Full text : Dudweiler Zeitung

RAummer

Tel.Ib9, 259, 2009 unb 1261. Dienstag, den 12. Jannar 1909. Zeitunge liste 501
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25. Jahrgang.

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Mit Veilagen: „Relletristische Vochenschrifte“ und
„Lustige Blätter“.

E 4
r

66*

sAllgemeiner Anzeiger für den Rürgermeistereiß
Dudweiler.

—

Avonnementspreis
monatlich 70 Pfgs. frei ins Haus gebracht; bei der Poe
bestellt N. 2, 25 vierteljährlich.
Hie „Dudweiler Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Son
und Feiertage.
— ⸗— — ———— 25— .

Anzeigen
A 10 Pfg. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
ter eller

ꝛedakrion, Ort une elag von 5
in Dudweiler.

*

———

Jungtürkischer Terrorismus
Trotz aller Verdienste um die Wiedergeburt des tkar—
zschen Staatslebens machen sich die zur Herrschaft ge—
ungten Jungiürken Fehler und Uebertreibungen zu jchul—⸗
zer die ihnen und der Türkei zum Verhängnis werden
boonnen.
Die Politik des blinden Hasses und der unvernunj⸗
igen Lieve, die von den Maännern des neuen Regime
nit bedauerlicher Hartnäckigkeit verfolgt wird, muß den
uraen Versassungsstaat über kurz oder lang in die be—
enklichste Lage bringen. Seit nahezu fünf Monaten
vird der über die österreichischen Waren und die österrei—
hischen Kaufleute in der Levante verhängte Boykott mit
barmherziger Strenge durchgeführt. Der Boykott wird
yor einem trefflich organisierten Komitee, das seine Ver—
zeter in allen türkischen Handelsstädten hat, schärfstens
berwacht. Wehe der Firma, die beim Ein- oder Ver—
au österreichischer Waren ertappt wird! Sie wird mit⸗
eidslos dem Ruin preisgegeben. Das Komitee übt in
ꝛer Durchführung des Boykotts einen geradezu jakobini⸗
chen Terrorismus aus, ganz im Stile des hamidianischen
Systems. Nicht nur die Geschäftshäuser, auch die kau—
enden Bürger zittern vor den Agenten des Komitees, die
ich von den berüchtigten „Djurualdjis“, den Spionen der
Alten Aera, im Vrinzip sehr wenig unterscheiden. In
den Schaufenstern der Kaufläden sieht man häufig ge—
druckte und eingerahmte Erklärungen in türkischer und in
ronzösischer Sprache, in denen der Welt mitgeteilt wird,
daß der betr. Kaufmann sich dem Boykott-Komitee ange—
chlossen habe. Darunter die Unterschristen des Komitee—
yess. Diese Erklärungen besagen also, daß das Komitee
»men Teil der Kaufmannswelt durch Drohungen zwingt,
en der wirtschaftlichen Vernichtung des anderen Teiles
tig mitzuwirken. Dabei pfeisen es hier die Spatzen von
ecun Dächern, daß im Komitee Männer sitzen, die diese
Lernichtungsarbeit weit weniger aus politischen als aus
zeschäftlichen Gründen betreiben, als den bequemsten Weg,
die unbequeme Konkurrenz totzuschlagen.
Der Boyhott, der den österreichischen Exporteuren be—
eutenden Schaden zugefügt hat, übt indessen schon seit
geraumer Zeit auch auf die einheimische Wirtschaftsläge
»nen sehr ungünstigen Einfluß. Die türkischen Märkie
ind bisher von Oefterreich mit einer Reihe von Artikeln
ersehen worden, die man hier von keiner andern Quelle
so billig beziehen konnte: so z. B. mit Zucker, Herren—
nfekson. Glaswaren usw. Der Boykoit zwang die
hiefigen Firmen, dieselben Waren aus anderen Laͤndern
und zu höheren Preisen zu beziehen; die Waren stellten
ich infolgedessen für die Konsumenten erheblich höher,
zucker zun Beispeil um nahezu 100 Prozent. Das Ver—
ade⸗ und Speditionsgeschäft, das Agenturgeschäft, alles
ebr wichtige Bestandteile des levantinischen Handels, die
Zchiffsasseluranzen das Hafenfuhrwesen und die vielen
leineren Erwerbszweige, die mit dem Importverkehr zu⸗
on menhängen, sind durch die im Handel mit Oesterreich
Fetretene Stockung schwer geschädigt. Das Publikum
st im Einkauf zurückhaltender geworden, weil es vor
vem Komitee eine höllische Angst hat und sich nicht ge⸗
rout, einen Laden zu betreten, der möglicherweife öster—
eichische Waren führen könnte. Viele hiesige Kauflente,
erreicher oder oͤsterreichif Ler Abkunft, sind ohne jeden
Ir satz und erneuern infolgedessen ihre Läger nicht, auch
nicht aus nichtösterreichischen Märkten da es ihnen doch
richts nühßen würde. Alles dies hat eine deutlich wahr⸗
iehmbare Depression und diese wieder eine stelig wach—
ende Verflimmung herbeizgeführt. Man spricht es ganz
janz offen aus, daß es des grausamen Spiels nunmehr
enita sei: Oesterreich habe seine Strafe“ (Io nennen ⸗2

