Full text : Dudweiler Zeitung

Nummer 8

Tel. 69, 250, 260 uab 161. Montag, den U. Jannar 1909. Zeitunge liste 801 25. Jahrgang.
— —— 8E ⸗ — — ———

Dn

⸗ 5 F 8 — e
—
⸗
Mit Beilagen: „Velletristische Wochenschrift“ und
„Lnustige Blätter“.

*

Allgemeiner Anzeiger für den Rürgermeistereibes
Zudweiler.

—

Abonnementspreis
monatlich 70 Pfg. frei ins Haus gebracht; bei der 4
bestellt MN. 2,25 vierteljahrlich.

Anzeigen
kofsten 10 Pfg. die spaltige Zeile; bei mehrmaligen Inserationen
entsprechender Rabatt.
Redaktion, Druck und Verlag von J. Unterkeller
in Dudweiler.

— — — —— —2—
Die „Dudweiler Zeuung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Son
und Feiertage.
———— — — —

—— —

—
Was Juanschikai nun beginnen wird, ob er seine rige Fühlung mit der pharmazeutischen Großindustrie, um
Paßregelung ruhig hinnebnien oder den Kampf mit der“ deren Interessen nicht zu schädigen.
wealtionären Gruphe aufnehmen wird, ist noch unbekannt. *Die „Nordd. Allg. Zig.“ meldet: Die bulgarische Re—
Juonschikai hat eine areße Zabhl ergebener, Anbänger zierung ertlärte in einer kürzlich mit ihr abgeschlossenen
ind die von ihm geschaffene Armee hält auch mit ihm. Bereinbarung sich damit einversianden, daß die im vut—
Wenn er nun die Schar der Getreuen um sich sammeln und garischen Vertragstarif des de u stschbulgarisschen
gegen seine Feinde wit Gewalt vorgehen sollte, so werden Se udelsverirages vom 1. August 1908 ? aufgefuhrten
anste innere Wirren in China auitreten, und die Groß— duuschen Waren, soweit sie einem Zoll von mehr als
nächte werden wohl einem solchen inneren Krieg keine zehn Franten her Doppelzeniner unterliegen, bei der
Sewalt entgegensetzen, weil sie die Sache Juanschitais für Einfuhr nach Bulgarien nach der Wahl des Importeurs
ine gerechte halten. Sollten ernste Unruhen austreten so ureder Nach ihrem gesehlichen oder wirtlichen Reinge—
nd solche vorgussichtlich in der Peripherie des Neiches Nicht zu verzollen stnde Die Vereinbarung tritt am 14
u erwarten. Die nächste Zeit kann für China vn Fennuar in kraft.
ievoll werden, denn an einer Zurückztehung der Entlaf— — 98
ing Inanschikais ist nicht mehr zu denken, nachdem die ür —Ta3 adiae eder Daneede
Kission der ausländischen Gesandten ohne Erfolg geblie— uchie⸗ Sleuen Gihen elntteten und zwart ferden
en ist. Weitere Maßnahmen kann das Ausland vorläu— iecun vie 36 * der Eintemuen
ig nicht ergreifen. solange die Sicherheit der Ausländer — Durchsͤnit lich i2 Vroent und im Zusam—
nichn gefährdet ist. — — menhanze damit die Verlängerung der Gültigkeitsdauer
Der Neviuec-Artike! — JW8 die Gruud-. Gebäude- und Gewerbe—
Der Berliner Korrespondent des „Vetit Parisien“ *Die in Berlin erscheinende Zeitschrift ‚„Amerika“ er—
‚atte eine Unterredung mit dem Generalobersten General pielt von dem neugewaählten Praͤsidenten der Vereinigien
ꝙeten, dem er fotgendes ertiarte: Diejenigen, welche unten Herrn William H. Taft, eine Zuschrift, die in
ehanneen, daß ich bei der Besichreibung der internationa— —8 ůcberse hung —89 871 Spriuͤgs Val, 3De⸗
