uen yven fich derartige unfzete Ror
Loerales und Vermischtes.
Dudweiler, 4. Januar.
z Nachdem von Herin Gaftwirt Gräser in Herrensohr
ioch eine Mark zur Enthebung von Neujahrswünschen einge⸗
zaugen, beträgt die Zahl 71 mit 73 Mark Beitrag Hiervon
ind je 3650 an die beiden Frauenvereine ausbezahlt worden.
8 Der 2. große Prozeß wegen Ducchstechereien zwischen
teamten und Bergleuten, wescher bekanntlich auf Grube
Böttelborn spielt, steht, wie die „Saarbr. 8tg.“ berichtet,
dor der Türe, am 24. Dezember () wurde den Beteiligten
die gedruckte, mehrere Bogen starke Anklageschrift zugestellt.
Auf der Liste der Angellagten stehen der tm Laufe der Vor⸗
untersuchung am 16. Mai v. J. wegen Verleitusg zum
Meineid zu ein Jahr Zuchthaus verurteite Obirsteiger Vichaeli
nus Göttelboin, jttzt im Zuchthauie in Diez a. L., ferner
Fahrstelger Riß und Fehrsteiger Chriftian Früh, beide aus
Böttelborn, sowie die Steiger Peter Huppert-Wahlschied,
Julius Prümm. Heinrich Andres, Karl Sick, Jakob Flech,
Peter Jenal, Jakob Klasen, sämtlich zu Göttelborn, und der
ens. Steiger Matih. Rolinger zu St. Johann. Weiter
ind angeklagt 19 Bergleute, meistens Partiesuhrer, welche
die Sammlungen für die Beamten veranftalteten. Als
Zeugen geladen sind 104 Bergleute der Grude Göitelbonn.
Line große Anzahl der Angeklagten ist geständig, darunter
uch der Obersteiger Michaely. Der Zeitpunkt des Prozesses
ist noch nicht festgesetzt.
8 Preußischer Steinkohlenbergbau. Im Jahre 1907 fan⸗
den, wie wit dem „skompaß“ entnehmen, in den preußischen
Steinkohleagruben 26 Schlagwetterexplostonea statt. 4 der⸗
elben führten den Tod von insgesamt 157 Personen herbei,
21 hatten nur Verletzungen zur Folge, J1 verlief ohne Un—
all. Bei den tödlichen Explosionen übersteigt die Zahl der
BZetöteten die Zahl der Verletzten um 116; durch die 22
nicht töödlichen Explosionen verunglückten im ganzen 32 Per—
onen. Die Zahl der überhaupt Verunglückten beläuft sich
»ei allen 26 Erplosion, von denen 22 Gruben betroffen
wurden, auf 239, hiervon waten 157 Personen gelöiet,
13 schwer und 60 leicht verletzt wurden. Durch die * töd⸗
lichen Explosionen kamen bei einer Explosion eine Person,
bei einer 2, bei einer 4 und bei eirer 180 (Reden) Personen
zu Tode. Auf den während des Jahres 1907 268 betriebe⸗
nen Sieinkohlenbergwerken kanren von 5603227 beschäftigten
Bergleuter durch Unfall im Betriebe überhaupt 1206, durch
die 4 tödlichen Schlagweiterexplosionen im besonderen 167
Personen zu Tode, d. s. 13,02 Projent aller tödlichen Un⸗
älle. Bei den Rettungsmannschaften kam ein tödlicher Un—
'all nicht vor. Auf die Aus- und Vorrichtungsarbeiten ent⸗
allen 17, d. i 65 Prozent aller Explosionen. Die meisten
nämlich 20 Explosionen ereigneten fich in einer Teufe von
200-500 Meter, 4 darunter, 2 darüber. Als Ursache der
Schlagwetterexplosibnen des Jahres 1907 wurden sesigenellt
»ezw. als wahrscheinlich angenommen bei 8 Erplofionen
Schadhaftigkeit der Sicherheitslampe bezw. Schadhaftwerden
derselden bei der Arbeit, bei 10 Erolosionen Durchschlagen
der Flamme durch das Netz der Sicherheitslampe, bei 6 die
Schießarbett, während bei 2 Explosionen die Veranlassung
roch nicht näher sestgestellt werden konnte. Erstickungen in
Schlagwettern wurden 1907 nicht konstatiert. Reine Koh⸗
enstaubexplosionen fanden im Jahre 1907 im Ganzen 7
tatt, 3 waren tödlich, die Zahl der Getöteten beträgt 6, die
Zahl der Verletzten 11. Die unmittelbare Veranlassung der
krplosionen war die Schitßarbeit. 5 Erplosignen ereigneten
ich in Schlaswetterfreien Gruben. — Das Berichtsjahr 1908
vird ganz andere Zahlen aufweisen können.
