Full text : Dudweiler Zeitung

VUNummer al.

Tel.oq, 250, 208 unb 1261. Mittwoch, den 21 April 1909. Zeitungẽliste on

23. Jahrgaugs

17
1
4J
*
Mit VBeilagen: „Bessetristische Wochenstörifte“ und
Tustige Blätter“.

—
X

Allgemeiner Anzeiger für den Bürgermeisterei—
Nurrotser

uts preis
aus gebracht; bei der
2.23 vierteljahrlich.
Die „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnakme der Soun
und Feiertage.
König Narl von Rumänzen
Am 20. April feierte Köniz Karl 1. von Rumänsen
einen 70 Gebuüͤrtstag. Ein Leben liegt hinter ihm, so
eich an Mühe und Arbeit, an Kampf und Enttäusch—
ing, aber auch an Erfolg und Segen, wie es wohi nir
besügen Kronenträgern beschieden gewesen ist. Der Ge—
chichte gehört an, was er, der Sproß aus dem deut⸗
chen Hohenzollernhause, unterstutzt von seiner hochsinzi—
jen Gemahlin, für das Vaterland jseiner Wahl geeistet
ar von dem Taͤge an, an dem er vor 43 Jahren durch
zollsabsimmung zu seinem Herrscher ausersehen, die Re—
terung des durch wirden Parteitampf zerrissenen, in sei
iem Finanz- und Heerwesen vollig zerruütteten Landes
bernaͤhm. Voll zu würdigen vermag es nur der, wer
zie heutige Lage des Landes in Vergleich zieht, das
nit jseinen geordnelen innern Zusländen, seinem gesestig—
en Leredit, sciuen vorzüglich ausgebildeten Heer⸗ und
ßerlehrswesen, seiner blühenden Laudwirtschaft, seiner
geachteien Stellung unter den Völkern, weitaus an der
Zpitze dex⸗ Balkansidaten marschiert. Ter Fortschritt,
zer sich in dirser Zeitspanne vollzogen hat, ist so groß,
zaß es beinahe wunderbar erscheint, wie er im wesencui⸗
hen nur von einem einzigen Ranne hat votloracht wor—⸗
den können. Tenn es ist Tat'ache: das moderne Rumä—
nien, wie es heute vor uns sieht, ist in der Hauptsache
sedenfalls Karls J. cigenstes Lebenswerk. Frelch heit
er diejes zum endlichen Gelingen gesührt weniger ourch
reasame Selbsibetätigung nach außen hin als durch stetige
ind stille Pflichterfullung, kluges Abwägen der WMittel,
veises Maßhablen, verständige Auswahl der Staatsmän
ier — wie Jean Bratiano und Demeter Sturdza —, da—
nurch endlich, daß er, wie jener andere Hohenzoller Wil⸗
jelm 1. von Preußen, auch in schweren. verzweifelten
Tagen an seiner Aufgabe nicht verzagte
Wahrlich, ein dornenvoller Weg war es, der gegan—
sen werden mußte, bis das Ziel erreicht war. Aus den
Fesieln der Halbbarbarei, aus den schmachvollen innern
Virren, aus dem Abhängigkeitsverhältnis zur Türkei war
zas unglückliche Land zu befreien, unzählige Schwierigeiten
 im Innern, nach außen hin vielfache Widerstände
zer großen Mächte zu überwinden, ehe Rumänien all—
naählich in den Zustand übergeführt war, in dem e⸗
euie ist: in den eines wirklichen, selbständigen Kultur—
taats. Ein lebhaftes, anschauliches Bild von dieser ot
jenug harten Lebensarbeit gibt uns die sebstverfaßte
debensbeschreibung des Fürsten, wie auch der intereisante
griefwechsel mit seinem Vater, dem vortrefftichen Prin—
en Anten von Hohenzollern, der in allen schweren
zeiten dem Sohne mit kugem Nate nahe war. Auch
ueinem andern Punkte läßt sich ein Vergleich ziehen
wischen Wirchelm 1. und Karl 1.: in der Tätigkeit, di
eide für den Ausbau der vaterläudischen Wehrtraft enn
altet haben. Das rumänische Heer, heute ein achtung—
ebietender Fakror auf dem Balkan, hat ales, was es
si, einzig und allein seinem obersten Kriegsherrn z3u
erdanken. Was dies bedeutet, vermag man nur zu er—
zessen. wenn man bedentt, daß hier ein eigentliches sie—
sendes Heer überhaupt erst zu schafsen war. Den Beweis
tines Könnens hat dieses Heer im russiich-türkischen Orie
länzend erbracht.
Mit dem Deutschen Reiche, dessen Kronprinz die
jlückwünsche des Reichsoberhauptes dem königlichen Ver—
oandten überbringt, unterhält das Königreich Rumänien
ur Zeit die besten und freundschaftlichsten Beziehungen,
in Umstand, der gewiß nictht zuletzt der aufrichtigen
Zzinnesart seines Königs zu danken ist. So sind es denn
ßesühle ungemischter Freude und wahrer Hexrzlichkeit,
nit denen das deutsche Volk des Fürsten aus deutschem
ktamme gedenkt und den Wunsch zum Ausdruck brinat,
alr er sirb nech sange Sabre hindurch weiter erfrent