en Lagçe die össentliche Meinung habe beeinflussen wol—⸗ zember 1908. Geehrter —S—— Beantwortung Ihres
en, nmut die deurschen Steuer zahler zu bestinimen, neue Zrieses voin 30. November kann ich Sie versichern, daß
Nilitärlasien, ohne zu murren, auf sich zu uehmen, irren die Politik der Rooseveltschen Administration, die Freund—
h. Ich schrieb den Auritel, one vorher mit irgend schaft und angenehme Beziehungen zwischen den deuschen
mand daruber zu sprechen und otzue von irgend jemand Zlte uns ven Vereinigten Staaten zum Ziele hatte, stets
zat Heholt zu haben. Da der Ar:ilel für das große meinen Beifall fand, uͤnd daß ich mir besondere Mühe
Lublicum bestimmt war, enthselt er nichts neues vom eben werde, sie während miener Adminisiranon fortu—
nilitarischen Standpunkte. Wenn ich veranlaßt worden e Indem ich Ihnen für Ihre freundlichen Wol—
un, oberflächlich die Politik zu berühren, so geschah dies zante, —* ich Jt sfehr ergedener Wildam 8. Taft
ainzig und allein. um den Inhalt des Artikels hervor— Deste ruciche un An
ubeben, Ich bin wenig gewöhnt, politische Fragen zu Die blutigen — Lawbach inr Serp—
Inndein, imd ich aun⸗ gan, gewiß nichts unsreundli⸗ ember vorigen Jahres, an denen nach der Meinung der
ves für irgend Line Vincn deren ich Erwahnung tat. ?e venen — * Lande⸗ßrasven Baron Schwarz die Haupt—
agen wollen. Durch besoudere Umstaͤnde ist, es gekom⸗ culs⸗ trug, fanden in der letzten Landtagesiung ein er⸗
AR
nen hat. Durch meine Intervention ist dies nicht ge— —8 der Wisen de odeeee e dgung
Mehen sz ug, Mörder, Gesinnungslump.“ Abg. Oracen hielt ihm
Der rühene angjahrige Ghes des Großen Gemneran. üee nseneder ün no Was ist das
kabes, Generaloberst Graf von Schliefsen erklärte einem Bsut ihrer Opfer“ Auch von der Galerie“ purden v
dertreter der „Berliner Allgemeinen Zeitung“, er habe chmahrufe fehr laut Hie Värmszenen dauerten ein
en viel besprochenen Aussatz in der Deuischen Revue in dierielflunde.
Erfüllung einer schon längsi gemachten Zusage geschrie⸗ *Die Polizei beschlagnahmte Depeschen aus Bel⸗—
»eu, also damit keine Drohung oder dergleichen beabsich 3ua d, in deuen Geldsendungen für Prager Semomsttan—
jat. Uebrigens bestebe in Deutschland ebenso wie bes ku ngeteneeewerdenennts Dschehenseutan
en meisten anderen Großmächten entschledene Krieggun. uuszureden, daß sie behaupten, die Depeschen feien von
ust. wenn auch einzelne Parteien auf den Krieg hinar— ir em Polizeiagenten fingiert. Die Polizei wird bewei⸗
eiten. Auf dem Ballkan sei unmer noch starke Spann ain, daß zahlreiche Demonstranten mit einer Krone täg
ing vorhanden, aus der schließlich ein Zusammenstoß ich entlohnt wurden. In einem Brauhause wurden Geld⸗
wischen den Nächsibeteiligten sich entwickeln könnte. In ommlungen zur Anwerbung von italienischen Anarchisten
tesem Falle sei es wahrscheinlich, daß die andern Mächte ür Prag veranstaltet. Die eingesammelten Veträge wur—
inschließlich Deutschland in den Streit hineingezogen den iedoch unterschlagen
verden könnten

