Full text : Dudweiler Zeitung

adoiueciler, den 20. April 1909.
— Knappschaftliches. Seitens des Saarbrücker
dnappschasvereins wurden im Morat Februar 1909 an
rrankengeld verausgabt: an die Steinkohlenbergwerke:
ronprinz 1034, 15 Mk.,
Behard 1973,15 Mk,
bon der Heydt 1760,47 Mk.
Dudweiler 3184,02 Mk.
SZulzbach 10 408,84 Mt.
keden 14 136,75 Mt.,
deinitz 1323636 Mk.,
könig 8 248,07 Mk.,
Friedrichs thal 13402,70 Mk.
Söttelborn 5 005,210 Mt.,
Lamphausen 4723,15 Mk.,
Fürstenhausen 1116,95 Mk,
Faktorei und Hafenamt 925 04 Mk.,
usammen 93 056,87 Mk
8 6. Veteranenreise nach Frankteich. Die 6. Veteranen⸗
eise nach Paris —Deleane — Sedan — Metz zum Besuche der
Schlachtfelder vom Feldzug 1870 —71, vom 6.-20. Mai
d. J. ist gefinitiv gesichert und hat sich das leitende Comite
zereit erklärt, Anwmeldungen zur Beteiligung an derselben bis
mil. 27. März d. J. entgegenzunehmen. Besucht werden außer
rzinem 6tägigen Aufenthalt in Paris und Umgebung folgende
Schlachtfelder: Beaune-la⸗Rolan de, Artenay, Pupiy, Lumeau.
Beauvilliers, ChateauGoury, Loigny, Villepion, Ormes
Foulmiers, Beaugency, Villechaumont, Cravant, Braumont,
Fhateaudun, Bellevue, Donchery, La Etoix Piot, Frenois
Zazeilles, Lamoncelle, Daigny, Givonne, Illy, Floing, Mars⸗
a⸗Tour, St. Privat, Gravelotte, Rezonville, Viondille, Gorze
owie die Städte Blois und Reims. Nähete Auskunft da—
über, sowie genaue Prospekte sind gegen Einsendung einer
10 Pfg.«Marke zu beziehen durch die Zentralstelle für Veier⸗
menreisen nach Frankreich, München, Dachauerstr. 4.
8 Von der Saar. Durch eine Mordtat wurde die Ort⸗
chast Aschbach in große Aufregung versetzt. Der Ackerer
hoffmann wurde von einem Krüppel, den er weger einer
geringfügigen Sache — er war über seinen ücker gefahren,
— zur Rede gestellt hatte, auf offener Straße niedergeschla—
zen. Hoffmaun blieb besinnungslos liegen und starb noch
im selben Abend. Weun eine Lehrerin nicht zufällig den
borgang mitangesehen hatte, wüßle man nicht einmal, wer
»er Mörder ist. Dieser ist natürlich festgenommen worden.
8 Die staatlichen Gruben haben im Monat März in 26
Tagen gefördert 997 413 Tonnen. Von Privaten warden
m fiskalischen Felde 1632 Tonnen gewonnen. Die Gesamt⸗
örderung hat also betragen 999045 Tonner. Abgesetzt
vurden mit der Eisenbahn 674 993 Tonnen, mit Schiff
21273 Tonnen, mit Fuhre 40489 Tonnen, mit Seilbahnen
129 690 Tonnen. Es kamen asso zum Verkauf 866 445
Conuen. Hiervon wurden den im Bezirk gelegenen Kokereien
ugeführt 245 250 Tonnen.
8Saatbrücken, 19. April. (Schwurgericht.) Der
derc Präsident eröffnete die Verhandlungen mit einer An—
prache an die Herren Geschworenen. Zur Verhandlung stan⸗
jen zwei Sachen: Der Schlosser Nikolaus Fischer, 18 Jahre
ilt, ist beschuldigt, die auf dem Felde von Hemmeirsdorf ar—⸗
peitende Ehefrau Jakob Dirschauer unter Bedtohung und mit
Bewalt zum außer:helichen Beischlafe zu mißbraucken versucht
u haben. Die Tat ist bei der Frau, die 5 Kinder hat, ist dem
Zurschen nicht gelungen, da die Frau sich kräftig zur Wehr
etzte. Die Geschworenen bejahten mit mehr als 7 Stimmen
owohl die Schuldfragc, wie auch die Frage auf milde nde
dmstände. Die Staatsanwaltschaft beantragte 1 Jahr Ge—
ängnis unter Anrechnung von 83 Monaten sür die Unter—
uchungshaft. Der hohe Gerichtshof beschließt demgemäß.
der Angetlagte hatte cin reuemütiges Gestäudnis abgelegt.
