HAnger Ynausesjündt werde. (Stactssetretär Lernburge
scheint int Saalte und wird mit Heiterkei enipfangen.) Es
müßten Anordnungen geitrofsen werden, wohin sich die
Weißen im Falle eines Ausstandes flüchten können. Fer⸗
ner wünscht er Auskunft über einen Zwist beim Gouver—
nententsrat in Neu-Guinea, der inselje der Einführung
des neuen Zolitariss entsianden sei.
Abg. Arning (ntl.) bedauert, daß eine Anordnung
getroffen sei, die weißen Ansiedler undewäffnet zu lassen
Die Weißen müßten bewaffnet werden, damit sie einé
gate Landwehr abgaben. Die Samoaner seien immer
gut behandelt worden, und jeßt machten ste einen Auf
stand, das zeige doch, daß man mit der guten Behand
ing nicht immer durchlsomme. Man muüfse mit slarter
ausft eingrcisen. Das gelte nicht nur für Samoa, son—
dern auch far andere Kolonien.
Staatssekretar Derunburg: Als der Gouverneur
zurückkam, haben ihm eine Anzahl Eingeborener Be—
schwerden über einen Häüuptling vorgebracht. Der Gon—
verneur hat sie zu beruhigen versucht, aber es hat doch
den Anschein erweckt, als ob zwei Stämme aneinauder
Jeraten könnten. Die Weißen sind niemals in Gefahr
zekommen. Der Gonverneur hat die Hilfe der deut chen
Artegsschisse reqguiriert. Das war wegen der schlechten
Verbindung nicht leicht, aber sobald die Nachricht über
den Aufsstand an uns gelangte, haben wir Kriegsschefse
entsendt. Ncue Nachrchten üegen nicht vor. Aber ich
auloube nicht, daß Gefahr vorhanden sei. Ein Jägerba
taillon hinauszuschicken, das erst nach vier Rongten am
käme, und viele Tausende kosten würde, muß ich ableh
nen. Die Samoaner haben wir nicht zu gut behandelt.
Aber solange wir Samoa besitzen, hat es nie schwierige
Zustände gegeben. Sie fügen sich freiwillig unseren An—
orbdnungen, wir gewähren ihnen allerdings auch die ihnen
zustehenden Rechte. Wir werden aber alles tun, um de
Zwistigkeiten zu beseitigen. Mein Programm in der Be—
handlung der Eingeborenen geht dahin, daß man ihnen
mit Energie und Strenge, aber auch mit Gelechtligkeit eim.
gegentritt. GBeifall.)
Abg. E,.rzberger (GEtr.) meint, daß er die opti—
mistische Auffassung des Staatsfekretärs über Samoa nicht
teilen könne.
Abg. Arendet (Rp.) bedauert ebensalls, daß man
den weißen Ansiedlern keine Waffen gebe.
Staatssekretär Der nburg: Tie Samoaner haben
keine Waffen. Es ist nun verlangt worden, wir sollten
Truppen hinausschicken. Ich muß dafür sorgen, daß wir
mit unseren Mitteln auskoinmen, und ich möchte einmal
vsehen, was der Reichstag sagen ‚Witrde, wenn ich eine
Schutztruppe fur Samoa verlangen wollte. (Sehr richtig!
links) Deshalo müssen wir versnchen, mit den Samog
nern in Frieden auszukommen. Es liegt gar keine Ver—
anlassung vor, von einem Aufftand zu sprechen.
Der Etat wird bewilligt. Tie übrigen Etats
werden ohne Debatte erledigt. In der Gesamtabsti mmung
wird der Etat und das Etatsgeseß gegen die Stimmen
der Sozialdemokraten und Polen angenommen. — Es
folat die Abstimmung über einige zurückgestelte Resolu—
tienen. Bei der Abstimmung über eine Zentrums-Reso—
lution auf Abänderung des Preßgesetzes betrff. Verbo—
der Abonnentenversicheritng wird ein Hammelsprung not
wendig. Die Abstimmung ergibt 112 Stimmen für und
73 Stimmen gegen die Resolution. Das Haus ist alse
nicht beschlußfähig, da die absolute Majoritaͤt 199 beträgt.
Zur allgemeinen Heiterkeit muß deshaälb die Sitzung ab—
gebrochen werden. Die nächste Sißzung wird für ein.
