Full text : Dudweiler Zeitung

—
»dweirer 6. April.
ʒ RPaeligtbaichh“. Wentn Vrübarg roben Uates ward:
in Mann sestgenommen und im Verwabrlekal unt tgebracht.
— Obdachlos meldeten sih 2 Handwertsburschen. — Wegen
Unterschlagung wurde eine Fra- aus Jägeisfreude angezeiet.
— Ir: Tenet Naiz naren gaetammi 14 e sontuimn
ßerwahrkotiel untergebracht, 5 Didachlase und 9 wegen Ver—
ibun, groben U-fugs, Bettelei nad Gewerbeverzehene. J
Herrn R, Gstieiborn. Zettung ist borat und wird
ünftig pünktlich eintreffer.
Besten Geuß Red.
8 Geflern verkundeis die Dampf-Sirene in Solzhuch den
lusbruch eines Bondes. Zuchen Salzbach ud Hüdner—
eld war eine zröbe Fläche Hude, bewachten mit allerlei Ge—
tüpp, in Becaed ßetater. Mit Spasen sus gerüstete Jtagen
rus Hühnetrfeld hatten bdas Feuer bald gelösdct.
F Unterdekia:aiion auf deim Lande. Professot Hans
Delhrück hat in einem Vortrage dehaupfet, daß auf dem Lande
inb besonders im Osten Einschützan,en zut Sicuer gang und
zäbe seien, die ncht in Eatierntesten den Tat'a hen entiprä—
her. In dem Aprilheft der „Peesß. Jahrblicht“ bringt
delbrück nunmeht nägere Darlegungen hierzu. Wir dönnen
akürlich nicht burteilen, ob ud wieweit die mitzereilten
Stichproben zutreffend siad, halten es aber sür du chaus
vpünschenawert, daß die Augaben der Oeffentlichkeit bekannt
verder. Professor Delbrück fütrt u. z. aus: „Ein Edel—
nann aus dem Düen erzäbdlt- mir, daß eine ihm nabe ver—
vandte Dame ein Gut besitze von welt über eine Milion
Wert; sie habe darauf 500 000 Part Hypoihetenschalden
ind sei veranlagt zu 60 Mark Enkommensteutr. Ern Ziegelei⸗—
zesitzer in der Provinz Biondenourg wollte beitseiner Wodl—
ahrtsanstalt eine Hypoihek aufrehmen und wies zu diesem
dehafe nach, daß er eine Jihresinnahm— von 30 000 Mk.
zabe. Er erhielt daraushin die Hppotheik uachher warde
estgestelll, daß er einen Einkommensttuer flüt 43500 Vet zahle.
rin Laundschafisbeamer aus Schlesten be ichtet mir von einem
dandwirt einen Fall von ähnlicher Drastik änd fügt hinzu,
»aß er ans seinet dortigen Ecfahrunz mindestens fünftig
fälle dieser Art mittellen könne. Eia mir perfölich als zu!
zerlässig bekannter Herr in Pommein schreibt mir, er let
uuch einmal ein Muglied der Veränlagungekommission in
einem Kreise gewesen und habe da solgendes erlebt: Ein
Zutsbesitzer deklaärirte 18 Mk. Ecttag vom Heitar und kam
nit dieser Deklaration, nachdem er seine Schulden abgezozen,
nuf fast gar keine Steuer. Man verhandelte darüber und
die Kommission setzte ihn auf den Grundsteuecteinertrag von
862,21 Mark für din Hettar. Nach einigen Tagen dekla—
ierte ein Bauer aas deuselben Dorfe auch noch zu gering.
vie mein Gewöhrsmann binzufügt 82 Mark für den Hektar;
ich denkz“, warf der Opponeat in der Komm'ission ein,
„der Boden ist dort so miserabel, daß bloß 18 refspklive 21
Mark herauskommen“; „ja“, dagzte die Majorität, „das ist
»s ja eben, dei der Ssparation haben die Bauern die fetten
Ztücke bekommen und dir Großgrungbesitzer das Unland“.