Ddie Verhandlung fand unter Ausschluß der Daffentlichkeit
latt. — Die zweite Verhendlung betraf den früheren Post⸗
oten Jakob Jung zu Hostenbach, beschuldiot der Unterschla—
ung in 2 Fällen, sowie der U kundenfälschung in der Ab—
icht, sich duich diese Handlung einen Vermögensvorteil 3*
erschaffen. Auch dieser Angeklagte war geständig und so
euemütig, daß er fortwährend weiate und die Fraget. des
biäsidenten kaum beantworten konnte. Der Herr Präsident
prach dem Manne tiefbewegt Mut zu: er habe ja gesündigt
vas seire Suhne ducch das Gesetz finden müsse, doh könne
r nach Verbüßung seiner Strafe immer wieder ein tüchtiger
Mensch und ein nuützliches Mitglied der menschlichen Gesell
chaft werden. Der Angeklagte hatte 300 Mark von einem
Wirte erhalten und sollte diefe auf der Post einzahler. Dem
Wirte händigte er eine Postquittung ein, die er selbst gefälscht
zatte. Diese 300 Mark verwendete er zur Bezahlung ven
Schulden. Später zog er eine Nachnahme von 47 Mark
in und verwandte diese zur Reise zu seinem Valer, um bei
iesem das Geld zur Deckun, der dorher begangenen Unter—
chlagung zu verwenden. Bei dieser Reise kamen die Faälschung
ind die Umerschlagungen heraus. Die Geschworenen mußten
e Schuldfragen bejahen, jedo h anch die Frage auf mildernde
msnnde, da der Angetlagte reuemütig. noch nickt bestraft
ind durch die schlechte Bezahlung von 8 Mark 40 Pfg. täzich
 id eine schlechte gekümmerte Lage geraten war. Die
Ztaatsanwaltschaft beantragte 6 Monate. Der Gerichtshof
etzte die Strafe auf 5 Monate fest. Nach der Sitzung unter⸗
chrieben die Herren Geschworenen ein Gnadengesuch an Se.
Dajestät fur den Verurteilten.
8Saarbrücken, 19. April. Die Stadtverordneten⸗
vahlen wurden am Samstag Nachmittag durch die Wahlen
er ersten Ableilung zum Abschluß gebracht. Das Egebais
st folgendes:
1. Wahlbezirk Saarbrücken.
Von den 59 Wahlberechtigten übten 35 ihr Wahlreicht)

ulbuee
Or. Höderat, San. Rat 35 Stimmen
Obenauer Gustav, Kaufmann 35 F
Röchling Paul, Kommeizienrat 35
Stille, Rittmeister a. D. 35 s
Dr. Z lessen, Rechtsanwalt 34 —
Diese 5 Kandidaten sind somit definitiv gewählt. Es
jat somit keine Stichwahl statizufinden.
2. Wahlbezirk St. Johann.
Von den 84 Wahlberechtigten übten 45 ihr Wahlrecht
zus; die absolute Mehrh it ist samit 23 Es erhielten die
rdandi aten:
Neufang, Bierbrauereibesitzer 45 Stimmen
Jüngst, Bergschuldireltor 43
Israel, Kaufmann 44 —
Heckel, Fabrikant 45
Baldes, Bierbrauereibesitzer 45 F
Diese 5 Kandidaten sind somit definitiv gewählt. Es
jat somit keine Stichwahl siattzufinden.
3. Wahlbezirk MalftattBurbach.
Von den 151 Wahlberechtigten übten 117 ihr Wahlrecht
rus; die absolute Mehrheit ist somit 59. Es erhielten die
Kandidaten
Köhl, Heinrich, Hüttendirektor 112 Stimmen
Neumann, Heinrich, Direktor 107
Dr. Reichmann, Aloert, Arzt 107
Braun, Heinrich, Holzhändler 103
Mechenbier, Wihelm, Rechnungsrat 102
Diese fünf Kandidaten sind somit definitiv gewählt
Ferner erhieiten Stimmen: Fabrikant Eagen Limbourg 19,
Kentner Adolf Niedner 8, Hotelier Gustav Büch 8, Holz—
sändler Karl Michler 8, Chemiket Dr. Hartleb b. Es hat
omit keine Stichwahl stattzufinden. (Sbr. Ztg.)
