os geständige waren und zum Teite ganz ouen uver art
ie ekcetreaenden Einzelheiten Aus unzt erritten, ergaben
olgeudes: Sin „hauberer“, also, ein nannifachet datur—
ifle kundiger Reocena, namens Mannlauit doar mit seiner
Familie (Beib und zwei erwachsenen Sönnen) seit lan—
sem dem Genuß des Menschenseitches ergeoen. Um sich
n den Besitz dieses Leckerbissens 5u seben, worb er Wei—
zer mit dem Versprechen, ihnen von seinen Janberkünsten
nitzuteilen, wofür sie ihm ein Menscenbser zu liefern
zatten. Zu dicsent 3wecde brachten die Weiber cinen ih—
er Verwandten, zumcist ihre leibtichen inder unn. Die
Leiche weirde den Genossen des Menschenfressersundes, der
ich, wenn wieder ein Opfer fällig war, vbereits vorher
in der Nähe zum Schmause zu versammeln pflegte, über—
antwertet. Der HRörper wurde von den Genossen des
Matzles zerrissen und das Zleisch roh auf der Stelle ver—
schlungen. Alles nahm an diesem Mahle teil, geeichgiil—
iaga, ob das Opser das eigene Kind, der Enkel, der Bru—
)er, ein anderer Blutsverwandter oder sonstwer war. Den
donf bekam der Täter, um in dem Schädel das Gift
ür fünftige Opfer zu bereiten. Bevorzugt wurde das
Fleisch kleiner Kinder; die Weiber gaben an, „es sei so
chön zart“, während ihnen das FSleisch Erwachsener we—
rig zusagte. Diesem Menschenschlachterbund gehörten au—
zer dem Anführer Malukansi und seiner Familie 8 Wei—
der, also insgesamt zwölf Köpfe an, die sänitlich mehrere
GBiftmorde auf dem Gewissen hatten; jedes einzelne Mit—
Jlied gab zu, daß es an einer ganzen Reihe kannibali—
scher Mahle beteiligt gewesen seci. Auch einige RNinder
im Alter von acht bis zwölf Jahren, die bei den Gijft—
morden Handlangerdienste zu iun hatten, wurden dafür
mit dem Fleisch der Opser belohnt. Die Verhaundlung,
in der selbst die Mütter, die ihre Kinder getötet und ver—
zehrt hatten, mit erschreckender Gemütsruhe alle Einzel—
heiten wiedergaben, siellte selbst an abgehärtete Nerven
starke Anforderungen. Zehn Niitglieder der Verbrecher—
hande wurden zum Tode vorurteilt; das Urteil ist vom
Vonverneur bestätigt worden und wird inzwischen voll—
streckt sein. Von den weiteren Mitgliedern der Bande ist
ein Weib in der Untersuchungshaft gestorben. während
das andere Wei biflüchtiq ist
— u —
* * * 4
Landwmirtschaftliches.
() Weinmosternte im Jahre 19608. In dem ersten
Vicrtetjahrshesse zur Statistik des Denutschen Reichs 1909
werden die Ergebnisse der Weinmosternte 1908 bekanntge
geben. Die Mitteilung gründet sich auf die durch Sach
perständige erstatteten Berichte aus den im größeren Um—
iange weinbautreibenden Gemeinden, kurz „Weinbau-Go
neinden“ genannt. Bemerkt sei, daß in der vornegenden
Statistit ciftmalig die Aubauflächen und Wosterträge ge—
rennt nach Weißwein, Rotwein und vorlommendensalles
nach gemischtem Wein Schillerwein, Bleichert ꝛc.) nach—
zewiesen und — unter Aufgabe der Tarsiellung nach po—
itischen Geb'eten — nach natürlichen Beinbaugebleten ver—
zssentlicht sind. Der Ertrag an Weinumost beläuft sich füt
das Rebgelände der sämtichen Weinbaugemeinden am
2923 458 Heltoliter, d. i. durchschniutich 27,2 Hektoliter
auf 1 Heltar. Der geschätzte Geldwert des Nostes in je⸗
nen Wänbaugemeinden beträgt 118 6666 169 Mark oder
ourchschnirttlich 459,6 Mark für 1 Hekt iter und 1404 M.
