Full text : Dudweiler Zeitung

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Bubitlagernd adrefssierre Brirssendungen mit Chis—
ceradresse sind micht zugelassen nach Beigen, Branlien.
BritisschSudien, Kanada, Kolumbien, Großbritannien und
den ben Nolonien, der Republik Sau TDomingo, Ve—
ienesa uid den Vereinigten Staaten von Amerika. In
Nieder!aändisch Indien werden solche Senrungen nur aus—
zehandigt, wenn sie die Antwort auf Zeitungsannoncen
entralten und der Empfänger die Onittung über die
Annoncengebuhren vorzeigt. Nach Montenegro dürsen
nur polstlagernd adressierte Briese und Postkarten mit Chif⸗—
feradresse, nicht derartige Drucksachen. Warenproben und
Geschäftspapiere gesandt werden.
—Gegen die Schundliteratur anf den VBahnhöfen
richtet sich ein Erlaß des Minisisers. Die Direktionen sind
angewiesen, auf den Bahnhofsbuchhandel ein besonderes
Augenmerk zu haben und gegebenensalls den Händlern,
welche trotz wiederholter Warnungen die Schundbücher
und Schriften seilbieten, die Konzession zu nehmen
u. Morgen Abeud puünknich um 8 Uhr findet im
Brüchkerschen Saale zu Jägersfreude eine Theateraufführung
tatt. Da der Reinertrag zum Besien des Kicchbaues bestimmt
st und die Spieler von Weihnachten her noch in autem
Andenken slehen, so hoffen wir auf recht zahlreichen Besuch.
Der Kohlen⸗ und Koksversand im Apsil. Von den
Zechen, Koleteien und Biitert verlen des Ruhrdezirls sind im
Aprtil 550 388 Wagen zu 10 Tonnen mit Kohlen, Koks und
Briksetis beladen auf der Eisenbahn versandt worden gegen
531 170 im Aptil des Voijahres. Auf den Arbeitstag
vurden in dieses Jahre 801 und im ganzen 19 218 Wagen
uu 10 Tonnen oder 3,6 v. H. mehr gefördern und zum Vaer—
sand gebacht. — In Oberschlesien betrug der Versand an
Kohlen, Koks und Bulketts auf der Eisenbahs im Aptil 188 829
Wagen, in Niederschlesien 28673 Wagen, im Saarbezirk
52 798 Wagen und in den vier Beurken zusammen 830 588
gegen 817 700, er war in Oberschlesien 1040 Wagen oder
35 v. H. niedriger, in Niedeischlesien 546 Wagen oder 1,9
». H. niedriger, im Saarbezirk 4744 Wagen oder 7 v. H.
niedriger und in den vier Bezirken zusammen 12 888 Wagen
»der 1,6 v. H. niedriger.
Einen nitten Reinsall erlebten am 1. Mai felernde „Ge⸗—
nossen“ in einer Flensburger Gastwirtsichaft. Um den Welt⸗
eiertag durch einen solennen Frühschoppen einzuleiten, er—
ckienen dort deei Feierade und verlangten dort dreet Glas
Bier. Der Wirt jedoch laßt die Bestellang ganz unbeachtet,
niumt überhaupt von der Anwesenhet der frühen Gaste gar
keine Notiz. Eest als die Forderung mit höchst energischem
Ton wiederholt worden, läßt er sich schließlich zu dor trocke—
aen Bemerkung herbei, er selbst sei auch Genoss: und begehe
wie jmne den J, Mai als Fiiertag. Nicht sehr erbaut von
der G.esianuagstüchtigkeit dieses „Nach-Genossen“ musten die
)rei das Lokal verlassen obne das geliebte Mak erhalten zu
Jaben.
Zu dem am 3., 4. und b. Juli d. J. im Volksgarten zu
St. Johann statifindenden Gauturnfost wurden sesttens der
Zauleitung sür das Einzelwetturnen folgende Volkstümliche
ebungen sest esetzt. Oberstuse: Weit'priagen mit beliebigen
Anlauf und Absprung je 10 Eentimeter über 4 Meter
Sprungweite gelien einen Punkt. Weithochspringen mit be—
jebigem Anlauf und Absprung, je 10 Centimeter Sp ungweite
iber 2 Meter und je 5 Centimeter Sprunghöhe über1
Meter — Sprungbrett abgerechnet — gelten zwei Punkre.