Rierteliferde später anberaumft
242. Sitzung.
Es wird über die Resolution des Fentrums
abgestimmt. Ter Präsident erllärt, daß die über—
große Mehrheit für die Resolution sei. (Große Heiter—
keit. Ein Antrag der Budgetkommission, Feldwebel Leut
nants zu schaffen, wird abgelehnt. Ein Autrag Freiherr
v. Herthing, den Beaniten Einsicht in die Persoual—
altln zu geben, wird angenommen. Es werden dann eine
Reihe von Petition'sen erledigt.
Damit ist die Tagesordnung erledigt.
Nächste Szrzung am 20. April 2uhr. (Auf der
agefrnng srehen Petitionen.)
Prasident Graf Stohberg: Wir siehen am Schlusse
eines sehr arbeitsreichen Tagungsabschnittes. Ich hoffe
und wünsche, daß Sie in den Osterferien neue frische
Kraft und Gesundheit sammeln werden, um nach den
Ferien wieder sich zu den Arbeiten des Reichstages ein
zusinden. Man soll ja nicht prophezeien, aber ich habe
die Empfindung, als ob es auch nach den Ferien nicht
an Arbeit sehlen werde. (Große Heiterkeit und Beifall)
Schluß: 1235 Uhr
— —
Zur Reichsfinanzreform.
Wie die Erweiterung der Srubschaftssteuer
aussieht, die als Ersatz für die Nachlaßstener dienen
Joll, glaubt die „Deutsche Tageszeitung“ zu wissen:
Die Erbschaftssteuer soll ausgedehnt werden auf Erb—
schaften, die auf Kinder oder kinderlose Ehegatten über,
gehen. Nur die Erbschaften sollen grundsätzlich frei blei
ben, die an solche Ehegatten sallen, die Kinder haben
Nicht der gesamte Nachlaß soll besteuert werden, sondern
der einzelne Erbanfall. Kleine Erbschaften sollen fre
bleiben. Ueber die Grenze der Steuerfreiheit sind noch
keine Vereinbarungen getroffen werden. Es soll weiter
dafür gesorgt werden, daß dasselbe Erbe bei sich wieder
holenden Todesfälien nicht zu oft und nicht zu stark be—
steuert wird. Außerdem glaubt man in der Lage zu sein,
die Befürchtungen, daß die Steuer sehr bald erhöht und
die Grenze der Steuerfreiheit niedriger gesetzt werde, durch
eine gesetzliche Bestimmung zu beseitigen. Es heißt, man
wolle in gewissem Sinne ein Reservatrecht der Einzel⸗
staaten schaffen, d. h. eine etwaige Erhöhung der Steuer
von der Zustimmung der einzeltgattichen Walftsvertretum
qaden abhängia machen
2
Die Lage am Balkan.
Nach der „Neuen Freien Presse“ bleibt, wie diploma⸗
tische Kreise ausführten, die Verpflichtung Serbiens, sein
Heer auf dem Effektivsiand vom Frühjahr 1908 zu hal—
ten, so lange aufrecht, bis sein Verhältnis zu Oesterreich—
Ungarn so sriedlich und vertrauensvoll geworden sei, daß
leztreres auf diese Verpflichtung verzichten könne. Die von
Rußland, England, Frankreich und Italien in Belgrat
gemachte Zusicherung, Oesterreich-Ungarn wünsche die re
gelmäßige Entwicklung der serbischen Wehrmacht, nicht zu
verhindern. ichran!e diese Verpflichtung nicht ein, die nach
. AIn VWehandlungen der Großmächte fest—
gestellt sei und dadurch einen europäischen Charakter er—
halten habe. Demnach musse der Ertektivstand von gegen—
wärtig 45 000 wieder auf 19 000 Maun zurückge ührt und
die alte Verteilurng wieder hergestellt werden. Am Ball
olatz legt man Wort darauf feftzustellen, daß die Zusiche—
rung der genannten vier Mächte in Belgrad nur auf Auf⸗
klärungen beruht, die Aehrenthal den Wiener Vertreterr
der vier Mächte gesprächsweise zur Information gab
ohne die Ermächtigung, sie in Belgrad bekannt zu geben
und ohne die Absicht, dadurch eine Erklärung abzugeben,
die etwa eine Voraͤussehung sein sollte, worunter Ser
nen seine Verzichtleistungen auszusfbrechen n
„Ldury Telegraphr meldet aus Belgrad: Ter Wii⸗
ister des Aeufßern, Milowanowiisch erlluͤrte in cinem
Faterview, die Lösung der Balkanfrage sei sür Serbien
licht ganz besriedigend. Es wäre viesmehr der Wunsch
Zerbiens gewesen, die Augelegenheit vor eine oriferenz
u bringen, obgleich eine folche dasselbe Resultat gehabt
aben würde
— — — *
Zeppelius Fahrt nach München.
