dommando übernehmen. Das Meilitär-Reitinstitut ist
arfgelöst worden, da fast alle Ofsiziere zu ihren Truppen—
tellen einrücken mußten. Em größerer Transport von
Marine-Reservisten ist nach dem Kriegshasen Pola abge
gangen.
Während offiziell und offiziös versichert wird, Se r—
bien werde sich dem einmütigen Willen Europas unter.
werfen und den Nückzug antreten, trisst man unausge—
setztt Kriegsmaßnahmen. Die Stimmung im
Volle und der Armee ist überaus siegessicher. In Mokra⸗
gara stehen angeblich schon 40 000 Mann gut bewajfneter
Truppen bereit, um nach Serajewo zu marschieren.
Wiener militärischen Kreisen ist die Nachricht zuge—
gangen, daß es in Belgrad im Falle der Annahme der
oͤsserreichischen Forderungen durch die Regierung zu ei—
iem Militärputsch kommen könne. Auch aus die—
sem Grunde hält man in Wien eine Beschleunigung der
Aktion der Mächte für wünschenswert, da der Sturz der
serbischen Regierung aus einem solchen Anlaß ein mili—
därisches Einschreiten notwendig machen würde.
Aus Budapesst wird berichtet: Aus bedingungslos
zuverlässiger Quelle verlautet, daß in der in Wien abge—
haltenen Beratung der gemeinsamen Minister beschlofssen
wurde, auf den Erfolg der Bemühungen der Mächte zur
Durchtührung einer Intervention in Belgrad nur vis
Tonnerstag zu warien. Graf, Forgach soll am Donners—
sag, spatestens Freitag dem Belgrader Kabinett einmne
Rvßteüberreichen, in der abermals, nur in ener⸗
gischerem Tone die Zaurucknahmne der bekannten Skuptschi⸗
aKefolutson und die Abrüstung gefordert und zur Er⸗
füllung oder Ablesnung der Forderung eine dreitägige
Frift gegeben, also eben doch ein Uluimatum gestelti
wird
Dem Lemberger „Slowo Polsli“ wird aus War.
schau gemeldet: Auf Verlangen der Mititär-Behörde has
die Tircktion der Warschau-Wiener Bahn Auftrag gege—
ben, eine entsprechende Anzahl von Waggons für den
Lransport von Kavalterie-Truppen nach der galizischen
Frenze boreit zu stellen.
In Wien verlautet, daß Rußland abermals al⸗
lein einen Schritt in Belgrad unternehmen will. Ange⸗
chis der bisherigen zweideutigen Haltung Iswolslis be⸗
Archtet man e utzland nur von neuem Oel ins
e245hHäeę⸗
tütze sich das Streik⸗Komitẽe auf die Versprechungen der
reilenden Arbeiler, welche eventuell die Telegraphenlinien
ebra: unsähig machen würden.
83, 23. März. Eine ganze Anzahl Postbeam⸗
en habden ihren Dienst wieder aufgenommen,
ooaß auch die lomplizierteren Apparate wieder in Be—
tzung genommen und eine größere Anzahl Depeschen
aAlsin den Jetzten Tagen befördert werden können.
Brüsgel, 23. März. Aus verschiedenen Städten
Frankreichs liegen fsolgende Nachrichten über die Aus—
landebewegung der Postbeamten vor: In Nizza ist
Jer Ausstand so gut wie beendet. In Mia rseille be—
chloß eine Versammlung der Telegraphie⸗ und Telephon—
ramlen, die Arbeit erst dann wieder aufzunehmen, wenn
die geforderte Genugtuung gewährt wird. In Lyon
entschieden sich die Postbeamten zur Fortsetzung des Aus—
staudes bis zum Aeußersten. Ju Rouen und Diep—
pe beschlossen die Arbeiter der Telegraphen- und Tele—
h»honlinien, die Arbeit wieder aufzunehmen.
Wiederaufnahme der Arbeit.
Paris, 23. März. Eine Versammlung der strei⸗
lenden Postbeamten beschloß die Wiederaufnahme der Ar—
beit für heute Nachmittag 2 Uhr.
Preußischer Landtag.
Abgeordnetenbaus. J—
Berliu, 23. März.
