Litruge, ije Deutschland ebenso wenig nachgewiesen,
is bañß sie die allgemeine Kriminalität ungünstig beein
iußt habe. Die Bewitlligung von Strafaufschub kam 74
Prozent Männern und 26 Prozent Frauen zu. Etwa
zwei Drittel aller Fälle betreffen Jugendliche, doch geht
die Entwicklung auf ein Steigen des Anlells der Er—
wachsenen. Die strafbare Handlung war in zwei Drittel
aller Fälle cin Vergehen. Die Dauer der ausgesetzten
Gefängnisstrafe betraf in etwa drei Fünftel der Fälle
eine Woche oder weniger.
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
*Der Kreuzer „Hamburg“, der sich in Korin als Be—
gleitschiff der Jacht Hohenzollern“ befindet, erbielt den
Befehzl, sich nach Mejsina zu begeben.
* Die liberale Vereinigung zu Düsseldorf nahm in ei—
ner gut besuchten Versammlung nach einem VBortrag
des Reichstagsabgeordneten Görcke eine Resolution an,
die dem Bedauern über den bisherigen Verlauf der
Reichstagsverhandlungen Ausdruck gab. Eine durchgrei—
fende Resorin sei nur durch Verbindung von allgemei—
nen Verbrauchssteuern und den Besitz treffenden Sieuern
möglich. Als geeignetste Form sei die Ausgestaltung der
seichserbschaftssteuer anzuseben.
*e Jahresversammlung des elsaß-lomrinAschen vey—
erinnenvereins erklärte sich gegen die Einfüjißung des
ranzösischen Sprachunterrichis in der
Volksschule.
* Die Zentrale für das deutsche Krankenkassenwesen, der
Jeniralverband von Ortsfrankenkassen im Deutschen Rei—
he und der Verband der freien Hilss-Kranlenkassen beru—
fen für den 17. bis 19. Mai einen allgemeinen Kon—
greiß der Krankenkassen Deutschlands nach Berlhin
un. Den Gegenstand der Tagesordnuna bildet die NReichs—
zersicherunasordnung.
Desterreich⸗Uugarn.
* Das „Neue Wiener Tageblatt“ erhält von informier—
ter Seite Mittellung über den beabsichtigten Bau von
Dreadnoughts. Es belteht bekanntlich der Pan, nach
Zenehmigung durch die Delegationen vier solcher Schifse
zu bauen. Die Kosten eines solchen Schifses werden auf
35 Millionen veranschlagt. Tie günstige Beschaffenhet
der österreichischen Küften gestattet, daß Oesterreich mit
zwei Dritteln der Flottenstärke Italiens diesem gleich
komme. Im Besitz von vier Dreadnoughts könne Oester—
reich einer kriegerischen Eventualität ruhig entgegen'ehen.
Serbien.
wDer Zar hat den srüheren Kronprinz Georg ein
geladen, an seinen Hof zu kommen. Dies soll den schlech
ten Eindruck verwischen, den die Haltung Rußlands in
Serbien hervorgerufen hat. — Der frühere Kronprinz wird
sich als Revolverschütze am Internationalen Festschießen.
vas im Juli in London stattfindet, beteiligen
Persfien.
* Nach den letzten aus Täbris eingetroffenen Mel—
dungen wirkte die Nachrischt vom Abschlusse eines
Waffenstillstandes beruhigend auf die Bevölkerung. Tie
Feindseligkeiten zwischen den Parteien haben aufgehört.
Ein russischer Kaufmann und der englische Konsul be—
gaben sich zu Ain ed Dauleh, um mit diesem wegen der
Zufubr von Lebensmitteln zu verhandeln.
Amerika.
* Zwei Panzerkreuzer wurden von Kuba nach
Alexandrette in Kleinasien beordert. — Japan entsendet
zwei eroberte russische Kreuzer zur Eröffnung der Seatt—
le⸗Ausstellung am 1. Juni—
Das Jubiläum König Karl von Rumänien.
