Full text : Dudweiler Zeitung

And Lr—

Ddudweiller. den 21 Aprif 1000

8 Auf Station Dudweiler fand gestern kucz nach 4 Uhr
in Zusammenstoß zweier Züge tatt. Im Gleise 3 stand ein
dohlenzug. Der Verbandeézug Saarbrücken-Bingerbrück Jein
Bütereug] fuhr auf diesen Zug auf. Die 3 letzten Wagen
des Kohienzuges wurden stark beschädigt. Die Lokomotive
des Verbandszuges hatte nur gerinalügige Beschädigungen.
Der Verkehr ist nicht gestöct.
8 Aus dem Bericht des Kreisausschusses Saarbrücken.
Der Kreis Saarbrücken umfaßt 385, 02 Onadratkilometer
und zählte nach der letzten Personenstandsaufnahme Nodemher
 1968) 256 032 Einwohner gegen 241901 nach der letzten
Volkgzählung (1. Dezember 1905). Davon entfallen auf die
Städte 99 212 bezw. 89 638 und auf die Landgemeinden
166 820 bezw. 152 263, und zwar auf die Bücgermeistereien:
Saarbrücken ... 29991 gegen 26944 in 1905
Si. Johann . .. 26299 5 24140,
Maistatt-Burbach. 42 922 .38554,
Bischm'eheim 16933 15083,
Dudweiler. .. 23624 21817,
Feledrichsthal.. 085 2090,
Bersweiler... 4392 5 345
Heusweiler... 997 3421
dleinblittersdorfe. 960 283
Ludweiler.. 335 7854.
Büttlingen .. 190 19
Quierschiede 6 263 5 958
Riegelsberg .. 10758 10361
Sulzbach.... 19497 21634,
Völklingen .. 27 1817 , 25020,
Zusammen 60832 gegen 241901 in 1906
Die Zahl der Gestellungspflichtigen zur Militärmusterung
zeträgt zurzeit rund 6000 (65700 und 61300 in den Vorjah—
ten). Hiervonent fallen auf die Ersatzlommilsion 1 (umfassend
das platte Land) 3500 und die Ersatzkommission 2 (uafassend
zie Städtie) 2500. Um den Militärpflichtigen der vom
kreisorte am weitesten abliegenden Bürgermeistereien die
Reise nach der Kreisstadt zu ersparen, hält die Ecsatzlommission
lijetzt, wie bereits im Vorjahre bezonnen, in Völklingen für
die Bürgermeistere?en Völklingen, Ludweiler, Puttlingen, und
i Sulzdach für die Bürgermeistereien Sulzbach, Friedrichs
hal und Quierschied Musterungen ab. Dieses Verfahren be—
vährt sich auch jetzt wieder, so daß dessen Beibehallung zu
erwarten steht. — Der Gesamisteuersoll, welches der Provin⸗
zial- und Kreisabgabenberechnung zugrunde gelegt wird, be—
frägt für das Rechnungsjahr 1908 3028171,16 Mark gegen
29828251,54 Mart sur 1907). Dasfelbe verteilt sich auf die
Städte mit 1587 601, 16 bezw. 1471354,34 Mark und
die Landgemeinden mit 1440 570 Mark bezw. 1 456 897,20
Mark.
8 Im Walde beginnt jetzt der Frühling seine Macht zu
mtfalten; denn durch dea warmen Regen sind die Knospen
zesprungen und haben ihre frischen grünen Blätter entfaltet,
zus dem Boden sprießen Gräser und Kräuter, in den Zwei⸗
gen der Bäume singen die Vöglein ihre munteren Frühlings⸗
ieder, und selbst die Reptilien, Wuürmer und Käfer, bir ihren
Winterischlaf im Schoße der Ecde gehalten haben, steigen wie⸗
der zum Tageslicht empor Jeder, den sein Beruf am Tage