Vom Zeppelinus Landungspltaß.
Mäünchen, 2. April. Ein an die Landungséstelle
cs „Zeppelin 1* entslandier Spezial Berichterstatter der
„VDe. MN. RN.“ meldet seinem Blatte, daß sür die nächsten
Aunden au eine Ausfahrt nicht zu denken ist. Der Graj
rllärte heute fruh, daß er, sotange er mit Gegenwind zu
aümpfen habe, auj keinen Fall aufsteigen werde, und
venn es Tage dauern sotlie. Ene Gesahr für das Luft—
chiff sei auch bei läugßgerem Verweilen auf der etzgen.
Landungsstelle nicht vorhanden. Tie Absahrt werde erst
nann erfolgen, wenn durchaus verläßliche Nachrichten über
en Gintritt günstigeren Wetlers vorlhbegen. In der Nacht
ag das Luftschiff fast bewegungslos. In der rückwärti—
ren Gendel haben sich Graf Zeppe in, die Offiziere und
ꝛie Besatzungsleute nach Moöglichleit ein Nachtlager zu⸗
echt gentacht. Graf Zeppelin ist voller Zuversicht.
ZzZeppelins Abfahriu.
Dingolfing, 2. April. Tas Lustichiff „ß. 1*
st heute vormittag 11.15 Uhr zur Fahrt nach Munchen
nusgestiegen. Ter Wind hat etwas nachgelassen. Im
Laufe des Vormutags ist der Ballon mi neuem Gas
zfüllt worden. Bei der Abfahrt spielte die Kapelle de3
16. Inf.Regts.
Weunchen, 2. April. 12,20 v. RNach emer einge—
rufsennen MNeldung hat das Reichslustschisfs irotz der gro—
en Windstärke — der Wind kommt aus Nordosten —'die
ücksahrt nach Muünchen angetteten. Tas Luftschiff wird
ion drei Kraftwagen des Eisenba nbataillons vad schwe⸗
en Reilern verfolgt.
München, 2. April. Die Ankuündigung, daß das
eppelinsche Lustschiff doch noch heute eintressen und au,
Aberwiesenseld landen werde, hatte die ganze Bevölker
mig, mob listert. In kurzer Zeit waren abe Auomobile
Droschlen, Trambahnwagen gesütlt und brachten Tau—
ende von Menschen nach dem entfernen Landungsplatz
Trotz des starken Windes hatte das Schiff, als es über
ie Stadt zog, cinen sansten, ruhtgen Fiug. Auf Ober
viesenseld selbst hat sich inzwischen e ne vieltausendköp⸗
ige Menschenmenge eingesunden, die in weitem Bogen
»en sfür die Landung abgesperrten Platz umgibt. Der
Landungspltatz ist vom Nälikar streng abgesperrt. Viele
däuser haben Flaggenschmuck angelegt
Graf Zeppelinin Münchengelandet.
Müncchen, 2. April, 2 Uhr. Zeppelins Lufischisf
It um 1 Uhr 15 Minuten auf Oberwiesenfeld glatt ge—
ande, Die Freude in der hiesigen Bevölkerung darüber,
daß das Luftschiff die großen Schwierigkeiten glücklich
iherstanden hat, und heule mit dem Grafen Zeppelin und
einen Passagieren wohlbehalten landen konnte, ist unbe—
chretblich. An der Landungsstelle des Lustschiffses im
Lrichinger Moos bei Dingolfing so zur Erinnerung an
das Ereignis ein Denkstein errichtet werden. Wann die
Rückfahrt des Luftschiffes nach dem Bodensee erfolat. in
ur KWeit noch unbest mun
Zeppelins Abfahrt vonMäünchen.