2 —
Juanschikai
Faum ist die Herrscherin im Reiche der Mitte, *
taiserin⸗XWitwe, lot, beginnt die reaknonäre Gruppe wie—
er ihre Nacht zu entfatten. Das erste Opfer war der
veit über die Grenzen seines Landes bekannte Reform—
n'nister Juanschilkai, der seinem Vaterlande eine ganze
teihe vortrefflicher Dienste geleistet und insbesondere in
er für China kritischen Borerzeit als rettender Engel
xjchien, um mit starker Hand sein Vaterland vor dem
scohenden Untergang zu retten. Er ist der Gründer der
ruen Armee, die Erziehuugsreform wurde von ihm ein—
seführt und eine ganze Reihe weiterer Reformen setzte er
urch. Im ganzen Lande und auch im Auslande hielt
nan ihn für den tüchtigsten Beamten des Reiches, der
enem Vaterlande unschätzbare Dienste geleistet hat und
s wahrscheinlich nach und nach in ein zivilisiertes und
ultiviertes Land verwandelt haben würde. Umsomehr
var Chinas Bevölkerung und das Ausland über den
borsioß dieser reakttionären Clique, der der noch junge
stegent ganz und gar verkauft zu sein scheint, bestürzt
ind man befürchtet mit Recht, daß diese Maßregelung
nur der Anfang der Realtion sei und es dem übrigen
Rejorm-⸗Beamtentum nicht besser gehen würde.
Die Gesandten der Großmächte beim Fremdenamt in
Keking, mit Ausnahme des französischen Vertreters, ha—
en sich sosort zusammengetan, um dei der Pekinger Re—
nerung gegen die Entfsernung Juanschikais aus dem
jreßen Rate zu protestieren, weil sie die Enthebung die—
es zweifellos bedeulendsten Militärs und Staatsmannes
»es gegenwärtigen Chinas von außerordentlicher politi—
cher Tragweite hielten. Die ausländischen Gesandten be—
ürchten von dem Sturze des Reformministers die Ge—
ährdung der friedlichen fremdländischen Interessen in den
»erschiedensten Teilen Chinas, weil sich das ganze Ver—
rauen der Ausländer auf diesem bedeutenden Mandari—
ien aufbaute. Mit seinem Sturze sind alle Garantien für
zie personliche Sicherheit der Fremden genommen, und
s8 ist zu erwarten, daß diese Maßregel sowohl politi—
che wie wirtschaftliche Folgen von enormer Bedeutunqg
m äGefolge haben wird.
In Jnuanschikais Persönlichkeit verkörpern sich fast
ille Beziehungen Chinas zu den Fremdmächten. Die deut—
sche Regierung ist mit ihm immer gut ausgekommen, er
jat ein korrektes, faft freundschaftliches Verhälinis zwi—
chen Deutschland und Chlna zustande gebracht. Mit den
nderen Mächten ist es ebenso. Besonders Japan weiß
ie Fähigkeit dieses chinesischen Beamten zu schätzen. Uebet
nee eigentliche Absetzung, und warum die'e erfolgte,
chnebt ein geheimnisvolles Dunkel, ebenso wie über dem
Neichzeitigen Tode des Kaisers und der Kaiserin-Witwe.
db Prinz Tschun, der jetzige Regent, aus eigener Ini—
intive gehandelt hat, ist kaum anzunehmen. Die An—
ahme ist auch nicht von der Hand zu weisen, daß Ja—
»an an dem Sturz Anteil hat. denn es mußte immer—
sin auffallen, daß man in Tokio schon einige Tage frü—
ser von der Absetzung Zuanschikais unterrichtet war als
m übrigen Auslande. Japan und China sind immer Ri—
—V—
ischen Reiche einen großen Schritt Kulturentwickelung vor—
ms hat. Aber man wird in Tokio auch nicht gleichgil—
iß den geschickten Reformarbeiten im Innern, sowohl wie
im Heere zugesehen, und ohne Zweifel die Zügel lieber
n schwächeren Händen gesehen haben, als in die des
sewandten und umsichtigen Staatsmannes Inanschikai.
drch alle diese Kombinationen sind vorläufig noch ver—
rüht, man wird erst etwas Licht in das mystische Dun—
el bringee müssen. ehe sich ein abageschlossenes Urteil
*lIen läßt.