esselt, möge wenigstens am Abend den Segen frischer Wald⸗
uft genießen, denn gerade Jim Fcühl'nge ist der Wald so
auberhaft schön, wie sonst niemals im ganzen Jahre. Möchten
aber auch alle, die das Köstliche des Waldes genießen,
einen Bestand vor Zeirflörerhänden schützen!
FGöttelborn, 22. April. Gestein abend gegen 9
ühr verunglückte auf hiesiger Grube der 20 Jahre alte
Schlepper Math. Koch aus Merchwetler zu Tode. Derselbe
var mit Wegräumen aus dem Hangenden gefallener Berge
zeschäftigt, als noch solche nachfielen und den Verunglückten
iberschütteten. Die Leiche wurde in das Leichenhaus des
Lazaretts Sulzbach gebracht.
8Saarbrücken, 24. April. In der gestrigen
Schwurgeri hissitzung warde das Dienstmädchen Maria
Schmidt aus Ottweiler wegen versuchten Kinderwordes untet
Zubilligung mildernder Umstande zu 2 Jabren 6 Monaten
Zuchthaus verurteilt.
8Friedrichshal, 20. April. Wilch? hohe Summe
die Aubeiterunterstützungskasse des Rgl. Steinkohlenbecgwerks
Friedrichsthal im letzten Geschäftsjahre umgesetzt hat, zeigen
solgende Zahlen: Vermözensbestand am 31. Marz 1908:
7,65 Mi., Eianahmen an Strafgeldern 1833059 Me.,
onftige Zuwendungen 2,37 Mk., zusammen 18390,61 M.
Den Ennahmen stehen folgende Auszaben gegenüber: Unter—
lützungen an Arbeiter 16 385 00 Mark, zurückbezahlte Straf—
zelder 2 M., Porto, für Papier und Formulare 30 Mark.
Das er ibt eine Gesamtausgabe von 16,367 Mk. Mithin
zerbleibt für das Jahr 1908 — 1910 ein Vermögensbestand
zon 2023,61 Marlk.
8sKleinrosseln, 22. April. Der Bergmann
Zuhn, Kostgänger in Altezlashütte, stürzte heute nacht zum
»beren Stocke seines Logisraumes zum Fenster hinaus. Et
zrach das Genick und war sofort eine Leiche. K.haite sich
zestern gelegentlich der Konttollpersammlung eiwas stark an—
Jetrunken. Heute nachmittag fand die Leichenschau durch das
Umtsgericht Forbach ftatt. K. war sonst ein fleißiger und
zewilliger Arbeiter. Seine Eltern wohnen im Kreise Wadern,
steinprovinz. —A
8TDrier, 22. April. Das Schwurgericht hat bekannt⸗
ich den Bautechniker Ftanz Maagh wegen Ermotdung des
Agenten Kurt Regel zum Tode verurteili. Nachdem die Ge—
chworenen es abgelehnt haben, für Maagh ein Guäadenge—
uch zu unterzeichnen, hat der Vertreter Rech Sanwalt Di—
Bruͤning Revision eingelegt.
FBonn, 22. Aptil. Wegest Gotteslästerung und Be⸗
eidigung des katholischen Pfarrers von Spich wurde ein
Arbeiter aus Kriegsdorf von der Strafkammer zu 4 Monaten
Zefängnis verurteilt. Er war am Fastaachtsmontag belunken
nn das Pfarrhans gekommen und hatte den Geisilichen schwer
zeleidigt und gotteslästernde Worte ausgestoßen.
8Essen, 21. April. Die Schreinermeister in Rheinland
und Westfalen beichlossen eine allgemeine Gehilfenaussperrung,
pern bis zum 24. Annil verschiedene Lokerfircils nicht beendei
1nd.

