Full text : Dudweiler Zeitung

Tekales und Berßnisetztes,
Dudweiter, 24. Maärz.
Eirgesandt. Sei gegrüßt du Tag der Freude
Sei gegrüßt du Tag der Lust,
Hochgesühl beherrschet heute,
Jedes deutschen Turners Brust.
Zur 5ojährigen Jubelfeier des Mittelrbeinkteists. Ein
Freubentag ist der 27. Maczed. J. sur den Mateltdeinkteis
der deutschen Turnerschaft, wie ien weder dieser selbst noch
ein anderer ihrer Krede bis jetzt erlert hat, der Tag der
zojährigen Jukelftter setpes Bestehens. Leid und Freud,
alibe und heitere Tage wnaren ihm auf seiner Lebensbahn
beschieden, aber mit treuen Führern an der Spitze hat er
sch zu seiner ietzigen, achturggebietenden Stellung emporge—
lungen. Klein wa. sein Anfang. Als nach dem stürmischen
Jahr 1848 die Tunvertire ihre kurze Blütezeit eingebüßt
ind ihr Traum nach einem inigen deutschen Vaterland in
in Nichts zerronnen, da sarke sich für längere Zeit tiefe
Frabessille auf die so beleuten Turnpläße hernieder und be⸗
scitete dem Turner, der Lait und Freude der Jugend, cin ge
paltsames Eade. Erst in Jahre 1858 unternahm es der
zurnverein Offenbach am Main unier der Leitung seines
905 verstorbenen Vorsitzenden M. Kappus wieder, die zer⸗
reuten Scharen zu sammeln und neuem Leben entzegenzu—
hren. Ein treuer Helfer stand ihm zur Seite in der
erson des Fraukfurtets A. Ravenstein, des Begründers der
Idbergfeste. Nur 7 Vereine konnten dem ersten Nuse folgen.
umstadt, Ftankfur, Friedberz, Gießen, Mainz, Rödelheim
d Sachsenhausen. Sie versammelten sich am 29. August
58 zu einem Ablurnen in Offenbach und sardien mit
anau und Oberstein zu einem Turntag am 27. März 1859
e Vertreter do rihin, um über das geplante eiste Mittel⸗
inische KTurnfefst zu beraten. Jener Tag ist daher der
ündungstag des Mittelrdeinkreises.
Der Allgemeinr Turnverein Dudweiler wird zur Feier
Jubeltages am nächsten Samostag abend ein Freuden⸗
reauf den Kitten abdrennen.
Z„Polizeibericht. Wegen groben Unfuas wurden zwei
sonen festgenowmen und im Verwahrlokal untergebracht.
—Wegen gemeinschaftlicher Körperverlezuug wurden drei
— ge Bergleute aas Herrensohr, wegen Betrugs ein Maurer
In hier und wegen Meintids ein Metzaer aus Heiligenwald
IhOAnztige gebracht.
8 Eingesondt. Wir machen auf die heute abend bei
Aker Bayer tagende Gartenbauversammlung empfehlend auf⸗
uarrksam. Die belden Vorträge sowohl als auch einzelne
Punkte des „Vermischten“ sind wohl von allgemeinstem Ju⸗
leresse und dürsten bei allen Anklang finden. Abweichend
ocrm früheren Modus beginnt auf Wunsch einer großen Zahl
von Mitgliedern die Versammlung diesmal um 8 Uhr und
es sind alle Befucher ernstlich gebeten. sich darnach einzu⸗
ichten.
8 Das Beamtenprivileg. Die verstärkte Gemeindekom⸗
mission des Preuß'schen Abgeordnetenhauses hat über die Be—
ra tung des Entwurfes betreffend die Heranziehung der Be⸗
amten zur Gemeindecinkommensteuer Bericht erstattet. Sie ha
em Entwurfe folgende Fassung gegeben:
8 1. Die unmittelbaren und mittelbaren Staalsbeamten,
die JGeistlichen, Elementarlehrer und die seither bei der Ge—
meindeeinlommenbesteaenung bevorrechtigten unteren Kirchen⸗
diener sowie die Beamten des Königlichen Hofes werden in
den Gemeinden zur Einkommensteuer gleich den übrigen dieser
Steuer unterworfenen Personen hetangezogen, sofern nicht
mehr als 125 v. H. Zuschläge erhoben werden.
