Full text : Dudweiler Zeitung

Cokales und Vermichtes
Dudweiler, den 16. April 1908.
I-n. Der Verschönerungsverein Dudweiler wird, wie
m Anzeigenteil zu ersehen ist, heute abend in der Gast⸗
haft Riedschy seine diesjährige Hauptversammlung ab—
Da v. u. auch die neuen Arbeiten vorgeschlagen
eraten werden sollen, so wäre es doch erwünscht, wenn
alle Mitglieder an dieser Versammlung beteiligten, da⸗
ie einzelnen Wuasche belannt werden und in den neuen
gplan aufgerommen werden können. Nur durh eine
oslgemeine, rege Beteiligung aller Mitglieder wird es
BSercin möglich gemacht werden, seiner gemeinnützigen
gabe gerecht zu werden, Ort und Umgebung durch An—⸗
en zu versLönern, den Besuch des Vereinsgzebietes, welches
sann der Bürgermeisterei Dudwe ler umfaßt, durch Auf—⸗
von Wegweisern, Verbessetung und Vermehrung von
n, Herstellung von Aussichtspunkten und Ruheplätzen zu
uiern und angenehmer zu machen.
Hachstehende Steiger sind vom 15. April 1909 ab zu
neigern befördert worden: Friedtich Esenbeis des Berg⸗
is Dudweller beim Bergwerke Reden. Heinrich Ledig des
rgwerls Gerhard beim Bergwerke Reden. Friedrich
zaeider 2. des Bergwerks Kronprinz beim Bergwerke
udweilir Jakob Mores des Bergwerks Gerhard beim
ergwerle Gerhard. Bigmofrd.
„Die Berichterstattung ist manchwal recht sonderbar. So
wein wir gestern in zwei auswärtigen Bläitern die Nach—
at unter Dudweiler, 14. April: „Heute durcheilte unseren
t die Nachricht, der Civilanwäcter Klein, der auf Grube
udweiler 42 000 Noark gestohlen, sei in Metz verhaftet
biden. Die Nachricht habe sich leider nicht beftäligt.“ e
antlich war die Nachricht von einer Verhaftung in Metz
ꝛon am Gründonnerstag verbreitet, wurde auch von uns in
c Rummer vom Charsamstag erwähnt. — In der Pfälzer
resse stond gesern die Rachricht, Klein sei verhaftet, von
m Gelde jedoch keine Spur gefunden worden. Wo die
erhaftung stattgefunden, schreibt der Berichlerstatter nicht —
ewerl er es wohl selbst nicht weiß! Bis jetzt ist an maß
hbenden Stellen nichts Uber den Aufenthaltsort des Klein

Ann
Schwer heimgesucht wurde die Familie Großklos auf
Bruckweih.rhof bei Saargemünd. Dort riß sich eine
h logs und wurde derart wild, daß die Frau Großtlos
den Hörnern durd rannt wurde; die Frau, eine Mutter
künf Kindern, erlag diesen Verletzungen und es blieb
anderes übrig, ala die rasend gewordene Kuh zu er—

Der Run auf die Töpfe. In der Vossischen Zeitung
aderte ein Mitarbeiter über den siürmischen Sieges lau
Topfhut-Mode, der in Berlin gerade in ben lezten Ta⸗
zur dem Ofterfeste ein wahres Automobiltempo angenom⸗
mhaben soll. Riesenberge des vielbegehrten Artikeis wur—
auf den Tischen und Wandgeflellen der Warenhäuser
Spezialgeschäfte aufgehaupt, um — wie die berühmten
liner kalten Guffets — binnen Jürzester Frist unter dem
turm zu verschwinden. Man watete geradezu in Töpfen
nderte waͤhlender und prüfender Hände zugleich griffen
Jjeder neuen Ladung, die herbeigeschleppt wurde. Älle
eren Hüte blieben liegen, kaum daß das Auge sie ver⸗
lich streiste, ine Topfhuttrophäe aber wollie jede Dame
vschnell vor dem Feste mit heimtragen. Hier bedeutete
»Form — denn es handelte fich in der Hauntsache um
garnierte Hüte — wirklich alles·“ Oftern ohne Topf —
möglich! Eine Kaiastrophe, nicht auszumalen. Da lagen
neben⸗ und übereinander, in weiß, champagne, braur,
ge, blau, gtrün oder rot, und die blonden, beaunen un
daizen Schönen wühlten umher in allen diesen Herrlich
jen; hier ein Hottentottenzelt en miniature, dort ein aus⸗
vachsener Baumkuchen, dann wieder ein naturgetreu nach—
ildeter Btenenkorb, eine koreanische Ministerbthauptung oder
Kruppches Schrapnellgeschoß Verbeult, verkeilt, verknickt,
zwickt — egal, nur ein Topf, nur ein Topf muß es sein
id die kleinen Madchen hinter den Hutbarrikaden, ein wenig
ide und abgespannt von den Anforderungen der Hut—
irmertinnen, hantteren hurtig in den Lagerbeständen umher,
isen die Leiler zu den höchsten Gestellfüchern auf und ab,
möglichst alle Wünsche zu beftied'gen. Die Stöße von
len geraten ins Rutschen, hie und da gleitet einer zu
den — was machts? Die Nachbarin hebt ihn auf, wenn
gerade Zeit hat, oder läßt ihn liegen; es ist ja fo viel
nn da! Und der Sturm der Käuferinnen wächst und
hst und will sich nimmer erschöpfen und leeren unh mmer
Töpfe begehren.
