Cokales und Vermischres
Dudweiler, 12. Januar.
8Ein dreister Dtebstahl wurde ausgangs voriger Woche
»ei dem Polizeisergeanten in Merchweiler verüht. Drei
Zurschen aus Bildstock sindd während de. Nacht in dessen
Ztall eingedrungen und haben aus demselben zwei Ziegen
zefstohlen. Da der Polizeisergeant den Diebstahl bald darauf
zemerkle, so nahm er d'e Spur der Diebe nach Bildstock auf,
woselbst die Diebe morgens verhaftet wurden.
s Zur Bekämpfung des Nebels hat, der Umschau zufolge,
Sir Oluver Lodge eine Erfindung gemacht, mittels der er
die Nebelwolken durch elektrische Eatladung vertreibt. Die
Zlektrizitrat wird in der Nebelatmosphäre durch eine Anzahl
jon Scheiben geleitet, die sich am oberen Ende langer
Maften befinden. Der Strom wirkt direkt auf den Nebel,
der unter der elekirischen Einwirkung durcheinandergewirbelt
vird und schließlick zur Ecrde niedersinkt. Bei einem Ex—
»eriment im Freien in Liverpool erreichte man mit einem
dieser elektrischen Masten eine Klaärung der Atmosphäre in
inem Umkreis von uüber 20 Meter Durchmesser. Fuͤr den
Lisenbahnverkehr sollen die außerordentlichen Vorteile dieser
Art Nebelbekämpfung schon jetzt erwielen sein.
8 Ein besonderer Unterricht für Militäranwärter neben
dem Kapitulantenunterricht ist von der Heeresverwaltung in
Aussicht genommen. Der bisherige Kapitulantenunterricht
zenügt nicht, um den Unterofsizieren das erforderliche Maß
yon Wissen, wie es htute verlangt wird, für die Erfüllung
hres Berufes zu vermitteln. Namentlich erhalten aber auch
ie älteren Unterofflziere vor ihrem Ausscheiden nicht die
nötige allgemeine Vorbildung für den Zivildienst. Fuͤr Ein⸗
richtung eines zweistündigen Militäranwärter-Unterrichts sollen
fünftig die Generalkommandos einen Pauschbetrag zur Ver⸗
eilung an die Truppen echalten. Der bisher in 2 Stun⸗
yen erteilte Kapitulanten-Unterricht bleibt bestehen, wird aber
zleichzertig erweitert und vertieft.
8Grobheit. Moecht Höflichkeit und Gefälligkeit einen
Renschen beliebt und angenehm, so kann ihn nichts verhaß⸗
er und verabscheuter machen als Grobheit. Mit einem Gro⸗
zian hat niemand gern etwas zu tun. Wer läßt wohl auch
ohe Worte und Beleidigungen, die bei dem Groben eine
vohlfeile Ware bedeuten, so leicht über sich ergehen? Der
Zrobian kennt weder Artigkeit noch gute Sitte, und so stößl
ind schlägt er nach allen Seiten aus, obzwar er sich dadurch
uch oft genug selber schadet, Angeborene Hartherzigkeit
nacb: ihn uneufindlich gegen die Beleidigungen, mit denen
r um sich wirst, und häufig wird er sich derselben auch
irst bewußt, wenn ihm die Bewahrheitung des alten Sprich—
vorts: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil
ntgegengeteeten wird. Manchmal ist rauhes Wesen aber
zuch Stolz und Ueberhebung die Quelle, welcher die Grob—⸗
sjeit entspringt, öfter sich dann hinter der Maske der Grad⸗
Jeit und Derbheit, die jedermann die Wahrheit ungeschminkl
ins Gesicht sagen will. Man kann sich gegen einen sfolchen
anangenehmen Gesellen 'aum anders schützen, als daß man
hm ausweicht. Denn ihn mit gleicher Münze heimzuzahlen
zetmag der nicht, in dessen Brust ein edleres Empfinden
ebt. So sieht sich ein Grobian denn bald von allen ge«
nieden und völlig verlessen.
