Full text : Dudweiler Zeitung

Cokales und LVermischtes
Dudweiler, 5. April.
s Die Kohlen haben auf sämtlichen Gruben des Saar—
reviers eine Preigermäßigung erfahren. So kosten auf Grube
Dudweiler die Förderkohlen im Landabsatz 12 Mark po
Tonne lirüher 1350 Marks.
8 Von der Hütte bis Herrensohr wurde von einem armen
Manne ein Portemonnaie am Samftag morgen verloren.
Der Inhalt war 40 bis 45 Ma, die zur Bezahlung von
Waren dienen sollten. Der ehliche Finder wirs um gefl.
Rückgobe gebeten. Auskunft in der Erpednion.
8 Seit einiger Zeit ve kehren auf mehreren Sireccken der
preußisch⸗hessischen Staatsbahnen neue Wagen vierter Klass,
deren Ausstaltunz einen großen Foitschrint gegenüber den
Ausssaltungen det alten Wagen bedeutet. So wurde der
Fußbeden dieser neuen Wagen mit einem Linoleumteppich
belegt, der die Reinigung des Fußbodens viel leichtet und
grürdli her gestaltet. Auch die Bel⸗uchtung wurde verbissert
und vermehrt, da Hängegaslicht anaswandt ift. das wesent
lich heller brennt.
8 Aus Anlaß des Osterfestss werden auf der Rhein—
Nahebahn verschiedene Sonderzüge nach beiden Richtungei—
zefahren werden und zwar am Donneretag den 8, Samslaz
den 10., Ostersonntag den- L1., Ostermeniag den 12. und
Dienstag den 13. April. Das Nähere ist aus den an den
Fahrkartenschaltern ausgehängten Fahrplänen zu ersehen.
8 Altersschweche Weine. Man scheeibt aus Newyvork:
Bei manchen Menschen hat sich die Idee festgesetzt, je älter
der Wein sei, deßo besser sei er auch. Um die Berechtgung
diefer Ansicht zu prüfen, wurde dieser Tage von einem hic—
sigen großen Klub ein besonderer Ausschuß einzesetzt, dessen
Resultate negativ ausgefallen sind. Zehn Herren gewannen
is Uber sich, ihren Weinkellern kostbaet gehegte Schätze zu
emntnehmen, um das Komitee in seinem Focichungsdrang 314
untersützen Sie brachten fünfzehn verstaubt⸗ und reichlich
mir Spinngeweben überzogene Flaschen des edelssen Trauben.
olules mit in die Sitzung. Natürlich vertrauten die Herren
das kostbhare Naß kinem Bedienten an, sondern kamen selbsi
in ihren Equipegen, die ganz langsam fahren wußter, damiit
die Flaschen so weuig wie möglich gerüttelt und geschüttelt
puürder. Ein Läche!n fröhlicher Erwartung war auf den
Gesichtern der Ausschuß-Herten zu bemerker, ars sie der
Batterie ansichtig wurden: da war Sherty vom Jahr 1800,
Madeira von 1830, Champagner von 1868 uad eine Reihe
anderer guter Tropfen von ähnlichem Alter. Aber ach —
die Hoffaungen des Komitees wurden arg enttäuscht, dern
nur vier ven den 15 Weinen bestanden die Probe. Dies
waren MadeiraSheiry- und wiiße Weine. Der Sekt von
anno dazumal hatte sein „Leben“ verloren, der Burgun er
hatte keine Blume mehr, und auch andere seit Jahrzehnten
»thüteie Schätze bessiedigten nicht die Zunge der Kenner.