Der deutsche Kaiser hat dem König Karol aus An—
laß seines 70. Geburtsstages zum kgl. preußischen Gene—
ralfeldinarschall etnannt. Ter Kronprinz hat dem König
von dieser Ernennung Kenntnis gegeben und ihm zu—
gleich im Namen des Kaisers den Marschallistab über
eicht.
Ter deutsche Kronprinz bekundete besondere?
Inieresse für die evangelischen Schulen. Den Abend be—
schloß ein großes Diner. König Karol toastete auf Kai—
ser Wilhelm und seine Familie. Er sei dankbar dafür,
daß er den Thronerben entsandt und einen glänzenden
Stab. Tie Ernenuung zum Feldmarschall mache de
Bunde, die ihn, den König, seit fünfzig Jahren mit dem
preußischen Heere verbanden, unlöslich. Seine militärische
Karriere finde mit der Ernennung zum Wiarschall einen
erhebenden und historischen Abschluß. Der Kronprinz er
widerte dankend für den liebevollen Empfang. Die preu
ßische Armee sei stolz darauf, unter ihre Marschälle den
im Krieg und Frieden erfahrenen König zu zählen. Nac
dem Diner fand Galavorstellung im Nationaltheater stan
** Wie es heißt, wird Kaiser Wilhelm demnächst
Olympia besuchen. Infolgedessen werden dort bereis
die nötigen Vorlehrungen getroffen. Königin Alexandra
und die Kaifermn-Wite nan Rukland werden ebenfale
vue arauetet e
vwers. Treyerne sah ihn schweigend an. Tann leynte
sie sich mit erkünsteltem Lachen in ihren Sessel zurüd und
meinte: „In jedem Leben gibt es doch duntle Kapitel. Ich
werde seine Erbin wohl nicht cden. Wenn er mir ein
paar Tausend hinterläßt, um mir durchs Leben zu helfen,
so ist das schon mehr, als ich erwarten kann.“
„Und doch“ — sie atmete heftig — „ist es mir, als
wenn sich etwas Unerwartetes ereignete. Ich bin ein Narr,
nich so selbst zu quälen!“
Hastings hatte sie mit halbgeschlossenen Augen be—
trachtet.
„Ich will Ihrer Aufrichtigkeit nichts nachgeben,“ sagte
er. „Ich vin eben solch ein Nart wie Sie; auch ich glau⸗
be, daß sich tatsächlich etwas für uns beide Unerwartetes
ereignen wird.“
Sie machte eine schnelle, abwehrende Bewegung.
„Ach,“ sagte sie, Sie wissen ganz gut, daß Ihre Aus—
sichten günstig sind — besser wie meine.“
Darin könnten Sie sich aber doch sehr irren,“ meinte
er ruhig. „Manche Menschen finden eft ein Vergnügen da⸗
rin, Hoffnungen zu erweden und zu bestärken, um sie dann
nachher mit um so größerer Freude zu zerstören. Womög—
lich hat Mr. Darracote schon seit langer Zeit vorgehab,,
ine Darracote-Schule der freien Künste zu gründen oder
etwas Aehnliches und heimlich über die Hoffnungen ge—
ächelt, die er dann und wann durch ein zufälliges Wort
»ei mir erweckte. Ein Trost, daß ich ihm diese Hoffnun—
zen niemals zeigte.“
„Ich glaube, Sie irren sich,“ sagte Mrs. Treherne,
wenn er irgend jemand zugetan war, so waren Sie es.“
„Das mag sein,“ entgegnete Hastings, „und doch kann
nich mir eine große Enttäuschung bevorstehen.“
Gewiß, möglich ist das immerhin!“
Und wieder versanken beide in tieses Sinnen; jseder
kannte ja die Absichten und Gedanken des andern, die voll
Eigennutz und Selbstsucht waren. Die Nähe des Todes,
der Ernit der Situation für den sterbenden Mann schienen
xARbnriet. Tagegen werden weder der KRar nan Gon
ẽdunrd Koru besuchen.
