Ardweil⸗sr dee
NMuril 1000
zHeute wurde auf Grub⸗ Camphausen cine Feierschicht
eingelegt. Daß wegen Absatzmangel iu Camphausen Feier⸗
schichten eingelezt wurden, durfte wobl seit 30 Jadren nicht
mehr vorgekommen sein.
F Auf sämtlichen fiskalischen Gruben des Saarreslers
vird wegen Absetzmengel Montag eine Feierschicht eingelegt.
53 in dies kein gutes Zeichen für die wirtschafiliche Kon—
unttun. Hoffen wir, daß es wieder bald vesser werden möge.
daben mir bis jetzt auf den Saargrusen noch nicht viel von
den sieten mageren Jihren gemerkt, so wäte es doch tief zu
betiszer, wenn sich die Feierschichten des österen witderboleu
wlicden!
ZEadlich ist es soweit, daß die letzten Formalitäten in
Sagen des Postgebäudes in Dudme ler eriedigt sind. Vom
seichspofstamt in Berlin ist die Genehmigung der Pläne zum
Bau eingetroffen. Mit dem Bau kann somit jetzt begonnen
verden. Es ist aber auch die höchste Zeit, denn der alle Bau,
mn dessen Stelle das neue Postgebäude kommen soll, zerät
mmer mehr in Verfau—.
Zahnpflege in den Schulen. Im preuß. Ministerial⸗
hlatt fuc Medizinal⸗ und medizinische Unterrich:gangelegenheiten
oom 1. April wird der Erlaß des Ministers üiber die Zahn⸗
pflege in den Schulen veröffentlicht. Der Minister weist auf
ote Bildung eines deutschen Zentralkomitees sür Zahnpflege
in den Schulen hin, dem er bei der Bedeutung dieser Be⸗
drebungen jur die heranwachleade Jugend und die gesamte
Beoölkerung mögliche Forderung und tatkrästize Unterstützung
ugesagt habe. Der Minifter vtranlaßt die Königlichen
Schullollegien und Regierungen; auch ihrerseits die Arbeiten
des Komstees zu fördern. Dieses Komitee bezweckt die Ver⸗
hütung und Bekämpfung der Zahnverderbnis, sowie die Heb⸗
ung der Zahnpflege in allen Kreisen des deuischen Bolkes,
insbesondere durch: 1. Deffentliche Vort äge über Zahnpflege
2. Herausgabe allgemeinverftändlicher Schriften über Zahn—
oflege; 3. Einführung von Belehrung über Zazupflege in den
Unterricht allet Schulgattungen; 4. Förderung der Bestreb⸗
angen zur Einführnug einer geordneten Zahnpflege in der
Bevölkerung; 5. Zusammenfassung schon beslehender und Be—
Ründung neuer Emrichtungen für Zahnpflege in den Schulen;
3. Emwirkung auf die stastlichen und kommunalen Körper—⸗
chaften zur Förderung der satzungs mäßigen Zwecke. Das
alles ist von so großer Wichtigkeit, weil umfangreiche Unter
suchungen ergeben daben. daß in Deutichländ 95 Prozent
der Kinder im schulpflichuugen Alter an Karies der Zähne
eiden und bekanntlich weitgehende G.sundbeitsstörungen
daraus erwachsen.
8 Italtenisches Gemöse. Noch vor wenigen Jahrzehnten
zatten unsere Hausfrauen vor den Wintermonaten als vor
iner „gemüsearmen Zeit“ allerhand Schrecken. Fleisch wollle
und konnte man schon der großen Kosten wegen nicht olle
Lage essen an allzuviel Fischgericht ist der Binnenländer richt
zjewöhnt, Eier sind noch rar und daher teuer, vnd — Gemüse
zabs nicht! Jetzt ist das ardeis. Denn teils wird das feh—
jende frische Gemüse durch die Konservyen ersetzt, teils aber
auch kommen frische Gemüse, wenngleich in gerungerer Aus—
wahl, aus dem Ausland zu uns. In Jtalien besonders hat
anicht nur der Obstbau, sondern auch der Gemösebau in den
letzten 10 Jahren eine ungeahnte Ausdehnung gewonner.
