Nummer 69
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Dienstag, den 25. März 1909. qcitur liste p. 23. Jahrgang.
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MNit Zeilagen: „Nessetristishe Wochenseßrifte“ und
„Lusßline Blätter“
Algemeiner Anzeiger für den Rürgermeistereißez
Zudweiler.
Aßonnementspreis
monatlich 70 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der Post
bestellt Ai. 2,253 vierteljährlich.
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Die „Dudweiler Zeuung“ ericheint täglich mir Ausnahme der Sonn
und Feiertege
— pohl heachten, da sie die Grundrage fur die Zuluntspo—
Auf de Hz1 „D.ui ——— int biiden wiro, indem sie die Satibarifte vie eitcut!
Ocsterreich bat seine Rüstungen bis auf Kleinigkeiten nitteicuroptischen a exmache noch sescer als baher ver⸗
ocendet, Serbeen und NMeaönteneßro haben iier Möglichtes Anert. m vbierreich schen eichssrat woilte ein Tichechen⸗
getaen, um nach ihrer Weinumg kriegzbercit zu sein. So ugrer den Eindruck der denischen Fille verwlichen, iudent
teut man sich jegt sauecnd gengeunber und wartet auis iↄIPte, Ssterrech werde mur eirnscalands wegen au⸗
Signal zum Losschlagen, während man in Wien und inm Iriten Tus iit ine tendenzisse Amicht gleit. Die rus⸗
iübrigen Europa mmer mehr Hofsning hegt, daß es nidt che Romerung und der doruace Ruuis abismus wurden
zunm blutigen Lasfengang lbommen werde. Wenn man dann Kegen ve Ausde hnung Lesterreichs auf dem
qus der Hallung der Borsen, die sich ja schon ot als an us allen Rrästen ront genacht haben, wena
gutes Barometer in Zeiten der Kriegsgefahr erwiesen Teererd mit Zeueschland miches zu Maffen hätte. Die
haben, Schlüsse ziehen dars, so standen Ende der letzten Anpeeter sollen von Pelersburg und Woskau, aber
Woche die Aktien für die Erzaliung des Friedens nicht emessalls von Wien bevormundet werden.
jchlecht. Die Nachrichten von neuen Ver mittelungsversu—⸗ Diesem Hiele diente die ganze iulerlistige KFotitik Is—
hen der Mächte, von dem italienischen Vorschlag bezüg⸗ volstis. Ihren friedensgesährlichen Charaklter hat sie so
lich einer Einschränkung des Konferenzprogramms auf die »utlich entgüllt, daß von der russenfteundlichen Zirkẽmung
zur Verhandsung und Erledigung reifen Gegenstände und in Preußen Deutschland nichts übrig bleibt. Taf— in us,
auch das neuerliche Verhalten Iswolskis haben die Bör⸗ ein Gewinn.
sen wieder zuversichtlicher gestimmt. Allerdings bringt Hoffen wir, daß auch die anderen Mächte dem Trei—
man Herten Iswolsti allerorten noch ein gerüttelt Maßz zhen Fewolstis eivüch die Unterstützung vollständig ver—
von Plißtrauen entgegen. Gewiß auch nicht mit Unrecht. agem
Iswolski und wohl auch noch mancher seiner Kollegen,
von der russischen Militärpartei gauz abgesehen, hätte ge—
wiß gern die Gelegenheit zur Auswetzung der Scharie
von Ostasten ergrifsen. Aber hinter Oesierreich, dessen
Macht auch ein gewaltiges Schivergewicht hat, steht sein
„Sekundant“ Deutschland mit einer Kriegsmacht, die man
lieber nicht in St. Petersburg sähe; was imnerhin die
Folge eines militärischen Eingreifens Ruß ands sein könn—
te, wenn man auch, Gott sei Dank. diesen Gedanken noch
weit abweisen kann.
Die öffentliche Meinung in Deutschland fühlt sich über—
haupt schon dadurch erleichtert, daß wieder Zeit' gewon—
nen ist. Die teilwese ossene VBiobilmachung in Oefierrech
sacte, wie man sieht, nicht das sosortige Vosschlagen zum
Ine. vondern sollte zunüchst den Serben und ihren Hin—
re ern den ganzen Ernst der Lage, die volle Ent—
chl cit Oesierreichs recht eindringlich zum Bewußt—
sette gen. Oesterreich verschiebt absichtlich seine wei—
tere aAgestellung in Belgrad um mehrere Tage, damit
inz en die serbische Regierung sich die Sache noch
ei imarn überlegen und die friedliebenden Mächte ihre Rac
schlage an den Mann brinzen können.
Angenchni berührt es, daß die itali enische Re—
gierung endlich aus ihrer Zurückhaltung herausgetreten ist
und einen Vorschlog zur Guüte gemacht hat. Italien ist
zu einer vermittelnden Rolle sehr gut geeignet, da es for⸗
mell zum Drebund gehört und daneben die besten Bezieh—
ungen zu England und dessen Bundesgenossen unterhält.