** Bezüglich der Meldung, daß der Kaiser vor
Zußland vielleicht dem Stapellauf des Panzerschis
es „Danton“ in Brest am 2. Mai beiwohnen werde
vird dem „Gaulois“ von berufener Seite erllaärt, die Reif.
es Zaren sei eine im Prinzip beschlossene Sache. Der
zar werde den König Eduard, den Präsidenten Falle
ces und den König Viktor Emanuel besuchen. Uebersc
ten Besuch des Zaren in Brest sei nichts bekannt, je
enfalls erisheine das angekündiate Datum als verfruͤßn
Die Lage am Balkan.
Das österreichischtärkischeProtokoll.
Wie genmeldet wird, hat Sultan Abdul Hamid das
sterreichisch-türlische Ententeprotokoll sanktioniert. — Der
Austausch der Ratisikation des österreichisch-ungarisch-tür⸗
ischen Ententeprotokolls ist für Montaa angesebt
Nachträgliches von der Balkankrise.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ kommt aus
die von einem Teile der ausländifschen Presse aufrecht
rhaltene, von ihr als Legende bezeichnete Darstellung zu—
ück. daß NRußland der gütlichen Erledigung der An—
liederung Bosniens und der Herzegowina in olge eines
ont Deutschen Reich ausgeübten Druckes zugestimmt
abe, und daß ein Brief des deutschen Kaisers an den
Zaren die Entscheidung herbeigeführt habe. Diesem Spiel
nit den Tatsachen gegenuber siellt die „Norddeutsche All
gjemeine Zeitung“ folgendes fest:
1., Die entgegenkommenden Erklärungen Rußlands
uf den deuischen Vorschlag zur Lösung der in der An
iextousfrage bestehenden Schwierigkeiten in den Unter
edungen des Ministers Iswolskis mit dem deutschen
Botschafter Grafen Pourtales sind am 20. März und 23
NRärz abgegeben.
2., Am 21. März richtete der Zar an Kaiser Wil
»elnt ein Telegramm über die Orien lage.
3) Am 27. März ging die telegraphische Antwort
daiser Wilhelms auf dieses Telegramm nach Pelters.
urg.
Aus diesen Daten ergibt sich, daß die Annahme des
dautschen Vorschlages durch Rußland — und zwaͤr unter
lnerkennung der freundlichen Absicht unseres Schrittes —
chon seit mehreren Tagen erklärt war, bevor die Ant—
vort Kaiser Wilhelms nach Petersburg abging. Davon,
vas speziell der Standard als Inhalt des nichtexistiereu—
»en Brieses Kaiser Wilhelms anaibt. enthält das Tele—
zramm nicht.
Die Revolution in Konstantinovel.
Abdankung des Sultans?
Die „F. Z.“ meldet aus Konsiantinopel: Die Depe
sche des Komitees Einheit und Fortschritt, die den Sul
san auffordert, abzudanken, sandte der Sultan durch ei
ien Abgesandten an den Großwesir mit einem kühlen
Vermerk, das Nötige zu veranlassen. Der Sultan denk
richt daran, den Kampf aufzugeben. Seine Kaltblütig?
ewcist, daß er Klarheit über seine Lage besitt und
cine? Dispositionen trifsft. Seine vorläufige Taktik bestelt
n der Geneigtheit, in Verhandlungen einzutreten, Be—
weise für das Festhalten an der Verfassung zu geber
und so zu tun, als ob er die Intentionen des jung
ürkischen Hecres ignorieren würde. Wenn alle Strick
cißen, will der Sultan es auf einen Kampf im i
»iz Kiosk ankommen lassen. Ernste Befürchtungen herr
chen über die Haltung der Kriegsschifse; da sie ohn
Rffiziere sind, können sie leicht schweres Unheil anrichen
Dschewad Behy, der erste Sekretär des Sultans
hat erklärt, der Sultan habe keinen Brief erhal
en, in dem feine Abdankung verlangt worden
ei. Wenn die Armee seine Abdankung sordern würde
pürde er sofort abdanken. Der Sultan habe aus den
Provinzen nicht allein, sondern auch aus Saloniki und
ius dem Heere Ergebenheitstelegramme erhalten. Der
Zelkreiär fügte hinzu, daß der Sultan vollkomene Nuhe
ewahre.