— V
zJhück.) Auf der Chaussee bei Coerrenzig sfuhr ein Au—
omobil beint Ausweichen gegen einen Wegestein. Drei
ioch unbekannte Insassen wurden herausgeschleudert und
o schwer verletzt, daß alle ins Krankenhaus gebracht
verden mußten. Das Automobil iit volliständig defekt
zeworden.
(E) Clafeld, 19. April. (Genichstarre.) Mit Be—
orgnis sieht mau dem Auftreten der Genickstarre im Sie—
lerlande entgegen, wo sie bisher unbekannt war. Hier
rkrankten Ende letzter Woche fünf Personen, von denen
wei starben. Auch an drei anderen Orten ist die Genick
tarre aufgetreten.
E) Hechtsheim (Hessen), 19. April. (FZur Nach—
rhmung empfohlen.) Der Gemeinderat hat be—
chlossen, den Vollsschulern Lesebücher, Rechenbücher und
Atlanten auf Gemeindekosten zu liefern.
() RAus Oberhefsen, 19. April. (Gin hübsches
SZtückchen.) Vom heiligen Bureaukratismus weiß die
„F. 3.“ ein hübsches Stückchen zu berichten, daß sich vor
einigen Tagen auf einem oberhessischen Kreisamt zuge
ragen hat. Als braver Deutscher bedarf man hierzulande
um Nadfahren der behördlichen Erlaubnis, die 5 Mari
ährlich kostet. Man löst eine Steipelmark zu fünf Mark,
die in eine Radfahrkarte eingellebt wird. Diese Karte
und ein Blechschiid mit Nummer erhält man kostenlos
Lor einigen Tagen wollte ich mir eine neue Stempel
narke sur 1909 lösen. Da meine Radfahrkarte, in die
diese Marle eingeklebt werden sollte, abhanden gekom—
nen war, wurde mir bedeutet, ich müsse eine neue Karte
vsen, die eine Mark koste; Wert höchstens 10 Pfg. Auf
neine Frage, was es koste, ein Rad abzumelden, wurde
nir gesagt, das geschehe kostenlos. Schön! Ich melde
ilso mein Rad ab und am folgenden Tage neu an. Da
elam ich nun für fünf Mark eine neue Radfahrkarte und
ein neues Blechschild, letztere beide also umsonst. Ich
jatte also dadurch, daß ich dem Staat mehr Arbeit durch
Ab⸗ und Anmeiden gemacht und außerdeni Kosten ver
irsacht hatte — ein neues Blechschild und eine Karte ko—
ten doch mindesiens 50 Pfg. —“, weniger zu zaählen, als
venn ich nur eine neue Karte gelöst hätte, die ich gerne
nit zehn Pfennig, aber nicht zum übertriebenen Preis von
einer Mark bezahlt hätte. Tie Bestimmung, daß eine
acue Radfahrkarte eine Mark kostet, stützt sich auf eine
ninifterielle Verfügung. Sie ist mit gewöhnlichen Unter—
aneuverstand nicht zu ergründen.
6) Mainz, 19. Aprit. Fausches Geld.) In der
setzten Zeit werden zahlreiche falsche Einmarkstücke hier
derausgabt, ohne daß es bisher gelungen wäre, die Ver—⸗
zusgaber zu ermitteln. Die Falschstücke tragen teils die
Munzzeichen „D' teils „F', doch ist sonst das Gepräge
öllig gleich. Die Stücke haben einen guten Klang und
selle Glanz'arbe, lassen sich aber daran erkennen, daß sie
ehre leicht zu biegen sind. (Darum Vorsicht! Die Fäl—
cher werden ihre Manover gewißz auch anderswo ver—
uchen. D. Red.)
(5) Neustadt a. H., 19. April. (Für den Wein—
aun.), Bei der hesigen kgl. Wein- und Obsibauschule
wird eine meteorologische Station eingerichtet, die hauͤpt—
ächlich den Zweck hat, dem pfälzischen Weinbau zu dienen.