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entsprechender Rabatt.
Aedattion, Druc uns Vertag don J. U nrrere
in Tudweiler.

möge an dem Gedeihen seines Lebenswerkes: Tem Glut
und der Wollahrt seines Landes und Volkes
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4 *
Volitische Rundschau—
—A
* Der Reichskanzler Fürst von Bülow und die Für—
tin von Bülow find aus RBenedig wieder in Berlin ein—
getroffen.
* Die wurttembergische Regterung hat dem Landtage
rinen Gesetzentwurf über die Beschassung von Geldmit—
keln fjür den Eisenbahnbanu und außerordent'liche
Bedürfnisse der Verkehrsanstalten vorgelegt. Es werden
m ganzen rund 52,9 Millionen Mark gefordert, die in
der KGauotsache durch Anleihen aufgebracht werden sollen
Holland.
*Auf Grund der Beilegung des holländisch-venezola—
rnischen Zwischenfalles beschloß die Regierung, ihre Streit
räfte im Karaibischen Meere auf den normalen Stand
nrücizuführen. Infolgedessen begeben sich die Kreuzer
„Gelderland“ und „De Ruyter“ von ihren Bestimmungs—
erten in die Heimat bezw. nach Ostindien. Nur der
dreuzer „Utrecht“ bleibt in Curacao stauoniert
Oesterreich-Rugarn.
* Das Abgeorductenhaus murne iür den 27. April
inberusen.
* Rachdenr bereits früher Deutschland, Italien und Eng—
cand die Aufhebung des Artilels 25 des Berliner Ver—
lirages genehmigten, haben sich numnehr auch Rußland
ind Frankreich mit der Aufhebung des Artikels einver—
tanden erklärt. Hierdurch ist die bosnische Annexion auch
yrmell enda ültig zum Abschluß agebrarh
Frankreich.
*Ein junger chinesischer Offizier namens
den Korhan, welcher als Zögling auf dem alẽ
Narineschule dienenden Schifse „Borda“ im Hafen vor
rest zugelassen war, encwendete vor einiger Zeit meh
ere geheime Schriftstücke und flüchtete in Begleitung ei—
ses seiner Landsleute nach Brüssel. Tie von dem Dieb—
ahl verfrändigte sranzöfische Geheimpolizei überwachte die
eiden Chinesen und ermittelte, daß dieselben von den
eftohlenen Schriftstücken Photographien herstellten. Die—
er Tage kehrte Jen Korthau nach Fraukreich zurück und
vurde auf den Pariser Nordbahnhofe verhaftet, Et
zefiand die Spionage ohne weiteres ein und erklärte, er
abe aus Patriotismus gehandelt. Ein Ojffizier der Ma—
inejchule teilte einem Berichterstatter mit. daß die ent
endeten Papiere teine große Wichngleit haten Es durste
ich wahrscheinlich um Schrisistucke uber die Zusammen.
eßung gewisser Pulvberarten, sowte um schemaliszhe Plaäne
rmoöodernen Vanzericbitije und Geichübe handefn

