
dreisfe als lräftige Tiesprägung aufweist; schließlich ent—
teht durch dos Vorwischen und Abfaͤrben der frischen
Stempeifarbe ene sehr starle Verunreinigung der Post⸗
endungen. Papierverarbeitung und Druckgewerbe haben
ich seit Jahren bemiht, das Publikum zut Verwendung
„raktischer Briesumschläge aus gutem Malerial und mit
zeschmackvollenr Firmenausdruck zu erziehen, und Absen⸗
der wie Cuipianger von Poftsendungen haben den augen⸗
älligen Vorteil eines derartigen Korrespondenz-Materials
urchans erkaunt. Diesem Erfolg droht' jetzt eine Ein—
zuße, wenn die Handhabung der neuen Abstempelungs⸗
nethode beibehalten wird. Ver Papierindustrieverein hat
»eshalb das Reichspostamt gebeten, eine Besserung der
etzigen Abstempelungsmethode anzuordnen.
RMückgang der Fleischpreises Der Verbrauch von
Zileisch und Fleischwaren ist nach amtlicher Berechnung im
Jahre 1909 um 6,58 Kilo auf den Kopf höher als im
»orhergehender gewesen. In den Jahren“ 1900 1908
jatte der Verbrauch 50,03, 52,41 und 82,96 Kilo betra—
jen. Der Fleischverbrauch hat 1908 nur wenig zugenom—
men. Die Mehreinsuhr an Fleisch und Fleischwaͤren fiel
on 1306 bis 1908 von 231 572 000 Kilo auf 178 599 700
rilo und 165444 300 Kilo, also auf den Kopf der Be—
ölkerung von 376 Kilo auf 2,86 Kilo und 2,61 Kilo.
Die Kleinhandelspreise für Riudfleisch waren 1908von
den 13 graßten Städten nur in Breslau und Straßburg
um einen Psennig auf das Kilo höher als 1907. In 10
Städten waren sie um 128 Pfg. gefallen. Preisherab—
etzungen von Schweinefleisch wurden in 5 Stadten zwi⸗
chen 1 und 5 Pig. notiert. In Preußen hat nach dem
Mittelpreis aus 23 Marktorten das Schweinefleisch den
Jeichen Preis behalten wie 1907. Bei alsen anderen
Fleischarten zeigte sich ein Preisriickgang von 3—4 Pfg.
auf das Kilo. 1907 fand ein Fallen des Preises nur
ür Schweinefleisch und fur Kalbsleiuch statt
Der Versand an Kohlen und Koks im Saarrevier betrug
m Monat April 52798 Wagen und war somit 4744
Wagen medriger als der Versand im April 1908.
Theater. Wie uns mitgeteilt wird, eröffnet am nähsten
Sonntag die Theaterdirektion Josef Schmidt, der ein auter
stuf vorangeht, hier im Saale des Hotels „Nassauer Hof“
ine Reihe von Thegterodorstellungen bestehend in Schau- und
Lustspiel, Schwank. Novi äten. Wir kommen auf dies Unter⸗
rehmen demnächst nochmals zurück.
Das beigbauliche Berecht gungkfeld 4u der Saar,
velches dem preußischen Staate vorbehalten ist, und den ge—
amten Kreis Saarbrücken, den g ößten Teil der Keeise Ott—
veiler und Saarlouis und Teile der Kreise St. Wendel und
Merzig umfaßt, hat eine Größe von run 110 923 ha. Der
Zelrieb in diesem Felde wicd, wi⸗ Hert Berginspektor Melling
n seinem Werke über den technischen Betrieb der staatlichen
Steinkohlengruben bei Saarbrücken ausführt, gegenwärtig
jon 12 Berginspektioßen geführt, deren jede zwel bis drei
n der Haupt'ache selbfiändige Grubenanlagen verwaltet. In
jer Regel sind die Anlagen inbezug auf die Förderung, Was⸗
erleitung und Wetterführung gänzlich von einander getrennt,
neinigen Fällen benutzen jedoch verschiedene Anlagen aus
Zweckmäßigkeits gründen zeilweise oder ganz dieselben Vor—
ichtungen zur Wasserhebung, Wetterführung und Verladung
Lon den Gruben bauen auf Flözen und Fettkohlenpartie
olgende: Dudweiler, Sulzbach, Altenwald, Heinitz, Dechen,
dönig, Welles weiler, Mwvach, Camphausen, Brefeld, Reden.