8 7. Die Beftimmungen des 87 gelten nur für solche
Beamten usw., welche nach dem 31. Mätz 1909 in das Amtsverhälinis
 eingetreten sind.
Die Kommission hatte bekanntlich die Steuerfreiheit
der Geistlichen und Lehrer aufgehoben, obgleich der Entwurf
dies nicht vorsah. Die VNegierung hat das Privileg der
Beistlichen und Lehrer auch verleidigt. Die Kommission
stellte sich auf den Standpunkt, daß zwar die Kirche ein jus
immunitatis für sich in Anspruch genommen habe, diefes
Recht sei aber trotz zeitweiliger Anerlennung immer wieder
von den weltlichen Behörden bekämoft wotden. Man nebme
allgemein an, die Steuerfreiheit der Kirche beruge, wo sie
bestehe, auf siaatlicher Verleihung uud koönne nur durch den
Staat geändert und aufgehoben werden. Heute werde fast
von allen Kirchenrechts-Lehrern anerkannt, daß Kirche und
Klerus, weil sie den Schutz des Staates genleßen, zu den
daatlichen Bedürfnissen beisutragen haben. In Bayern und
Wurttemberg seien die Geistlichen von der Sleuer nicht be—
freit. Erkenne man an, daß es auf dem wertlichen Gebiete
eine immunitas ecclesiae nicht gäbe und daß der Ssagat
jederzeit zu einer Aenderung befugt sei, so könne es ein Rechts⸗
Whero der Geistlichkeit quf Kommunalfstenerfreiheit wicht
geben.
8 Eine Falschmunzergesellschaft wurde in Srraßburg ver⸗
zaftet. Der Anfertiger war der Asphalteur Conrad, der eine
Anzahl Helfershelfer zum Vertreiben der Münzen hatte. Es
wurde bei ihm eine große Zahl ferliger bä und 2⸗Markfüücke
vorgefunden und diese nebst den Weikzeugen beschlagnahmt.
8, Neue Bezeichnungen der Postämier. Amilich wird uns
zeschrieben: Mit Ruücksicht auf die devorstehende Vereinigung
der Saarfstädte zu einer einzigen Saargemeinde Saarbruͤcken
werden für unsere Postanstalten vom J. April ab neue Be—
eichnungen eingesührt werden und zwar für das Postamt
Saarbruücken die Bezeichnung: Saarbrücken 1., für das Post⸗
unt St. Johann (Saar) 2 die Bezeichnung Saarbrucken 2
Bahnhos), für das Pofiamt St Johann (Saar) 1 die Be—
eichnung Saarbrucken 8 (St. Johann), füt das Post amt
Rolftatt-Burbach 2 die Bezeichnung Saarbrücken 41 Malflatt),
ur das Postamt Malstatt⸗Zurbach 1 die Bezeichnung Saar—
»rücken 5 (Burbach), fuür die Postagenlur St. Arnmal die
Bezeichnung Saarbrucken 6 (Sankt Arnual), fur die Posi—
agertur Jagersfreude die Bezeichnung Saarbrücken 7 (Jägers—
teude), fur das Telegrahenamt Si Johann die Bezeichnung
Telegraphenamt Saarbtuͤcken.
F,Saarbruücken, 23. Mäcz. Der Rendant Riefer
»on ber Saarbrucker Ortskrankenkasse, der bekanutlich vor
einigen Wocheu mit mehreren Taufend Mark flachtig ging,
jat sich geftern nachmittag bei der Polizei sreiwillig hestellt.
r wurde dem Untersnchungerichter vorgefiührt. Volksz.
S8Saarbrücken, 22. Mätz. Wie im Oktober vori⸗
den Jahres berichtet wurde, hatte die Staatsanwaltschaft
hegen den Kaufmann Carl Mertz sen. in St. Joham ein
Antersuchungsverfahren wegen Wuchers eingeleitei. Die
Staatsanwaltschaft hat Herrn Mertz jeht mitgetelit, daß dae
Antersuchungsverfahren geden ihn eingeselll in, nachdem die
Kernehmung vieler Zeugen nichts Belastendes gegen ihn er—
weben hat.
