NLummer 106.
Tel.og, 259, 268 uß 1261.
— E——— —
Samstaqg, den 8. Mai 10059 Zeitunge liste cin
esßs Jahrgang.
— ——
—
z23 —
—— —19
p
Mit Beilagen: „Wessetristische Wochenschrift“ und
„Tustige Alätter“.
2
—
Allgemelner Knzeiger für den BRürgermeistereiß
Pudweiler.
?*
Rßkbonnementspreis
monatlich 20 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der Pos
bestellt Al. 2,25 vierteljshrlich.
Anzeigen
kosten 10 Pfgs. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
—— —— — — —
Redaktion, Druck und Verlag von J. UEnterkeller
in Dudweiler
α αααασασααα ισσααιασσσ—
Hie „Dudweiler Zenung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn⸗
und Feiertage.
— — —
Sweites Blatt.
vte im vurgerncheu Veden auch. Eyre dem Oirrektor ei—
ier höheren Schule, der die Künst versteht und die Ener—
e besitzt, solchen Klassen- und Siandesvorurteilen an der
-„chwelle seines Innitutes Hait zu gebieten! Der in sei—
ien Schülern das Bewußtsein zu wecken weiß, daß nur
er eigene Wert etwas bedeutet und nur Fleiß, Pflicht—
ewußtsein und Tüchtigkeit den Rang des einzelnen vbe—
timmen! Aber auch die Leiter unserer höheren Lehran—
talten sind Menschen: so kann es nicht weiter wunderneh⸗
nen, daß hier und da der Kalfen- und Kaflengeift in die
zynmnasien eindringt.
Am meisten sind bei einem solchen System, das zwi—
chen „besseren‘ und „gewöhnlichen“ Gymnasiasten unter—
cheidet, die „besseren“ Gymnasiasten selbst zu bemitleiden,
Für sie ist ein Gefühl herzlichen Bedauerns durchaus am
Klatze, denn sie werden in ihrer Jugend verwöhnt; im
EAlternhause so gut wie in der Schule. Auch wenn'es der
Abgeordnete Heß nicht ausdrücklich vestätegte, so wüßte
nan es längst, daß an die Schüler der A-Klassen nicht der
Jeich rigoroꝛe Maßstab angewandt wird, wie an die
SAchtiler der B-Klassen. Sie werden eben, auch wenn ihrt
zeiftigen Kräfte nur minderwertig sind, mit durchgescho
den, man versetzt sie von einer Klasse in die andere unr
ã ßeAe schließlich auch das Abiturienteneramen bestehen,
Zie sind nun einmal aus einem „besseren“ Hause.
Dann geht das Leiden an. Bisweilen versagen sol⸗
he Schüler schon auf der Umversität. Aber selbst wenn
ie es schließlich mit Hilse geschickter Einpauker zum Re—
erendar oder Assessor bringen, so tragen sie immer das
bewußtsein mit sich herum, daß sie eigentlich nur von
der sozialen Welle getragen, nicht aber aus eigener Kraft
gehoben wurden. Nur zu oft aher schlägt die geistige Min—
erwertigleit in Standesdünkel und Geldproherei un. Wer
Rurch die Stellung seiner Eltern und durch die Begaͤnstig—
ing in der Schule über seine Fähigkeiten hinaus begün—
tigt wurde, der glaubt dann nur zu leicht, auf die Masse
»es Volkes stolz herabsehen zu können. So wird deas
dtassenbewußtsein immer neu gezüchtet. Gerade hier sind
ie Ursprünge der sozialen Zerklüfsung im eigenen Volk
zu suchen
Bayerischer Berolimächtigter Dr. Burckhardt er—
klärt die bayerische Regierung stimme einer solchen
Reichssteuer zu.
Abg. Kämpf (ses. Vp.) lehnt die vorliegenden An
träge ab.
Abg. Irhr. v. Gamp Gieichsp): Die Kleinmüh—
len seien eine notwendige Einrichtung und müssen er—
halten bleiben.
Abg. Staucher (W. Vggz.) trit für den Antrag
Fpeck ein.
Hierauf vertagt sich das Haus auf Mittwoch?
hr. — Tagesordnung: Fortseßzung der Veratung.