Seit einem Jahre in gesunder Eatwickeinag begriffen sind
ie Feltkohlenanlagen in Louisenthal, Von der Heydt, Jägeis⸗
reude, Kohlwald. Velsen und Fürstenhausen. Auf den Flözen
jer unteren Flammkohlenpartie bauen die Gruben Serlo,
Jägersfceude, Burbachstollen, Friedrichsthal, Reden, Kohlwald
In den Flözen der obeten Flampkohlengruppe geht Betrieb
im auf den Gruben Gerhard, Von der Heydt, Göttelborn,
Itzenplitz, Reden, Kohlwald. Auf dem hangenden Flözzug
zaut die Grube Schwalbach und die Grube Dilsburg. (Bomafd.
Die Wiwin von Radbod und der Bergarbeterver⸗
zand. Die Witwen der unglücklichen Opfer der Gruben—⸗
'atastrophe von Raddod haben sich durch ihr unzeduldiges
md agitsorisches Verhalten die Sympathie der öffentlichen
Meinung verscherzt. In dieser “Witwenbewegung“ hat auch
er sozialdemokcalische Bergarbeitervecband eine Rolle gespielt.
desonders gali der Hammer Bezirksleiter Hoffeld als der
Inspira'or und Beraler des trauernden Witwenaugsschusses
ind er, wie auch seine Verbandskameraden waren es, welche
ich nicht scheuren, aus dem Uagluͤck von Radbod für Organi⸗
ation und Partei Kapital schlagen zu wollen. Zynisch wurde
n den „Protestoersammlungen“ erklärt, die Ktronprinzenspende
ei mager genug ausgefallen, und von der Millionenspende,
in der sich aus Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse
zuch zdie Aermsten beteiligten, sprach man wie von etwas
Selbstoerständlichen! Es ist nun iuteressant, festzuellen,
aß der Alte Verband, der nach eigenen Augaben ein Ver⸗
nögen von diei Millionen Mark besitzt, füt die Hinterbliebe⸗
jen der Verunglückten bare 3000 Mark aussetzte.
Eine Unsitte, vor der wegen ihrer Gefährlichkeit bei der
iun wieder beginnenden Ausflugszeit ganz besonders zu
varnen ist, ist das Wegwerfen und Zerschlagen von Flaschen
ind Gläsern auf Wegen und Ausflugesplätzen, da Menschen
ind Tiere hbierbet nur allen leint Skahden nehmen könntsen.

Aus Nah und Zern.
*Quierschied, dꝰ. Mai. Gestern verunglückte der 27 alie
Zergmann Johann Kurz. Zahren von hier auf Grube Brefeld.
das Hangende des Flözes 3 loöste sich und ging nieder. Die
Zerletzungen waten sehr schweter Natur, beide Beine sind
ebrochen, Brust und Hals zerdrückt usw. sodaß er noch
zestern abend im Lrzarett zu Sulzbach, wohin man ihn brachte,
on seinen Leiden duich den Tod er'öß wurde, nachdem er
sorher noch mit den Sterbesakramenten versehen werden
onnte. Der Verungllickte hintecläßt eine Witwe und ein
dind. Die Unzlücksstelle ist dieselte, vo vor 2 Monaten
er Beramann Holz zu Tode kam Sor. Volk33

Louisenthal, 8. Mai. Am letzten Donnerstag während
jer Morgenschicht wurde in der westlichen Grundstrecke der
3656 Meter-Sohle in der Fetikohlengrudbe Delbrückschächte ein
nläter angebohrt. Es erfolgte zuerst ein starker Knall, einem
denonenschuß ähnlich, worauf die Schlagwetter so statk aus—
römten, daß den Arbeitern die Benzinlampen erloschen und
ie sich im Ecderdunkel den retienden Ausweg suchen wußten.