Der Gewerlverein christlicher Bergarbeiter hat, wie der
ollsbote“ meldet, eine Eingabe an das taiserliche Mini—
Zum gerlchtet, in der um Bildung einer Kommifsion .
o wurue, die neue Verhandlungen in der Regelung der
appichaftsfrage einleiten sols. Seitens bes Ministeriums
J dem Gewerlverein die Mittellung zu, daß ẽ8 dem An⸗
s auf Einberufung einer Komm'ssion euntsprechen werde
is ihm von den Vorftänden der Knapyschaftavereine ein
cher Antrag zugehl.
zSaarbirücken, 15. April. In dem Hause Meztzer⸗
Se Ne. 6 spielte sih heute fiuh halbe6 Uhr ein entsetz⸗
jes Familiendrama ab. Dort wohnt der Straßenbahn⸗
eiter und der Apfelsi enhändler Joh. Mack, ein Mann
vorgerücktem Lebensalter, mit seiner Familie. Schon oft
nes zu Streitigkeiten, namentlich mit dem zirka 20 Jahre
en Slleffohn des Mark, ameds Kanl Puhl. Auch heute
Hast es wied r zu Auseinanderseungen gelommen. In
— Verlauf griff der junge Mann zum Revolver und schoß
seinen Stiesvater. Eine Kugel traf das rechte Handge—
t und durchschlug die Schlagader. Nach wenigen Minuten
st der alte Mann eine Leiche Aus benn Viiluärlazarett
ide tasch ein Arzt herbeigeholt, der aber nur den bereits
getretenen Tod feftfiellen konne. Der Mörder machte sich
d der Tat aus dem Staube in der Richtung nach dem
danzenberg. Auf der Treppe rief er noch: „Der wolle
werschlagen, ich habs ihm aber besorgi.“ Sbr, Zip.
Esshen, 6. Ait. Die „Rhein.⸗Westf ˖ Zig.“ schreibt:
Thyssinschen Werle beabsichtigen, die Konsumanftlalten
n großgewerblichen Unternehmungen des Industriebezlrks
vt gemeinsamen Einkaufs zusammenzuschlließen, um durch
Ergelung billigerer Eatkaufspreise und gonstigerer Liefer⸗
Bbedingungen der immer bedeutender werdenden Konkurrenz
reruflichen sleinhandels besser begegnen zu können. Aus
Fassung des Thassenschen Rundschreibens geht als Gennd
„ar, daß den Konsuma stalten der industtielien Werke ur
aß durch leistungsfahige berufliche Warem eschaste seit
tre Zeit eischwert sei.
RMNacs la Tour, 13. April. Ein erschliusternder
Adsiall ertignete sich hier, wie die „Loihr. 83 3“ schreibt
Lonnerstaz. Der elfjährige Sohn des 3 otibtamten
e schoß aus Unvorsichtiskelt den sechs Aahre alten Augui

—
zegaut.) Das hiesige Kriegsgericht verurteilte den Ser⸗
gleaunten Johann Lota, früher beim hiesigen Ulanen⸗Regi⸗
ient Nr. 5, zulet dem hiesigen Militärlazarett zugeteitt,
vegen Vergehens gegen 8 175 des Strafgesetzbuches zu
wei Monaten Gefängnis und Degradation.