d'e türkischen Blätter) weg, umd schließlich werde man F5ch
nit dent mäch igen Nachdbor doch wieder irgendwie eini—
nen müssen. Oesterreich sei ührigens in der Lage, fühl—
»are Reprassalien zu üben, so beiipielsweise, indem die
.k. Tabakregie die Einkäuse von türkischem Tabak. die
ich auf jährlich 20 Mill. Kronen belaufen, einstellt. Wer—
den diese Vorbaltungen auf das Komitee Eindruck machen?
— — —
Generaloberst Graf Schlieffen
Als Veriasser des Artikels in der „Deutschen Revue“s,
auf den der Kaiser bei seiner Neujahrsansprache an die
tiren Militärs Bezug genommen und den er nach In—
»alt und Form gebilligt haben soll, ist der frühere Chef
xc Generalstabel, Generaloberst Graf Schlieffen,
cdkannt geworden. Der Ariikel befaßt sich zunächst mii
ein milicärischen Angelegenheiten, kommt aber zum
Ochlusse auf die allgemeine politische Lage zu sprechen,
ven der er ein Bilsd in den düstersten Farben gibt.

— —
Deputatton endgültig erörtert. Man muß also wenigstens
erft bestimmte Beschlüsse dieser Deputation abwarten.
* Eine in Varel abgehaltene zahlreich besuchte freistn⸗
nige Versammlung nahm eine Resolution an, in der
gegen die beabsichtigte Einführung des Plural-Wahl⸗
rechts zum oldenburgischen Landtage protestiert
mird.

