Schweiz.
*Der Ständerat bewilligte, dem Nationarrat zu—
stimmend, die verlangten Kredite von 5867000 Irks. für
Artillerieschießplätze. — Der Mationalrat begann
die Beratung der Anträge des Bundesrates betressfend
Fortsetung der Rheinregulierung von der Ill—
mündung bis zum Bodensee, sowie die Uebernahme der
Mekrlosten des Diepoldsauer Durchstichs.
Türkei.
*Bei Debre in Albanien fand ein heftiger Kampf
zwischen Truppen und albanesischen Aufsrührern unter
Asiz Tschala statt. Die Truppen verloren dreizehn Ver—
wundete und vier Tote. Verstärlungen sind unterwwegs
im ganzen sind zwei Bataillone und vier Geschütze enga
Jiert. — Nach einer späteren BReldung dauern die Känmpfe
zwischen türkischen und bulgarischen Grenztruppen sort
Die Zivilbevölkerung beginnt bereits sich daran zu betei—
ligen. Infolgedessen haben die Kommandanten des 2.
und 3. Korps Besehl erhalten, die Ordnung wieder her—
ustellen
Amerika.
* Roosevelt trat seine Afrikafahrt an. Das
zamburger Dock, sowie der Dampfer „Hamburg“ waren
estlich geschmückt. Roosevelt langte früh an, um den Hult—
igungen der Menschenmenge zu entgehen. Dennoch wa—
en schon Tausende vor dem Dockeinganaga, die ihm Ova—
ionen darbrachten
Aus aller Welt.
* Kollission der „Pohenzollern“. Tie Kaiserjacht „Ho—
henzollernx kollidierte insolge dichten Rebels mit, eineni
Acinen norwegischen Dampfer. Ter Dampfer sanl, doch
konnte die Mannschaft gerettet werden. Die „Hohenzol⸗—
lern“ geht zur Reparatur nach Wilhelmshaven. Der ver—
ursachte Schaden dürfte in 24 Stunden wieder klar sein.
* Verhaftet. In Cleveland wurden ein Mann und
eine Frauensperson, die in den KNnabenraub verwickelt
sind, verhaftet. Die Frau hatte fast noch die ganzen er—
preßten 10 000 Dollars bei sich. Sie leate ein teilweises
GBestaͤndnis ab.
Die verhängnisvolle Arznei. Ein Pariser Hand—
werkerehepaar Tremelet übergab, um ein Verznügen be—
suchen zu können, sein achtjähriges Söhnchen der Obhut
der im gleichen Hause wohnhasten Waschfrau Lonise Lal—
lemant. Da der Kleine über Leibschmerzen klagte, gab
ihm die gutherzige Frau Lallemant in einem Glas Was—
ser sieben Tropfen einer Arzenei, die ihr vor acht Jahren
gegen Leibkrömpfe verschrieben worden war, und deren
Rest sie seitdem wie ein Heiligtum aufbewahrt hatte. Mon
kann sich den Schreck der braven Frau vorstellen, als das
Kind von furchtbaren Zuckungen besallen wurde und nach
wenigen Augenblissen in ihten Armen sceine Seele aus—
hauchte. Die Medizin hatte Strychnin enthalten. Von
diesem Gist genügte die winzige Tose von 6 Milligramm
um ein achtjühriges Kind zu tötenn Tas Schwurgericht
empfand Mitleid mit der Unglücklichen, die wegen fahr—
läfsfiger Tötung vor seinen Schranken stand, und hieleine
Woche Gefängn's für eine ausreichende Sühne.
* Grauenvolle Tat eines Irrsinnigen. Eine un—
heimliche Szene bot sich den Bewohnern der Stadt Sansa
Maria Capua (Italien). Ter Kaufmann Alazzi betraf
den Balton seines Hauses, hielt an seine Mitbürger eine
merkwürdige Rede, so daß die Menge es bad mertte,
daß sie es mit einem Irrsinnigen zu tun hatte, worau
sie den Aernmsten durch irenetischen Peifatt —
Fahrt, wird es wohl auch dieses Mal eine Ueberraschung
geben, aber man wird sich in München noch etwas ge—
dulden müssen.
Entdeckung des Südpols?
London, 24. März. „Evening News?“, die als
Abendausgabe der „Daily Mail“ erscheint und die das
zlleinige Recht erworben hat, den Bericht des Leutnants
Shackleton, des Führers der englischen Südpol-Expedi—
ion,, zu veröffentlichen, meldet aus authentischer Quelle
Leutnant Shacklleton habe sich dem Südpol bis auf un—
gesähr hundert Meilen genähert.
London, 24. März. Wie die „Daily Mail“ mel—
det, ist der südlichste Punkt, den Leutnant Shackleton er—
reichte, 111 Meilen vom Südpol entfernt. Leutnant Shack—
seton bestinmee den südiichen Magnetpol auf 72,25 Grad
üdlicher Breite und 154 Grad ösilicher Länge von Green—
wich
SGerichtszeitung.
8 Mordprozeß Breuer. Wegen Erkrankung eines Ge—
chworenen ist die Verhandlung gegen den Rennsahrer
Breuer auf Samstag vertagt worden. Die bisherigen
Zeugcenaussagen waren sehr belastend für den Angeklag
en hinsichtlich seiner enorinen Geidausgaben und des Be—
itzes einer Browninpistole. Auch wurde Kriminalkommis—
sar von Trescow als Sachverständiger über seine Erfah
rungen mit Homosexruellen vernommen. Er glaubt nicht,
daß der Verlkehr zwischen Mathonet und Breuer eigent—
lich unzer den 8 175 fällt. Die Sachverständigen Dr. Rol—
ler-Trier und Dr. Witry haben den Angeklagten im Ge—
fängnis untersucht und festgestellt, daß er homosexuellen
Berkehr gepflogen habe.
