Full text : Dudweiler Zeitung (22.1909)

SDtaacselt. Bethmann-Hollwoeg: VBie Frage
der Verjassungsresorm in Elsaß⸗Lothringen ist schon sehr
act. Die Vorschlüge werden Ihnen unterdreitet werden,
wenn eine vötlige Uebereinstimmung der beiden Regier—
ungen über diese Frage erziel: sein wied.
Abg. Wiemer (F. Vp.): Meine po inichen Freunde
haben in erster Linie für —R Regierungsvorschlüge über
die Erbschassbestenernng gestimmtt, weit wir so eine Ver⸗
ständigung am ehesten zu erreichen hostten. Tr. Hahn hat
tkürzlich ausgesprochen, daß kein Anlaß vorlicge, daß Bů—
low den Abschled nehmen werde, wenn die Finanzre orn
mit dem Zenirum gemacht werde. Wir warten das wei—
tete mit tüher castneeit go, Lachen und Rufe im
Zentrina: Virt auchl) Leitend für uns ist, was im Pro—
anim unserer Kartei ausgesprochen ist: Ausban der po—
sitischen Freißeit und Sebung der Bohliahzrt des ganzen
Volses. — Abag. Richthosen ctons.): Wir wol—
len auf alle Fälle die Reichsfinanzrefo cm in
jseder Weise fördern, weil F fich um eine unumgungliche
Forderung handert, die eim Quterene der nationalen WBür—
de lienge. Wir siind uscht schüldig an der Verzögerung der
Verhandluugen, wir sind sieis ür die Beschleunigung der
Verhandlunßen cinstte reten. Tusch unsere Zustimmung zu
dem Kumpromiß baben wir erttärt, daß wir 100 Millio—
nen durch Steuern aus dem Besitz aufzubringen gedenken.
Die Nachlaßsteuer, wie sie vorgelezt worden ist, ist aber
nicht nur von uns zurückgewiesen worden, und ich glaube,
sie ist in der Versenkung verschwunden. Es ist nie davon
die Rede gewesen, die Reform mit dem Zeutrum zu ma—
schen. Wir haben nur gesagt: Die Finanzreform muß zu⸗
stande kommen und wir mussen die Mehrheit nehmen, wo
wir sie finden. (Stürmische Heiterkeit. Wir handeln nicht
aus Parteiinteresse, sondern das Vaterland geht uns über
die Partei. (Lebdaster Beifall rechts.)
Abg. David (Soz.) Ter Widerstand gegen die
Nachlaßsteuer erklärt sich daraus, daß sie eine Offenbar—
ungssteuer ist. Daran ändern alle Liebeserklärungen des
Neichskanzlers an die Agrarier nichts, auch nicht fein Ap
vell an die Opferfreudigleit der Rechten. Der Reschskanz
ler ist Handlanger der allerhöchsien Person. Des Königs
Wille ist das höchste Gesetz. Es kann kein Reichskanzler
im Deutschen Reiche auch nur vier Wochen bleiben, wenn
er als Ministerpräsident in Preußen gegen die agrarisch—
kenservative Klique regieren will. Sie drückt jeden Reichs—
kanzler nieder.
Abg. Fürst Hatzfeldit Geichsp.) erklärt, wir
wünschen der inneren Politik der Regierung den gleichen
Erfolg wie der äußeren.
Abg. Liebermann v. Sonnenberg (W.
Vag.) betont, daß seine Fraltion daran sesthalte, daß ein
erheblicher Teil des Bedarfs durch Besitzsieuern aufge—
brcicht werde.
Abg. Haußmann (Südd. Vp.) spricht über den
Block und sagt, die Konservat ven seien schuld, daß er
Trümmer gegangen sei.