Diese Bcziehungen sind so eng, daß man bisher einfacn
Italien zu dem cnalischerussischtsrauzöfischen Konzern zu
rechnen va J —
Anzeigen
10 Pfs. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
daktion, Druck und Verlag von J. Unterkeller
in Dudwmeiler
12 000 gegen 4000 Etimmen das Gesetz über Erhöhnne
der Lehrerbeseldungen an
England.
* Der „Observer“ will wissen, daß der Staaissekretär
»es Auswärtigen Sir Edward Grey und alle hohen
Beamten des NMarineministeriums ihren Rücktritt androh—
ten für den Fall, daß die Regierung in diesem Jahre
nicht ach Dreadnoughts sordere. Das Blatt ver—
angt, daß auch die nur mit Vorbedalt gesorderten vier
Schiffe schon in diesem Jahre begonnen und außerdem die
»zrei auf englischen Werften für Brasilien erbauten Dread—
nouahts geftgust werden
Bulgarien.
* Das neue Königtum hat einen neuen gesellschaftli—
hen und politischen Erfolg zu verzeichnen. Das Fürsten—
zaar erschien seit dem 3. Oktober zum ersten Male in
»er Mitte des diplomatischen Korps anläßlich eines Ge—
elischafisballes. Köniz und Königin unterhlelten sich mit
ꝛen Damen und Herren der sfremden Vertreiungen, die
iach vorheriger gemeinschastlicher Verabredung alle die
Titulatur „Mae it äen“ gebrauchten
Serbien.
*Die serbische Sozialdemokraten entfalten
ine hestige Agitation gegen den Kronprinzen, weil
eser, wie schon vor längerer Zeit gemeldet, feinen Die—
ier so durchgeprügelt habe, daß der Mann nach vier Ta—
zen star b und verkünden auch eine Akttion in der näch—
ten Sitzung der Slupschtina. Sie sagen, es wäre eine
Schande, wenn sie dulden würden, daß ein grüner Kron—
zrinz sie wie Stlaven behandeln und die Kriegshelden in
den Belarader Kaffeehäusern aufmuntere
Amerika.
* Die Beschlüsse der Londoner internationalen Mee—
es-Konserenz werden in Washington veröffent—
icht. Die amerikanische Doltrin, wonach für Blockade ein«
diplomatische Ankündigung genügt, wurde angenommen;
ßaumwolle als Kontrebande wurde ausgenommen. Per
onen, die zur bewaffneten Macht des Feindes gehören
önnen auf neutralen Schiffen zu Gesangenen gemach
verden.
* Prösivent Taft hielt eine Beratung mit den Par
eisührern, in der die Tarifrevision erörtert wurde. Se
iator AUdrich kritisierte die Formulierung des Payne—
chen Doppeltariss. Er sei für den Verhandlungstarif ftatt
es Vergeltungstariss. Fur wahrscheinlich gilt, daß der
Zenat in dieser Beziehune dem Ausland irgendwie ent—
segenkommen, dafür aber 5 allgemeine Zollniveau wie—
er heben wird. Disknenr wird, ob dee europäischen
ztaaten die Meistbegün Ag gewähren werden, wenn
duba durch das Weiter. den des Handelsvertrags be—
nrzugt mird. wie es de Tarifentwursf vorüeß-Volitische
Rundschau.
Deutiches Reich.
*Zu dem Lehrermaugel in Baden liefert die Presse
ozusegen Tag sür Tag neue Belege. Aus dem Loöhrer—
eminar in Karlsruhe wurden kürzlich über 75 Kandida—
en vorzeitig ent assen, von denen sofort 50 Prozent ange⸗
tellt wurden. In etwa 60 Gemeinden hat nach einer
zeitunzsnotiz ein Lehrer noch 100 und miehr Schüler zu
interrichten. Das neue Schulgesetz schreibt als Höchst⸗
jrenze 70 Schüler vor. Der Oberschulrat hat Erwägun—
jen angestellt wegen der höchst notwendigen Anstellung
veiterer Lehrkräste für die Vollksschulen, um dem neuen
zchulgesetz einigermaßen nachzukommen
* Der Kaiser empsing in Gegenwart des Staatssekre—
ärs des Auswärtigen, von Sch on, den Sonderge—
andten der Republik Venezuela, Paul. Nach längerer
Audienz wurde Dr. Paul, der den Präsidentenwechsel in
Venezuela notifsizierte, vom Monarchen durch die Verleih—
ung des Kronenordens 1. Klasse ausgezeichnet.
*Die jungliberalen Vereine Großber—
lins hielten eine stark besuchte öffentliche Versammlung
ab, in der die Professoren Hans Delbrück und Adolf
Wagner über die Reichsfinanzreform sprachen. Es
purde eine Resolution angenommen in der egen, F
Zerschleppung der Reichsfinanzresorm protestiert und die
—XDD— Erbschaftsst euer für ein durch⸗
nis zweckmäßiges und unentbehrliches Mittel sür das
zustandekommen der Reform erklärt wird. Von der Re—
vird verlanet, daß sie mit allen Kräften das un—
SDSor