— 7
Vreußzischer Laubtagg.
Aubneßrtonetenhaus.
Das Abgeordnetenhaus beendete die allgemeine De—
botte uvber die Gestaltung des Woltsschulunter,
dichte s und nahm den Anmtrag auf stärtere Heranzieh—
ing er Vehrer unen sur den Voltsschulunterricht an.
In einer Abendsizhung wurde der Kultusetat
beim Kapitel: Elementarschulwesen, fortgesetzt. Es wird
zunüchst uber einen nationalliberalen Autrag auf Zulass
ung der VLehrer zum Schöffenamt beraten. Abg. Mar?
Zentr.) erklärt sich gegen den Antrag. Abg. Wald⸗
st einn Ers. Vog) tritt lebhaft für die Zulassung der Leh—
rer zum Schönenamte ein. Der Antrag wird darauf zu—
ückgezo Jen. Abg. Mar7 (ôSentr.) erklärt, daß seine
Partei prinzipiell an der Miwirkung der Geistlichen bei
der Schulaufsicht sesthalte. Redner bringt sodann Klagen
über das Verhalten einiger Schulinspektoren vor. — Ni—
nisterialdiretktor Schwartzhopff: Es werde kein Leh⸗
ter gemaßregelt, wenn er dem klaͤtholischen Lehrerverein
ingehöre. Tie Kreisschulinspeltoren wirkten auch nicht im
olitischen Sinne auf die Lehrer ein. — Darauf witd di—
dachtsitzung aufgehoben. Nächste Tagesordnung: Ku?
130f56*
Der vesere GBymnagsiast.
Der Zeatrumsaogennednete veß hatim preußischen
Abgeorrbnetenzäuse eine Hubsche Geschichte vom königlichen
Bymnasium in Essen eczahlt. An diesem Gymugasu.n
zibt es, wie au anderen Gymnasten, auch, Paralleltianen;
n die A-Keate tonmen sorche Schüler, die ein Opern—
ausaberninement hacen, und deren Eltern mindestens eine
ialbe Minton verreuntin, in die Kiahe Bekommt der Refst,
zie Schuter der A-Klusse werden vor den der Beitane
ider Versehung begunstigt.
Es sind eben „bessere“ Gymnasiasten in dem Sinne,
zen der Komparauvü heute im geselischaftlichen Leben an—
genommen hat. Man heut sich in diesen Zeitläuften,
in denen das soziate Gewissen mit dem sozialen Vorur—
eil interne, aber sehr erbitterte Wetttaämpfe aussicht, vor
dent Posittiv, man wagt nicht, zwischen „guten“ und zwi—
chen „schlechten“ Gymuasiasten zu unterscheiden. Man
cheut ebenjosehr vor dem Superlativ zurück, weil er ei—
ten rückstündigen Geschuackt verraten würde. Aber man
ieigert die sozialen Unterschiede. Wie es „bessere“ Babys
Jibt, so gibt es auch „bessere“ Gymnasiasten. Sie sind
ucht schlechtwez vollkommen, sie sieilen vielleicht nicht ein—
nal den erteichbaren Grad der Vollendung dar, aber sie
zeben sich doch leuchtend von ihren weniger durch „Pinke“
ind soziale Stellung der Eltern beaüunsüiaten Kompena
ern ab.
Gibt es wirklich so etwas in Preußen, diesem „besse—
en“ Klassenstaat? Der Unterstaatssekretär Wever hat
te Antwort schamhaft ins ungewisse gestellt. Er ware
rlentiert gewesen, wenn nicht zusätlig der Fachreferent
rank geworden und damit an seiner Inspektionsreise nach
zssen verhindert worden wäre. So war Herr Wever in
er glücktichen Lage, sich nur bedingungsweise über die
Ungeschickichleit und Tattlosigkeit allerschimmster Ari—
im Essener Gymnasium außern zu können. Sagen wir
s also rund heraus, meint treffend das „B. T
?5 gibt so etwas in Essen, und höchst wahrschom—
ich nicht bloß ia Essen, sondern auf alle Fälle auch in
iner Reihe anderer königlicher und stadtischer Gymnasien
iuf preußischem Boden. Der „bessere Gymnasiast“ ist kein
Mythus: er existiert genau fo gut wie der „bessere“ Stit⸗
ent, der im „Korps“ nur mit Gleichgesinnten und Gleich—
imierten verkehrt.