8Sue;z, 21. April. In Jemiah an der afrikanischen
Züste des Rocen Meires in em Orlteld entdeckt worden. An
iner Stelle hieß man in einer Tiefe von etxa 290 Fuß
nuf Otl. Die mösliche Produftion wird auf 300 Tonten
ädlich geichätzt. Di Aicbeiten oun den anderen Qullen
chreiten fort. Es siad Anzeichen ven dem Vocharderiein
ou Oelin vernae: Tieie gfundet morter

jur de.
F J eines öf
enur ge , onb os Vereinesge⸗
ehes (Gesahrdung der öfsentlichen Sicherheit) nicht erteilt.
(5) Tüsseldorf, 23. April. (Werhastet.) Der kürz—
ich nach Unterschlagung amtlicher Gelder flüchtig gewor
»ene Gerichtsassistent Scheidecker vom Amtsgerichle in Ger—
resheim wurde in Karlsruhe verhaftet.
() Tüiseldorf, 23. April. (Gaumer.) Wegen Ver—
untreuung von über 12000 Mark fremder Gelder sind
die Inhaber des hier bestehenden Inkassogeschäfts Kraft
und Herien verhaftet worden.
() NAachen, 23. Aprii. (Zu den Flugversu—
hen) Ueber den erisien gelungenen Fluͤgversuch, den
Prosessor Reißner mit seinem Zweiflächengeropfan unter—
nahm, wird noch jolgendes mitgeteiit: „Bei der ersten
Ansahrt zeigte es sich, daß die Hinterflächen etwas steiler
u stellen waren. Bei der zweiten Fahrt hob sich der
Reropsan schon nach 50 Metern mit Leichtigkeit auf eiwa
3 Meter Höhe. Professor Reißner, der den Appara
elbit steuerte, stellte, um nicht zu hoch zu kommen, nack
reinem Flug von 40 Metern den Motor ab und landet
desha!b etwas unsanst, wodurch ein Stahlrohr und meh
tere Hoölzer einknickten. Für den ersten Versuch war di—
Leistung eine sehr zufriedenstellende, da das Hochgehen
rußerourdentlich stabil erfolgte und der Propeller sehr viel
iberschüssige Kraft zeigte, was daraus hervorging, daß
der Apparat bei Windstille mit starler Flächenneigung —
5 bis 20 Grad — und kleiner Geschwindigkeit, ohne das
pbhensteuer zu gebrauchen, stetig hochging. Der Apparat
st ein Zweiflächenflieger ohne Kopfsieder und mit geteil—
en Schwanzsteuern. Der Motor hat 40 Pjferdelräfte, die
gjesamte Tragfläche beträgt 40 Quadratmeter.“
() Koblenz, 23. April. Ein Verbrechen.) In
dent benachbarten Rübenach wurde in einer Jauchegrube
die Leiche eines nceugeborenen Kindes gefunden. Die
Nuticr des Kindes ist noch nicht entdeckt.
(2) Trier, 23. April. (Leichenfund.) Durch ein
abrendes Dampfschiff wurde bei Trier die Leiche eines
inbekannten 50jährigen Mannes an das Ufer gespült. Rach
den schweren Kopfoerletzungen, die der Leichnam aufweist
nimmt man an, daß ein Vorbrechen vorliegt.
EChTrier, 23. April. (Für den Kleinhandel.)
Die hiesige Handelskammer beschloß die Einrichtung ei
ies Kleinhaudersausschusses, dem außer den Handelskam—
nermitgliederu noch 21 Mitglieder des Kleinhandels aus
dem Handelskammerbezirk angehören.
() Geifenkirchen, 23. April. Ein Kind ver—
drannunt.) In dem benachbarten Ort Kray ist das
dreijährige Töchterchen eines Bergmannes beim Grasan
ünden auf freiem Felde verbrannt.
(5) Siegen, 23. April. Das Töfs⸗-Töff im De—
bikateßladen.) An einem auf dem Markwlatz hal—
enden Automobil machten sich einige Knaben zu schaffen.
Dder Wagen geriet plötzlich in Bewegung, sauste den ab
chüssigen Platz herunter und fuhr in der Kölner Straße
durch das Schaufenster eines Delikatessenladens tief in
zielen hinein. Menschen sind nicht verunglückt, doch ist
der dem Ladenbesitzer erwachtene Schaden groß.
(E) Manuheim, 23. April. (Freigefsprochen.)
Ddie zweitägige Verhandlung vor dem Schwurgericht ge
zen den ehemaligen Bezirksbauinspektor Karsch-Boxberg
vegen Beleidigung des Ministeriums des Innern, der
Iberamtmänner Dillmann und Bauer und des Bauratsé
Vundt durch seine Broschüre „Rechtsbeugung und Amts
nißkrauch“ endete mit der Freisprechung des Angeklagten.
() Manuheim, 23. April. GGesunlken.) Der Rad—
chlepper „Mathias Stinnes Nr. 10* rannte, als er aus
»em Neckar in den Rhein fuhr, auf den Schleppdampfer
„Franz Haniel Nr. 9“ auf und beschädigte diesen so siark,
daß er sofort sank.
E) Wurzburg, 23. April. (Ein Leuteschin—
der) Vor dem Kriegsgericht der 4. Division stand
her Unteroffizzer Georg Fuchs des 2. Ulanen-Regts. in
Ausbach wegen Soldatenmißhandlung in 12 Fällen. Er
ieß die Ulanen mit dem Dunglkasten in Kniebeuge sitzen
»is sie vor Schwäche umfielen, andere mußten mit den
Dungkasten bis zur Erschöpfung Laufsschritt machen, Faust
chläge und Schläge mit der flachen Säbelklinge warer
ein Exerziermittel. Ein Ulau flüchtete wegen der fsori
jefetzten Mißhandlungen und versteckte sich in einen
zcheune, wo ihm beide Füße erfroren. Er hat jetzt ei
ien Stelzfuß, weil ihm ein Fuß ampuliert werden muß—
e. Tas Urteil lautele für Fuchs auf 2 Monate 15
dage Gefängnis, von der beantraaten Degradation wurde
ogesehen
() Würzburg, 23. April. EEntgleisi.) Auß der
2okalbahn Hammelburg-Gemünden entgleisie ein Lolal—
üß. Die Lokomotive des Zuges, sowie ein Güterwagen
zjegen Am̃gekehrt guf der Straße; zwei Personenwagen
ind mit alen Rädern enigleist. Ter Selzer wüurde an
cheinend schwer verleßt.
() München, 23. April. (Ein „Auto in eine
dompaniegefahren.) In der Nacht fuhr ein
lfutodroschle auj der Ingolsrädterstraße in eine von einen
dachtübung zurückkehrende Kompanie des Leibregiments
vobei zwei Soldaten schwer verletzt wurden. Der Chauf
cur, der sich durch Flucht den Folgen entziehen wollte,
vurde in Schleisheim von der Gendarmerie verhaftet.
() Straubing, 23. April. Großer Einbruch.)
dier wurde der Kassenschrank des Notariats Straubing 2
rbrechen und eira 10000 Mark gestohlen. Der Täüter
st un ekonrut