Politische Rundschau
Deutsches Reich.
*Es ist gemeldet worden, der Bundesrat wolle
iordnen, daß die Herstellung der nicht rein chemischen
Unzneimittel aus der pharmazeutischen Großindustrie in
ie Apotheten zurückverlegt wird. Wie die „Neue Polit.
derr.“ müteilt, wird, wenn eine solche Anordnung ge—
Jent sein sollte. fie nicht angereat werden ohne vorßbe

Rußland
*Aus Paris wird gemeldet: Als Nachfolger des rus—
ischen Ministers des Aeußern, ISwolski, wird der
yiesige russische Botschafter Melidoff genannt. Melidof
vürde, meint man in Paris, als Minister besonderen
Wert auf das Fortbestehen des guten Einvernehmens
wischen Rußland und der Türkei legen
Versien.
*Mit großer Bestimmtheit tritt in Teheran das
Gerücht auf, daß an der Greuze von Seissan 6900 Af—
hhanen in Persien eingefallen seien, die eine An—
zahl Kanonen mit sich führten. Es könne sich dahei nich—

7 — mweine Schale heißen Kaffees und begaben sich dann zur
dchicksex des CLebens. .
Die Hausfrau aber vermochte nicht zu schlafen; sie
ließz die Kerzen die ganze Nacht brennen, saß mit angst-»ollem
 Herzen am Kamine und lauschte dem Sturme uͤnd
stegen drautzen. Immer und immer wieder glaubte sie
iahende Fußtritte zu hören und immer wieder täuschte
ie sich und flüsterte leise: ‚„Armes, armes Kind! Deines
Inaolücks scheint eßs kein Fude nehmen 2u wollen“

Cora trabte mit gesenktem Kopfe weiter, wie lange —
wer weiß es? Plötzlich aber stieß das Pferd ein lautes
reudiges Wiehern aus, nahm eine schnellere Gangart an
ind hielt vor einem kleinen Linnenzelt, aus dem schwa—
hes Licht schimmerte, und neben dem Zelt waren a4wei
Kferde angebunden.
Wieder wieherte Cora laut.
Was zum Kudud haben die Gäule heute Nacht!“ rieß
»ine ärgerliche Stimme; „es ist gewiß wieder einer los.
Im gleichen Moment erschien ein breitschultriger grau⸗
därtiger Mann unter dem Zelleingang und schaute in die
Finsternis heraus.
„Es ist keine von unseren Mähren.“ rief er zurück,
bring Licht, Paul!“
Ein großer Vann mit einem mächtigen Kautabak im
VNunde folgte dem Rufse, schützte mit der Hand das flal⸗
ernde Licht vor Sturm und Regen und beugte den lan⸗
jen Leib vor, den seltsamen Besuch zu sehen.
„Jerusalem,“ rief er und machte seinem Erstaunen
durch einen langen Pfiff Luft, ‚das ist ja gar ein Weibi⸗
„Potz Blitz, ja“, entgegnete der Erste; „‚aber wir dür⸗
sen sie nicht lange hier im Regen lassen, sonst bekommt sie
einen schlechten Begriff von unserer Gastfreundschaft.
Er trat dicht an des Ppfserdes Seite.
Darf ich Ihnen absteigen helfen, Miß?“
eine Auwori erfolgte. Bertha hatte das Bewußtsein
»öllig verloren, war vorwärts gesunken und wäre herab⸗
zestürzt, hätte nicht des Mannes starker Arm sie äufge—
angen. Er trug sie in das Zelt, setzte sie auf' den Feld⸗
tuhl und betrachtete mitleidig und verwundert' das junge
arte Vädchen.
Paul hatte das Licht wieder auf den Tisch gestellt
und schüttelte bedenktlich das Haupt. Wenn ich nur dlos
wüßte, was wir mit dem Besuch anfangen sollen!“
„Dort sind Wolldeden und ein Vüsffelfell, breite sie
in der trodensten Ede aus, dann wollen wir sie einwiceln,
auf daß sie sich erwärme. Sie ist tropfnaß und so kalt
wie ein toter Frosche“