Es wäre hart, wollte man bei einer solchen Disseren—
ierung der Gymnasiasten alle Schuld auf den leitenden
Zchulmonn abwalzen. Er fügt sich nur einem gesellschaft⸗
ichen Druck, der unter Umstaͤnden sehr unangenehm wer—
»en könnte. Weun ein Direltor nicht auf die interefsante—
ten Beziehungen in seinem Wirkungsbereich verzichten
vill, dann muß er, wie es so schön heißt: „Rücksichten
iehmen“. Gerade in einer Stadt wie Essen, die sich zu
iner Industriezentra'e herausgemausert hat, gibi es
»nporkömmlinge in Massen, denen es peinlich ist,
nit dem Durchschnitt der Bevoͤllerung in Berührung zu
onimen. Sie glauben sich verpflichtet, auch ihren Spröß⸗
mgen von Jugend auf eine Vorrangsiellung einräumen
u sollen und drängen deshalb unablässig darauf hin, daß
hren Söhnen die engeren Beziehungen“ zu den Kindern
aus dem Volkle“ erspart werden.
Wie in Essen, so ist es natürlich in sehr zahlreichen
Ztadten der engeren und weiteren Heimat. Auf diese
Vveise wird die Einheit der „Gelehrtenrepublik“, von der
inst ein Klopstock träumte, immer stärker durchbrochen. Es
ilden sich auch hier Stände und Klassen heraus. genau
Die Ereignisse in der Türkei.
Konstantinopel, 7. Mai. Der neue Sul—
tan tritt sehr energisch auf. Gestern ließ er den Groß—
vesir uad den Gouverneur rusen und beschwerte sich hef—
ig darüber, daß ohne sein Wissen Leute gehenkt wur—
»en; alle Todesurteile mußten ihm in Zukunft vorgeleglt
verden. Der Sultan plant eine allgemeine Amnestie.
Berlin, 7. Mai. An masgebeuder Stelle wird der
„Post“ die in der ausländischen Presse veröffentlichte Nach—
richt, daß es sich bei der im Jildiz beschlagnahmtien Kor—
respondenz des entthronten Sultans Abdut Hamid mit ei—
lem europäischen Oberhaupt um einen Briefwechsel mit
daiser Wilhelm 2. handle, als böswillige Verleumdung
ezeichnet, die nur in die Welt gesetzt worden sei, um das
Deutsche Reich bei dem neuen Regime in der Türkei zu
iskreditieren. An der ganzen Geschichie sei kein wahres
Wart
— E
Deutimer Reichstag.
Zur Betatung land der vom Abg. Speck (Zentr.)
ingebrachte Autrag auf Einführung einer staffelförmigen
Unihatbsteuer für Großmäühlen.
Abg. Spech (Zentr.) begründet den Antrag. Die gu—
en Verhältiusse der FSSer Jahre im Mullereigewerbe ha—
hen sich wesentlich verschlechtert. Tie Zahl der Arbeiler isr
eni 20 000 gesunken, dagegen hat der Konsum an. G
reide zugenoninten. Aus der ganzen Eutwickelung de—r
Nüllereiverhältnisse ergibt sich, daz die miltleren naud die
lleinen, ja sogar größeren Betriebe sich der onkurrenz
der ganz großen nicht erwehren konnten, und doch haben
die mittleren und kleinen Betriebe ihre wirtschaftliche Be—
»rutung. In Süddeuischland werden die kleinen Mühlen
on der Konkurrenz der Großmühlen geradezu aufgefres⸗
en. Pflicht der Geseßzgebung wäre es hier energisch für
»Bhilfe zu sorgen.
Abg. Dr. Rösiche (cbons.) stellt einen dem Antrag
Zpeck ähnlichen Ansrag zur Debatte; er schließt sich den
usführungen des Vorredners an und sagt eine Erhöh⸗
ing der Brot- und Mehlpreise sei nicht zu befürchten.