Im Jahre 1907 kamen nicht meniger als 6000 Eisenbahnloris
oon allerhand Obst nach Deutschland, außerdem 2000 Lorts
Aepfel zur Apfelweinbereitung nach Süddeuschland. Die
Kesse dauert von Oberitalien durch den Goithard-Tunnel bis
Berlin nur 20 Stunden. Weniger umfangreich ist der Ge—
wmüuse⸗ Export, weil für Gemüse eist noch wenige Dastrikte in
Betracht kommen, und weil leider den Bauein von den Ein—
läufern zu wenig bezahlt wird Der Zwischenzandel steckt
u viel ein. Dennoch wad auch dem Gemüsebau die weit⸗
zehendfste Sorgfalt gew dmet, so daß die Ausfuhr immer
ztößere Ausdehnungen annimmt und sich befonders auf die
eineren und Frühgemüse erstieckt: Blu sneukohl, grüne Erdsin
bohnen, frühe Zwiebeln, Endivien, Kopflalat, Tomaten,
latischecken, Frühtartoffeln ete. Der Hauptgemüsebezirk um—
—A
Angrie, Pagani eic. Im vorjährigen Februar und März
e sandte allein dieser Bezirt gegen 300 Wagenladungen
rischer Getmüse nach Deutschland, im April. Mai, Juni
olgten 250 Waggon; Kartoffeln. Von Blumenkohl Aein
chickie Italien im Jahre 1907 2470 Waggons nach Berlin
ind a deren Hauptplätzen Deutschlande. Dafür ist das herr—
iche Gemulse zehumol billiger als noch vor 20 Jahren.
Wenn auch sonst alles teuerer geworden ist, Obst und Ge⸗—
nise sind durcch den Import zveifellos billiger geworden.
8Saarbrücken, 25. April In der gestrigen
Schwurgerichssizuns wurde der Bergmann Philipp Böohländer
ius Großrossein wegen Meineides freigespro hen.
— FNeunkirchen, 24. April. Gestern Achend spielten
ünder auf einem Stoß Bauholz, das vor einem im Umbau
egeiffenen Gebäude in der Bahrhöfstrate auf,eschichtet war.
das Hole kam plötzlich ins Rulfchen, wobei ein Stamm das
Jahre alte Toch erchen des Wirtes Trehmer so unglücklich
im Halse tras, das 8 sofort tot liege blieb.
Saarlouis. 22. Apil, Ein Sittlichkeilsoerbrechen an
inem zirka 8 jähtrigen Mädchen lüß sich ein in den 30er
dahren stehenderVann von hiec zu schulden kommen · Derseibe
derging sich an dem Kinde in der schändlichsten Ar‘. Als
der Polizei die Tat angeztigt worden war und diese nach
dem Unhold sucte, war der Kerl bereits entkommen. Es
dac bereits vor mehreren Jahren regen eines derartigen
derbachens mit 6 Monaten bestraft worden.
8 Spiesen, 24. April. Der 28jährige Johann Troß
us Spiesen rarn!e auf der Straße an ab'chuüͤssiger Stelle
ait einem Zweirad gegen einen Baum und ve'letzte sich da⸗
u derart, deß er bald datauf vierschied. Vouͤbergchende
Jergleute fanden T. in seinem Blute liegen.
— Saargemund, 22. April. Die Eingemeinbung der
ctädte Algringen, Kneuttingen und Nilvingen, des lorhringi⸗
hen Industtlezentrums, steh. jetzt bevor, nachdem die zustäu⸗
igen Gemeinde äte dem Ktuünsche der Blrgeischaft zu—
immten.
»Schlechtes Ergebnis. Das Einnahmeergebnis der
reußisch⸗hessischen Eisenbahngemeinschaft im Finanziahre
808 vedeutet bei einer Gesamlsumme von 190213Wilisnen
Mark gegenüber der Etatsveranschlaagung einen
Feblbeirag von 150 Millionen Mark, das sind noch etwer
9 Milltionen Mark mehr als der Finanzmiuister bei sei—
ier letzten Finanzübersicht angenommen hatte. Unbekannt
st aber noch die Ausgabegestaltung; erst wenn diese vor—
negt, läßzt sich das wirkliche Ergebnis berechnen.
