Lokales.
Eine Schnellzugszuschlagskarte kostet vei Reisen
iber 150 Kilometer für die dritte Zone 2 Miark fur die
erste und zweite Klasse und 1 Mark fuür die dritte Klasse.
Wenn man aber z. B. erst eine Schnellzugszuschlagskarte
ür die zweite Zone im Preise von 1 Mark für die erste
ind zweite Klosse und dann eine solche für die erste Zone
m Preise von 50 Pig. löst, so hat man 50 Pfg. am
Fahrgelde gespart. Dieses Verfahren wird von vielen
rfahrenen Reisenden fleißig geübt und wird von der Ei⸗
senbahnverwaltung auch nicht beanstandet, da es tarifmä⸗
zig zulassig ist. Die Stations- und Zugpersonale sind
edoch streng angewiesen, in solchen Fällen genau darauf
nt achten, daß derartige Reifende die zweite Schnellzugs—
aischlagslarte auch wirtlich lösen, und zwar muß die 88
ung, wenn eben angängig, auf denjenigen Stationen er—
folgen. auf der die Guͤluͤgkeit der ersten Schnellzugs zu⸗
schlagslarte abgelaufen ist. Meldet sich der betreffende
steisende nicht rechtzeitig, so wird er als Reisender ohne
zültige Fahrkarte angesehen uund zur Zahlung des erhöh—
ten Fahrgeldes von mindestens 6 Maͤrtk herangezogen.
Sicherheit der Reisenden in den Eisenbahnzü—
zen. Die Staatseisenbahnverwaltung ist fortgesetzt be—
nüht, die Sicherheit der Reisenden zu erhöhen. Von gro—
zer Wichtigleit sind die Neuerungen, welche die D⸗Zug⸗
vagen erfahren haben. Sie wurden mit breiten, ganz
jerunterlaßbaren Fenstern versehen, um dem Reisenden
m Notialle das Verlassen der Wagen zu erleichtern. Der
Ausstieg durch die Fenster ist mnicht meht so schwierig wie
rüher, da die hochlstegenden Heizunlagen sich als Fuß—
ritte und die eisernen Gardinenstangen sich a's Hand—
zriffe benußen lassen. An der Außenwarid der Wagen
ind unter den Feustern Nothanogrisse und am Wagen—
oden ebensolche Fußtritie befestigt, so daß auch der Ab—
tieg nach außen ermöglicht ist. Da diese Hilfsmittel bei
etwaigen schies- oder auf der Seite liegenden Wagen
nicht ausreichen, wird in jedem Wagen eine kurze und
ine lange Sprofsenleiter mitgesnhrt, außerdem befindet
ich in jedem Packwagen noch eine größere Leiter, die für
ille Fälle ausreicht. Ferner ist in der Mitte des Seiten—
zanges der D- und Schlafwagen ein Wandschrank mit
Blastür vorgesehen, der ein Beil und eine Handsäge ent
jält Mit diesen Werkzeugen können im Notfalle Türen
ind Fenster eingeschlagen werden, um einen Ausgang zu
chafsen, oder es konnen Personen, die zwischen Truͤm—
nern eingellemmt sind, befreit werden. Ein größerer
Werlzeugkasten befindet sich im Packwagen, woselbst auch
er Rettungskasten mit Verband- und Arazneimitteln auf—
—öX
8 Das Züchligungstecht in den Lehrern an den Fort⸗
ildungsschulen durch eine Entscheidung des Reicheger'chtes
uerkannt worden, wodurch diese viel umstuttene Frage ihre
ndgültige Regelung etsahren hat. Die Begründung des
Irteils enthalt folgende bemerkenswerte Sätze: Die Befugnis
ines Lehrers zur Anwendung von Zuchtmitteln einschließlich
der körperlichen Züchtigung, solgt aus dessen Recht und Pflicht
zur E ziehung garz von selbft. Hinsichtlich der Volksschul⸗
ehrer hat dies das Reichsgericht berei s in zahlreichen Fällen
inerkannt. Die Fortbildungsschule ergänzt nicht vur den
zenossenen Unterricht der jungen Leute, sondern sie ver folgt
auch erzieberische Zwecke. DTa die Fortbildungsschule zu
den Volksschulen gehört, sind die an einer Fortbildungsschule
angestellten Lehret Vollsschullehrer. Sie hoben somit deren
Pflichten und Rechte. Der Umstand, daß die Gewerbrord⸗
iung, 8 150 der Reichegewerbtordnung, nur Geld- und Haft⸗
trafen kennt, vermag an der D'sziplinargewalt der Fortbil⸗
zungsschullehrer nichis zu ändern. Diesen steht aber auch
as Recht zu, neben kö perlichen Strafen, die nur in Aus—
iahmefällen zur Abwendung kommen dürfen, die polizeiliche
Strafe widersetzlicher Schuler zu veranlassen.