() Düjeldorf, 15. April. In den Rhein ge—
prungen.) In selbfmmörderischer Absicht praug der
Kellner Ferdinand Horsen aus Duisburg von der festen
Mheinbrücke in den Strom und ertrank. Die Leiche wurde
non den Schiffern gevengen.
() Mi⸗Gladbach, 15. April. (GGin Drama.) Der
8 jährige Färbermeister Schäfer von Neersen hatte ein
Lerhälnis mit einem Mädchen aus Vennheide. Verm it⸗
ich um sich den für ihn daraus entstehenden Verpflichtun—
len zu entziehen, beschloß er, das Mädchen zu töten.
Er lockte es auf einem Spaziergang vom Wege und gab
nuif die Ahnungslose drei Revolverschüsse ab. Ein Schuß
ing dem Mädchen in die Hüfte, es schwer verletzend.
nie zweite Kugel prallte am Korselt ab und die dritte
ing fehl. Rachdem die Verwundete die Flucht vor dem
Nanne ergrifsen hatte, richtete dieser die Wasse gegen sich
eibst, um sich selvst zu entleiben. Er brachte sich jedoch
mr eine Wunde am Oberarm bei und begab sich dann
uhig nach Hause. Dort ist er verhaftet worden.
(2) Essen, 15. April. (Abbgestürzit.) Vom Hochofen
er Henrichshutte in Hattingen siürzten zwei Maurer ab.
zeide sind tot.
( Boun, 15. April. GGeiseiner Segel partie
rtrumnkten.) Der Sohn des Bootsbauers Schmithng
internahm mit einem Gehülfen eine Segelpartie. Als cin
terker Wind einsetzte, versuchten die Segler das Land zu
rreichen, das Boot schlug jedoch um und der Gehalfe
ertränk. Schmitting klammerte sich an das unigestürzte
Loot und trieb stromab. Ein Primaner des slädtichen
»mnugsiums, der dies vom Ufer aus beobachtete, machte
cin Boot los und fuhr auf den Unglücklichen zu. Sie
varen beide umgekommen, wenn in der höchsten Gefaähr
zicht cin grobßes Ruderboot sie aufs Trockene gebraächt
zütte.
) Odenkirchen, 16. April. TödlicherUnfall.)
zu der Spinnerei von Daniels und Sträter wurde ein
Urbeiter von der Transmission ersaßt und herumgeschleu⸗
dert, wobei er derartige Verletzungen erlitt, daß der Tod
osort eintrat.
(5) Solingen, 15. April. Genichstarre.) Hier sind
chon wieder neun Gruickstarreerkranklungen zu melden.
die 15jahrige Tochter des Kaufmanns Pütz und der 9—
ährige Sohn des Kutschers Stachelhausen wurden in die
Isolierbaracke des Krankenhauses gebrächt. In einem
»ritten Falle hat sich der Genickstarreverbacht noch nicht
estätigt.
() Trier, 15. April. (Ab gestürzter Omni—
Bus.) Bei Hangard flürzte ein mit 38 Hüttenarbeitern
besetzter Automobilomnibus die Böschung herab. 30 Ar—
heiter wurden verlett, darunter einige recht erheblich.
() Lippftadt, 15. April. Warnut die Kinde r!)
Im benachbarten Orie Anröchte spielten mehrere Kinder
nif dem Geleise einer Feldbahn und machten sich an den
Feldbahnwagen zu schaffen, die zugebremst an einer ab—
chüssigen Stelle hielten. Plötzlich kamen die Wagen ins
Rollen und der Sohn des Metzgermeisters Hennebach von
ier wurde so unalücklich ühersähren, daß der Tod so⸗
ort eintrat.
) Tortmund, 15. April. (Ers chlagen.) Der 41
Jahre alte Fuhrmann Wilhelm Nolting von hier erhiell
zon seinem Pferde einen heftigen Schlag gegen die rechte
Zeite, an dessen Folgen er verflarb.