auf 1 Hektar. Eine Schätzung aufe ser Grundlage er—
gibt für die außerhalb der berichtenben Weinbaugemein—
den im Deutschen Reiche vorhandenen, im Ertrage stehen—
den 9257,8 Hektar Rebfläche einen Mostertrag von etwa
212495 Hektoeliter und cinen Wert von 8144576 Mark.
Ddie gesamten ine Ertrage stehenden 116 767,7 Hektar dent—
chen Reblandes daben also im Zahre 1908 einen Most—
ertrag von 3 135 953 Hektoliter mit einem Werte von
26816 745 Mark gebracht, durchschnittlich 1086 Mark auf
Hektar, Im Vor'ahre vetrug bei einer etwas größeren
Flaͤche (118 581 Hektar) der Miostertrag 2491 894 Hekto—
liter mit cinem Werte von 114619 941 Mark oder von
durchschnitilich 67 Mark auf 1 Hekltar. Nach der Farbe
des Weines unterschieden, lieferten im Berichtsjahr rund
28 952,4 Heltar an Weißweinmost 2 557 820 Hektoliter im
Werte von 100 243 162 Marft; von 17 096,4 Hektar wur—
den 395 3941 Hektoliter Rotwein im Werte von 18 202 560
Marlk georntet, und 11618,9 Hektar ergaben 178 192 Hek—
toliter gemischten Wein im Werte von 8365023 M. Ein
Vergleich des Berichtsjahres mit den weiteren Vorjahren
zeigt, daß seine Erntemenge und der Wert der Erxnie
ber deu Dirchicsmitt betftröchtlich Binousragert
—* Laärmende Hinric, g. Bei der Hinrichtung eiues
izilianischen Mörders im Staatsgesänanis des Staates
ew Nort ereianete sich ein aufsebenerre nender wischen
all. Als der Mörder auf den eleltrischen Stuhl deschnailt
vpurde, wehrte er sich wie ein Rasender gegen den Ver—
'uch der Gefängniswärter, ihm »in metallenes Kreuz zu
entreißen. Der Mörder hoffte, durch deses Kreuz den
Ztrom abzulenten. Trotz seiner Sitten und seines Wider—
Jandes wurde es ihm entrissen ud die Hinrichtung voll—
Cokales nine Dermischtes.
Dußd wieiler, 19. Maͤrz.
* Eingesandt. In einer gestern stattgefundenen Ver—
ammlung des Ste zogtaphen-Elubs Stolze-Schrey wurde
eschlossen, in Herrensohr im Gasthause Kirchbeig einen
dursns zu arrangieren. BVeginn desselben ist auf Freitag. den
. April festgesetzt. Anmeldungen weiden in genanntem Lo—
ale, sowie bei den Mitzliedern entgezengenommen. —
8 Ueber Klatsch fiaden wir in einem Berliner Vlatte
olgende beherzigenswertle Ausführungen:
Die deutsche Sprache hat vielleicht kein Wott, das seine
Bedeutung bereits in der Lautbildung so ausgeptäat trüze,
pie das Wort Klaisch. Wir bezeichnen mit diesem schon
tach etwas Häßlichem klingenden Ausdruck wohl das unan—
enehmsie und Gefärlichste, das aui der Welt vorhanden st
nlofern, als es dagegen durchaus keinen Schatz gibt. Dem
Aalsch ist jeder vollrzänd'g weßrlos preiszegeben, dena felbst
venn es ihm gelingt, den Ucheber zus gerichilichen Veraat—
vortung zu ziehen, wenn er die Mühe auf sich nimmt, eine
sZerichts derhandlung über sich ergehen zu lassen, so exreicht
r in den meisten Fällen nur, daß einer von den Verbreitern
jes Klatsches se ne verdiente Strafe empfäagt. Die Nachte'le,
zie aber ein vom Klatsch Verfolgter in seinem Berufe viel—
eicht gehabt hat ober gesellschafilich haben kann, ersetzt ihm
in Gericht uund kein Aageklagter, würde er auch zu Mil—⸗
ionen Jatzren Gefangnis verurteilt. Aber in den meisten
zällen ist es noch nicht einmal mögalich, eine gerichtliche
Zühne herbeizuführene, denn der Klatich geht lawinenartig
son Mund zu Mund, und es ist mitunter schwer, den zu er—
nitteln, der zuerst eine Nachricht verbreitet hat ünd den, dee
rweiternde Zusätze dazu gemacht hat, wodurch die Nach icht
»rst zum Klatsch aawuchs. Insofern unlerscheidet sich der
datsch von der Belesdigung, gegen die es viel cher eigen
5chutz und eine Sühne gibt. Kiatscheiist immer eine Be—
eldigung, oft nur mußiges Gerede, manchmal mit einem
dörnchen Wahrheit vermischt, manchaal freie Etfindung;
ur Beieidiguag wird er eist, wenn eiune offenbare Schädigung
es Beklatschten eingerreten ist und wenn der Ucheber der
zchädling ermitteli werden fann.