Eine Erzählung aus der Prärie
„Ja, dus geht,“ entgegnete Nubbin mit wohlweisem
icden, aber ich bin zu der Ansicht gekommen, daß Mafsa
)arry nicht wieder kommt.
„Möchte wissen, was Du eigentlich darüber weißt?“
„Ich kalluliere, VBassa Harry ist mit dem Fraͤulein
urchgegangen und hat das Feuer aen angezündet, um
ie Epur zu verwischen.“ bemerkte Nubbin und rißk weit
ie Augen auf.
„Wenn WMassa Harry derlei Reden hörte, würde er
Dir wohl eine hübsche Tracht Prügel aufzählen. Sie kom—
nen!“ rief Mistretz Chapman und eilte zur Türe.
Die Männer traten ein und brachten Harry, dessen
Urm in einer Schlinge ruhte und dessen gespenstisches
zeschwärztes Antlitz einen erschredenden Anblis bot. Nub—
»in stieß ein Entsetzensgeheul aus, Weistreß Chapman rief
nit angstwerzerrten Zügen: „Wo ist Berthaä?“
Ist sie nicht hier?“ erwiderten die Männer.
„ANein, sagt mir um Gotteswillen, was Ihr wißt!“
„Wir fanden Harry nach langem Suchen mit gebro⸗
henem Arm in der Nähe der Schiucht. Das Pferd' muß
hn abgeworfen und er das Bewußtfein verloren haben.
Es gelang uns, ihn etwas zu sich zu bringen. Ver Ber—
ha wußte er nichts; er erinnerte sich nur, daß sie auf der
xlucht vor dem Feuer die Schlucht zu erreichen strebten.
Bill Birley richtete Harrys Armbru“* ein, und nachdem
vir umsonst die ganze Schlucht dur« t ohne eine Spur
jon dem Mädchen oder von den Pserben zu finden, kehr⸗
en wir zurüd, schwangen die Laternen, daben Eignal.
ufe, bis wir heiser waren, und hossten daduüch, Vertha
abe das Feuer vor dem Hause gesehen und sei bereits
imgetehrt.“
Alnd was wollt Ihr nun tund?“
„Vor Tagesanbruch kann weiter nichts geschehen. Mor⸗
jen früh aber machen wir alle uns wieder quf und suchen.
is wir sie finden.“
Unter seiner Tante Sorgfalt kam Harry bald zu sich
eind sant, nachdem er cine Tasse starlen warmen Kräutertee
zetrunten, in fieberhaften Schlaf. Weister Chapunan und
achbarn särkten lich durch oeinen tüchtinen Rhbhist unx

—2
Als Bertha über die Prärie sprengte, bezweifelte sie
vohl selbst die Wahrscheinlichteit, den kürzesten Weg zu
reffen, aber sie war ein mutiges Maädchen und schneũuenthlossen,
 wenn es sich um Ppflicht oder Notwendigteit han⸗
ꝛelte. Rachdem sie die Stelle, an welcher sie Harry ver⸗
ietz, dem Gedächtnis genau eingeprägt, ritt sie über die
mübersehbare Brandstätte. Es dunkelte immer mehr. Sehr
ichte, schwarze Wolten sammelten sich. Die Luft war
oll Rauch und des Brandes fernes Glühen schien die
Finsternis der nächsten Umgebung nur zu erhöhen. Der
Wind blies schneidend und das zarte, erst von schwerer
drantheit erstandene Vädchen bebie vor Frost an allen
sBliedern. So ritt Bertha weiter, immer weiter, bis sie
Veilen zurüdgelegt zu haben glaubte, und noch zeigte sich
ein Haus. Von Zeit zu Zeit schlug das schrille Geheul
»es Präriewolfes an ihr Ohr und mehr als einmal glaubte
ie die Gestalt eines größeren Tieres ihrer Spur folden zů
ehen.
„Die Prärie ist der Schauplatz all unseres Elendes
und mein Tod wird nur das Trauerspiel enden,“ rief sie
berzweiselnd aus, als sich ihr die Ueberzeugung aufdrängie,
aß sie sich verirrt habe.
Verirrt auf der Prärie! In den wenigen Worten liegt
ine große Bedeutung für die Bewohner jener Streden.
Fort, immer sort ritt die müde dieiterin. Der Regen be—
jann erst in feinen Tropfen zu fallen, verwandele sich
edoch bald in strömenden Guß und des Sturmes Toben
aste immer wütender. Berthas Kleider waren volli
urchnäßt. Durch und durch erkältet, verfiel sie endlid
mweine Art Betäubung, die kaum ihr soviel Kraft und
zesitinung lien, um die Rüdel mit den starren Sänden “⸗
1htton

Fortsetzung folot
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.