) Hachen (Sauerland), 15. April. (S chrecklicher
To d.) Mehrere Kinder hatten sich draußen im Felde
‚Fein Feuerchen“ angelegt, als plötzlich die Kleider der
leinen U. Feuer fingen. Das Kind eLilte in der Aufreg⸗
ung einen Abhang hinunter, wodurch die Flammen noch
nehr angesacht wurden. Obwohl ärztliche Hilfe schnell
ur Stelle war, starb das Kind bald unter den grä ß⸗
ichsten Schmerzen.
() Aus dem Sauerlande, 15. April. (Kein gu—
tes Wildiabr. Welcch ichreckliche Rot in diesem Rin
er das Wild gelitten hat, kann man jetzt feststellen. An
Rielen Stellen sieht man an der Straße Reisighaufen, die
un Herbst von den Bäumen abgemacht sind, an denen die
Rinde, soweit sie sür das hungrige Wild erreichbar war,
iast vollsiändig abgenagt ist. Ebenso kann man dies
ain jaingen Bäumen wahrnehmen. Wie man von unter—
cachteter Seite erführt, sind im Forsirevier Röspe allein
iber 20 Stück Rehwild einzegangen. Auch geht jetzt
ibch manches Stück Wild ein, weil die Verdauungsorgane
derart abgeschwächt sind, daß sie das jett vorhandene Fut—
er nicht verdauen können. Furchcbaren Schaden haben
inter dem Wild, besonders unter den Junghasen, die
etzten großen Waldbrände angerichtet. Alles dieses trübt
o des Weidmanns Freude und gibt zu erkennen, daß
vir auf ein gutes Wildjahr nicht zu rechnen haben.
E Eschwege, 15. April. (ßRahlreiche Wald—
brännde.) Die Zahl der Waldbrände, welche während
der letten Tage im Werratale stattgefunden haben, ist
iußewehnlich groß. Ein besonders verheerender Wald.
raud hat eine Fichtenschonung bei Völlershausen heim—
zefucht, wo zum Schaden des Freiherrn von Gilsaschen
itergutes über 300 Morgen wertvollen Tannenbestandes
ingeäschert wurden. Größere Waldbrände sind auch bei
Vitenhausen, Lindenwerra, Großalmerode, Kleinalme—
ode, Muhlbach, Heenes, Neuenstein, Raboldshausen, ich—
cugdu, Geismar, Waldkappel, Wanfried usw. durch Feuer
erstört worden.
(J) Aus der Rhäön, 15. April. Münzenfund.)
Linen wertvollen Münzenfund machie man aui dem Gute
Seeshof im Amte Weyhers. Tort fanden Arbeiter beim
Abbruch eines Hauses im Gewölbe versteckt einen Topi
mit 60 großen, gut erhaltenen Goldmünzen. Die Gold
hicle sind so groß als unsere jetzigen Doppelkronen (20
zrkstücke) und trugen die Jahreszahl 1730 und 1733
J Stuttgart, 15. April. Eine Erkftärung des
Mafen Zeppelin.) Graf Zeppelin veröffentlicht
un „Schwäbischen Merkur“ eine längere Erklärung über
die Verwendung der Reichsspende nud legt gewis—
iermaßen Rechenschaft ab über die über 6 Millionen M.
etragende Summe, die ihm aus allen Kreisen und Schich⸗
en der Bevölkerung zugegangen. Die Stiftung soll vor—
züglich Verwendung finden zur Errichtung von passenden
Anlagen zur Landung von Luftschiffen, sowie zur not
vendigen Unterstüßtung von Unlernehmungen, die eine
eenstliche Förderuug und Hebung der Lustschiffahrt erstre—
»en. Die bis jetzt errungenen Erfolge, die ein ständiges
Forischreiten zeigen und mit Hilse der Wissenschaft noch
eryofsen lassen, bieten die Gewähr, daß Deutschland für
ange Zeit in allem, was die Lujtschifsahrt angehe, an
der Spitze der Völter siehen werde. Der Graf gibt zum
Schlusse noch seinem Dankesgefühl Ausdruck über die
hmezuteil gewordenen Gaben, Ehren und Auszeichnungen.
() Saarbrücken, 15. April. E rischossen.) Der
Schlossergeselle Pohle erschoß nach einenn Mortitreit sat
ren betagten Vater.