8Saarbrücken, 12. Jan. Herr Bergwerktsdirektor
Biani, Friedrichsthal, ist zum Bergrat ernannt worden.
*Saarbrücken, 10. Jan. In der am 11. Januar be—
zinnenden 1. Schwurgerichtsperiode kommen bis 80. Januar
olgende Fälle zur Verhandlung: Moutag, den 11. Jan:
Johann Kocher, Hüttenatbeiter und Wilhelm Kummer, Stra—
zenbahnschaffner, beide zu Malstatt-⸗Burbach, Straßenraub.
— Dienstag, den 12. Jan: Ludwig Gehrhard, Bergmann
u Dudweilen, versuchter Raubmord. Karl Weller, Schlosser
St. Johann, Urkundenfälschung. — Mittwoch, den 13. Jan:
Johann von der Lahr, Knecht, und Peler Klein, Bierverleger
eide aus Dillingen, Straßenraub. — Donnerstag. den 14
Jan: Alfred Muͤller, Metzgergeselle zu Rastpfubdl, Körperver—
etzung mit Todesfolge. — Freitag, den 15. Jan: 1) Maria
franz, Landsweiler, und 2) Ehefrau Jakob Schirra, beide zu
Lalmesweiler, Brandstiftung. — Samstg, den 16. Jan
Bernhard König, Schmiedegeselle zu St. Johann, Meheid.
T. Montag, den 18 Jan? Philipp Octth, Tagelöhner und
Philpp Pinkle, Monteur, beide zu Saarbricken. Mordversuch
— Die stag, 19. Jan: Friedrich Schreiner, Schuhmacher zu
Hosterhof, Meineid. — Mittwoch, den 20. Jan. Maith
dauer, Bergmann in Buchenschachen, Notzucht. (Sbr. Ztg)
8Brefeld, 10. Jan. Am Freitag Ubend haben
Diebe dem Steigerbureau der Grube Brefeld einen Besuch
ibazestattei. Die Abwesenheit der Mit agsieiger, sowie der
Wohnungsumzug mehrerer Beamten machten sich die Lang⸗
inger zunutze und stahlen eine faft neue Litewka und einen
chweren Ueberzieher. Auch hier kann man mit Bestimmt heit
innehmeu, daß die Diede, die leider unerlannt ent wichen,
ortstkundig gewesen sind. Oder sollten vielleicht die unsaube⸗
ren Gesellen mit den Raubern von Spiesen und Dechen iden⸗
isch sein, die eintn Raubzug anf Gegenstände des neu zu⸗
Jezogenen Fahrsteigers, det von Heinig hierher versetzt und
im Freitag Nachmittag mit dem Möbelwagen bier anlangte
zeplant hatten?
— 8Spiesen, 10. Jan. Als sich geftern morgen die
debamme Burgardt vor hier aus dem Hause begeben wollte,
zuitt fie auf der Treppe infolge der Glätte so unglücklich
qus, daß sie zu Boden stürzte und bewußilos liegen blieb.
Pachbarsleute trugen die Bedauernswerte in ihre Wohnung
Der sofort herbeigeholte Arzi siellte drei Rippenbrüche fesi.
An dem Aufkommen der Frau wird gezweifelt, da die Rip—
den zum Teil in die Lunge eingedrungen sind.
8 Efsen, 11. Jan Nus der Strecke Essen⸗Altenessen
unzte sich ein 32 Jahre alter Arbeiter vor einen heranbrau⸗
senden Zug und wurde getstet. In der Tasche des Getöteten
wurde ein Brief gefunden, worin ihm seine Frau schrieb, daß
r nicht wieder zu kommen brauche, da er zu wenig ver⸗
iene. Unter diese Zeilen hatte dee Mann als Antwort
jeschrieben: „So, jest kannst Du Dir einen andern nehmen.