Mehr als 50 000 Weihnachtsbäume in Berlin zu viel.
Wohl noch niemals ist bisher an einem Weihnachtssest ein
olcher Ueberfluß an Bäumen gewesen, wie diesmal. Die
Ansuhr der Bäume war so groß, daß jetzt ganze Stabel
inverkauft übrig sind. Auf dem Engrosmarkt an der Groß—
görschenstraße lagern allein nahezu 40 000 Tannen, die keine
dZäufer gefundes haben. Ebenso liegen auf dem Markt am
Friedenauer Bahnhof und auf den Verkaufeplätzen im Norden
»er Stadt bedeutende Mengen von Tannenbdäumen. Die
dleinhändler mußten an Weinnachtsabend die Baume zum
Teil verschenken, um die Straßen und Plätze vorschriftsnäßig
frei zu machen.
8 Zwecks Bekämpfang des Borgunwesens im Handwerk
wird nach dem Berliner Tageblaft in Kürze sämtlichen
deufschen Handwerks- und Gewerbekammern ein Runds hreiwen
zugehen, das zur Verteilung an die Innungen und ge⸗
werblichen Vereine bestimmt ist. In demfelben wird auf die
Schäden des Borgunwesens und auf die Mutel zu seiner
Brkämpfung ausbdrücklich hingewiesen. Es soll ferner zu
Beginn des neuen Jahres im ganzen Reiche eine Bekanntnachung
ersolgen, in der da; kaufende Publikum auch seiner⸗
eits zur Bekämpfung des Borgunwesens aufgefordert wird
und zwar nach Möglichkeit durch Barzahlung bei der Lieser—
ung. Die Rechnungen der, Handwerker sollen tunlichst sofort
dei der Lieferung unter genauer Angabe der Zahlungsbeding⸗
ungen oder sofern dies nicht angängig erscheint, am Ende
ines jeden Monats, spätestens aber inner haib dreier Monate
)er Kundschaft zugestellt und im Falle sofortiger oder inner⸗
jalb 4 Wochten nach Zustellung der Rechnung ersolgender
zahlung ein angemessener Rabait gewährt werden.
*Bous, 3. Jan. Sestern wurde ein Opfer seines
Berufes ein Bergmann namens Luxemburger von hier. Im
Mathildenschach. auf Srube „Gerhard“ wurde der Bedauerns
verte durch herabfallendes Gestein tötlich verwundet. Er ist
jeute nacht bereits setnen Verletzungen erlegen.
8 Kreuzwald, 30. Dez. In eimer hiesigen Wirt⸗
chaft veranstalteien om vorigen Sonntag drei Gäste ein
Wettessen um ein Faß Bier Der ersie sollte 12 Teller
Erbsen und als Nachtisch noch 4 Teller Bohnen zu sich neh⸗
men. Der zweite hatte die Aufgabe, 50 Stuck dicke Pell⸗
'artoffeln und 4 Teller Bohnen zu verzehren. Der dritte
zlieb Sieger, indem er 24 Stück Rollmöpse nebst Zubehör
vertilgte. Wohl bekomm's. St. Job.Sbr. V.
* Düsfseldorf, 2. Jan. Im benachbarten Eller verbraun—
en zwei Kinder von 4 und 6 Jahren in Abwesenheit der
Eltern Beim Svielen mit den Streichhötzern war Feuer
niftanden.