*Ueberfahren. Das NAutomobil der Königen-Mutter
'on Spanien überrannte eine alle Frau, die gegenwär—
g im Sterben liegt. Die königliche Familie it dasurch
ehnast betriibt Der Tohbrer it horsgifat aren.
n 0
dien, Worgens ir
das6 men woliten
ermißten sic einen ibe uu noen. Bei Herantreien 5
on großen Teigtrog erblickten sie jedoch zwei aus de
Teige hervorragende Veinz Entsetzt machten sich alte
ZRran, den Körper aus Teig herauszuziehen, und
—bei erwies sich dann, daß er der Leichnam des ver—
— S5ien Gesellen war. Er war im trunkenen Zustande
»— Abend vorher heimgelehrt, hatte sich auf einem Breft.,
bas über dem Teigtrog lag, schlafen gelegt und war
u der Nacht dann in den Trog hereingestürzt. Unfähig
sich aus der zähen Masse zu besreien, war er erstickt.
7) Godesberg, 24. April. (Wom National-Bi s—
narckDenkmal.) Mit der Frage der Errichtung ei—
ies Bismarck Nauonal-Denkmals am Rhein hat sich dis
Interessengemeinschaft der Verkehrsvereine und Kurverwab
mgen zwischen Köln und Remagen in einer hier abdge—
alteuen Versammlung eingebend beschäftiat. Die Aus
prache führte zur Anerkennung der Tätigkeit des Aus—
husses für die Verwirklichung des Gedankens, Bismarch
m Rhein ein Denkmal zu errichten. Tagegen wurde die
voreilige“ Platzfestlegung durch ein willkürlich gebildetes
domitee nicht gebilligt. Die Platzfrage müsse gelöf
verden durch einen Ausschuß, auf dessen Zusammensetz
ang das deutsche Volk Einfluß habe. Dieser Ausschuß
dürfte nicht nur einen Punkt ins Auge fassen, sondern
müßte den ganzen Rhetn daraufhin prüfen, wo der
eeignetste und würdigste Punkt sei. Ein engerer Aus—
huß, bestehend aus den Herren Dr. Müller (Godesberg),
kommerzienrat Girardet und Beigeordneter Krah (Hon—
lef), Mühlens (Königswinter), Groyen (Rolandseck) und
zarraciola (Remagen), soll in diesem Sinne wirken.
(c) Boun, 24. April. (Der serbische Kron—⸗
arinz Alexander als Student Wie der
„B. G.A.“ ernent mitteilt, wird Kronprinz Alexander an
der hi!sigen Universität den Studien obliegen. Diese
dachricht wird neuerdings aus Belgead vestätigt. Der
könig hat nämlich auf Antrag einer besonderen Kom—
nission beschlossen, daß der Kronprinz Alexander bis zum
derbste d. J. in Belgrad bleiben end von September ab
»ie Universität Bonn besuchen solle.
(5) Dortmund, 24. April. (Brand sttfter.) Aus
Kache hat der Bergmann Kranefeld in Huückarde eine
Scheune angezündet; ein darin nächtigender Mann ist
verbrannt. Kranefeld hat sich der Pouzei gestellt.
() Koblenz, 24. April. (UUnterschlaͤgung im
Umite.) Der Landbriefträger Köllmonn aus St. Goar,
zer in der Not, hervorgerufen durch die Krautdeit seiner
krau, einen Postanweisungsbetrag von 50 Mark unter—
chlagen hatte und sich dann zur Decdhung eine weitere
Unterschlagung von 20, Mark und die Unterdrückung ei—
zer Zussellung hatte zuschulden kommen lassen, wurde vom
—chwurgericht unter Zubilligung mildernder Umstände zu
JWMöouaten Gefönanis verurteist
2
Vom Deutschen Gesangswetistreit
Vom Preßausschuß des Männergesangweitstreits wird
nitgeseilt: „Die nach den Plänen von Prosessor von
Dhiier sch-München errichtete Festhallehat im
Innenraum 1114)33 Meter Länge und 6714 Meter Mari—
nalbreite. Der Erdgescheßboden umfaßt nahezu 6000
Quadratmeter. Rings um den Hallenraum ziehen sich
Halerien in zwei Etagen, der erste und zweite Rang. Die
dale bietet Raum für eine Höchstbesetzung von 18200
ßersonen. Auf Grund dieser Zahl sind auch die polizei—
ich criorderlichen MNaße für die Ausgänge ind Treppen
inhalten. Zum Gesangwettstreit können im ganzen
36i)0. Personen in der Festhalle anwesend sein, und
war 8350, im Varterre, einschließlich Sänger und Musi—
er, 350 im ersten Rang, und 2200 im zweiten Rang.