8 Reue Bestimmunge über Schuͤcßsächet. Ueber die
Schließfächer ist vom Reichepostamt eine reue erzänjende
Anweisung an die Postämter eraangen. Die Schleeßsächer
gewöhr licher Größe baben Abnessungen von 14 Zentimeier
Höhe, 11 Zentimeter Bieile und 36 een Tiefe. Die Schließ
acher mit größerer Abmessung sind 14 Zentimeter hoch,
Zer timeter breit und 36 Zenlimeter tief. Wanscht der Ab
holer ein Fach von noch giößeren Abmessungen zu benutzen
so kann solchen Antiägen ausnahmsweise entsprochen werden
Es werden daun mehrere nebei⸗ oder ubereinanderliegende
normale Fächer zu einem Fache mit einem Gesamtverschluf
pereinigt. Voraussetzuug ist dabei, daß die Herrichtunz bei
der üblichen Bauart der Schtänke ausführbar ist und die
Größe des verlangten Faches ein ganzes Visl'aches der ge—
röhnllichen Schließfächer beträgt. Dec Ansragstiller mut sich
verpflichten, die Koften zu tragen, der aus der Herrichtung
dis Schließfaches besonderer Größe etwa entstehen. Ueber den
Umfang von vier Fächern größerer Abmessung h'nzus werden
Abholunzssaͤcher nicht hergestell. Die Gebühr für di—
Ueberlassaug von Schließfächern besonderer Gröhße wird nach
ꝛen Einheltssäzen von 12 und 18 Mark, sowie aach dei
Zahl der durch das besondere Fach beanspruchten normaler
Facher berechnet. Demgemäß ist für ein befonderes Fach
das den Raum eines gewöhnlichen und eines Faches von
gößerer Abmessung einnimmt, cire jährliche —AR
12 und 18 ist 30 M., für ein Fach in der Ausdehnung
pon zwei geößeren Normalfäch in eine Gebübrt von 2 ma'
18 ist 36 Mark zu zahlen.
8 Vowm 1. April 1908 an sind die Militäranwärter
Michael Jost und Wilhelm Schlitter zu Schchimeistern der
Bergwerke Konprinz bezw. Friedrichsidal ernannt worden
Ferner sind der Bergwerksdirektionst. sse zur Dienstleistung
berwiesen worden der Oberschichtmeister Sieler und de
Schichtmeistet Karl Mayer von der Bergfaltore: in St,
Johann, der Schichtmeister Kipper vom Hafenamt Malfiat
und der Schichtmeister Johani Klein vom Beigawerk Gerhard
Dem Oberschichtmeifter Geduhn vom Hasenamt Malstatt sind
die Geschäfte eines Sekreiäis und Malerlaienverwalers bei
der Verwaltung der Kraft⸗ und Wasserwak⸗ in Sampeücken
übertraren worden.
ð Von deu Saargruben. Die Schicht an Karsamstag
wird sicherem Vernehmen nach auf den Gluben, die zum
zroben Teil auswärlige Bergleute beschäftigen, durch kine
pãtere Nebenschicht herausgemacht, um diesen Leuten die
kisenbahnfahrt von und nag derGrube fur diese eine Schicht
die zwischen zwei freien Tagen liegt, zu erspaten. Wird aber
die in Aussicht gefiellte Feierschicht eingelegt, so wird die
Schicht am Karsamstag als Felerschicht eingelegt.
8Oermestkeil, 1. Apri. Bei den letzten Holzver⸗
deigerungen der Gemeinde wie auch der königlichen Wald—
ungen erzielte das Brennholz hohe Preise. Es wurden für
ꝛie 4 Rw. Scheitho'z 30 — 36 Mi. geboten Auch das Nuß,
holz fand flotten Äbsatz
FMunchen, A Apiil. Nachtiäglich wird bekannt,
daß als die militaͤrische Absperrung des Oberwiesenfeldes durch⸗
orochen wurde, auch der Prinzregent in Gefaht war, veh
den sinnlos anströmenden ungeheuren Volkemassen übertannt
su werden. Mühsam gelang es der militatischen Begleitarg,
den Pegenten an die Gondel des Lufischiffe

e) Köln, 3. April. Damm rutsch.) Heute vormit
lag kam uͤnweit Weuttanen in Dr Rähe von Solingen
in Bergabhang ins Rutschen. Die fallenden Massen zer—
trümmerten die Oberleitung und verschüttelten den Vahn—
damni der Barmer Bergbahn, so daß der Betrieb von
Mümgsten nahh Solingen ruhen mußie.
) Neuß, 2. April. (Pilger sahrer.) Nach ei—
em hier vom Generalsekrelär des Deutschen Vereins vom
Lande, L. Richen, e ngerausenen Teiegramm aus Jas.
a, sind sämtliche Jerusalenpilger nach sehr schöner Ueber
abrt wohlbehalten daselost augelangi.