Der mehr verdient.“
6) Borbeck, 11. gJan.
gn man init rohend erete
Zwer Personen vurn in dem Augenblick verhaiet r
* — als
ie einen Bogen mit gefohlenen Saen Sicherhe
ningen wollten. Wettere Verhaftungen ieheh mperven
) Oberhausen, 11. Jan. Tödlichen us 7
Auf der Stöckmannstrahe wurde ein Bergmann v 38
en Dichhennnen übertahren mid esoe vn der
1) Waiuz, 11. Jan (3u'w J
mashatt auf Veranlassung dor Staarsae wanschat
need die Einzelhetten seiner —* 83 —8
nr lichteit niedergeschrieben. In des zen —
de der Verhafiete d en eeen Sahen
päter noch einmal nach Heidelbera zur eß bacnen
*) Bießen, 11. Jan. (Fum Mord.) In der Un—
»rsuchung gegen den Schuhmacher Reiff wegen des im
ießener Stadtwald verübten Lustmordes hatte Reij
isher auf alle Fragen bereitwillig geantwortet, verwei—
ert aber neuerdings dem Unilersuchungsrichter gegenüber
ede wettere Auskunft. Er soll den Versuch gemacht ha—
ien, den wilden Mann zu spielen. Als weitere schwere
zelastung Reifs ist, soweit das Gießener Verbrechen in
zrage kommt, festgestellt, daß an den Reifschen Kleidern
zartilelchen von verdorrten Fichtennadeln gefunden wur—
»en, wie solche am Tatorte massenhaft am Boden liegen
ind wie sie auch an den Kleidungsstücken der Leiche des
einen Abel sich zeigten. Mit dem inzwischen hergeitell—
en Bild des Reif hat man bisher in verschiedenen Schu—
en Ermittelungen angestellt; besonders hofft man damit
e Angaben Reifs, daß er mit einem Knaben, der ein
zähnchen getragen habe, bis zur Licherstraße gegangen
ei, auf ihre Wahrbeit hin prüfen zu können.
* Dyynamiie⸗Explosfsion. In der Betriebstanzlet des
m Abtaänen begrissenen, der Steinkohlen Gewertschast
‚Marie Anne“ gehörigen Oderschachtes in Oderfurt erplo—
dierten 5 Pfund gefrorenes Thnamit, das aufgetaut wer—
c sollte, um für Sprengungen verwendet zu werden.
Das Haus wurde gänzlich zerstört und ein Nachtwächter
zetötet. Cin Häuer und ein Greubenarbeiter erlitten
Berebungen.
*Ueherfahren. Montag morgen 9 Uhr wurde der
Bahnhoisarberter Wilhelm Werner aus Rotenberg (Ful⸗
da; beim Ueberschreiten der Geleise vom Frankfurt⸗Ber—
liner D-Zug Nr. 41 überfahren und auf der Sielle ge—
õotet.
*Erdrutsch. Aus Genuag wird berichtet: Auf dem
Bege von Zelle nach Albissola wurden infolge eines
ẽrdrutsches zehn Zigeuner verschüttet, von denen sechs ge—
öet wurden, während die übrigen Verletzungen erlitten.
* Verhinderter Selbstword. Am Sonntag Abend
rsuchte der Bankier L., der Mitinhaber eines seit 1848
uftchenden Baufgeschäftes Unter den Linden in Berlin,
n seiner Wohnung in der Aisenstraße sich das Leben zu
iehmen, indem er sich die Pulsadern an beiden Händen
ind an den Schläsen aufschnitt. Zufällig hinzugekommene
ingehörige verhiuderten das Verbluten des 48 Jahre
lten Herrn und riefen einen Arzt herbei, der ihn nach
Inlegung eines Notverbandes in die Edelsche Heilanstalt
n Charlottenburg bringen ließ. Der Grund zu der Tat
si unbekannt.
*Sportunfälle. Bei Ausübung von Sport trugen in
ctuttgart am Sonntag sechs Personen Arm- und Bein—
rüche davon.
* Rätselhaftes Verschwinden. Die Polizeibehörde
sellt augenblicklich eifrige Nachforschunden nach dem Ver—
deib des 90 Jahre alten Generalleumnants a. D. Graf
ziegmar zu Dohna an, der Sonntag Abend seine Ber—
iner Wohnung verlassen hat und seitdem nicht wieder
erngelehrt ist.
sVier Hiurichtuugen. Die vier Mörder in Bethune
onrden Montag früh hingerichtet. Präsident Fallieres
jat sechs weitere Mörder zu lebenslänglicher Zwangsar—
xit begnadigt.