Das Abgeordnetenhaus hat heute die zweite Lesung
des Eisenbahn-Etats beendet, daun Wahlprüfungen erle—
zigi, und hierauf eine kleine Reihe von Vorlagen beraten,
. wurde ein Gesetzentwurf betr. die Verpflichtungen
der Gemeinden in der Provinz Hessen⸗Nassau zur Halt—
ung von Ziegenböcken, angenommen. Zum Schluß erle—
digt das Haus noch eine Reihe von Petitionen nach dem
Autrage der Kommissionen. — Nächste Sitzung: Freitag.
Tagesordnunz: Etat der —0
rzere Vorlagen.
— — — —
Deutscher Reichstag.
Berliu, 23. März.
232. Sitzung.) Nachmittags 2 Wyr.
Auf der Tagesordnung sleht heute die Weiterberat⸗
uing des
Militär⸗Etat
Kapitel „Artillerie und Wassenwesen·“·.
Hetlagt die neuerdings bei den
»n uUmfangreichen
— * sPae
Flegungsmitteln gesirichen. Auf konservat vem Antrtag,
em auch das Zentrum zustimmt, wird diese Streichung
vieder rückgängig gemacht.
Bei dem Titel „Entschädigunzen von Gemeinden, in
denen umfangreiche Militärbetriebe bestehen, fragt Abg.
Ztruve (fes. Vp.), wie es mit dem verheißenen Reichs—
Besetz, betr. Besteuerung der Reichsbetrieben durch Ge—
neinden siehe.
Unñtersiaanssekretär Twele erwidert, die Verwalt—⸗
ung rechne damit, daß sie im Laufe des kommenden Herb⸗
les die Vorlage an die verbündeten Regierungen bringen
verde. Im aͤußerordentlichen Etat (Abschnitt Fessungs⸗
eau), bemängelt Abg. Trimborn (3.), daß der Fis⸗
tus sich siräube, die Wertzuwachssteuer und Besitzsteuer
in die Gemeinden zu zahlen.
Unterstaatssektretar Twele entgegnet, der Reichsfis⸗
us stehe auf dem Standpunkt, daß zu einer solchen
Besteuerung des Fiskus seitens der Gemeinden es eines
Keichsgeseßes bedürfe.
Weitere Debatien von Belang entstehen nicht. — Der
Militär-Etat ist damit erledigt.
Das Haus vertagt sich auf Mittwoch 2 Uhr. — Ta—
desorduung: MarineGtat. — Schluk 64 Ubr.
Wermischtes.
Ein Nauchverhot für die Offiziere im Balljaa—
der Kaiser hat Antaß ßenonmen, gegen die Angewohn—
eit der Herten, selbst im Tanzsaalauf die Zigarre oder
zigarette nicht zu verzichten, Sliellung zu nehmen. Zur⸗
Af wird den COhfsizierlorps ein Erlaß zur Kenntnis ge—
racht, der besagt, der Kaiser habe es miß iebig bemerkt,
»aß Offiziere in iamilichleiten, in denen sich Damen
Balltoiletie aushahten — sei es nun in Privatchäusern
mu Kub oder im Hoiet —-mit der brennenden Zigarre
der Zigareite sich auitztelten: und es wird dem Wunsche
Ausdruck gegeben, dan kuünftig das Rauchen mit Rucksich—
auf die Damen auf die Rauchzimmer veschränkt bleibe.
Ueber die Riefeustart London wurde in London
elbst im Survevor Club kin interessanter Vortrag gehal
en. Der Redner, George Head, siellte fest, daß die Ver
valtungsdistrikte Londons cine Fläche von 74839 Acres
amfassen, daß die Stadt 329 Bahnstationen hat, daß X
Zefamtlaänge der Straßen 2131 Wieilen beträgt, und dat
32 591 Sauser für 5. Millionen Bewohner vowanden
snd. Der Immobilienwert Londons des St. Jamco
zquare betrug 1756 nur 130 000 Franken, 1907 ware—
00 600 Franken daraus geworden; bei St. May!eboiu
ind die entsprechenden Zahlen 250 000 Frauken und 50
Mllienen Franken! Ter Redner glaubt, daß das Mar'
um des Wertes »eh ibt erreicht ist, trotz der höue
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