) Eltville, 3. Aprii. BGinzertra ch.) Als ein
ues nuglück im Eltviller Wenzerlrach wird bekannt, daß
ie neugewahlten Geschaftsführer der Verlaufs-Gesellschant,
n ereren Rückert-Nünechnein, Uund Rrücknoanun 5

»or dem Amitsgericht zu Eltville trotz aller Waruungen
en Konkurs der Verkaufsgesellschaft angemeldet haben
danzleirat Nowack von der lanñdwirtschasilichen Genossen
hastebant hier ist zum Konkursverwalter bestellt.
(S Dortmund, 3. April. (Gerurteilter Re——
Rakteur.) Die Straftammer hat den Redakteur der
ozia demokratischen Arbeiterzeitung wegen Beleidigung
der Ossiziere und Unieroffiziere des deutschen Heeres durch
inen Schinderknechte überschriebenen Artikel zu einem
VPonat Gefangnis verurteilt.
( Münster, 2. April. (Fur Reichstags -Er—
abwahl.) Das Waͤhllreiskomitee der Zentrumspartei
für Lüdinghausen-Beckum-Warendorf siellte im der Sittzzung
iur die Reichstagsersatzwahl den Herzog Engelbert von
Areuberg als Kandidaten auf.
(5) Bochum, 3. April. Gerurteilte Duellan—
eu.) Wegen Zweikampfes mit rödlichen Wafsfen hatte
ich der Iugenieur Wilh. Borbet vom Essen, wegen Kar—
ellnagens der Stud. ing. Friedrich Treien und Ingenieut
rarl Schmitz, beide von Tortmund, vor der Strafkammer
zu vrrantworten. Die Strastammer verurteilte Borbet zu
drei Rionaten ein Tag Festung, DTreier und Schmitz we—
gen Kartelltragens zu je einem Tag Festung.
(5) Paderborn, 3. April. Brandisti ftung?) Auf
em Bocholtzschen Gute Niesen bei Peckelsheim ist en
zchafstall mit über 600 Schafen verbraunt. Vermutlich
iegt Brandstiftung vor.
() Mannheim, 3. April. GGeländete Lei ch e.)
Zeit 1. März wurden in Ludwigshafen zwei blut
unge Leute, der 1768ährige Former Joses Heueck und die
16 Jahre alte Anna Eck, vermißt. Die Annahme, daß
ie beiden sich cin Leid angetan, hat sich bestätigt. Man
zog die Leiche des jungen Mannes aus dem Rhein und
in dem bei der Leiche gefundenen Notizbuch stand die
Mitteilung, daß Heueck mit dem Mädchen den Tod ge—
ucht hat.
() Ludwigshafen, 2. April. (Wichti ger Stadt—
aAtesbeschluß.) Mit 14 gegen 13 Stimmen bve—
chloß der Stadtrat vorbehaltlich der Genehmigung der
Bürgerschaft die Ein ührung der rechtsrheinischen Magi
trats⸗Verfassung.
*Der falsche Frauenarzt. Der 40jährige Zahntech⸗
niker Martin Pohl aus Tombrowo in Posen wurde in
wWien verhaftet, weil er sich fälschlicherweise als Frauen⸗
arzt ausgegeben hatte und vom Gesetz verbotene aͤrztliche
dandlungen vollführte.
*Lawinensturz. Das bekannte Touristenhotel Aljaz—
daus in Tirol wurde durch eine vom Gipfel der Ram
ica niedergegangene Lawiue vollständig zerstört. Men—
henverluste find nicht zu bellagen.
* Maifeier. Der Syndilkats Verband des Seine-De—
»artements hat einen Aufruf an alle Arbeiter, Arbeiterin—
ien und Angestellte erlassen, am 1. Mai einen 24stündi⸗
nen Generalftreik ins Werk zu setzen, da die Teilausstände
ich als zwecklos erwiefen hätten —*
Gerichtszeitung. ———
Ter Simplizissimus-Prozeß.