* Schwere Schueeverwehuugen werden aus ganz
Littel⸗FItalien gemeldet. Die telegraphischen und lele—
honischen Verbindungen zwischen Mailand und Rom
ind unterbrochen.
is Eingestürzte Kirche. In Nax im Kanton Wallis
mrzte die Kirche ein. Eine große Anzahl Perjonen scheinl
tuter den Trümmern zu liegen. Genaue Angaben über
as Unglück waren noch nicht zu erhalten, da der Ort,
a etwa 500 Einwohner zählt, durch starke Schneever
vehnngen vom Verkehr so gut wie abgeschnitten iß. Es
vird angenommen, daß der Einsturz der Kirche auf die
zatken Schwingungen der Kirchenglocken zurückzuführen is.
*Schneetreiben. Aus verschiedenen Teilen Frant
ichs laufen Berichte ein über starke Schneefaälle. Die
risenbahnzüge treffen mit großen Verspätungen ein
*Ein neuer Erdstoß ist nach einer Meldung aus
aiffabon in Azaruja bei Evera verspürt worden. Du
sauwohner verließen schleunigst ihre Wohmimgen.
*Entführung. Die Budapester Polizei —XE
iner myfteriösen Angelegenheit. In ein Hotel in der
deregejerstraße kam am Sonniag eine elegante junge
deutsche namens Wilhelmine v. Wedel E—
das spüter erschienen in dem Hotel drei angebliche Po—
izeibeamte, bezahlten die Rechnung der Dame und nahb
nen die Dame gewaltsam mit fort. Nach Ansicht der Be—
zörde handelt es sich um eine Entführung, da bereits er—
wviesen ist, daß die drei Maͤnner beine Miizeibeamie ge⸗
vesen waren.
* 25 000 Rubel verschwanden. In Nowo Alkola⸗
ewst wurde beim Oeffnen der aus Tomsk eingetroffenen
vost feftgestellt, daß zwei Geldpakete mit 2880 000 Rubei
Inhalt verschwunden waren.
*Schweres Grubenunglück. Ju dem Steinkohlen⸗
ergwerl Ziegler in Illinois wurden durch schlagende
Better 25 Bergleute getötet, viele schwer verlezt. Die
zrube wurde zum Teil zernört. der Betrieb ift vorlämig
engestellt.
* Sechs Todesurieile. Aus New-York wird berich
et: Sechs Regulatoren in Tennessee sind zum Tode
wei andere zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt worden
Sie hatten Vertreter von Kapitaliften gelyncht, weil diese
noße Landstriche sür einen Wildvyark ankaufen wollten,
vas die Farmer der in Anspruch acenommenen Gegend
erandern wollten.
Der Kampf gegen den Fez. Ver türtische Boy
ett gegen Oesterreich Ungarn hat auch einen Kampf ge
jen die i gebreyete tuürkische Kopfbedeckung, den Fez
seraufbeschworen. Das Ursprungsland des türkischen Fe
s velanntlich OVesterreich; solglich muß quch er — das
vere Wahrzeichen des Orientalen — bohkottiert werd
estärtt wird die Strömung, die sich gegen den —
eltend macht, durch das vielfach gehörte Argument, da—
ragen des Fez müsse schon deshalb verboten werden
deil er an die traurigen abfolutistischen Zeiten des türki
ven Volkes erinnere. An Stelle des Fez wird dement
»cechend jeit einiger Zeit eine fezähnlich konstruierte Fell—
arve, der Kalpal getragen, deffen oberes Plateau ein
leiner spiziger Bausch oder Wulst trönt. Eine lächer⸗
iche, grobgexhmadlose, echt levantinisi sche Kreation⸗
2evantiner, Griechen, Armenier und sonstige Nicht-⸗Mos.