Im nächsten Jahre war der Herr, der so überflüssige Fragen
tellte, nicht mehr Miglied der Kommission. Ein andeten
derr, zugleich Landwirt und Fabrikant, trat wach einem Jahr
aus, weil ihm die Geccchtigkeil, wie sie dort geübt wurde,
mißfiel. Ein höherer Beamter aus einer audern Gegend von
Pommern schreibt mir: „Großgrun-besitzer, deren Hausstand
esellschastlichrr Rufwand, Vergnügungsreisen usw. einen
Aufwand von 20 000 Mark und mehr erferdern, werden
aum als mittlere Beamte mit 1500 bis 1800 Mask einge⸗
chätzt, ja es kommen Fälle vor, daß kaum dir Grenze des
kinlommens mit 900 Mti erreicht wird, um zur Einkaamen⸗
teuer herangezogen zu werden“. Beritglich der Bauern,
ügt der Schreiber hinzu, sie pflegen als Einkommen dasz an—
‚ugeben, was sie au Schluß des Jahres nach allem Abzuge
uuf die Sparkasse bringen. Die Behauptung findet sich in
nehreren Briefen auc verschiedenen Gegenden. Eia Muhlen—
zesitzer und Landwirt ia der Mark schreibt mir, daß es bei
en Landwiruen durchans üblich sti, das, was sie in der
Wirtschaft verbrauchten, nicht zu perfttu⸗rn, sie hietten das
wihr Recht und erwiderten, wenn man sie darqu' anrede:
Na, wenn wer das nicht einmal haben sollten!“ Ein Herr
us der Harzgegeng schreibt mir, er könne mir auf Wunsch
ie jaltenmäßigen Grundlagen dafflr liefern, daß meine Be—
jauptung bezüglich der Unterdeklaration richtig sei. Ein
Beistlicher aus der Provinz Sachsen schreibt mit daß nach
einer Ecfahrung dem Staate eshr riel Sieuern dadurch ent—
zingen, daß bei der Voreluschäzung Leute mit mehr als
3000 unter 3000 Mk. geschäßzt würden und dadurch, dem
Deklarationszwang entginzen; so sei in seinem Ocie jüngst
zine Witwe gestorben, die jährlich 250 Mark Eikommen—
deuer bezahlte und 40 000 M hiaterließ. Ganz ähnlick
— — *8
„Haben Sie die Verwandten des Kindes gefunden?
tagte sie, Ilona fest an sich drückend.
„Nein! Wahrscheinlich hatte meine Herrin keine Seele,
ie sich um sie bekümmerte,“ versetzte Aunette.
„Das ist traurigl Jedoch, wollen Sie mir das Kind
herlassen?“
Annette sprang überrascht auf.
„Wollen Sie es annehmen? Wollen Sie es erziehen
3 an Kindesstatt behalten?“
„Ja, wenn nicht Verwandte kommen, die es bean—
pruchen. — Ich siehe allein in der Welt und habe schon
ange gewünscht, ein Kind anzunehmen.“
Annette besann sich einen kurzen Augenblich, dann
rücte sie zum letzenmal die kleine Ilona an sich und
berreichte sie dann der fremden Dame.
„Der Himmel segne Sie, Signora,“ flüsterte sie, als
ie Ftemde mit dem Kinde an der Hand dem Dorfe
uschritt.
Schon nach wenigen Tagen verließ die Kleine für
mmer die einsame Gegend, wo ihre Mutter gelebt und
jestorben, und nahm nur eine dunkle, unbestimmte Erin—
serung der Vergangenheit mit sich, die aber Jahre lang
icht aus ihrem Gedächtnis shwinden wollst⸗

TLeo! — Leol Sieh doch hierhin! — Wenn ich nur
cher wüßte, ob es Leo wäre — aber ich weiß es nucht
ejtimmt; er sieht gerade wie Leo aus und dennoch —
Die junge Dame, die diese Worte bald laut, bald
eise gerufen hatte, satz auf einer Felsenbank, die ziemlich
och aus den schaumbegränzten blauen Wellen des Meeres,
nelche die Südküste Siziliens bespulten, hervorragte.
„Er trägt denselben breiten Hut, wie Leo ihn hat,“
thr sie zu sich selbst redend fort, ‚wenn er nur die Gon⸗
el umwenden wollte, damit ich sein Gelicht sehen fönnie:
yw glaube, er ist es!“ —
Ein schelmisches Lächeln umspielte plölich das Ant—
tz der jungen Dame, als sie sich weit über den Felsen
eugte, eine Hand voll kleiner, weißer Muscheln aufnahm
n sie weit hinein in die blauen Fluten der See. der
ichtung ser (GHandel 2u. wart

greint mir eit Wzt a3 En — 00
setmark wird mir zur Adwechsetung ue i
uschrift gerühm“, daß er shärfer zugreife als eaderg nd
e Jan ee Dnttte. bisbert J Anoen nke
zrenze sanden, die Subedeliatauc en —
ichet im Thürinzischen schreibt mir, ein Koleke ünne agi
eeun eie aer Tart. br ebe eer eehehere end
i dabei zu Rettachtaäugen zerangt. die jeleit ein ii Ir gad⸗
sesizer zum Kopfichünteln gebcacht bäte Da zadle z. B. „er
Faorttatouier L25 Alt., der teichst? Buern 1,75 Vik. uip.