Vor der Ecsten Strafkammer des königlichen Land—
erichts Stuttgart sand unter dem Vorsitß des Landge—
ichtsdireltors von Fischer der Prozeß gegen den verant
vortlichen Redalteur des „Simplizissimus“, Gulbranson,
vegen Beleidigung der großherzoglichen badischen Staats
egierung statt. Die Antlage vertritt Staatsanwalt VNe—
inn, Verteidiger ist Rechtsanwalt Konrad Hauͤß—
nann. Es sind zwei Zeugen geladen, ein Herr Siewi
und der Regierungsrat Janzer von der Generaldirektion
der badischen Staatseisenbahnen in Karlsruhe. Die An—
hage stützt sich auf die Paragraphen 185, 186, 73, 200,
erbunden mit Paragraphen 196 des Str.“G.B. und 8*
O des Preßgesetzes. Die Beleidtgung des großherzogli
hen Staatsmtnisteriums wird erblickt in einem Bild, das
nir begleitendem Text in Nr. 24 des Jahrgangs 1908
me„Simplizissimus“ erschienen ist. Das Bild ist über
chrieben „Aus dem Musierlande Baden“. Der Ange—⸗
legte Gulbranson ertlärt, er übernehme die Ver—
intworiung für Bild und Artikel. Die Sache sei von zu
zerlnisiger Quelle mitgeteilt worden

* ααα2
Verkehrsnachrichten.
(3:) Neue Telephonverbindungen mit Deutschland.
Im Anschluß an die Meldung von der Anlage einer neuen
de egraphenlintie zwischen Rotterdam und Franksurt teilt
das „Alg. Handelsblad“ mit, daß auch zwifchen Amstier—
dam und Berlin eine neue Linie hergesiellt wird, deren
dosten sich auf 320 000 Guiden belaufen. Nach der Fer—
igstellung werden selbst die östlichst gelegenen deutschen
Stadte wie Königsberg mit Holland sprechen können. Für
Berlin selbst fälsüdie umständliche und zeitraubende An
chlußeinstellung in Bremen wenr

— — —
GHumoristische Ecke.
Beim Bader. Ein Tourist beobachtet in der
Rasierstube in Blunzendors, wie der Bartscherer seine
tunden, ehe er mit ihnen sertig wird, jedesmal schneidet.
‚Sie, Herr Verschönerungsrat“, fragt der Tourist, „war—
im tun Sie denn das?“ — „Sehr einfach“, gibt der zur
Antwori, „die zahl'n alle monatlich, da zaͤhl'i“ dann die
Schnist' und weiß, was mir a ieder schuͤldig is.“
Im Speisewagen. Passagier: „Tas Reisen ist
noch immer viel zu teuer! ... Jetzt hab' ich während der
paar Kilometer schon wieder 30 Miark vertilgt!“
Edeldenkend. Alter Zuchthäusler (die Zeit
ung lesend): „Schon wieder eine Verbesserung der Zucht
Jausverhältnissel Jetzt können s' aber auch einmal was
ür die gewöhn sichen Menschen iun!“
Umschriiebein. Gast (der ein Boeuf a la mode
erhält, das riecht, zum Wirt): „Nehmen Sie das wie
der fort, das scheint mir doch schon etwas „aus der
Mode“ zu sein!“ — v ,aat ——
Aus der Instruktionsstunde Leutnam
Wieviel Geld bekommt der Soldat täglich, Woczek?“ —
Woezek: „Zweiundzwanzig Aepuig Herr Leutnant.“ —
Leutnant: „Was miacht der Soldat damit, Woczek?“ —
Woezek: „Er tut sich kaufen Butter, Herr Leutnant, für
zwöif Pfennig. — Annart „Waß macht der Soldai
veiter? Woczel: „Hat Soldat noch zehn Pfennig, Herr
Leutnant, tut Soldat sich kausen Brot für acht Pfennig
berr Leutnant.“ — Leutnaut: „Es bleiben noch zwei Pfen
ug, was macht der Soldat damit?“ — Woczek: „Die dars
Zoldat nicht verprassen, Herr Leutnant— ια]
Entgegenkommend. Holelier zum Stamm
zust: „Warum so verdrießlich heute, Herr Meier?“ — „Ach
wie man sich ärgern muß! Ich könnte die ganze Wel—
in Stücke schlagen!“ — Holelier: Vielleicht ein, Fraftsup
ve angenehm?“
Auch eine Berechnung. A.: „Also in Ma—
eibad waren Sie jetzt wieder. RNa, Ihr Bauch wirr
Ihnen aber schön teuer!“ — B. „Ich hab mir's so un
zefähr ausgerechnet; die Anschafsung hat pro Pfund 400
ind die Abschafsung 500 Maͤrkt ge?ostet!“
Frauenlogik. Er: „Da hört sich doch alles
ruf. Jetzt hast Du einen neuen Hut um vierzig Mark und
aufst Dir auch noch diese Pelzmütze um fechzig Mark!“
— Sie: „Aber, Männchen, das ist ja nur Deinetwegen,
damit Du Dich nicht immer an vem Hut Fiftofen —XXVE

Neueste Nachriehten und Telegramme.