— —

Oesterre ich⸗ Un garu.
*Auf dem Graben in Prag sand sich Sonntag vor—
mittag 10 Uhr eine zahlreiche tschech ische Menge
ꝛn, die auf beiden Seiten der Straße promenierte. Kurz
darauf betraten die deutschen Studenten den Graben
and promenierten gleichfalls in Gruppen von 5 bis 6
Mann. Plötzlich entstand ein Gejohle der Tschechen, un—
er denen sich viele junge Burschen befanden und nun
earschierte die Sicherheitswache von allen Seiten auf.
Bis 412 Uhr hatte sich die Promenade der deutschen
Studenten, etwa 300 an der Zahl, in aller Ruhe voll—
zogen. An einem Punkte wurde ein Student von Tsche—
hen umringt und auf die Fahrstraße gedrängt. Die Wa—
v schritt jedoch ein und zerstreute die Menge. Dieses
Panöver wiederholte sich nech einige Male, wobei es zu
mehreren Verhaftungen kam. Die Wache ging mit Ener—
jie vor und drängte die Tschechen nach dem Wenzels—
atze. Cegen 631 Uhr hatte der Graben wieder sein
tormales Bild, das nicht mehr gestört wurde. Zu dem
uhigen Verlauf des Tages hat der Umstand viel beige—
raren. daß die tschechischen Sozialisten für Vormittaas
Ane Versammlung einberufen hatten
Rußland.
* Unkontrollierbaren Geruͤchten zufolge ist neuerdings
eine Verschwöruug gegen die Zaren⸗-Familme auf—
zedeckt worden, womit die in Zarskoje-Selo vorgekom⸗
nene Bomben⸗Explosion zusanmenhänge. Das Zaren⸗
cCar erhielt in der letzten Zeit mehrfach Drohbriefe. An—⸗
deblich 5514 sich ein Verschwörer in ZarskojeSelo auf.
Tort, sowohl wir Wetorshura. wurden zuhlreiche Ver—
bufntnaen vorgenommen.
England.
* Kriegsminister Hal dane hielt in Edinburg eine
Rede, in der er ausführte, wenn er die gegenwärtige
Lage betreffend das Oberhaus nicht mißverftehe, so
„ürde diese nicht mehr von langer Dauer sein. Es wür—
Reu Schritte unternommen werden, um die Schwerkrafft
dts politischen Einflusses, ohne den eine wirkliche Demo—
ratie nicht existieren könne in die richtine Lage
ringen.
*Das Auswärtige Anit erläßt ein amtliches Kommu—
nigue, in dem es heißt: Ein Wiener Blatt habe kürz—
lich ein Interview mit Sir Thomas Barkley über die
au litische Lage verössentlicht, worin gesagt sei, daß Barkler
»os Vertrauen des Königs besitze. Demgegenüber sei das
Amt zu der Erklärung ermächtigt. daß das Interview
uur Barkleys persönliche Ansicht darstellen könne, da die
zr in keiner Weise das Vertrauen des Königs besitze
und daß der König ihn nicht persönlich kenne.
Numänien.
* Ministerpräsident und Minister des Aeußern Sturdz«
demifsionierte wegen Krankheit. Ver König er—
nannte den Minister des Innern Bratianu zum Präsi—
denten des Ministeriums. Bratianu übernimmt auch in
erimistisch das Aeußere. Sturdza zieht sich damu vor⸗
onentlichen Leben zurück.
Tüͤrkei.
*Der Großwesir erklärte auf eine Anfrage des dipls—
natischen Korps, von einer Reise Känia Ednards nack
onstantinopel michts zu wissen
— E— — ⏑ ——— ——᷑I*AAM—Re—G.—

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um Deutschland und Desterreich-Ungarn lirzen in
et Xall und Graben uns feindselig gesinnte Sher
zu denen der Verfafsser auch England und Jialien rech
iet. Immerdin würde dem Artikel keine Bedeutung bei
umessen sein, wenn ihn der Privatmann Graf Schlieffen
iur allein vertreten würde. Jetzt aber hat sich Kaiser
Wilhelm ausdrücklich mit dem Artikel identifiziert, und
»a fragt es sich allerdinags, ob nicht auch dieser Ariike!
itsser ungeschriehen geblihen wäre.
—AAsA2
Politische ubdschau
Deutsches Reich.
* Wie die „Nationalzeitung“ mitteilt, werden zu der
donferenzen über die schwarzen Listen der Berg
eute, die dieser Tage uBerlin im Handelsminifie
um beginuen, auch die sozialdemokratischen Reichsstags⸗
bgeordneten Huse und Sachse, die Führer des so—
tdaldemotratischen Bergarbeiter⸗ Verbandes, zugezogen
verden. Zu der von Minister Delbrück einberusenen Kon⸗
zrenz über die rbeiterkontrollenre sind eben⸗
alls Verbandsmitglieder zugezogen. Es sind zwei ver—⸗
Riedene Konferenzen, die eine ist vom Reich, die andero
peziell von Preußen veransialtet worden.
* Nach den Grundlagen des neuen sächsischen
Vahlrechts ist anzunehmen, daß die Konfervativen die
zuerteilung der Pluralstimmen von Bedingungen abhäͤn—⸗
ig machen werden, die ihnen möglichst ihren parlamenarischen
 Besitzstand garantieren. Von agrar-lonservattver
Zeite werden über diese Bedingungen, für die eine Mehr⸗
Xit in beiden Kammern gewiß sein soll, bereits Mitteil⸗
ingen gemacht, die zweifelhaft sind. Die Gruppenbild⸗
ingen und alle Einzelheiten sind wie von dem Vorsitzen⸗
n der Wahlrechtsdeputation der Ersten Kammer, von
Petzsch, mitgeteilt wird, bisher nicht einmal in dieser

