UNummer 104.
Tel.o, 269, 200 un 1261. Donnerstag, den 6. Mai 1909. Z3 eutungeliste s 25. Jahrgang.
Mit Veilagen: „B 52
: „Relletristische X *
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KRlgemeiner Anzeiger für den Bürgermeistereif
Dudweiser.
Abonnen — F7rens
monatlich 720 Pfg. fuus gebracht; bei dre
bestellt M. 725 pierteljithrlich.
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Die „Dudweiler Zeuung“ erscheint täglich mit Ausnahme der So
und Feiertage
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„ bei ehrmaligen Inserationen
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Worhen-⸗Mundschau.
Der Vai ist gekommen . . . Aber nicht nut litenieg
ächenn Antlitz hielt er seinen Einzug SEr hatte viel—
nel·e enem geschi:denen Kollegen April die unwiri—
ichk iognomie übernommen, die dieser berüchtigte,
u ische Geselle nur aufzustecten vernocht hotte
ier Zeit, als nach des Dichters Worten „.?... alle
ene en sprangen“, mußten wir zum Aleiderschrank gehen
ind den warmen Wintermantel wieder an das Tageslicht
ienen, der vermeinte, dort längst und lange ungeslört sei—
ien „Sommerschlaf“ halten zu können. Gar zu unfteund—
ich ließ der junze Mai sich an. Bit'er kalte Rächte und
benselche Tage lösten einander ab. Ein Rauhwend pfifj
azu sein Maienlied, daß die Straßenpassanten eine aus—
zewachsene Gänsehaut überkam. In der inneren Poliiik
„2s Deutschen NReiches sieht es auch nicht viel jreund—
icher aus. Das Schmerzenskind, die Reichsfinanzreform,
dill noch immer nicht geboken werden. Zwiespalt der
zuteressen hier und dort. Die Konservativen wollten statt
er Rachlaß-, bezw. Erbgnfallsteuer eine Wertzuwachssteuer
nführen. Die ——— aber lehnte den Tausch
—DDDD
8 Bülows aalglatter Geschickichkeit und seinen Drehkün—
ien gelingen sollte, den gordischen Knoten zu lösen, ohne
inen Ruüclzug zu machen, könnte und müßte auch dec—
enige, der seiner Methode steptisch gegenübersteht, ihm
ine Note 1 ins Zensurbuch schreiben. Aber Bülew ist
ein Alexander — er wird schwerlich den Mut sinden, den
dnoten einfach zu durchhauen. Das Experiment kennte
hin und seinem Kinde, dem Block, vielleicht nicht beson—
ers gut bekommen. Was nun werden wird? Es lüßt
ich da heute schwer etwas vorausfagen. Ein Gewitter
chwebt ohne Zweifel am politischen Horizont. Es muß
zur Entladung kommen; denn die deutsche Wählerschaft
äßt nicht mehr locker. Sie ist die Pumpwirtschaft,
ie nach einem drastischen Sprüchwort eine Lumpwirt—
chaft ist, herzlich leid. Darum wird es in Berlin, viel—
cicht jchneller als man denlt, zu irgend einer folgen—
chweren Entscheidung kommen. Entweder die Konserva—
iven krummen ihr Rückgrat und geben klein bei — oder
der Reichsstag wird aufgelöst und — der Kanzler müßte
vohl a uch gehen. Wir glauben, daß dem Fuͤrsten Bü—
ow der neue Reichstag nicht sonderlich gefallen würde.
die Konservativen könnten vlelleicht etwas reduziert wer—
zen; das Zentrum bleibt sicherlich, was es ist, und die
zünger Bebels werden ihre anno 1907 arg gelichteten
seihen zweifellos tuüchtig auffrischen. So könnte es wohl
omimen. Mit einem solchen Reichstage wäre die Reichs—
inanzresorm vielleicht eher fertigzustellen, als mit dem
etzigen Konsortium auf einander eifersüchtigee Brüder.
ber Bühlo w würde dann nicht mehr mit von der Par—
ie sein. Er müßte sein Bündel schnüren. Das weiß der
danzler und darum wird er alle seine Kuustfertigkeit auf—
ieten, um die Resorm, das notwendige Uebel, möglichst
bne Kladderadatsch unter Dach und Fach zu bringen.