üuch in der Parallelstrecke, welche mit der genannten Grund—
trecke in inderekter Verbindung steht, mußte die Beiegschaft
ich im Dunkeln den Ausweg suchen, da auch ihnen die Lam—
y»en erloschen durch die in der Grundstrecke ausströmenden
Base. Durch den auf den Knall unmittelbar erfolgten Ge—
ingsdruck wurden bei einer Flözmächtigkeit von 0,75 Meter
»gen 350 Zir. Koblen aus dem festen Ortsstoß mehrere
Meter weit in die Grundstrecke geschleudert, sodaß die auf—
estellte Schrämmaichine gänzlich zugeschüttet wurde. Die
Zlrecke warde eingestellt und blieb auch für Freitag unbe—
egt. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Heute wurde
er jetzt anscheinend ausgetobt. Bläser durch die Herren
ßeheimrat Cleff, Bergrat Losch und Obeisteiger Kuhn unt⸗t—
ucht und festgestellt, daß das Belegen derselben stattfinden
öane. Die Arbeit wurde wieder aufgenommen und die
dohlen, welche durch das seltene Vorkommnis gewonnen
vurden. aufaeladen und an den Schacht gelöcdert
(Saarbr. Volksz.)
* Ottweiler, 8. Mai. Da die Inanspruchnatme des
dnappfchaftlichen Waisenhanses in Ottweiler zu gering'ügig
var, es waren zuletzt nur noch zehn Waiseninder daselest
u Pflege und die Unterhaltung derselben für den kleinen
Bestand zu kostspielig geworden war, hat man de Anstalt
aufgelöft. Die Gebäulichkeilen sind durch Kanf in den Bositz
der Gemeinde Ubergegangen.
*Vom O erwesterward, 8. Mai. Der Kohlenversand
nuf allen Braunkohlengruben, sowohl per Essenban als auch
in die Landfuhren, geht sehr flau. Infolgedessen sind schon
auf der Grube „Hassau“ bei Schönderg 12 Arbeiter ent—
assen worden. Auf Grube „Alexandria“ bei Höhn haben
dele Arbeiter, besondeis aus den naheliegenden Ortschaften,
enseits der Nister, Entlassugg genommen, um wieder im
Siege land, wo dieselben füüher gearbeilet haben, die Arbeit
zufzunehmen. Die Lähne, die dort im Herbst und Winter
edeutead gefunken maren. sind wieder viel
besser geworden.
* Stolp, 10. Mal. Ein merkwürdiger Fall von Naͤchsten⸗
liebe wird aus Stotp bekannt. Der Albeiler Tandeck hatte
hier eine Gefängnisftrafe von 4 Wochen zu verbüßen. Als
et sie antreten wollte, kraf er unterwegs in noch unbescho'—
enen Arbeiter Rib kowski. Diesem erzählte T., daß er das
Befängnis wohl nicht meht lebend verlassen würde, da er
chwer krank sei. Hierdurch wurde Ribrkowski so gérührt,
daß er sich bereit erklätte, die Strafe für Tandeck abzusitzen.
Meit der Leg timation des T. versehen, brummte er auch die
5teafe ab. Dafür hatten die beiden sich wegen Urkunden⸗
älschung zu verantworten: T. erhielt 4 Monate, R.1
Nonat Gefängris
* Düsseldorf, 10. Mai. (Strettende Schuh—
macher.) Fast sämtliche organisierten Schuhmacherge⸗
ilfen sind wegen verweigerter Lohnerhöhuna in dven
lusstand getreten.
*Essen, 10. Mai. (GGin entmenschtes —A
die Frau des Arbeiters Nowicle tötete das neugçeborene
Rind ihrer Schwester, indem sie es mit dem Kopf solange
zuf einen Waschkorb schlug, bis es tot war. Daun wit
elte sie den tleinen Leichnam in einen Sack, tränkte ihn
nit Petrolcum und verbrannte die Leiche im Kochherd.