) Elberseld 2. Jan. Straßenubahnunfäl-—
)Injolge Glatteises ereigneten sich hiex zwei schwere
Snajanbahnunfälle. Auf der abschüssigen Wiesenftraße
wriet · ein Wagen der Ringbahn ins Rutschen und sprang
n einer Kurve aus dem Geleise. Der Wagen rannte
gen eine Leitungsftange. Hierbei erlitt der Wagenfüh—
derartige Verletzungen, daß er bald darauf fiarv. Ein
lizei⸗Wachtmeifter, „der einzige Fahrgast, trug ei⸗
adelbruch davon, der Wagen wurde fast gänzlich ze—
nmert. Das zweite Unglück ereignete fich auf der Li—
Elberfeld⸗Kronenberg in Oerstan. Auch hier kam ein
en infolge Glatteises ins Ruischen und stürzte die
hung hinab. Von den vier Pasfagteren wurde eine
1ichwer, die übrigen leichter verletzt. Das Personal
Apbolenz.2 Jan (Großfeuer) Hier brach in
em den Gebrüdern Bernd gehörenden Schihwarenla.
e Fener aus, das das ganze Gebaude bis auf die
mfassungsmauern in Asche egte.
) Gelsenkirchen, J. Jan. Achtuhrladen;
ch Luß.) Die Einführung des Achtuhrladen chlusses ifi
uunmehr auch hier gesichert. Non den beteiligten Ge
äãsinbabern stimmien rund 700 für und 25 gegen des⸗
en Einführung.
se) Münster (Weftfalen). 2. Jan. GBranund) Das
woße Donpelgebäude der Altersderlicherung stebt in Flam—⸗
nen. Das Dachgeschoß mit dem Archiv der Andialf is
⁊ölig vernichtet.
) Ptaunhrim, 2. Jan. Arbeiterbewe aung.)
Rachdem der Deutsche Metallarbeiterverbond den Nnz
tend beim Strebelwerk far beendet ertsärt hatte, hielter
»ie ausständischen Arbeiter norhmals eine Versammlunc
inter sich ab, in der sie gegen dieses Vorgehen Einspruck
rhoben. Inzrischen haben ße sedoh das Zwecklose ihren
*andlungswweise wohl eingesehen, denn die Arbeit wurde
»on einer großen Zahl der bis dahin NAusständischen wie,
en aufgenommen. Man alaubt, daß die 90 Pro⸗. der
Arbeiter, die nach den Einiaungssvedingutngen die Arbei
is zum 4. Zauuar wieder aufnehmen können. bereits
eder in Täötigteit sein werven
*xLondon, 2. Jan. „Daily Erpreß“ will wissen, deß
könig Eduard am 22. dder 27. Februar England verraj⸗
en wird, um eine Wiittelmeerfahrt zu unternehmen, die
n wahrschetnlich nach Konstantinopei führen wird. Der
Zönig, so sagt das Blaut, fuühle fich zedrungen, dem Sy
Imn seine Genugatuung über die in der Türlei eingeführ
vn Reformen und die Konsnitution auszudrücken. Der
önig will dem Sultan aleichzeitia ein Geschenk über—
teichen.
wNRier Perfouen erfroren. Bei der strengen Kälte
de lettten Tage sind, wie aus Laudsberg a. d. We be⸗
richtet wird, in der Reumark, vier Personen erfroren.
Fenersbrunft. In Ebelsbach in Schlesien iit das
tsgericht nmedergebrannt. Das Altlenmaterial ist geret—
e worden.
Swabenfener. In Bralte bei Oldenburg brach im
Ireibezerk gm laiserlichen Hafen ein Brand aus, dem die
roßen Holzlager der Firma Plaßmann und dbrei wmiit
vetreide gefüllte Speicher der Firma Groß und L. Rul⸗
z3u Oxrser fielen. Der Schaden wird auf eine Mil—
ior M. bheziffert. Man nimmt an, daß das Feuer ducrch
dure shluk in der Elektrizitätsleitung enistanden ift.
* Selbituuerd. an prerntierender Schußmann fand
n Wiesbaden vor dem Hause Luxemburaplaß Nr. 2 die
otal zerschmetterte Leiche der 38ährigen Ebefrau des
daufmanns Tosar, die sich in einem Anfall von Geisics—
törung aus dem zweiten Stockwerk auf die Straße ge—
reft R
* Riesen brand, In Groß⸗Rinderfeld bei Tauberbuchsheim
(Kreis Mosbach), brach ein großer Brand aus,
»em 19 Wohnhäufser, 22 Scheunen und 30 Rebengebdände
m Oypfer fielen. Ueber die Entstehungsursache ist noch
ichts bekannt.
nc und Selsbftmöord. In Mollan (FTrankreich)
ötete ein Schuhmacher bei einem Wortwechsel Leine Frau
ind Schwiegermutter durch Beilbhiebe. Der Märver ist ver—
— nach
einer Einlieferung Selbstmord durch Erhaͤngen
* Ererschütter angen In voerschiedenen Stodfteisen
Algiers wurden Erderichütterungen verspürt darrch die
nsbesondere einzelno Tolephonteitungen vorübergehend ge⸗
rört wurden.