zür uns heißt es darum zunächst: Abwarten. — Was wir
chon vor Antritt der Sudlandreise Kaiser Wilhelms in
mserer damaligen Wochenrundschau prophezeiten, daß
niämlich der Kaiser auf der Rückreise von Korfun se nen
Aten Freund und Verbündeten, den Kaiser Franz Josef von
Oesterreich gewiß aussuchen würde, besitätigt sich
etzt. Nächsser Tage wird unser Kaiser in Wien eintref—
en: Das Rendezvous der beiden „trefflichen Sekundanten“
vird von der Sympathie zweier großen Brüdervölker
egleitet sein. Oft war der deutsche Kaiser in Wien,
ets herih wurde er empsangen. Diesmal aber wird
—V udloser Begeisterungssubel auf dem Prater
nd— uura urmranichthen 2BBreifetine a —
ie Uleit gemworeit, sein Ansehen uist gestie—
Jjen ie en alle Ursache. uns dessen zu freuen. —
In der
Türkei hat das Jungtürkentum bekanntlich den al—
Au Ränkeschmied Abdul Hamid abgesetzt. Der Exrsultan
hat Jetzt viel freie Zeit, in seinem mazedonischen Eril über
ie schnöde Vergänglichtkcit vVon Macht, Ruhm und Mam—
non nachzudenken. Richt minder auch über seine offen—
undigen, zahlreichen Versündigungen gegen Volks- und
Nenschenrechte. Er wird sich, wenn auch ingrimmig, zu
rosten wissen. Sein Harem, den er zum Teil in die Ver—
aAntumg mitgenommen hat, wird ihm dazu gewiß be—
eilflich sein. Die Jungtürken sind eifrig an der Arbeit,
ie Versassung zu slärken und das lange geknechtete Volk
u einer menschenwürdigen Gesitiung zu fuͤhren Der neue
zultan tut rührig mit: — „der Bien muß“ wohl. Moöo—
aunmed der Funfte ist von Anfang an nur ein Schatien—
giser gegen Abdul Hamid, und die neue Verfassung wird
hn wohl noch mehr zur willenlosen Dekorationspuppe
nachen. Es wird wohl so gut sein. Jedensalls nimmt
der Valkan nach wie vor das Interesse der ganzen Welt
erster Linie in Anspruch. In
Bulgarien ist Ferdinand aus dem Hause Koburg
vot endlich desinitiv ßöning geworden. Fast alle Som—
neräne, verschiedene Präsidensien von Republiken u a.
aben kollegialisch gratultert. Die Majestaͤten haben so⸗
jar „Du“ zu ihm gesagt. Auch Kaiser Wilhelm. Er hat
llerdings die Bedingung daran gelknüpft, daß er Deutsch—
and nicht nach dem am Balkan von alters her üblichen
Nedus über den Löffel barbieren darf. Nämlich bei den
JRrientbahnen, die Ferdinand, als Präludium zum Auf⸗
tieg ins „Gottesgnadentum“, strupellos und geschickt es—
cmotierte. Der Kaiser telegraphierte an den neucen Kö—
niig, per „Du“, daß er von ihm den Schuß der deutschen
nteriellen Interessen an den Orientbahn erwarte Ei—
entlich recht vernunftig. Ob diese Erwartung aber ge—
ade der Glückwunschdepesche cinverleibt werden mußte,
arüber kann man geteilter Meinung sein. In Bulgärien
ühlte sich denn auch die führende Presse schwer beleidigt,
ie Regierung weniger. Sie machte gute Miene zum
ösen Spiel. In Deutschland vitter man anläßlich die—
Depesche einen neuen Ruͤc ius „persönliche Tele—
aphieren“. Man tat aber der siser unrecht; denn der
steichskanzler ließ öfsiziös seinen . d über das Tele—
zramm halten. Der Text soll mit Genehmigung der Re—
zjiernng im Auswärtigen Amt aufgesetzt worden fein. Daß
r deswegen als glücklich gewählt anzusehen ist, kann man
icht behaupten. Die Tepesche riccht stark nach Vureau—
ratismus. Und der ist bekanntlich ein sonderharer Hei—
ger.