Abg. Neuner (nth): Für ihn und einen großen
eil seiner Freunde stehe sest, daß eine Notlage für die
zreßmühlen bestehe. Es wäre emn großer Fehler, auf
olche Weise einen ganzen Industriezweia zugtunde gehen
u lanen.
„Italien isoliert'
„Italien isoliert“ — das Wort ist nicht von der deut
schen Presse, sondern von der „Vilas, der „Gazetta del
Popolo“ und anderen italienischen Blaͤttern, und spiegelt
pöllig die nervofe Stimmung und die Besorgnisse der X
liener wieder. Zwei Seelen wohnen in der Brust dieses
von politischen Veidenschasten hin- und hergeworfenen
Volkes, das, obschon es formell zum Dreibunde gehört,
»och keine bestinmte Richtungslinie für seine äußere Po⸗
ütik gesunden hat. Denn die gesunde Vernunft der klan
und rudia dentenden Kopfe safñt den Zialienern gebiete
Irma
me uUnd konnte nicht Wers. Treherne, diese vouendete
Weltdame, diesem frei erzogenen, vielleicht nur wenig ge—
vandten Mädchen von Nutzen sein? Nun, ihm war es
chließlich gleichgültia, was Mrs. Treherne tat oder nicht
at.
„Ich habe geiviß das Vergnügen, Miß Darracote vor
mir zu sehen“, sagte er. „Mein Name ist Hastings. Darf
ich hoffen, daß Sie schon von mir gehört haben?“ Wenn
er erwartet hatte, daß sie bei seinem plötzlichen Erscheinen
ihre Selbstbeherrschung verlieren würde, so hatte er sich ge—
irrt. Auch nicht die leiseste Verlegenheit machte sich be—
merkbar, als sie sich erhob. „Ja“, antwortete sie, „ich habe
Zie als Freund meines Onkels nennen hören.“
„Diese alte Freundschast und die Tatsache, daß ich
bster Nachbar bin, mögen als Entschuldigung für
ndringen hier dienen. Ich bin so gewöhnt, die,
atweg nach Argyle zu benutzen, daß ich ganz ver—
— babe, daß mit der neuen Herrin meine Vorrechte
en, wenn sie dicselten nicht gütigst erneuert.“
„Gs sollte mir teid tun, wenn Sie dächten, daß die—
selben etner Erneuerang bedurteu“, sagte sie. Ihre alte
Freundschaft gibt Ihnen das viecht dazu.“
„Durchaus nicht“, enigegnete er schnell. „Meine alte
Freundschaft gibt mir höcstens Brivilegien, wenn sie die—
elben gücigst anerkennen wollen.“
„Bewiß, ich ertenne sie gern an', sagte sie, ihn mit
hren sanften, dunklen Augen anblickend und ich freue
nich, daß Sie auf dieselbe Art nach Argyle gekommen
ind, wie früher.“
„Sie sind wirklich sehr liebenswürdig“, entgegnete er.
Auch ich freue mich, daß ich aus diesem Wege herge—
'ommen bin, sonst haͤtte ich Sie wieder nicht zu Hause
getroffen.“
Miß Darracote lächelte. „Das ist wahrscheinlich“, ant⸗
vortete sie. „Aver kommen Sie jetzu mut herein; leiber ist
Mers. Treherne nicht zu Hause.“
„Ich bin nicht gekommen, um Wirs. Treherne zu
ehen“, sagte Hastings schroff. „Ich kam nur, um Sie zu
ehen und ich wäre schmierzlich enttäuscht gewesen, wenn
nein Kommen zum zweiten Wale ein vergebliches gewe—
en wäre.“
ẽ 8* lächelte freundlich und rief den Hund an ihre
Seite.