*COpfter der Kälte. Zwei Söhne des Erien Hoj—
varichafls des Sönias von Schweden, von Prin⸗takoesd,
in 22ähricer Fähbnrich und ein Mißhnriger Student, find
u einem Skiausfsug in die Berge bei )0 Grade Saäree
roren. Ehe sie das Ziel der Fahrt erreicht hatten, ver—
oren Se ihre Krätte: der Führer eilte wetter.“ um gilte
bolen: doch als er mit einer Hilssmanuschaft zurn
eserte. war der eine jnge Prinz'skoeld schon erfroren
ind der Bruder starb kurz darauf.
*79 Todesvrteile. Das FKrieasgericht in Zekatertnos—
fallte das Urteil im Vrozetz wegen der gewaltsamen
erareinumaga der Katharinabahn durch NAufftändische im
Fahre 1905: 32 Versonen wnden zu Todesstrate, wolf
u lebenslänglicher 2wanasarbeit, 48ß 20u woanß«ageveit
on verschiedener Dauer verurteilt, 39 freigesprochen
*ErHennnglück. „Dailn Chroncle“ merdet gus Pif· 8
urg: In Manbury (Viraginia) eresanete sich ar Santenbacht
dor Lickhranch“Tomnauy eine Erplofon 93 Lei⸗
ben sind bereits geborgen. 30 Beraleute sind noch in der
Fiefe eingeschsossen
Der Aberglauben spukt auch in den Köpsen von
Zzchulkindern. So fand sich im Schulhest einer Münche—
ier Fortbildungsschülerin ein Zettel mit folgender An
veisung: „Daß Einem der Schatz nicht entlausen kann!
Limm eine Nadel, womit ein Toter eingenäht worden,
nd ziehe dem Herzliebsten selbige durch den Hut, so
cun er nicht fort.“ Und angeführt war noch die ge—
eimnisvolle Beschwörungsformel.“ Mit der Wünschelute“
wurde dann der faule Zauber von seiten des Herrn
apa ausgetrieben. Es wird jedoch von Spöttern be—
auptet, der Erfolg der Wünschelrute sei selbft in diesem
hlagenden Falle ungewiß und werde wohl zu wünschen
ibrig lassen; denn das Geheimnis, wie man es anfängt.
»aß einem der Schatz nicht entlaufen kann, ist für ein
unges Mädchen doch zu wertvoll.
Der Phonograph als Zeuge. Eine eigentümliche
verichtsverhandlung fand, wie der „F. 3.“ aͤus Paris
erichtet wird, vor wenigen Tagen in der französischen
Netropole statt. Wme. F., die Besitzerin eines Phono⸗
raphen⸗Geschäftes, hatte gegen einen Lieferanten die
tlage wegen Beleidigung und tätlicher Mißhandlung er—
oben und als Zeugen einen Phonographen angegeben.
Zie hatte gerade die Walze eingelegt, um ein lunges
Stwestergedicht hineinzusprechen, das sie zum Schluß des
zahres zu verkanfen hoffie, als ihr Mr. L., einer ihrer
Lieferanten, gemeldet wurde. Dieser, ein sehr energuscher
Mann,. erhob gegen die Dame Forderungen, und als diese
richt eingelöst wurden, beschimpfte er Mme. F. in gera⸗
sezu unglaublicher Weise; er packte sie sogar an den Hand⸗
zelenken, rüttelte sie und ließ sie erst auf ihre wieder—
wlten Hilferufse los. Jedes Wort, auch die Schmerz ens⸗
chreie der guiten Dame gab der Phonograph getreu wie—
»er. Die Richter und der Sachverständige eckannten die
ztimme des Mr. L. und die Folge war, daß der wa—
iate Herr auf Grund des seltsamen Zengen zu sechs Wo—
hen Gefängnis verurteilt wurde.