8SLouisenthal, 22. März. Dem Vernehmen nach
aird deungkstder diekat Kanfumsereln am hlelzen Babn

yose eine eigene Brotbäckeret errichtrn. Es stehen zwei Pro⸗
etie in Frage. Eine Besichtigung der Pläte durch die Waß—
Jebenden Behörden hat devers daltgefunden. —8*
g Göttelborn, 10 März. Das Bewache er
einen Kinder kann nibt genug empfoblen werden. Vor⸗
jenern spielte das zweijahrige Kind deßs Grudenlutichers
Z inloih von hür veden der Murter in der Kuche. Diese
aelliee nen Topf kovenden Wassers vom Herd auf den Boden.
In eimnem unbewachten Auaenbick fiel das Kind rücklings
n den Topf und verbrannte sih derast, daß es aestern ver—
tarb.
(⸗) Kreseld, 23. März. Töblich verunglückt.)
In der Coöitgenschen Seidenfärberei ist der 30jährige un—
zerheiratete Rrotiter Franzen durch eigene Schuld in die
Transmission geraten und sosort getölet worden.
(5) Krefeld, 23. März. Den Verletzungen er—
egen.) Hier schoß ein 19ähriger Bäckergeselle zwei—
nal auf seine Braut. An den Verletzungen ist das Mäd—
hen gestorben.
() Marxish, 23. März. (Schauerhiches Un;.
Rhück.) Auf dem Schacht 3 der Gewerkschaft „Deutschet
daiser“ wurde einem Arbeiter, als er in den Schacht din—
untersah, ron dem Förderkorb der Kopf glatt abgerissen.
() Goͤch, 23. März. (Schulwesen.) Der Minister
der geistlichen, Untercichts- und Medizinalangelegenheiten
hat durch Erlaß vom 13. d. W. die hiesige höhere Schule
ils militärbercchtigtes Reolprogymnasium anerkannt.
(e) Düren, 23. März. (Wieder einer.) Der Kas.
engehülfe Schäser der hiesigen kgl. Kreiskasse ist nach
Unterschlagung von 20 000 W. amtlicher Gelder nach Bei—
zien gestüchtet. Wie es heißt, soll die im Gange befinde
iche Untersuchung jetzt schon ergeben haben, daß sich die
unterschlagene Summe noch viel höher stellt.
() Trier, 23. März. Mordprozeß Breuen)
Im Mordprozeß Breuer wurde die Oessentlichkeit ausge—
schlossen. Die Vormitagssitzung füllte die Vernehmung
des Angeklagten aus, der die Tat, sowie jeden unerlaub—
ien Verkehr mit dem ermordeten Mathonet leugnete. Der
Verkehr mit ihm, den er zufällig in NAachen kennen ge—
ernt habe, sei nur freundschaftlich gewesen; aus Freund—
chaft habe er 60 000 Mark von ihm erhalten. Die von
hmäausgegebenen großen Summen seien Renn- und To—
alisatorgewinne gewesen.
(RBtannheim, 28. März. (Ausbrecher.) Zwei
Straͤflinge des hiesigen Landesgesängnisses, der Bürsien—
nacher Philipp Brunner und der Schlosser Jakob Spa—
nier, sind ausgebrochen und entlommen. Die Fiüchtlinge
»cide 382 Jahre alt, waren am 22. Januar d. J. vom
hiesigen Schwurgericht wegen Falschmünzerei verurtelt
vorden. Brunner zu 3 Jahren, Spanier zu 14 Jahren
Befängnis. Die Ausbrecher hattlen sich, bevor fie durch
das Dach einen Ausweg suchten, in einer Dach'ammei;
nit Zivilkleidern versehen.
⸗) Pforzheim, 23. März. (Stehler und Heh—
er.) Hier wurde letzten Donnerstag eine 30 Jahre alie
dettenmacherin wegen Diebstahls von halbsertigen Gold—
varen verhastet. Bei einer Haussuchung in ihrem Wohn—
oxt Gräfenhausen bei Neuendurg wurde für über 6000
MNark ahnliche halbsertige Goldwaren, hauptiächlich Gold
ettenglieder, gefunden. Ihr Mann, der frmere Fasser
und spätere Gemüsehändler Gottlieb Kieser konnte, weil
ꝛx zufällig hier auwesend war, als man die Frau ins
gefängnis brachte, noch rechtzeitig entwischen. Aber die
Haussuchung ergab der hiesigen Kriminalpolizei Anlaß,
zuch bei den Stuttgarter Juwelieren Jacques und Julius
Zimmer (Vater und Sohn), die alsmit Kiefer in Ver—
bindung ermittelt wurden, Haussuchung zu halten. Dabei
wurde ermittelt und durch ein Geständniß des älteren
Zimmer zum Teil bestätigt, daß Jacques Zimmer für ca.