Abg. Zimmermann (Asp)) sagt, seine Freunde
würden für die Nachlaßsteuer, bez. Erbanfallsteuer stim—
nen. · Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Olen—
usen (Welfe) ergreist Reichstaänzler Füerft Bülo w
as Wort und weist die Angr'ffe zunächst des Vorredners
ur Redner wendet sich daum gejen die Aussührungen
eé 59. Dr. David, den er bittet, den Kaiser aus der
erte zu lassen. Das Land habe genug davon, den
aier in die Debatte gezogen zu sehen. Ich werde dem
zur Seite stehen, solange er es will, und so lange
t meinem Gewissen verrräglich ist und so lange
halaube, daß es im Interesse des Staates liegt. Es
zebe am kaiserlichen Hofe keine Kamarilla—. Bezüglich der
lenßerungen Davids über Ausnahmegesetee sagt der
danz'er, er halte die besiehenden Gesetze für vollkommen
usreichend. Sollten aber die Gesetze einmal nicht aus
eichen. um revolutionären Ausschrestungen zu begegnen
ann werde sich die Regierung allerdings mit den bür—
erlichen Parteien zur Abwehr zusammenschließen. Der
meichskanzler kommt dann auf die Flnanzreform zu spre—
hen, und sagt, die Reg'erung bleibe dabei, daß von der
alben Milliarde ein Teil durch Besitzsteuern aufgebracht
erden müsse. Nach dem Reichskanzler sprechen noch die
Abag. v. Oloenburg (lons.), Mommsen (FJ. Vag.) und
Emmen (Soz.), worauf die Debatte geschlossen wird.
Der Etat des Reichstanzlers ist damit erledigt.
Das Haus vertagt h auf Mittwoch 11 Uhr — Ta—
gesordnung: Etat des * 22artiaen Amtes und weilel
Etats.'— Schluß 6 Uhr
* D
Vreußischer Laudtaa.
AÄbgesrdnetenhaus.
Berlin, 30. März.
Das Abgeordnetenhaus erledigte heute Petittonen und
begann mit der Beratung der Se undärbahn-Vorlage, die
der Eisenbahn-Minister Breienbach bearündete, Moraen!
Fortsebung.
— — — — — ——
CToftales uno Dermißeyte
Dudweiler, 31. Marz.
8 Die nächfte Schwurgerichtsperiode beginnt am Montag
den 19. April.
Z Nur einmal jährlich Kontroll versammlung! Der Reichs⸗
tag hat die Resolution betreffend jährlich einmalige Kontroll⸗
versemmlung und freie Fahrt für die Urlauder in die Heimat
angenommen.
8 Gegen die Animierkneipen richtet sich ein Antrag der
Konservatiden, den sie zur dritten Beratung des Etats des
Ministeriums des Inneren eingebracht haben. Er hat folgen⸗
den Woctlaut: „Die Staatsrezierung zu ersuchen, sodalt
als möglich mit aller Schärfs diejenigen Gesetzesdefiimmungen
zur Anwendung zu bringen, welche eine Ausrottung der
Animierkneipen in jeder Gefialt ermöglichen, und, falls die
geute bestehenden gesetzlichen Bestimmungen hierzu eine ge—
nügende Handhabe nicht bieten, auf die schleünige Einführung
deijenigen gesetzlichen Maßnahmen — eventuell unter Geitend
machung ihres Einflusses Zim Bundesrate — hinzuarbeiten,
velche hier sicher und unumgänglich zum Ziele führen.“
8 Die Millionärin Frau Lorillard in New-VNork hat im
Altes von 49 Jahren aus Fuccht vor den Schrecken des
Alters Selbstmord veruibt. Nach der Ruckehdr von einem
glänzenden Diner sperile sie sich in ihr Schlafzimmer ein,
offnete die Gashähne und eiflickte so. Neben ihrer VLeiche
iag ein Zeitel, auf den sie die Bitte geschrieben halte, man
möge alle ihre Kostbarkeiten mit ihr beerdigen. Wird diese
Bitite erfüllt, so wird der Sarg der Frau Lorillard mindestens
*Millionen Mark mit in die Erde tragen.