3 2 — Nee lesct rn
us einer 6335680 Sesens sind Prosefar Deldrück J
stezitter zuzestellt warden, watet dem Becterten, sie seen
hne Verlezung des Amtegehelmrisses bahgeselle‘, uaus —J
ine üteergaus grinze Bra legung deutlich beruorgeht. So⸗
veit Proiessee Deatbrück Nan wird natuürtich ida crwatin
 können, daß Prolessot Delerück unser Anzabe van Ramen
en Denuz'anten salett ball. Wer halten es a4ber —*
uß'eit wün'cheniert, venn icse Behauptungen eaerell
»rafältig nachgeprüit wereen, damit jnder steaenrt nach setaer
raf
(e, 2. Aprail drups verrregensfich;
——— mitreleilt worden, daf
drupp von Balen und dencurotitn, die Tocher Arapus
ich scheiden laneit wetten. Airf den Aruppichen Berte:
vird darnm solgender Anstblag veressenitichn: „ZDurch ei
tige Zeitungen ist dieser Tage die Nachricht über en
ingebliche Traübung ver Lerhelnisse zwischen menner Sec:
ind mir verbreilet werden. BRus Anlaß derron e
nir mitgeteil, daß joltze Gerächte auch n die Seije:
rrupptitien Serfängentrinecn gebrungen seien. Ta un
arau heat, daß sich in unseren Bertéausebertgen en
aAschen Reinungen in dirser Richtung sestjsetken, hatiten
reine Frau id ich ce fuct notwendig, mut der Ertiar
ing engegenzuneten, daß ale Gersichte über irgend cinte
Atrungn der guien Verhältiuie zwcben uns coer ta
hticten Grundicge entbebren uund oan Anbis Z ersi
den send. Ariep von Vonset und Sreoach.““
eGisen, 5. Apriis ierschienee Zat ZTtadren
richo ich ein Tertiauer ines muastäms, weil er
ucht ver'seßt votben war.
( Damui, 5. Aprtil. ESrploston) Auf der 53
hbe Marimtzian anreen in vergangener Baeht durch chie
rplosson im esetaans zwei Arbener getetet.
ie Gelöuerjeld, 5. April. (Ium Morden Der Zilei
hhu des ermordeten Gastwiris Schlen;,, Witle ae.
/at est ein Geräandris abgeleat. Er erklärte, daß er von
inem seiner Angehörlgen aus Veschlingen beauftraet wer
den sei, von Schienz Geid in Empfang zu nehnmen ie
rxein der Nacht den Vetrag gefordert babe, sei es »uaeit
hen ihnn und seinem Sltie vater zu Handareilichseiten
zekommen, in deren Kerlaufer zu dem Gaeluütftet ⸗
riffen habe. Ruch der Bruder der rau Schlenz ißt ver—
aftet worden. Er bat mit Hoppe aqu demscleen Zimmen
eschlagsen und scheint im Eizwerstäaudnes gewesen zn sein.
(5) NRierstein, 5. April. (Grirunke'n) Heuie Nach—
nittag ist ein Radfahrer, der im eßten Augenblick vor
zer Abfscahrt auf die fliegende Brücke dabier gelongen
vollte, mit seinene Rad in den Rhein gefalsenn ünd er—
runten. Wer der Vorunglüchkte ist, köonnse baher nid
estgenent werden. Es ss anuneßmen, daß der Verun
lüctte aus der Provinz Starktenburg oher us der Un—
zegend von Frankfurt stamnit.
