ii Oͤ uunrunge
it seine iug «8als
oönigin ist gegen Ende März
ibarzt der Königin kommt jeden
dem Haag. *
——
aug unter Postbeamten.
SA, 20. März. Der Verband der Lebens—
éelhändler veranstialtete eine Versammlung
zwecks Organisation einer Massenkundgebung gegen den
Ministerpräsidenten Clemenceau, von dem sie verlangen,
daß unter allen Umständen der jetzigen Lage ein Ende
gemacht wird. Es wird darauf hingewiesen, daß die
Verproviantierung von Paris durch den Ausstand der
Postbeamten stark beeinträchtigt würde. Die Lebensmittel
aus der Provinz treffen nur spärlich ein infolge der Un—
möglichkeit, den Lieseranten Gelder zu senden oder sie
telegraphisch oder brieflich zu verstaͤndigen. — Zahlreiche
französische Finanzleute und Indusirielle haben in Brüssel
Zweign'ederlassungen errichtet, um ihre Telegramme und
Vriefe dort in Empfang zu nehmen oder abzugeben. —
Die streikenden Postbeamten lassen sich bereits zu Taätlichkeiten
hinreißen. So wurde ein Brieiträger von einem
Ausständigen anzegriffen, der ihm seine Briefe entriß und
in alle Winde verstreute. Der Streikeude wurde verhaftet
Den Drerdigung Matkowskus.
Unter einent Andrang von vielen Tausenden aus al—
en Schichten der Bevölkerung ist Adalbert Matkowsmy
auf dem hinter Charlottenburg liegenden Friedhof der
alten Luisengemeinde zur letzten Ruhe bestattet worden.
Die Künstler aller Bühnen waren erschienen, viele Hun—
derte Damen. Außerordentlich groß war die Zahl der
Blumenspenden. Ein Adjutant des Kaisers und einer
des Kronprinzen überbrachten Kränze. Die Po—
lizei hate Mühe, den Weg zur Kapelle für die nächsten
Leidtragenden freizumachen. Gesang des Opernchors lei—
lete die Feier ein. Der Geistiliche ruhmte den toten Künst—
ler als cinen Herrlichen und Großen, als einen Helden
und eine Kraftnatur.
*Der Kaiser telegraphierte an die Witwe: „An
dem schweren Versust, den Sie durch den Heimgang Ih—
res Gatten erlitten haben, nehme ich mit den Anzgehöri
gen meiner Theater und der gesamten Kunstwelt herz—
lichen Anteil und spreche Ihnen mein wärmstes Beileid
naus. Ausgestatiet mit großen Gaben und Talenten, hat
der Verewigte es verstanden, seine Kunst zu seltener Blüte
zu entfalten und sich die allgemeine Bewunderung und
Verehrung zu erwerben. Sein Name ist mit goldenen
Lettern in das Buch der Schauspielkunst zu dauerndem,
ehrendem Gedächtnis eingetragen. Gott der Herr tröste
Sie in ihrem großem Schmerze“
Gerichtszeitung.
Die Berliner Straßenexzesse
Ulnter der Anklage des Landsriedensbruches havben sich
pier noch jugendliche Personen vor dem Schwurgericht des
Landgerichts 1 in Berlin zu verantworten. Es handelt
sich um die Straßentumuite, die am Einzugstage des
zrönigs Eduard von verschiedenen Teilnehmern an den an
jenem Tage abgehaltenen Arbeitslosenversammlungen durch
Herabreißen der Fahnen von den Omnibusfuhrwerken 2c.
angen sind. Angeklagt sind: der 29ährige Möbelpolier
rander Schiropp, der 22jährige Arbeiter Otto Tise—
mann, der 18jährige Arbeiter Paul Böcker und
der 17)jährige Mechanikerlehrling Ernst Schelle. Aujsj
dem Gerichtstische liegen mehrere am Einzugtage herun—
lergerissene Fahnen. Die Angeklagten werden beschul—
digt, am 9. Februar an einer Zusammenrottung von Per—
sonen teilgenommen zu haben, die Gewalttätigkeiten, ge—
gen Personen begangen oder Sachen zerstört haben und
zwar Tiedemann als Rädelsführer. Der Angeklagte Schi—
ropp bestreitet jede Schuld. In der Beweisaufnahme wer
den zunächst einige Polizeibeamte über ihre Wahrnehm
ungen bei den Ausschreitungen vernommen. Ihren Be
kundungen werden von den Angeklagten und den Vertei
digern zahlreiche Einwände entgegengehalten. Kriminal
kommissar Kuhn gibt auf Grund seiner Ermitielungen eine
Schilderung der verschiedenen Exzesse. Es sei qgesn
Auaiteette wurden au
Adus irteil.