Der Schichtmeister Wilhelm Kruse des Bergwerks Kron⸗
rinz ist vom 1. April ab zum Bergwerksdireitionssekretär
efötdett und an die Berg werksdirektion zu Saarbrücken
dersetzt wocden. — Den Fahrsteigern Odermann und Albrecht
owie der Steigern Heinrich Thoma und Johann Keßler des
Zreinkohlenbergwerks Reden ist die nachgesuchte Entlassung
us dem Staaisdiente mit Bewilligung der gesetzlichen
Zension vom 1. April 1808 ab erteilt worden. — Der Slei—
ver Nikolaus Bentz des Steinkohlenbergweikz Sulzbach ist
uf seinen Antrag vom 1 Mai ab in den Ruhestand ver⸗
8zt worden. — Der Beigmann Erasmus Naumann iñß mil
ew 1. April als Hilauukbenmächter d⸗a RPerawerfs Reder
—

FKriegswirister von Einem hat dieser Tage im Reichsage
 erklärt, daß eine Bevorzugung des Adels im Offizlerkorps
nicht stattsende, daß die Beförderungen nur nach persö—licher
kdüchtigteit erfolgten. Wir wollen das einmal annehmen
und in diesem Glauben einige statiftische Angaben betrachten.
Es kamen bei der Infanterie auf einen adligen Leutnant
noch 2386 blirgerliche, das Verhällnis sinkt aber stetig von
Thartze zu Charge, so daß die Ziffern beim Majoe einander
zleich sehen. Vom Oberstleutnant an überwiegt schon der
Adel, und dieser nimmt immer mehr überhand, so daß beim
ommandierenden General auf 100 Adlige nur 7 bürgerliche
'ommen. Woher kommt das? Die höchsten Sitellen im
Hiece werden heutzutage nur vou solchen Offizieren erreicht,
die im Generalftabe oder der hohen Adjutantur gewesen sind
Nach der Dienstaltersliste befanden sich im Generalßsabe 99
adelige, 54 nichtadlige Offiziete der Jafanterie, 39 adlige
3 nichtadlige Offiziere der Kavallerte, in der Adjutantur, aus
chließlich der Brigadestäbe, 36 adlige, 18 nichtadlige Oifiziere
der Infanterie, 23 adlige, O nichtadlige Offiziere der Kapallerie
Ziehen wir nun auf Grund der Eitklärunßgen des Kriegs
ninistirs den Schluß, so kommen mir zu einem Tiesstand des
Bürgertums in persönlicher Tüchtigketit, der geradezu be
chämend ift Da b.eibt weiter nichts übrig, als daß sich
die Bürgersöhne sttamm auf die Hosen setzen und lernen
— sehr viel lernen müssen, um es dem Adel an persö ücher
Tüchtigkeit gleich zu tun. Ob das wohl hilft?!
8 Fischb ach, 29. März. Unweit unseres Ortes, auf
der Nordseite des Fischbachtalee, wird mit der Gewinnung
eines Tonsteinflözes begonnen. Erne private Gesellschaft hat
ich zu dielem Unternehmen entschlossen, daVersuche eine günftigt
Verwendbarkeit des Flözes ergeben haben. In welcher Weiste
die Verwendung stattfinden soll, ist allgemein noch nicht be—
annt.
8St. Ingbert, 30. März. Hafibefehl ist gestern
morgen in der öffentlichen Zwilsitzung des kgl. Amtsgerichts
gegen den christl. Gewerkschaftssekreiätr Leonard Wernerius
ergangen, weil Wernerus einer Vorladung zum Offenbarungs
zide keine Folge leistete.
Fremmersdorf, 28. März. Die Leiche eints
Zoldaten wurde gestern nachmittag bei unserm Orte aus
ner Saar gezogen. Nach den sofort angeftellten Recherchen
sandelt es sich um den Musketiert Hay von der 1. stomp.
»es Infanterie-Regiments 30 aus Soarlouis. Hay hatte sich
»ereiis vor 14 Tasen von seinem Truppentelle entfernt. Die
Leiche scheint schon mehrere Tage im Wasser gelegen zu ha
hen. Ob hier ein Unglücksfall oder ein Selbstmord vorlieg
onntie noch nicht festgestellt werden. —A
SKreuznach, 28 März. Heut: verbrannte sich ein
13 Jahre altes Mädchen, indem es Petrsleum in den Ofen
zoß. Das Feuer erfaßte sofort die Kleider. In seiner Angst
lef is auf die Straße. An sein Aufkommen ist nicht mehr
u denken.