i0 000 Mark und Julius Zimmer, der aͤuch eine Ver—
Joldungs- und Versilberungsanstalt betrieb, sür ca. 20 000
Mark Goldabfälle an Scheideanstalten in Pforzheim,
Stuttgart, Gmünd, Frankfurt a. M. abgeseht haben. Jae⸗
qzues Zimmer gab überdies zu, von Kieser für 6—10 000
Marl halbferuge Ware und Absälle gekansi zu haben.
E) Hanau, 23. März. (Deklafsierun g des
Bahnhofs.) Der hiesige Westbahnhof, wescher seit—
her Bahnhof erster Klafse war, wird am 1. April deklas—
siert und Bahnhof zweiter Klasse. Im Laufe des Jah⸗
res werden noch mehr Bahnhöfe, auch in anderen Bezir⸗
ken. die aleiche Dellassierung erfahren. J
() Linz a. Rh., 23. März. (Erwischter Gau—
ner.) Im Franziskanerkloster zu Waldbreitbach hat ein
ESchwindler ein vollständiges Franziskanergewand ent—
vendet und dieses Habit dann zu Schwindeleien in Kran—
kenhäusern, Gasthäusern ssiw. benutzt. Nun zeigte sich
vor einigen Tagen in Kreuznach eine Person, die in der
den Behörden schon mitgeteilien Weise auftrat. Ein Kri—
minalbeamter von Kreuznach versolgte den Menschen und
aahm ihn nach längerer Verfolgung, die sich über meh—
tere Orte an der Rahe ersireckte, in Odernheim fest. Der
Schwindler hatte sich als Bruder Silvester aus Linz aus
zegeben.
(O Kalk, 23. März. (Aus Schwermuti.) Hier
türzte sich eine an der Hubertusstraße wohnende, 37
Jahre alte Ehesrau, Mutter von drei Kindern, aus dem
Mansardenzimmer ihrer Wohnung, aus einer Höhe von
etwa 15 Metern, kopfüber aus dem Fensier in den Hof
und war sofort tot. Die Bedauernswerte, die mit ihrem
Manne ein glückliches Eheleben führte, litt an Blutarmu⸗
und war in letzter Zeit schwermütig.
* Gestrandeler Tampfer. Der Hamburger Dampfer
Christiania“ ist südlich von Albuen auf Laland gestran—
det. Das Linienschiff „Preußen“ erhielt Befehl, sosort
uszulaufen und dem gestrandeten Schiff, das eine Voll—
Ladung Getreide an Bord hai, Hilfe zu bringen.
*Ertrunken. Zwei Radfahrer wollten von München
Aber den Starnberger Sce, der noch zugefroren ist, sah—
ten. Auf der schnellen Fahrt stürzten sie an einer eis—
jreien Stelle ins Wasser und ertranken.
* Studentenrevolte. Die Studenten in Palermo er—
klärten den Sircik, weil ihnen ein dritter Examen-Termin
berweigert wurde. Sie verbarrikadierten sich in der Uni—
»ersität, drangen unter Heulen und Pieifen in dieselbe
tin, zertrümmerten die Katheder, Bänke, Stühle und Ti—
che und zündeten darauf das Universitätsgebäude an.
Der Brand wurde bald gelöscht. Die Büsten der berühm—
en Gelehrten sind von ihnen umsestürat und zertrümmer“
nmorden ·..
* Ausgeliefert. Der geraubte Knabe Whitler wurde
zjegen ein Lösegeld von 10 000 Dollar dem Vater zu—
cücllgegeben. Das Geld wurde an eine verschleierte Dame
memer Apotheke in Cleveland (Nordamerika) bezahlt,
worauf der Vater im Hotel wartete. Der Sohn wurde
bann von den Eutführern auf die Trambahn gebracht und
am Hotel abgeseßzt. Syvätor erfolate eine Verhaftung.

—3
Vom Hochwasser
—Köln, 23. März. Die Kölner Rheinpegelhöhe ist
u den letzten zwei Tagen um annähernd zwei Meter ge—
seegen Bei anhaltendem weiteren Steigen des Ober—
hder entwicleelt sich ein lebhafter Schifssverkehr.