Das Gericht verurteilte den Arbeite Diedemann
vegen Landsriedensbruch zu 9 Monaten Gefängnis, wo
rꝛonn 1 Monat auf die Untersuchung angerechnet wird, zwei
veltere Angeklagte erhielten je vier Wochen Haft, die
urch die Untersuchung als verbüßt gilt. Ein Angeklagter
vurde freigesproche
Deutscher Schiffban.
Ueber die Neubauten auf deutschen Privatwerften und
Iuf ausländischen Werften für deutsche Rechnung in den
Jahren 1898 bis 1908 werden im ersten Heste des Jatzr—
ganzes 1909 der „Vierteljahrshefte zur Statistik des Deut—
schen Reichs“ Nachweise verössentlicht.
Auf deutschen Privatwerften besanden sich im
Jahre 1908 sür deutsche Rechnung im Bau 36 Kriegs—
chifse mit 125 750 Registertons Bruttoraumgehalt, 912
daussahrteischisse mit 443 039 Registertons brutto (davon
219 Dampfer mit 331 944 Regiftertons) und 174 Fluß—
schefse mit 19 906 Registertons brutto (davon 147 Tamp—
er mit 18 952 Registertoris brutto). Von diesen Schissfen
vurden fertiggestellt 17 Kriegsschifse mit 38 280 Register—
ons Bruttoraumgehalt, 671 Kauffaährteischiffe mit 212 761
segistertens Bruttoraumgehalt (davon 135 Tampfer mit
242 521 Registertons brutto) und 114 Flußschiffe mi—
1208 Registertons brutto). Fuür fremde Rechnung be
auden sich im Bau 88 Kaufsahrteischiffe mit 18 586 Re—
istertons brutto (davon 48 Tampfer mit 9856 Register
ons brutto) und 26 Flußschisse (Dampfer) mit 1596 Re—
istertans brutto. Fertiggestellt wurden davon 73 Kauf—
ahrteischiffe mit 15 141 Regissertons brutto (davon 37
Ddampfer mit 7796 Registertons brutto) und 25 Fuß—
»ampfer mit 1566 Registertons brutto.
Auf aus ländischen Werften standen für deut—
che Rechnung im Bau 199 Vauffahrteischiffe mit 101 802
tegistertons brutto (davon 34 Dampfer mit 55692 Re—
tistertons brutto) und 21 Flußschiffe (Dampfer) mit 1237
stegistertens brutto; hiervon wurden fertiggestellt 166
dauffahrteischifsfe mit 91912 Registertons brutto (davon
33 Dampfer mit 55 582 Registertons brutto) und 18 Fluß—
zampfer mit 1135 Registerions brutto
Laudwirtschaftliches.
(h Großen Schaden erleiden die Viehzüchter durck
ie große Ausdehnung, die das ansteclende Verkalben der
dühe in einigen Gegenden neuerdings gewonnen hat.
Die der Landwirtichaft hierdurch zugefügten Verluste ba—
en das Karserliche Gesundheitsamt veranlaßt, ein leicht
aßliches Merkblatt darüber herauszugeben. Es behandelt
Vesen und Weiterbildung, Verlauf, Erkennung wirtschafst
icher Schädigungen, Behandlung und Verhütung der
dran!heit und kann vom Verlage Julius Springer, Ber—
in N. 24, bezogen werden. Bei dieser Gelegenheit sei
ingeregt, ob denn nicht die landwirtschaftlichen Bezirks—
ereine hier eingreisen möchten. Ter Landwirt wendet
ich notorisch lieber an sie, als daß er eine weitläufige
dorrespendenz nach Berlin fsührt und würde auch der
zezug derartiger, gewiß gut gemeinter Merkblätter ein
weckentivrechend besserer sein
Verkehrsnarchrichten.
:) Die Briefsendungen aus Frankreich hat man
nWestideutschland, wenn überhaupt, mit Verspätung zu
rwarten. Aus Paris wird die ausländische Post, je nach
em Bestimmungslande, summarisch in Säcke verpackt; die
Lostbeamten in den Bestimmungsländern mögen sehen,
bie sie die Briesschaften richtig verteilen. Die deutsche
ßost kommt in Säcke, die alle sfür Berlin bestimmt sind,
ind deren Inhalt auf dem kurzen Wege bis Köln wohl
icht so schnell gesichtet sein kann, daß alle Sendungen
ür das linksrheinische Gebiet rechtzeilig zurückgehalten wer—
en. Selbstverständlich uun unsere bewährten und uner—
tüdlichen Fahrbeamten ihr Möaqlichites
Spiel und Sport.