8 InNalbach ist dieser Tage der ehemalige Vizefeldwebel
es 69. Infanterieregiments Schroedter, Inhaber der Eifernen
dreuze J. und 2. Klasse, brerdigt worden. Da der Vier—⸗
torbene protestantisch, sin Sohn aber katholischer Oris—
eistlicher war, ging der Trauerzug vom karholischen P'arr⸗
jaus aus zu dim protestantischen Friedhofsteil. Die Beerdig—
ing hielt ein eva gelischer Pfarrer, dazu läuteten die Glocken
)er katholischen Kirche. Gewiß ei schönes Bild konfessioneller
Fintracht!
8 An Eltern und Lehrer ergeht jetzt im F ühling erncut
ie Bitte, die Kinder zu mahnen, junge Zweigen Baum
ind Strauch, die jetzt in ihr junges Grun sich kleiden und
die eisten Blumen des Lenzes in den Gaärten uud Wiesen
u schonen, sie nicht gedankenlos und massenhaft abzureißen
ind abzupflücken und dann achtlos wegzuwerfen.
8 Bauernregeln vom Mai. Im Mal ein warrmer Regen,
edeutet Früchtrseger. — Viel Gewitter im Mai, ꝛuft der
Jauer „Juchhei!“ — Pankraz und Servaz, die stehen wie
in Spatz. — Kuhle und Abendtau im Mali bringen Wein
ind vieles Heu. — Nachtfröste unnütze Gäste. — Ein Bienen⸗
chwarm im Mai ist weit ein Fuder Heu. — Vor Nachthrost
zist du sicher nicht, bis daß herein Sewatus bricht. — Gibts
er Eichenblüte viel, süllt sich auch des Kornes Steel. —
Venn Urban kein gut Wetter hält, das Weinfaß in die
Bfütze sällt — Auf nassen Mai kommt trockener Juni herdei.
— Der Apiil kann rasen, det Mai häͤlt Maßen. Das
cheint nun allerdiugs kaum mehr so und die Weisheit, der
Mai halte Maßen, dürfte auch als abgetan der guten alten
Zeit ange öcen. So gut sich der April angelassen, so schlecht
ut dies der „Wonnemond“. Mit den letzten Tagen des
April hatte schon Regerwetter eingefetzt, das die Temperatur
8 dem vorherggangenen warmeun Wetter stark herunter⸗
rückte.
Singen und Pfeifen in der Werkstatt trotz mehrmaligen
Lerbots wurde rom Gewerbegericht Berlin als Grund zur
ofortigen Entlassung des Gewerbegehilfen angesehen. In
en Entscheidungsg ünden führt das Gericht aus, daß der
Arbeitgeber, sofern er in dem Singen und Pieifen während
der Arbeitszeit im Arbeitsraume eine Störung eibleckte, be⸗
echtigt sei, dem Arbeiter dieses Verhalten zu unte fagen.
die Vefolgung dieses Verbots gehoͤre deshalb zu den den
Arbeitern nach dem Arbeitsvertrage obliegenden Verpflichtun—
jen und eine behartliche Weigerung, dem Verbote nachzukom⸗
nen, waäre ein gesetzliche. Grand, das Arbeltsverhältnis sofort
ufzulösen. Das Gericht brachte bei dieser Gel⸗genheit ferner
sie Auffassung zuc Geltung, daß es füür den Tatbestand der
eharrlichen Weigerung, die Dienstpflichten zu ersüllen, nicht
mbedingt darauf ankomme, daß zwischen den einzelnen Auf⸗
orderungen zu einer Handlung oder Umerlassung ein arößerer
zeitra um lieae
NAus der RNähe.