AMuünchen, 15. April. (Dusgekniffe n.) Der
38 Jahzre alte Schuhmacher Leonhard Hilp, der im Jahre
596 an seiner 17fährigen Stiestochter einen Lustmord ver—
ibee, ist aus dem Straubinger Zuchthaus ausgebrochen
uind tpursos verichwunde

Vergiftet. Im Kretotranlenhause zu Colhen erkrank—
en 25 Personen unter Vergiftungserscheinungen. Eine
st bereits gestorben, die anderen scheinen außer Lebens—
zesahr zu sein.
*Unwetter in Berlin. Hefteger Sturm richtete in
Berlin mannigfachen Schaden an; so stürzte ein großer
Fabrikschornsitein der Siemensschen Werke ein, wodurch
ein Haus stark beschädigt wurde.
*Nicht entfesselt und ertrunken. In Landshut ist
der bei dem zurzeit dort etablierien Theatervarietee „Ba—
Jaria“ angestellte Entfesselungskünstler Riccardo Tip von
der Luitpoldbrücke gefesselt in die Isar gesprungen und
verschwand nach kurzer Zeit in den Wellen. Er hat sich
anscheinend seincer Fesseln nicht entledigen können und ist
rtrunken. Seine Leiche wurde noch nicht geborgen.
* Verhafteter Schwindler. Der Diamantschwindler
Lemoine, der im Juni 1907 geflüchtet und in contumaciam
derurteilt wurde, ist in Paris verhaftet worden, als er
nit sceinem früheren Sekretär Puzin spazieren ging. —
zur Verhaftung des Diamantenschwindlers Lemoine wird
jemeldet: Die Polizei hatte in letzter Zeit Kenntnis be—
ommen, daß Lemoine sich wieder in Paris aufhalte. Tat⸗
achlich war er unter dein Namen eines indischen Kauf—
miannes bereits am Freitag in einem Variser Hotel ab—
Festiegen
*Doppelter Unfall. In dem Champs Elysee wurde
die Warquise von Latour⸗Manbourg von einem Radfah⸗
rer umgestoßen und von einer entgegenkommenden Droschke
überfaähren. Die Dame erlitt schwere Verletzungen, sodaß
an ihrem Aufkommen gezweifeit wird.
*Castro und kein Ende. Die amerikanische Regier—
unz wurde vom spanischen Gesandten verstaͤndigt, daß die
tiberische Regierung sich weigern werde, die Landung Ca—
stros auf spanischem Voden zu untersagen.
*Gerettet. Der Dampfer „Adolph Woermann“ rette—
te, von Marseille kommend, im Golf du Lion die aus
sieben Mann bestehende Besatzung des italienischen Scho—
ners „Guglielemo Marconi“.“ Ter Schoner war den·
Untergang nahe.
* Selbstmord auf See. An Bord des Dampfers
„Luclana“, der jüngst von New-NYork nach Liverpool
abging, haben sich zwei Amerikauerinnen namens Clarkin
und WMiller im Alter von 21 und 22 Jahren erschossen.
Einsonderbarer Schriftsteller. Einn
befand sich Saphir in einer Gesellschaft, wo man sich über
zinen ihm mißliebigen Journalisten unierhielt. Der Humo—
cist hörte eine Weile schweigend zu. Plötzlich sagte er;
„O. Herr X. ist der besie Baumeister!“ — „Baumeister?
riefen alle durcheinander, „wir dachten, er sei Schriftftel⸗
er.“ — Allerdings ist er Schriftstetler“, meinte Saphir
scacken. „Aber trotzdem ist er der beste Baumeister, weil
hm nie etwas einfällt.“
Ausreichende Entsichuldigung. In ei—
ner Druckerei blieb eines Morgens einer der Setzer aus.
Stati seiner kam von seiner Frau ein Zettel folgenden
Inhalis: „Entschuldigen Sie, bitte, daß mein Mann
heute nicht komnit. Er ist tot.“ e αν

Neueiste Nachrrezten und Telegramme.
Depeschen Bureau Herold.
Trier, 16. April. Nach einem Telegramm ist gestern
zormitlag 8.148 Uhr in den Hunsrückdörsern Schondorf, Ol⸗
mutih und Lamparden ein von Oren nach Westen laufender
Eidstoß versphhrt worden, der von einem unterirdischen Ge—
söse begleitet war.
