Full text : Dudweiler Zeitung

Cokales aro Dermischres
Dudweiler, den 7. Aptil 1909.
8 Wie es mit der Wahrheit bei der Berichteistatturg ge—
norimen wird, hatten wir gelegentlich der letzten Gemeinde—
rats⸗Sitzunz wieder einmal Gelegenheit, wahrzunehmen. In
der Saarbrücker Volkszeitung schreibt ein Berichte stalter, in
dieser Sitzung sei die Posifrage zur Verhandlung gekommen.
Es habe große Erregung darüber geherrscht, daß die Post
jetzt an etnem erxponierten Platze erbaut werden solle,
während ein solches Verkehrsinstitut doch inmitten des Ortes
gehöre! Jeder Einsichtige muß sich hier fragen: ist das eine
absicht lach falsscche auf Irrführung des Publikums
abgesehene Berichterftattung, odet ist die Berichterstattung
aus Unkentnis der Verhättnisse erfolgt? Jeder Dudwetler
Bücger weiß doch ganz genau, daß der Platz, auf dem das
neue Postgebäude erbaur werden soll — der Platz zwischen
Basthaus Riedschy und der Buchdrucknei —, doch mindestens
ebensozut inmiiten des Ortes liegt, wie die Gastwirtschast
Müller auf der Sud! „Hat ein Bewohner von der ganzen
Previnzialstraße, von der Schützenftraße, Dlefelterftraße,
Schachtfiaße, von der St. Ingberter Straß:, der kleinen
Kinchenstraße, großen Knrchenst: aße, Schwänse!, Scheidterstra
Gartenstraße, Hoswen, Bruckwiesenftraße Alter Stadtweg,
Mühlenweg. ja sogar ein Teil der Bewohner der Brücken—
iraße, einen weiteren Weg zu manen, wenn er bis an das
Gasthaus Nedichy auf der Provinzialstraße geht, oder wenn
r ouf die Sudssraße gehen mühe? I gingun,en
Stratßen wohnen nun mindestens zwei Drittel der ganzen
Finwohnerschaft Dudweilers. Diese zwet Deittel haben alle
näher zu dem jetzt gewählten Platz — und doch redet man
von einem exponierten Platze! Wir wollen nicht weiter davon
reden, daß auch der weltaus größte Teil der Geschästsleute
auf der Provinzlalsteaße wohnt! Wird die ganze Pousrage
von dem Standpunkte aus betrachtet, der Wahrheit die Ehr
sju geben, dann kann und muß jeder Eiusichlige sich sagen,
daß die Postfrage im Sinne der Mehrheit der Eiuwohner
Dudweilers richtig gelöst ist! Und so vicl muß Jeder flüür das
Allgemeinwohl übrig haben: Fragen von Allgemein-Interesse
rx einer Gemeinde künnen und dürfen nur im Sinne der
Mehrheit der Einwohner gelöst we den.
Das Postamt Dudweiler wird die Einrihtung treffen,
zaß die Pakeibestellung durch eigens dazu bestimmte Patket—
Austräger besorgt wird. Bisher wurde die Paketbestellung
zurch die Biefträzer besorgt, die oft mit 6—10 Paketen be—
aden ihren Bestellganz machten. Durch die neue Anordnung
st eine raschere Bestellung der Briefpost möglich geworden.
ʒAus Elsoß⸗Lothringen. Auf dem zwischen Timbach
ind Bühhl gelegenen israelitischen Kirchhofe wurden 27 St—
Brabsteine umgestürzt und zetstört. Von den Missetätern sehlt
och jede Spur.
3Wie wir kürzlich meldeten, ließ die Gemeinde Dud
veiler in den Bruchwiesen nach Wasser bohren. Diese Boh—
rungen mußten eingestellt werden, da die Bergbehörde darauf
aufmerksam machte. daß Grubenbau sich in d'eser Gegend
befinde. Würde die Gemeinde auch in den Bruchwiesen ge⸗
nügend Wasser gesunden haben, so hätte sie doch, weun das
