Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

Cokales und Bermischtes.
Dudweiler, den 28. April 1909.
ʒ In der letzten Bürgermeisterrats-Sitzung wurde anßer
ern Kammer auch Herr Heinrich Kopp, ein geborener
dweiler, zur Zeit Cheveauxleger⸗Wachtmeister, zum Bürger⸗
aeisterei Selrelär gewählt.
FPolizei Bericht. Wegen Obdachlosigkrit wurden zwei
„eiter im Polizeiverwahr untergebracht. — Wegen Körper⸗
ietzung mittels Messers wurden einige jungen Burschen
‚ Fischbach, wegen Hausfriedensbruch ein Friseurlehrling
hier, wegen Mißhandlung und Beleidigung ein Schreiner
Zaarbrücken angezeigt. Desgleichen zwei junge Burschen
zier wegen gemeinschaftlicher Mißhaudlung.
(Eingesandt). Der Sing Zier und Vogelschutz⸗Verein
Tauben und Kaninchenzucht hielt am Sonntag den 25.
til in seinem Vereinslokal bei Herrn Johann Huber
jeidierstraße eine Versammlung ab welche gut besucht war,
wurde beschlossen daß die Fruhjahrsausstellung des Ver⸗
s von 23 —31 Mai im Vereinslokale abgehalten wird,
dieser Ausstellung werden seht viele überseeische Vögel
id Aquarien vertreten sein, nach dem Progamm welches
J jetzt ausgestellt ist wird diese Ausstellung großartig wer⸗
. Es wurde beschlossen rin Eintritisgeld von 30 Pfo. zu
heben, wofür jede Person gratis 2 Goldfische erhält. Kar—
zur Ausftelluug sind beim ersten Vorsitzenden Herrn
inz Hell Kirchenftraße zu habep.
8 Ein verschollener Rechtsbrauch. Im mittelalterischen
unkfurt war es Brauch, daß ein zum Tode verurteilter
rbrecher frei ausging, wenn sich eine unbescholtene Junz⸗
u bercit erklärte, ihn zu heiraten. Da kam es denn
wie man der „Wormser Zig.“ schreibt, vor, daß ein
Sachsenhausen gebürtigter Verbrecher der gerade gehenkt
oen solite, neue Hoffnung schöpfte, als der Henker in das
ammelte Publikum hineinrief: „Ist eine Jungfrau da, die
n Verbrecher heiraten will, Langes Schweigen. End⸗
iahie eine ziemlich reife Jungfrau und sagte fast schüchtern:
ir Henker — ich will ihn nehmen.“ Der Delirquent
ht sich die Maid, schüttelte sich vor Schrecken und ruft
Henker in seinem heimat lichen Sachsenhaufet Dialekt zu:
wie enuff.“ Dieser Ausdruck ist bis zum heutigen Tage
qwörilich geblieben, und wenn ein Sachsenhauser deutlich
erkennen geben will, daß die Reize einer bestimmten Jung⸗
Nihn nur in sehr geringem Maße fesseln können, sagte
veiter nichts von ihr als: „Nix wie enuff!“
F Im Kreise Saarbrücken waren im Jahre 1908 950
Ale von übertragbaren Krantkheiten zu verzeichnen, von denen
tödlich verliefen. Typhus gab es 279 Exskrankungsfälle
tödlich), Genickstarre 12 (8 tödlich), Kindbettfieber 51
tödlich), Diphtherie 233 (26 tödlich), Scharlach 375
ödlich.) — In der Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezem⸗
1908 wurden 787 Patienten in die Lungenheilstädte
nnenberg aufgenommen und 790 entlassen. Durchschnittlich
wdie Anstalt 113,8 Kranken belegt. Bezüglich der erziel
Erfolge waren von den entlassenen Kranken 1. völlig wie⸗
gergestellt bezw. voraussichtlich dauernd erwerbsfähig 103
13 Prozent; 2. gebessect und voraussichtlich auf eine Reihe
Jahren erwerbssähig 512 ist 64,4 Prozent; 3. gebessert
nicht erwerbsfähig oder ungebessert 95 ist 12 Prozent.