—
so phlegmatischen Mynheers ob des froyen Ereignisses
ganz außer Rand und Band geraten sind, läßt sich nach
so vielen Enttäuschungen und bei der großen Anhänglich—
keit der Holländer an das ruhmvolle Geschlecht der Ora—
nier wohl begreisen. —
In Venczucla soll es wieder gären. Auch ein Ge—
mez kann es dem unruhigen Volk nicht recht machen. Jetzi
foll angeblich Castro wieder herbeigewünscht werden,
der abgesetzte Diktator, den dasselbe Volk längst füftliert
—DD
ten aus Venezuela sind unkontrollierbar. Eines aber steht
für uns fest: Der rücksichislose Gewaltmensch Castro hat
seine Rolle noch nicht ausgespielt. Er wird schon Mittel
und Wege finden, wieder an die Tete zu kommen, und
dann wehe feinen Widersachern! — In
Persien hat der Schah sich plötzlich zum Verfassungs—
frennd gewandelt. Er will das „Parlament“ einberufen,
er, der diesem verrälerisch den Garaus gemacht hatte,
»ne Rucksicht darauf, daß er die Verfassung feinerzeit
feierlich beschwvoren hat. Woher die Wandlung? Der
wortbrüchige Schah hat sich anscheinend die Ereignisse in
der Türkei zur Lehre dienen lassen. So gut in der Tür—
kei die Jungtürlen den realtionären Padischah stürzten,
haätte es plötzlich in Teheran auch „Jungperfer“ geben
können, die aber wohl nicht so glimpflich mit ihrem Ty—⸗
rannen verfahren waren. Folglich war der Herrscher des
Landes der berühmten Teppiche schlauer, — er gab groß—
mitig, was man ihm sonst genommen häaͤtte. Zu
treffend läßt sich hier ein altes geflügeltes Wort variieren?
Bute Beisviele bessern böse Sitten — — — —
Volitische Rundschaut
Deutsches Reich.
* Kaifer Wilhelm und die Kaiserin tresen am 14.
Mai vormittags in Wien ein und reisen am 15. Mai
tachmittags ab. Tadurch widerlegen sich die Meldungen,
daß Kaiser Wilhelm in Salzburg den Erzherzog Ludwig
Viltor besuchen und mit dem Fursten Vülow zusammen—
treffen wird.
*Der Kaiser wird sich bei der Beerdigung v. Mitt⸗
techts durch den Gesandten in Stuttgart vertreten lassen.
*Die Beisetzung des Erzbischofs Dr. von
Ziein in der Gruft der Frauenlirche ist auf kommenden
Freitag festgefetzt worden.
* Die Finanzkommission des Reichstages fuhr in der
ersten Lesung des Branntweinsteuergesetzes fort und erle—
digte die Paragraphen 59 bis 63. Mittwoch vormittag
tagte die Konmmijsion nicht, um der Vorführung der Mi—
itärluftschiisfe in Tegel beizuwohnen.
*DTer Seniorenfonvent des Reichstages hat zu dem
Wunsche der Finanzlommission, zu ihren Gunsten in die—
fer Woche die Pienarsitzungen ausfülien zu lassen, dahin
Stellung genommen, daß es bei der bisherigen Regelung
bleiben soll, d, h. es sollen die Plenarsitzungen am Frei—
tag und Samstag zugunsten der Kommisiion aussfaällen
Der Montag soll ganz freioleiben.
* Dem Reichstag ist der Vertrag des Reiches mit der
Deutschen Kolonial-Eisenbahnbau⸗- und Betriebsgesellschaft
in Berlin über den Bau der Teilsirecke Kombo-Buiko der
Usambara-Bahn zur Kenntnisnahme zugegangen.
Die Strecke soll 3850 000 M. kosten und einen Meter
Spurweite haben. Ferner ist dem Reichstag das Abkom—
men über die Aufstellung eines ausführlichen Entwurfes
des Kostenanschlages für den Vau einer Eisenbahn von
Duala nach Widimenge, sowie über den Bau der Teil—
trecke Duala-Edea dieser Bahn zur Kenntnis vorgeleg
Vo rden
Englands König spielt, wie alljährlich beim Be—
sinn der Sommerzeit, wieder den commis voyageur. Die
Konkurrenz“ in Zentraleuropa ist ihm brutal in sein
-pinnengewebe gesahren. Seine Besuchsfahrten sollen
ie erheblichen Teselte wieder ausbessern. Obs gelingt?