Depeschen Bureau Herold.
*Berlin, 6. April. Der Kaiser wied bereits am Oflermontag
 oder am 13. Apill von Potsdam aus nach Venedig
abreisen. Dort triffi er mit dem Reichskanzler zusammen
Man nimmt an, daß der Köaig Vikiot Emanurl den Kaiser
in Ven dig begrüßen wird.
* Berlin, 5. April. Mehrere Bläler melden heute früh
ibereinfstimmend, daß als Nach?olger des Kultusministeis Di
dolle der Handelsminister Delbruck ausersehen sei. Preußischer
dandelsminister dürfte dann der Unteistaussekretät des
Innern der wirkliche Geheime Rat Dr. Wermu'h werden.
*Trier, 4. Opril. Infelge Bruches eines Haupirohres
der Gaeleitung] erfolgte auf dem Breitenstein eine heftige
Garexplosion. die einen Metz erlad?u, sowie einen Frifeur—
Jaden zeistöet. Ein Arbeiter eillti Biandwundern.
*Koln, 4. April. Heute vormittag kom unwelt Müng⸗
ten in der Nahe von Solingen ein Bergabhang ins Rut⸗
schen. Die fallenden Massen zertrümmetten die Oberleitung
and verschütteten den Bahudamm der Barmer Berghahn
fodaß der Vetrieb von Munagsten nach Solingen ruhen mußte
* Duilobnrg, 4. Abtis. Die am Picderrhein mit auf den
Rlücken gebundenen Händer angeschwemmte Leiche wurde als
due des Rentners Julius Rohden aus Varel in Oldenburg
nkannt, der Verwandte in Tüsseldorf und Ohligs besuchte
* Etrfurt 4. April. Der wegen Ermordung seiner Ge—
iebten zum Tode verurteilte Steinmetzlehrling Karmrodt ist
nom Kaiser zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden.
* Stambach, 2. April. Die 77 Jahlse alte Witwe
Maria Bietz wurde heute Mittog in iarem Zimmet an
Ofen sitzend als verkohlte Leiche vorgesunden. Wurw Bietz
ꝛewohnte im Hause des St inbrechers Rendgen cin Zimmen
Sie stand alleir. Wie es scheint, be?'am sie einen Ohninad 8—
anfall, wähtend sie am Ofen saß, wobei ihre Kleider Feuer
fingen uund die arme Frau veibrannt⸗.
*Budapest, 38. April. Aus ganz Suldungarn, besonders
aus Fünsturchen, Temesvar und Fiume werden heute starke
Schneesälle gemeldet.
*Budabest, 5. April. Ter Wiinisserpräsident Wickerde
wird im Vauise dieset Woche demissionieren, worauf cin
abinenn nur aus Witgliedern der Unabhängigkeitsparte;
gebildet werden wird. Ministerpräsident sol Graf Ap—
pony werden Kossuth bleibt Handelsminister, und
der Pinisterprasident Wekerte wird Finanzminister werden.
*Gruf, 5. April. König Peter von Serbien wird
iich nach seiner Abdankung hierher begeben, wo bereits
wei seiner Agenten eingetrofsen sind, um ein großes
Haus im aristo-ratischen Viertel sür ihn zu mieten 92)
*Paris, 5. April. Ueber die Weigerung Muley
Hafids, den Artikel 60 der Algecirasatie anzuerken⸗
ien, nach welchem den Europäern die Erwerbung von
rundbesitz in der Umgebung der dem Fremden-Verkehr
cöffneten Stadt gestattet werd, meidet der „Matin“ aus
konger, der Sul san habe erklärt, er würde keine Schwie⸗
igleiten machen, den Artekel anzuwenden, sobald man die
Artikel, welche die Unabhängigkeit und Integrität Marok
os gewährleisten, genau beobachten werde. Muley Haid
Obe damit auf die vorläusige Aufrechterhaltung der franu
— V
nioelti
*Washiugton, 5. April. Ausf der hiesigen englischen
Botschaft ist man in nicht geringer Verlegenheit. Man wei
nicht, wo sich der Botschafter zurzeit aufhält. Der Dip⸗
lomat begab sich mit seiner Frau vor sechs Wochen in
»en Westen anf Reisen und hat seitdem n chts mehr von
ich bören lassen. Da in dieser Woche wichtige Verhand⸗
ungen bevorsiehen, hat der englische Botschaster in New—
hort alle anderen englischen Botschaster in den Verein g⸗
en Staaten ausgesordert, nach den Nerschwundenen
orschen.