Kugelstoßen 10 kg. schwer, je 20 Centimeter über 5 Meter
Wurfweite gelten einen Punkt. Unterstuse: Fult die Unter—
tafe fiad diese Bedingungen einen 4 Punkte gleichkommen⸗
den Leistung ermaßigt. Die Wertung erfolgt nach der
neuen Wettarn-Ordnung von 1bis 20 Punkte, Dießppflicht⸗
uͤbungen an den Geräten werden erst später bekanat gegeben,
s soll jedoch, wie wir hören, von schwierigen Uebungen ab⸗
gesehen, desto meht aber eine schöne Haltung und tadellose
Ausführang der Uebung bei der Werrung berücksichtigt wer—
den. Die St. Johanner Turuerschaft ist als festgebender
Berein mit den Vorbereitungen lebhaft beschäftigt. Die von
den einzelnen Ausschüssen entwickelie Tasigkeit läßt heute
chon erkennen, daß die Arbeiten von dem festen Willen ge⸗
eitet werden, den Turnern ein recht schönes und erinner⸗
ingswürdiges Fest an der Saar zu bereiten.
Ene Aufbesserunz der Mannschastslöhunng auf Heer
ind Marine war von der Reichsregierung einem Wunsche
intsprechend im Anschluß an die Besoldungsaufbesserungen
üt Beamten und Offiziere beabsichtigt. Daneben sollten auch
die Kosten für Putzzeug und Reinigungsmaterial auf die
Reichskasse Ubernommen werden. Es war geplant, die hierfür
zrforderlichen Anfwendungen von rund 20 Millionen Mark
zurch einen Nachtragsetat vom Weichstage bewilligen zu lassen
Diese Absicht ist, we die „Frkf. Zig“ versichert, einstweilen
mit Rücksicht auf die gesetzliche ungeklärte Lage der Reichs⸗
inanzreform aufgegeben, sodaß der Nachtragsetat einstweilen
sedenfalls nicht eingebracht ist. FEs war ursprünglich in
Aussicht genommen, diese Erhöhung der Mannschaftslöhnung
hereits durch den Etat des laufenden Jahres zu erledigen,
weil eine Nachzahlung an Mannschaften, die bereits zur Ent⸗
lassung gelangien, mit außerordentlichen Schwierigleten ver⸗
hunden ist. Falls nun ader die Einbringung des Nachtrags—
ztats durch die Verzözerung der Reichsfinanzreform noch erheb—
lich hirausgezogen werden müßte, so kann es fraglich werden,
ob die Lößnungserhöhuag mit Rücksicht auf die Schw'ierig⸗
keiten det Nachzahlung überhaupt noch für das laufende
Etatsjahr durchzuführen ist. —
* Die Wahlprüfungskommission des preußischen Abge—
sxdnetenhauses erklärte dee Wahl der vier in Berlin gewähl⸗
er sozialden okratischen Ibgeordneten Borgmann, Hey nann,
* un) Hoffmann mit allen gegen zwei Stimmen süir un⸗
ziltig.

Aus der Nähe.
Saarbrücken, 6. Mai. Ein Zopfabschneider hat
wei hiesigen Mädchen die Zöpfe abgeschnitten. Der Täter
vurde verfolgt, ist aber leider durch die Ufergasse in der
Kich ung nach der Saar zu entkommen. Hoffentlich treibt
der Mensch hier sein Unwesen nicht so lange, wie es ande⸗
ten Uebeltätern in großen Städten gelang.
Traben-Trarbach, 3. Mai. Ein Handwerker⸗
Erholungsheim sür die Rheinprovinz, Westfalen und Hessen⸗
stassau soll demnächst hier errichtet werden. Die Kosten des
haues siad auf 195 000 Mark veranschlagt.
Gelsenkürchen, 3. Mai. Der neunjähcige Sohn
»es Hauptlehreis Kußmann wurde gestern auf der Alleestr.
zon einem von Sturme abgerissenen Baumstamm erschlagen.