Fürstenhausen, 2. Masi. Eine billige Kraft
am Betriebe von Maschinen bezicht die hiesize Grube sage
ind schreibe aus dem Boden. Im Schafbachtale satzt ein
Sebirgesprung duich, der in einer Teefe von 400 Meter die
ilötze durchischneidet. In dieter Sprungklust sind groß—
M'engen Grubengas aufgespeichert, welches in Form von un⸗
ähligen Blasen aus der sumpfigen Baoden ausfirömte. Die
ßrubenverwaltunz hat nunmedr eine Einrichtung getroffen,
urch die das Gas durch die Rohrleitung abgesangen und
nach einem Gasmotor [Pumpe)] geleitet wird. Die Pumpe
vird durch dieses stetig ausströmende Gas kostenlos bettieben.
Sbr. Volkszto.
8Schiffweiler, 8. Mai. Dem Bergmann Kail
deb von hier wurde eine Fangvorrichtung für Förderschalen
atentiert. Sie hat mehr Vorteile als die bis jetzt bekannten
hnlichen Vorrichtungen, die beim Reißen von Föcderschalen
tets versagten. Sie kann an der Schale nicht angebracht
verden. Die Hemmung erfolgt langsam und nicht pPlötzlich,
vobei die Wirkung sicher ist. Leb wurde schon früher eine
Seilllemme zum Befestigen der Förderwagen an das Förder—
eil patentiert die, verschiedentlich eiageführt, sich üherall qut
währt bot
R*dus LVest- und Süd⸗Deutschlaund.
() Zuisburg,. 4. Mai. GRaubmord?) Ein 65jäh—
iger Mann aus Borken wurde mit einer Schußwunde in
er Brust bei Ofsenberg gefunden. Er hatte 300 Mari
argeld und Wertvapiere bei sich. die his auf 10 Mar
ehlien.
() Mulheim (Ruhr), 4. Mai. (Typhus,) In dem
ier garuifonierenden Insanterie-Regiment brach der Ty—
hus aus. Fünf Soldaten sind bereits erkrantt.
() Krefeld, 4. Rai. (In Geistes Umnachtun g.)
kin im Vorort Oppum wohnender Kolonialwarenhändler
tißhandelte in eiuem Anfall von Geistesslörung seine
zrau mit einem Bügeleisenbolzen und schnitt sich darauf
ie Halsschlagader durch. Bevor Hülfe zur Stelle war!
tarb er an Verblutung.
() Dortmund, d. WRai. (GEin Opfer der Mai—
eier) In Werne ist ein junger Bergmann,, der aus
Anlaß der Maifeier eine rote Fahne auf einem hohen
Baime anbriugen woltte, abgestürat und hat das Geme
jebrochen. Er war sosort tot.
) Iserlohn, 4. Mai. (Jugendlicher Lu ste⸗
nörder.) An dent 16jährigen Lehrmädchen Lina
Ichweizer aus dem benachbarten Kesbern wurde, als
3 sich auf dem Wege zur eiterlichen Wohnung befand,
in mit bestialischer RMtoheit ausgeführter Lustmord ver
ibt. Es gelang nun, den Täter in der Person des 15
ährigen Sattlerlehrlings Frit Schulte aus Meggen (Ar.
Ilpe) zu ermitteln und zu verhaften. Ein am Tatorte
mifgesundener abgebrochener Zollsiock und ein Messer ha—
hen zur Entdeckung des jugendlichen Mörders geführt.
Er legte nach kurzem Leugunen ein unijassendes Geständ—
nis ab und erzählte mit großer Ruhe alie Einzelbheiten
des grauenhaften Verbrechens.
(E) Hagen, 4. Wiai. (Massenkündi gung.e) 29
Zchmiede der Firma Lange u. Co. haben die Arbeit für
die stillgelegten Hagen-Grünthaler Eisenwerke verweigert.
die Firma kündigle darauf der ganzen Arbeiterschaft, 130
— Firma Brenne,
dangarter u. Co. in Haspe gemeldet.)
Eschweiler, 4. Vai. (Mördverdä chtiger.)
fin am 29. April aus Belgien über die deutsche Grenze
ausgewiesener Rumäne, der sich weigerte, seinen Namen
anzugeben, ist im benachbarten Bergrath als des Mordes
an einer Witwe verdächtig verhaftet worden. Sein Ta—
chenmesser weist Blutsieclen und Haarteilchen auf.