Wasser später durch den Grubenbau verloren gegangen wäre
einerlet rechtlichen Anspruch an den Grubnfiskus gehab'.
Die Bohrungen in der „Gehlwiese“ haben ebenfalls inze⸗
stellt werden müssen. Fortgesetzt sollen die Bohrrngen wer—⸗
den in der „Winterbach“. Des weitern wird auch noch an
mdern Stellen nach Wasser gebohet werden.
F Das den Militärurlaubern gewährte Reckt, während
owle vor und nach den hohen kirchlichen Feler agen bei ihren
Keisen Schnelle und Eilzüge zu benutzen, foll auf Antrag dir
Militärbehörden noch weiler ausgedehnt werden. Gegen⸗
wärtig stellt die Eisenbahnverwaltung Ergebungen in der
Sache an, um festzustellen, wie sich das am besten und ohne
allzugroße Benachteiligung des übrigen Vubllkums hewert.
telligen läßt.
8 GFur Landwirte) Das Kgl. Kammergericht hat in
einem Urteil vom 5. 3. 08 and, seitdem in gleichmäßiger
Rechtsprechung sich dahin ausgesprochen, daß Landwirie, bei
zenen ein öffentlicher Verkehr nach Maßßabe des Aitikels
10 der Moß- und Gexwichtsordnung statifindet, als, Gewerbe—
reiberde im Sinne des 8 369 Sirafgesetzbuchesanzusehen
ind. EEs besteht hiernach kein Zweifel mehr, daß Lant wirte
zuf Grund der angefübrten Strafbestimmungen hestraft wel—
den können.
F Gegenseltige Sterbekasse fürr Kaufleule, Fabrikanten
and Beamten zu Saarbrucken. Die Kasse zählie zu Eade
des Jahres 1908 878 Mitglieder; sie hatten ein? Vermögen
bon 161 13170 Mark. Für 20 Sterb faälle sind 20 000 M.
ausgezahlt worden. Das Bestehen der Kasse mit ihren
wohltätigen Einrichtungen scheini in weiten Kreisen immer
noch nicht genug bekannt zu sein, wir möchten daher auch
an dieser Stelle darauf dinweisen, daß gegen ein geringes
monatliches Beitragsgeld, welches sich nach dem Alier des
Aufzunehmenden richtet, jeder Kaufmann, Fabrikant, kauf—
männischer, industrielle oder sonstige Beamte, dessen Wohnsiztz
sich im Reg. Bez. Trier, in der Pfolj in Elsaß Lothringen
ind im Fuͤrstenlum Birkenfeld befindet, Aufnahme finden
lann, sofern er das 50 Lebensjahr nicht überschritten hat
and ein ärztliches Gesundheitsattest beibringt. Die Kasse
sehlt bei eingetretenem Todesfall an die Hinterbliebene ein
Sterbegeld von 1000 Mark und zwar sofort nachdem der
Todesschein eingereicht ist, gleichviel. wie lange die Zugebörialeit
 zur Kasse gedauert hat
8Jägersfreude, b. Apul. Heute vormittag ist
auf hiesiger Grube das Fördersell des alten Schachtes bei
der Kohlenförderung gerifsen. Zum Gluck ist niemand ver⸗
anglückt. Da ein Föidergerippe und ein neues Seil vor.
tätig maren, so konnte die Förderung bald wieder aufge
aommen werden. Sbr. Ztg.
*St. Ingbert, 6. April. Am Samstag wurde die
lettrische Heisonenbeforberung auf der Genne in ari
tenommen.
Z Wehrden, 5. Aptil. Gestern nachmittag wurde hier
us der Saar eine männliche Leiche gelandet. Vermut⸗
ch handelt es sich um einen Jlauenen, der auf der Voik⸗
nget Hutte arbeiteitee Vei der Lache fand man noch einen
velrag von 7 80 Mr sowie eine Uhr.
„K Vom Hunsrück, 29. März die öffentlichen Holzoer⸗
üuse gehen iun in unseren Walbungen ihrem Ene⸗ zu.
jabrikvertreter und Schteiner kaufen die mehr sellenen
bolaer auf So berricht regae Nachfrage nack den schzn ⸗