in sind es denn auch zumeift, die in dem Straßen mir
cec neuen „patriotischen“ Kopfzier herumstolzieren. Ich
be gesunden, daß der Fez bei den meisten Gesichtern
Arschönernd wirlt; das leuchtende Rot, die eigenartige
Jerm, die bei jeder Bewegung hin— und herpendelnde
Au aste verleihen selost den weniger ausdrucksvollen Ge—
Axern eine gewisse Belebtheit. —* steise, dunkle, im—
J ordinür alssehzende Kaipak dagegen drückt auch dem
mzichendsten, feinsten Gesicht etwas ausgeprägt Vulgä—
te auf. So eine abstobende Vevrantiner⸗Phystognomie
n* diczer Hausmeistermutze auf dem hohlen Schädel kann
ierrese Meischen geradezu zu Tälichteiten reizen. Daß
Kalpat so rasch Berbreitung gesunden hat, ist der
n sigen Agisation einer Anzahl von Komtteemitgliedern
reiben die zufällia greickeing HNaspatfabrifanten
Neuste Nachrichten und Telegramme.
Depeschen Bureau Herold.
*Wiesbaden, 11. Jane Aus Furcht vor Strafe wegen
katwendung eines gerinofitgtgen Geldbetrages wollten sich
am Samstag abend2 18jährige Schnulknaben erhängen.
Während der ine seine Absicht aussührte, lief der andere
aus Angst davon. Die Leiche des jugendlichen Selb imsrders
wurde gestern morgen im Walbe an einem Baum hängend
aufgefunden.
* Lauchhammer Schlesien, I1I. Jan. Im benachbarten
NRaundorf wurden gestern früh drei Arbeiter in ihren Betten
erstickt aufgefunden. Sie haiten am Abend zuvor Feuer im
Rien angezündet und Briketts unter dem Oseu cuigestapelt
Diele gerieten in Brand und entw'ckelten giftige Gase.
* München, 12. Jan. In dem Ocie Beneheim hat der
dem Trunke ergebene Großbauer seine iu gesegneten Ümstän—⸗
den befindliche Frau auf den Heuboden gelockt und dort er—
RNosßelt. Der 7jährige Sohn Dommeils hatte zufällig die
Tat beobachtet und dann den Gattenmörder verraten.
* Zürich, 12. Jan. Von den Verwundeten, die bei dem
Zewölbeeinsturz in der Narxer Kirche schwere Verlitzungen er—
itten haben, sind bis gestern Abend noch 6 gestorven. Di—⸗
Zahl der Toten wird jetzt offiziell auf 31 angegeben
Berlin, 12. Januar. Die „Rordd. Allg. Ztg.“ schreibꝛ
affizios in Sperrdruck: In seiner ersten Veroffent ichung
iber die Besprechung des Kaisers mit den kommandie
enden Generälen, hatte das „Berl. Tagebl.“ berichtet:
Amt Schlusse dieses militärtechnischen Vortrages spielte
der Kaiser, wie wir hören, mit einigen Worten auf die
LBorgänge an, die sich im Auschluß an die Veröffentlich
ing des „Daily Telegraphs“-Inrerviews ereigneten. Un—
er Hinweis auf die im „Reichsanzeiger“ und von uns
eröffentlichte Erllärung, sind wir ermächtigt, festzustellen,
aß der Kaiser in der Besprechung mit den Generälen
die Vorgänge nach dem Erscheinen des „Dailp⸗Telegraph
Artikel mit keinen Wort berührt hat.
*Berliu, 12. Januar. Wie aus guter Quelle ver—
autet, wurde dem Staatssekretär Sy do w aus den
dreisen der Regierung heraus geraten, die Fahrkarten—
teuer nicht ohne Schwertsftreich fallen zu lassen, sie viel—
nehr anläßlich der in dieser Woche beginnenden Reichs—
agsdebatte über die Finanzresorm dazu zu benutzen, um
zewisse andere neue Steuern leichter durchzusetzen, d. 6.
die Fahrkartensteuer nur dann preiszugeben, wenn die
Annahme mindestens einer anderen, bisher von der Mehr—
zeit des Parlaments abgelehnten Steuern garantiert wird.