*Spitzbuben im Vatikau. In der Racht überrasch—
en päpftliche Gendarmen in den vatilanischen Gaͤrten drei
u dRem gebürtige, der Polizei gut belanute Diebe, die
ich bei ihrem Herannahen zu Boden watfen. Sie wur
»en verhaftet und im Besitz von Einbrecherwertzeugen
zefunden. Sie hatten die hohe Mauer nach der Muünze
cstiegen. Wan hielt sie in Gewahrsam und übergab sie
pent italienischen Polizeilommissar am Petersplatz Wäh—
end des Verhörs gelang es einem der Diebe, durch das
eniter auf den Petersplatz zu springen, wobei er das
Sonnendach des benachbarten Kaffeehauses herunterriß.
Er wurde aber von einem papstlichen Gendarm in Zidil
der eben vorüberging, eingeholt.
Keine DNaifeier. Tie Telegraphenbeamten hielte;
n Paris eine Versamm ung ao, in der sie beschlossen, mit
tücksicht auf das Publikum sich nicht an der Mauiseier
veteiligen zu wollen.
*Die Toten von Messina. Aus den Trümmern der
zurch das Erdbeben zerstörten Stadt Messina wurden
visher 25 000 Leichen geborgen. Es wird angenonimen,
daß unter den schwer zugänglichen Schuithausen noch ec
wa 45 060 Tote liegen.
rDas Eis ist stärker. Die Anwendung von Dyna
mit bei der Eisstanma im Niagara ist bisher wirlungs⸗
2s8 9e2brieben