(2) Friedrichshafen, 19. April. Won Zeppelins
Verk.) Während in Manzell der „8. 17 ruhig in der
chwimmenden Reichshalle hegt und man sehnfüchtig des
Noments harrt, da der „Umzug“ in die neue Zelthalle
nif dem Terrain der Luffischiffbau-Gesellschaft vor sich ge—
sen kann, ist man dabei, die Verankerung der schwim—
nenden Halle in etwas größerer Seetiese zu bewerkstel—
igen. Es hat sich, wie die ‚„F. Z.“ schreibt, diesen Win
er bei einem allerdings ungewöhnlich niederen Wasser
iand die Notwendigleit einer Verlegung der Halle wei—
ser in den See hinein herausgestellt, da die eisernen Pon—
ons teilweise fast auf den Grund geraten sind. Welche
duusequenzen das haben lann, hat der Novembersturm
907 gezeigt, bei welchem die Reichshal!e bekanntlich
hwer beschädigt wurde. Allerdings waren damals die
irelte Ursache hierzu die nicht gedeclten Pontons, die sich
nit Wasser füllten und so auf den Grund gerieten, was
zeute bei den wasserdicht geschlossenen Pontoͤns nicht mehr
nöglich ist. Um nun aber auch bei ruühigem See derac—
igen Ereignissen ein für alle Male aus dem Weg zu
——
kerung ist bercits ein gewaluger Betonblock gefertigt, in

niegssen wird. — Su
w rLuijtschiffbaugesell⸗
chaft 11. Auete Gelände wird zutr
Zeit eingefriebrngät. neune Helthalle ist im Hol zbau fer—
ig und harrt der Umkleidang mit Segeltuch. Das Bahn—
zelcise vom Stadtbahnhof bis zum Zentrum des Ge—
ändes iit ebenfalls fertig und ein lebhaster Verkehr ma—
Banmaterial macht sich täglich bemerkbar. An der Stelle,
wo sich die fertigen Fundamente der eisernen großen Dop—
pelhalle befinden, wurden bereits Gerüste zum Aufbau der
letzteren ausgerichtet und in der östlichen Ecke des Ter—
rains ist man daran, die Fundantente zum großen Ga—
someter zu legen. Inzwischen kommt von Bertlin her die
Rachricht, daß, nicht wie erst geplant, der „3. 1* nach
Metz kommen soll, sondern der neue „8. 2“, mit den stär—
teren Motoren, während der „Z. 1“ am Bodenfeeals
Veichsluftschiff zu verbleiben haͤtte. Natürlich wird diese
RNachricht hier mit Freuden begrüßt, eröffnet sie doch die
Aussicht auf eine ständige Riederlassung von Luftschiff⸗
truppen und die definitive Errichtung der geplanten Lust
ichifitrichuse in Friedrichsbaten

1

Uenueste NAchrrehten und Celegramme
PDepeschen; Bureau Herold.
* Metz, 20. April. Bei dem Van der Lufrichiffhalle
ürzten gestern drei Arbeiten aus der Höhe oon 30 Meier
zur Eide nieder. Ein Arbeiler war sofort tot, die beiden
andern sind schwer verletzt.
* Halbernadt, 19. April. Ein schwerer Unfall wurde
heute morgen auf dem Gute Lichtengraben bei Halhberfiadt
entdeckt. Dort starben infolge Kohlengas-Vergistung 5 Dienst⸗
mädchen im Alter ron 18 biz 21 Jahren. Sie wurden
ot in dem gemeinsamen Schlafzimmer aufgefunden. Wie
die Untersuchung eigab, haben die Mädchen den Unfall durch
»igene Unvorsichtigkeit verschuldet.
*Berlin, 20. April. Dem Reichstage ist das revidierte
Berner Uebereinkommen zum Schutze von Werken der Li
eratur und Kunst, sowie die Begrümdung zu den Ent
würfen des Gesetzes, betreffend die Aenderungen des Ge—
richtsverfassungsgesetzes, einer Strasprozeßordnung und
eines Einfübrungsgeseßes zu den beiden Gesetzen zuge
Jaͤugen.
*Dessau, 20. April. Im Landtag richteten die frei—
innigen Abgeordneten heftige Angrifse gegen die Konser⸗
tiven, namentlich die Großgrundbesitzer, bei venen die
Steuerhinterziehungen an der Tagesordnung seien. Sie
»eriesen sich auf Delbrück und Schmotller. Die Regierung
ind die Agrarier traten diesen Behaupuungen entgegen.
*Aus dem Haag, 20. April. Zwischen Holland und
Lenezuela ist nunmehr der Vertrag abgeschlossen, der end
zültig die zwischen beiden Ländern bestebeuden agaroßken
Schwierigkleiten regelt.