Der Sultan soll dem Parlamente seine Beding—
ingen, unter denen er abzudanken sich bereit erklärt, zu—
gestellt haben. Angeblich waren diese: Keine Rechenschaft
über seine Vergangenheit und die letzten Ereignisse, so—
wie Sicherstellung seines Lebens.
Eine Besserung der Lage.
Wie der „Koölnischen Zeitung“ aus Konstant'nopel ge
neldet wird, scheint die Gesahr eines gröäßeren Zusam
nenstoßes beseitigt. Zwischen dem Konftantinopeler Kom
nande und den Komiteetruppen wurde eine Abmachung
getrefsen, daß die Konstantinopeler Garnison ohne Waf
en den Noömi'itectruppen zur Begrüßung entgegenrücken
cll. Die Haltung der Flotte ist zweifelhaft. Die Schiffe
ni Beosporus sind in den Händen der komiteckeindlichen
— —PUPUPFPPP——,oooeeeeeeee ⏑e—— —— — — 180110 —“—“————
nicht den geringsten indrud auf sie zu machen. Sie wa—⸗
ten ja ausgesprochene Materialisten. Was kümmerte es sie,
»aß eine Seele im Begriff war, ihre irdische Hülle zu
prengen, um ihre Reise in die Ewigkeit anzutreten, uner⸗
vartet, unvorbereitet. Für sie gab es ja kein Jenseits! Der
Ernst des Sterbebettes ließ noch nicht einmal eine vorüber—
gehende Regung des Mitleids und der Trauer in ihnen
ufkommen. AMerzte, Pflegerinnen und wartende Erben —
zas waren die Personen, die den sterbenden Mann umga—
»en; schmerzerfüllte Herzen, weinende Augen, Lippen, die
in andächtiges Gebet stammelten, waren hier nicht zu
inden. Ein Armer, der seinen letzten Atemzug in einem
hospital aushaucht, war nicht so verlassen, wie dieser ster⸗
ende Millionär in seinem prächtigen Hause. Und wie im
Tode diese Millionen trennend zwischen ihm und seinen
MNitmenschen gestanden, so war es auch im Leben gewesen.
Ztatt dieselben zu einem verbindenden Gliede zwischen sich
ind seinen Mitmenschen zu benutzen, hatte er sie zu einer
S„chranke gemacht. Machet euch Freunde mittels des un—
gerechten Mammons!“ Welche tiefe Weisheit in diesem
date liegt, können nur die ermessen, welche an einem Ster—
ebette gestanden, wo es an solchen Freunden fehlt, und
vo der Reichtum dem Sterbenden keinen Segen, keinen
dank der Armen und keine Trauer von Herzen, die Frei—
ebigkeit gewonnen oder Güte gerührt hat, erkauft hat.
Bibt es wohl etwas Trautigeres als solch ein Sterbe—
eft?
Stille war es im Wobhnzimmer geworden. beänastigend
uuu war es auch im ganzen großen Hause. Der Todesengel
sollte ja bald seinen Einzug halten. War es nicht, als
ernähme man schon das Rauschen seiner Flügel? Hatte
t vielleicht schon den Willen Gottes vollführt?“
Doch was war das? — Der laute Ton der Haus—
zlocke schallte durch das Haus. Mrs. Treherne fuhr
mper.
„Unverzeihlich!“ rief sie aus. Ich sagte doch Ellis,
daß stets einer der Diener an der Tür sein sollte, um
clche Störung zu vermeiden. Unerkörte Nachlössigkeit!