München, 2. April. Das Luftschiff „Z8. 1“ ist nach
weistündigem Aufenthalt 3.36 Uhr nach Friedrichshafer
veitergefahren. Dort soll es um 8 Uhr abends eintref
en. Der Prinz-Regent umarmte und küßte den Grafen
»eim Abschied. Er verlieh ihm die goldene Prinz-Regen
LZuitpold-Medaille. Das Schiff funktionierte großartig
das Publikum war hochbegeistert.
Buchloe, 2. April. Auf der Rückreise von Mün—
chen wurde das Reichsluftschiff „3 .1“ hier gesichtet und
rahm seinen Weg die Bahustrecke entlang über Memmin—
gen. De Fahrt machte einen ruhigen, maiestätischen Ein—
zruck.
BPaut Luftschiffhallen
Die Lehre, die man aus der jetzigen Erfahrung und
rüheren Erlebnissen ziehen muß, heißt: Baut Lufftschiff—
jallen! Wäre eine solche Halle in München gewesen, so
vürde das Schiff sie haben aufsuchen können. Ja, wäre
eine solche z. B. in Dresden gewesen, so würde man un
ter Mithilfe des Windes in 4 bis 5 Stunden von Mün
hen aus dort gewesen sein. Man darf nun dringend hof
en, daß endlich in dieser Angelegenheit ernst gemach:
verd. Die Art und Weise, wie das Zeppelinsche Schif
ich gegen den Sturm gewehrt bat. zeiat seine hervorra—
ende Flugtüchtigkeit.
* Friedrichshafen, 3. April. Die Landung des Reichsuftschiffes
„Z. 1“ in der Ballonhalle bei Manz U ging gestern
zibend glatt von statten. Eine große Menschenmenge eiwartete
zie Rückkehr des Luftschiffee. Gegen 7,20 Minuten hörte
man in der Dunkelheit die Propeller des 3. 1 in der Luft
ausen und gleich darauf blitzten auch die eleltrischen Lichter
zes Ballons in den Wolken auf. Ohne die geringste
Schwierigkeiten ging das Schiff auf dem See nieder, worauf
hereits um 7,35 Uhr das Luftschiff in seiner Halle geborgen
var. Zeppelin und die übrigen Ansassen wurden flürmisch
egrüßt.
* Münster, 3. April. Nachdem der Prinzregent Luit—
old vom Landungsplatze des „8. 1“ zurückekehrt war.
andte er sofort an Kaiser Wilhelm ein Telegramm, in
velchem er ihm die glückliche Landung des Re'chsluftschiffes
nitteilte und erllärte, daß die Fahrt allgemeine Bewunder⸗
ing erregt habe und cin glänzendes Zeugnis für die Leistung'⸗
ähigkeit dieses Werkes genialer Schaffenskraft bedeute. Kaiser
Vilhelm erwidert? sofort mit einem Telegramm, in dem
x dem Prinzregenten dankte sür die herzliche Anteilnahme
in den Frfolgen des Reichsluftschiff⸗e
Kokales uno Verm ischtes
Dudweiler, 3. April.
8 In der gestrigen Sitzung des Gemeinderates war die
Postfrage auf Antrag von 7 Mitgliedern des Gemeinderates
zochmals auf die Tagesordnung gesetzt worden. Da die Ge—
neindeordnung jeooch keinerlei gesetzliche Handhabe bietet, die
nrüher in der Postfrage gefaßten Beschlüsse auszugeben, wurde
sNeser Gegenstond nach vielem Für und Wider von der Ta—
jesodnung abgesetzt. Es bleibt somit bei den fkrüher ge⸗
aßten Beschlussen.
8 In dem bekannten- Hohlraum im Tunnelberg bei
Mettlach rutschten Ende voriger Woche größereErdmassen nach
zhne die Arbeiten jedoch ernstlich zu stören. Bis Sptember
joffi man sicher, mit dem Ausfüllen fertig zu sein.