() SEchornshrim, 5. April. GGtne entsetztiche
Nordtate ereignete sich itt dem eine Viertelstuude von
er enugernlen Gabsheim. In einem Hause wohnt eine
rnie, 72 Jatßre alle Frau namens Fischer. Sie Haäatte
in Zinmmer an den 58 Jahre alten Schneider Mban Kra
ernttetet. Beide hatten öfter Streit mitelnender wegen
er Miete, so auch diesnal. Rachmettags 3 Uhr wollte
ine Frau zur Frau Fischer. De Wohnung war aber
erschlossen. Als dieselbe Frau auch abendßs die Türt
un jand, fragte sie den Kratz, wo die Fücher sei und er
uwortete, sie sei nach Schwabsburg zUVerwöandten. Nuf
elephonische Anfrage erbielt man zur Antwort. daß o.
zischer nicht dort sei. Als unn ein Gendarm kam und
as Haus durchsuchte, sand er im Kleiderschrend die Lei
he der Fischer hängend, in 52 Teile zersamni en. Ter
kobf und die Eingeweide fand man hafb vertohlt in
sen. Kratz hattle wohl die einzelnen Leichenuhcke ver
rennen wo len, denn er ließ sich noch einen Liter Veiro
eunt holen. Kratz lebte früher in besseren Berböeliniisen
at aber sein Vermögen durchgehracht.
Niedernhausen, 5. April. Waldbrand) Eine
tutte von etwa 15 Buben steckte in der Nähe des Forsi—
uses Hügel das dürre Waldgzras an und im N stand
in Streifen Wald von 30 bis 40 Meter Linge lichter—
oh in Flammen. Das Feuer wurde gelöscht. Der Scha—
den, der durch den Leichtsinz. der Burichen angeritet
vurde, ist ziemlich erheblich.
() Aus der Pfalzz, 5. April. (V erkohlte Lei—
hie) In Stambach wurde die 77 Jahre alte Wirwe
Maria Bietz in ihrem Zimmer am Ofen sitzend als ver
Ahlte Leiche gesunden. Sie bewohnte im Hause des
Zteinbrechers Rendgen ein Zimmer und standea tein. Wi—
es scheint, bekam sie einen Ohnmacktsaniall. pößrun si

Sie yatte ihren Zweg erreicht! Im Ru hatte dit
zondel ihren Kuͤrs gesandt; ein junger Herr richtete sich
och in dem Fahrzeug auf und blidte überrascht nach dem
zelsen hinüber. Die sunge Dame erschrak; das schallkhafte
zächeln erstarb auf ihren Lippen, schnell wandte sie sich
im, den beschwerlichen Weg über die Felsen der Land—
raße zu nehmend.
„Es ist nicht Leol O, wie töricht bin ich gewesen,“
halt sie sich.
Doch der Fremde war schneller wie sie, schnell hatte
r seine Gondel befestigt, eilte über den Felsen und hatte
mwenigen Augenbliceen die junge Dame erteicht. Er war
in stattlicher junger Mann, der jetzt mit seinen ehrlichen,
reuherzigen Augen teils belustigend, teils fragend seine
duhestörerin anschaute.
„Warfen Sie mir die Muscheln zu? Wünschen Sie
uch?“ fragte er höflich.
Das junge Mädchen wurde dunkelrot und wagte nicht,
hre Augen zu erheben; sie konnte kein Wort hervorbrin—
en, so fest schien ihr die Kehle zugeschnürt zu sein.
„Kann ich Ihnen helfen?“ fuhr er ermutigend fort.
„Ich glaubte, Sie seien Leo gewesen; seine Gondel
ieht ebenso aus, — die Aehnlichkeit hat mich getäuscht,
ind — — ich bitte um Veraeihuna.“ saate sie kaum
örbat.
Ich bin nicht Leo, obgleich ich glüdlich wäre, ehzt
ier an seiner Stelle zu sein persetzie er, „ich beiße Fadio
l8coli.“ *
Die junge Dame hatte sich gefaßt, sie sah den Sprecher
nit ihren großen blauen Augen offen an, alle Verlegen—
eit war aus dem lieblichen Antlitz verschwunden.
„Ich heiße Iiona — Ilona Lennor,“ versetzte sie ein—
ach. Ich hoffe, Sie zürnen mir nicht, daß ich Sie aus
Ihren Träumereien gestört habe.“
„Ich bin Ihnen dankbar; wußte ich doch selbst nicht
nehr, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte. Schon
eit zwei Jahren bin ich hier und zweifelte fast daran, ob
och lebende Wesen hier in dieser Gegend existierten, als
nich die kleinen Muscheln trafen und ich zu meiner nicht
aringen Treudo oino menschsihoe Stimimoe 66

in Osen jus, wobel ihre Kleider Feuer singen und dr—
Iran verbrannte.