VUber Tienstboten —“*
utisiniserin. — Sine Besserung der Vage zergt sich aud
arin, daß eine Forderung der Jungtürken bereits er
üllt ist. Die Gesellschaft Ittihad Mohamnied, welcher
ie Urheberschaft der jüngsten Unruhen zugeschrieben
vird, wurde einer Meldung der „Frkf. Ztg.“ aus Kon
tantinopel zufolge aufgelöst. Der Herausgeber des Bla—
es Bulkan wurde verhastet.
Nach neueren Meldungen aus Saloniti sind dort 5000
Freiwillige aus Kreta eingetroffen. Albanien hat den
Jungtürken eine Unterstützung von 50 000 Albanesen an
leboten. Am Mittwoch wurden 30 Anhänger der mo—
'ammedanischen; Unien auf Anordnung des jungtürkischen
domitees verhaftet, um vor ein Kriegsgericht wegen
Lerrats gestellt zu werden.
Aus RKonsiantinopel eingetroffene Depeschen besagen
af die jungtürlischen Truppen in Konstantinopel ohn
Vlutvergießen eingedrungen sind und den Jildiz um
zingelt haben. Ser Sultkan soll auf Unen russi
chen Dampfer geflüchtet sein. Eine Bestätigaung der Nach
richt bleibt abzuwarten
Die Opfer von Adana
Cine Reutermeldung aus Konstantino pel be—
agt, daß laut einem Konsulartelegramm bei den letzten
inruhen im Wiladet Adana 5000 Personenda—
dötet worden süind
Eine Verständigung.
Zwischen dem Su htan und den Zungtürken
ist eine Verständigung erzielt worden. Die Armee der
Jungtürlen wird nicht in Konstantinopel einrücken. Die
es Resultat verdankt der Sultan nur der Tatsache, daß
hui die in Adrianopel garnisonierenden Truppen treu ge—
ꝛ*ieben sind.
Arbeiterbewegung.
— Streikausschreitungen. In Mazamet (GDepar—
ement Tarn) belagerten die ausständigen Wolllkrempler
in Fabrikgerzude und versuchten mit Gewalt die Ab—
endung von Woillsäcken zu verhindern. Die Kutscher der
Frachtwagen, die unter Truppenbegleitung abfuhren, sind
»on den Streikenden mit Steinen beworsen worden. —
Insolge der Ereignisse in Meru sind drei Schwadronen
dürciffiere aus Noyan in drei Etappen dorthin entsandt
vorden. Man heglt auch ernste Befürchtungen über die
Zage in Vimeux, wo gleichfalls Unruhen ausgebrochen
ind. Es ist Befehl erteilt worden, die Jäger nach Ab
hzevpille und Amiens zurückzubefördern.
—E
Deuntscher Reichstag.
(243. Sitzung.)
Auf der Tagesordnung sieht eine große Reihe vor
Rerichtten über
— —
Petitionen.
Eine Anzahl wird ohne Debatte entsprechend den
dommissionsberichten erledigt, wobei u. a. beschlossen
vird, eine Petition auf Ausschluß der Oeffentlichkeit bei
Skandalprozessen der Regierung als Material, eine Pe—
ition beir. die Hastpflicht der Eisenbahnen einschließlich
der Klein- und Straßenbahnen für Sachschaden zur Be
ücksichtigung, eine Pentton zur Errichtung einer gewerb—
ich⸗ technischen Reichsbehörde als Material, eine Vetition
»etrefsend die Einrichtung einer Unehelichen-Fürsorge als
Material, eine Petition betrefsend die zollfreie Ablassung
zon Mineralölen zu Heizzwecken als Material, eine Pe
ition betr. Einführunz des Inlandportos im Postver
ehr zwischen Deutschsland und Schweden zur Erwägung,
eine Petitton betreffend gesetzliche Einsführung eines wö
hentlichen Ruhetages der Bahnarbeiter als Material,
ine Petition betreffend die Regelung der Zuständigkein
ind des Verfahrens bei den Schutzgebietsgerichten ir
damerun und Togo zur Erwägung der Regierung 30
iberweisen. Ueber die Pet'tion betr. Bewilligung ei—
ner Subvention der Friedensgesellschaft wird zur Tages
erdnung übergegangen. — Es folgt sodann die Beratunç
»iner Petition um Verlängerung der in 8 13 des Zot.