Gesundheitsschutz in den Schulen. Die stäbdtische Ge⸗
„geitspolizci macht darauf aufmerksam, daß nach einem
ise des Handelsministers vom 13. Dezember 1907 und
Enischeidung des Regierungspräsidenten vom 30. Dezem⸗
2908 die ministerielle Anweisung zur Verbütung der
erereirung übertragbarer Krankheiten durch die Schulen sinn⸗
naß auch auf die Fortbildungsschulen sowie natürlich auch
en kirchlichen Religionsunterricht, den Schulgettesdienst
den Konfirmanden⸗ bezw. Kommunlonunterritcht Antven⸗
a4 findet. Die beteiligten geistlichen Stellen haben Ver⸗—
aonis und Enatgeginkommen für die gesundheitlich wotwen⸗
Forderung gezeigt. Zur Durchführung der Maßnahme⸗
es notwendig, daß die Leiter der Schulen den zuständigen
eiftlichen und Rabbinern die Namen derjenigen Schüler un—⸗
Fuglich mitteilen, die wegen ansteckender Krankheit vom
uerricht aus zuschließen sind. Es lommen b'er nicht nur
von der Gesundheiltspolizei nitgeteilzen kranken Schüler,
ideru auch alle an Favus, Keuchhuften, Köcnerkrankheit,
atze, Lunger- und Kehlkopftuberkulose, Masern, Mumps,
oöteln und Windpocken erkrankten und daher noch der mi—
meriellen Anweisung auszuschließenden Schüler in Betracht.
eder die Wiederz assung ist ebenfalls eine umgehende Mit⸗
dunz erforderlich. Falls bei Kindern, die den Konfirman⸗
a⸗ urd Kommunikantenunterricht besuchen, bisondere Um—
ade vorliegen, die in Entgegenkommen erwürscht erscheinen
sen, ist cin bezüglichet Antrag an die Gesundbeitspolizei
Nrichten, die aach Prüfung der Verhältnisse ensscheiden wird.
ar E stattung der vorgeschriebenen Anzeigen durch die Schul⸗
er sind Formulare zu benutzen, die durch das Bureau der
undheitspolizei erhaͤltlch sind.
In der Nacht zum Samstag verunglückten anf Grube
qugbach die Bergleute Milhelm Keßler und Josef Behres
m Quie'schied durch Sturz in den Schacht. Behres ist tot,
nn Kamerad koemmi mit leichten Verlttzungen davor. —
uf Grube Reden verunglückte am Frei?ag durch niederge⸗
mdes Geftein der ledige Bergmaun Jakob Baldes aus Hei⸗
genwald. Er erlitt einen Bruch der Wirbelsäule. — Der
jengmann B. Brill aus Eppelbrurn ist ebenfalls am Freitag
uf Grube Itzenblitz durch niedergeheudes Geslein verunglückt.
J. hat so schwere Verletzungen ethalten, daß an seinem Auf—⸗
mmen gezweifelt wird.
—Saarbruücken, 28. April Ja der gefstrigen
chwurgerichte⸗Sitzung hatten sich der Zeitungs⸗Expedient
hann Oswaldt aus Malstatt Burbach zu verantworten.
⁊t ist beschuldigt, auf seine Geliebte einen Toischlagversuch
usgeübt zu haben. DOswaldt hatte schon längere Zeit Be—
annischaft mit dem Mädchen und sich dabei sehr eifersuchtig
zezeigt. Nach einer solchen Eisersuchts-⸗Szene feuerte er
ihens im dunilen Hausgange der Wohnung des Mädchenv
inen Schuß aus einen Revolver ab. Die' Kugel drang dem
Nädchen durch die Bluse und blieb in einer Unterlage Warte,
ie zwischen die Brust und Bluse gelegt war, siecken, auf der
srust eine kleine Anschwellung und Linen rotgelben Flck
interlassend. Dies war die einzige Verletzung, die das
Nädchen davontrug. In anbetracht, daß dec Angeklagte hy⸗
erxisch veranlagt war, wurden ihm mildernde Umftaͤnde zuge—
illigt. Oswaldt erhielt wegen Toischlagversuchs etne Ge⸗—
aͤngnisstrase von 6 Monater, ron denen 3 Monace als
an die Untersuchungshaft verbüußt in Abrechnung gebrzadt
urder.