— —— ——
Gerichtszeitung.
sEin jugendlicher Mörder. Der 18jährige Mörder
ines 73jährügen Greises hatte fich vor dem Schwurge
acht Karlsruhe in der Perfon des Arbeiters Reden
zer zu verantworten. Der Angellagte war nach Been
»igung seiner Schulzeit in verschiedenen Stellungen tätig
ind erhielt von seinen Arbeitgebern gute Zeugnisse, bis
er durch Liebeleien auf abschüssige Wege geriet. Er kan
rotz seiner Kugend auch min den Gerichten in Kondin

erhaltnis entlaätsen ü wac, , —E
ang bei seinen Eltern auf 7 Unlle des etterliu
dauses bebagte ihm aber aicht und so begab er sich a
vie Wanderschafi. Tie Mitlel zum Leben beschafte
ich durch Einbrüche. Auf seinen Fahrten kam er ar
uuf das Anweien des ehemaligen VBürgerme sters Stend
in Eutingen, von dem er wußte, daß er Gelde
daufe aufbewahrte. Redinger schlich sich in das Woh
zimmer und verbarg sich hinter einem Vorhange in ne
ner finsteren Nisches Nachdem die beiden alten Leute
Bett gegangen waren, durchsuchte er den Sekretär, in de.
⁊ 200 Mark jand. Eine Flucht wagte er in der Nac
nicht, da er befürchten mußte, daß das Gerausch de
Fensterlaäden ihn verraäten würde. Er legte sich deshal
eelenrxuhig auf das Sofa und verjertigte sich aus e
nem Stück Zeug eine Art Maske, die er sich ve
das Gesicht band. So vermummt begab er sich wied
unter den Vorhang. Als der alte Steudle am nächste
MNorgen seinen Sekretär in Unsrdnung faud, vermuten
er sofort einen Einbrecher und durchsuchte das Zimme
Als er hinter dem Vordaug ein paar Füße entdeckt.
zog er an diesen RYAiedinger ins Zimmer. Tieser gab abe
dem alten Manne einen Stoß vor die Bruft und flo
nach dem Stall. Steudle sand ihn dort und es en
pann sich nun ein Kanipf zwischen dem Alten und der
Jungen, in dessen Verlause Redinger den Steudle dur—
Schläge mit einem Besenstiel niederschlug und ihn dan
erdrosselte. Wie der Angeklagte bei seiner Vernehmun
behauptet, will er dies getan haben, um den Zeugen de—
Tinbruches aus der Welt zu schassen. Im übrigen wa
der Angeklagte gesiandig, zeigte aber bei seinen Aussage
eine aussallende Ruhe. — Die Geschworeuen bejahten ein
janze Reihe Schuldfragen unter Versagung mildernde
ümstande, worauf der Gerichtshoz den Augetlagten3
tu Jahren 8 Monaten Zuchthanz und 10 Jahren Et—
2erust perurfteiefte

*Eine Tragodie. Eine Familien-Tragödle hat s
in Berlin-Moabit abgespielt. Im Hause Bredowsiraßes
ergiftete die 22jährige aus Bayern stammende Fra
Seibt infolge Nahrungssorgen und ehelicher Zwisügkeite
wy peiven kleinen Kinder von ein und zwei Jahren m
Lysol.
* MoltkerHarden. Zum Prozeß Moltke⸗-⸗Harden, fü
»en Termin auf Dienstag, den 20. April angesetzi i
»rfährt das „B. T“, daß Graf Kuno WMoltke sich vo
seiner Krankheit erholt hat und an Gerichtsstelle ersche
ien wird.
STrr oorsichrige Hamtet. Das „Leipziger LCagebl.
tnimmt dem englischen Witzblatt Answers“ solgenden
Scherz: Ein langhaariges, schmächtiges und melancholisch
dreinschauendes Individuum stürzie atemlos in den ein
zigen Laden von Slopton:
„Ist dies der einzige Laden von Slopton?“ fragt
er den Inhaber, indem er einen langen, aͤngstlichen Blsi⸗
durch den Raum gleiten ließ.
„Jawohl.“ .
„Haben Sie faule Eier zu verkaufen? *
Jawohl.“
„Kann ich sonst noch irgendwo in Slopton saule Eie
taufen?“
„Nein.“
„Dann geben Sie mir, bitte, Ihren ganzen Vorrat.
Der Krämer guckte seinen schmächtigen Kunden vol
Argwohn an.
„Wollen Sie sich heute Abend „Hamlet ansehen?
ragte er.
„Nein“, war die düstere Antwort, „ich will heut
Abend den Hamlet spirsen“ —————