* Rom, 20. April. In bezug auf die widersprechen⸗
den Meldungen über Tittonis Stellung kann dieF. 3.
mitteilen, daß die Krisis gelöst ist. Giolitti wußte Tit—
loni zunz Bleiben zu bestimmen, indem er ihm versicher—
e, daß er auch die Parlamentsmehrheit für sich haben
werde. In Venedig konnte Tittoni daher mitteilen, daß
iein Rücktritt nicht erfolge
Die Revolution in Konstantinopel.
Der Gouverneur von Saloniki und der Kommandant
des 3. ArmeeKorps erhielten aus Konstantinopel tele—
graphisch den Befehl, den Weitermarsch der Jungtürken zu
Rerhindern, damit eine Katastrophe vermieden werde. Die
Beiden antworteten aber, das Komitee verweigere der
Regierung Anerkennung und Gehorsam und sei fest en
schlossen, in Eilmärschen vorzugesen und den Rachezug
mit aller Gewalt durchzuführen.
Aus Ueskueb wird gemeldet, daß das Militär
aus Angst vor dem Arnauten-Aufstand Befehl erhalten
hat, den Agitater Boljetinatz zu verfolgen und ihn tot
oder lebendig zu überbringen. Das Militär hat bei der
Versolgung in der Umgebung von Ipek 30 Dörfer einge—
öschert. Man glaubt, daß Boletinatz nach Montenegro
entkummen ist.
Der russische Kreuzer „Teretz“ hat den Bosporus
vassiert. Sein Ziel ist der Piräus. Wie es heißt, haben
zwei Mächte bei der Pforte um die Erlaubnis nachge—
sucht, ein zweites Stationsschiff für die türlischen Ge—
wiisser zu halten, wie es anläßlich der Armenier-Unru—
hen der Fall gewesen ist.
Das „Echo de Paris“ meldet aus Konstantinopel: Bis
jetzt sind weitere 7 Bataillone in Tschadaldscha eingetros⸗
fen. Vier weitere Militärzüge sind in Monastir in der
Bildung begriffen, drei in Salonikt. Insgesamt befin—
den sich 40 Bataillone auf dem Marsch gegen Konstanti—
nopel. TDie Artillerie marschiert über Berkes und umgeht
das Plateau von Strandja, um wahrscheinlich bei Mas—
lak 10 Kiloneter von Pera zu münden. Die Salonikier
Truppen führen 6 Abteilungen Maschinengewehre und
ein Bataillon Schnellfeuergeschütze mit sich. Es sind
mindestens 30 (00 Mann auf dem Marsche gegen die
Hanptsiadt. —DVDDD——————
Das für Konstantinopel bestimmte deutsche Ge—
schwader umfaßt die Kreuzer „Gneisenau“, „Lübeck“,
„Stettin“ und „Berlin“, sowie den im Mittelmeer befind⸗
lichen kleinen Kreuzer „Hamburg“. Die Kieler Schiffe
dampften am Montag ab. tedi
Seit zwei Tagen, so wird aus Konstantinopel be
richtet, ist der Thronfolger, der Bruder des Sul—
tans, aus seinem Palaste verschwunden. Der Thron—
folger soll sich zu den Sitnotürken geflüchtet haben. *
* Berlin. 20. April. Die Telegramme, welche heute früh
aus Wien vorliegen, meldet von jungtürkischer Seite aus
Konstantinopel. daß der Sultan Abdul Hamid jetz!entschlossen
abzudanker. Sein Nachfolget wird sein jüngerer Biuder
eschad, ein Prinz, d ssen Vorliebe sür die jungtürlische Be⸗
wegung bekannt in. Reschad befindet sich im Jildis- Palast
heim Sultan, der damit besckäfttgt ist, seine Abdankungsur—
kunde aufzusetzen. Von riaktionäter Seile hofft man noch
mmer, daß der Sultan im letz en Außernblicke sich vielleicht
doch aoch weigein wird, seine Unterchrist herzuoeben

—— — * D —
— —0—
Jc. AI
—⏑
hleibt trosz allen wunderbaren neumodischen krfindunqen auf dem Gebiet
der chemisschen Waschmittel der Sorgsamen FHausfràu zuverlässiqsse
freundin, sie verleint ohne die Gewebe anzuqreifen heinheit, frische u. Weisæe
dd sie reinsse Seife is hergestfellt aus Sfrenq qeprüften Rohmaferiolien
            
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