DQureuαι 5. April. (Selbimord, Hicer hat
der Lei der Fizma vandau añochelsee Hous oursche
Neurer in dem Erholungswätbiben „Taunne“ c53
isburiche Meurer hatte der Firma Geld unterschlagen.
5 Arantiurt, 5. April. (Selsbstmor d.) Hier er—
uaß ien it nnet Sroirgrisele in cinem Sotel am
adetnen der 23 Indre aue “
quö α. Die Polizei beschlaguahtutte die Leich—
TDas Baub zur Tat ist unbe'annt.
*Nert ord. Ein grauenhafter Raubmord wurde am
Sonmitag unweit Bonwe bei Celle verübt. Die Chefrau
es Siuhmachers Böhm aus Wolthausen hatte um acht
lur nmiorgens die Wohn ing vorlassen, um einen Geschäfts—
ang unch Boue zu unternehmen. Als die Frau nicht
uradtetzrte, siellten die Einwohner von Wolthausen Nach—
zrichnngen an. Sie fanden die schrecklich zugerichtete Lei—
qve der Frau in ecinem Föhrenbestande, Kopf und Gesich
urch Messerstiche zur Uusenn neheet entellt!s Zue Bur
chaft von etlon brei Siart ene. LTerdüchtig, den Raub
misgetührt zu haben, ist ein Wrann, der in Wo thaufen
rach Arhet fragte und den Weg dann einschlug, auf dem
der Möord verübt würde.
* Moöord. Eine Mordiat sotte süut Abends die Be—
wvuhrner des Hauses Rein dendocersrraße T6 in Rerin
in große Aufregung. Dort erschlug der 31 Jahre alte
Arbliter Versiemer seinen Schlasburschen, den 24 Jasre
Aten Arbeiter Wenzel mit einem Kammer und steürte
ich selbst der Polizei. Tas Motiv der Tat ist Eifersucht.
* Familientragödie. In Magdeburg versuchte ein
nscher in der Trunkenheit seine beiden Töchter zu er—
dießen, verwundete sie aber nur schwer. Dann richtete
r die Bafse gegen sich selbst und brachte sich ebenfalls
Hweore Verletzungen bei. Mile drei wurden ins Kranken—
uus gebracht.
*Der Truck von oben. Biit dem Fall des Redas
eurs SGrich Keller Oppeln, der sich durch eine Rusiskrit
et den maßgebenden Kreilen Oppelns mißliebig genacht,
zud dessen Eutlassung durch einen von der Regierung auf
dent Verlag der „Oppelner Zeizung“ geübten Truck er—
wungen wurde, beschäftigte sich der Schlesische Journali—
en- und Schriflitellerverecin in seiner lettten abgehaltenen
itzung. Es gelangte nach eingehender Erörterung des
faltes felgende Resolution zur Annahme: „Der Schlesi—
he Jourualisten- und Schristsiellervercit spricht seine
ibbiricsung darüber aus, daß ein Rötalied der vie—
ecung in Oppeln anläßlich ciner Koönzerürtik des Re—
ateurs Erich Keller das Verlangen an den Lerlan der
Oppelner Zeitung“ gestelst hat, er möge ben Redakleur
rtlasfen und daß diesen Verlangen durch Androheing
ratersellzr RNachteile Nachdruck gegeben wurde.“ Der Fadch
de ler dürfle übrigens auch im Landtag »ir Sprache ge
ruckt werden.
DSie bnuriische Ziege seyt unserer Hausztege an
röde mertich nach, ist aber hochbeinißer und besönders
urch ihren kicinen Kopf und die gewatrige Ramsnase
nufAtlig. Ein Gehörn sehlt gewötznlich bei den Geschlech—
ern oͤder ist, wenn vorhanden, klein, dunn und sftum—
urthaft. Bock und Ziege haben einen mäßig siarken
Lart. Ein langer, an den Seiten zusammengedrückter
dals, schua.e, langgejzogene Rasenlöcher, eiwa kopftange,
dnacle und figche Schappohren, ein paar Haittlunkern
ui der ehle und kurze, gleichmäßige, glatt anliegende
Behaarung, die meist lebhaft robranner, an den Schen—
ein mehrr ins Gelbliche ziehender Färbung ist, sind an—
derweitine Merlmale dieser Rasse. Das Tier wird im
uuteren Niltal al!gemein gezüchtet. Die Zucht dieser Rasse
icht bis ins graueste Altertum zurück.