8 Die Kommission des Abgeordneterhauses für die Berg⸗
esenoyelle hat die erste Lesuna heendet Wesentlich⸗
Aendetungen der Regierungsvorlaze wurden nicht vorgenom⸗
men. Annahme fand auch die Bstimmang des Endwurfs,
vonach Bergbaudeputationeu gewählt werden sollen mit der
lufgabe, sich auf Etsuchen des Menisters liber Bergbauliche
zragen zu äußern. Der Handels minister teilte mit, daß die
übsicht beisteh, zu diesen Depitalionen auch Arbeiter hinzu⸗
hen Die zweite Lesung findet erst nach der Osteipaus
att.
8 Für die Kraftabteilunz ist es im Kriegafalle eine seht
edeutame Frage, wie der notwentige Benzinersatz bei der
zraßen Verbreitung der Automobile im Heere verschafft werden
oll. Bisher war unsere Heeres verwaltung bei der Beschaffung
des Benzins fast vollständig von Aaslaunde abhängig. Die
Verwendung ausländischer Produkte bringt nalürlich große
Summen ins Ausland, die unlerer heimifchen Industrie zu⸗
zewendet merden könnten. Es besteht darum an maßzeben⸗
er Stelle die Absicht, das Benzin allmälich ganz aus dem
Hetriebe der militärischen Krafträder auszuscharten und dafür
»as deutsche Benzol zu verwenden. Alle atößeren Studlen—
ahrten und Uebungen, welche von der Kraftfahrabteilung
internommen wurden, haben bereits das deuische Produkt
»egunstat. Es iñ 31 erwarten, daß bei genügend sicheren
ẽtgebnissen das Benzinmaterlal aus dem Betrieb unserer
kraftfahrabteilung vollständig ausgeschaltet merden.
8Saarbrücken, 2. Apris. Das in der Fuürsten⸗
draße gelegene göoße Anwesen de Brauerei G. A. Bruch
nit aufstehenden Gebäucichkeiten, Stallungen, Garten und
Wiesen ging am 31. März ds. Is. zum Preise von 426 000
Mark ir den Besitz von St Johann über; ebenso das in
erselben Straße liegende große Wohnhaus mit Hof, bisher
Irenm ber Firma Erben Zix, zum VPreise non 180 000
MNark.
8 Sulzbach, 30. März. Infolge von Eidsenkungen
jat sich die an der Gasanstalt vorbe führende Bergstrahe in
)en letzten Jahren unten gaaz bedeutend ver'left, waährend
»ben die Lage ziemlich gleich blieb. Infolgedessen in der
Berg so steil geworden, daß er fuir Lactfuhren fast nicht mehr
»assierbac ist. Die Gemeinde dat sich deshalb eutschlossen,
ne neue Siraße um den Berg zu legen. Die e wird im
daufe des Sommers fertiggestell!. Sbr. Ztg.
8 Essen, 28. März Eine frebelhafte Tat, die v.i—
rahe eine Anzahl Menschenleben zum Opfer gehabt häite,
zerübten in der Nacht zum Samstag die Arbeiter Otuto Naß
ind Wilhelm Schlicht von hler. Sie waren in das Ma—
chinenhaus der Zeche „Viktoria Mathias“ in der Altenessener⸗
iraße eingedrungen und hielten den Teufenanzeiger feft, so—
)aß der Maschinist nicht sehen konnte, wo sich der Förderkorb
»efand. Nach einiger Zeit siel es dem Maschinisten auf, daß
)er Teufenanzeiger nicht mehr schellte. Dacauf stellte er die
Maschine still und begeb sich nach dem Anzeiger, wo er die
Täter bemerkte. Als er sie zur Rede stellte, zog einer der—
elben ein Messer und bedrohte den Maschinlsten. Als dieser
im Hilfe schrie, nahmen beide Reißaus, wurden jedoch später
zerhaf et. Nur der Aufmerksamkeit des Maschinisten in es
zu verdanken gewesen, daß der Förderkorb, auf vem sich
nehrere Schachtarbeiter befanden, nicht in die Tiefe geflogen
ist, wobti die Leute mit Sicherheit getötet worden wären.
8 Kruft, (Bez. Mayen), 1. April. Zwischen zwei
Beschwistern einer hiesigen Famllie entstand in Aowesenheit
der Eltern während des Spieles mit Glasperlen Streit.