Vir bezweiseln es. Denn das Originalsabrikat des kö—
liglichen Reisenden, das Eintreisunagsgewebe, hat bei
zürsten und Völlern an Zugkraft stark verloren. Aber die
datze kann bekanntlich das Mausen nicht lassen; und so
nuß man sich schließlich auch an die zugleich katzenfreund—
iche und intrizante Manier Onkel Eduards gewöhnen. —
In Holland leben Königshaus und Volk in dulce
ubilo. Nach langem Harren gab es einen Thronerben.
zinen weiblichen zwar. Aber besser wie gar keiner isf
r sicher; zumal in Holland auch die weibliche Linie erb⸗
olgeberechtigt ist. Außerdem eröffsnet diese erste glückliche
ßeburt nach so vielem Mißgeschick immerhin die Aussicht
iuf weitere Mutterfreuden der sympathischen Herrscherin.
nielleicht kommt nun doch noch ein Prinz! Daßk die sonst
Irma
Sie strich sich mit der Hand die dountlen Xngen von der
Ztirn.
„TLasei amo fare g Dio!l“ sagte sie. „Das ist alles,
»as ich tun kann — alles Gott überlassen und tapser und
soffnungsvoll sein. Aber Camilla ich glaube es ist Zeit für
eine Verabredung; laß dich durch mich nicht zurückhalen,
ch kann auch wirklich nicht länger bleiben. Ich kam nur
ierhin, um dir zu sagen, daß wir reisen werden. Jetzt
oerde ich meinen Vater nicht mehr verlassen, deshalb muß
u zu uns kommen und uns deine Neuigkeiten mittellen.
sch bin wirklich gespannt, und es seollte mich nicht wun—
ern, wenn sie da über einander herfielen. um deinen
Zesitz zu kämpfen.“
Camilla lächelte in schnell zurückkehrendem Frohsinn,
uwr sie nie lange verließ.
„Wir werden sehen!“ sagte sie. „Was mich anbetrifft,
Nhabe ich keine Furcht Eigentlich müßte ich ja vor Angst
ittern, aber ich fühle mich meines Erfolges volllommen
icher. Natürlich werde ich zu dir kommen und dir alles
erzählen, sobald die Sache abgemacht ist. Doch jetzt muß
ich wirklich schnell zum Maestro eilen. Wenn ich ihn war—
en lasse, würde furchtbar wütend sein“
ich am solgenden Tage in Habre einschifsen. Ein solcher
Abschied hat immer etwas Beklemmendes, Trauriges; denn
velche Sicherheit hat man in diesem wechselpollen Leben,
ie je wieder zu sehen?
Diese Trennung würde ganz besenders hart gewesen
ein, da jeder die Gefahr kannte, die über ihrem Freund
ind Gastgeber schwebte, wenn derselbe sich nicht bemüht
atte, durch fröhliche Scherze jede Traurigkeit zu bannen.
luch Irma war heiter. Sie dachte nur daran, wie wohl—
ätig die Seereise für ihres Vaters Zustand sein werde
ind wie er gewiß ganz wieder genesen werde; die Gefahr,
ie sie so sehr beunruhigt hatte, schien ihr gar nicht mehr
orhanden. In zwei Tagen suhr der Dampfer von Haore
b, sie konnte den Tag der Abreise kaum erwarter
Und so war denn der kleine Freundeskreis zum letzten
Male auf dem Platze, der Zeuge so vieler traulicher Zu—
nmenkünste gewesen, versannmelt. Aber wie auf Verab—
edung vermieden alle, von der bevocstehenden Trennung zu
prechen. Doch keiner enwsand den Trennunasschnmera wobl
ieser als Norcert. OEr tonnte fich nicht vorstellen wie er
veiter leben sollte, ehne in das Antlitz zu schauen, das
ein Sonnenschein und sein Entzücken gewesen, wußte er
»och, daß nach dieser Trennung ein Wiedersehen sehr un—
ewiß sein würde. Er hatte Irma seit ihrem Zusammen—
ein im Atelier nicht einen Augenblick allein sprechen kön—
ien. Mr. Darracete, der zu seinem Erstaunen am Tage
‚arauf in seinem Atelier erschienen war, hatte sein Schid—
al durch wenige, wenn auch freundliche Worte besiegeli.