naserten, dauerhaften nd polie barun Walnußbäumen. Ver
-ktamm wurde mit 150 -180 Mark lezahlt, bei ceriageter
Malität natürlich aun wirigen. Besonders ist dieses Holz
ur Herstellung von Gewah dätten beebrt
) Robleuz. 6. April. Die Wertzuwach s
theuer) wird jetzt, wie die Städtezeitung mitteilt, in
Preußen bereits in 96 Gemeinden erhoben, außerdem von
Kreisen. Im Königreich Sachsen erheben diese Steuer
13 Gemeinden, in Hessen 10, im Großherzogtum Sachsen
5, in Oldenburg 4, in Sachsen-Koburg-Gotha 1, Walded
1und Hamburg.
() Neuß, 6. April. (GGeistesgestört.) Ein Fab—
rikarbeiter hat in einem Anfall von Geistesstörung ver—
gjebblich versucht, seine Frau zu erschießen und hat sich
»ꝛaniu selbst mit drei Schüssen getöiei.
() Duisburg, 6. April. (Verhafteter Lan g⸗
finger.) Hier ist der Prokurist Heymanns verhaftet
worden, der in einem hiesigen Kolonialwaren- und Kom—
sisisnsgeschäft 25 000 Mark unterschlagen hat.
) Elberfeld, 6. April. Scherz eines Hoch—
taplher s.) Wegen mehrerer Hochstapeleien, die teilweise
einen humoristischen Einschlag hatten, stand ein zuletzt
vohnungsloser Techniker hier vor der Scwafkammer. Er
var im vergangenen Jahre hierhin gekommen, mielete sich
umeinem der ersten Hotels ein und gab sich als ver—
nötenden Architekten aus. Er vetrog diefes und noch
wei andere hiesige Hotels. Eines Tages machte er m
iner Anzahl Herren, die er dazu geladen hatie, eine—
deise, um ihnen seine Villa, sein Automobil usw. 3
eigen. Er führte die Geselischaft in ein Hotel, bestellte
in vornehmes Essen und die besten Werne, und as nie
ange genug getafelt hatte, entfernte er sich, um seinen
Stzaufseur zu benachrichtigen, damit dieser das Automobii
ur Ausfahrt bereitstelle. Auf diesem Wege blieb er a
ind die Eingeladenen mußten, nachdem sie sich von ihrer
ßerblüffung erholt hatten, selbst die recht anjehnliche Zeche
»ezablen. Die Strafkammer verurteilte den Angeklanten
zu einem Jahr Gefäͤngnis.
(Binugen, 6. April. GBGauunglück.) In dem
Neuban einer Villa ist hier ein Gerüst eingestürzt. Dabei
ind zwei Arbeiter ums Veben gekommen uͤnd fünf mehr
oder weniger schwer verletzt worden. Das Unglück geschah
dadiurch, daß die Leute einen schwereu Fensterstein au,
das Gerüst gezogen hatten, wodurch dieses nachgab und
usammenbrach. Die Arbeiter Freilinger und Heinz ka—
nien unter den Stein zu liegen und blieben tot, der Po—
ier Schwarz und die Arbeiter Fay und Peil wurden so
chwer verletzt, daß sie kaum mit dem Leben davonkon
nmen werden. Die andern haben Queischungen und Brüche
erlitten.
⸗) Commern, 6. April. ( Waldbränd e.) Dieser
Toege waren zwei Waldbrände zu verzeichnen. Der eine
war unbedeutend, der andere dagegen vernichtete etwa 30
Möorgen mit rund 2000 Tannen.
() Cleve, 6. April. (MMord und Selhb stmord.)
Der Schlossergeselle Wilhelm Grotte suchte seine bisherige
Beliebte Dora Gerritzer zu erschie ßen und verwundete sie
schwer. Darouf tötete er sich selbst durch einen Schuß.
() Barmen, 6. April. BGon der Talbahnge
hötet) Das 3 Jahre alte Kind des Bahnwärters Sing
cheidt, Birkenstraße 5 wohnhaft, wurde von einem Mo
orwagen der Talbahn überfahren und sosort getötet. Den
Führer des Wagens trifft keine Schusd, da daß Fund“
telt vor den Wagen gelaufen war.
6) Gelsenkirchen, 6. April. (Selbstmordver
uch eines Knaben.) Ein 13jähriger Schulknabe
der seinen Eltern einen Geldbetrag entwendet hate ui
deshalb bestraft werden sollte, machte in der Hoffeldscher
Ziegelei im Stadtteil Uedendorf den Versuch, sich zu er
hängen. Er konnte aber rechtzeitig abgeschnitten werden
6), Gau⸗Algesheim, 6. April. (Gemeilnerueb r
fall) Der Landwirt Johann Pfeiffer von hier fuhr
abends eine kranke Frau nach Niederhilbersheim. Au
dem Rückwege wurde er von zwei Strolchen überfallen,
die ihn zu verauben versuchten. Auf das Hilferufen de—
lebersallenen eilten Leute herbei, worauf die Strolche
zas Weite suchten. Pfeifser ist durch einen Stich in dt
dals schwer verletzt.
62) Würzburg, 6. April. (Großfeue r.) Nach dem
„General⸗Anzeiger“ ist in Schwärzelbach (Bezirksamt Ham
nelburgh Großfeuer ausgebrochen. 26 Bauernanwesen
vburden eingeäschert.
() Stuttgart, 6. April. (Aufgelsö stes Korps.)
Dem „Schwäb. Merkur“ zufolge ist das württembergische
Gareninvalidenkerps, das auf vier Invaliden zusammen—
geschmolzen war, nach 102hrigem Besiehen aufgelöst
vorden. — —
*WMord. Aus Erisersucht tötete in Berlin in seiner
Wohnung ein Musikalienhandler seine 53jährige Ehefrau
durch Hammerschläge.
* Gesunken. Das Rennboot „Prinz Heinrich“ ist
während einer Uebungsfahrt zu den in Monie Carlo ge—
olanten Weitfahrten infolge eines Leds gesunken. Ver—
luste an Menschenleben sind nicht zu beklagen.
* Schreckliche Familientragödie. In Klausenburg
Ungarn) erschoß der Casee⸗Bursche Ludwig Havrillat
vährend seine Frau auf dem Martte weilte, in ange
runkenem Zustande seinen 6jaährigen Sohn und eine drei—
ährige Tochter, verwundete das kleinste Kind von einem
Jahr tödlich und beging dann Selbsumord. Eine 8jährige
Tochter konnte sich noch in Sicherbeit bringen.
*Banslonlandung. In Dieppe ist ein Ballon gelan
det, dessen Insassen der Erzherzog Ferdinand Salvator
und ein Infanteriehauptmann waren. Beide Jusassen sind
sestgehalten und erft nach ihrer Negitimafion Wwieder ire
zelassen worden.
„*Dreifacher Selbstmord. Drei Geschwister in Cha
illon im Alter von 68, 71 und 74 Jahren, deren Mo
viliar durch einen Gerichtsvollzieher beschlagnahmt wurde
begingen Selbstmord durch Einatmung von Kohlengas.
Das Motiv zu dem dreisachen Selbstmorn ist auf aroß—
Not zurückzuführen.
r Noch eine Familientragödie. Der Hutmacher und
etzige Arbeiter aus Hohengis bei Buende, der im Herbsi
orrigen Jahres zugezogen war, erschlug in der Truͤnken
heit seine Frau, verleßte eines seiner Kinder ud e—
hängte sich aIsdann