Ein neues Verfahren, um die Weichen der Ei—
enbahngeleise an den durch Bereisun g besonders ge⸗
ährdeten Stellen von Eis und Schnee zu befreien, soll
»emnächst im Gebiet der preußischen Staatseisenbahnver⸗
valtung eingeführt werden; es wird eine brennbarc Flits⸗
igkeit, deren Zusammensetzung noch geheim gehalton wird⸗
rennt selbst bei Sturm auch dann noch weirer, wenn sie
ich mit dem schmelzenden Eis und Schnee vermischt. Sie
»ringt dadurch das Schmelzwasser zum Verdampfen, so
aß weitere Eisbildung zunächst wirksam vorgebeugt wird
zierdurch hofft man die Betriebsstörungen und Zagver—
ãuninisse, die besonders auf das Vereifen der Bayn hofs⸗
neichen zurückzuführen sind, zu vermeiden
UNenste Nachrichten ano Celegramme.
Depeschen Bureau Herold.
Berlin, 2. Jan. Eine blutige Liebestragödie spielte sich
am geftrigen Reujabrstage in der Berlinerstraße in Rxdorf
ab. Dort tötete der 53jährige Schneidergeselle Czarcka seine
Beliebte, die Näßerin Marie Niederwinkler durch zwei Re—
dolverschusse und richtete dann die Waffe gegen sich seibß
Der Täter ist gestorben.
8 Bochum, 4 Jan, In Alteabochum gerieten 2 Soldaten,
ein Husar und ein Jafanterist mit zwei Bergleuten
n Streit, die in Tät!ichleit ausartete. Im Verlause, der
Rauferei erhielt einer der Bergleute einen Stich, der ihn so⸗
fort tötete, der andere Bergmann warde lebensgefährlich ver⸗
letzt irs Lazarett gebracht. Ein Vruder des Erstochenen
regte sich so auf, daß man glaubt, er sei wahnsinnig gewor—
den. Die beiden Soldaten sind flüchtig und konnten bies
etzt nicht festgenommen weiden.
*Rom, 2. Jan. Das Haupiinteresse wendet sich nu
Reggio, das bisher über Messina ganz vernachlässiat wurde,
zut. Das Elend der Ueberlebenden ist unbeschreiblich. Alle
Einwohuer werden von Hunger gebeinigt. Die von der Re—
zierung gesandten Lebensmitiel wollen noch immer nicht ein—
treffen. Dazu kommt große Kälte, der Mangel an Kleidung
und schützenden Wohnstätten. Kein einziger der Geretteten
ist völlig bekleidet.
*Rom, 2. Jan. In amtlichen Kreisen Italiens verlautet,
Missina solle nicht wieder aufgebaut werden und die ge—
tettete Bevölkerung anderbwo angesiedelt werden. Tatlach⸗
ich besteht bei den Stadtverordneten von Cattania auch der
Plan, eine neue Vorstadt für die dorthin geflüchteten Mes⸗
ineser erbaunen und dem Vorort den Ramen Messina zu ge⸗
»en. Mehr als 15000 Flüchtlinge, Veewundeten und Un—
»erwunderen sind aus Messiua nunmehr in Cattania ange
angt. Die Hospitäler sind uüberfüllt, nur fehlte es an Aerzuen
Dagegen strömen immer neue Verwundeten dinzu.
J Rom, 4. Jan,. Ein Zusammenstoß zwischen einem
Personen⸗ und einem Güterzug hatte den Tod von 5 Pess⸗
onen zur Folge.
Z Rom. «, Jan. Die Reglerung beschloß, um eine
pirksame Beisteuerung in Messina leisten zu können, eine
Fahrkartensteuer von 5 Ceut pro Karte einzuführen,
* Rom, 4. Jan. Es hat sich sherausgestellt, daß bei
dem SErdbiben in Messina das ganze 83. Infanterie⸗Regi—
nent bis auf einen Mann umgekommen ist. Vom 22. In⸗
anterie Regiment sind durch die Schuttmassen in der Ka—
erne viele veischuttet und erschlagen wurden die gesamten
Mannschaften der 1. 2. 3.. 4. 9. und 10. Kompagnie
ßom 88. Regiment sind nur 5 Unteroffiziere gerettet. Weiter
ind in Messina sämtliche Karabinerie, Seminaristen, Richter
ind städlische Beamte getstet worden. — Aus den von det
datastrophr heimgeluchten Gegenden find an Verwundeten
is jetzt ansportlert worden durch uialienische Kriegsschifte
2270, durch die russische Marine 1250, durch die englischẽ
1138 und durch die deutsche 900.