8chicksar des Lebens.
Eine Erzählung aus der Prärie.
‚Hat sie Dir ihre Hand versprochen?“
Nein, aber sie wird es tun.“
Der Wirt und die Wirtin des Neu-Baltimore-Hotel
atten bald alle Hände voll zu tun. Veistreß Chapman
honte niemand, wo es sich um Berthas Pflege handelte,
nd Harry, gequält von leiblichem Schmerz unñd geistiger
erstimmung, benahm sich so anspruchsvoll und hestig,
aß Arzt und Wiri abwechselnd mit ihm beschaftigt wa⸗
en. Uebrigens schien er gut bei Kasse, gab' mit vollen
önden sah folglich all seine Launen entschuldigt.
stach einer Woche war Bertha außer Gefahr und Mi—
retz Chapman beschioß, nach Hause zurüdzulehren. Ich
unme in den nächsten Tagen wieder,“ sagte sie beim AÄb—
hied trostend zu dem Maädchen und ließ die Wirtin ver—
rechen, alles sür die Krante zu tun und ihr von einem
waigen Ruückfalle sosort Kunde zu geben.
Berthas Genesung schritt schnell vorwärts, und ehe
mm Monat vergangen war, erklarte sie sich träftig genug,
Anjtrengung eines RNittes zu ertragen.
Eines abends saß sie am Fensier 'und blidte hinaus
1odie Glut der untergehenden Sonne. Es war ein herr⸗
cher Ottobertag gewesen und die Xuft so weich und mild,
ie sie dem indianischen Sommer eigen ist. Wahrend sie
ãumerisch hingusschaute und Bilder der Erinnerung am
piegel ihrer Seele vorüberglitten, öffnete sich die Türe
nd Harry trat ein.
In der rosigen Abendbeleuchtung erschien er unge⸗
öhnlich hübjsch und Bertha errötete unwillkürlich, als ihr
uge seinem leuchtenden Blid begegnele.
Ich hörte, Sie wollen zur Tante Polly zurückehren,“
egann er und nahm an ihrer Seite Platz; fjühlen Sie
ch start genug hierzu?“
„O ja, ich werde den Ritt morgen wagen.“
Ich möchte zuerst noch eine pichtige Frage an Sie
ellen, Bertha. Sie lennen meine Gefuͤhle für Sie. Nun
id wir beide hier, sozusagen, ohne Heimat; ich bitte Sie,
ein Weib zu werden, auf daß ich Sie zu meinem Vater
hre wo Sie herzlichen Willkomm finpen 4