1
Vom Reichsluftschiff „Zeppelin 1.“
Friedrichshafen, 6. April. „Zeppelin 1 if
zestern Abend gegen8 Uhr gelandet und in die Reichs
Ballonhalle gebraͤcht worden. Wahrscheinlich ist der groß
Basverlust die Ursache der Unterbrechung der Dauerfahr
zewesen. Es war beabsichtigt, nach einer Gasnachfüllung
die Fahrt gestern fortzuse zen. Von besonderem Interesse
ist es diesmal, daß mit „Zeppelin 1“ zum ersten Mail
Versuche mit Rückwärtsfahren gemacht wurden. Die gest
rige Fahrt wird allgemein als der Abschluß der Uebun
Jen der Berliner Lufftschiffer betrachtet.
Friedrichshafen, 6. April. Das Abbrechen
der Dauerfahrt erfolgte nach Angabe der Führer, weil in
den oberen Schichten das Luftschiff Nordostwind von 13
Meter Stärle erbielt. was , unmöalich
machte.
Friedrichshafen, 6. April. Das Reichsluft
chiff stieg heute vormittag 9 Uhr 15. Vin. auf und führie
iber dem See mehrere Manbver aus; um 11 Uhr 13
Rin. wurde das Luftichifs wieder in die Balsonhalle ver
raAt Seitre nachniiting font a fotz:o Nitistien nr ESftern