(y) Internationale Luftschiffahrt-Musstellung in
rrankfurt a. M. Nachdem die Stadt Frankfurt einen
zreis von 20000 Mark gesliftet hat, versügt die Aus—
n e
Bι
Berlin, 20. März.
i229. Sitßung) Vormittags 11 Uhr
Abg. Gothein (Fr. Vgg.) führt aus: Ter Abe
Erzberger so gejagt haben, er habe in der Kommissio.
rinen freisinnigen Antraäg auf Herabsebung der Verpfles
ungskesten hören mussen, er sielle aber feit, daß ein sol
cher Antrag von konservativer Seite gestellt worden sei
daß er ihn abgelehnt habe, weiter sagt er, daß nicht zu
treffend sei, daß er, we der Abg. Noskte ihm vorgewor
sen habe, mit der Zentrumspartei wahllos gestrichen habe
Wir haben überall sorgsam geprüft, daß die Gesahr eine—
Krieges mit zwei Fromen gaußerordentlich gestiegen sei
und das wird doch der Kriegsminister nicht leuanen wo
ten. Redner polemisiert dann gegen die Sozialdemokra
tie und sagt, diese zu verteidigen, habe er keinen Anlaß
Ahg. Mülle rWMieiningen (frs. Vp.) polemisiert ge
gen den Kriegsminister.
Abg. Belzer (3.) äußert lokale Wünsche. Hierau
geht ein Antrag von NRormann, Arendt und Bassermam
auf Debatteschluß ein.
Abg. Singer GSoz.) bezweifelt die Beschlußfähig
keit des Hauses. Die Aufzählung ergibt 177 Abgeordnele
Bizepräsident Paasche verklündet das Resultat und setz
die nöchste Sitzung um 4 Uhr 5 Minuten auf 4uhr
Minuten an mit der Tagesordnung, Fortsetzung der ab
gebrochenen Debatte.
Bei Neuerössnung der Sitzung teilt der Vizepräsiden
Paasche mit, daß bei Beginn der 280. Sitzung de
Antrag ouf Debatteschluß zurückgezogen worden sei (Seb
große Heiterkeit links.)
Hierauf erhält das Wort der Abg. Frank-Mann
heim (Soz.) und wirft dem Kriegsminister vor, mit ge
alschten Zitaten vor der Oeffentlichkeit operiert zu haben
Daß ein Sozialdemokrat den Fahnen- oder Verfassungs
eid gebrochen habe, sei noch ucht vorgekommen
—
*Berlin, 20. März. In der heutigen Sitzung 4
Budgetkommission des Reichstages verlas der Vorfitzend
ein Schreiben des Reichskanzlers, worin derselb
nitteilt, daß er zur Zeit nicht in der Lage sei, der Bud
Jetkommission persönlich die gewünschte Auskunft über di
Frage der deutsch-englischen Verständigung über den Flot
senbau zu geben. Jedoch solle der Staatssekreiir de—
Auswärtigen Amtes zu einer entsprechenden Erklärung er
nächtigt werden, soweit sie im Interesse des Landes liege
Der Reichs?anzler behält sich vor, bei späterer Gelegen
deit selbst auf die Angelegenheit zurückzukommen.
Brüufsel, 20. Marz. Meldungen aus Paris zu
Age verhandelt die Regierung mit der Marconi-Gesell—
haft und einer englischen Firma wegen Herstellung einer
rahtlosen Verbindung zwischen London und Paris wäh
end des Streiks der Telegraphen-Angestellten. Der Direk—
or der MarconiGesellschaft erklärte, wenn ein Abschluß
erfelgen würde, so würden die für Frankreich bestimmten
delegramume in Clifton gesammelt, von wo sie dann di—
ekt nach dem Eiselturm befördert würden. Die Gesell—
chaft erklärte in der Lage zu sein, täglich 10 000 Wort—
zu übermitteln
Der Sieg der Regierung in der Kammer.
Paris, 20. März. Nach einer sehr stürmisch und
ärmend verlaufenden Debatte uahm die Kammer die Ta
gjesordnung an, welche besagt: Die Kammer beschließt, ei
ien Streik von Beamten nicht zuzulassen; sie spricht der
Ktegierung das Vertrauen aus, daß sie Ordnung und
Ruhe im Post⸗, Telegraphen⸗ und Telephondienste wie—
erherstellen werde, billigt ihre Erklärungen und geht zur
dagesordnung über. Minister der össentlichen Arbeiten,
Barthou, stellte die Vertrauensfrage, welche mit 354 ge—
gsen 288 Stimmen abgelehnt wurde. — Es konntie keir
Zzweifel bestehen, daß die Regierung aus der Interpella
son siegreich hervorgehen werde. In den früheren Streiks
er staatlichen Angestellten hat das Parlament immer ar
em Prinzip der absoluten Disziplin festgehalten. Di
dauptangriffe gegen die Regierung gingen von den So
jalisten aus. Dadurch war die Gesahr, die Majorität de
dammer zu s choatt hamh heseitiat. Aus Do
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