—eses—— — —’ — c „,r,————ü.;aàaàaQ“— — —
terstellt. Der Lehrang dauert zwei Jahre und zerhaill,
in Trei Abteilungen, zwei zu je 9 und eine zu 6 Mo—
niten Zwischen der ersten und zweiten, sowie der
zwecen und dritten Abteilung liegt ein Zwischenraum ver
je drei Monaten, während dessen die Ofsiziere bei der
Kaffengattungen, denen sie nicht angehören, Tienit mn
also die Infenteristen bei der Kavallerie und Adt'illeri
ind umgesehrt. Der Besuch der Schule soll die Oiirzien
zunt Dienst im Gencralstab befähigen.
* Die brasilische Dreadnought „Sao Paulo“ wurde
Arrrary iju-Turneß vom Stapel gelaien

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Ter Kampf um die Nachlaßsteuer
Für eine Erbanfallsteuer hat sich auch de
Konfcrvalive Verein sür Kiel und Umgegend ausgesoro
Hhen! Er beschloß, nach der „Voss. Zig.“, eine Eingabe
an die konserbanven Parteien des Reichstages zu richten,
die solgenden Wortlaut hat: Die Reichssinanzrefotm ij
eins nauüonale Frage allerersten Ranges, sie muß des
Ilhß von den naäticnalen Parteien, und zwar in der
amsenden Tagung gelöst werden. Neben den auf der
asenverbrauch zu legenden Abgaben ist vine ausglei
ande Stener von den Vorsitzenden zu erheben; diese dar
erenscht in die finanzelle Selostaäudigkeit der Einzel—
elen eingreifen, wie es jede Torm einer Besteuerungç
des Einlonmens oder Bermögens, sci es durch das
diesch unmitielbar, sei es für das ARieich durch die Bun
bebsiaaten, uun würde. Vielmehr erscheint als der einzigs
ganßbare Weg der Belastung des Besitzes eine erweiterte
Irbanfallslseuer, der auch Kinder und kinderlose Ehe,
gatten unterliegen müssen. Wir erwarten von den kon
ervativen Parttien, daß sie einer soschen Steuer, als einen
nerrrafelte ihre Bustimmung nicht versagen werden

Der dentsche Kronprinz in Rumänien
König Karl war durch eine heftige Erkältung ver
zindert, sich zum Bahnhof zum Empfang des Kron—
prinzen zu begeben. Der Kronprinz wurde von der
rigin, den Prinzen und Prinzessinnen von Rumä—
nen und einer aus den Zögiingen der Militärschule zu—
ammengesetzten Ehrenwache empfangen, in deren Reihen
ich auch Prinz Karl von Rumänien befand. Der Me—
trapolit, saͤmtliche Minister sowie die Spitzen der Be—
hörden wurden dem Kronprinzen auf demn Bahnhof vor
gestellt. Die Bevölkerung bereitete dem Kronprinzen ei
nen sehr herzlichen Empfang. Im Schlosse wurde der
zrronpeinz vom König eipfangen, der ihn herzlich um
arm!e. Der König tiug preußische Generalsunform. IJ:
der Stadi hereische aus Anzaß des Besuches freudige Be
wegung. Der Besuch des deutschen Kronprinzen wird als
ein koösfibarer Beweis für die herzlichen Gefühle betrach
tet, die der deutsche Kaiser sür Rumönien und seine
cerriehert heotf

Bulgarien
k Mit der erfolgten Unterzeichnunz des türk sch bulgari
chen Protokolls hat die türkische Regierung die Un—
ibhäugigkeit Bulgariens anerkannt. — In
dent von Liaptschew und Rifaat Pascha in Gegenwart der
Hotschaster Euglands, Rußlaͤnds und Frankreichs unter
zeichneten Protolole sindet die Frage der Entschädigung
der Orientbahn noch keine Erledigung. Diese bleibt viel—
mehr einer vesonderen Regelung vorbehalten. Liaptschen
Aeibt zum Zwecke non Nerhandlungen über die Frage ir
——— v⏑——