erfolgen, an dem der Kommandeur der Ulmer Division
eilachmen wird.
Konstanz, 6. April. Das Luftschiff ist um 2 Uhr
»ei günstigem Wetter auf dem Konstanzer Exerzierplate
gelandet. Nach halbsiündigem Aufenthalt ist „3. 1“ wie.
'er aufgestiegen und manövriert über der Konstanzer
Bucht

Begeisterung für Zeppelin.
München, 6. April. Hier ist der Enthusiasmus
für den Grafen Zeppelin so groß, daß die Münche ner
olanen, auf dem Oberwiesenfeld, dem Platz, wo Zeppelin
andete, ein Denlmal zu errichten. Ebenso will man eine
iach dem Oberwiesenfeld führende Straße nach Zeppelin
dnennen.
J,enueste Nachrachzten and Celegramme
Depeschen Bureau Serold.
*Trier, 6. April. Zusch einen herabßürzenden Stein—
»lock wurde in eizem Steinbruch bei Hochraidorf ein Ar—
heiter zetötet und zwei Arbelter schwer verlitzt.
*Stu:tzart, 6. Rprꝛis. In Mühlacker ist heute Miltag
die große Ziegelei der Gebrüder Verler fast vollstandig nie—
der ebrannte. Ein 28fjähriper Vorarbeiter, der in das bren⸗
aiende Sebände eindran um seine Ersparnesse in Höhe von
100 M. zu retten, it den Flammen umgtkommen. Es
vird Braudstiftäng x nutet, da gestern 20 polnische Ar—⸗
ꝛeiter ert assen worden sind. Das Eaablissement repräsentiert
inen Wert von 3 Millionen Mark.
8 Srolhphi P., 4. April. Die Arbelierssfrau Bellin
n Lauken wollte ihr Stieskind züchtigen. Dieses lief jedoch
avon und fiel dabei in ein Wasserloch. Die Mutter eilte
em Kinde nach, um (s zu reiten. Beide sind ecttunken.
*Fredrechshafen, 7. Aficil Tas Zaftschiff J, das
zestern abend 940 Ugr zu einer Nachtfahrt aufgestitgen war,
chlug die Richtung nach Ulm en. Es wurde 4,50 Uhr in
Radelsbnrg gesehen. Um 6,15 kehrte das Lufischiff nach
Friedrechshafen zurück, wo es nach ciner Meldung 7.30 Uhr
erwartet wird.
Stuttgart, 7. April. Das Reichsluft'cheff ist gestern Ab⸗
end um 9 Uhr 40 Minuien zu einer kürzeren Nachtfahrt
aufgestiegen, die esgen im miluäctischen Charckter trägt. Das
Schiff flog sosor landeinwäris. Das Zie! wird geheim gehal⸗
ter. Der neue Aufstiez erfolagte auf Befehl des Krie,ami⸗
nistere.
*Düsseldorf, 6. April. In der nächsten Tagen findet
hier wie zuverlaͤssig verlautet, die konstitulerende Versamm—
lung zur Gründang eines Lustverkehrs-Vereins statf. Dem
Unternehmen bringen Großindustrielle u. q. die Firmen
drupp undß Hanlel, großes Interesse entgegen.
*Hamburg, 7. April. Die sozialdemokratische Dele—⸗
giertenversammlung beschloß, gegen einige wenige Stim⸗—
men, auch in diesem Jahre hier den 1 Mar durch Ar—⸗
beitsruhe zu feiern. Die Polizei hat die Veranftaltung
eines Festzuges gestattet. 5
*Paris, 7. April. Echo de Paris“ meldet aus Pe—⸗
tersburg, daß die Polilik der russischen Regierung eine
teue Richtung einschlagen werde, welche großes Au sehen
hervorrufen wird. *—
—Rbridon, , Apriu. Ver fruhere rurrijche Weinister dea
Aeußern, Tewsik Pascha, ist zum Londoner Botschafter
ernannt worden.
* London, 7. April. Der englische Staatsetat hat in
diesem Jahre mit einem Defiait von 260 Millionen Martk
abgeschlossen.
*London, 7. April. In einem Meeting der englischen
Luftflotten⸗Liga wurde suͤr einen englischen Zweimächte
Standard der Lüste Propaganda gemacht.
*Salonik, 7. April. Die Regierung wies für Bedürf⸗
nisse der Armee, zur Zahlung der Gehälter und Löhnung
gen und an Lieferanten 165 000 türkische Pfund an; da⸗
egen bleibt die Zahlung an die Zivi beamten ums die
vendarmerie im Rückstande. — Im Bezirk Kassandra ist
eine türkische Gendarmeriepatrouille von agriechischen Ban
ziten nmiedergemacht Borden