*Regia, 4. Jan. Gestecn wurden hier wieder mehrere
Erdstöße verspürt. Die Telegraphen-Verbindungen, die kaum
wieder hergestellt waren, sind wieder unterbrochen. Durch
zas gestrige Erdbeben ist die Bevölkerung erneut in Angst
ind Schrecken versetzt worden. Die Journalisten, die ein—
zetroffen waren, sind wieder abgereist, weil sie ibre Meldun
zen gnicht telegraphteren können,
Palmi, 2. Jan. Die Frauen tragen seit 5 Tagen die
elben vom Regen durchweichten Kleider. Sie warten auf
Anterstützung, die angesichts des enormen Bedarfs nicht ge
zügt. VDie Vertellung von Brot erfolgt durch Soldaten mir
auigepflanztem Bojonet wegen des wilden Audranges der
jalb verhungernden Ueberlebenden. Major Palitoni, der die
Gerteilung der Lebensmittel leitet, lief die Gefahr, erschlagen
zu werden. Neuuerdings fehlt es auch an dem Nötigsten
im die geborgenen Toten zu beftatten.
* Paris, 2. Jan. Der Inspektor der Pariser Assecuranz
Zesellschaft Aigl Matthieä und dessen Gemahlin sind gestern
n dem ihnen gehörenden Hause ermordet aufgefunden woc⸗
»en. Furchtbare Verletzungen durch Hiebe und Stiche an
zeiden Leichen genatten die Vermutung, daß ein Racheakt
— Ob Wertsachen geraubt wurden, bleibt noch festzu—
lellen.
* Petersburg. 2. Jan. Das Postamt Lenkoran im
ßouvernement Baku wurde von Räubern Überfallen, welche
ie eiserne Kasse mit 40 000 Rubel Indalt raubten.
Bekanutmachung.
In den Kretsen der Gewerbeunternehmer und Hand—
verksmeister wird vielfach gegen die Bekimmungen des 8
20 des R. G. O. und des 87 des Ditsstatuts betreffend
die gewerbliche Fortbildungsschule vom 9. November 1904
derstoßen, indem sie die zum Besuche der Fortbildungsschult
Verpflichteten zur Verticklung von Arbeiten verwenden
ohne daß sie den Nachweis eines dringenden Bedürf
nisses vorlegen.
Ich weise hiermit darauf hin, daß in solchen Fällen die
Arbeitgeber sich strafbat machen.
Gleichzettig wird darauf hingewiesen, daß die Beschafti⸗
zung jugendlicher Acbeiter an Sonn und Festtagen nur mit
krlaubnis der unteren Verwaltungsbehörde zulässig ist.
Der c. Bürgermeister J o st.
VBekanntmachung.
Die Stelle des Heizers bezw. Schuldieners für den Neu—⸗
»au des 18klassigen Schulhaufes hierfelbst ist zum 1. April
1909 zu besetzen.
Der Schuldiener erzält bei freier Wohnung täglich 2
Mart Lohn und monatlich 3 Mark für jeden der zu reinig⸗
enden Schulsäle.
In dreser Vergütung für die Reinigung der Schulsäle
ist auch diejenige der übrigen Räume, Treppen, Flure, Bade⸗
und Heizräume und Keller, sowie die Reinigung der Abort⸗
anlage und des Heizraumes mit eingeschlossen.
Vesonders geeignete, zuverlässige Bewerber, die nicht zu
alt sein durfen, wollen ihre Gesuche bis zum 1. Februor
1909 bei dem Unterzeichntten einreichen.
Dudweiler, den 30. Dezewber 1908
Derc. Bürgermeister J o st.
lefesßerstprernn
—
Am Donnersrag, den 14. Januar 1909 vormittans 16
Uhr werden beim unterzeichneten Amte — Hohenzollernstraße
113 — Roggenkleie, Futtermehl, Haser und Heuabsälle
zffertlich gegen Barzahlung versteigert.
Proviantamt Saarbrücken