Ddie Mörderin wurde verhaftet. Bei ihrer Vernehmung
zjab die Frau an, das Kind aus Scham vor den Leuten
Fne zu haben, vorher hätte sie es aber noch taufen
ossen.
*Trier, 10. Mai. EEingeäscherte Mühle.)
die 700 Jahre alte vom Trierer Kurfürsten gegründete
rusgedehnte Ruwener kurfürstliche Rähle ist heute Nacht
nolhlständig niedergebraunt.
*Mainz, 10. Mat. (FZum Brauerausstand.)
zmi Ausstand der Brauer und Fuhrleute beschlossen die
czialdemolratische Partei und die Gewerkschasten mit gro—
er Maiorität den Boykbott gegen die Mainzer Ak—
ienbierbrauerei.
* Hanan, 10. Mai. Sechshundertiahrfeier
er Konuz-Wallfahrt.) In Klein-Steinheim ist
n Anwesenheit des Bischoss von Mainz die Sechshun—
ertjahrfeier der Konuz-Wallfahrt begangen. Die aalt⸗
hrwürdige Kapelte des Ortes ist aus Anlaß der Jubel—
eier neu hergestellt worden.
*COffenbach, 10. Mai. (Schillerbrunnen.) Ge—
icrn, am Todestage Schillers, wurde der auf dem Schil⸗
erplas errichtete Schillerbrunnen eingeweiht. Das von
zanamtmann Ullmann entworfene Monument, eine Säule
ius dunklem Marmor, die von kleineren Säulen aus wei—
zem Marmor umrahmt ist, wurde seinerzei vom hiest⸗
jen Verschenerungsverein auf der Nürnberger Jubiläums—
misstellung crworben, wo es die goldene Medaille da
pongetragen hatte. Nach Vorträgen der Feuerwehrkapeile
ind der Vereinigten Gesangvereine überzab Prediger Voigt
den Brunnen im Namen des Verschönerungsvereins. Ober
üürgermeister Dr. Dullo sprach den Tank der Stadt aus.
zZis zum 10. November, dem 150. Geburtstag Schi.lers,
—
Büste des Dichters vervollkommnen zu könuen.
* Friedrichehafen, 10. Mai. (Gueberfährung
es „3. 19) Am Sonntag kurz vor 8 Uhr erfolgte die
leberführung des Luftschifses „Z. 1* in die neue Zelt⸗
zalle. Nach einer kurzen Fahrt über dem See bei prächt—
jollem Wetter ging die glatte Landung vor der neuen
Uehausung des Luftschiffes in Gegenwart vieler Zuschauct
adellos von statten. Morgen wird nun voraussichtrich
der 8. 2“ in die schwimmende Halle gebracht werden.
*München, 10. Mai. (Juwelendiebinne n.)
Wegen Diebstahl wurden in einem hiesigen Juwe ierge⸗
chaäft die 67 Jahre ate angebliche Baronin Albertine von
Zzegau und die 532jährige Baroninu Rotgi, beide aus
ßrag, verhaftet. Man fand in ihrem Besik eine größere
Feldsumme und viele Brilblanten

* Revolverattentat auf Zeugen. Vor dem Krimi—
nalgerichtsgebäude in Moabit gab der Miaurer Kieselvach,
der kurz vorher wegen Beleidigung und Mißqhandlung von
Fisenbahnbeaniten zu drei Monaten Gesangnis verurielt
wvorden war, auf die Eisenbahnubeamten, die als Belast⸗
ingszeugen gegen ihn aufgetreten waren, vier Schüsse
ib, durch die zwei Beamie schwer und ein dritter leicht
jerletzt wurde. Von den ersieren ist einer bereits gestor⸗
»en. Der Täter wurde verhaftet.