() Bonu, 4. Mai. (Jum Studium eingetrof—
en.) Prinz Oslar von Preußen ist zur Fortsetzung sei—
ner Studien hier eingetroffen.
(5) Benrath, 4 Mai. (Arbeitsniederlegung
der Maurer.) Die freiorganisierten Maurer und
Handlanger legien die Arbeit mieder. Sie fordern täglich
A stündige Arbeitszeit und etnen Stundenlohn von660
Pfg. für Maurer und 50 Pfg. für Handlanger. Bisher
»etrug die Arbeitszeit zehn Stinden iaglich und der Lohn
»8 bezw. 48 Pig. für die Stunde. Au dem Ausstande
ind etiwa 270 bis 200 Arbeiler beteiligt.
(E), Kreuznach, 4. Mai. Böse Wirkun g des
MNaifrostes) Der Frostschaden ist im Nahetal erheb—
ich. Die Früghobsternte gilt als vernichtet. Auch die
Weinberge haben Frostschaden erlitten.
8Aus Kurhessen, J. Mai. In din Wäldern biu
Bersdorf, Kreis Hersfeld, gelang es dieser Tage den Förstern,
einen der Wilddiebe zu ertappen, die dort seit langem ihr
I. wesen triebhen. Zu ihrer nicht geringen Ueberraschung
entwpuppte sich dieser als der Bürgermeister eines Nachbatortes.
8Aus Westfalen, 26 April. Die Vorarbeiten für
den Bau der Mühnetalsperre sind jetzt so weit gefoördert.
daß man hofft, im August das Fundament für die Sperrnmauer
egen zu können. Sie wird 40 Meter hoch, unteren Teil
34220 Meter, on der Krone 6 Meter breit und 700 Meler
ang. Das letzte Hochwasser hat die Arbeiten gistört und
inen Schaden von 20 000 Mar! verursacht.
E) Cochem, 4. Mai. Im Berufverunglückt.)
Zchon wieder forderte der hriesige Tunnel, das' Schmer—
enskind der deutschen Etrenbahn, ein Menschenopser. Der
Streckenwärter Kehl wurde von dem um b6 Uhr hier ein—
aufenden Personenzuge ersaßt, weil er nach der falichen
Seite cuswich, und getötet. Eine Stunde später sand ein
Arbeiter die Veiche.
E) Trier, 4. Mai. (Prozeß Breuer.) Gegen den
wegen Mordes angeklagten Rennsahrer Breuer wird vor
dem hiesigen Schwurgericht am 30. Juni neu verhandert.
(e) Magdeburg, 4. Mai (Maifseier.) Wegen des
Feterns am 1. Masi wurden sämtliche 300 Arbeiter
ind Arberterinnen der hiesigen Schuhsabrit Büh—
ing u. Co. entlassen.
() Donaueschingen, 4. VNRai. (maischnee.) Hier
und weiter dem Schwarzwald zu lag gesiern der Schnee
über drei Zentimeter hoch. Man hegt große Besfürchiun—
zen bezüglich derjenigen Bäume. die im Blüben begrif—
fen sind.
() Stuttgart, 4. Mai. (KDuftichifflinien.) Der
erweiterte Ausschuß des Wuͤrttembergischen Luftsotlenver—
»eins hat nach dem „Schwäb. Merlkur‘ einen Atbeitsaus—
chuß für die Errichtung einer Luftschisshalle in Stutt—
Jart gewählt. Der Sitzung wodunten auch ein Vertre—
er des Kriegsministeriums, sowie der Oberbürgermeisier
»on Stutigart, von Gauß, bei. Levterer teilte mit, daß
die Stadtverwaltung die Frage der Beschafsung eines
Plabes mit allem Wohlwollen behandeln werde. Aus
»en Ausführungen der Vertreter des Grafen Zeppelin war
u entnehmen, daß eine Betriebsgesellschaft, der auch der
duftschifsfbau Zeppelin nahesteht, die Errichlung eines fahr⸗
»lanniäßigen Luftschiffverlehrs von Luzern über Fried⸗
ichs?afen oder Franlksurt a. M. nach dem Norden sn die
dand genommen hat. Es wird von dem Bewerbea der
Ztädte durch Angebote von Landungsplätzen abhängen,
velche Linie im einzelnen gewählt werden wird die
Lufischifflinien sollen bereits im nächsten Jahre in Betrieb
renommen werden
— —
Aus aller Welt.