Das eine 10jährige Mädchen schlug ihrer um 2 Jahre älteren
Zchwester mit der Faust so heftig auf die Brust, daß das
Blut aus Mund und Nase floß und die Verletzte nach
venigen Minuten verstarb.
8SAachen, 1. April. Die Handelskammer sprach sich
n ihrer gestrigen Sitzuug mit allen gegen eine Stimme
zegen die Einführung des 8-Uhrladenschlusses und für
Beibehaltung des jetzigen Zustandes aus.
8 Ruhrort, 2April. Die Geschästsergebnisse blei—
hea auf dem Kohlenmarkte a dauernd unbefriebigend. Die
Aussichten sind wenig erfreulich, man kann ruhig fager, da
ie geradezu schlecht sind. Hausbrandkohlen gingen zwar
noch immer durch den langen Winter. Der Bedarf war
aber doch nicht unfangreich. Industriekohlen befrledigen
zarnicht. Zwar wird vor dem 18April mit Rückficht auf
die Preisherabsetzung nach Mögzlichkeit wenig verlangt, aber
auch nach dieser Zeit erwartet man keine besondere Belebu
Im allgemeinen wird man bei den Zechen für das nächste
Jahr einen Rückgang der meisten Dividenden erwarten kön⸗
nen. Der Absatz des Syndikates begegnet großen Schwierig⸗
eiten. An den Verkäufen in Holland,e Belglen und Frank—
eich wird geginwärtig kaumgein Natzen stecken. Diese Ge—
»iete find schon immer heiß ümstritten, namentlich durch sen
ische und auch belgische Kohle. Der süddeutsche Markt zriat
chwachen Verkehr.
(5) Köln, 2. April. (Dre Blumenspiele.) An
erssen Sonntag im Mai sinden wie alljährtich die Köl—
rer Blumenspiele statt. Als Konigin des Festes wird die
18)jährige Tochter des Prinzen Ludwig Ferdinand von
Bayern, Prinzessin Mar'a del Pilar, den Blumenthron
unehmen. Von ihrer Mutter, der spanischen Infantin
Donna Paz, begleitet, trifft sie am 1. Mai in Köln ein.
diese persönliche Anteilnahme an den Kölner Blumenspie—
en hängt noch mit einem Versprechen zusammen, das
nie Prinzessin im Vorjahre dem entichlafenen Stifter
osrat Tr. Fastenrath, gegeben.
() Somberg, 2. April. (Gine Uebermutstat?)
Linen Knaben, der der Schul-Entlassung freudig en'gegenah,
sand man an einer Schlaftammertüre erhängt vor.
ie Umstände lassen darauf schließen, daß der Knabe das
Dpfer eines übermütigen Streiches von Kameraden ge—
worden ist. Es ist dies der fünfte Sohn. den die Fa—
nilie innerhalb Jahressrist verliert.
(5) Dnisburg, 2. April. (Mord?) Hinter
dent Haus Kn'pp ist die Leiche eines siebzigjährigen
zutgekleideten Mannes gesunden worden, der einen grauen
Lolle und Schnurrbart hat und ein Bruchband trug. Die
Vaschezeichen sind J. R. Die auf den überschwemmeen
heinweiden angetriebene Leiche hat die Hände auf den
Kücken gebunden, eine schwere Wuinde im Savi und Anen
dnebel im Munde.
() Elberseld, 2. April. (Gatermord.) Der 70—
ährige Gastwirt Hermann Schlenz, ist in seiner Wirischaft
erschlagen auf dem Billard aufgefunden worden. Der Tat
verdächtig ist der Stiessohn des Schlenz, der beschäftig—
ungslese Wilheim Hoppe, der mit seinem Stiespvater seit
einiger Zeit in Unfrieden lebte. — Wie weiter gemeldei
wird, legte Hoppe ein Gesländnis ab, seinen Süespvater
erichlagen zu haben, als er nachts mit ihm wegen der
Auszahlung von Geld an einen Leichlinager VRerwmandten
neinander geriet. F
() Müusfier, 2. April. (Frauenstudium.) Am
tädtischen Gymnasium und Realgymnasium bestanden 14
unge Damen die Realgymnasial-Reifeprüfung. Sie hat
en sich in den vom katholischen Lehrerinnenverein hier
iugerichteten realaymnasialen Kursen auf die Prüfung
nrbereifot