*Eine neue Mordtat riesf im Norden der Stadi
Berlin große Aufregung hervor. Dort schoß der 18jäh—
ige Arbeitsburiche Rohbock in der Pappelallee seine 17
ährige Geliebte Wally, die Tochter eines Fensterputzers
iantens Krage, nieder, weil sie ihn verschmäht hatte.
dann verletzte er den 17jährigen Schmiedelehrling Siebe
durch Messerstiche sehr shwer. Siebe war sein Nebenbuh
ser Ter Mordbube wurde verdbasie,

*AilitareLuftichiffe. Vas Willitärlkuftschiff „Groß 2
ist aut Montag aufgestiegen, war aber dem starlen Wind
idht gewachsen und mußte nach kurzer Zett' wieder lam
oen. Ter „Groß 1“ und der „Parseval 2“ werden an
den dichiahrigen Kaisermanövern seilnehmen.
*Schnee im Wonnemond. In Tauzig herrichte am
Zynntag Abend und in der Racht hefriges Schneegests—
»er; die Stadt und di⸗ Umaegend bieten ein winterliches
uld.
*BZwei Exrplosionen. In der Fabrik für CExplosiv—
toffe der Gesellschaft Prsmeteo im Torfe San Eusebio
ei Genug fanden aus visher noch unbetannter Ursache
wei Erp'ostonen siatt. Die gesumte Fabril ist eingestürzt.
Drei Personen wurden verleßt aus den Trümmiein her—⸗
gerceeen. Man vesürchtet, aauß noch 15 bis 20 Perso—
ien unter den Irumnmern liegen. Feuerwehrleute sind
ur NReuung am Werke. — Aus den Trümmern der Er
Alosivstössstabrrt von San Eusebio wurden bisher 3 Tote
ind 3 Verteßte geborgen: einer von dieien siegt im
Zterben.
* Eine RNänuberbaude unter Polizeischutz. Aus
Ischesjabrnst MNußland) wird gemeldet: Der Gehilfe des
dreischess, Tkat schenko und der Beozirlschef Kleschtichew or—
Janisierten eine Räuberbande, rüsicten ne mit Armeege—
vehren aus und sandien sie auf „Erproprietionen“ aus.
die Bande arbeitete lange Zeit erfolgreich unter Polizei
chutz Endlich gelangte das schamlose Treiben durch Do⸗
mente, die bei einem gesangenen Räuber gefunden
wurden, an die Oeffentlichtkeit. Die genannten Chefs sind
in Mohilew verhaftet worden.
* Die Sommerreise der Zareufamilie. Ein Tele—
zramm des „COosferver“ aus Pelersburg bestätigt, daß die
Zarin mit ihren Kindern ihren Gemahl auf seiner Kreuz—
fkahrt an Bord der Jacht „Standart“ begleiten werde. Die
Abfahrt erfolgt in der erssien Woche des Juni und der
erste Besuch gilt Stockholm. Iu dem Telegramm wird
serner die Zijammenkunft des Zaren muf Fallieres be—
3110

Teseuramme.
Frankfurt, 10. Mai. Der Kaiser wird am 19. Mal
Abends 8 Uhr zu dem Begrüßungs-Konzert des Sängerfeftes
m Fronkfurt eintreffen Es steht noch nicht fest, ob er per
Auto oder per Bahn kommen werde. Die Ankunft wird
wahrscheinlich lt. Frki. Gen.⸗-Anz. im Automobil durch die
Mainzer Landstraße eifolgen. Die Kriegervereine sollen
Spalier bilden.
Saargemünd, 10. Mai. Viel Aufsehen macht in Saar—
zemünd das Verschwinden eines wechtskonsulenten namens
Aein-Weyland, dem Unterschlagungen in der Höhe von
10 000 M. nachgesagt werden.
Hattingen, 9. Mai. Im Hochofenbetrieb der hiesigen
denrichshütte sind vier Arbeiter an giftigen Gaslen erstickt
in fünfter wurde gerettet.
Dresden, 14. Viat. Des 60. Gedenltages der Dres—
dener Maurrevolutron erinnerte nan sich hier in
besonderer Weise. Tausende zogen nach jeuen Friedhö⸗
jen. wo sich die Massengräber der bei den Straßenkämpfen
aus dem Volke Gejfallenen befinden und schmücktendie
Bräber mit Kräuzen. Auf dem Annenfriedhof hielt der
ozialdentokrausche Stadtverordnete Freißner eine Am
prache. Die Menze bestand sast ausschließlich gus Ar—
beitern.