LAine ansreichende Vertisastonsanlage, betätigt von Elel⸗
romotoren von zu?auimen 120 Pferdekräften, wird dasur
orgen, daß trotz der in der Halle anwesenden großen
Renschenmenge die Lust- und Temperaturverhaltniffe mög⸗
ichst angenehm bleiben; stündlich können bis 600 690 vn.
lmeter frische Luft in die Halle gedruͤckt werden. In
en proviforischen Flügelbauten sind Räume für Post,
ZAolizei, Fenerwehr und Sanitätswache, ferner auch dui
däume für die Presse und die Buros der Ausschüs!
orgesehen. Es sind noch besondere Bauten für don Re—
taurgtionsbeirieb (Weinrestaurant, Vierhalle und Cafee)
rrichtet Dazu kommen Verkaufsliosse, serner ein beson—
erer Aufenthastsraum für die Sanger. Die Baukosten
efrazen rund 44 Millionen Marke
Der alte unv der neue Schlüssel. Wir lesen im
Neuen Wiener Tageblatt: In französ⸗hen Diplomatenreisen
lacht man über einen amüsanten Irrtum, den ein
hiffrentelegramum aus dem Haag hervorgerufen hat. Als
derr Marcellin Pellet, der Vertreter der französischen Re—
ublik in den Niederlarden, nach dem Haag abreiste, er
reute er sich der besten Gesundheit, und die Briefe, die
F seiner Frau nach Hause schickte, liehen nich— den ge⸗
ingften Verdacht aufkommen, daß es ihm schlecht ginge.
Mans kann sich daher den Schrecken von Madanme Pellet
yorstellen, als sie dieser Tage durch folgendes Telegramm
hres Gatten alarmiert wurde. „Zustand Fehr schlecht.
xamilie informieren. Marcellin Pellet.“ Die Frau des
ranzösischen Vertreters int Haag gab gerade ein dDiner
n ihrem Hotel, als die Depesche eintraf. Die Tafel
vurde sosort aufgehoben, und Madame Pellel sicherte für
ich und ihre Familienmitglieder Plätze im Schlafwagen,
im sofort nach dem Haag zu fahren. Unterdessen hatten
Freunde beim Auswärtigen Amte in Haag angefragt, um
Details über den Zustand Pellets zu erhalten Da kam
tun hie Antwort zurück: „Verstehe die Anfrage nicht, be—
inde mich sehr wohl.“ VSie Aufklärung dieser widerspre—
henden Nachrichten erfolgte später. Ein nenuer CEhiftren
— eingeführl
vorden, und Pellet hatte, um dieien zu erproben, ein
zanz belangloses Telegramm üder das Wetier nach Frank⸗
reich gesandt. Unglückli herweise halle der Beamfe diese
Tpesche mit dem früher benutzten alten Schlüssel dechif—
ert, und das Resultat war, daß das obige jfalsche Te
egramm herauskam. Jedenfalls wirst das kleine Begeb—
nis ein gutes Licht auf den neuen Chiifrenkoder; er ist
ibsolut sicher und erzeugt die bedenk icketen Mißverständ⸗
aisse, wenn er nach — dem alten Schlüssel gelefen wing
Neueite Nachrechten und Telegramme.
Depeschen Butenau Herold.
8 Haag, 24 April. Die Au ierzen der Minister bei
der Königiu, die lärgere Zeit ausgefallen waren, sind mieder
zufgenommen worden. DiKönigin empfing heute vormittag
)en Marineminister.
*Wien, 24. April. Wegen Fätlschusg öferreichischer
30 Kronen-RNoten wurd: gestern abend hier der Arzt Hr—,
zalzenklaus Hoschek und Freu von Kurz, eine Tochter 78
Sektions Chefs verhaften.