* Deutsche Auswanderung. Oie Auswanderung über
Bremen umfaßte im April 8277 im April des Vorjah.
es 3057) Personen, darunter 1076 ti. V. 7538) De utsche.
In den vier Monalen Januar bis April wauderten etwa
38 000 Personen uber Bremen aus gegen 14 580 in der
zutsprechenden Zeit des Vorjahres. darunter 3122 gegen
247 11
* Tauerfahrt der Luftschiffe „Groß 25 und „Marfe
val 1“. Aus Berlin wird berichtet: Die Lujstschiffe „Groj
2* und „Parseval 1“ sind Dienstag Morgen'6. 30 Uhr zu
einer Dauerfayrt aufgestiegen. — Nach einer späteren Mel—
zung, ist das Militarlufuschiff „Groß 2“ nach 214 stündiger
Fahrt auf dem Tegceler Schießplatz glatt geslandet. Der
Wind hatte sich auigefrischt bis zuů acht WMieter. Trotzdem
wurden mit dem Lujsischiff noch sechs Sekundenmeter er
zielt. Tie Fahrt ging über Pankow, Heinersdorf nach
Berlin über den Wedoing zum Tegeler Schießplaß zurück.
* Nachklänge zur Maifeier. Infolge Beteiligung an
der Maifeier sind in Berlin an 5500 Arbeiter, worunte
sehr viele Goldarbeiter, ausgesperrt worden.
* Erftickt. Zwischen Großlichterfelde und Teltow sind
in einer Baubude, wo sie für die Nacht Unterschlupf ge—
sucht und einen Noksofen angezündet hatten, drei pol—⸗
nische Arbeiter erstickt aufgefunden worden.
*Raubmord. In einem Abteil 3. Klasse eines in
Ballensiedt eingetrofsenen Personenzuges wurde der Gärt
nergehilfe Hellmann aus Magdeburg mit mehreren Schuß—
wunden im Kopf tot aufgesünden. Es liegt ein Raub—
nmeard vor.
* Zugunglück. In Neustadt am Rübenberge stießen zwel
Büterzüge zusammen, wobei die beiden Maschinen und 15
Wagen entgleissen und teilweise zertrimmert wurden. *
Zugbeamte wurden leicht verletzt.
*Bluttat eines Geistesgestörten. In Fügen im Zil
ertal ist der Spenglermeister Ozbacher, Vater von sechs
dindern, gestorben. Dies wirkte auf seinen Bruder Jo
eph, der seit längerer Zeit geistesgestört ist, derart, daf
er die Frau des Veritorbenen erstach und sich dann selbf
erschoß.
*Selbstmord. Die 26iährige Kaufmannswitwe H
Deutsch stürzte sich in einem Anfalle von Schwermut aus
hrer im 2. Stock gelegenen Wohnung auf die Straßt
und war sofort tot.
* Brandkatastrophe. In der Ortschaft Sandor-Haza
sind 200 Wohnbäuser niedergebrannt. Ein alier Bauer,
welcher seine Habe retten wollte, kam in den Flam⸗
men um.
*Massenauszug? Laut Nachrichten aus der Kongo⸗
'olonie sind 10 000 Eingeborene aus Suüdkamerun, angeb—
lich wegen strengen Auftretens der deutschen Offiziere
nach dem franzöfischen Kongo ausgewandert
— r —
*Wäalstunde. Kochin: „Was macht denn die Gnaä—
dige augenblicklich?“ — Zose: „Sie schmintt sich gerade von
38 auf 28 herab.“
*Der unvollkommene Mann. zSie sind
wirklich um Ihren Gatten zu beneiden; wie unermüdlich
und selbstlos ist er und wie geschickt — von seiner leßzten
Operatton spricht man überall.“ — „Da haben Sie ja ganz
recht, mein Mann flickt alles wieder zusammen, aber dem
ken Sie etwa, er nähe sich 'mal selbst einen Knopf an?“
*Sichere, Probe. Ar: „Wenn ich nur erfahrer
könnte, ob mich meine angebeteie Laura wirklich liebt?:“
— B: „Das ist ganz einfach. Setze Dich beim nächste:
Ball unter den großen Spiegel und paß genau auf: Wem
Deine Angebetete zuerst Dich ansieht und dann ersi in da
Zpiegel schaut, dann hat sie Dich sicher liebt“
Telegramme.