Mantz, 26. April. Am Frittag sind anf Fort Man—
ruffel etwa 150 Mann des 182. sächsischen Faßaitillerievegi⸗
sents erkrankt. Die Leute follen angeblich berdorbene Wu⸗st
egessen haben. Ob dies aufWahrheit berahl, wird die cin—
eleitete Untersuchung ergebur

4

Wiesbaden, 27. April. Auf dem Gallakorzert
m Kurhause, dem der Kaiser beiwohnen wird, wird zum
rsten Male in Deutschland ein französischer Männergesang
derein mitwitken. Auf Wunsch des Kaisers wird er altfran
zösische Volkslieder zum Vortrag bringen.
ß Dortmund, 26. April. Auf Zeche Graf Schwrrin
st ein Flözbrand eutstanden. Beim Abdämmen sind mehrere
Leute durch Gase betäubt worden. Der Steiger Peters ist
dabei verstorben.
8 Winnipeg, 26. April. Eine absolute wahre Ge—
chichte von der elementaren Stärke indianischer Mutterliebe
vurne am Dienstag aus Vort Arihur, Ontario, am Superior—⸗
Fee, gemeidet. Ueber 200 Metlen nördlich von diesem Hafen
entdeckte ein Trapper eine Indianerin in vollständig erschöpf⸗
em Zustande. Sie haite eine Anzahl ihrer Kinder mit sich
ind erzählte dem Trapper, daß sie und ihre Kiuder fast Hun⸗
zers gestorben seier. Ais sie danx das Gewimmer der Kin—
er, ihren Schrei nach Nahrung, nicht mehr iänger anhören
onnte, schnitt sic die unglückliche Muster Fleisch aue ihrem
igenen Körper, schlug ein Loch in das Eis des dort liegen—
jen kleinen Sees und benutzte ihr Fleisch als Köder an ihrer
Angelschnur und es gelang der Indianerin soviele Fische zu
angen. daß deren rohe genossen s Fleisch solange hinreichte
sie Kinder und sich selbst vor dem Hungertode zu bewahren
In diesem Zustande fand sie der Trapper, der sie und die
inder mit passender Nahrung versorgie uno nach der rächften
Ansiedelung brachte, wo sich die Familie namentlich die so
rzufonferunde Mutter, nun langsam wieder erbolt

() Boun, 27. April. (Im Rausch.) Ein blutiges
Familiendramg hat sich in dem Hotel „Deutscher Kaifer“
in der Rheinbrücke ereignet. Ein Gutsbesitzer hatte in
vem Lokal siark gezecht, und die weibliche Bedienung mit
Champagner traktiert. Schließlich suchte er auch mit der
VLirtin anzubändeln, worauf diese mit ihrem Gatten in
Ztreit geriet, in dessen Verlauf die Frau ihrem Manne
ine Champagnerflasche an den Kopf warf. Nach diesem
Borfall schloß der Wirt das Lokal. In der Privatwohn
ing setzie sich der Streit zwischen den Ehegatten fort, wo—
ei die Frau mehrere Revolverschüsse auf ihren Gatter
ibgab. Sie traf sich hierbei aber selbst in den Unterleib,
vährend der Mann umnverletzt blieb. Der Mann ist keit
dem aus dem Hause verschwunden. ι
() Vom Rhein, 27. April. Gute Ernteaus⸗
ischten.) Die infolge des langen Winters zurückgeblie—
ene Vegetation hat sich überraschend schnell entwickelt.
zinnen kurzer Zeit standen die Aprikosen, Pfirsiche, Kir⸗
hen und Pflaumen in voller Blüte, Zwetschen und Bir—
jen folgten bald nach. Sämiliche Obstsorten zeigen durch
hynittlich einen reichlichen Fruchtansatz. Gleichgut wie die
Ibstaussichten ist auch der Saatenstand und der Stand
er Futterkräuter. Der Stand der Weinberge ift bis
etzt gut, nirgends zeigen sich Frosischäden. Im großen
ind ganzen sind die Vorbedingungen für ein gutes Ernte
ahr geageben.