*RMadrid, 24. Ro il. Wie cuß Crense gemeldet wied,
mpötte sis ig'olae der Kotbgung etnrtt Viatie die Aeröl—
serenn. Aus bem Dorfe Dern nasen Schütztrute eln. 0
Rerionen vparben ltötet ung 21 pejcte
—V usomobil der
dönigin Mutter ** cbojayre Beitlerin, bie zur nächsten
Anfallstation gebracht wurve. Die Beitlerin wurde schwer
derletzt, der Ceaufftur verhaftet.
* London, 26. April. Daily Chronicle hat ein Tele—
zranim aus Koustantinopel erhalten, in dem es heißt, daß
der Sultan den Wiederstand anfgegeben habe und beschlos⸗
n hat, Ildis. Palast den Jung-Türken zu übergeben. Der
Sultan dabe sich überzeugt, daß nach der heutigen Lage ein
edes Blutvergießen uutzlos sei. Einige Softaa leisteten am
Samstag noch Wiederfiand, konnten jedoch leicht zerstreut
verden. Auf der Galatabrücke weigerte sich ein Priestet und
ein Soldat, der Anordnungen der Jungtürken Folge zu
eisten. Beide wurden sofoit gehängt.
D r Konstantinopel, 24. Apiil. Der Einmarsch der Armee,
zie in der Nacht die die Stadt beherrschenden Höhen von
Dond Puscha und Kithane be'etzt halte, erfoigte über Tschischli.
Seit dem frühen Morgen wird um die dicht bei der druischen
dotschaft liegende Taschklissak-Kaserne gekaͤmpft, in der sich
die Saloziker Jäger befinden. Die Angttifer werden durch
Enver Bekommandiert. Es wird urusterbrochen auch mil
Seschützen und Maschinenge vehren geschossen. Der Wider⸗
tand scheint hartnäcktg zu sein. Die große Artllerielaserne
in Pera hat sich ergeber. Der Obeirsttommandierende der
mocedonischen Atmee, Mahmud Scheffet Pascha, ließ im
Laufe der Nacht den deutschen Borschafter Freiherra Marschall
von Bieberstein bitten, die Botschaft nicht zu verlassen. Die
Botschaft sei außer Gefahr. Zu ihrer Verteidigung sind 40
Soldaten unter eikem Oifizier von der Operatiopgatmee zur
Verfügung gestellt worden.
*Konstantinspel, 24. April. Die Besatzung des Jildiz
hat sich der Belagerungsarmee ergeben. Der Kommandani
der Belagerungsarmee Mahmud Schesket Pascha befindet sich
im Jildiz⸗Palast.
* Konstantmopel, 24. April. Der gegenwärtige Mittel⸗
punkt des Kampses ist die Tarmin-Kaserne, deren Mannschaft
es ablehnt, sich zu ergeben. Der Kampf pflanzt sich nach
der großen Peraͤstraße fort, Unter den Toten und Ver—
wundeien sollen sich viele Zioilisten befinden. Das Gemwehr⸗
feuer zwischen den kaͤmpfenden Truppen dauert fert. Unter
den Verwundeten befindet sich auch der Vertreter der „Newyork
Sun“, der verletzte wurde, als der eine photographische Auf⸗
uahme machen wollte. Einige Hodschas werden von den
Trupzen als Gefangene durch Prra geführt.
onstantinopel, 24. Auril. Die Garnisor struppen zie⸗
her sich in der Nichtung auf Pera zuruck. Sämtliche Ka—
seinen sind in den Händen der macedoönischez Truppen. Einige
Soldaten, die sich in der Frühe ine Hospital fluchten wollien
wurden direkt bei den Toren niedergeschossen. Es heißt, daß
die Kanonen des Yildiz auf die mazedonischen Truppen ge⸗
euert haben.
*Konstaut nopel, 24. April. Vor der Stadt liegen 4
Zriegsschiffe klar zum Gefecht und greifen mit Kanonenschüssen
zu Gunsten der Saloniker ein. Alll Truppen vor Stambul
jaben sich ergeben.