(eRIKreuznach, 4. Mai. Ig einem hiesigen Kran-—
enh use starben vorgestern ein Landwirt aus Waldböck⸗elheim
und ein Schreinermeister von hier. Bei der Abrolung der
Leiche des Landwirtes wurden nun durch ein Vasehen die
Zärge verwechelt. Die Auderwandten in Waldböckecheim
vollten kurz vor der Beerdigung den Toten no Hmals sehen

und fanden zu ihrem Schrecken eine fremde Leiche vor. So—
sort telefönierte man en das Kraukenhaus und die Nachricht
am gerade noch rechtzeitig vor der Beerdigung an. Die
Zeerdigungen wurden darau'hin verschoben. Ner tot—
Schreinermeister wärde wieder bierber gebracht und der Lande
virt * Maol,heα

eAs st Undc ο α.
* Gola, T. Rai omn Bau der Lusrschri
ßalblbe) Auf dem Bauplas, der hinier Bißenderf etiwa
390 Neter rechts abseits der Beniderstraße liegt, herrsdet
»ifrige Tätigkeit. Zurzeit ist man danit beschäftigt, deam
Plat vor der zulunstigen Halle, der ein fast doppelt
zroßes Getende umsaßt ais die Flüche, welche die Hat
decht, zu ebnen Die Beton Fundamente der Hallte, welnc
die Tragpfeiler der Eisenonzcuktion aufnehmen. sind ..
zagestelte Ansang nüchster Woche tressen die cunzetue:
ronsit tuüonsteilte Und cene Anzahl von Montturen de
Lrückenbauanstelt Gustabsburg, welche die Gientonitru
ion der Riesenhalle ausstellt, ein.
*Tüsscldors, T. Mai. E5 175. Das hiesige Ober—
riegegericht ais Berufungsinstanz verurrcilte den Ser—
jgeauten Johaun LSuxar von der zweiten Eskadron des
ziesigen Ulanerkregiments vLir. 5 wWegen Vergehens gegen
z175 des Sirrafgeseßes zu 6 Monaten Gesaugnis und
Degradation. Das Kriegsgericht hatte am 14. April nu—
wei NMonate Gejangnis ertanut.
sachen, 7. Riai. Drei Arbeiter verun—
lhücht.) Bei den Bahnhossneubauten im Süsterfeld ver
Inglücklen drei fkrontische Arbeiter. Einer derselben war
ofort tot, die beiden anderen wurden schwer verletzt ins
artauilepital gebracht.
* Hagen, 7. Mai. (Ein „KRampfum's Brot.“)
Ein erbitierter Kampf war hier zwischen den Haus—
franuen und den Bächermeistern ausgebrochen.
Durch Beschnuß der Backcrinnung wurden ab 1. Mai statt
der bisher Ublichen süns nur noch vier Brötchen für 10
Big goltejserr Größer gis die Einigleit der Bäcker war
edoech die der Hausfrauen. Einmung weigerten sie die
jeringere Stückzahl, und mit gefüllten Rörben mußten die
lusträger während der leßzten Tage den Heimweg wie—
ber autreten. Innerhalb weniger Tage war der Kampf
zugunsten der Hausfrauen entschicden, und nun werden
vieder in der ganzen Siadt funi Stück sür 10 Pia. ver—
ibreicht.
*Hugen, 7 Mai. Drohende Aussperrung?)
die Arbetierorgantsalion verhaängten heute über die Ei—
enindnitrie der Kreise Hagen und Schwelim die Sperre,
vodurch jcder Zuzug von Arbeitern in den hiesigen Be—
zirk Uunterbunden wird. Wahrscheinlich werden die Arbeit—
zeber hierauf mit einer allgemeinen Aussperruna obae
Seitercs antworten.
*Hamm, 7. Mai. (Die Maifeier der „Rad—
wod-⸗Witwen.“) Ucber eine Maiseier mehrerer Wit—
ven von Radhod wird nachträglich berichtet: Am 1. Mai
norgens passierten vier Witwen, nach ihrer eigenen An—
sabe das Komitee der Radbod-Witwen, in auffälligem
lusputz einige Straßen von Hamm. Die Witwen trugen
chwarze Trauerkleidung, Hüte mit wehendem Flor, dazu
ruf der linken Brustseite eine kreuzweis verschlungene klei—
ie Schleife, und um die Taille eine zwei Meter lange
ote Schleife von 20 Zentimeter Breile. Der Polizeiin—
oeltot beschlagnahmte die Schleifen. Mit Pathos belieuer—
en die Witwen, daß ihre Manner für das Kapital ihr
roben gelassen hätien. Ein Nachspiel vor Gericht wegen
erübung groben Unfugs soll solgen. (Das Eingreifen
»er Behorden erscheint noch übersflüssiger als die DTemon—
tration selbst.)
