AMAInMaær
Tel.no. 259. 269 u14 1265
Montaa, den 10 April 1000.
enungs liste 5
23. Jahrgang.
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Allgemeiner Anuzeiger für den Rürgermeistereiben
Dudweiler.
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Zit Veilagen: „Velsetristische Wochenscürifte“ und
„LIustige lüätter“
Rbonnementspreis
monatlich 70 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der —
bestellt M. 2,25 vierteljährlich.
Die „Dudweiler Zeuung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sor
und Feiertage
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Schulbildung in Teutschland und in
Fraukreich.
Nach den mit der bekannten peinlichen Gewissenhaf⸗
gkeit unserer Mintirbehörden bearbeiteten Listen ist ein
ndauerndes Steigen der Schulbildung der zur Einstellung
den attven Lienst gelangenden Rekruten festzustetlen.
her jetzt erreichte Zustand ist ein solcher, daß Leute, die
»der lesen noch shreiven können — sogenannte Anulpha⸗
eten —, bei uns kaum noch vorkommen. Während im
zahre 1885 beim Heeresersatz noch 1,14 vom Hunderi der
sckruten, das heißt von 10 600 Eingestellten 114 Mann,
rine Schulbisdung genossen hatien — bei der Marine war
ie Zahl um eine Kleinigkeit geringer, sie betrug dort
12 vom Hundert —, ergab das Jahr 1907 den außer—
rdentlichen Fortschrttt, daß im Heere unx ein Prozent⸗
atz von 0,024 Leuten ohne Schuloildung zur Fahne
am, das heißt, daß auf 10 000 Eingestellte noch nicht
lanz 23 Analphabeten entsfietlen, und serner, daß der
ẽrsatz der Marinerekruten diese Art überhaupt nicht auf⸗
bies. Angesichts dieses bedeutsamen Ergebnisses ist es
on Interesse, einen Blick auf unsere Nachbarn jenseits
»er Vogesen zu werfen, um zu ehen, wie es dort um
ie gleichen Verhaltnisse bestellt ist. Hierzu können
vir Korweg bemerken, daß der Vergleich in erdrückender
Veise zugunsten Deutschlands ausfällt.
Ueber das Jahr 1809, sür welches die bezüglichen
Lerhältnisse oben hinsichtlich des deutschen Heeres kurz
ingedeutet sind, hat vor ciniger Zeit der französische Ab—
gesrdnete Buisson bemerkenswerte Angaben über die
S„chulbildung des Rekrutenersahes in Frankreich veröfsent—
scht. Unter den 313 787 Militärpflichtigen befanden sich
1 062 Leute, das sind 3,53 vom Hundert, die des Le—
ens und Schreibens völlig unlundig waren. 4291, das
eißt 1,37 vom Hundert, konnten ein wenig lesen, doch
bar dieses Lesen mehr als ein Buchstabieren anzusehen,
enn die Leuce waren außerstande, im Zusammenhangeir
jzend eine Ausschrift, einen Maueranschlag over gar eine
Zeiting zu lesen. 71 793 werden dahin eingeordnet, daẽ
e das Rötigfte lesen und schreiben können — wer seinen
namen schreiben konnte, wurde in diese lasse eingereitt
Von einer erheblichen Zahl — 16 017 — wird gesagt, daß
hre Bildungssluse unbetannt sei, was Herrn Buisson An
4ß zu der Behauptung gibt. daß diese Veuie wahrsnein
Anzeigen
kosten 10 Pfg. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
Redaktion, Druck und Verlag von J. Unterkeller
in Dudweiler.
ich durchweg Anarphaveten jind und daher den als uolac
oAhne weiteres bezeidmeten 11062 Mannchaflen hinzuzu
ehen sein werden. So viel steht jedensal's sest, daß diefe
nchr als 16 000 jungen Krieger über wesenttiche Kenntß
uisse nicht verfügen.
So eigenarug es klingt, so ist es doch Tatsache, daß
ie Nation, weiche beansprucht, an der Spike der Gesittnn
u ncarschieren, die Bildung des Volles nach unsern Be—
riffen bis vor gar nicht langer Zeit hat vellig im argen
zegen lassen und auch heute noch nicht so betreibt, wie es
ci uns verlangt wird. Der Voltsschulunterricht und seine
zesetziiche Regelung sind dort eigentlich erst eine Errun—
enschaft der neuesten Zeit. Erst durch das Gesetz vom
3. März 1882 wurde der Schulzwang fuür die Kinder
eiderlei Geschlechts vom 6. bis zuzmm 12. Lebensahre und
me Zusammenhange damit die Kosiensreiheit des Unter
ichtäà in Frankreich eingesührt. Um dem von einem gro—
en Teil der Bevölkerung auch jetzt, nach mehr als 25
zahren, noch unbequem und als lästigen Druck empfun
denen Schulbesuch willigere Aufnahme zu schaffen, wurdeé
ie Kostenfreiheit dahin ausgedehnt, daß alle Lehrmitte!,
zchulbücher, Schreibbedarf den Kindern unentgeltlich ge—
iefert und den im elterlichen Hause unzureichend ernähr—
en Schülern auch noch Speisen verabreicht wurden.