Woher kommt aber eizentlich der Katsch? Run lediglich
aher, doß wir Menschen vielfach eine gewisse Freude daran
myfinden, über unsere lieben Nachbarn und Mitmenschen
u santten, sie zu betritleln. Das braucht nicht immer mit
Vorten zu geschehen, auch ein Blick, ein Achselzucken oder
da erümpfen genügt schon, um eine Kritik anzudeuten, die
ei igetragen, ganze Familien ruinieren kLann. In jedem
Irte gibt is gewissermaßen „gewerbswäßige“ Klatschdasen, die
on Haus zu Haus gehen, das, was sie in dem einen gesehen
ind gehört haben, mit Zusätzen und Ausschmückungen wiiter⸗
rzählen und ihren eigentichen Beruf darin finden, überall
lerger und Unfrieden zu stifen. Außer diesen Zvi'chen⸗—
ärgerirnen aber sird die Förderer des Klatsches wir seibst,
b mir oder ohner Absicht, bleibt sich gleich. Die meisten
Nenschen denlen sich wirllich nichts dabei, wenn sie e was
as sie eben gehört haben, weitcrerzählen, ohne die Richtig⸗
eit der Nachticht zu kontrollieren. Sie fiaden auch dann
ichts dabei, wenn die Nachricht an sich wahr, aber geeignet
st, den Nebenmenschen zu ärgern, vetllelcht gar schädigen.
dich Sdestoweniger ist sie auch dann Klatsch, mitunter von der
cfährlichsten Att. Mit hämischem Lähheln erzählt Herr
dunz seinem Nachbar Hinz, der Kaufmann von nebenan
abe Konkars anmelden müssen. Daß der Mann vielleicht
urchaus ehrlich ist und nur durch ein Zusammentreffen
zidriger Umstände zum Bankerott getrieben wurde, darum
ummert sich kener von beiden, aber beide erzählen die
dachricht weiter uud schädigen durch den daraus ensstehenden
dlatsch einen Mann, der möglicherwelse das ernst? Beftreben
at, sich wieder emporzu arbeiten. Es ließen sich Tausende
on Beispielen für diese Art Klatsch anführen, wenn
s überhaupt der Beweissührung bedürfte. Wer das Leben
ennt und wer den Mut hat, seine eigenen Fehler einzuge⸗—
nehen, wird sehr wohl wisser, daß er se bi ost genug dazu
eigetrugen hat, Klatsc auikommen zu lassen vder ihn zu
oerbreiten
Es wird einl euchten, daß es gegen den Klaisch kein
Nittel gibt, man müßte denn alle Menschen ins Gefängnis
tecken, ooer daß das einzige Mittel doch nur gefunden wer⸗
en kann, wenn wir selbst es wollen. Sobald sich jeder
inzelne klar moͤcht, welchen Unbequemlichkeiten er unterliegen
7* uß, wenn er selbst Opfer des Klatsches wird, müßte er auch
insehen, daß andere Menschen durch Klatsch geschädlgt
erden Ruümpse nicht die Nas⸗- 6 *
hneide ihm w,Ä
u, das süge keinem audern zu!“ Ein andercs Mittel gese
en Klatsch wird sich niemals finden lössen.
x* Mitte April wird in Elsenborn für eine 14tägig
debung ein kriegestarkes Reserveregiment gebildet. Viele Re
ervisten haben bereits ihre Gestellungsbefehle erkalten.
*156 Jahre werden es im laufenden Jahre, daß im
Saarrevier der erste Steiger angestell! urde. Als solchen
vurde 1759 von dem 1740 — 1768 regierenden Flrften Wil
zelm Heinrich von Saarbrücken ein gewisser Mathias Böh
er in Dudweiler angestellt. Es gab bis 1754 im ganzer:
Saargebiet nur regellose Kohlengrabereien. Der genannt⸗
Fürst eist zog die Gruben an sich und ließ sie systematisch
etreiben. Schwwadhricheinlich wird das 150jährige Steiger
Jubiläum von den Grubenbtamten des Saarrevieis durch
zine Festlichkelt begangen werden.