() TDarmstadt, 27. April. TCödlicherUnglücks—
all.) Heute früh fiel im Hinterhause Rheiustraße 47
zer Kolporteur Hartberg die Treppe herunter und war
ofort tot.
() Darmstadt, 27. April. (Fürstlicher Besuch.)
zroßherzog und Großherzogin von Baden treffen am 5.
Nai zu mehrtägigem Besuche des hiesigen Hofes ein.
Väöhrend des Aufenthaltes der Großherzoglichen Herrschaf—
en finden größere Festlichkeiten siatt.
(9) Fraukfurt, 27. April. (GGelandete Leiche.)
hei Fechenheim wurde heute im Main die Leiche der
Lina Haar aus Seckbach gelandet, die seinerzeit mit dem
Uan Emniel ins Wasser gegangen ist.
() St. Ingbert, 27. April. (Messerstecher.) Zwi
chen Aßweiler und Ommersheim wurde ein 28jähriger
HZergmann erstochen. Der Täter ist verhaftet.
(5) Mindelheim (Bayern), 27. April. (Kindesnord)
 Im Walde wurde das vierjährige Töchterchen
eines italienischen Arbeiters von einem hiesigen Tagelöh—
ier ermordet und fast vollständia zerilückelt.
Rorin, 27. niprus rertende Vamen-—
ch nei der.) Der erst vor einigen Wochen beendete Da—
menschneiderstreit ist wieder ausgebrochen, da die Strei
lenden darin, daß einige Schneiderinnen nicht wieder ein
gestellt wurden, eine Maßregelung erblicken. Heute Vor—
mittag hat eine zahlreich besuchte Versammlung beschlos⸗
en, sosort in den Ausstand zu treten.
() Koln, 27. Aprit. (Sichtscheues Gesindel.)
In der lebten Zeit machte eine Diebesbande die westdeut—
schen Städte unsicher, hauptsächlich sich auf die Diebstähle
von Fahrrädern verlegte. Der Kölner Kriminalpolizei ist
es gelungen, vier Mitglieder jener Gesellschaft zu ver—
)ften und ein Lager aufzuspüren, in dem eine ganze
Anzahl gestohlener Fahrräder untergebracht worden war
Veitere Verhaftungen stehen bevor.
O Tüsseldorf, 27. April. Werurteilter Mes—
erhel d) Das hiesige Schwurgericht verurteilte den
ieunzehnjährigen Arbeitet Balthasar Lange, der in der
Racht vom 28. Februar in einer hiesigen Wirtschaft au
der Friedrichstraße ohne jede Veranlassung den Zahntech
niker Fritz Dicke erstochen hatte. zu zehn Jahren Zucht
aus. 9—
() Türen, 27. Apris. (BGerheerender Wald—
Rrand.) Auf dem Höhenzuge füdwestlich vor Gürzenich
n der Richtung auf Großhau wütet ein großer Wald
zrand. Ungefähr 200 Morgen Wald sind vernichtet. *
—
die Weber der Firma Reinrich Botzelen jun. haben we
gen Lohnstreitigkeiten die Kündigung eingereicht. Die Fir
ma Hoeren und Heinrichs hat im Streite mit ihren We
bern die Vermittelung des Kgl. Gewerbegerichts als Ei—
niguugsamt abdgelehnt. *
() Dniekburg⸗WMieiderich, 27. April. (Vorsich
deinmn Absteigen.) An der Aclerfährbrücke über die
Ruhr wurde ein Arbeiter, der auf einen von Duisburg
iach hier jahrenden Wagen der elektrischen Straßenbahn
wisprang, übersahren und getötet.
() Barbect, 27. April. Gerbrannte Knaben.)
Beim Kohlenfuchen auf der Zeche „Prosper 1“ wurden 2
dnaben von glühenden Schlaäcken verschüttet. Während
»er eine Knabe mit als Leiche geborgen werden konnte,
onnte man den anderen Knaben schwer verbrannt, abern
ioch lebend unter den Schlacken hervorziehen.