Trotzdem ist die Versäumnis des Schulbesucks eine
iberall und in großem Umsauge beobachtete Erscheinn
gdegen welche die Regierung und die gesebllich vorgeschrie
enen Schulkommissionen, die über den Besuch und Be—
rieb zu wachen haben, nicht durchgreifend vorgehen 3*
wollen scheinen. Angesichts solcher Schulverhältnisse und
des Unistandes, daß für eine Fortbildung der jungen Leute
nach Verlassen der Schule vom 12. bis zum 20. Jabe
nichts geschieht, sind die Klagen über die geringen Kennt—
nisfe der französischen Rekruten nicht verwunderlich. E'n
Rariser Blatt sagte hierüber kürzlich: „Wir bleiben in die
em Punkte noch jetzt genau so wie vor v'erzig Jahlren
hinter unsern Nachbarn zurück, und das trotz aller Nit—
tren zungen und Opfer; denn jene haben sich ebenso be
müht und daher ihre Ueberledenheit bewahbrt
anlassung hierzu haben die uzaunsyorlichen Klagen datitbes
gegeben, daß das bisherige Gesez den unzulässigen Aus
wvüchsen des Weitbewerbes nicht mit hinreichender Streuse
zu Leilbe geht, in manchen Beziehungen sich überhaupt ass
oͤhnmächtig erwiesen habe. Nuch die neuen Vorschriften
wenden sich vor allem gegen die Ausschreitungen in dem
Reklamewesen und die schwindeihaften Ausverkäufe, tra
gen aber durch genauere Begriffsbestinimungen und schär
sere Strasandrohung den Bedürfnissen der Gegenwart anti
Grund der praktischen Erfahrungen besser Rechnung, al—
es bisher der Faͤll war. Naturlich hat der Gesetzgeber
keineswegs die Absicht, die Reklame, die bei der moder
nen Entwickelung des Geschäftslebens auch für den red
ichen Geschäftsmann unentbehrlich ist, ungebührlich einzu
chränken. Die bisherigen Bestimmungen sollen beibehal
ren werden. Neu hinzugefügt ist eine Bestimmung, daß
alls unrichtige Angaben von einem Angestellten oder Be
nfiragten gemacht werden, der Unterlassungsanspruch auch
gegen den Inhaber des Betriebes begründet ist. Auch wird
die bisherige Strafandrohung von 1500 Mark zu diesem
Punkte auf 5000 Mark bezw. ein Jahr Gefängnis erhöht
Am benierkenswertesten erscheint die Vorschrist, daf
die Angaben über den Verkauf von Konkurswaren klar
erkennen lassen müssen, ob die zum Verkauf gestellten Wa—
ren noch zum Bestande der Konkursmasse gehören oder sich
bereits in anderer Hand besinden, sowie, daß bei der An—
kündigung von Ausverkäusen der Grund zum Ausverkau
enzugeben ist. Für bestiumte Arten von Ausverkänfen
cann zudem verlangt werden, daß ein Verzeichnis der
uuszuverkaufenden Waren eingereicht wird. Für die Ue
hertreiung dieser Vorschristen werden entsprechend hohe
Strafen cingesett. Eine grundsätßliche Aenderung soll
Rerdurch in bezug auf den sogenannten Nachschub vo
aren bei Ausverkäusen berbeigesührt werden. Nachden
n Reichsgericht die Ergänzung eines auszuverkanfen—
Wareunlagers durch Nachschübe als nicht schlech:bir
unzuläfsig bezeschnet worden war, sind auf diesent Gebite
rge Mißbräuche eingerissen. Jebt soll das Nachschubver
»o1f durch schwere Strafen jesigelegt werden, die eintreten
alls Waren sür den Ausverlauf nachträglich herbeigeschaff
oder verkauft werden, ohne daß der anfanglich angege
bene Grund zum Ausveriauf auf sie zutrifst. Das Verbo
soll nicht nur den eigenttichen Nachschib von Waren nach
der Ankündigung des Ausverkauses, sondern auch den Fot
der mißbräuchlichen Eragünzung des Lagers vor der MNe
C
Unlanterer Wettbewerb.
Der dem Reichstaßge zugegangene Gesetzentwurf ge—
zgen den unlauteren Wettbewerb ist dazu bestimmt, das
dleichnomige Gesetz aus dem Jabre 18960 abhrufösen. Ver—
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dckul⸗ Anzüge aus grauen, blauen und gemusterten Cheviots F bis 15 vchul⸗StoffMühen sog. Sender z2 bis *—
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