arifgesezes (Beseitigung der Verbrauchssssteuer auf Ge—
reide, Hülsenfrüchte, Mehl und andere Mühlenprodutie
backwaren, Fleischwaren und Fett) fesigesebten Frist bis
zum 31. Dezember 1917. Diese Petition ist von eine:
aroßen Anzahl Städte aus allen Teilen des Reiches
unterstützt. Die Kommifsion hat beschloffen, diese Petit'or
der Regierung zur Erwägung zu überweisen.
Abg Emmel Goz.) wendet sich gegen diese Pe
ition. Dagegen tritt Abg. Wölzl (natlh.) dafür ein
Abg. Pfeiffer (Ztr.) tritt ebenfalls für die Pe
iltion ein. da die Städte, namentlich die bayerischen, tat
ächlich nicht in der Lage gewesen seien, Ersatzsteuern zu
scherffen. Er stimme dem Antrag Wölzl zu, die Ver—
längerung noch bis zum 314. Dezember 1914 auszudehnen
Abg. Wagner (lons.) spricht sich sjür einen Teir
seiner Freunde für die Vetition aus
—— AucZ—— —⏑—⏑ ⏑ — ⏑ ⏑ ⏑ o0ĩ!hh—⏑—⏑ ——⏑—⏑—⏑— —
Hastings unterbrach sie ducch eine Bewegung seiner
Hand. „Wer mag nur in solchem Tone da umten spre
hen?“ meinte er.
Es war eine scharfe, durchdringende Stimme, welche
zufgeregt mit Eenergie und Beharrlichkeit etwas zu
verlangen schien und nur durch die im gedämpfter
Tone gegebenen Antworten erines Dieners unterbrochen
vurde.
Mrs. Treherne und Hastings blickten aufhorchend ein
inder an.
„Kann das einer von den unbekannten Verwandten
ein, der jetzt schon gekommen ist,“ sagte die erstere.
Hastings lächelte, aber bevor er antworten konnte, er—
chien der Diener in der Zimmertütr.
„Bitte, Mr. Hastings,“ sagte er, ‚hier ist jemand, der
arauf besteht, Mr. Darracote zu sehen, cbgleich ich ihn
chon gesagt habe, daß es unmöglich sei. Er will nich
ortgehen, er sagt, er müsse irgend jemand sprechen. D
achte ich, Sie würden vielleicht die Güte haben und min
ihm reden.“
Hastings sah auf Mrs. Treherne.
Wenn Sie gestatten, will ich hingehen und sehen, we
der beharrliche Mensch ist.“
Kaum hatte er die Halle betreten, als ihm ein lleiner
magerer Mann entgegeneilte mit einem hageren, faltigen
fast pergamentartigen Gesicht aus dem ein paar Augen ihn
ingstvoll anschauten.
„Ah, Mr. Hastings!“ rief er. „Es ist schon lange her
daß wir uns zuletzt sahen und vielleicht erinnern Sin
ich meiner nicht mehr. Wilkens ist mein Name — Pete
Willens.“
Hastings stredte ihm die Hand entgegen mit der leut⸗
eligen Freundlichkeit, die ihm schon im Leben so viel⸗
zreunde erworben.
„Ich erinnere mich Ihrer sehr wohl, Mr. Wilkens
antwertete er, „obgleich es schon lange her ist, seit wi—
s zuletzt sahen. Sie sind noch in Mr. Darracote'-Dienst?