O Newyork, 29. März. Di längste Brücke der
Welt. Die Pläne für die gewaltige Hängebrücke, die die
Stadt New-Jersey mit Newyork verbinden soll, sind jetzt ab⸗
zeschlossen. Die Brücke wird nach ihrer Fertigstellung die
ängste der Welt sein. Sie überquert den Hadson in ener
Spannweite von nicht weniger als 7400 Fuß, und wird nach
en jetzigen Schätzungen rund 80 Millionen Mark kosten
An beiden Endpunkten erheben sich zwei gewaltige Brücken
öpfe, die balb aus Steir, halb aus Stahl hergestellt werder
und eine Höhe von 230 Fuß haben. Zwischen ihgen werder
sich die gewaltigen S ahlkabeln spannen, die bestimmt sind
ein Gesamtgewicht von 200000 Tons zu tragen. Jedes
dieser Kabel hat einen Durchmesser von 2 Fuß, es besteh
ius einer roßen Zahl von Stahldrähten, die parallel neben
einander liegen, aber nicht verkaupft werden. Die Koster
dis gewaltigen Unternehmens werden die Staaten Newyor!
und New-Jersey gemeinsam aufbringen. Vach der Fertig
tellung des Werkes werden täglich eine halbe Million Men—
chen und 20000 Fnuhrwerke die Brücke benutzen können.
(5) Rheydt, 28. März. (Das unselige Schie—
zern.) Der 15jährige Sohn des Stadtverordneten Sie—
zer traf insolge eines unglücklichen Zufalles beim Schie—
zen mit einer Flobertbüchse seinen fünf,ährigen Bruder.
Das Kind ist an der erlittenen Verletzung gestorben. Was
braucht ein 15jährrger Bursche eine Floberchüchse. Die
Eltern sind oft mit Schuld an den fürchtbaren Unglücks⸗
öllen, die sich durch de Schießerei ereignen.
() Hörde (Wesifalen), 30. März. Bergmanns—
bo s.) Auf der Zeche „Freier Vogel“ janden, dem „Hör—
derder Volisbiatt“ zufolge, zwei Vergleute, welche die
Ztrecle von Schlagwettern reinigen sollten, und ein zur
Rettung der beden Ausbleibenden nachachender Steiger
durch cistige Gase den Tod.
() Liesbaden, 30. März. (Jum Prozeß Me—
denbergeLuremburg) TDas am 27. d. M. vom
esigen VLandgericht (wie schon gemeldet) in Sachen des
Rassau schen Hausfideikommisses erlassene Urteil weist die
»om Grafen von Merenberg gegen die Erbgroßherzogin
cu Lnkemburg erhobene Klage ab, weil neben dem Erb—
berenn das nassauische Hausgesetz für die Erbfolge in
Rassan maßgebend sei, und weil in der Weilburger Li—
nie, zu der der Klager sich rechne, de Ebenbürtigkeit ge—
gebeneafalls der Konsens Vorausfetzung für die Eutzes—
ion sei. Soweit der Kläger als Blutsverwandter des
bauses Nassau Ansprüche erhebe, erledigen sich solche
urch das Hausgesetz des Herzogs Wilhelm. — Graf von
Merenberg wird sich bei dent Urteisspruch des hiesigen
Landgerichts, das seine Klage gegen die Erbgroßherzogin
yon Luxemburg kossenpflichtig abgewiesen hat, nicht be—
uhigen, vielinehr Berufung einlegen.
() Neustadt a. d. H., 30. März. GPfälzischer
Weinbau.) Der soeben erschienene Jahresbericht des
Bereins für Weinbau und Weinhandel der bayerischen
pfalz gibt Aufschluß über die Traubenernte der Pfalz im
Jahre 1908. Sie brachte einen Ertrag von 47223 Fu—
der im Werte von 19 557 710 Mark, also fsast 20 Millio—
ien Mark. Dam t steht die 1908er Ernte dem Werte nach
an deitter Stelle unter den letzten sechs Jahren, wäh
tend sie der Menge nach erst an die fünfte Stelle rückt.