*Buenos-Aires, 5. April. Der junge Argentinier
Zaleno Regis, der im Februar vorigen Jahres gegen
ꝛen Wagen des Präsidenten Alcorta eine Boinbe geschleu⸗
dert botte, wurde zu 20 Jahien Gefängnis verusteilt.
*Rewyork, 5. April. Ein gewaltiges Schadenfeuer hat
Fort Worth völlig zerftört. Hundert Wohnhäuser sind völlig
niedergebrant, wobel 6 Personen in den Flammen umgekom—
nen sind.
*Peltersburg, 5. Aptil. Im Befinden der Zarin ist
eine bedeutende Besserung etngetreten, sodaß sie sogar schon
wei Paraden beiwohnen konnte. Ihre Kraplheit ist nach der
Diagnose des Leibmedikus Professor Boikin eine Neurose des
dirzens, die sie furchtbar augreift. Seit 6 Wochen geht es
der Zarin viel besser. Sie fieht blüherd aus und niemand
merkt ihr eine ernn⸗ Qratkheit an

Ortsstatut.
Die Beschäftigung an Sonn- und Festtagen im Handels—
Jomorhe hoefreffen

Auf Grund der 88 105 b Absatz 2, 414 und 142
der Gewerbeordnung für das deut che Reich in der Fassung
»es Gesetzes vom J. Juni 18981 wird zur Regelung der
Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im
handelsgewerbe nnd des Gewerbebetriebes in offenen Ver—⸗
aufsstellen nach Anhörung der beteiligten Gewerbetreiben—
»en und Arbeiter und nach Beschluß der Gemeindevertre⸗
ung von Dudweiler für den Umfang der Gemeinde Dud—
veiler folagendes Ortsstatut erlassen:
Einziger Paragraph.
Im Gemeindebezirke von Dudweiler dürfen Gehilfen,
rehrlinge und Arbeiter im Handelsgewerbe an Sonn⸗ und
Festtagen, soweit an letzteren eine Beschäftigung derselben
iberhaupt zulässig ist, nicht längee als vier Stunden be⸗
chäftigt werden. Die Stunden, während welcher die Be
chäftigung und demgemäß in offenen Verkaufsstellen ein
Gewerbebetrieb an diesen Tagen stattsinden darf, werden
auf die Zeit von 8—v9einhalb Uhr vormittags und leinh.
Uhr bis 4 Uhr Nachmittags festgestellt.
Dudweeiler, den 23. November 1892.
Ter Bürgermeister Petermann.
Vorstehendes Ortsstatat wird hiermit erneut zur öffent
richen Kenntnis gebrachi.
Dudweiler den 1. April 1909.
Der Bürgermeister Z o si.
Jend die gich's denn car gicht erblaten ködlden,
20 warum Fays ächte Sodener Mineral.Pastillen so großartig
bel allen Erkältungen der Lustwege sich bewähren, so wiü
DD ichs Ihnen sagen Die Sodener deilquellen sind fein Jahr—
5 5 hunderten berühmt. Die Pastillen enthalten aber alle wirk⸗
samen Bestandteile dieser Quellen, die durch Abdampfung
DM gewonnen sind. Ist's da ein Wunder, wenn die Paftillen
50 jeden Husten, jede Heiserkeit, jede Verschleimung schleuͤnigst
beseitigen? Ein Segen sind die Pastillen und die leidende
50 Menschheit braucht ihn nur zu genießen. Fays ächte So—
508 dener kann man in jeder Apotheke, Drogerie und Mineral.
wasserhandlung für vzRPfa. die Schachtel baufen
            
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