* Fürlth (Kceis Ouweiler), 14. Apell. Gestern früh ist
der erst seit 8 Tagen zu ischen hier und Wiebelskirchen ver⸗
lehrende Auto Omnibus karz vor Hangard die Straßen⸗—
döschung hinutergesiürzt, wobei er so schwer beschädigt wurde
daß er nicht mehr betriebsfähig ist. Die Insassen etwa 35
Arbeiter von hier und Umgebung, wurden mit Ausnahme
von die‘ alle mehr oder weniger erheblich verletzt und in das
rrankenhaus vach Ottweiler gebracht. An der Unglückestelle
st die Straße kaum 3 Meter breit, sie war durch das Re—
zenwetter stark aufgeweicht, so daß der schwere Wagen leicht
ns vutschen kam. Den Wagensführer trifft keine Schuld.
* Metz, 14. April. Am Osiermontag überschritten in der
Begend von Amanweiler 3 Unteroffiziere der hier garnison—
erenden Plonterbataillons Ne. 20 aus Unkenntinis die Grenze.
Der französische Grenzpolizeikommissär nahm sie fest, entließ
ie aber nach Fesstellung ihrer Perssnalien.
*Gießen, 16. April. Der Chemiker und Mineraloge
Dr. Ernst Reuning von hier ist nach Deutsch-Südwest⸗
Asrika abgereist, um dort im Auftrage der Deutschen Dia—
cztantengesellschaft Forschungen vorzunehmen. Die Dauer
»er Reise ist auf ein Jahr sestgesetzt.
*Metz, 16. April. Der Reichstagsabgeordnete de
Wendel ist vom Kaiser zum Mitglied des Staatsrats
»on Elsaß-Lothringen ernannt worden. Mit de Wendel
zrhält die lothringische Eisenindustrie, die sich in den
eßlen Jahrzehnten enorm entwiclelt hat, erstmalig einen
Vertreter im Staatsrat. — Im Monat März sind aus
Lothringen im ganzen 33 Ausländer ausgewiesen wor⸗g
den. Unter den von der Ausweisung betroffenen Perso
nen sind wiederum acht Fahnenflüchtige. ——
* Petersburg, 16. Aprii. Der Minisier des Aeußern,
Jswolski, hat die gevlante Reise ins Ausland vorläufig
oerschoben. 80
* Konstautinopel, 16. April. Nachrichten, daß Ljäpt⸗
schew die bulgarisch-türkischen Verhandlungen abgebrochen
zabe, sind fal sch. Ministen Ljäptschew erklärte, daß
zie Beibehaltung Rifaats als Minister des Aeußeren in
Verbindung mit der Einsicht des neuen Großwesirs Tew—
iik ihn entschieden hoffen lasse, daß die Verhandliungen in
furzer Frist zu einem qünitigen Abschluß gelangen werden.
*Wen, 15. April Die wegen Schmuggele tn Haft
efindliche angebliche ru sische Gräfin Sachorzowska wurde
vegen ärztlich konstatierter Geistetkrankocit aui hneien Fuß
—XB
*Vrnedig, 16. April. Heute früh um 5 Uhr ging die
caiseryocht „Hohenzollern“ mit dem deuischen Kaiferpaare
and dem Prinzen Oskar an Bord in Sec. Das Schiff ver⸗
ließ in langsamer Fahtt den Hafen. Den Armen der Stedt
ieß der Kaiser 10000 Lire überweisen.
* Paris, 15. Apris. Zur Veihattung des Diama!ten⸗
schwindlers Lemonie wird gemeldet: Die Poltzei hatte in
atzter Zeit Kenninis davon belommen, daß
Lemoine sich wieder in Paris aufhalte. Talsächtich war er
inter dem Namen eines indischen Kaufmannts dreits am
Freitag in einem Parziser Hotel abgestiegen.
* Rom 16. April. Der Auebruch des Netna nimnit
zrößeren Umsang an. Die Eingebortnen flüchten.
Auch der Stromboli zreigt neue:binss wieder Unruhe.
* Konstant noppl, 16. Aoril. In den letzten Tagen
vurden miht gais ene BRillion Freudeuschusse von den An—
jängern der rea!ornaren Pattei abgegeben. Unzählige
Feaste schtiben sins dadurk zertrümmect, aber auch Menschen
.e 3 — — 646
            
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