() Kirchheimbolauden, 30. März. (Aus dem
tollben Jahre“) Der 66jährige Gedüchtnistag für
dee im Jahre 1849 im Kampfe gegen die anrückenden
breußen gefallenen und auf dem hiesigen Friedhof beer—
»gten 17 hessischen Freischärler soll hier 5m Sonntag,
13 Juni, seierlich begangen werden.
* Gegen die Spielhöulen. Das Zuchtpolizeigericht in
Lerviers hat das Urteil über die Gründer des Spielerlubs
 in Spa gesprochen. Der Banlmaller Veln aus
Lüttich hatte alle Schuld auf sich genommen; er wurde
zu 1000 Franken eventell drei Monate Gefängnis ver—
urtcilt; die übrigen kamen mit 50 Franken davon!
*Mord und Selbftmord. Im Hause Selchow—
traße 2 in Rirdorf bei Berlin versuchte der 22jährige Ge—
—BDDDODD—
Barber zu erschießen und tötete sich dann durch einen
Schuß in den Kopf. Das Mädchen wurde schwer ver—
etzt. An ihrem Ausfsommen wird gesweiselt.
*Unalücklicher Sturz. Der Kunimaler

Emil Man—
A4—

iner der früheren „elt Scharfrichter“ war und der kürzlich
on einer längeren erfolgreichen Gastspielreise nach Mün—
hen zuxückgetkehrt war, ist infolge eines unglücklichen Slur—
es auf der Treppe seiner Wohnung gestorben.
*Attentat auf Roosevelt. Während der Ueberfahrt
»es Tampfers „Hamburg“ von New-Yort nach den Azo—
ten wurde ein Attentat auf den früheren Präsidenten
Roosevelt, der sich an Bord befindet, unternommen. Der
Attentüter wurde festgendumend. viach einer Verston han—
delt cs sich um einen iralienischen Zwischendeckspassagier,
lamens Tosti, der den Exrpräsenten schon kurz nach der
Aussahrt aus dem New-Ynrter Hasen angefallen haben
oll. Wie sich herausstellte, hat der Italiener den Ueber-—
fall in cinem Aufall piötzlich ausgebrochenen Irrsinns
1us6c ührt

RPom Reichsluftichiff „Reppelin 1*
Fricedrichsbafen, 30. Maärz. Bei der in An—
vesenbeit des Grasen Zespe in und der Ofiziere der Ber—
iner Luftschifser-Abtei Ang abgehaltenen Rarole wurde
beschlossen, von der jür heute geplanten Fernfahrt
nach Miüunchen insolge des von dort gemeldeten Wet—
er Unachlages abzuschen. Heute soll wieder eine Ueb—
Angssahrt untetnommen werden.
— —— —

Teueste Nacsrrehten und Celegramme.
Depeschen Bureau Herold.
*Trier, 31 März. Der jcttzt vor den Geschworenen
yerhan elte Prozeß des Rennfahres Breuer, der beschuldigt
st, den Rentner Marhonet erschossen zu haben, hat gestern
ziine unerwarteize Wendung genommen. Auf Antrag des
Angeklägten war füc gestern eine Besichtlzung des Tatortes
inberaumt und vorgenommen worden. Nach der Ortsbe⸗
ichtiauug bei Gerolstein wurde die anklage, die bisher auf
Totschlag lautete, aus Mord ausgedehnt und zu erneuter Ver⸗
andlang auf die nächte Schwurgerichtsperiode vertagt.
* Havanna, 30. März. Bei dem Brande des Dampfers
Altenburg“ sind 15 Personen umgekommen.
*Paris, 30. März. Der Matin widmet der zögernden
daltung des Senats-Ausschusses bezuglich der Reforn der
ranzösischen Artillecie einen längeren Ariikel.
Das Blait versichert, in militärischen Kreisen erklläre man,
daß es notwendig sei, die französische Attillerie auf densel⸗
»en Standpankt zu bringen wie die deatsche, umsomehr, als zur
Zeit in der französischen Marine volkommene Anarchie herrsche.