*stoüstantnopel, 24. April. Das „Petit Journal“ ver—
öffentlicht eine Unterredung seines Konfiamincopelet Sonder—
berichterstatters mit Achmed Niza, der u o. gesagt habe, so⸗
lange der Sultan die Versassung nicht verletze, werde man
ihn richt amühren. Das Parlament sei der Ansicht, daß
die Revoladion von den Reaklionären angezettelt wotven isi
Der Sultan bleibe unangetastet und werde, falls nicht das
Begenteil bewiesen werde, respektiert werden.
Konstantinopel, 26. Apeil. Der Widerstand in der Stadt,
Nldtz ausgenommen, hat vollständig aufsgehört, nur bei der
Besatzung der in Skutari liegenden Selymykkasernen setzten
ich eiwa 2000 Maunn zur Wehr. Zwölf Dampfer miit
racedoniichen Soldaten, eilten fofort ihren Karieraden in
S'atari zu Hulfe. Es kam zu einem kuzen Gefecht mit den
Soldaten, die sich in der Kaferne verbarukadirt hatter. Nach
eirigen Stunden flüchtete sich ein Teil der Verteidiger, der
Rest ergab sich gestern Abend und lieferte seine Waffen ab.
* Koastantinopel, 24. Aprtil. Soweit die Situation zu
überblicken ist, ist die mazedonische Armee zur Stund Herrin
der Stadt. Der Stadttommandant von Pera erklärt, daß
ämtliche Kasernen in den Händen der Jungtüu.ken seien.
Tatsächlich ist bei einem großen Teil der Garnisonen die
Entwaffrung bereits durchgeführt, ein anderer Teil scheint
jedoch auf Wiederstand zu beharren; besonders ist die Lagt
in Tilsim noch nich« erklärt.
Konstantinopel, 26. April. Die Zahi der jungtür—
lishen Truppen, die den Komplex des Jildisparefies ein⸗
chlieten und regel echt belagern, biträgt 7000 Mann. Die
Belagerten hoben sich während der vorauftegangenen Tage
reichlich mit Schießbedaxf und Nahrungemilteln aller Ail
veiscehen. Der Kordon der Mazedonier ist bereits so dicht
gezegen, daß der Jildis und seine Umgebung keine Verbin—
dung mehr mit der Stadt aufrecht erhalten kann. Dem
Sultan Abdui Homid wurde o'fiz ell Kanntuis daven gege—
ben, daß sein Palast jetzt vollftändig umzingelt sei und ser
einen nutzlosen Wiederstand verhindern möge — Tie Zahl
der Toten und Verwundeien bei den Straßenkämpfen in
Stambul berrägt 2000, von denen etwa 500 Jungtinken
ind. Die Verwundeten haben eine aufmerlsame Pflege ge⸗
junden und befinden sich in Hospitälern in der ärztlichen
Besandlung europäischer Aerzte, die sämtlich sefo iden
Jungtürken ihre Dienste zur Hilfeleisftuug bei den Verwun«
deten angeboten haben:
Konstantinopel, 26. April. Gestern nachmittag ließen
zie Jungürken gegen den Sultanepalast 43) Geschlitze auf—
uhren, die in der Lage sind, in k. rzer Zeit den Yuͤdis zu
zerstören. Die Ausstellung dieser Belagerungsart Lerie erfolgte
in der Kriegsschule Pankaldy. Trotzdem iraf vom Sultan
noch keine Nachricht ein, die ihn bereit zeint zur Unterhand⸗
lung. Der Gaoßvesier, der Kriegsminlster, und einige an—
dere Miniter suchten ihn auf, um ihn zu Überreden, von
jzdem writeten Wideistande abzuscher. Welche Antwort Ab—
dul Hamid gezeben hat, weiß man nicht, er Ueß auch die
Beam en nicht wieder aus dem NYidis heraus, fondern be—
hiell sie als Geiseenn, weil er für sein Lben finctei. Falls
zeute früd die Unterwerfang nicht efolgt, wird 'die Be—
chießung ihren Anfang nehmer. Man recknet damit, daf
sich in und um den Sultarspalast 3000 Mann befinden.
Sa'dnike, 26. April. Das Parlament ist über den Wider—
stand des Sultans erzürnt, der Beschluß, Abdul Hamid ab—
zisttzer, bürfte nun doch ersolgen
— — —
A SH erbel eine Bellaet der Firma F. Dz. Pixere
Haubur,