„Verstehen Sie wohl“, hatte er bestimmt und fest ge—
agt, „daß ich nichts gegen Ihren Verkehr in meinem
hause habe — im Gegenteil, ich würde Sie sehr vermis⸗
en, wenn Sie nicht mehr kämen. Aber wenn Sie kom—
nen, muß es unter der Bedingung sein, daß Sie meine
kochier nie mehr mit Liebeserklärungen belästigen. Sie
zwidert Ihre Gefühle nicht, und das müssen Sie ja selbsi
emerkt haben. Aber sie hat Sie gern und empfindet
Nitleid mit Ihnen. Ohne Zweifel würde es Ihnen da—
or loicht sein sie in irgend einer Weise zu binden 5
ste aber später. wenn ne sich selbst besser äennt, bereuen
würde.“
Der junge Mann errötete heftig. „Ich hoffe“, sagt,
er, „daß Sie mich nicht für so unehrenhaft halten, Ihre
Tochter zu einem Versprechen zu drängen, dak sie nach—
her bereuen würde.“
„Nein“, antwortete Mr. Darracote, „ich bin überzeugt
daß Sie so nicht handeln würden, wenigstens — nicht
vissentlich. Aber Jugend ist selbstsüchtig und Leidenschaft
Jind. Deshalb meiden Sie die Gelegenheit, Irma allein
zu sprechen. Wollen Sie das, haben Sie genug Selbstbe—
— DDDDVDDDDD
wie vorher. Wenn nicht — dann ist es besser, Sie bleiber
'ort. Kommen Sie aber wieder, se müssen Sie mir vor—
— ———
u reden.“
„Soll das ein Versprechen für immer sein?“ fragte
Norbert langsam.
„Nein, das nicht!“ erwiderte Mr. Darraccte. „Jd
erlange es nur für die Zeit bis zu unserer Abreise nackt
Amerika. Wenn wir also Frankreich verlassen haben, hört
nein Verbot für Sie auf. Später können Sie immerhin
Ihr Glück nech einmal bei ihr versuchen, ich habe nichts
dagegen. Wenn Sie also in meine Bedingungen einwil—
igen wollen, se kommen Sie nur wieder so oft, wie Sie
wollen; andernfalls muß Ihnen mein Haus verschlossen
baleiben.“
Um nicht vollständig Irmas Anblick entbehren zu müs—
ten, gab Norbert schweren Herzens das verlangte Ver
prechen.
Zu Irma sagte Darracote einfach: „Ich habe mit dein
brichten Menschen gesprochen; er wird dich nie mehr be—
lästigen. Behandle ihn also genau so wie früher.“
Das junge Mädchen blickte ihn erstaunt an.
„Weshalb sollte ich ihn denn anders behandeln?“ frag—
e sie. „Ich freue mich, daß du mit ihm gesprochen has:
uind daß er nie mehr ven dergleichen reden will. Es tut
nir weh und betrübt mich. Ich denke schon gar nicht meh—
3
Vierzehn Tage später war wieder eine kleine Gesell⸗
schaft unter den alten Bäumen vor dem Hause in Pajssy
zersammelt. Da war der Abbe Ravcur, mit halb geist—
ichem und halb weltmännischem Acußern, dann Dufvesne
nit seinem ernsten, strengen, bärtigen Gesicht und seiner
tockenen, zymischen Art. Außerdein waren auch Nerbert
nit seinem Enthusiasmus und seinen Träumen und Ca—
ailla mit ihrem heiteren Selbstvertrauen und ihrer künfti—
jen Beriihmtheit erschienen.
Sie waren gekommen, um den Darracote's Lebewohl
agen; denn diese wollten morgen Paris verslassen uns