*. resden, 23. März. Die Elbe steigt rasch.
Ie nun Lößnitze⸗Ortschaften sind viele Straßen überflutet
un Wasser läuft in die Wohnungen.
Afseh 23. März. Auch die Werra und We—
e mihren hochwasser“ Die Saisfahen auf ver Se
vala ill einacltellz. Die Täler iind ellenweise welb

ndersowemmt. Bei Car'hafen ist ein Kind in dem Hoch⸗
wasser der Tiemel ertrunken.

som Reichsluftschiff „Zeppelin 1.“
Friedrichshafen, 22. März. Das Luftftschiff
„3. 1“ machte einen Flug über die Stadt und die Um—
355 8 fand eine interesfante Landung auf festem
edeh lia hihtd angr Lhaseridg ihtägtchanntsüe iontice
diese kurze Landung erfolgte wieder in der Talmulde bet
Weggershausen, wo das Fahrzeug Ende vergangener Wo—
he ebenfalls gelandet war. Die Bemannung war eine
zusschließlich militärische. Graf Zeppelin und Oberinge—
rmeur Dürr erwarteten den „Z. 1“ auf dem vorgenann⸗—
en Platze. Nach einem halbstündigen Aufenthalte stieg
das Luftschiff wieder auf, überflog 10 Minuten später
Friedrichshaäfen und nahm dann seinen Weg Langenargen
u. Abends um 7 Ubr, nach einer sechsstündigen Fahrt,
andete es, nachdem es noch kurze Zeit über dem See
nanövriert hatte, bei seiner Halle.
München, 23. Maärz. Nach neueren Dispositionen
lollte die Fahrt des Zeppelinschen Luftschiffes von Fried—
ichshafen nach München und zurück vereits heute früh
yor sich gehen. Aber das ungünstige Wetter, besonders
»er herrschende Frühnebel, sowie eine kleine Havarie des
Lufischiffes machten die Fahrt unmöglich. Hier sind schon
cit Samstag alle Vorbereitungen zum Empfang getrof⸗
en, aber solange die Nebel nicht weichen, ist an eine
dernsahrt nicht zu densen. Das Programm der Fahrt ist
o gedacht, daß das Luftschiff in den ersten Morgenstun—
den hier eintriffst, über der Theresienwiese einige Evolu—
ionen aussührt, dann in Oberwiesenfeld in der Nähe der
Naserne landet und von hier aus die Rückfahrt antritt.
leneste Narcksrichten und Celegramme.
Pepeschen Bureau Hecold.
* Metz 22. März Beti der Deffnung der Leiche des
am vergangenen Mittwoch bei der Felddienstübung erschosse⸗
nen Gefretten der 2 Kompaanie des 98 Jaf. Reg. fand sich
in der hinteren Mazenwand ein kleines Bleigeschoß voc. Ver⸗
mutlich hat ein Soldat der 7. Kompapnie aus Uebermut oder
Leichtsinn das Geschoß der Platzpatrone beigefügt und so
hierdurch den Tod eines brapen Kameraden, des einzigen
Sohnes und der Stütze der hochbetagten Mutter, herbeigeführt.
* Kreuznach, 23. März. Im Hunsrückdrte Argenthal
pielten zvei Bcüder 10 und 13 Jahre alt, mit einem Flobert.
Dabei ging ein Schuß los, der en 13jähcigen Jungen ins
Herz naf und ihn kötete.
* Kreuznach, 23. Mäcz. In dem nahen Dorfe Schwarz⸗
erden wurde das Haus des Nachtwächters Wich. Horbach
durch eine Dynamitbomb«, die in verbrecherischer Absicht im
Ofenrohr verbotzen worden war, in die Luft gesprengt; H.
hatte gerade eine Minute vorher das Haus verlassen
* Cosset, 24. Värz. Das jetzige Hochwasser der Werra
und Folda hat nun auch Vieaschenleben gefordert, Zwei
Männer wurden von det Flut weggerissen und sind in den
Wellen umgekommen.