* Haspe, 7. Mai. (Verbrannter Schläfer.)
Im Schlafe verbrannte ein obdachloser Arbeiter, der sich
wischen den Schlackeblöcken der Thomassch ackenmühle zum
zchlafen niedergelegt hatte. Man sand ihn heute morgen
ot auf.
*Bonn, 7. Mai. (Opfer der Unvorsichtig—
eit.) Ein Fuhrmann siel infolge einer Unvorsichtigkei.
on einem Möbelwagen und zog sich derart ichlimme Ver—
etungen zu, daß er alsbald starb.
* Bonn, 7. Mai. (LVeichenfund) Im nabher
Rheidt wurde die Leiche eines zicka 17jährigen Mäd
hens aus der Sieg getandet, die etwa vier Wochen im
Wasser gelegen haben dürste. Irgrndwelche Papiere oder
Anhaltspunkte, die auf die Personalien der Leiche schlie
zen ließen, sind bei ihr nicht gesunden worden.
» Bonu, 7. Mai. KKeue Vahngesellschaft)
Der Plan der Errichtung eleltrischer Bahnen nach Sieg
zurg und von Bonn nach Hounef wird am 13. d. Mits.
zleichzeitig die Statverordnetenversammlung in Bonn und
zie Kreisstage des Landkreises Bonn und des Siegkreises
seschüstigen. Die Gesellschaft wird den Namen: „Elektri—
che Bahnen der Kreise Bonn-Stadt und Vonn-Land und
des Sieztreises“ tragen, und auf die Dauer von 30 Jahre
estgesetzt. Der Oberbürgermeister der Stadt Bonn führ!
die Geschäfte.
* Kreuznach, 7. VRai. (Berwechselte Lei—
heu) Als der Kriegerverein den verstorbenen Vetera—
ien Machemer mit klingendem Spiel zu Grabe geleiten
vollte, wurde eine peinliche Veichenverwechselung entdecktt
Im Sarg lag siatt der Leiche des Veteranen die cin⸗
ungen Mannes aus Wardböckelheim, während der Vet—
tan nach dort transportiert und von den Angehörigen d—
jungen Mannes beerdigt worden war. Auf behördli“
Anordnung wurnde die Leiche wieder ausgegraben und nach
Kreuznach gebracht, wo die Auswechselung stattfand.
* Mainz, 7. Mai. (Genickstarre.) Nachdem ge
tern zwei Kinder einer Familie in der Kapuzinergasse ar
genickstarre erkrankt waren, ist heute ein dritties Kind der—
elben Familie von dieser Krankheit befsallen worden. A—
e drei Kinder wurden ins Spital gebracht. — Von den
drei an Genickstarre erkrankten Kindern ist heute vormit
tag das älteste Madchen im Alter von zehn Jahren ge—
torben; der Zustand der beiden anderen Kinder ist be
orgniserregend.
* Mainz, 7. Mai. (Streit.) Die Brauer und Fiuhr—
leute der Aktienvbraucrei legten heute die Arbetit nieder.
* Thanu (Elsaße, 7. Mai. Werhänanisvolle
Bränder) In Geishausen, einem Gebirgsdorf am Fuße
des Gebweiler Belchens, wurden in der vergangenen Nacht
mehretre Wo mhäuser eingeäschert. Bei den Rettungsar—
beiten sanden drei Familienväter, die zusammen 20 Kiu—
der hinferlassen, den Tod.
* Aus der Pfalz, 7. Mai. (Jusammenschluß
der Traubenimporteure,) Kürztlich wurde eine
Bereinigung südwesideuticher Wein- und Traubenimpor—
eure gegründet, die dent Mißbrauch entgegentreten wol—
len, Tafeltrauben mit cinem Eingangszoll von 4 Mark
an Sielle von Keltertrauben mit einem Zoll von 10 Markt
zur Kelterung zu verwenden.