* Unfall beim Reunen. Bei dem diennen des Ber—
in Potsdamer Reitervereins für Ofsiziere der Potsdamer
narntson creignete sich ein Unglücssall. Oberteutnant
tlier und Edler von Rogister von den Leibgardehusa—
cu überschlug sich mit dem Pferde und blieb bewußtlos
iegen. Im Augusta⸗Viktoria-Krankenhause zu Potsdam
vnrde ein komplizierter Oberschenlelbruch fesigestellt.
* LWWieder ein Zopfabschneider. Auf der Strecke nach
dohurg wurde in einem Bahnabteil eine 13jährige Schü
er'n von einem maskierten Manne überfallen und ge—
vürgt, sowie ihrer langen Zöpse beraubt. Der Maslierte
vrang aus dem fahrenden Zuge.
* Großfener. In der Nacht sind die Norddeutschen
zlaswerke in Brunshausen bei Bremen zum größten Teil
riedergebrannt. Durch den Einsturz der Kappe eines
zlasofens war flüssiges Glas ausgeströmt und hatte das
jachwerk der benachbarten Gebäude in Brand gesetzt. Der
schaden ist enorm. aber durch Versicherung gedeckt

Nenesste Nachriehten und Telegramme
Pepeschen Bureau Herold.
Essen, 27. April. Auf der Zeche “Porpr“ wurden
zwei Knaben von galühender Ache verschüttet. Der eine ist
an den erlittenen Verletzungen bereits geftorben
*Beuthin. 27. April. Auf der Pezem Giube riß das
Seil des Förderkorbes; der mit fuschtb zer Gewalt in
die Tiefe sauste. Der Obersteiger Brückner wurde getötet,
wehrere agdere Personen verletzt.
* Berlin, 27. Apriil. Auf eine Aufrage erklärte die
Budget⸗Kommission des Abgeordnesenhau'es, daß die Kicbs—
forschung bisher keine praktischen Resulrate erzielt habe.
*2Berlin, 28. April. Das Miilitärlustschiff stieg bel ei—
nent 8 bis 9 Meter starken Westwind auf dem Tegeler
zchießplatze bis zu 200 Meter Höhe auf und manövrierte
einige Zeit über dem Platze, nahm seinen Kurs dann
niach Spandau über Haselhorst direlt gegen den Wind und
ehrte von dort um 10 Uhr zum Schießplatz zurück, wo
s glatt landete. Die Vorführung, zu welcher das Luft—
chifserbataillon im Paradeanzug ausgerückt war, wohnten
Seneral der Infanterie von Kessel, sowie zahlreiche, dar—
inter auch ausländische Offiziere bei.
* Metiz, 28. April. In die Luftschiffhalle bei Frescaty
'ommen nunmehr bestimmt 3. 1, ein unstarres Militär—
uftschiff Parseval 2 und ein halbftarres Großsches Luft⸗
chiff. Hauptniann George, ein Sergeant und 12 Mann
ind zur Uebernahme der Luftschiffstation von Berlin hier
eingetroffen. 5*
* Achilleion, 28. April. Das Kaiserpaar machte .
nen groͤßeren Automobilausflug und später einen längs⸗
ren Spaziergang. —
* London, 38. April. Ende dieser Woche werde Fñ
25 bekannte deutsche Arbeiterführer, darunter mehere
Reichs tagsabgeordnete, zu Besuch erwarten
*Saloniki, 28. April. Als die Absetzung Abdul Hamids
zestern bekannt wurde, fuhr auch schon Artillerie auf und be⸗
nüßten den Regierungsantritt Mohamed 5. mit 101 Kano—⸗
aenschüsse. Die Bevölkerung zeigte sich sehr entusiasmiert und
jruerte Freudenschüsse mit Böllern, Gewehren u. Revolverr. Die
je Schießerei dauerte bis in die Nacht. Zahlreich sind die
dadurch hervorgerufenen Unfälle.
* Turin, 27. April. Die Explosion an Bord des ilalien—
schen Unterseebootes Poca erfolgte, während Benzin an Bord
zevnommen wurde. Es wurden 5 Mann getötet und 13 ver⸗
etz.. Die Gewall der Explosion war so stark, daß ein Mann
n weitem Bogen noch über ein in der Näbhe liegendes Schist
geschleudert wurde.