München, 11. Mai. Die bahyerische Staatsregierung
hat die Genehmigung zur Errichtung je einer Handels
hochschule in Muünchen und RNüruberg erteilt.
LVuxemburg, 11. Mai. Das Befinden des Großyer⸗
jogs hat sich derart verschlimmert, daß man jeden Augen—
blick seinen Tod erwartet.
*Mailand, 11. Mai. Angesichis der Möglichkeit eines
Ausstandes der französischen Posibeamten hat die ital'e—
nische Postverwaltung Vorlehruugen getroffen, die Post—
verbiudungen der Lombardei und Piemonts mit dem
Auslande zu sichern.
Madrid, 11. Mai. Zwischen Muley Hafid und
dem spanischen Gesandten in Fezeist ein Kon
flik ausgebrochen. Der Gesandte hat des)alb von sei⸗
ner Regierung den Auftrag erhalten, sofort aus Tanger
zurückzukehren.
Teheran, 11. Mai. Das neue Mini st er i um
wurde vom Schah nach den Vorschlägen der Revolutio—
aär? ernannt, Es hat folgende Zusammensetzung: .Saad
d Dauleh Aeußeres; Vasr el Moll Finanzen und Prã⸗
idium; Mostofim Amelek Krieg; Firman Firma Inne⸗
res; Muschir ed Dauleh Justiz; Moatamin el Molk Un
terricht, Rohand es Mamelek össentliche Arbeiten; Mokh—
ber ed Dauleh Poften. Der Schah wird die alte, unver
inderte Verfassung gewähren.
Teheran, 11. Mai. Im Anschluß an die Bildung
des neuen Kabinetts erließ der Ssch a'h zwei Prokla—
mationen, von denen die eine die Bewilligung der
donstitutison, die andere den Erlaß einer politischen
Amnestise ankündigt. — Der Schah wies die Vefehls,
haber der Regierungstruppen in der Nachbarschaft von
Täbris an, ihre Truppen zu entlassen.
Rom, 10. Mai. Der durch den letzten Frost in Italien
angerichtete Schaden wird auf über drei Millivnen Lite ge⸗
chaͤtzt.
Mailand, 11. Maßs. Ueber die Explosion der Explorls⸗
tofffabrik Procretheis bei Ensecio wird gemeldet, daß das
Anglüuck größer ist, als die ersten Nachrichten annehmen ließen.
Die ganze Fabrik isi ein Trummerhaufen. Nach der ersten
kxplosion kam ein Brand zum Ausbruch, nach der hierdurch
tranlaßten zweiten Explosion stürzte die Umfassungsmauer
usammer. Die Leiter der Fabrik sind bis jetzt nicht in der
doge, die Zahl der Getöteten anzugeben. Bis zu den gest⸗
igen Abendstunden wurden 10 schrecklich verstümmelte Leichen
anter Mauertrümmern hervorgezogen. Die Zahl der Ver—
wundeten übersteigt das Doppelte.
Paris, 11. Mai. Telegramme, die aus Xaver, Clermont
und Ferrand einlaufen, besagen, daß die Post- und Tele⸗
graphenbeamten den Generalausstand beschlossen haben und
nur noch die Antwort vom Centralvorstand abwarten.
Toulon, 11. Mai. Großes Aufsehen erregte hier die
Besichtigung der Arbeiterbörse. Er erschieaen in dem Ge—
bäude 2 Artillerie- und ein Genie⸗Dffizier, um alle Räumlich⸗
keiten auf das genaueste aufzunehmen. Man glaubt, daß
die Börse im entscheidenden Augenblick! von Militär geräum
und bhesetzt wird

Emaille- und gußeiserne Herde
Gaskochherde
Petroleumkocher
Gaskochtische
in großer Auswahl kauft man am besten p
billigsten bei Eisenhandlung
Georg Baum
am Waoasserwerk.
            
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