Neuelte Nachrichhten und Celegramme
Depeschen Burcau Herold.
* Halle, 23. April. Der 17 Jahre alte Hausdien
darl Traatmann, der hier in der Nacht zum 4. April dei
Stellenvermittler Franz Richter ducch Beilhiebe ermordete
wurde in Schöneberg bei Verlin verhaftet.
* Beirut, 23. April. In Antakias wurde die Höälft
der armenischen Bevölkerung massakrirt.
Konstaninopel, 23. April. Die neue Bereidigung der
Truppen giag g'att vor sich. Ausgenommen blieb nur di—
Yldiz-Division. Einige Bataillone in Serakierat weiger!er
sich zu schwörrn, weil sie an der Meuterei nicht teilgenommen
hatten und als konstitufionstreue Truppen einen neuen Ei
inr unrö.ig erklärten.
8 Kon antinopel, 22. Apris. Sämtliche fünf in Bosporu.
vor dem Nildiz stationirien fürkischen Kriegsschiffe sind Un
2 Uhr nachmittags mit der Sultarsygcht Elladin abgedamvs
Ihre Bestimmung ist undetannt. Dic Bevöllecung aime
auf, wei' sie bisher ein Bombardement der Stadt besuchtet
x* Konstantinopel, 24. April. Gestern begann scho
während der Nacht der konzentrische Vornarich der jung
——
um nächsten Ziele hat und weiterhin den Einmarsch in Stam—
hul bringen wird. Die Truppen trafen zuerst bei Dai!
Pascha und Ramys Tichiflik mit Gardetruppen zusammen
de bisher dem Sulian und den Reaktionären die treuesten
Anhänger gewhesen sind Auch gestern traten sie sofort der
Macedoniern entgegen, die sich nach der feindlichen Hal ung
nahme der Gardetruppen anschickte, die Kasernen ihrer Geg
aer zu umzingeln. Aber auch als dies gelungen war, feuertt
die Eingeschlossenen andauernd auf die Jungltünken, die dasß
BZesecht ohne einen Voistoß auf die Gebäude zu machen
hinhielten in der Ezwarturg, daß die Gardetruppen sich er
jeben rürden, nachdem sie die Nutzsosigkeit eines Wiede.
zandes eingescehen hälsen. Eine Endresultat war gestern nech
nittag noch nicht erzielt. Auch lassen sich genau die Ziffen
iber den Vrrlust auf beiden Stiten nicht angeben. Mar
'agt, er sei nicht bedeutend gewesen. Auf die Kunde, daß
s vor den Toien zum Kampfe grkommen fsei, enistand ir
ronstanlinopel und in Pera eine Panik Sämilche Läden
vurden geschlossern. Man besuürchtet ein Bluibad in den
Straßen der Stadt, da einige Truppenteile noch dem Sultar
ergeben sind und sich geweigert haben, en Eid auf de
Aufrechthaltung der Verfassang zu leisten. Die Soldater
wolten gestern uach Dand Pascha eilen, um ihren Freunder
Hülfe zu bringen. Dem Krietgeminister gelang ed eber, si
bis jetze zurückzuhaiten zum perfönlichen Schutz für Abdu
Hamid. Hieute wird der Einmarsch der Maeedonier eiso
gen. Längere: Widerstand ist nicht zu besürchter. De
Fuhrer der jungtüttischen Atmee Schewfek Pascha hat eir
Prokiamation erlassen, in der er errlärt, daß Abdul Ham
zeschont und seine Abdankung vicht erzwungen werden soll
um die Erfindungen des Moslimsstrengers Obse wanz Rid—
aung zu trogn In St. Seefano taue euch gestern wiede
die Nationalversammtiung. Man beschaftigte sich mit der Lag
in Aldana und den CEhrisenmezeleien in Kleinagsien. Mu
rat din Zahlen entgegen, die bisher übel de Opfer de
reli ziösen Fanatismus gemöcht wurde und rarnte jene Zabl
auf Grurd türktichen Buichte soarft ishertrichen
            
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