Saarbrücken, 5. Rai. Vor einigen Tagen ging durch
die Presse ein Foell von Soldaten-Mißhandlung bei der
Maschlnendewehr-Abteilung des hitsigen Inf. Reg. Ne. 70.
Diese Angelegenheit, die damals stark übertrieben dargestellt
wurde und sogar mit dem Tode des Soldalen geendet haben
vollte, beschaftigte gesteen das Kriegegericht. Sowelt wir
hören, war der Soldat infolge eines starken Exerzierens
„schlapp“ geworden und hatte sich beim Fallen am Kopfe
oerletzt. Die gestrige Vechandlung fand unter Ausschluß ber
Deffentlichktit ftatt gegen den Leutnant Traumann. Er wurde
u einer Strafe von 3 Monaien Festung verurteilt.
*St. Ingbert, 4 Mal. Den Bergleuten hiesiger Grube,
)ie eine längere Dienstzeit hinter sich haben, wird je nack
dieser cein Ucdaub bewilligt werder.
*Brüssel, 3. Mai. Laui Nachrichten aus der Kongo
kolonie sind 10 000 Eingeborene aus Sudkametun, angebüch
wegen strengen Auftretens der deutschen Offiziere, nach dem
französischen Kongo ausgewendeit.
*Haag, b. Mai. Wenn alles, wie bisher, gut geht—
vird die Königin Wilhelmimne mit dem Prinzesschen von
Ranien bereits Anfang Juni nach dem Schloß Het Lor
ibersiedeln.
*Mailand, 4. Mai. Die Schneefälle in ganz Italien
zalten an. Mehrere Flusse find aus den Usern getreten
In mehreren Probinzen wurden starke Erdstöße verspürt.
*Konstantinopel, 4. Mai. Türkischen Blättern zufolge
at die Finanzkommission die für den Sultan ausgesetzte
Rente von 25 000 Pfund herabgesetzt und auf 20 000 Pfund
rmäßigt. Hier und in der Provinz dauern die Verbaftungen
)er Reaktioräre fort.
* Newyork, 5. Mai. Ja der Angelegenheit der von
der Steuerbehörde beschlagnahmten Koffer, in denen wertvolle
Dam nkleider und alte Brüsseler Spitze im Gesamtwerte von
200 000 Dohlar geschwmuggelt werden sollten, sind auch die
bornehmsten Damenkopfektionsfirmen verwickelt Verhaftet
wurde gestern in dieser Schmuggeleffaire die Inhaberin des
hiesigen ersten Kostümhauses „Maison Lorraine“. Mit dieser
Dame wurden zwel andere der beften Gesellschaftskreise fest.
zenommen.
* Konstantinopel, 6. Mai. Die Kammer hat gestern
»eschlossen, das bedeutende Verwmözen des Sultans Abbdnl
Hamids zu beschlagnahmen und den alten Sultan für
den Leb nsunterhall auf das ihm ausgesetzte Gehalt zu be—
schränken.
*Bern, 5. Mai. Einer Einladung der deutschen Mül⸗
ler folgend, reift eine Abordnung des schweizerischen Mul—
lerverbandes nach Berlin, wo am 6. Mai die Verhand⸗
lungen zwischen den Müllern uͤber die Beilegung des
Mehlzolltonfliktes weitergeführt werden.
*Paris, 5 Mai. Der Exr⸗-Diktator Castro, der
gach Santander abgereist ist, hat allen Ernsies die
Absicht, gegen die französische Regierung einen Prozeß
vegen der von ihr versügten Ausseisung aus La Mar
inique anzustrengen.
*Paris, 5. Mai. Dem „ournal“ zusolge hat der Er.
zräsident Castro kurz vor seiner Abreise ein Telegramm er—
jalten, wonach das venezolanische Volt gegen die Reg'e
ung des Generals Gomez sehr erbittert und insbefon—
»ere über die Cinmischung Nordancrikas aufgebrächt sei.
das Volk und die Arniee verlangen anzeblch nach Castro.
»Teheran, 5. Mai. Nach einer Meldung der Agence
danas hat der Schah die Wahlen jür ein neu zu
herufsendes Parlbament angeordnet
THie bei ire Beilage der Germanla-Meditino
Drogerie, worauf wir unsere Leser aufmeiksam macht⸗