*ç Heidelberg, 7. Mai. (HHHundevergifter.!) Hier
reibt zur Zeit ein Hundeseind sein Unwesen. Bereits
wölf zum Teil wertvolle Tiere sind ihm zum Opfer ge—
allen, ohne daß es bisher gelungen wäre, den Täter aus—
indig zu machen. Durch Untersuchung der verendeten
jere wurde Berautung mit Strychnen festaestellt.

Aus aller Weit.
Raubanfali. In der Körnersitade in Berlin hap—
ein Mann namens Winkler auf die Witwe Röschle, be
der er als Schlafbursche wohnte, einen diaubnordversud
verübt. Die Frau bezog Armenunterstütuug und nähte
ür iremde Leute. Als der Briestrager ihr einen Brief
brachte, vermutete Winkler Geid in dem Brief und schlug
d'ie Jrou mit einem Veil nieder. Tann entflos er und
wird jeßt von der Polizei gesucht.
*Geisteskranker Mörder. Jut Dorfe Gennin bei
Landsberg a d. W. erschoß der geistestranke Tapezierer
Ginterberg aus Karlshorst eene Frau Goerke und dann
lich selbst.
* Gruͤbenunglück. In der Grube von Renegne Ana-—
ma in War's sind vierzehn Arbeiter durch Erdmassen ver—
chüttet worden. Einer ist tot, waährend die übrigen sehr
chmer verletzt sind.
* Mordstatistik. Im vergangenen Monat wurden in
Petersburg 25 Morde und 113 Selbsimorde und Selbsi—
mordversuche begangen, 47 Personen wurden überfahren.
* Indische Verschwörer. In Kallutta wurden 36
Verschwörer, die Bomben angesertigt hatten, verurteilt,
und zwar zwei zum Tode, die anderen zu Zuchthausstra—
sen. Die indischen Verschwörer haben jetzt ihr Haupt
zuartier in New-NYork errichtet. wo sie auch eine Zeitung
herausaeben
Eine niedliche Scheffeisvrnetdote veröffeuntlicht der
Schristiteller Tnn Kellen in jeinen soeben bei Robert Lut
in Stuttgart erschienenen „Dichter- und Schriststeller⸗Anet⸗
doten“. Beim Festkommers zur Gründung der Straßbet
XUnrversität faß Scheffel in der Näthe des Geheimre
Im Sybel. Tie Studenten sangen lustig darauf los. Da
meinte der Geheimrat, sich zu Schefsel wendend und nach
dem fröhlichen Volk deutend: „Die Herren drüben versie—
hen Jor Gaudemus jeden'alls besser als das Corpus ju—
ris „Ich leider auch Erzellenz!“ erwiderte Scheffel

Teseprammoe.
* Mainz, 7. Mai. Von den drei an Genickstarre er⸗
keankten Kinder einen hiesigen Fomilie ist htute vormittag
das älteste Mädchen im Alter vor 10 Jahren geflorben.
Der Zustanu der beiden andern Kinder ist besorgniserregend.
*Huͤnnover, 8. Mai. Bei Lanzenübungen auf der
Militärreiischule strauchelte das Pferd des Leutnants von
Thormann und kam zu Fall. Hierbei stürzte der Offizier so
unglücklich, daß ihm die Lanzenspitze in den Unterleib drang.
Der Verlitzte fsarb karz datauf im Krankenbaus.
*Verlin 7. Mai. In Hause Alite Jakobstraße 118
fürzte sich heute nachmitiag 3 Ußr bas hochgetagte allein⸗
stehende Ftäulein Gierot aus dem Fenster ihrer Dachwohnung
hinab und war auf der Stelle tot. Die Unglückliche foll
diese Tat in einem Anfalle von Krämpfen begangen haben
Berlin, 8. Wai. Die Wahlprusungskonimisston dee
Abgeordnetenhauses erktärte die Wahl der vier in Berlin
gewähllen sozialdemoktatischen Abgeordncten Borgmann,
Heimann, Hirsch und Hoffnmann mit allen gegen 2 Stim—
nen fur ungülug.
München, ß Mai. Graf Zeppelin traf hier
ein und bleibt bis zuu 12. do. M. Vezüglich der beabsich
ligten Fernfahrt iil „3chpelin 2“ nach Berlin erklärte der
Graf: Diese Fart sei alicrodings in Aussicht genommen,
cr wani sie statttinde und ob sie noch in diesemn Mo—
nnt möglich wäre, hange von so vielen Umständen ab, daß
eun Zenpunit dafüur gar nicht festgestellt werden könne.