Im Zeichen des Osterfestes. Osiern naht! Das
»cweist on ein Spaziergang durch die Straßen der
Ztadte. Wohin man den Blick auch wenden mag, überall
sößt man auf das Wahrzeichen dieses Festes, das Osterei
Henan so wie Weihnachten den Christbaum und Pfingsten
den Maicenbusch im Wappen haben, führt das Ofierei
das Ei im Schilde, als ein Sinnbild der Auferstehung
ind des leimenden, erwachenden Lebens. In den Schau—
enstern der Konsitürenhändler sind Cier von der einfach⸗
nen bis zur elegantesten Ausstattung und in den verschie⸗
enstein Grösßen aus Zucker, Marzispan und Schokolade
usgestetlt. Sie werden meistens von dem sagenhaften
Osterhasen — gleichsals einem Symbol des Festes — be—
vacht. Diese „eßbaren“ Ostercier machen ja naturgemäß
die Herzen der Jugend höher schlagen; die ZJudustrie hat
iber auch sür die Erwachsenen Osiereier aus dem ver—
chiedensten Material entsiehen lassen, die als rei zende, ge—
chmacspolle Geschenke sich in den Schaufenstern der Laͤ—
den präsentieren und oft kleine Kunstwerte darstellen. Sie
hat sich hier ein großes Absabgebiet geschaffen, das sid
noch sertwähreiee eetn uch die rusvapierindu,
trie cuchloß sich vor ren Taßlen ein neuces derarti
Jes Ceblet. — Wer fannte chedem die bunten Osierkarten,
nit denen man sich benie zum Osterseste beglückwünsch.
und die jetzt wieder in großer Anuswalet zum Verkau
negelegt sind? — Beide, Diercier uUnd -arten, sind eir
deulliches Zeichen davon, daß wir uns deni Osterfeste mi
Filschritlen uähern! — Groze wie kleine Geeianisse werfer
Aen ihre Spoaaen ngraus.
Ilona lachte.
„Ich finde es hier gar nicht einsam und es gefällt
nir hier besser, wie in Palermo, wo wir oft einige
Wochen zubringen; aber was machen Sie denn hier, wenn
Ihnen diese Gegend so schlecht gefällts“
„Kennen Sie jene Steinbrüche, dort in jener Rich—
tung, etwa vier Meilen von hier? Nun diese gehören mei—
nem Vormund, dem Marquis Ludovico Castelli, der mich
her gesandt hat, um dort nach dem Rechten zu sehen. In
urzer Zeit wird er hoffentlich selbst kommen; ich habe
chon das einzige respektable Haus im Dorfe für ihn her—
ichten lassen“

Ilona lachte; es schien ihr zu wunderbar, daß der
Fremde so verächtlich von ihrem Dörfchen sprach, worin
ie ihr ganzes Leben so glücklich gelebt hatte. Die kleine
Lilla, die sie bewohnte, gehörte freilich nicht zum Dorfe,
ondern lag mit vielen anderen nahe am Strande, und
es war ihr noch nie so menschenleer und einsam vorge—
tommen.
„Versetzen Sie sich in meine Lage,“ fuhr Fabio As—
roli fort, „was würden Sie tun, wenn Sie htier allein
vären und voraussichtlich noch längere Zeit allein bleiben
nüßten.“
„Ich würde mich Leuten, die mir gefallen, anschlie⸗
zen, und ich zweifle nicht, daß sie bald die Langeweile
dertreiben würden. Zwar kenne ich selbst nicht viel Leute,
aber meine Tante und Leo werden sich freuen, Sie kennen
zu lernen.“
„Wollen Sie mich vorstellen?“ — e
„Jal“ versicherte Isona, „wir sind weit vom Hause
rtfernt, — dort kommt Leo, o, wie gut ist das!“
Fabio sah auf und erblidte in nicht weiter Entfentung
inen Jüngling, der mit seinem breit berandeten weißen
Strohhut ihm wohl ähnlich sah, nun wunderte er sich
richt mehr, daß die Verwechslung stattgefunden hatte.
„Wer ist Leo?“ fragte er.
„Mein Vetter; er ist recht groß für sein Alter, nich;
denn er ist jünger, als ich, erst fünfzehn Jahr
vsrinot unr sajng Terienaeit bai ms snnst ist ar

X
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.