8Camphausen, 15. März. Seit verflossener Woch—
nüssen auf Anordzuog der Königlichen Bergin pekttion 11 di
Steiger der Gruben Camphausen und Brefeld bis Schicht i⸗
»er Grube bleiben. Sie fahren unmittelbac nach der Beleo
chaft ein und unmittelbat vor der elegschnst aus
8 Sulzbach, 15 März Das hieige Knappsfchafis
azaceit ist zurzeit überfüllt. Die Kranken und Vecletzten
ie zu Hause eine ordeniliche Pflege erhalten können un
eren Krankheit bezw. Verletzung nicht besonders sdwere
atur siad, werden ins Revicx verwiesen. Auch die Knapp—
chastslazarette in Neunkirchen und Völklingen erweisen sick
ais zu kiein. Mit der Söffnung des neuen Knappschaftstaza
entg in Fischbach aerden diese Lazarette entlastet, da dan⸗
»ine kletnere Zabl Zechen auf jedes Lazarett entfällt
[St. Joh-Sbr. Vollszig.)
Luisenthal, 17. März. Nunmehr ist die neu—
Fetikohlengeube, die din Richardschacht und die Delbrück
chächte zu Klarenthal unterirdisch verbindet und die infolge
Berubenbkandes im Jahre 1904 gänzlich unter Wasser geietz
vurde, wieder vollnändig für den Betrieb instand gesetzt
stchts erinnert mehr au den Brand, nur über Tage ha
nen ein Wahrzelchen aufgestellt und zwac hinter dem Berg
rorschulgehäude. Dort befinden sich inmitten hübscher An
agen die Reste e'ines verbrannten Förderwegens und die zu
ammengeichmolrenen Ueberbleibsel eines kleinen Ventila'sots
(6) SH. Köln, 17. März. (GRin sehr zzärtli
her“ Dienstherr.) Unter der Anklage, seine Haus
zälterin schiver gemißhandelt und bedroht zu haben, hatt
ich vor der hiestigen Strafkammer ein Schuhmacher au
Mülheim zu verantworten. Der Augeklagte hat mit die
er Haushälterin, ciner schon älteren Person, in ewigen
Unfrieden gelebt. In der Verhandlung warfen sich di
eiden gegenseitig vor, stets betrunken gewesen zu sein
Nach der Anklage soll der Schuhmacher die alte Frar
fters in gemeingeführlicher Weise mißhandelt haben. Wi
»r zu seiner Enischuldigung vbehauptet, weil diese ihr
Arbeit nicht verrichtete. Nach einem besonders heftiger
Ztreit soll er die Frau an den Füßen gepackt und di
Treppe hinuntergezerrt haben. Ein ander Mal warfe
hr einen Teller ins Gesicht, der die Oberltippe spaltet
Ddie Frau war von dem Angeklagten so eingeschüchter
vorden, daß sie es sich ruhig gefallen ließ, daß ihr die
er die Wunde zunähte. Wie er vor der Strafkammer be
hauptet, hat er dies aber nicht, wie ihm vorgeworfen wird
mit Schusterdraht, sondern mir einfachem Maschinengar
zetan. Es kamen in der Verhandlung noch eine ganz
Keihe anderer Mißhandiungen zur Sprache. So soll de
Angeklagte der Frau, als sie ihren Lohn forderte, da—
fIhr entzwei geschlagen haben. Der Gerichtshof sah nu
wei schwere und eine leichte Mißhandlung für erwieser
an. Ver Angeklagte wurde zu der verhältnismäßig mil
den Strafe von zwei Monaten uid zwei Wochen Geran
nis verurteilt.
() Benrath, 18. März. GGin tragisches Er
ignis.) Eine Familie in Linden sandte ihre Tochte
n Begleitung des Kinderfränleins nach hier, um sie zur
gzesuche der höheren Mädchenschule auzumelden. An de
daltestelle Schloßweiche wurde sie von Bekannten no
zesehen. Seitdem sehlt jede Spur. Das negative Erge—
nis der Nachfrage regte die Mutter so auf, daß sie ein—
Schlaganfall erlitt und sosort slarb.
(6) M.eGladbach, 18. Mäarz. (Durchgangsver—
dindung Berlin—-COstende.) Zur Erzielungee
ner Durchgangsverbindung Berlin —Ostende über Duis
burg, Krefeld, M.Gladbach, Autwerpen und Gent he—
ich der Oberbürgermeister Piecq mit den beteiligten Hatf
delsskammern und Verwaltungen in Verbindung gesetzt.
() Xorch, 18. Mai. (Gelan dete Leiche) A—
angs Januar wurde am Rheinuser der Rock eines Mar
ies und einige Tage später ein geladener Revolver au
efunden. Nunmehr wurde in unmittelbarer Nähe de
Ztelie, wo die Gegenstände lagen, eine männliche Le
nit einer Sssußvunde gelandet. Der Mann, dem