„Ich bin Ihnen für Ihre Güte sehr dankbar, Mister
Thapman, aber ich empfinde für Sie nicht jene Reigung.
die Sie von Ihrer künstigen Gattin zu fordern berechtig
ind.“
„Sie werden mich lieben lernen, Bertha. Und als
mein Weib haben Sie auch Vater, Mutter und Schwester,
die alle wetteisern sollen, Ihr Leben freundlich zu ge—
talten. Ich hasse dieses Land und möchte es möglichst
hnell verlassen; auch Sie lieben es nicht, und da morgen
er letzte Dampfer in dieser Jahreszeit geht, wäre es am
lügsten, wir ließen uns sofort trauen und führen mit ibhm
er Heimat zu.“
Aber ich — 3
Lieben Sie einen anderen?“ fiel ihr Harry in das
Vort.
Nein.“
Mun, dann will ich bis morgen auf Antwort warten
ertrauend, daß sie beichend sei.“
3.
Bertha war den ganzen Vormittag in ihrem Zimmer
ingeschlossen geblieben, um über die wichtige Frage der
Werbung Harrys zum Entschlusse zu kommen. Sie fühlte
eine Neigung für, den Mann, der so dringend um sie
varb, bedachte auf der andern Seite aber auch ihre ab—
zängige Stellung, ihre völlige Heimatlosigkeit
Aus trüben widersprechenden Gedanken wecte sie eine
helannte liebe Stimme und sie eilte hinaus in Tanie
Pollys mütterliche Arme. Nubbin fsolgte den beiden Frauen
nit dem Gepäc und stredte sich, nachdem ihm dasselbe ab
genommen worden war, mit dem anscheinend unschuldigen
Vunsch, von seinen Mühen auszuruhen, vor der Tur auf
en Strohboden. Sein Ohr aber lag der Spalte der sehr
chlecht schießenden Türe ganz nahe.
„Man soll den Pelz nicht vertaufen, bevor man den
hären hat, Wassa Harry', kicherte er, und wenn ich
er alten Dame einen Floh ins Ohr setzte, gäbe es wohi
ebhafte Erorterungen.“
Nubbin hatte am Abend vorher seines Herrn Werbung
ei Bertha belauscht und war die ganze Nacht geritten
im Veistretßz Chapinan davon zu benachrichtigen. Sein
indeutlichen Anspielungen und geheimnisvollen Reden hat.
on ihren alten Arawohn wieder deweckt 1110 ftie «—

deschlossen, sich in aller Frühe nach der Ansiedelung zu
verfügen, wo sie unter der Türe des Hotels mit allen
Zeichen des Erstaunens und der Verwunderung über ihre
anerwartete Erscheinung von Nubbin empfangen wurde.
„Jetzt sage mir aber, warum weinst Du denn eigent⸗
lich?“ fragte Tante Polly herzlich, nachdem sie Hut und
Schal abgelegt hatte.
Errotend und zögernd berichtete Bertha Harrys unge—
stüme Werbung und ihre Gründe für und gegen dieselde.
„Und Du liebst ihn nicht?“
Mein, Tancchen, sei nicht böse; er ist hübsch und gut
und freundlich, aber ich liebe ihn nicht genügend, um iun
zu heiraten — wenigstens jetzt nicht.“
„Dann sollst Du es auch nicht tun, Kind; auf solch⸗
Weise lasse ich Tic; nicht wegschnappen. Liebt er Dich,.
vie er sagt, so nag er warten, bis Du über deine Ge—
fühle klar geworden bist, und will er das nicht, so laß
ihn gehen.“ y
„O, ich bin so froh, daß Du kamst, Tantchen; welch
zuter Stern fuührte Vich hierherr Ich fühle mich' so viel
desser und kraͤftiger, wenn ich mich auf Dich stützen darf.“
Das arme Mädchen war sehr froh, als sie si der
Notwendigkeit überhoben sah, periönlich die Werbung ab⸗—
zulehnen.
„Und was deine Abhängigkeit betrifft, so ist das die
reine Einbildung,“ fuhr Mistreß Chapman fori; „deine
Hilse im Hause vergütet wohl genügend Kost und Woh—
nung; und überdies sprachen die Nachbarn davon, Du solitest
 im Winter eine kleine Schule errichten, sie wollen Dich
gut bezahlen und dann kannst Du so unabhängig sein
als Du willst.“
„Wie hübsch Du trösten kannst, Tantchen!“ rief Bertho
und küßte die freundliche Frau auf beide Wangen.
„Du gehst heute mit mir heim, und wenn es Dir lie
ber d sage ich Harry sofort, wie Du zu handeln geson
ren bist.“
So fand keine Vermählung an dem Tage statt und de
Dampfer fuhr ab ohne Vermehrung der Passagiere.
Fortsetzung folat.
            
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