Straßburg, ß Mai De naächsie Sißung des Lan
des uisschusses sindet am Wiitwoch, den 12. d. M. nach
uettage 2 Uhr statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a.
die Antrage Kübler und Genosien und Dr. Back und Ge—
tossen betr. den Unterricht in der sranzösischen Sprache.
Wien, 8. Mai. Wahrend der Anwesenheit des deut
ichen Kaiserpaares in Wien werden auch Ministerpräsident
Dr. Wekerle und der österreschisch-ungärische Botschaster in
Berlin, von Szegheny-Parich in Wien anwesend sein.
Wien, 8. Mai. Die diesjährigen österreichischen Kai—
sermandver sfnden in der Gegend von Austerlitz (Mäh—
ren) stalt.
Paris, 8. Mal Dem „Malin“ zusolge hat sich der
vtinifterpräsident Cleuencean an den Verein der Brief
aubenzüchter gewandt und ihn erzucht, sich für den Fall
ines Postbeamtenstreiss Aereitzuhaiien. Der Präsident des
Vereins, der ungefähr 165 660 Briestauben vesitzt, has
der Regierung seine ilnterneung bereitwittigit zugesagt
Paris, 5 Man Bns Touton wird gemeldet: Die
vevorstehende Russterider zweilen Panzerdirisien des
Mistelmecrgesjchwadels, die untser dem Vorwande einer
Fahrt an die nordafrraniche SKhjte vordereitet wird, gibr
in Wirkachleit cine Alati!ndemossistration vor Tanger.
Toulou, ð VBan. Tic Unterseeboot Manover des
franztsischen Aerdheichvaders sind aus unbekannten Grün
den vnrzeitteg uüoerechen worden
Rdalta, d. Wigi. Tie Dauer des Besuches des deut—
schen Natiers bein dent Konig von Italien isi plötzlich ab—
getürzt worden, üe wird nur wenige Stunden betragen.

* Prest, 8. Mai. Auf dem Kreuzer Gueydon kam es
gestern zu einem Zwischenfall. Die Mannschaften schlossen
ich zu einer Kundgebuug gegen die Offiziere zusammen und
verweigerten den Gehorsam. Ein Revision wurde eingele tet.
* Wien 8. Mai. Die „Neue Freie Priesse“ schreibt, es
ei kein Geheimnis, daß von den 16686 Lire, die Italien in
den nächsten funf Jahren für seine militärische Sicherstellung
zusgeben wolle, die bei weilem größten Summe zur Ver—
nehrung von Festungsanlagen an der österreichischer
Brenze dienen solle.
* Rom, 7. Mai. Die neue tkürkische Regierung soll
Sqchritte zur Auslieferung des Ministers Melhame Pascha
zetan haben, der sich in Florenz aufhält, sowie zur Beschlag
iahme der großen Schätze, die ihm von Abdul Hamid an—
zeuraut worden seien und sich in Melbames Besitz befinden
sollen.
* London, 7. Mai. Daily Telegraph meldet aus
Malta: Im dortigen deutschen Konsulat erklärt man, Kaiser
Wilhelm treffe Montag Vormittag 9 Uhr ein, um am Diens—
jag Morgen zer selben Stunde wieder abzureifen. Man
weiß noch nicht, ob die Kaiserin auch nach Malta kommt.
* Chervous, 8. Mai. „Ecklair“ berichtet von einer Reise
des Mal inewinisters nach Chervous, um sich zu Überzeugen,
daß zum bevorstehenden Besuch des Zaren genügend Platz
zur Aufnahme der unzähligen Schiffe im Hafen vorhander
e1

ssιιιMαRNYανNιXRαααRXÄWNÂνRsÑæνäα )RααRæαααααα ααôRYααα8αααιαã àιααασααιιαιιιÇαα
Evangerischer Gottesdienst.
Sonntag, den 9. Mai 1908.
Kollekte für bedürftige Studievende der evange
Theologie iu Bonn
Dudweiler.
8 Uhr: Pfr. Tromwershausen.
10 Uhr: Pfr. Schmidt
Herreufohr.
9.30 Uhr
10.30 Uhr Christenlehre
            
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