Daß diese andere Steuer, die gegen die Fahrkartensteuer
ausgetau'scht werden könnte, die Elektrizitätssteuer sei. soll
damit nicht gesagt sein.
*Berlin, 12. Januar. Im großen Saale des Lan—
zenbeck-Hauses trat der deutsche Handelstag in
Anwesenheit von etwa 400 Vertretern des deutschen Han⸗
dels zusammen, um zur Reichssfinanzreform Siellung 3u
iehmen. Von den gegenwärtig zur Erschließung neuer
x*innahmequellen gemachten Vorschlägen der verbündeten
stegierungen finden diejenigen, die eine Besteuerung des
Besitzes bezwecken, im wesentlichen die Billigung des Han—
dels tages. In den Vorstand wurde der erste Vizepräsi⸗
dent des Reichstages, Stadtältester Kaemoif und Gehei—
uer Kommerzieunrat Vogel gewählt.
*Paris, 12. Januar. Zu der Hinrichtung von vier
Ditgliedern der Riäuberbande Pollet in Bethune wird
aoch gemeldet: Mehrere tausend Menschen klatschten Bei—
sall zu dem Schauspiel, das ihnen auf dem Platz vor
dem Gefängnis geboten wurde. In Paris schreien die
Camelots die Botschaft von dieser Massenexekutlion in Ex⸗
erablättern aus, die lebhaften Absatz funden. — Verschiedene
Blätter, insbesondere die „Humanitee“ greifen Ele—
menceau und Briand wegen Willensschwäche an, weil sie
RNundsätzliche Gegner der Todesstrafe seien und es tro tz⸗
bem nicht gewagt hätten, in der Kammer diesen ihren
Erandpunkt zu verteidigen.
*Vetersburg, 12. Januar. Die Zeitung „Ruß“ leit—
autilelt über die Neusjahrsvorlesung des deutschen Kai—
xrs und sagt: Schlieffens Artikel habe troß aller Demen—
üs das katierliche Visum und dadurch seine Bedeutunger
daten. Schlieffen, der ein diplomatischer und politischer
Analphabet set, benehme sich wie ein Eletsant im Porzel
unladen. Ueber den Grafen vabe Rußland nur mitleid
plles Lächeln.
*London, 12. Jannar. „Daily News“ veröffentlicht
olgende rätselhafte Meldung: Der König reift am 1. Fe—
bruar nach Berlin, bleibt mit der Königin vier Tage dor
ind wird am 10. Februar in London zurückerwarlet.
*Rom, 12. Im Hafen von Reggto wurde gestern durch
mehrere Kriegsschiffe Material zum Bau von Baracken aus
geleden. Es wurde sofort mit dem Bau von Hütien aegon
nen.
*stonstantinopel, 12. Jan. Man erwartet heute das
endgituige Resultat zwischen der Turkel und Desterreich. Man
nimmt an, daß Oestjrreich 3 Millionen türkische Pfund für
die Annettion der Herzegowing zahlen wird
Die gefährlichsfte Zeit des Saͤuglingsalters in
die Periode der Zahnung und Entwöhnung, weil in diesem
Alter die Durchfälle am häufigsten auftreten. Die befle Ab.
weh; bietet eine rationelle Ernaährnng mit „Kufeke“, Kinder—
nehl und Mich, wodmech die Verdauung gefördert und ge—
egelt mieß
otenographenflub
„StolzeðSchrey
Bittwoch abend punkt 9 Uh
Uebungsstunde und
Vortbildangsstunde
im Vereinslokale Riedschy.
Um zahlreiche Beteiliqung wird
gebeten.
inzig:
Der Vorstand.
v
Fausverstrigerung.
Am Dienstag den 19. Januar 1909 nachmittags un
bUhr in der Wirtschaft von Fritz Reiter zu Dudweiler
lassen die Erben der Eheleute Rikolaus Klein 10 2
Dudweiler, ihr
289
*38 58
groß 9.85 ꝗqꝗm auf Eigentu⸗
Wilhelmstr. 2 zu
versteigern, durch
2 εν“α Eglinger, Notar
—F * 36 —8. 33
Gedenket der buugernden Poacl.