* Konstantnopel 27, April. Die Massactes dauern
'ort. Mehrere Ort'chaften sind in Brand gesetzt worden
Die armeunische Bevölkerung ist sehr bedroht.
* Konstautloopcl. 27. April. Der Korrespondent der
„Frkf. Ztg.“ erfährt verbürgt, daß die Proklamation Reschad
Effendis zum Sultan heute nachmittaz staitfindet. — Durch
Salut von Schüsse kündtglte man um 2einhalb Ubr nachm
den Thronwechsel an.
*stonstantinopel, 27. April. Prinz Salah Eddin iñ
in der Nacht in Penik mit einegen seiner Getreuen hier ver⸗
haftet worden. Fortgesetzt erfolgen zahlreiche Verhaftungen
von Mili:äns und Zivilwürdenträgern. Das Kriegsschiff ist
iu voller Tätigkeit. Mannschaften die nur als verführt an—
zurehen sind, werden in den Bereich der 3. Korps versetzt
Nur Difizieꝛe, Beamten, Zivilpersonen, fernec von der Mann⸗
schaft, die als Rädelsführer gelien, Widerstand leisteten oder
Vertat beoangen haben, werden abgeurteilt. Einige Anführer
der Mannschaften wurde sofort erschossen.
* Konstantinapel 28. April Sobald die Nalional⸗
yersammlung den Sultan Abdul Hamid abzesetzt und den
Prinzen Rechad zum Nachfolger gewähli hatte, erschien auch
hon die ic Artillrie-Arsenal in Tophane bereif gehaltene
Artillerie und gab den 101 Schuß betragenden Salut flur
den neuen Beherrscher aller Moslims ab. Vom Parlament
nus begab sich sofert eine Abordnung von Politikern nach
dem Yildis Paldast, um Abdul Hamid von der nenesten
Wendung der Dinge in Kenntnis zu setzn. Sie fand ihn
zefaßt und würdie. Ec richtet nach der Kenninisnahme des
Barlamentsbeschlusses folgende Worte an die Depatation:
‚Ich bin seit der Ecneuerung det ossmanischen Konstiluticn
icht vom Wege der Verfassung abgewichen. Die Utcheber
dieser Teagödie überantworte ich der Gerechtigteit Goltees
ind beteure für meine Person, daß ich an den Erxeignissen
dom 13. April nicht beteilgt gewesen bin und auch bie zu
rieser Stunde nicht daran keiinahm, denn von hier aus
vpurde arch richt eine Potrone abgefeuert. Während meiner
steglerung hat die Türkei den griechischen Krieg glänzend
jewonnen und auch sonst habe ich die Türlen aus manchen
Schwierigkeiten herausgeführt. Wenn trotz em meine Ab—
anrkung gewürscht wird, nun, so geschehe Gottes Wille.
Ich habe nur noch den Wunsch daß mein LOben geschont
vird und dort wohnen darf, wo ich und mein Bruder Murad
eboren a urde, im Tschiraganpalast. Dort habe ich meine Jugend
zerlebt. boit wöch'e ich auch stetben. Ich erwarte auch daß
nan meine Frauen und meine Kinde rucksichtsvoll behadeln
verde und daß man sie nicht öffentlich auf die Straßen
führt. Ich füge micht in dea Willen des Ewigen, es sollie
so sein.“ — Abdul Hamid wurde vorläufig nach Sa'oniti
Ubergesührt. — Um 5 Uhr erschien chon der neue Sultan
m geschlossenen Wagien und leiftete als Muhamed 5. den
Eid auf die Versassung. Neben ihm standen bei diesem
Akte der Scheichhüul Islam und der Großvesi. Heute wird
das alte Kabineit addanken. Nich dem Schwur auf di—
smanische Konsi tution erfolate eine Art Defilicour.

—

Orangestern
Blaustern swinhe St
Rotstern ngsen ern⸗
Violet stern w
Brünstern defte ollen!
Braunstern sConsua
rat echt mit obigen Sterufabrikzeschen da
Norddeutschen Woll-Kämmerei und
Kammgarn⸗Spinnerei in Bahrenfeld.
zu haben ia bes weisted Geschäften: wo aicht erhaͤltlic,
weist die Fabrit Grofsisten und Haudlangen goch
            
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