* London, 31. Mäctz. Die Konserdativen hielten gesteru
in Islington eine Riesenversammlung gegen die überale Re—
zierung ab, an welcher üUber 10 000 Personen teilnahmen.
Zauptredner war Belfort, der die Regierung wegen der
Marinepolitik heftig angriff und beschuldigte, die Marine—
Interessen Eagbinds zu großem Nachteile des Landes ver—⸗
aachlässigt zu haben. Die öffentliche Meinung wünsche ein
Amlehr von einer derartigen Politik und den Bau von neuen
Schifsen. Die deutsche Marinerüstung düurse man nich: aus
dem Auge lassen, die müßte stets für Enaland bestimmend
ein.
*Madrid, 314. März. König Alfonso empfing in
Sau Sebastian den Besuch König Eduards und er—
vidert diesen Besuch heute in Biarritz. Die Ankündigung
dieser Begegnungen hat, weil sie völlig unerwartet kommt,
n Madrid große Ueberraschung und allerlei Vermuin—
zen hervorgernsen, obwohl offiziell betont wird, die Zu—
omrmentünste trügen einen rein familiären Charakter.
* Karacas (Venezuela), 31. März. Es ist das Ge—
rücht verbreitet, Präsident Castro habe ein Schiff gechar—
ert, un es mit Kriea smaterias nach WBenezuesag
uU senden.
* Teheran, 34. März. Nach Meidungen aus Täbris
and in der dorugen südwesilichen Vorstadt ein heftiger
dampfstatt. Schuja ed Dauleh wehrte den Angriff der
dationalisten siandhaft ab. Zwölf Nauonalisten fielen, 30
vurden verwundet. Die Anhänger des Schahs verloren
»ei einem nächtlichen Angariff auif die Ostieite der Stadt
lb Monm.
* Belgrad. 31. März. Der gestern abgehaltene Minister⸗
sat hat beschlossen, der Gesamtlage der Politik Rechnung
zu tragen und den Forderungen der Großmächte vollinhaltlich
zu enisprechen. Telegraphlisch wurde hiervon der serbische
Besandte zunächst nur in Kenntnis gesetzt. Heute wird über
die jitz'gen Gestaltung der Lage der Minister des Aeußern
in der Skupischina sprechen und erst dann wird der Gesandte
Serbiens in Wien beauftragt werden, die von den Groß—
mächten empfohlene Etklärung der österreichischen Regierung
im Namen Serbiens zu überreichen.
* Rewyork, 30. März. Die Unkersuchung über das
Rttentat gegen das Opernhaus in Boston hat bisher zur
Entdeckung der Urheber nicht geführt. Der angerichtete
Schaden ist sehr bedeusend. Die Front des neuen Opern⸗
Jauses, welches bereits 30 Meter hoch aufgeführt war, ist
jollstöndig zusammengestürzt. Die Einweihung der Oper
ollte bereits im Herbst stattfinden. Die Neubauten, die
enfolge der Explosion aufgeführt werden müssen, eriordern
einen Aufwand von ca 2 Millionen Dolla

Verlorene
kKinder

zum Einnehmen von Lebertran, wenn sich dieselben
nit Händen und Füßen dagegen sträuben. Die
uro HIsehmeckeunde KrafLebertran-EnuUISSom
 dex Germania-Medirinal-Drogerie
 von Ernst Loerke, Pro—
vinzinlstrasse 2716 Dudweiler (Tele—
hon 195) wird im Gegensatz zu diesein mit Lust
zenommen und infolge ihres Gehaltes an knochen—
ildenden Salzen ist sie demselben in der Wirkung
»edeutend überlegen. Sie ist deshalb für schwäch
iche, skrofulöse in der Entwicklung zurückgebliebenen
»urch Keuchhusten, Masern oder andere Krank—
)eiten geschwächte Kinder ein vorzügliches
Mñähre- und Krüäfftigungsmättel. In
Flaschen à 2,00 Mu,, bei 3 Flaschen billiger. nach
AH,α F ine ⏑ Manabrn—e
            
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