* Budapest, 6 April. Einsk asser Fall von Aberglauben
vird dem Pester Lleyd aus Saloral ja⸗Uitely geweldet: In
der Gemeinde Vagas wurde ein junger Bauernbursche irr—
innig. Sein Vater und einige Weiber des Ortes, die im
Rufe standen, Krankheiten heilen zu können, glaubten ihn
„om Teusel besessen, den mon nur durch Bearbeitung mit
zlühenden Cisen auéetreiben köane. Die Weiber bearbesteten
den Burschen mit gluüͤhenden Eisen solange, bis der Unaluckliche
 unter unsäglichen Qualen ftarb.
* Par!s, 6. April. Bei Bourtainvele ist gestern ein Bal—
lon ins Meer gesunker. Es ist der „Guy Lussac“ des Pa—
iser Aeronautenklubgs. Der Ballon ist am Sonntag bei
Zaiat Sloud mit den Adorkaten Basson und Walteau, sowie
inem Fräulein Masson, Sekretäria des Kinbs, aufgestiegen.
Die beiden Luftichiffer konnten sich ducch Schwimmen retten.
Fräulein Masson wurde durch eine Sturzwelle aus dem Bal—
onkorb gerisser. Ihte Leiche wurde einiage Stunden spväer
an den Strand gespühlt.
* Par's, 7. April. Der Matin meldet, daß am 18.
April in Rom eine Bischosvecsammlung stattfindet, welcher
eine große Bideutung beigelegt wirnd. U. o. wird die Lage
der Kirehe in Frankieich zur Sprache kommen. Man darf
auch aunehmen, daß die Erzbischöse von Paris einen Tadel
erhalten werden. wenen von ihnen mebrfach gezeigten Liheraliag⸗
mus.
* Riga, 7. April. Auf einer gewaltigen Eisscholle, die
durch das flürmische Wetter ins Treiben geriet, befind.en sich
150 Fischer mit ihren Fahrgeräter. Es wurbe sofort alles
dersucht, die Gesäh deten zu retsen. Einige sich an dem
Retturgswerk betetligende Dampfer kor ute im Ganzen nur
35 Fischer an Vord bringen. Die übrigen sind auf der
Eisscholle ins offene Meer geirieber, bis jeatzt ist ihr Schick⸗
'al ungewiß. Weitere Dampfer zur Retiung der UNnalück-IX
 G genganugen

7 2

61

F

*
            
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