8 Fahrlässige Tötung. Der Referendar v. Igel,
der den Steinmetzmeiste Marschner in Oranienburg
erschossen hatte, wurde wegen fahrlässiger Tötung schul—
dig gesprochen und zu vier Monaten Gefängnis verur—
tcilt. Ein Monat der Untersuchunashaft wurde ange—
rechnet
Vermischtes.
Die Dame im Koffer. Ein eigenartiges Abenteuer
zatte cin Kutscher, der in Diensten eines Weinhändlers
in dem französischen Orte Tat steat. Er war nach Oeyre—
uy, einem kleinen Dorfe in der Umgegend, gefaͤhren, um
Fort einem Kunden das besstellte Faß Wein zu bringen,
Tieder, Cotis mit Namen, bat ihn um die Gefälligkeit,
ür ihnen Kofser nach dem Bahnhof in Dax zu bringen.
der Kutscher willigte ein und lud das Frachtstück, dessen
sßröße und Schwere ihm auffiel, auf seinen Wagen. Als
r sich kurz vor dem Stadttor zufällig umdrehte, bemerkte
er zu seinem Erstaunen, wie sich der Deckel des Koffers
job und ein weibliches Wesen, das eine Halbmaske vor
dem Gesicht trug, berausschaute. Kurz entschlossen suhr
er seine seltsame Last state nach dem Bahnhof nach dem
Polizeiburcau. Dort wurde die Insassin des Koffers als
ie 38.ährige Marie Cotes festzestellt. Sie leidet an
Verfolgungsideen und hatte daher den Plan gesaßt, ihre
deimat zu verlassen und zu Verwandien nach Bayonn«
u reisen, wo sie größeren Hinterhalt für sich erhoffte
Damit ihre Abreise ihren angeblichen Feinden unbemerkt
Alrebe, hatte sie diese mit Unterstützung ihres Vaters, ei—
ies bercits schwachsinnigen Greises, im Koffer angetreten
Zie sand bei einer befreundeten Familie in Dax vor—
— —
() Dortmund, 24. Utarz. (Sodesitur z) PDer
WEVV——
hristian Bovermann wurde als Leiche aus deni Romber
chen Steinbruch an der Buschmühle gezogen. Es schein
daß der Verunglückte sich dort die Hände gewaichen, de
lebergewicht bekommen und in das Wasser gestürzt itt.
() Ehingen, 24. Mörz. (Berduftet.) Der Red
ner der Darlehenskasse Rupertshosen ist ftüchtig gegangen
Bis jetzt ist ein Defizit von M. 15 000 fesigestellt
Deutscher Neichstag.
Berliu, 24. März.
233. Sitzung) Nachmittags 2 Uf
Auf der Tagcesordnung sieht heute die Beratung d
Marine-Elats.
Beim Titel „Staatssekretär“ erstattete Abg. QKühl;,
oldt als Referent Bericht über die Verhandlungen d
dommission.
Präsident Graf Stolberg: Ich schlefe die Die
ussion, es hat sich niemand zum Wort gemeidet. Der
el ist bewilligt. (GGroße Heiterkeit und Beisall.)
Abg. Singer (Soz ) erklärt zur Geschäftsordnung
Damit kein Mißverständnis entsteht, habe ich zu erklären
daß wir uns nicht zum Wort gemeldet haben, weil un
nitgeteilt worden ist, daß über die Frage, die uns in de
etzten Zeit in der Kommission lebhaft beschäftigt ha
er Reichskanzler beim Etat des Auswärtigen Amtes Au
chluß geben wird.
Der Gehatt des Staatsse!retärs des Reichsmarim
zuites wird bewilligt.
ledgdrauf wird eine Anzahl weiterer Titel debattelo
erledigt.
Bei dem Kapitel betr. Instandhaltung der Werfte
ꝛemerkt Abg. Severing Goz.): Ich habe vor lar
zerer Zeit eine Beschwerde beim Marineamt eingebrach
iber die Verhältnisse auf der Wersft Wilhelmshaven. Ic
sabe darauf noch keine Antwort erhalten. Die Arbeits
»erhältnisse auf den gesamten Werften müßten von de
Marine-Verwaltung ordentlich geregelt werden. Redne
vendet sich dann gegen den großen Umsang des Auf
ichtspersonals, und bestreitet, daß dieses große Beamten.
nersonal zur glatten Abwiclelung der Geschäfte beitrage
Admiralitätsrat Harms weist die Angriffe des Vor
edners zurück. Es besteht vor allem anderen das Be
treben, die Tätigkeit der Arbeiterausschüsse auf den Wer
en einzuschränken. Damit schließt die Erörterung. Deba
elos gelangt eine Resolution der Kommission zur Ar
iahme betr. Erhebung über eine Vereinfachung d
Zteuerverwaltung für das Schutzgebiet Kiautschou.
Bei dem Titel „Forderung für Schiffsbauten“ erklä—
Abg. Schra der (F. Vgg.): Bisher hat das hoh
ʒaus lediglich Beschlüsse dieser Kommission bestätigt. Hie
väre nun der Punkt, wo wir erfahren könnten, was i
den letzten Tagen das Interesse der Oeffentlichkeit erreg
hat. Namentlich die Frage des Verhältnisses unserer Ma
ine zur englischen. Aber die Parteien haben sich dahi
zeeinigt, die Frage an dieser Stelle nicht zu erörtern
Zie hat eine politische Bedeutung gewonnen, die wei
iber die technische hinausgeht. Sie soll daher beim Et—
es Reichskanzlers in der nächsten Woche erörtert werd⸗
Na »ser »de Auskunft aiht