* Wen, 23. Mäz. Der Konstantinopeler Korrespondent
der Neuen Freien Presse erkärt auf Gruad von Mitteilungen
an maßgebender Stelle, daß die serbisch: Keise Anfang April
auf irgend welche Weise entschieden sein wird. Würde bis
dahin eine Inervention det Mächte erfolglos bleiben, dann
enfolgt eventucll ohne jedes Uitimatum, blos unter dem
zleichzettigen Ausdruck des Bedauecas an die Mächte, daß
die diplomgtischen Mittel erschöpit seien, der Einmarsch der
isterreichischen Truppen in Serbien.
* Rom, 24. März. Bet der Ecöffnung der Kammer
wird die Regierung eine Erklärung über die Treue Italiens
zum Drelbunde abgeben.
* Paris, 24 März. Die Arbeiten auf den Post- und
Telegraphenämtern sind wiedet in vollem Unfange aufge—
iommen worden.
Parls, 24. März. Der österreichisch ungarische Bot⸗
chafter teilte gestern dem Minister des Aeußern Pichou mit
haß Baton Aehrental die von den Kabinelten Englands—
Frankteich und Rußland gemeinsam verfaßte Note, die Ser⸗
»ien zur Annahme empfohlen werden soll, nicht als ausrei⸗
hend für Desterreich bezeichnen müsse. Oesterreich verlange
ieben dem Verzichte Setbiens auf jede Gebietserweiterung
nuch die Abrüstung der Serben, ohne daß Desterreich dazu
chreite, da letzteres ersft durch Serbien zu seinen Rust ungen
sezwungen worden sei. Auf Grund dieser Stell ungnahme
lehrenthal haben die Mächte von neuem Verhandlungen ein⸗
eleitet, utn eine Desterreich und Serbien uukriedenstellende
Fformel zu finden.
* Konstantinopel 24. März. Der Budget⸗Aueschuß der
dammer hat die Zivilliste des Sultans aus 2500 Psund
nonatlich festgefetzt. Der Thonfolger erhält eine monatliche
Apanage von 2000 Psund, die Prinzen je 500 Pfund.
Der Dienerstand des Sultans soll auf die SAälste reduziert
werden.
Belgrad bietet schon jetzt ein kriegerisches
Bild. Zahlreiche Freischaren brechen nach der Grenze
auf. Etwa 1000 Freiwillige marschieren an die Drina⸗—
grenze. Die Verteidigung Sudwest-Serbiens wird voll—
tändiz den Freiwilligen überlassen. Alle Russisch-Frei⸗
willigen wurden nach der Sandschakgrenze dirigiert. Der
Kronprinz hielt wieder Mufrührerische Re—
den gegen Oesterreich, so daß das Gerücht auftauchte,
daß der Gesandte Graf FaAradach sofort Belarad ver—
lassen werde.
Konstaantikopel, 23, März. Dem „Tanin“ zu—⸗
folge sind außer dem bereits avisierten serbischen
riegsmaterial laut Meldung des interimistischen
Beneralinspektors von Salonik weiter noch angekom-—
men: 263 Kisten unchargierte Patronen, 23 Kisten Ge—
chützmunition und 19 Kisten leere Geschosse. Der Schiffslapitän
 erklärte, das Kriegsmaterial sei erst kurz vor Ab⸗
zang des Schifses an Bord gekommen; er habe die ser—⸗
bische Gesandtschaft daher nicht avisieren können. Der
Ministerrat beschloß, diesmal noch die Erlaubnis zu der
Durchfuhr zu erteilen, für weireres nicht avisiertes Friegs—
material jedoch nicht mehr.
* NRom, 24. März5 Der Papst spräch gegen den De—
putierten Romolo Murrindie rkommunikation
rus.
* Wien, 24. März. Der ehemalige polnische Landsnannminisser
 Abg. Graf Adalbert Dgzieduszycli ist im
Alter von 61 Jahren plötzlich an innerer Verblutung in—
olge von Arteriosclorose g est o rben. Graf Dziedus—
ycki hat sich auch mehrfach als Schriftsteller, Verfasser von
Feuilletons in polnischen Zeitunzen, betätigt.
*Washington, 24. März. Bei der Tarifdebatte im
stepräsentantenhaufe erkllärte Pahyne, die Erhöhung des
Bostkartenzolles auf 25 Cts. pro Pfund erfolgte, um den
merikanischen Lithographen den Wetitbewerb mit den deut
chen zu ermözlichen. Die bedeutende 8rbens fur
Agrechandschune werde die biesige IAndustrie förper —
            
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