„Ich sehe“, bemerkte Hastings im Weitergehen mift
einem Blick auf Rerx, „adaßk Sie bier schon i? Kerz4
Als er dant die Allee hinunterschritt, dachte er bei
ich, wie sehr doch dieser Vorschlag das gütige, zart—
ühlende Herz Mrs. Lawtons verriet. Hatte sie es doch
elbst erfahren, wie wenig Reichtum und Stand ein ein—
ames Herz ausfüllen können Vor zehn Jahren, als ihr
hatte, den sie angebetet, im zwelten Jahre ihrer Eheni
trissen wurde, hatte die Welt zwar gemeint, eine so
qöne und reiche Frau würde schitell genug einen Tröster
iuden Alber jeder, der sie miher tasmte. wußte. dak es
ir sie ann zieites Gsück mehr gab. Sie gab zwar end—
hr r szezzegenes Leben auf und nahm ihren Platz
e elzthast wieder ein; aber jeder fühlte die
Achraänu, de ch um sich aufgerichtet hatte und keiner
oante diect hzu überschreiten. Unter der kühlen Ober—
laͤche 14 och ein warmes, edles Herz und ihr Aner—⸗
ieten. » 3 jungen Mädchens annehmen zu wollen,
atte ihb er sehr gerührt. Es war ihm, als habe ihr
Wort ienn a die Augen geöffnet und er erkannte plötzlich
wie tragisch das Schicksal Itma Darracotes war, der
n derselben Stunde großer Reichtum aber auch tiefes Leid
zeworden. Fremd, und allein kam sie in ein ihr gänzlich
remdes Land, ein Gegenstand der Spekulation für alle,
zie sie umgeben hatten, als einzige Bekannte nur Eleanor
Treherne. Keiner wußte besser als er. was lesteres alles
n sich schloß.
„Es ist das letzte was, Mr. Darracote gewünscht hätte“,
achte er. Nichts hätte ihm ferner gelegen, als daß Mrs.
dreherne auch weiterhin die Herrin von Arghle sei. Und
iun war dies junge, unerfahrene Mädchen ganz ihren In—
eressen und ihrem Willen anheimgegeben, und er hatte
ies alles zugegeben, ohne ein Wort einzuwenden. Es
odar ihm vollständig gleichgültig, Mrs. Treherne nach
Frankreich zu schicken und die verwaiste junge Erbin unter
zren Schutz zu nehmen. Mochte sie immerhin Vorteil aus
Fer neuen Bekanntschaft ziehen — was gina ihn dos
Jetzt war er aus dieser Gleichgültigkeit aufgerüttelt
yorden; schon um seines alten Freundes willen mußte er
voch das Mädchen kennen lernen, daß ihn seine Phantasie
Is einsame, trauernde Gestalt inmitten ihres neuen Glan—
s vor Augen stellte. Dann würde er auch wissen, wie
Eechwkünftighin mit Mrs Treherne zu stellon hafte—
sich denn Hastings am andern Morgen an,
Alen Pfad, der durch die Wiesen führte, nach
ehen. Es waär ein klarer, aber nicht sehr kal—
r Aeinteriag und die von der Sonne bestrahlte Schnee—
ede glitzerte wie von zahllosen Diamanten besät. Als
dastings den Park erreicht hatte, erblickte er plötzlich bei
iner Biegung des Weges auf einer Bank, die von Tan—
engrün umgeben war, ein junges Mädchen, in tiefe
Trauer gekleidet. Den Kopf über ein Buch gebeugt, das
nihrem Schoße lag, ruhte ihre Hand auf dem empor⸗
erichteten Kopf eines schönen Hundes, während die Strah⸗
en der Sonne ihre schlanke, jugendliche Gestalt in dem
iefschwarzgen Gewande scharf von dem grünen Hinter⸗
zrunde abhoben. Unwillkürlich blieb Hastings steheu, als
vb er kein Recht habe, weiter zu gehen. Noch 'unschlüssig
ögernd, ob er zurück oder weiler vorwärts gehen sollte,
vandte der Hund, der seinen Tritt vernommen, plötzlich
den Kopf und sprang im nächstenAugenblick mit freudigem
vebell an ihm empor.
„Still, Rex, — alter Bursche, ruhigl“ rief Hastings, in⸗
em er sich bemühte, den Hund zu beruhigen. Daun das
Lier mit der Hand festhaltend, schritt er, seinen Hut lüf—
end, auf die Dame zu, die ihn mit erstaunten Augen
—*