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2 —.
Hof und Gesellsehaft.
*EGeruchtwcise verlautet, daß dipiomatische Verhand
lungen schweven, damit der Zar dem Stapellauf des
RPanzerschiffes „KSanton“ am 2. Mai in Brest beiwohne
** çäIm 81. Lebensjahre ist der General der Infanteri«
Gusiav voun Arnim in seiner Wohnung gestorben. Er
lkränkelte, seitdem er vor einigen Wochen einen Unialse
itten hatte.
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4 A 6 * —
Die Revolution in Konstautinopel.
Aus Pera wird berichtet: Die Armee hat ihre
Woöorposten so weit an Konsiantinopel herangezogen. daf

Brastlien.
* Für die brasilischen Heeresschulen (escolas do erer
ito) ist neuerdings neben dem Franzorischen das Deut
che aͤls Pflichtfach eingefüuhrt worden, während das
⸗valische nur als Wahßach gilt. Tiese Schulen dienen
zur weiteren Ausbildung der Ossizeece bvis zum Kapitän
. 7nsließlich und sind dem GEhef des Generatistabes

rma.
* Aus dem Enalhschen übersetzt von G. S
,Weshalb will er das denn wissen? Hat er vielleich
»in Testament noch nicht gemacht?“
Haftings lächelte, hatte sie dach unwillkürlich ihre ge—
eimsten Gedanken verraten.
„Diese Frage kann ich nicht beantworten,“ sagte er.
Ich weiß nichts vcn Mr. Darracotes testamentarischen An—
dnungen. Er bat mich um das Versprechen, ohne den
srund zu nennen und ich versprach ihm, die Wahrheit zu
agen. Der Zweifel, der mich jetzt beunruhigt, ist nur, ob
's jetzt Zeit ist, mein Versprechen zu erfüllen.“
Mers. Treherne war nicht imstande, diesen Zweifel zu
ösen. Gleich ihm wußte sie absolut nichts von Mr. Dar⸗
racotes Bessimmungen und Absichten, und doch konnte sie
ich nicht denken, daß er ohne Grund solche Bitten stellte.
ülles, was sie im Leben schätzte und erhoffte, hing von
der Laune dieses alten Mannes ab, und diese Laune auch
iur im geringsten zu beeinflussen, lag ganz und gar außer—
salb ihrer Macht. Nur eins wußte sie — starb er ohne
Testament, sc würde das ganze große Besitztum weder ihr
ioch Hastings zufallen. In beiden Adern fleß ja kein
Tropfen Darracote'sches Blut. Wenn man ihn also auch
daran hinderte, sein Testament zu machen, würde man da—
zurch doch nichts erreichen. Solche und ähnliche Gedanken
agten ihr durch den Kopf, als sie so neben Hastings stand.
Wie traumverloren glitten ihre Blicke dann hin über den
zie Villa umgebenden Park. Es war ein herrliches Bild,
ARieser wundervolle Part, von dem goldenen Lichte der
angsam sinkenden Seonne beleuchtet; aber sie empfand seine
Zchönheit nicht, dachte nicht einmal an den furchtbaren Ge—
ensatz, daß oben im verdunkelten Zimmer der Besitzer all
ieser Herrlichkeit sich in grausamen Schmerzen wand. Mit
ewalt sich endlich aus ihrem Sinnen losreihend. wandt—
»5h wieder an Hastings.
ielleicht Jliegt Ihnen ia nichte In meiner M⸗

ch ihym die Wayryeit sagen. So lange zu warten, bdis der
Arzt ihm sagt, daß es keine Hoffnung mehr für ihn gibt
— Aerzte zögern gern in solchen Dingen — hieße vielleich
u lange warten.“
Ein Diener kam durch die Halle auf die Freitrepp⸗
inaus.
„Würden Sie die Güte haben, Mr. Hastings,“ sagte er
ruhig und mit der ehrfurchtsvollen Haltung eines gut ge—
chulten Diener, „Jju Mr. Darracote zu kommen? Mein Herr
vünscht Sie zu sehen.“
Hastings wandte sich um. „Ah, Jasper!“ sagte er
Wie geht es Deinem Herrn?“
„Etwas besser,“ entgegnete Jasper, „aber er ist sehr
schwach. Sobald er hörte, daß der Doktor kort war, befahl
er mir, Sie zu holen.“
Hastings und Mrs. Treherne wechselten einen schnellen
Rlhick. Gut“ saate Hastings, „ich komme sofort“
2.
Er trat in die Halle und begab sich die Treppe hin—
ruf. Jasper öffnete leise die Tür zu Mr. Darracotes Zim—
ner. „Nehmen Sie sich in acht, Herr, daß Sie ja kein
sveräusch verursachen,“ flüsterte er Hastings noch zu. Die'e
WVarnung war wohl angebracht; denn Hastings fand das
Zimmer so dunkel, daß er leicht über irgendeinen Gegen
tand hätte fallen können, so wenig er sonst zu dergleicher
Ingeschicklichkeiten neigte. Mit der größten Vorsicht be—
nühte er sich deshalb, seinen Weg ehne anzustoßen zu den
eich geschnitzten Bett zu finden, in dem, durch Kissen ge—
ltützt, ein hagerer, abgezehrter Mann in halb sitzender, halb
jegender Stellung ruhte. Er atmete schwer, und seine wel—
en Hände glitten unruhig auf der Decke hin und her.
Hastings berührte sie sanft und sagte mit teilnehmender
Stimme: „O, wie leid tut es mir, lieber Mar. Darracote,
daß Sie soviel leiden müssen.“
Muühsam ösffnete der Kranke die Augen. „Ah, Du bist
»s,“ sagte er mit schwacher Stimme, „a, ich leide sehr,
einahe wäre es schon um mich geschehen gewesen: aber fetz
I ich mich ofspose sichter Soßo Di

Haftings Ueß sich in einen Stuhl neben dem Bette nie—
der, und für eine Weile herrschte Stillschweigen. Eine Wär—
terin trat ein, reichte dem Kranken einige belebende Tropfen
und zog sich dann wieder in ein anstoßendes Gemanh
zurück.
Als sie fort war, fragte Mr. Darracote plötzlich:
„Denkt Dr. Warnet, daß ich diese Krisis überstehen
werde, Gerard? Ich fragte ihn darnach: aber er wich meiner
Frage aus. Vielleicht hat er Dir die Wahrheit gesagt?“
„Er sagte mir, daß Ihr Zustand gefährlich. aber nich
hoffnungslos sei,“ entgegnete Hastings.
„Gefährlicht“ wiederholte Vr. Darracote. „Für einen
Mann in meinem Alter, in meinem Leiden heißt das hoff⸗
— — *
nungslos. Ich glaube selbst, daß mein Ende nahe ist.“
Mr. Hastings dachte dies auch. Waren die Vorboten
des Todes nicht schon das Das fahle Antlihz, der unregel—
maßzige Pulsschlag, der mühsame Atein, alles wies ja schon
darauf hin. Sollte er ihm die Wahrheit gestehen? Er über—
leate. Kranke beurteilen sich oft falsch.“ meinte or da
„Auch Dr. Warnet glaubt nicht, daß eine eigentliche Le—
bensgefahr vorhanden ist. Er will jedoch in LBoder 2 Stun⸗
den wiederkommen und Dr. Laey mitbringen. Dann —“
Er brach ab; denn ein unverkennbarer Zua von Aerger ilco
siher Mr. Darracotes Gesicht
„Warum hat Dr. Warnet denn mir nichts daven ge
sagt, daß er noch einen andern Arzt mitbringen will?“
sagte er gereizt. „Wer gab ihm die Erlaubnis dazu?“
„Mrs. Treherne, glaube ich.“
Aber welches Recht hat Mrs. Treherne denn, in sol
her Weise über mich zu verfügen?“ kam es schroff von der
Lippen des Kranken. „Ist sie denn mehr als ein Gast in
neinem Hause?“ Er hielt inne, mühsam nach Atem rin—
gjend, und fuhr dann in leidendem Tone fort: „ch schicktjach
 Dir, um Dich üder Tr. Warnets Ansicht zu be
fragen und — um eine Frage bezüglich Mrs. Trehern—
an Dich zu richten. Zeit für viele Worte habe ick
richt, drum frage ich Dich nur: Host Du vor sien
wtreofen?“
            
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